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PRIMACOM THEAD 99 (LIBERTY BRAUCHT LEVEL 4) - 500 Beiträge pro Seite


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Kluge (Verzögerung)Taktik von Primacom...Pech für Liberty(?).

Was wäre wenn Telecololumbus, PC Bosch un die Anderen Level 4 Betreiber mergen würden; let`s say in eine New PC?

Nichts ist unmöglich, und Malone hat weniger Zeit als Primacom! Es sei denn er bietet für 55€/Aktie. (UPC hatte für die Aktien für 67€ bezahlt)



Kabelnetze: Brüchige Basis
Gegenwind für die amerikanischen Kabel-Invasoren Liberty und ish: Die Großabnehmer laufen weg.

Die Führungsriege von Netcologne und Bosch Telecom zog sich zu vertraulichen Gesprächen ins Dorint-Hotel am Nürburgring zurück. In unmittelbarer Nähe der Zielgeraden, wo einmal pro Jahr die Formel 1 den Sieger des Großen Preises von Europa kürt, heckten die beiden Kabel-TV-Betreiber einen besonderen Deal aus. Bosch will attraktive TV-Programme, schnelles Internet und preiswerte Telefonverbindungen für die in Köln versorgten Haushalte nicht mehr von ish, dem neuen Mehrheitseigner des Telekom-Kabelnetzes in NRW beziehen, sondern vom Citycarrier Netcologne. Tausende von Haushalten, als Kundenbestand fest im ish-Geschäftsplan verankert, gehen mit einem Schlag verloren.

Wechselgelüste auch im Großraum Düsseldorf und im Ruhrgebiet. Tele Columbus, mit über 10000 Haushalten in der Landeshauptstadt vertreten, nabelt sich ebenfalls von ish ab und sucht den Schulterschluss mit dem örtlichen Citycarrier, der Arcor-Tochter Isis. In Essen klemmte Marienfeld Multimedia die Hälfte seiner 70000 Haushalte vom ish-Netz ab und baute eigene Satellitenkopfstellen für den Empfang der TV-Signale auf. Netcologne-Geschäftsführer Werner Hanf: „In allen großen Städten regt sich Widerstand.“

So viel Gegenwind hatten David Colley, Gary Klesch und John Malone, die neuen Herren des deutschen Fernsehkabelnetzes nicht erwartet. 4,1 Milliarden Euro zahlten der US-Investor Callahan und der Brite Klesch für die Mehrheitsbeteiligung an den Kabelnetzen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen (ish) und Hessen (iesy). 5,5 Milliarden Euro will US-Kabelkönig Malone für die Übernahme in den übrigen Bundesländern zahlen. Damit – glaubten die drei – sichern sie sich den Zugang zu 20 Millionen Kabelhaushalten in Deutschland.

Gleichzeitig starten sie die größten Investitionsvorhaben in Deutschland, die es neben dem Bau der UMTS-Mobilfunknetze gibt . Rund sieben Milliarden Euro kostet in den nächsten fünf Jahren der Umbau der überalterten TV-Kabel in hochwertige Multimediaautobahnen. „Wir machen das Kabel so breit, dass auch Internet und Telefon hineinpasst“, kündigt ish-Chef David Colley in ganzseitigen Anzeigen an. Mindestens jeder vierte Kabelkunde, so der ish-Plan, soll sich für die neuen Telefon- und Internetdienste entscheiden und den Pro-Kopf-Umsatz nach oben schrauben. Sonst rechnet sich die Milliardeninvestition nicht.

Doch jetzt zeigt sich, wie tollkühn der Milliardeneinstieg ist – die Kundenbasis ist brüchig. Zwar protzen Liberty Media und ish immer noch mit zehn beziehungsweise sechs Millionen Kabelkunden. Doch nur jeder dritte besaß einen Vertrag mit der Deutschen Telekom, der jetzt auf die Nachfolger übergeht. Der große Rest, zwei Drittel aller Haushalte, wird von eher mittelständischen Kabelnetzbetreibern versorgt, die sich nach Auslaufen der Verträge mit den Telekom-Nachfolgern umorientieren können.

Die Kundenstruktur spiegelt sich auch in der Netzstruktur wider. Die Deutsche Telekom zeichnete meist nur für die Kabel bis zu den Privatgrundstücken – die so genannte Netzebene drei – verantwortlich. Auf den Privatgrundstücken (Netzebene vier) – meist von großen Wohnungsgesellschaften – leiten private Betreiber die Fernsehsignale bis in die Haushalte weiter.

Auf die Infrastruktur der drei Kabelnetzkäufer sind die privaten Betreiber weniger denn je angewiesen. In vielen Großstädten bauen Citygesellschaften wie Netcologne, Isis oder Magdeburg-City-Com alternative Glasfaserinfrastrukturen auf, die bis an die Koax-Inseln der Kabelnetzbetreiber oder Wohnungsgesellschaften heranreichen. „Der Betreiber der Netzebene drei wird zunehmend austauschbar“, beobachtet Thomas Braun, Geschäftsführer von Tele Columbus und Vorsitzender des Verbandes privater Kabelnetzbetreiber.

Liberty Media will den Abweichlern zuvorkommen. Auf der Einkaufsliste von John Malone stehen auch private Kabelnetzbetreiber wie Tele Columbus – mit 2,3 Millionen Kunden der größte unabhängige Anbieter. Zusammen mit den bereits zu Malones Einflussbereich gehörenden Anbietern UPC, Primacom und Tss, die bereits im Frühjahr einen Zusammenschluss ankündigten und sich gerade über die Bewertung der einzelnen Unternehmensteile streiten, könnte Liberty – wenn das Bundeskartellamt mitspielt – seine Kundenbasis mit einem Schlag verdoppeln.

Den Plänen der amerikanischen Kabelinvestoren wiedersetzt sich vor allem Bosch Telecom. Der mit 1,3 Millionen Haushalten fünftgrößte Kabelnetzbetreiber, der derzeit seine Netze zur Multimediaautobahn umrüstet, will nicht nur auf drei bis vier Millionen Kunden wachsen, sondern sich auch von den Netzen der drei Telekom-Nachfolgern Liberty, ish und iesy komplett lösen. „Wir haben den Ehrgeiz, unabhängig zu werden“, kündigt Werner Scheuer, Leiter des Produktbereiches Breitbandnetze, an. 400000 von Bosch versorgte Haushalte, so interne Schätzungen, sind in den nächsten zwei Jahren umschaltbar.

Besonders betroffen ist Liberty Media, die die Telekom-Kabelnetze im Hauptverbreitungsgebiet von Bosch, den neuen Bundesländern, übernehmen will. Mit dem Start von High-Speed-Internet und Telefonie in den TV-Kabelnetzen von Zwickau (50000 Haushalte), Wismar (20000), Halle (25000), Erfurt (30000) und Freiberg (20000) gehen Liberty Media allein in den Versorgungsgebieten von Bosch über 145000 Kunden verloren.

Noch heftiger ist der Kampf, der zwischen ish und Netcologne auf dem Kölner Telekommarkt tobt. Nach dem Scheitern der Übenahmeverhandlungen mit ish sucht Netcologne jetzt mit Multikabel (Fernsehen, Internet, Telefon) die Offensive. Die Folge: In keiner deutschen Stadt gibt es mehr High-Speed-Internetangebote . Bis 2005 strebt Deutschlands erfolgreichster Citycarrier, der schon 90000 Kölner zum Komplettwechsel von der Deutschen Telekom animieren konnte, einen Marktanteil von 50 Prozent bei den Kölner Kabelhaushalten an. Statt der derzeit 70000 sollen dann 200000 Haushalte direkt an das Netcologne-Netz angeschlossen sein.

Eine Schlüsselrolle spielen dabei die großen Wohnungsgesellschaften. Während ish den Hauseigentümern einen Gestattungsvertrag mit einer Laufzeit von zehn oder zwölf Jahren und dem Versprechen vorlegt, für den kostenlosen Umbau der hauseigenen Kabelnetze zu sorgen, legt Netcologne noch ein paar Mark drauf und beteiligt die Hauseigentümer am Erfolg. Als Erster entschied sich vergangene Woche die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft am Bilderstöckchen mit 1000 Wohnungen zum Wechsel. „Drei weitere Wohnungsgesellschaften“, so Geschäftsführer Hanf, „haben die Verhandlungen aufgenommen.“

Befreiungsbestrebungen auch in anderen Städten: Im Hamburg gründeten vier große Wohnungsunternehmen die ImmoMediaNet. In Berlin steht mit dem Netzpool ein ähnliches Projekt kurz vor der Gründung. Ein Ziel, so Mitinitiator Günter Adam, Geschäftsführer der Berliner Stadt und Land Wohnbauten GmbH: das Bündeln von Marktmacht, um die Verhandlungsposition gegenüber den neuen Herren im Kabelgeschäft zu stärken.
Hallo alterhaase,

lange nichts mehr von dir gelesen.
Ist dieses Geschäft nicht hoch interessant??
Leider verstehen die wenigsten, daß in einer funktionierenden Marktwirtschaft immer die Geschäftstätigkeit, die direkt mit dem Kunden arbeitet, die wichtigste ist!
Stell dir mal vor der Liberty-Telekom deal platzt??
Wäre doch schade für alle Telekomaktienbesitzer wenn man doch nicht so wie geplant die Schulden abbauen kann.
Denn die telekom braucht dringend cash! Die Zinsen fressen unaufhaltsam!!!
Tja, das kommt davon wenn man einmal zu hochnäsig und größenwahnsinnig war. Dann bleibt einem nichts anderes übrig als mit dem "Teufel" (und zu letztendlich schlechterern Konditionen!!) den Pakt zu schließen. Über diese nicht realisierten Mehreinnahmen müßte mal berichtet werden und bei den Verantortlichen nachgefragt werden. (gehört eigentlich in einem Telekom-thread)
Ich sag nur: "Bananenstaat!"
Denn die damaligen, wohl unqualifizierte Verhandlungen, hat auch Vater Staat mitzuverantworten.
Und wenn Vater Staat, sprich die Politik, mit am Verhandlungstisch sitzt, siehe auch die heutigen Verhandlungen über die Durchleitungsrechte unter dem scheinheiligen Deckmäntelchen "Verbraucherschutz", interessiert nicht die Wirtschaftlichkeit. Es geht nur darum den Löffel mit in der Suppe zu haben.

