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eröffnet am 28.08.01 15:33:45 von
neuester Beitrag 28.08.01 16:09:24 von


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28.08.01 15:33:45
Neuer Markt: "Opfer und Täter zu gleich"


Fondsmanager Karl Fickel über gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Anlegern, Banken und Unternehmen nach dem Crash



In der derzeitige Katerstimmung, hervorgerufen durch den Crash am Neuen Markt, sehen sich alle Beteiligten, Anleger, Banken und Unternehmen nur allzu gerne als Opfer dieser dramatischen Entwicklung. Neben dem geringfügigen Eingestehen der eigenen Fehler ist es vor allem das Abschieben der Verantwortung auf die anderen Parteien, das im Moment vorherrscht. Anleger fühlen sich von den Banken geprellt, die wiederum sehen die Schuld auf Seiten der Unternehmen am Neuen Markt. Die Unternehmen machen ihrerseits die Gier anderen Parteien für das derzeitige Desaster verantwortlich.
Karl Fickel, einer der Fondsmanagement Pioniere im Segment des Neuen Marktes, analysierte im Gespräch mit e-fundresearch die Rollen der Akteure. Eines war bald klar: Die meisten Marktteilnehmer waren sowohl Opfer und Täter zugleich.

e-fundresearch / Frankfurt: Herr Fickel, welche Lehren können wir aus dem Crash am Neuen Markt ziehen?

Fickel: "Lehren zu ziehen beginnt unserer Meinung nach damit, daß man auch Selbstkritik übt. Wir haben ein Dreieck aufgestellt das die Rollen der Akteure beschreibt: Man war Opfer zu einer gewissen Zeit, man war aber auch Täter und man war Getriebener dieser dramatischen Entwicklung.

Es gilt jetzt sich im Spannungsverhältnis dieser drei Punkte wiederzufinden und zu erkennen in welcher Phase man welche Position eingenommen hat. Daraus gilt es positive Lehren zu ziehen und festzuhalten was man in Zukunft bessert machen kann. Generell glaube ich, daß alle Kapitalmarktbeteiligten, Banken, Analysten, Journalisten, Unternehmen, Wirtschaftsprüfer und Anleger sich in diesem Dreieck wiederfinden können."

e-fundresearch / Frankfurt: Das heißt, alle von Ihnen beschriebenen Beteiligten waren irgendwann in einer dieser Rollen im vergangenen Jahr?

Fickel: "Jeder war irgendwann einmal Opfer. Opfer von Bilanzmanipulationen auf Seite der Fondsmanager, Opfer von überzogenen Ertragserwartungen auf Anlegerseite, Opfer von falschen Unternehmensstories auf der Presseseite. Jeder war aber auch Getriebener. Als Fondsmanager haben dir die Anleger das Geld gegeben und du musstest es anlegen. Die Anleger wiederum waren getrieben von Gier. Die Presse war getrieben von der Auflagenhöhe.

Man war aber auch Täter. Immer dann wenn man mitgemacht hat, wenn man aktiv Prozesse begleitet hat, Leute überzeugt hat etwas zu machen oder Stories gepuscht hat. Jeder wird sich in zu verschiedenen Zeitpunkten in diesen drei Punkten wiederfinden können."

http://derstandard.at/standard.asp?channel=INVESTOR&ressort=…
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28.08.01 16:09:24
zum glück erwiswcht es die banken in 2. linie auch mal !#


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