DAX-1,47 % EUR/USD-0,07 % Gold-0,15 % Öl (Brent)-0,03 %

Die großen US-Einzelhändler werden im Internet langsam flügge - 500 Beiträge pro Seite



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Als die Internet-Euphorie auf ihrem Höhepunkt war, hat die Analystengemeinde der Wall Street den Einzelhandelsriesen Wal-Mart oder Kmart vorgehalten, dass sie sich des Internets nicht mit genug Eifer angenommen hätten. Und so zogen die Unternehmen nach – allerdings mit mäßigem Erfolg. Ende 1999, als das große Geld im Internet schon nicht mehr zu verdienen war, erntete Wal-Mart reihenweise schlechte Beurteilungen für seine verwirrende Website Wal-Mart.com und Kmart ging es nicht viel besser. Target, der dritte im Bunde der Einzelhandelsgiganten, war damals sogar noch gar nicht online.

Mittlerweile hat sich die Situation offenbar geändert. Laut einer Studie des Internet-Marktforschers Jupiter Media Metrix finden sich sowohl Wal-Mart als auch Target unter den 25 am stärkstem besuchten E-Commerce-Seiten wieder und Kmart liegt auf Platz fünf der am häufigsten besuchten Online-Kaufhäuser. Es ist schwer zu beurteilen, wie es den Internet-Ablegern geht, da die Mutterkonzerne dazu keine Zahlen offen legen, aber nach Meinung der Experten von Sanford C. Bernstein könnten die Internet-Geschäfte den Konzernen helfen, auch wenn ihre Umsätze nur einen Bruchteil des Gesamtgeschäfts ausmachen.

Wal-Mart zum Beispiel, der weltgrößte Einzelhändler mit einem Umsatz von 191 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr, hat zumindest eine Binsenweisheit mittlerweile umgesetzt. Statt die gesammelte Produktpalette auch online anzubieten, konzentriert man sich im Internet auf Produkte, die es so nicht zu haben gibt, z.B. Laptop-Computer, und die vor allem Gewinn einbringen. Und Kmart hat die Verbindung zwischen seinem Online-Shop und den normalen Läden klar verstärkt. So können Kunden unter anderem ihre im Internet gekauften Waren in den Geschäften zurück geben – eine Errungenschaft, die leider noch nicht so verbreitet ist, wie man denken könnte.

Target hingegen nutzt seine Internet-Seite hauptsächlich, um seine Marke bekannter zu machen. Dabei kristallisiert sich heraus, dass das durchschnittliche Einkommen der Online-Shopper mit 60.000 Dollar um 10.000 Dollar über dem der Offline-Kunden liegt. Gerade in einer solchen Strategie sehen die Experten von Sanford Bernstein eine Möglichkeit, wie eine Internet-Präsenz dem Mutterkonzern helfen kann, ohne signifikant zum Umsatz beitragen zu müssen: „So können gut Kunden angezogen werden, die normalerweise nicht bei einem Discounter einkaufen.“

Autor: Björn Junker (© wallstreet:online AG),19:59 26.09.2001



Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um einen ältere Diskussionen, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier ein neue Diskussion.