Das ganze heutige Szenario hätte ganz anders laufen können.
Was die N4-Kabelbetreiber jetzt machen ist eigentlich die logische Konsequenz.

wine
Überbau der DTAG-Netzebene 3 durch eine moderne Infrastruktur: schon interessant, daß dieser Weg nun plötzlich doch (nach all den Jahren weitgehender Untätigkeit) als die richtige Strategie aufgefaßt wird.

Nur betrifft es Primacom jetzt wenig. Denn einfach "Abklemmen der Ebenen 3+2" ist nur dann möglich, wenn eine eigene Ebene 3 und eigene Kopfstellen errichtet werden. Primacom hat aber seit Q1 2001 die Netzausbauaktivitäten in Deutschland komplett gestoppt.

Die Nutzung einer weiteren eigenen Kopfstelle (Ebene 2) erfordert eben auch, daß man über ein eigenes Kabelnetz (d.h. Ebene 3) von den Häusern bis zu dieser Kopfstelle verfügt.

Insofern ist es zwar richtig, daß Liberty die Ebene 4 braucht, anderseits sind aber auch die Level 4 Betreiber wechselseitig auf eine Ebene 3 angewiesen.

Wenn Liberty die DTAG-Kabeloperationen übernimmt, bekommen sie für rund 1/3 der Haushalte die direkte Kontrolle der Ebene 4. Hinsichtlich der weiteren Level4-Haushalte ist zu erwarten, daß hier eher die starken Player übernommen werden, die sonst die Netzebene 3 überbauen, als die schwachen Player wie Primacom, von denen in dieser Richtung nichts mehr durchgeführt wird und somit keine Gefahr droht.

Krisenmanager
> Kluge (Verzögerung)Taktik von Primacom...
> Nichts ist unmöglich, und Malone hat weniger Zeit als Primacom!

Durch Verzögerung von Primacom ensteht nicht im geringsten Shareholder-Value. Hat es die letzten Jahre nicht schon genug Inaktivität und Verzögerung gegeben?

Der Breitband-Markt in Deutschland wird jetzt aktuell verteilt. Wer zu spät kommt, ...
Die Geschwindigkeit einer Vorgehensweise ist nicht nur vom Willen abhängig.
Mit dem Kauf eines Netzes übernimmt der neue Betreiber auch bestehende Liefer-/Abnahmeverträge des dort bestehenden NE3-Beteibers!!

Der mögliche Aufbau einer Kopfstation hängt also auch von den bestehenden und gültigen Verträge und deren Dauer ab!!

Weiterhin aber auch von Preis-/Mietangeboten von offenen, verhandelbaren Verträgen.
Diese NE3-Angebote müssen der Kostenrechnung und Unterhaltung einer neuen Kopfstation stand halten!!!
Wenn aber dann die Preisvortellungen der NE3-Betreiber eine eigentumswirksame Neuinvestition rechtfertigen, da gebe ich Krisenmanager recht, sollte man schleunigst damit anfangen.

Es müßte auch erst einmal geprüft werden wo Primacom Kopfstationen aufbauen könnte ohne bestehende Verträge zu verletzen. So pauschal kann man da nicht (ver)urteilen.


Und übrigens:
Wen interessiert außerhalb von Deutschland, speziell Westdeutschland, der Unterschied zwischen NE3 oder NE4?

Ist das nicht traurig, daß man sich mit diesem rein deutschen Problem, welches mit der Willkür der Vergangenheit zusammenhängt, rumschlagen muß?? BANANENSTAAT!


Aber das Ziel aller heute stattfindenden Aktionen in Deutschland wird sein, ähnliche Strukur wie außerhalb unseres Bananenstaates zu erhalten.
Argumentationen zur Differnzierung von NE3 und NE4 haben faktisch bereits heute keinen Bestand mehr.
Die Strukturveränderung wird zu einem zukünftigen Kabelnetzbetreiberunternehmen führen, welches ein wesentlich komplexeres Gebilde darstellen wird. Sich zum Ziel gesetzt, wirtschaftlich profitabel guten und den gewünschten content, verbunden mit diversen, vielleicht erst noch zu erfindenen, Sevices/Dienstleitungen seinen Kunden anzubieten.

Dazu wird eine einzige, untrennbare Netzebene benötigt!!!

Programmanbieter sollten weniger auf Bonbons der Netzbetreiber hoffen, sondern durch guten content auf sich aufmerksam machen.
Wenn man dann auch ein straff organisiertes Unternehmen in den Händen hält, sollte es egal sein wer Eigentümer eines Netzes ist.
Denn wer gut ist, will auch vom Kunden gesehen werden! Und der Netzbetreiber "MUSS" sogar den Programmanbieter ausstrahlen!!! DANN sitzt der NE1 am längeren Hebel.
Aber geschenkt bekommt man nunmalim Leben nichts.
Das sollten sich zum einen die "Öffentlich-Rechtlichen" vor Augen halten, aber auch die "Privaten"!
Bitte wenn schon liberalisieren, dann aber konsequent bleiben, ihr Fähnchensteller!!!

wine
möchte hier mal kurz (ausnahmsweise) kurzfristige kursbewegungen kommentieren:

- das handelsvolumen ist seit tagen sehr niedrig
- der kurs missachtet wieder grob charttechnische gegebenheiten. das bollinger band ist sehr eng. es hätte zu einem ausbruch des kurses kommen müssen. (bin charttechn. nur laie).
- gestern ging der xetra-kurs bis auf 3,86 herunter und müsste dabei eine reihe von stop-loss-marken aktiviert haben, ging dann aber trotzdem gleich wieder über die 4
- die 4-euro-marke ist eine ungewöhnlich starke unterstützung! sie wurde in präkären situationen innerhalb der letzten 2-3 wochen sehr häufig erfolgreich getestet.


meine rückschlüsse:
- die aktien sind inzwischen in relativ festen händen
- es herrscht nach wie vor viel unsicherheit am markt. angesichts der fundamentalen daten gibt es kaum verkaufsbereitschaft. da es zu der fusion immer noch keine klaren aussagen gibt möchten die teilnehmer aber offensichtlich abwarten und nicht die katze im sack kaufen. was aber auf diesem kursniveau irrational ist. seit bekanntgabe der fusion im märz sank der kurs um über 60%, nach der ersten verschiebung im august um weitere 20-30%. dabei hat eine mögliche fusion bei weitem nicht so große auswirkungen auf das unternehmen wie die kurseränderungen vermuten liesse. offensichtlich ist das sentiment ggü. primacom schlecht. das primacom operativ profitabel ist, der netto-verlust aus behutsam vorgenommenen akquisitionen ergibt und das sich fundamental ansonsten seit den höchtständen von bis zu 95€ nichts verändert hat interessiert niemanden.

zur informationspolitik von primacom:
- die weitere verschiebung ohne genaue begründung belässt den markt in unsicherheit. das hat zwangsläufig negative auswirkungen auf den kurs. die frage ist, welchem zweck diese form von informationspolitik dient. shareholder-value-denken vermag ich jedenfalls nicht zu erkennen.


meryll.
Hallo zusammen,

ich bin der Meinung, irgendwo erfahren zu haben, dass sich Primacom in der Tat auf die Weiterentwicklung u.a. in Bezug auf Netzaufrüstung auf Holland (Multikabel) konzentrieren wolle.

Nur dachte ich immer, dass der Kaufgrund für Multikabel der Umstand sei, dass diese Netze schon zu 100% READY-for-Services sei?!

Ich habe selber schon lange nicht mehr den vollen Durchblick, aber ein Umrüstungsstop in Deutschland wäre aus meiner Sicht absolut falsch.

Ich gehe davon aus, dass im Hintergrund auch weiterhin an den Kabelstrecken gebastelt wird.

Vor allem die Rhein-Main-Region um Mainz-Wiesbaden sind doch gerade erst im Umbau begriffen.

Warum sollte hier alles gestoppt worden sein?

CB

P.S. Sollte Malone und Callahan tatsächlich in Deutschland wegen den Netzebene4-Betreibern scheitern, sehe ich kaum noch eine Chance für die TV-Kabeltechnologie.
P.S.2 Malone hat eine Rücktrittsklausel. Sollte er dies nutzen, bedeutet dies in meinen Augen das Scheitern.
>ich bin der Meinung, irgendwo erfahren zu haben,...

bitte setze keine gerüchte in die welt !!! :(
die anschlüsse in den niederlanden sind zu über 99% aufgerüstet. so steht es im geschäftsbericht.


in deutschland ist der ausbau nicht gestoppt. laut primacom-ir kommen im q3 15.000 aufgerüstete anschlüsse hinzu.

meryll.
Danke Meryll,

dass ich ausgerechnet von dir "Setze bitte keine Gerüchte in die Welt" noch vor meinem Tode hören darf....;)

Gruß,

CB
ich habe sicherlich nicht vor mit dir zu streiten !

aber sage mir, an welcher stelle ich jemals ein gerücht verbreitet habe.

ich argumentiere nur,verwende fakten, gebe die quellen an und kennzeochne meine meinung als solche.

dir steht es frei, gegenargumente zu bringen, mich zu widerlegen und die quellenangaben zu verifizieren.

meryll.
Bosch will amerikanischen Kabelnetzbetreibern Konkurrenz machen

STUTTGART (dpa-AFX) - Die Robert Bosch GmbH will den neuen amerikanischen Eigentümern des Fernsehkabelnetzes in Deutschland Konkurrenz machen. Das Unternehmen wolle in seinem Kabelgeschäft offensiv wachsen und strebe langfristig einen Marktanteil von 20 Prozent an, sagte Werner Scheuer, Leiter des Bosch-Produktbereichs Breitbandnetze, dem "Handelsblatt" (Mittwoch). Bosch erzielt den größten Teil seines Umsatzes mit Kraftfahrzeugtechnik und hatte sich in den vergangenen Jahren von seinen übrigen Telekom-Sparten getrennt.

