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1. Im neuen Newsletter.

2. aus Berl. Morgenpost vom 7. 10. zur Beteiligung Medical Enzymes AG:

Den Krebs aushungern

Medical Enzymes entwickelt ein neues
Medikament gegen Tumore - Aidsmittel als
Nebenprodukt

Von Björn Hartmann


Sie wirken harmlos, lassen Krebszellen aber
praktisch keine Chance: Die Medical-Enzymes-Chefs
Hartmut Hampl (li.) und Heinz-Ulrich Schoeder und
das weiße Pulver.

Foto: Thonke


Berlin - Große Namen wie Glaxo-Smith-Kline, Abbott oder
Roche können Hartmut Hampl und Heinz-Ulrich Schoeder
nicht schrecken. Dabei könnte den beiden Vorständen der
Medical Enzymes AG schon ein bisschen mulmig sein,
immerhin wollen die Berliner den großen Pharmakonzernen
der Welt ein ordentliches Stück vom Umsatzkuchen
wegnehmen. Ein ehrgeiziges Unterfangen: Das
Unternehmen besteht erst seit 1998 und beschäftigt
einschließlich Chefs 13 Mitarbeiter. Als klassische
Existenzgründer sehen sich Schoeder und Hampl dennoch
nicht.

Denn die Geschichte des Unternehmens begann bereits
1991 - in der Schweiz. Einige vermögende Privatinvestoren
gründeten die Medical Enzymes AG (Schweiz). Einziger
Unternehmenszweck: Einen hoffnungsvollen Professor in
den USA bei der Forschung gegen Krebs zu unterstützen.
Mehr als sieben Millionen Schweizer Franken (4,6 Mio.
Euro/neun Mio. DM) hatte Joseph Roberts von der Columbia
University of South Carolina in den kommenden Jahren zur
Verfügung. Sein Lehrstuhl ist praktisch die
Forschungsabteilung von Medical Enzymes, er selbst
wissenschaftlicher Vorstand. Die weitere Entwicklung läuft in
Berlin.

Roberts Idee ist so «einfach, wie schwer auszuführen»
(Schoeder): Die Tumorzelle wird ausgehungert und dann
getötet. Jede menschliche Zelle braucht Energie, um zu
wachsen. Eine normale verbrennt Traubenzucker.
Krebszellen sind anders: Sie wachsen schnell,
unkontrolliert, heftig - und bestimmte Tumorzellen
verbrennen keinen Zucker, sondern die Aminosäure
Glutamin, wie Roberts herausfand.

Der US-Forscher entdeckte einen Stoff, der Glutamin in
Glutamat wandelt, den Zellen mithin den Nährstoff entzieht
und ihr Wachstum so blockiert. Die Gefahr, dass auch
andere Zellen des Körpers dann keine Energie mehr
bekommen, sieht Medical-Enzymes-Chef Hampl nicht. Auch
ein anderes Problem wiege nicht so schwer: Manche
gesunde Zelle, die ganz normal wächst, braucht die
Aminosäure Glutamin nicht als Brennstoff, sondern als
Eiweißbaustein. An Krebs erkrankten ja überwiegend
Erwachsene, sagt Hampl. Bei ihnen sei der Zellzyklus auf
Erhalt eingestellt, nicht auf starkes Wachstum wie bei einem
Kind. Viel Glutamin sei da nicht mehr nötig.

Mit Roberts Substanz lässt sich die Tumorzelle fast
vollständig von Glutamin abschneiden, sie vegetiert aber
noch vor sich hin. Ein weiterer Wirkstoff aus dem Labor des
US-Professors macht ihr dann den Garaus. Der Stoff ähnelt
dem Glutamin, ist aber für die Tumorzelle tödlich. «Der
glutaminverarmte Tumor saugt den Stoff förmlich auf, lagert
ihn ein und stirbt», beschreibt Hampl die Wirkung.

In den ersten Studien zeigte sich, dass die
Wirkstoffkombination bei Brust-, Lungen-, Dickdarm- und
Eierstockkrebs Erfolge hat. «Wir haben Hinweise, dass sie
auch bei anderen Krebsarten wirkt», sagt Hampl. Der Ansatz
der Berliner unterscheidet sich grundlegend von dem
anderer Biotechnologie-Unternehmen. Diese versuchen
meist, das Eiweiß in der Tumorzelle zu finden, dass sich im
Vergleich zur gesunden Zelle verändert hat, und entwickeln
dann einen Wirkstoff, der den Übeltäter neutralisiert.

Ein überraschendes Nebenprodukt der Robertschen
Forschung wächst derzeit zum zweiten Medikament von
Medical Enzymes: ein Aidsmittel. Die Wirkung der Substanz
auf die Aidsviren sei ähnlich wie ähnlich wie bei
Krebstumoren, sagt Schoeder. Sie entzieht den Viren die
Nahrung. Ein Killerstoff fehlt den Berlinern allerdings noch.

