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DAX: Die Risiken über wiegen immer noch - 500 Beiträge pro Seite



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Der Dax fällt und fällt – wann ist endlich Schluss mit der Baisse? Um eine Antwort zu finden dient natürlich der Index selbst als Untersuchungsobjekt, neben der Analyse der Einzelaktien des deutschen Börsenbarometers. Die Verknüpfung sowohl unterschiedlicher Zeitebenen, als auch unterschiedlicher Methoden der Technischen Analyse bringt dabei in der Regel gute Ergebnisse. Im folgenden wird der Dax auf Wochen, Monats- und Quartalsbasis betrachtet. Auch ein langfristiger Linienchart mit Disparitätsindikator gibt eine weitere Hilfestellung innerhalb der analytischen Betrachtung.

Selten ist das Ergebnis einer technischen Analyse eindeutig. So gibt auch der aktuelle Wochenchart drei Kursziele. Zunächst ist der Dax Anfang August 2001 aus seinem seit März 2000 bestehenden Abwärtstrendkanal zum zweitenmal nach unten ausgebrochen. Mit dem Ausbruch konnte ein Kursziel von etwa 4.750 Punkten angenommen werden. Dieses Kursziel wurde mittlerweile erreicht. Auf diesem Niveau verläuft zudem eine leichte Unterstützungslinie, generiert von den Tiefpunkten Anfang 1999.

Für weiterhin fallende Kurse spricht jedoch der Ausbruch aus dem steileren, kürzeren, seit November 2000 bestehenden Abwärtstrendkanal. Die Schwankungsbreite des Trendkanals nach unten am Ausbruchspunkt abgetragen ergibt ein Kursziel von ca. 4.550 Punkten. Da die nächste Unterstützung, generiert aus den Tiefpunkten Ende 1998, erst bei ca. 4.450 Punkten liegt, sollte daher ein weiterer Rückgang bis an diese leichte Unterstützung angenommen werden. Nimmt man jedoch eine höhere Schwankungsbreite des Abwärtstrendkanals an, so ist noch kein nachhaltiger Ausbruch aus diesem Trendkanal erfolgt und es ergibt sich sogar eine Kreuzunterstützung im Bereich von ca. 4.700/4.750 Punkten.

Ein drittes Kursziel lässt sich jedoch noch aus der Trendliniendifferenzmethode ableiten. Diese Methode misst den Abstand von einer Trendlinie zu einem Extrempunkt des Trends und trägt den Abstand an die Ausbruchsstelle ab. Damit ergibt sich u.a. ein Kursziel von ca. 3.800/3.900 Punkten für den Dax. Berücksichtigt man nun noch die Candlestickmuster, so kann festgestellt werden, dass die letzten Wochenkerzen ausgesprochen negativ waren. Eine Abfolge von mehreren schwarzen Kerzen ohne signifikante Gegenbewegung deutet allerdings darauf hin, dass der Markt extrem überverkauft ist und eine Gegenreaktion eintreten könnte. Da aber weder Tages- noch Wochenkerzen Trendwendesignale ergeben, ist eine Gegenreaktion derzeit nicht prognostizierbar.

Fazit aus dem Wochenchart: Es besteht eine Chance zur Stabilisierung auf dem erreichten niedrigen Niveau, die Risiken überwiegen noch die Chancen.

Der Monatschart bestätigt die Risiken. Der langfristige Aufwärtstrend seit 1995 ist gebrochen, eine Bewegung bis ca. 4.500 ist wahrscheinlich. Auf Grund der stärkeren Konsolidierung in 1998/99 im Bereich zwischen ca. 4.500 und 5.500 Punkten ist mit einer längerfristigen Bewegung innerhalb dieses Bereiches zu rechnen.

Der Quartals-Chart zeigt den Dax seit 1959. Interessant ist dabei, dass längere schwarze Quartalskerzen in der Regel nicht zu weiteren ebenso starken Abgaben geführt haben. Zwar sind auch selten anschließende Haussen zu beobachten, denn nach den stärkeren Vertrauenseinbrüchen muss der Markt sich erst erholen und wieder Vertrauen aufbauen, doch eventuell hat sich mit der jetzt sich bildenden längeren schwarzen Quartalskerze ein Ausverkauf eingestellt. Da die letzte Quartalskerze jedoch noch nicht „fertig“ ist, sollten ausgehend von dieser Einschätzung noch keine Positionen aufgebaut werden. Dafür ist es noch zu früh.

Auch der langfristige Linienchart zeigt auf, dass es noch Risiken gibt, die die Chancen auf dem erreichten niedrigem Niveau überwiegen. Der langfristige Aufwärtstrend verläuft bei ca. 3.725 Punkten, die nächste „langfristige“ Unterstützung nach Bruch des Aufwärtstrend wäre erst bei ca. 2.000 Punkten zu finden. Der Disparitätsindikator hat noch Luft nach unten.

Fazit: Aktuell befindet sich die Masse der Marktteilnehmer im Streik. Es ist Börse und keiner schaut mehr hin. Die Depots sind abgeschrieben, die Verluste werden ignoriert oder es wird dann doch noch „verspätete Verlustbegrenzung“ betrieben. Aktuell ergibt sich für Neuengagements auch weiterhin keinerlei Handlungsbedarf. Unter langfristigen Perspektiven besteht nach dem Fall der 5.000 Punkte das Risiko, dass der Dax bis ca. 4.000 Punkte fällt – 100-prozentig sicher ist dieses Szenario jedoch nicht.

Autor: Stefan Salomon (© wallstreet:online AG),11:34 10.09.2001

falls euch für die nächsten postings die überschriften ausgehen, wie wäre es damit:

die bären im blutrausch!
schön wäre doch auch die headline - passend zur herbstlichen jahreszeit:

Dachs im Apfelstrudel!


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