Das Unternehmen versorgt derzeit 1,3 Millionen Haushalte mit Kabelfernsehen. Bei der Hälfte davon ist Bosch nur Eigentümer der so genannten Netzebene 4, die vom Gebäudeverteiler bis in die Wohnungen reicht und als hochprofitabel gilt. Die US-Unternehmen Liberty Media und Callahan haben inzwischen von der Deutschen Telekom die dahinter liegende Kabelinfrastruktur übernommen. Ihnen fehlt jedoch meist noch der direkte Zugang zum Kunden. Liberty will daher laut Medienberichten die Kabelnetztochter der Deutschen Bank, Tele Columbus, übernehmen.

Scheuer kündigte im "Handelsblatt" an, sein Unternehmen werde für 250.000 Bosch-Haushalte, für die künftig Liberty Netzbetreiber sein würde, die Verträge kündigen und die Zuführungsnetze selbst bauen. Für den Ausbau des Kabelgeschäfts habe das Unternehmen zunächst eine Milliarde Euro (511 Mio. DM) bereitgestellt. Auch mit Stadtnetzbetreibern wolle Bosch zusammen arbeiten.

Quelle:http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news.htm?id=101065…

Ciao Kamischke
@Merryl und Cyberbob

Mein Verständnis ist, daß beides richtig ist.

Das Multikabel-Netz in Holland hat bereits nahezu komplett eine modernes HFC-Architektur. Insofern fallen hier keine Aufrüstungskosten mehr an, um es eben auf moderne HFC-Architektur umzurüsten.

Allerdings erfordert die Einführung von Diensten wie Telefonie weitere Investitionen.


Einen Umrüstungsstop in Deutschland, eben die von alterHaase angedeutete Verzögerung, halte ich ebenfalls für fatal. Klar ist, daß Primacoms finanzielle Möglichkeit angesichts des Multikabel-Engagements nicht gerade einfach sind und daß hier deshalb viel in Deutschland nun zurückgestellt werden muß. Das Management sollte aber alle Möglichkeiten ausloten, die Zwischenzeit bis Liberty auf dem deutschen Markt aktiv wird, nicht weitgehend untätig verstreichen zu lassen.

Vielleicht kann Liberty hier Sachen vorfinanzieren, wäre ja auch in deren Interesse, um so schnell wie möglich mehr als nur Fernsehen bieten zu können. Selbst wenn Liberty sich vom DTAG-Deal zurückziehen sollte, die indirekte Beteiligung an EWT/TSS und Primacom bleibt ja.

Internet ist nun mal das Produkt zur Kundenbindung, und auch nur wirklich zufriedene Kunden abonnieren gegebenfalls die Digi-TV Packages. Ich errinnere hier an das Erfolgsbeispiel von Shaw Cable in Canada, wo "positive word-of-mouth and customer referrals" bzgl. des Internet-Produktes teure Marketing-Aktionen überflüssig machten.

Krisenmanager
P.S.: Zum Aufrüstungsstop:

Infos, daß sich in Ostdeutschland auf unbestimmte Zeit nichts tut, hatte ich von Nutzern aus der Region.

Tatsächlich hatten die letzten Quartalszahlen auch bestätigt, daß Primacom in Q2 die Anzahl aufgerüsteter Haushalte nicht gesteigert hatte.

Merrill Lynch hatte in ihrem letzten Report zu Primacom ebenfalls erwähnt, daß das upgrade in Deutschland "on hold" sei. Das deckte sich mit dem, was User aus den Primacom-Regionen berichteten.

Krisenmanager



Wie Nullgesicht schon in einem anderen Thread zu Primacom gestern bemerkt hat: Primacom meldet die Zahlen immer sehr spät im Quartal. Eine negative Konsequenz ist hier auch, daß es schwieriger wird, zeitnah die aktuelle Entwicklung des Unternehmens zu verfolgen (wenn gemeldet wird, ist das Quartal schon fast vorbei).
@krisenmanager et al.

ich stimme mit km weitgehend überein bzw. kann seine argumente in den letzten postings nachvollziehen.


dies ist meine sichtweise:

der momentane kurs ist fundamental nicht nachvollziehbar. jedenfalls konnte ich in diesem sehr aktiven board keine berechnungen oder fundierten argumente lesen, die auch nur annähernd diese kurse erklären können. kursverlauf und -niveau reflektieren demnach eine massive verunsicherung. diese kann sich auf das marktumfeld beziehen oder auch auf individuelle gegebenheiten.

1. primacom betreibt derzeit in bezug auf das fusionsvorhaben mit ewt offensichtlich eine restriktive informationspolitik. möglicherweise hängt dies mit den vertragsbedingungen zusammen, möglicherweise will man strategisch einen neuen (für alle beteiligten überraschenden?!) weg einschlagen und anderen akteueren keine anhaltspunkte liefern, wie WINETRADER vermutet. ich weiß es nicht.

2. der netzausbau in deutschland ist nicht gestoppt, kommt aber dieses jahr nur sehr langsam voran. dieser umstand schürt das misstrauen der anleger. ich denke es kommen 2 gründe in betracht:
a) die akzeptanz von breitband-internet, telefonie und digital-tv ist nicht so hoch wie erwartet, so daß vor einer weiteren aufrüstung maßnahmen ergriffen werden um die akzeptanz und damit die innenfinanzierungskraft zu verbessern. für die weitere ausgestaltung der netzaufrüstung werden möglicherweise daten zur marktakzeptanz benötigt.
b) ausstehende kreditlinien i.h.v. ca. 700 mio werden für die kriegskasse benötigt - evt. für größere akquisitionen in deutschland. auch dafür gibt es anhaltspunkte.
c) das management geht davon aus, daß eine fusion mit bzw. übernahme durch liberty strategisch vorteilhaft wäre. dann würde jede gebaute kopfstation die attraktivität von primacom vermindern. möglicherweise hängt dies mit individuellen, nicht unternehmensbezogenen motiven des managements zusammen.

folgende termine/ereignisse sind geeignet, um in den nächsten 8 wochen endgültig klarheit in einzelnen punkten zu bringen. (und ich wiederhole es nochmal: transparenz führt zu einer neubewertung durch angesehene analysten. ich kann mir langfristig keine, sich neu ergebenden nachrichten vorstellen, die eine bewertung von primacom deutlich unter emmissionskurs, oder jedenfalls nich kurse unter 10 euro rechtfertigen würde!):


- 15.11.: genehmigung der fusion ewt/pcag durch das kartellamt
- mitte november bis spätestens 29.11.: 9-monatszahlen, insbes. erste aussagekräftige werte zur akzeptanz von internet und digital-tv über fernsehkabel. in nl ggf. erste zahlen zur telefonie über fernsehkabel. werte unterhalb von 2% bei digi-tv und 10% bei internet wären deutliche anhaltspunkte für erhebliche marketing-probleme.
- ende november bis spätestens 15.12.: endgültige entscheidung zur fusion ewt/pcag. eine positive entscheidung würde effizienzvorteile ab gj2002 bringen. eine negative entscheidung würde eine mögliche feindliche o. freundliche (?) übernahme zu, für kleinaktionäre nachteilhaften konditionen erschweren, was sich ebenfalls nicht negativ auf den kurs auswirken dürfte.
- irgendwann ende dieses jahres anfg. nächsten jahres: liberty stellt deutsches management-team zusammen. (dann wissen wir endgültig ob eine eventuelle übernahme durch liberty feindlich oder freundlich wäre.
- januar: kartellamt entscheidet über den kauf der dtag-kabelnetze durch liberty. (alles andere als eine genehmigung ggf. unter der auflage, sich von 1-2 regionalges. zu trennen, kann ich mir aus kartellrechtlicher sicht nicht vorstellen).



wie seht ihr das? freue mich auf stellungnahmen.

meryll.







p.s.: ich habe in meinem letzten posting geschrieben, daß primacom in q3 15.000 hh aufrüstet. habe nochmal in die email von der ir geschaut. die obige zahl bezieht sich auf q3 und q4. sorry für den kleinen faux pas. war in eile.
@meryll

ich bin hin und hergerissen:

1.) Ich denke weiterhin, daß liberty mehr als ein Zünglein an der Waage sein wird. Das ist für mich die Ausgangssituation. Taten von liberty werden wir aber erst nach der kartellrechtlichen Genehmigung sehen, alles andere ist Vorgeplänkel

2.) Bei Fusion ewt/pcag hat liberty den notwendigen Einfluß auf Primacom sowieso - weshalb dann noch eine, wie auch immer geartete Übernahme? Kursfantasie in dem Fall gering, nur im Rahmen des Gesamtmarktes und Gesamtunternehmens.

3.) Bei keiner Fusion ewt/pcag steht liberty unter Handlungszwang. Ich sehe es so, daß liberty die Ebene 4 zwingend braucht. Eine wahrscheinlich eher feindliche Übernahme wäre das mögliche Szenario. Interesse bei Primacom in: "individuellen, nicht unternehmensbezogenen motiven des managements" (meryll). Da sehe ich einen interessanten Aspekt. Kursfantasie in dem Falle beträchtlich.

