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Déjà vu am Neuen Markt

Kommentar

Von Matthias Iken

Die Nachrichten vom Medienunternehmen Kinowelt erinnern immer mehr an das Desaster von EM.TV. Wie den längst gefallenen Thomas Haffa feierten viele Börsianer auch Kinowelt-Chef Michael Kölmel als Star des Neuen Marktes und König Midas der Moderne. Und Anleger wie Analysten trieben beide Unternehmer in immer neue Übernahmen.

Solange die Börse frisches Geld spendierte, störte sich kaum einer an überhöhten Kaufpreisen für Filmpakte oder unausgegorene Expansionen. Was zählte, war Wachstum. Doch in der Krise ticken die Uhren anders - die Wachstumsunternehmen werden nun zum Opfer ihres Wachstums. Fahrlässige Ausgaben verwandeln sich plötzlich in gigantische Abschreibungen, die Vorstände haben längst den Überblick verloren. Wie die Brüder Haffa hatten die Brüder Kölmel zwar Erfolg als Familienunternehmer, in der Rolle der Konzernlenker aber mussten sie fast zwangsläufig scheitern.


Während die Gründerfamilien ihre Aktienpakete vermutlich noch versilbern können, wird der Kleinaktionär die Zeche zahlen müssen. Die Kinowelt-Aktien, die noch vor zwei Jahren 80 Euro kosteten, haben jetzt gerade noch den Gegenwert einer Tafel Schokolade. Und noch schlimmer: Die Beispiele EM.TV und Kinowelt dürften Schule machen. Denn viele Medienfirmen haben auf Wachstum um fast jeden Preis gesetzt. Nun wird abgerechnet.

mfg derda50
Das Ende des Kaufrauschs

Börsencall aus New York

Von Martin Halusa

Am Tag der Arbeit (Labor Day) - wie ihn die USA gestern feierten - gehen die Amerikaner nicht auf die Straße und demonstrieren für mehr Geld oder kürzere Arbeitszeiten. Im Gegenteil: Am Labor Day ernten die Amerikaner die in Dollar zählbaren Früchte ihrer Arbeit und geben sich einem kollektiven Kaufrausch hin; an keinem Tag sind die Shopping Malls derart belagert wie am Tag der Arbeit. Super Sales sorgen für zusätzliche Kundschaft, "buy one, get one free". Heute fängt im ganzen Land - nach zehn Wochen Sommerferien - die Schule wieder an. Millionen von Pennälern brauchen Milliarden an Filzstiften.
Die Volkswirtschaft kann in diesen schwachen Tagen enthemmte Verbraucher brauchen wie selten zuvor. Auf gerade einmal 0,2 Prozent war das Wachstum im zweiten Quartal gesunken - eine Rezession, da sind sich viele sicher, steht vor der Tür. Auch Wall Street erstarrt vor Angst: Ausgaben und Vertrauen der Verbraucher sind in den vergangenen Wochen leicht gesunken. Und aus "leicht" - so lautet die Furcht - kann angesichts von Massenentlassungen, Gewinnwarnungen und schlechter Wirtschaftsdaten schnell ein "stark" werden. Deshalb nimmt an der Börse die Zahl derer zu, die nicht an ein baldiges Ende der Talfahrt glauben. Vor wenigen Monaten sahen die Bullen schon Licht am Ende des Tunnels - nur die Reise durch den Tunnel werde wohl länger dauern. Heute heißt es bärig: "Kein Licht in Sicht".

mfg derda50
Banken räumen Mitschuld am Börsen-Desaster ein

Deutsche-Bank-Chef Breuer kritisiert Banken und Berater wegen oft "mangelnder Sorgfalt" bei der Auswahl der Börsengänger. Der Neue Markt stürzt weiter ab


