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Spielend dem Trend trotzen? - 500 Beiträge pro Seite



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Zeigt der Gesamttrend nach unten, beginnt die Suche nach Werten, die der Tendenz erfolgreich trotzen. Experten verweisen dabei auf die Spielebranche – ein Rat mit Risiken.

In den USA haben Analysten jüngst den Hoffnungen auf eine Trendwende bei den Unternehmensergebnissen einen Dämpfer versetzt. In dieser Situation machen einige Experten auf die Videospiel-Spezialisten aufmerksam. Einzelne Vertreter dieser Branche haben in den vergangenen Monaten hohe Kursgewinne erzielt. Der Treibstoff für die Phantasie ist die Einführung der neuen Spieleplattformen XBox, die der gesamten Branche ein erhebliches Umsatzwachstum bescheren soll. Als zusätzliches Argument ist hinzugekommen, dass Kinder nichts von ökonomischen Wirren wüssten, also trotzdem Spiele kaufen würden.

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Spielebranche ist nicht ohne weiteres von der Konjunktur unabhängig, wie es für die Gesundheitsbranche etwa gilt. Dort zwingt die Krankheit zum Geld ausgeben. Niemand kann zum Kauf von Spielesoftware gezwungen werden. Und: Kinder mögen wirtschaftlich blind sein, die Erwachsenen, die ihnen das Geld geben, sind es nicht.

Hinzu kommt noch ein anderer Faktor: Im vierten Quartal werden gewöhnlich die größten Erträge erzielt – das Weihnachtsgeschäft macht es möglich. Das wird auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht ausfallen, allerdings kann es durchaus beeinträchtigt werden. Gleichzeitig wird der Markt von einer regelrechten Flutwelle an neuen Titel überschwemmt werden. Der Blick auf die Release-Listen zeigt, dass ab spätestens Oktober quer durch alle Genres veröffentlicht wird, was das Zeug hält.

Es wird sich erst zeigen, ob der Markt das Vermögen hat, diese Masse aufzunehmen. Hinzu kommt noch, dass für die neuen Spielplattformen ebenfalls ein nicht unbedeutendes Sümmchen hingeblättert werden muss. Unter diesem Bedingungen werden voraussichtlich vor allem Top-Titel mit einem hohen Bekanntheitsgrad Käufer finden – gut möglich, dass unter diesen Voraussetzungen die eine oder andere Geschäftsplanung einen kräftigen Kratzer erhält.

Autor: Alexander Apel (© wallstreet:online AG),12:32 09.08.2001



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