Fazit: Vor Januar wird nicht viel passieren. Abwarten und Tee trinken, bei Kursen unter 4 € nachkaufen.

bis denne
@mikojan:
Zitat:
"2.) Bei Fusion ewt/pcag hat liberty den notwendigen Einfluß auf Primacom sowieso - weshalb dann noch eine, wie auch immer geartete Übernahme? Kursfantasie in dem Fall gering, nur im Rahmen des Gesamtmarktes und Gesamtunternehmens."

Das verstehe ich nicht!
Welchen notwendigen Einfluß??
Was bedeutet bzw. was meinst du mit "notwendig"?

zu den Bosch-Aktivitäten:
Wenn der Preis stimmt und es steuerlich gut paßt, dann trennt sich der Gemischtwarenbetrieb auch wieder vom Kabel.
Diese Meldung sollte man auch unter dem Gesichtpunkt "profilieren um Preis zu erhöhen" werten.

wine
500 Testkunden für T-DSL via Satellit gesucht

Die Deutsche Telekom hat den Pilotbetrieb für ihren Satelliten-Internet-Zugang „T-DSL via Satellit“ aufgenommen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, werden rund 500 Kunden für den Probebetrieb, der bis Ende April 2002 andauern soll, gesucht. Anmeldungen nimmt das Unternehmen auf seiner Website entgegen.

Der Dienst richtet sich vor allem an Bewohner ländlicher Regionen, die in absehbarer Zeit nicht mit T-DSL versorgt werden. Für die Teilnehmer des Pilotprojektes entfällt die Bereitstellungsgebühr von 99 Euro und sie erhalten außerdem das erforderliche Hardwarepaket mit PCI-Karte für 199 statt 249 Euro. Anschließend stehen drei Tarife zur Wahl: Das Volumenmodell kostet eine monatliche Grundgebühr von 19,90 Euro. Je 500 MByte Übertragungsvolumen werden zusätzlich 5 Cent berechnet. Im Tarif Flatrate 0,5 GB dürfen für eine Grundgebühr in Höhe von 39,90 Euro bis zu 500 MByte Daten geladen werden, ohne dass weiter Kosten entstehen. Im Tarif Flatrate 1 GB erhöht sich das Inklusiv-Volumen für eine Grundgebühr 49,90 Euro auf 1 GByte. In allen Varianten fallen zusätzlich die Minutengebühren für den analog- oder ISDN-Zugang an.

Bei „T-DSL via Satellit“ handelt es sich um eine Hybrid-Lösung aus Satelliten- und Telefontechnik. Nutzer müssen sich zunächst wie bei einer herkömmlichen Verbindung über Modem oder ISDN beim Provider anmelden und die Verbindung über die gesamte Nutzungsdauer beibehalten. Übersteigt das Datenaufkommen die Leistungsfähigkeit der Telefonverbindung wird der zusätzlich die Satellitenübertragung genutzt. Auf diese Weise sollen sich Surfgeschwindigkeiten auf DSL-Niveau (768 KBit/s) erreichen lassen.

Künftige Nutzer dieses Services benötigen eine Astra-Antenne mit universal Empfangsteil, eine DVB-Karte für den Rechner sowie einen Festnetzanschluss der Deutschen Telekom. Der ISDN- oder Analog-Provider kann frei gewählt werden.

Quelle:http://www.internetworld.de/sixcms/detail.php?template=tk_na…

Ciao Kamischke
Da hat Internetworld bei den Tarifen nicht richtig gelesen.

Ich kopier deshalb mal den Artikel aus Heise.de rein, aber auch hier muss man gründlich lesen.


Es gibt 3 verschiedene Tarife, bei den beiden Flatrate-Tarifen bezieht sich das Volumenlimit auf das Datenkontingent, was priorisiert per Satellit übertragen wird. Das darüber hinausgehende Volumen muss bei den beiden Flatrate-Tarifen nicht zusätzlich bezahlt werden, es wird eben nur nicht priorisiert übertragen. Nur bei dem dritten Tarif, dem Volumentarif, muss das zusätzlich Datenvolumen extra bezahlt werden.

Man kann die Satellitentechnik von der Leistungs- und Kostenstruktur kaum mit DSL oder TV-Kabelnetzen vergleichen. Satelliten-Transponderkapazität ist im Vergleich zu DSL/TV-Kabel von der Bandbreite her eine sehr knappe Resource. Daher ist die Technologie nur zur Versorgung derjenigen Gebiete sinnvoll, in denen weder DSL/TV Kabel oder Wireless Local Loop möglich sind.

Null


http://www.heise.de/newsticker/data/pmz-07.11.01-000/

Meldung vom 07.11.2001 12:52

Pilotphase für T-DSL via Satellit eingeläutet

Die Deutsche Telekom hat die Pilotphase für ihr "T-DSL via Satellit" eingeläutet. Insgesamt 500 Interessenten sollen in den nächsten sechs Monaten testen, ob diese Internet-Zugangsform eine marktfähige Alternative zu ISDN oder Analog-Modem darstellt. Anmeldungen für das Pilotprojekt nimmt die Telekom online entgegen.

Der Telekom-Satelliten-Dienst richtet sich vor allem an Bewohner ländlicher Regionen, die in absehbarer Zeit nicht mit dem schnellen Internet-Zugang T-DSL versorgt werden. Laut Telekom ist das Kupferkabel-gebundene T-DSL generell für maximal 90 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte verfügbar.

Beim T-DSL-Anschluss via Satellit dient eine Antennenschüssel zum Empfang der Daten, das Versenden erfolgt jedoch weiterhin über einen herkömmlichen Internetzugang via Modem oder ISDN. Die maximale Empfangsgeschwindigkeit liegt bei 768 kBit pro Sekunde. Die Datenpakete vom Satelliten werden mit verschiedenen Prioritätsstufen versehen. Pakete mit hoher Priorität werden zuerst verschickt, Datenpakete mit niedriger Priorität bleiben erst einmal liegen.

In der Pilotphase erlässt die Telekom den Teilnehmern die einmalige Bereitstellungsgebühr von 99 Euro. Zusätzlich gibt es das benötigte Hardwarepaket zu ermäßigten Preisen. Die Teilnehmer können zwischen drei Tarifen wählen: Das so genannte Volumenmodell kostet monatlich 19,90 Euro und beinhaltet ein freies Datenempfangsvolumen von 500 Megabyte. Jedes weitere Megabyte kostet 0,05 Euro. Dabei werden alle Daten hochpriorisiert übertragen.

Das Flatrate-Modell "0,5 Gigabyte" kostet 39,90 Euro im Monat. Hierbei sind 500 Megabyte mit hoher Priorität im Preis enthalten. Alle weiteren Daten werden mit niedriger Priorität übertragen. Die Flatrate "1 Gigabyte" kostet 49,90 Euro pro Monat. Enthalten ist hier ein Hochprioritäts-Datenvolumen von 1 Gigabyte, der Rest wird mit niedriger Priorität verschickt.

Bei allen drei Tarif-Modellen kommen noch die Kosten für den zusätzlich benötigten ISDN- oder Modem-Anschluss hinzu. (pmz/c`t)

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@winetrader

mit "notwendig" meine ich den Einfluß den liberty auf die Geschäftspolitik von primacom über seine bestehenden Beteiligungen an UPC (und damit indirekt ewt) ausüben kann/könnte. Das ist in meinen Augen auch der Grund für die kurzfristigen Verschiebung der Fusionsentscheidung vor der HV von primacom.

Ich höre auch gern gegenteilige Argumente!

bis denne
Deutsche Börse aktualisiert Zusammensetzung der Aktienindizes

Austausch in MDAX, SDAX und NEMAX 50/ Erste Szenario-Rangliste auf Basis von Streubesitz


Die Deutsche Börse hat bei der planmäßigen Überprüfung der Aktienindizes am Mittwoch Änderungen der Zusammensetzung in NEMAX 50 und SDAX beschlossen sowie außerplanmäßige Änderungen im MDAX. Die Anpassungen werden zum 27. Dezember wirksam. Weiterhin hat die Deutsche Börse eine erste Aufstellung der Unternehmen in den Indizes nach dem Gewichtungskriterium Streubesitz veröffentlicht.

Im Rahmen einer außerplanmäßigen Überprüfung nimmt die Deutsche Börse die Unternehmen Gildemeister, Loewe und Zapf Creation in den MDAX auf. Sie ersetzen Bankgesellschaft Berlin, Bewag und FAG-Kugelfischer. Die Änderungen wurden notwendig, da der frei handelbare Anteil von Aktien bei diesen Unternehmen unter der für Auswahlindizes geltenden Grenze von 20 Prozent liegt.

Neu in den NEMAX 50 aufgenommen werden Dialog Semiconductor, Plambeck Neue Energien, Rhein Biotech für Biodata, Constantin Film und Fantastic Corp. Neu in den SDAX aufgenommen werden Agiplan TechnoSoft, A.S. Creation, Autania, Burgbad, OAR Consulting, Curanum Bonifatius, Eichborn, Essanelle Hair Group, Geratherm Medical, Hans Einhell, Progress-Werk Oberkirch, TAG Tegernsee, Triplan, SM Wirtschaftsberatung. Diese Unternehmen ersetzen Gildemeister, Loewe und Zapf Creation, die in den MDAX aufsteigen. Weiterhin werden aus dem SDAX herausgenommen AdCapital, Grammer, Hymer, K&M Möbel, Kässbohrer, Plettac, Schnigge, Schuler, WMF und Wünsche; diese Unternehmen verlassen das Qualitätssegment SMAX. Surteco wird aus dem SDAX herausgenommen, da der Streubesitz unter 20 Prozent gefallen ist.

Im Zuge der Umstellung der Aktienindexfamilie auf das Kriterium Streubesitz hat die Deutsche Börse eine erste Szenario-Rangliste der Unternehmen gewichtet nach Streubesitz veröffentlicht. Die Daten bieten eine erste Orientierungshilfe für Emittenten und Investoren, sind aber noch nicht Grundlage für eine Indexentscheidung. Die am Mittwoch veröffentlichten Streubesitz-Daten können sich im Zuge möglicher Kapitalmaßnahmen ändern oder durch Beteiligungsverkäufe, die ab Januar 2002 steuerfrei möglich sind.