Deutsche-Bank-Chef Breuer gesteht Mitschuld


Frankfurt/Main - Dem Neuen Markt steht offenbar auch in den nächsten Wochen nichts Gutes bevor. Nachdem das Wachstumssegment mit kräftigen Kursverlusten in den September startete, rechnen einige Experten für dieses Jahr kaum noch mit einer grundlegenden Besserung. Da half auch nicht, dass Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer am Montag eine Mitschuld der Banken für den Dauerkurseinbruch des Neuen Marktes einräumte. Banken und Berater hätten bei der Auswahl der Börsengänger oft "mangelnde Sorgfalt" walten lassen, kritisierte Breuer auf dem Finanzplatzforum am Montag in Frankfurt die eigene Branche. Die meist von Banken beschäftigten Analysten hätten zudem den Markt künstlich hochgeschrieben. Dabei hätten sie sich nicht nur an Fakten und Zahlen orientiert, sondern oft auch an Stimmungen, sagte er.
Breuer forderte die Bundesregierung auf, sie solle darüber nachdenken, die bislang als privates Unternehmen organisierten Marktsegmente der Börse auf eine öffentlich-rechtliche Basis zu stellen. Breuer verspricht sich davon schnellere Reaktionen auf Fehlverhalten und eine größere Durchschlagskraft der Sanktionen. Ein gutes Beispiel dafür sei die US-Börsenaufsicht SEC. Untermauert wird Breuers Forderung von einer Studie der renommierten Kanzlei Shearman & Sterling. Die Finanzmarktexperten kritisieren, dass Verstöße gegen Emittentenpflichten von staatlichen Behörden kaum konsequent verfolgt würden. Zudem sei das Strafmaß im Vergleich zur US-Technologiebörse Nasdaq zu niedrig. Dort würden Verstöße gegen die Zulassungspflichten rigoros gesetzlich verfolgt.

Gleichzeitig verlangte Breuer von der Bundesregierung, das Vertrauen in den Neuen Markt durch größere Transparenz zu stärken. Dafür brauche Deutschland keine strengeren Gesetze, die bestehenden Regeln müssten nur besser umgesetzt werden. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeswirtschaftsministerium, Margareta Wolf (Die Grünen), kündigte an, dass das vierte Finanzmarktförderungsgesetz möglicherweise schon im Oktober vom Gesetzgeber verabschiedet werden könnte. Dieses Gesetz soll das Vertrauen der Anleger in die deutsche Börsenlandschaft stärken. Es sieht vor, Kursmanipulation schärfer zu verfolgen. Zudem sollten die Kompetenzen der Behörden neu verteilt werden. Wolf warnte aber auch vor einer Überregulierung als Folge der aktuellen Krise.

Breuer und Wolf waren sich einig, dass der Neue Markt trotz des seit Wochen dauernden Kurseinbruchs seine Berechtigung nicht verloren habe. "Ich bin trotz der aktuellen Krise überzeugt, dass der Neue Markt einen wesentlichen Beitrag zur Aktienkultur in Deutschland leisten wird", sagte die Politikerin. Breuer erklärte: "Die Lage des Neuen Marktes ist ernst. Sie ist aber nicht hoffnungslos."

Der Börse selbst konnten diese Bekenntnisse am Montag nicht helfen. Nach dramatischen Kursverlusten bei den Aktien von Lambda Physik, Kinowelt und Broadvision fiel der Nemax-50-Index des Neuen Marktes auf ein neues Tief. "Die Welle negativer Meldungen reißt nicht mehr ab", sagte ein Frankfurter Händler. "Kein Profi interessiert sich mehr für diesen Markt." Seit März 2000 hat der Neue Markt 80 Prozent seiner Marktkapitalisierung auf zuletzt weniger als 50 Mrd. Euro verloren. Beschleunigt wurde der Abwärtstrend am Montag durch die schlechte Entwicklung einiger Dax-Technologiewerte . SAP und die Telekom fielen um jeweils mehr als fünf Prozent.