1998 stand Medical Enzymes vor dem typischen Problem
aller kleinen Biotech-Firmen: Das Krebs-Doppelmedikament
erscheint vielversprechend, der Vorstand muss über die
industrielle Fertigung - die in diesem Fall ausgesprochen
kompliziert ist - nachdenken, doch die nötigen Millionen
fehlen. Die Privatinvestoren konnten den Finanzbedarf nicht
decken, entschieden sich aber gegen einen Verkauf. «Die
Suche nach Risikokapital führte das Unternehmen dann
nach Deutschland», erzählt Hampl. In Schweiz sei
entsprechendes Geld kaum zu bekommen.

Das Medikament überzeugte die Berliner Mediport Venture
GmbH, die der frisch gegründeten Medical Enzymes AG
(Deutschland) sieben Millionen DM bereit stellte und 21
Prozent an dem Unternehmen hält. Fünf Millionen DM kamen
als Kredite von Banken. Das Geld reiche bis in die klinische
Phase, die jetzt beginnt, sagt Hampl. Um die Studien an
Krebspatienten abzuschließen, brauche das Unternehmen
aber noch mehr Geld. Wenn alles klappt, soll das
Krebsmedikament in drei Jahren auf den Markt kommen,
«sehr konservativ betrachtet».

Hampl und Schoeder rechnen sich gute Chancen aus. Denn
das Unternehmen besitzt weltweit Patente für die Wirkstoffe,
Produktionsverfahren und Darreichungsformen des eher
einfach aussehenden weißen Pulvers. Den Markt für Brust-,
Lungen-, Dickdarm- und Eierstockkrebsmittel in Europa und
den USA schätzen die beiden Medical-Enzymes-Chefs auf
10,5 Milliarden Euro im Jahr 2007, den für
Aids-Medikamente auf 14 Milliarden Euro.

Medical Enzymes soll sich in sechs Jahren acht Prozent des
Marktes gesichert haben, was Lizenzeinnahmen von 250 bis
300 Millionen Euro entspricht - ebenfalls sehr konservativ
betrachtet. Lizenzeinnahmen deshalb, weil das
Unternehmen keinen eigenen Vertrieb aufbauen will.
«Kostet zuviel und dauert auch zu lange», sagt Schoeder.
Die Vorstände von Medical Enzymes wollen die
Medikamente von anderen vermarkten lassen, die bereits
einen ausgeklügelten Vertrieb besitzen: die großen
Pharmakonzerne.
pressemitteilungen beteiligungen




Ethikkommission erteilt Zulassung für die klinische Phase I-Studie
der Berliner Medical Enzymes AG, einer Beteiligung der Mediport Venture Fonds GmbH

Berlin, 9. Oktober 2001 (me) Die Berliner Medical Enzymes AG hat heute die
Zulassung durch die Ethikkommission erhalten, um die klinische Phase
I-Studie mit einem Wirkstoff auf Enzymbasis zur Bekämpfung von Krebs zu
beginnen. Mit dieser neuartigen Behandlungsmethode soll erreicht werden,
dass die Substanz, die für die Vermehrung der Krebszellen notwendig ist,
nicht mehr zur Verfügung steht und somit das Krebszellenwachstum nicht
weiter fortgesetzt werden kann.
Es handelt sich um ein Glutamin-spaltendes Enzym, das mit DON
(Diazo-Oxo-Norleuzin), einem Glutamin-Analogon, kombiniert wird. Bereits
frühere Studien haben gezeigt, dass Glutamin eine Substanz ist, die zum
Wachstum und zur Zellvermehrung bestimmter Krebszellen erforderlich ist.
Während gesunde Zellen ihr eigenes Glutamin produzieren, müssen die
Tumorzellen ihr Glutamin aus dem Blutstrom aufnehmen. Die Kombination aus
Glutaminase und dem Glutamin-Analogon DON soll jetzt in der klinischen
Studie in Deutschland und den USA gleichermaßen getestet werden. Professor
Dr. med. Clemens Unger übernimmt die Leitung der Studie in der Klinik für
Tumorbiologie, Freiburg und Professor Francisco Gonzales wird die Studie in
den Vereinigten Staaten, im Palmetto Richland Memorial Hospital in Columbia,
South Carolina, durchführen. Insgesamt werden 82 Krebspatienten an der
deutsch-amerikanischen Studie teilnehmen.
In den präklinischen Studien wurde bereits eine breite Anti-Tumor-Wirkung
bei Tiermodellen, die bei der Entwicklung von Arzneimitteln gegen Krebs
verwendet werden, gezeigt. "Die Glutaminase bietet ein breites Spektrum zur
Krebsbekämpfung", erklärt Professor Unger. "Es besteht ein erhebliches
Therapiepotential für häufig vorkommende Krebsarten." Wenn man die
Glutaminase mit dem zytotoxischen Analogon DON kombiniert, zeigt die
Therapie im Tiermodell eine sehr hohe Anti-Tumor-Wirkung, bei einer
vergleichsweise geringen Dosis. Die kombinierte Therapie wird eingesetzt
gegen Tumore der Brust, der Eierstöcke, der Lunge und des Dickdarms, so
Unger weiter.
"Die Glutaminase, die jetzt in der klinischen Studie eingesetzt wird",
erläutert Prof. Hartmut Hampl, Vorstandsvorsitzender der Medical Enzymes AG,
"ist eine neue Form des Enzyms, das sowohl in der Wirkgeschwindigkeit wie
auch in der molekularen Charakteristik speziell für therapeutische
Anwendungen entwickelt wurde." Die Forschung der Medical Enzymes AG geht auf
Professor Joseph Roberts zurück, einem Pionier auf dem Gebiet der
therapeutischen Anwendung von Enzymen, der in Amerika seit über 30 Jahren
tätig ist. Durch ein besonderes, von ihm entwickeltes Verfahren, die
sogenannte PEGylierung, wurde die Stabilität des Enzyms im Blutstrom
wesentlich verbessert, so dass geringere Dosen erforderlich sind als von der
nicht PEGylierten Form. Dr. Heinz-Ulrich Schoeder, Vorstand der Medical
Enzymes AG und COO ergänzt: "Die Glutaminase wurde nach einem neuartigen und
zum Patent angemeldeten Verfahren pegyliert, um eine lange Verweildauer im
Blutstrom zu erhalten und sie effektiv vor der Inaktivierung durch das
Immunsystem des Patienten zu schützen."