Die Entscheidung über mögliche Indexveränderungen auf Basis des Streubesitzes fällt für die Indizes SDAX und NEMAX 50 erstmals im Mai 2002 auf Grundlage der dann aktuellen Rangliste. Mögliche Änderungen werden dann zum Juni 2002 umgesetzt. DAX und MDAX werden regulär im August 2002 überprüft. Die nächste Streubesitz-Rangliste veröffentlicht die Deutsche Börse für den Januar 2002.

Quelle:http://deutsche-boerse.com/cgi-bin/framez.exe?FS@/INTERNET/E…




Wie schon gesagt Primacom bleibt drin.
Ciao Kamischke
Interaktives Fernsehen: Microsoft darf doch dabei sein


Charter Communications, viertgrößter Kabelnetz-Betreiber in den USA, wird in Zukunft Microsoft-Software für das Angebot von interaktivem Fernsehen nutzen. Damit erobert der Redmonder Konzern den Zugang zu einer Kudenbasis von sieben Millionen Zuschauern und sichert sich ein einige Marktanteile in dem Bereich. Ein entsprechender Vertrag wurde von Microsofts Abteilung für Interactive Television abgeschlossen und stellt für den Softwarekonzern einen Erfolg nach einigen Rückschlägen dar. So hatte beispielsweise zu Beginn des Jahres der Telekommunikationskonzern AT&T seine Pläne zur Zusammenarbeit mit den Redmondern zurückgezogen und war zu einem Konkurrenten gewechselt. Der Verlust traf besonders hart, da der Softwarekonzern im Vorfeld fünf Milliarden Dollar in die Zusammenarbeit investiert hatte.

Charter will seinen Kunden im Rahmen der neuen Partnerschaft ein Premium-Paket anbieten, in dem neben dem Kabel-TV-Anschluss auch Video-on-Demand, weiterführende Informationen zu Sendungen und ein Breitbandzugang zum Internet enthalten ist. Einige Nutzer können den Dienst bereits testen. Der Start für den gesamten Kundenstamm soll Anfang des nächsten Jahres erfolgen. Der Netzbetreiber arbeitet neben Microsoft mit Liberate zusammen. Die Liberate-Vorstände geben sich jedoch gelassen. Es wurde damit gerechnet, dass das Geschäft irgendwann einmal mit Microsoft geteilt werden muss. Schließlich ist der Chef von Charter der Microsoft-Mitbegründer Paul Allen.

Quelle:http://de.internet.com/artikel/index.jsp?2009971

Ciao Kamischke
Kartellamt: Momentan kein grünes Licht für Fusion UPC/PrimaCom
Düsseldorf (vwd) - Das Bundeskartellamt hat bestätigt, dass es den geplanten Zusammenschluss der Fernsehkabelnetzbetreiber UPC und PrimaCom nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht genehmigen würde. Ein Sprecher der Bonner Behörde wies aber am Donnerstag darauf hin, dass die Überprüfung des Fusionsvorhabens noch bis zum 15. Dezember laufe und es sich bei der ablehnenden Haltung noch nicht um eine endgültige Entscheidung handele. Unter den gegebenen Umständen würde ein Zusammenschluss nach Ansicht der Wettbewerberhüter allerdings zur Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung führen, was kartellrechtlich ein Untersagungsgrund wäre.



Daher hätten die United Pan-Europe Communication NV (UPC), Amsterdam, und die PrimaCom AG in Mainz Ende August eine Abmahnung des Kartellamtes erhalten. Falls die Unternehmen aber nachweisen können, dass ungeachtet einer Ausweitung der marktbeherrschenden Stellung auf anderen Märkten Wettbewerbsverbesserungen eintreten, welche die Nachteile der verstärkten Dominanz überwiegen, könnte die Fusion trotzdem freigegeben werden. Dies wäre beispielsweise durch Aufrüstung des Fernsehkabels für Ortsnetztelefonie denkbar. Die UPC hält bislang 25 Prozent an der am Neuen Markt notierten PrimaCom und will den mittelständischen Kabelnetzbetreiber mehrheitlich übernehmen, um ihn mit ihrer Tochtergesellschaft EWT/TSS zu fusionieren.

(mehr/vwd/stm/sei)

8. November 2001, 14:22

PrimaCom AG: 625910
ich kann den standpunkt des kartellamtes im moment nur schwer nachvollziehen. ich habe vor ca. 1 monat mit einem co-autor eines bekannten standardwerkes über diese thematik gesprochen und er teilte meine meinung.

das kartellamt moniert den horizontalen zusammenschluss zweier netzebene-4-betreiber. im hintergrund spielt auch eine indirekte, vertikale verflechtung mit liberty eine rolle (!).

wenn das kartellamt mit seiner restriktiven haltung das externe wachstum von kabelnetzbetreibern hemmt, ist das angesichts der sehr kapitalintensiven aufrüstungen durchaus ein problem.

da dieser standpunkt - insbesondere in anbetracht des wettbewerbes durch satellit, telefon- und zukünftig evt. auch stromleitung wettbewerb möglich ist - volkswirtschaftlich ineffizient ist, müsste hier m.e. eine ministererlaubnis greifen (da muss ich aber selbst nochmal nachlesen, denn das gab es bisher nur in wenigen fällen).

ich habe im moment leider wenig zeit, werde aber wahrscheinlich heute abend meinen standpunkt strukturiert und detailliert darlegen, damit jeder mitreden kann.

meryll.



p.s.: es obliegt primacom und ewt, den nachweis zu erbringen, daß z.b. im bereich der ortsnetze durch das angebot von telefonie über kabel wettbewerbsverbessernde bedingungen geschaffen werden (abwägungsklausel). callahan konnte diesen nachweis bei der genehmigung der übernahme von netcologne erbringen !
Merryll, hier in Deutschland werden den Kabelnetzbetreibern viele Freiheiten eingeräumt, die sie etwa in den USA nie bekommen würden.

Ein Beispiel wäre etwa der Unbundled Access zu (aufgerüsteten) Kabelnetzen, damit andere Internet Provider ein konkurrierendes HighSpeed Internet-Angebot via TV-Kabel realisieren können. In den USA ist dies eine Auflage der Regulierungsbehörde.

Auch in Holland will die Regierung dies möglicherweise vorschreiben.

Primacom kennt dies im gewissen Sinne ja bereits von Multikabel, wo die Internet Operationen nicht von Multikabel selber, sondern von Sonera entwickelt wurden. Im Sommer hatte Primacom dann Soneras Internet Operationen (Quicknet) akquiriert.


Stoiber hat unlängst (sinngemäß) gesagt, er plädiere dafür, die neuen Besitzern der deutschen Kabelnetze (Liberty, Callahan etc.) nicht mit zu harten Auflagen zu verschrecken. Denn nachdem das Potential der TV-Kabelnetzinfrastuktur in Deutschland die letzten Jahre nur einseitig für die Fernsehübertragung genutzt wurde, ist es zu begrüßen, daß Investoren bereit sind, in den Ausbau der Kabelnetzinfrastruktur in Deutschland zu investieren.

Genau in diese Richtung geht auch der Tenor des Bundeskartellamtes: Führen Fusionen und Übernahmen auf dem Kabelmarkt dazu, daß als Folge einer durchgeführten Aufrüstung der Kabelnetze der Wettbewerb in anderen Bereichen gesteigert wird, dann ist man bereit, bei den kartellrechtlichen Auflagen für das klassische Fernsehgeschäftes ein Auge zuzudrücken (damit die Unternehmen ihre Investitionen auch leichter refinanzieren können).

Das ist eine weise und kluge Entscheidung, die auch dem öffentlichen Interesse enspricht. Bereits in der Vergangenheit wurde dem Bundeskartellamt stets eine gute Arbeit attestiert. (zur Arbeit der RegTP kann man das seit dem Präsidentenwechsel dagegen nur eingeschränkt sagen).


Krisenmanager
Callahan (ish) etwa hat mit den bisherigen Aktivitäten in Deutschland ganz klar gezeigt, daß man auf die zügige Aufrüstung des Kabels setzt und somit den Wettbewerb in anderen Bereichen (Telefonie + Internet) steigert.



Wäre es dagegen im öffentlichen Interesse, wenn Übernahmen/Fusionen auf dem dt. Kabelmarkt primär nur zu einer Ausweitung der Gebietsmonopole (bzw. marktbeherrschenden Stellung in den jeweiligen Regionen) führen würden, eine Netzaufrüstung nur sehr langsam erfolgen und der aus den Kabeloperationen realisierte Cash Flow/Gewinn dann für die Operationen im Ausland verwendet würde? Im Fall Callahan beisp. Spanien und Belgien. Im Fall Primacom Multikabel.

Wohl kaum!
Kartellamt: Momentan kein grünes Licht für Fusion UPC/PrimaCom

Düsseldorf (vwd) - Das Bundeskartellamt hat bestätigt, dass es den geplanten Zusammenschluss der Fernsehkabelnetzbetreiber UPC und PrimaCom nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht genehmigen würde. Ein Sprecher der Bonner Behörde wies aber am Donnerstag darauf hin, dass die Überprüfung des Fusionsvorhabens noch bis zum 15. Dezember laufe und es sich bei der ablehnenden Haltung noch nicht um eine endgültige Entscheidung handele. Unter den gegebenen Umständen würde ein Zusammenschluss nach Ansicht der Wettbewerberhüter allerdings zur Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung führen, was kartellrechtlich ein Untersagungsgrund wäre.