Angesichts dieser Entwicklung fällt vielen Beobachtern der Optimismus schwer. Der Markt sei krank, Besserung sei nicht in Sicht. Es dürfte sogar noch etwas schlechter werden, bevor es wieder aufwärts gehen könne. Sollte der Nemax-50 auf Schlusskursbasis nachhaltig unter die 1000 Punkte gefallen sein, dürfte das für weiteres Abwärtspotenzial sorgen, hieß es. Kapitalmarktexperten raten Börsenaspiranten derzeit daher von einer Notierung am Neuen Markt ab. Ohne eine deutliche Stimmungsbesserung an den Aktienmärkten seien Unternehmen mit Börsenplänen gut beraten, bis zum nächsten Jahr zu warten, sagten Banker und Fondsmanager. Innerhalb des nächsten halben Jahres gebe es kaum Hoffnungen auf ein besseres Klima für Börsengänge.

mfg derda50
Kaum Aussicht auf weitere Emissionen am Neuen Markt

Anleger meiden Aktien mit geringer Liquidität

Frankfurt/Main - Die weltweite Aktienmarktschwäche und rückläufige Unternehmensgewinne führen nach Beobachtung von Aktienmarktexperten zu einer Art Kapitalflucht am Neuen Markt, was weitere Börsengänge in diesem Jahr unwahrscheinlich werden lasse. Anleger machten derzeit Fondsanteile zu Geld, was Fondsmanager zwinge, Positionen auch aus dem Auswahlindex Nemax-50 des Neuen Marktes aufzulösen. "Wir beobachten massive Rückgaben von Fondsanteilen besonders bei auf den Neuen Markt spezialisierten Fonds", sagte der Chef des Deutschen Aktiengeschäfts einer US-Bank. Fondsmanager würden dabei recht wahllos verkaufen und sich nicht nach der Qualität der Unternehmen richten, da sie schlicht Barmittel bräuchten.
Experten sagten, die deutschen Investoren hätten trotz des Börsensturzes noch nicht völlig das Vertrauen in Aktien verloren. Aber der geringere Geldfluss konzentriere sich auf sicherere Zufluchtsorte wie größere Aktien mit höherer Liquidität. Eine Analyse von Schröder Salamon Smith Barney zeigt, dass der Nettogeldfluss in deutsche Aktienfonds in den ersten fünf Monaten 2001 mit 6,7 Mrd. Euro weiter positiv gewesen ist. In der Vorjahresperiode lag der Wert allerdings noch bei 28,3 Mrd. Euro. Keines der elf Unternehmen, die trotz des Abwärtstrends in diesem Jahr am Neuen Markt neu gelistet wurden - im Vorjahr waren es 133 Unternehmen -, notiert derzeit über seinem Ausgabepreis.

"Viele Börsengänge der kleineren Unternehmen im ersten halben Jahr waren schwierig durchzuziehen", sagte Tim Albrecht, Manager der Fondsgesellschaft DWS. Ohne eine deutliche Besserung der weltweiten Stimmung an den Aktienmärkten seien Unternehmen mit Börsengangsplänen gut beraten, bis zum nächsten Jahr zu warten, sagten Banker und Fondsmanager. Innerhalb des nächsten halben Jahres gebe es kaum Hoffnungen auf ein besseres Klima für Börsengänge. Auch Anfang nächsten Jahres werde es schwierig sein, hieß es. "Wir brauchen wirklich deutliche Anzeichen für einen wirtschaftlichen Aufschwung, damit sich das Klima für Börsengänge verbessert", sagte Albrecht weiter.

Banker sagten, internationale Institute hätten bei einigen großen Werten des Neuen Marktes ihre Investitionen so dramatisch schrumpfen gesehen, dass sie einfach entschieden hätten, ihre Verluste abzuschreiben und den Rest zu verkaufen. rtr
und es gibt immer moch zu viele Analysten und Möchtegern-Journalisten !!


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