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Die Kombination von Glutaminasse und DON
Das therapeutisch wirksame Enzym Glutaminase entzieht, wenn es intravenös
verabreicht wird, den Tumoren die Grundlage für Wachstum und Vermehrung,
indem es das vorhandene Glutamin aufspaltet. Die an Glutamin verarmten
Tumore nehmen den zweiten Wirkstoff, das Glutaminanalogon DON, mit stark
erhöhter Rate auf, da es für sie von Glutamin nicht unterscheidbar ist. DON
selbst kann jedoch nicht von den Zellen verwendet werden und blockiert
sowohl den Energiestoffwechsel wie auch die Prozesse, die zu weiteren
Zellaufbau führen würden. Hierüber gehen die Tumorzellen zugrunde.

Zu den Unternehmen:

Medical Enzymes AG ist ein Biotechnologie-Unternehmen mit Produkten eines
neuartigen und konkurrenzlosen Therapieansatz gegen die Hauptkrebsarten
Lunge, Brust, Dickdarm, Eierstock- sowie dem metastasierenden Prostatakrebs
und unterschiedlichen Infektionserkrankungen (z.B. AIDS).
Prof. Roberts, der Mitgründer von Medical Enzymes, ist Professor für
Biomedicinal Chemistry an der University of South Carolina. Einen Beleg für
die Richtigkeit seines therapeutischen Ansatzes, aminosäurespaltende Enzyme
als Medikamente einzusetzen, liefert er seit über 30 Jahren mit dem
Medikament Asparaginase, das erfolgreich gegen die kindliche Form der Akuten
Lymphatischen Leukämie (ALL) verabreicht wird (vermarktet als Elspar, Merck,
Darmstadt; Oncaspar, Medac/Schering; Kidrolase, Rhone Poulenc; Paronal,
Christeans UK.). Bis zur Einführung der Asparaginase starben über 80 % der
an ALL erkrankten Kinder binnen weniger Wochen. Heute werden mit Hilfe der
Asparaginase mehr als 85% der Kinder geheilt.
Seit 1991 wurde Prof. Roberts` Forschung und Entwicklung im Auftrag von der
Medical Enzymes AG durchgeführt und finanziert. Alle wissenschaftlichen und
technischen Ressourcen der renommierten University of South Carolina in
Columbia, USA konnten genutzt werden. Alle Vermarktungsrechte aus seinen
Arbeiten gehören der Medical Enzymes AG.
Seit 1999 wurde das Unternehmen in Deutschland aufgebaut. Heute verfügt
Medical Enzymes zusätzlich zur Forschungsabteilung in Amerika über 200 qm
qualifizierte Laborfläche zur Produktentwicklung im Berliner Focus Mediport
und somit über zwei Teams von Wissenschaftlern mit zusammen zehn
Mitarbeitern in Berlin und Columbia, USA. Entsprechend der Aufgaben wächst
das Team kontinuierlich.

Der Berliner Mediport Venture Fonds ist mit 22% an der Medical Enzymes AG
beteiligt. Der Berliner Fonds hat sich auf die Medizintechnik und die
Biomedizin spezialisiert und hält derzeit 16 Beteiligungen in Deutschland.


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