Daher hätten die United Pan-Europe Communication NV (UPC), Amsterdam, und die PrimaCom AG in Mainz Ende August eine Abmahnung des Kartellamtes erhalten. Falls die Unternehmen aber nachweisen können, dass ungeachtet einer Ausweitung der marktbeherrschenden Stellung auf anderen Märkten Wettbewerbsverbesserungen eintreten, welche die Nachteile der verstärkten Dominanz überwiegen, könnte die Fusion trotzdem freigegeben werden. Dies wäre beispielsweise durch Aufrüstung des Fernsehkabels für Ortsnetztelefonie denkbar. Die UPC hält bislang 25 Prozent an der am Neuen Markt notierten PrimaCom und will den mittelständischen Kabelnetzbetreiber mehrheitlich übernehmen, um ihn mit ihrer Tochtergesellschaft EWT/TSS zu fusionieren.

Quelle:http://www.vwd.de/news/unternehmen/322430.html


Kartellamt: Momentan kein grünes Licht für Fusion... (zwei)

Der bisherige Standpunkt des Kartellamtes, wonach die geplante Fusion eine beherrschende Stellung auf dem TV-Kabelmarkt verstärkten würde, ist auch von Bedeutung für ein noch weitaus größeres Geschäft, das der Behörde zur Prüfung vorliegt - der Verkauf von zwei Dritteln des Kabelnetzes der Deutschen Telekom AG an den US-Konzern Liberty Media Corp aus Englewood/Colorado. Dieser ist indirekt an UPC beteiligt. Damit ergibt sich die Frage, inwieweit Liberty schon Einfluss auf die so genannte Netzebene 4 des Kabels ausübt, wie die Leitungsabschnitte von den Verteilernetzen zu den Hausanschlüssen bezeichnet werden.



Auch das Netz der Telekom umfasst teilweise diese "letzte Meile", über die rund drei der zehn Millionen angeschlossenen Haushalte direkt ans Kabel angebunden sind. Unterstellt, Liberty übte bereits Einfluss auf die Netzebene 4 aus, könnte in Kombination mit der Infrastruktur des Bonner Ex-Monopolisten eine Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung vorliegen. Das wiederum könnte den Verkauf gefährden, von dem die Telekom rund 5,5 Mrd EUR erwartet. Das Geld fließt erst mit Abschluss des Deals. Die Telekom will es zum Abbau ihrer hohen Schulden verwenden.



Das Kartellamt hat noch bis zum 5. Januar Zeit, das Geschäft zu untersuchen. Sein Sprecher sagte, Liberty habe keine Abmahnung erhalten. Man sei mitten in der Prüfung. Unproblematisch wäre das Geschäft, wenn bei Liberty kein Einfluss auf die Netzebene 4 festgestellt würde. Dann handelte es sich um einen bloßen Übergang einer marktbeherrschenden Stellung von einem Unternehmen zum anderen auf der übergeordneten Netzebene 3, was kartellrechtlich keine Hürde bedeuten würde. Dieser Fall war beim Verkauf des übrigen Telekom-Kabels an die Investoren Callahan und Klesch gegeben.

+++ Stefan Paul Mechnig

Quelle:http://www.vwd.de/news/unternehmen/322659.html

Ciao Kamischke
Aus der FTD vom 9.11.2001 http://www.ftd.de/liberty
Libertys Kabelpläne werden durch Kartellverfahren gefährdet
Von Lutz Meier, Berlin, und Guido Warlimont, Hamburg

Der US-Konzern Liberty-Media, der künftig den größten Teil der Fernsehkabelnetze der Deutschen Telekom kontrolliert, muss damit rechnen, bei seinem Vorhaben vom Bundeskartellamt erheblich eingeschränkt zu werden.

Die Behörde prüft derzeit den Zusammenschluss zweier weiterer Kabelnetzbetreiber, der Firmen Primacom und der deutschen Tochter des niederländischen Kabelkonzerns UPC, die eine Fusion planen. Diesem Zusammenschluss steht das Amt bereits kritisch gegenüber. Sollte es ihn untersagen, stünde auch das Geschäftsmodell von Liberty in Frage.

Primacom und UPC hätten bislang auf eine Abmahnung des Kartellamts von Ende August nicht reagiert, bestätigten am Donnerstag Verantwortliche der Behörde. Wenn die beiden Partner nicht in kurzer Zeit neue Argumente vorlegten, müsste die Fusion untersagt werden - die Entscheidungsfrist des Kartellamts wurde bereits mehrfach verlängert. Eine solche Untersagung würde wahrscheinlich auch Liberty betreffen - das an UPC beteiligt ist.



Unruhe im Kartellamt


Denn Liberty plant, sich zusätzlich zu den Verbreitungsnetzen (der so genannten Netzebene 3) verstärkt in die Zuleitungen zu den Kunden einzukaufen (die Netzebene 4), die bislang noch oft von mittelständischen Firmen betrieben werden. Eine Konzentration auf diesem Markt würde auch das Vorhaben von UPC und Primacom auslösen, was das Kartellamt beunruhigt.


Berater von Liberty betrachten das UPC/Primacom-Verfahren deswegen schon seit längerem mit Argusaugen. Würde das Kartellamt hier die kleinteiligen Strukturen auf der Netzebene 4 für sakrosankt erklären, hätte auch Liberty mit seinen Aufkaufplänen keine Chance. "Wenn wir die Märkte so abgrenzen, werden wir sie im Liberty-Fall nicht anders abgrenzen", sagt ein Kartellbeamter. Ohne die Möglichkeit, auf der Netzebene 4 zu expandieren, könnte Liberty wahrscheinlich aus dem Vertag mit der Telekom wieder aussteigen.


Aber noch muss der US-Investor nicht aufgeben. Erstens versichert Primacom, man werde die verlangten Unterlagen nachreichen. Die Verzögerung habe nur damit zu tun, dass die Konzerne ihre Fusion zunächst verschoben hatten. Ein Sprecher sagte, man stehe im Kontakt mit dem Kartellamt. Es solle dargelegt werden, dass UPC und Primacom gemeinsam ihre Kabelnetze aufrüsten wollten. Dann würden Konkurrenzangebote zur Telekom für das Telefonieren und den Internetzugang möglich. "Dem Kartellamt muss dargestellt werden, wo Wettbewerb geschaffen wird", sagte der Sprecher. In diesem Fall könnte das Kartellamt wegen der so genannten "Abwägungsklausel" im Kartellrecht das Geschäft trotz seiner wettbewerbsmindernden Auswirkung in einem anderen Markt erlauben. Einige Kartellbeamte sind hierzu offenbar unter Umständen bereit.


Auf jene Klausel hofft auch Liberty in seinem Verfahren. Der Konzern argumentiert, nur mit beiden Netzebenen in einer Hand sie das Kabelgeschäft wirtschaftlich zu betreiben.



© 2001 Financial Times Deutschland

Quelle:http://www.ftd.de/tm/me/FTDGQEI3STC.html?nv=hptn

Ciao Kamischke
Hier sind meine bisherigen Überlegungen was kartellrechtliche Dinge angeht. Ich habe sicherlich nicht mehrere Monate Zeit gehabt wie die Jungs vom BKartA. Ich halte mich aber an die typische Vorgehensweise und ich denke, daß auch Laien in diesem Board in der Lage sind, die ganze Sache mit "gesundem Menschenverstand" nüchtern und sachlich zu beurteilen.



Um die kartellrechtliche Zulässigkeit von Zusammenschlüssen zu prüfen, muß zunächst der sog. relevante Markt (räumlich, zeitlich und sachlich) abgegrenzt werden.


Kauf der DTAG-Kabelnetze durch Liberty Media:
- Kartellrechtliche Implikationen:


a) Wettbewerb im Markt für Kabelfernsehübetrgragung an Privatkunden: Durch die Addition von Gebietsmonopolen ändert sich NICHTS, da der Kabelkunde i.d.R. weder vorher noch nachher die Wahl zwischen verschiedenen Kabelanbietern hat.

b) Wettbewerb im Markt für Kabeleinspeisung von Programmen: Bisher hatten wir ein Marktgleichgewicht zwischen Kabel und Programmanbieter. Alleine aufgrund der fortschreitenden Integration der Netzebenen 2-4 erhöht sich m.E. die Marktmacht auf Seiten der Kabelnetze, da der Wettbewerb zwischen Ebene 2 und 4 wegfällt und sich die gesamte Wertschöpfungskette ab Ebene 2 mit fortschreitender Integration in einer Hand befindet. Liberty Media erhält durch den Zugriff auf ca. 50% der Kabelhaushalte - dadurch würde das Machtgleichgewicht kippen. Die Telekom selbst darf die Kabelnetze nicht behalten und somit auch nicht aufrüsten (Verfügung durch Europäische Kommission).

c) Wettbewerb im Markt für Durchleitung von Signalen: [...]

d) Wettbewerb im Markt für Ortsnetztelefonie:
Vorher: Praktisch kein Wettbewerb. Nachher: Liberty hat vor, die Kabelnetze aufzurüsten. Fraglich ist, ob eine Aufrüstung auf 510MHz ausreicht um Telefonie anzubieten. Wenn ja müsste die Abwägungsklausel (GWB §36I) greifen, da die Wettbewerbsverbesserung in diesem Fall überwiegt. Die Beweislast liegt beim Unternehmen !


Rechtsfolge: Genehmigung unter der Auflage, daß Telefonie-Dienstleistungen angeboten und Teile des erworbenen Netzes an andere Marktteilnehmer (z.B. Callahan, Klesch...) verkauft werden müssen. Liberty würde die Kabelgebiete, in denen sie schon indirekt an Ebene-4-Netzbetreibern beteilligt ist behalten.



Fusion EWT/Primacom

a) Wettbewerb im Markt für Kabelfernsehübetrgragung an Privatkunden: kein Unterschied. s.o.

b) Wettbewerb im Markt für Kabeleinspeisung von Programmen: Vertikale Integration führt zu einer Verschiebung des Machtgleichgewichtes zu Lasten der Programmanbieter.

c) Wettbewerb auf der Ebene der Durchleitung von Signalen: [...]

d) Wettbewerb im Markt für Ortsnetztelefonie: s.o.
Ich zitiere an dieser Stelle aus KAMISCHKE`s Posting:
Erstens versichert Primacom, man werde die verlangten Unterlagen nachreichen. Die Verzögerung habe nur damit zu tun, dass die Konzerne ihre Fusion zunächst verschoben hatten. Ein Sprecher sagte, man stehe im Kontakt mit dem Kartellamt. Es solle dargelegt werden, dass UPC und Primacom gemeinsam ihre Kabelnetze aufrüsten wollten. Dann würden Konkurrenzangebote zur Telekom für das Telefonieren und den Internetzugang möglich. "Dem Kartellamt muss dargestellt werden, wo Wettbewerb geschaffen wird", sagte der Sprecher. In diesem Fall könnte das Kartellamt wegen der so genannten "Abwägungsklausel" im Kartellrecht das Geschäft trotz seiner wettbewerbsmindernden Auswirkung in einem anderen Markt erlauben. Einige Kartellbeamte sind hierzu offenbar unter Umständen bereit.




Den Wettbewerb im Markt für die Durchleitung von Signalen vermag ich mangels Sachkenntnis nicht zu beurteilen, denn ich weiß nicht inwiefern z.B. EWT und Primacom Durchleitungen auf den Netzebenen 2 und 3 an Dritte anbieten. Auch habe ich bisher weder Zeitz noch Muße gehabt um das sog. Gruppenmachtkonzept bzw. kritische Konzentrationsgrade zu berücksichtigen, wonach Marktteilnehmer nicht nur einzeln für sich betrachtet werden, sondern auch Gruppen von Marktteilnehmern.



@krisenmanager
Was Du meinst ist die "essential facillity doctrine". So was gibt es bei uns leider auch. Sh. Durchleitung von Strom...
AT&T hatte, wenn ich mich richtig erinnere Probleme mit der FCC und sollte auch Content von Fremdanbietern durchleiten. Was daraus geworden ist weiß ich nicht mehr (ich stieg damals kurz nach der TCI-Übernahme bei AT&T ein und bin vor längerer Zeit mit ordentlichem Gewinn rausgegangen..).
Andererseits sind die Amerikaner wesentlich effizienzorientierter. Ihre Wettbewerbspolitik zeugt deutlich von einer "Laissez-faire"-Denkweise á la Chicago-School bei der man sich weitgehend auf die "Selbstheilungskräfte" der freien Marktwirtschaft verlässt. Effizienzkriterien spielen dort eine wesentlich größere Rolle. Das GWB berücksichtigt leider nur Effizienz durch Wettbewerb. Der Rechtsweg "Ministererlaubnis" sorgt hier für mehr Flexibilität - wie weit diese geht hängt von der Politik ab - und welcher Bundeskanzler hat sich in Deutschland jemals mehr um die volkswirtschaftliche Effizienz gekümmert als Gerhard Schröder? (sh. z.B. Novellierung des Übernahmegesetzes).
Anders ausgedrückt: das deutsche Kartellrecht hat lediglich die Aufgabe den Wettbewerb zu schützen, u.a. da Wettbewerb zu effizientem Handeln zwingt. Dabei wird berücksichtigt, daß weniger Wettbewerb in einem Markt u.U. zu mehr Wettbewerb in einem anderen Markt führt. Fälle, in denen unter Hinnahme von Monopolen mehr Effizienz erreicht wird, die theoretisch (!) alleine durch potentiellen Wettbewerb an den Kunden weitergegeben werden, werden nicht durch das deutsche Kartellrecht abgedeckt - dafür ist die Ministererlaubnis da.

Zweifellos wird die stärkere Berücksichtigung von Effizienzkriterien tendenziell auch in Europa durchsetzen! Dafür sorgt schon die Globalisierung.

Gruss, Meryll.
Merryll, ich meinte schon wirklich den Unbundled Access zu Kabelnetzen bezogen auf Internet Provider und nicht allgemein auf Content.

Ist technologisch viel komplizierter als die Entbündelung bei klassischen Telefonnetzen, wo einfach die Teilnehmeranschlußleitung am Hauptverteiler abgeklemmt und an die Konkurrenz vermietet wird.

Entbündelung zu Kabelnetzen wurde in den USA kontrovers diskutiert und von der FCC für die Time Warner Kabelnetze als Auflage für die Fusion mit AOL vorgeschrieben, um freie ISPs im Wettbewerb nicht zu diskriminieren.

aktuelles Beispiel:

http://biz.yahoo.com/bw/011108/80211_1.html

EarthLink Launches High-Speed Internet Service in Houston Over Time Warner Cable

(...)



http://biz.yahoo.com/bw/011108/82290_1.html

AOL High-Speed Broadband Service Launches in Houston On Time Warner Cable

D.h. Kabelkunden in den Netzen von Time Warner können zwischen verschiedenen HighSpeed Internet Providern wählen.
Zwischen Road Runner (als traditonellem Angebot von Time Warner), Earthlink als Alternativ-ISP und vielleicht zusätzlich noch AOL als weiteres Angebot.


Krisenmanager
Düsseldorf (vwd) - Das Bundeskartellamt hat bestätigt, dass es den geplanten Zusammenschluss der Fernsehkabelnetzbetreiber UPC und PrimaCom nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht genehmigen würde. Ein Sprecher der Bonner Behörde wies aber am Donnerstag darauf hin, dass die Überprüfung des Fusionsvorhabens noch bis zum 15. Dezember laufe und es sich bei der ablehnenden Haltung noch nicht um eine endgültige Entscheidung handele. Unter den gegebenen Umständen würde ein Zusammenschluss nach Ansicht der Wettbewerberhüter allerdings zur Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung führen, was kartellrechtlich ein Untersagungsgrund wäre.



Daher hätten die United Pan-Europe Communication NV (UPC), Amsterdam, und die PrimaCom AG in Mainz Ende August eine Abmahnung des Kartellamtes erhalten. Falls die Unternehmen aber nachweisen können, dass ungeachtet einer Ausweitung der marktbeherrschenden Stellung auf anderen Märkten Wettbewerbsverbesserungen eintreten, welche die Nachteile der verstärkten Dominanz überwiegen, könnte die Fusion trotzdem freigegeben werden. Dies wäre beispielsweise durch Aufrüstung des Fernsehkabels für Ortsnetztelefonie denkbar. Die UPC hält bislang 25 Prozent an der am Neuen Markt notierten PrimaCom und will den mittelständischen Kabelnetzbetreiber mehrheitlich übernehmen, um ihn mit ihrer Tochtergesellschaft EWT/TSS zu fusionieren.
Kartellamt: Liberty soll Kabelnetze schneller zum Telefonnetz ausbauen

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das Bundeskartellamt drängt den US-Konzern Liberty Media , die Kabelfernsehnetze schneller als bislang geplant zum Telefonanschluss auszubauen und so für Wettbewerb auf diesem Markt zu sorgen. "Das wäre in positiver Aspekt", sagte Kartellamt-Chef Ulf Böge der "Süddeutschen Zeitung (SZ)" (Freitagausgabe). Liberty plane laut "SZ" mit weniger als einer Millionen Telefon-Kunden bis 2010.

Böge setzt auf mehr Konkurrenz beim Telefon, das auf der so genannten "letzten Meile", sprich beim direkten Zugang zum Kunden, fast immer noch "monopolartig" von der Deutschen Telekom beherrscht werde. Mehr Wettbewerb würden die neuen Kabelbetreiber in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bringen. Die Betreiber Klesch und Callahan würden die Fernsehkabel rasch zu Telefonleitungen erweitern, berichtet die "SZ". Liberty Media habe dagegen dem Kartellamt mitgeteilt, man betrachte deren Ausbaupläne als "wirtschaftlich sehr riskant".

Quelle:siehe link ein Thread tiefer

Ciao Kamischke
Nochmal ein Nachtrag der Vollständigkeit halber:

In den USA ist auch der Begriff "Open Access" anstatt des Begriffs "Unbundling" üblich.

Denn wie schon in meinem vorherigen Posting erwähnt, kann aufgrund der Charakteristik des TV-Kabels als "shared medium" hier nicht einfach eine Entbündelung wie im Telefonnetz durch Abklemmen am Hauptverteiler erfolgen.

In Europa ist ein solcher Open Access, damit auch die TV-Kabel-Kunden Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Cable Modem ISPs haben, noch nicht vorgeschrieben. Unter Umständen werden hier aber die Niederlande einen Vorstoß machen. Längerfristig könnte auch die EU einen Open Access vorschreiben, da es eigentlich wenig Gründe gibt, die letze Meile der nationalen Telefonkonzerne und die der
marktbeherrschenden Kabelnetzbetreiber verschiedenartig zu regulieren.

Da in Deutschland Open Access (bzgl. ISPs) überhaupt kein Thema ist, haben die dt. Kabelnetzbetreiber hier sehr viele Freiheiten, die sie in den USA nicht bekommen würden.

Aus strategischer Sicht muß Open Access übrigens nicht unbedingt zum Nachteil der Kabelnetzbetreiber sein. Schließlich zahlen die ISPs für die Nutzung der Kabelnetzinfrastruktur und beteiligen sich so an den Infrastrukturkosten. Vielleicht würden sie sonst die letzte Meile des nationalen Telefonanbieters anmieten.

Dieses Postings ist übrigens ein gute Gelegenheit, nochmal auf die Frage einzugehen, wieso ich überhaupt Primacom verfolge: Weil die TV-Kabelindustrie (insbesondere im Hinblick auf die Nutzungsmöglichkeiten für Telekommunikation), Internet Access und Aspekte der Regulierung eines meiner Interessengebiete sind.

Krisenmanager



Cox ist in den USA einer der Betreiber, der auch stark auf Telefonie setzen will.

http://biz.yahoo.com/rf/011106/n06338260_1.html

Tuesday November 6, 12:13 pm Eastern Time
Cox starts high-speed trials with AOL, EarthLink
ATLANTA, Nov 6 (Reuters) - Cable operator Cox Communications Inc. (NYSE:COX - news) on Tuesday said it has begun a high-speed access trial with EarthLink Inc. (NasdaqNM:ELNK - news) and AOL Time Warner Inc.`s (NYSE:AOL - news) AOL delivering services over its cable lines in El Dorado, Arkansas.

Cox said it began installing cable modems at the homes of 50 Internet users in late September and completed the installations last week. The trials, which were originally announced in April, will last about six months and is Cox`s first open access trial using multiple Internet service providers (ISPs).

AOL Time Warner has also started trials in several markets, offering Internet access from EarthLink and AOL over its cable lines.




http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel94299.php

09.11.2001

"Das wäre ein positiver Aspekt"

<b>Kartellamt drängt Liberty Media zu Wettbewerb beim Telefon </b>

Was heute noch wie eine Vision klingt, sollte in vielen Regionen
eigentlich schon längst Realität sein: Das Fernsehkabel wird zur
Telefonleitung, die Deutsche Telekom bekommt starke Konkurrenz. So sah
das Szenario aus, das der Konzern vor wenigen Jahren selbst entwarf.
Die Telekom kündigte damals an, ihre Kabelfernsehnetze mit knapp 20
Millionen versorgten Haushalten zu verkaufen.

Das TV-Kabel werde von den neuen Inhabern schnell zum Multimedianetz
ausgebaut, prophezeite der Konzern. 2001 gebe es bereits zwei Millionen
Telefonanschlüsse via Kabel, 2005 wären es gar sechs Millionen.
Geschehen ist kaum etwas. Die Telekom beherrsche das Telefongeschäft
auf der "letzten Meile", beim direkten Zugang zum Kunden, mit fast 40
Millionen Anschlüssen fast immer noch "monopol-artig", sagt das
Bundeskartellamt.

Der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Ulf Böge, gibt die Hoffnung auf
mehr Wettbewerb beim Telefon trotzdem nicht auf. Immerhin haben die
neuen Kabel-Betreiber in Hessen (Klesch), Baden-Württemberg und
Nordrhein-Westfalen (Callahan) angekündigt, die Netze nun rasch zur
Telefonleitung zu erweitern. Nur der US-Konzern Liberty Media, der den
großen Rest der Telekom-Netze übernehmen will, zögert noch. Man
betrachte die Ausbaupläne von Klesch und Callahan als "wirtschaftlich
sehr riskant" und wolle deshalb "vorsichtig" an das Telefongeschäft
herangehen, teilte Liberty dem Kartellamt mit.

Ausbau des Kabels

Der US-Konzern kalkuliert mit weniger als einer Million Telefon-Kunden
bis 2010. Eine so schwache Konkurrenz hatte nicht einmal die Telekom
erwartet. Doch nicht alle Aussagen, die am Anfang eines
Kartell-Verfahrens zu hören seien, hätten am Ende Bestand, betont Böge
im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Sein Amt prüft das Kabel-
Engagement von Liberty, gegen das es in der Medienbranche viele
Bedenken gibt und die den Wettbewerbshütern geläufig sind.

Der US-Konzern will sich nicht mit den vielen Telekom-Netzen begnügen;
er plant über nahe stehende Unternehmen den Zugriff auf noch mehr
Kunden und will weitere Kabelbetreiber aufkaufen (die SZ berichtete).
Zudem besitzt der weltweit tätige Mediengigant anders als die Telekom
eigene TV- Sender. Diese Kombination könnte dazu führen, dass Liberty
beim Kabelfernsehen eine Machtfülle erlangt, die über die schon
marktbeherrschende Stellung der Telekom hinausgeht. "Wir prüfen das,
wir haben uns aber noch nicht festgelegt", sagt Böge.

Auswahl für die Kunden

Sollte das Kartellamt zu dem Ergebnis gelangen, der Wettbewerb beim
Kabel werde weiter eingeschränkt, dann müsste das nach Angaben von Böge
nicht automatisch mit einer Untersagung enden. Das Kartellamt würde
abwägen, welche Folgen das Engagement von Liberty für die verschiedenen
Märkte hat. "In diesem Fall müsste Liberty nachweisen, dass in anderen
Bereichen Wettbewerb entsteht, der den Nachteil der noch größeren
Marktbeherrschung beim Kabelfernsehen überwiegt."

Ein schnellerer Ausbau der Kabelstränge zur Telefon-Leitung wäre solch
ein "positiver Aspekt", hebt Böge hervor. Mit anderen Worten: Mehr
Wahl-Freiheit für die Telefon-Kunden in Deutschland hätte größere
kartellrechtliche Freiräume für Liberty beim Kabel zur Folge. Der
Präsident des Kartellamtes hat aber noch weitere Anliegen: Böge will
erreichen, dass die einzelnen Kabelbetreiber ihre Kupfer- und
Glasfaserleitungen für die Konkurrenz öffnen.

Callahan könnte dann die eigenen Programm-Pakete und Multimedia-
Dienste auch den Kunden von Liberty anbieten - und umgekehrt. Was bei
der Bahn und in der Strombranche ansatzweise funktioniere, nämlich die
Mitbenutzung der Netze durch die Konkurrenz, müsse auch beim Kabel
möglich sein. "Wir brauchen einen diskriminierungsfreien Zugang zu den
Netzen, sonst ist kein Wettbewerb möglich", verlangt der Chef des
Kartellamtes. "Wenn die Durchleitung funktioniert, dann ist die
Gebiets-Abgrenzung aufgehoben."

Klaus Ott
Um mal eines klarzustellen: das BKartA kann Primacom niemals dazu zwingen ihre Netze zu öffnen. Das gibt das GWB schlichtweg nicht her. Hier handelt es sich nur um Geplänkel und Säbelrasseln seitens des Kartellamtspräsidenten. Allenfalls die Bundesregierung oder die EU können entsprechende Richtlinien erlasssen. Gerade dies ist jedoch, mild ausgesdrückt, unwahrscheinlich, denn die Kabelnetze müssen, anders als im Stromsektor, kostenintensiv aufgerüstet werden. Die Digitalisierung der Inhalte ist politisch so gewollt (ab 2010 soll es nur noch Digitalfernsehen geben - so will es die Bundesregierung). Wenn die Kabelnetzbereiber die Kosten und vor allem das unternehmerische Risiko dafür tragen müssen, so steht ihnen auch entsprechende Prämien zu. Gebietsmonopole (die eigentlich keine sind, denn es gibt schliesslich für die einzelnen Applikationen separat betrachtet Satelliten und Telefonleitungen als Konkurrenz)könnten in diesem Fall mit Patenten verglichen werden. Patente dienen schliesslich der Schaffung zeitlich befristeter künstlicher Monopole als Anreiz für Innovationen und Investitionen.


Bei der Fusion Primacom/EWT kann das BKartA die Öffnung der Netze sicherlich zur Auflage machen, jedoch würden in diesem Falle die Beteilligten ganz einfach auf ein Zusammengehen verzichten - schliesslich ist die ganze Transaktion unter Effizienzgesichtspunkten längst nicht so wichtig. Wenn Primacom nachweist, daß im Gegenzug im Bereich der Ortsnetztelefonie Wettbewerb geschaffen wird, und die Auswirkungen auf das Marktergebnis in anderen Bereichen überwogen wird, stellt sich auch dieses Problem nicht mehr.
Callahan hat die (heute nicht mehr vorgesehene) Akquisition des Ebene-4-Betreibers Net Cologne mit dieser Begründung beim Kartellamt genehmigt bekommen - und dabei ist Callahan gegenüber Programmanbietern wie RTL, SAT1, PRO7, Premiere bedeutend marktmächtiger als Primacom !
Arcor steigt aus dem Richtfunk-Geschäft aus


(dpa-AFX) Das Telekommunikationsunternehmen Arcor AG&Co., Eschborn, plant den Ausstieg aus der Richtfunk-Tochter Arctel. Wie Arcor-Chef Harald Stöber gegenüber dem Handelsblatt (Montagausgabe) sagte, wird die Tochtergesellschaft spätestens zum 31.3.2002 aufgelöst, wenn sich bis dahin kein Kooperationspartner findet. Stöber halte dies allerdings für sehr unwahrscheinlich.

"Das Geschäft rechnet sich nicht", begründete Stöber den Ausstieg. Die Arcor-Entscheidung folge einer Kette von Insolvenzen und Problemen mehrerer Start-up-Unternehmen, die auf die Richtfunktechnik zur Überbrückung der letzten Meile zum Kunden gesetzt hatten. Von der Arctel-Schließung seien 60 der insgesamt 8900 Arcor-Mitarbeiter betroffen, berichtet die Zeitung.

Auf direkte Telefon- und Internetanschlüsse per Richtfunk habe vor zwei Jahren auch Viag Interkom gesetzt, die heute als BT Ignite firmierten. "Dieses Produkt hat die Hoffnungen nicht erfüllt", sagte dort ein Sprecher. Richtfunk stehe auf dem Prüfstand, eine Entscheidung sei bei BT Ignite aber noch nicht gefallen.

Quelle:http://de.internet.com/artikel/index.jsp?2010034

Ciao Kamischke
Deutsche Bank verkauft Großteil von Telecolumbus an Liberty

Frankfurt, 13. Nov (Reuters) - Die Deutsche Bank will den Großteil ihres Kabelnetz-Anbieters Telecolumbus an den US-Medienkonzern Liberty Media verkaufen. Dabei gehe es um insgesamt 1,4 der deutschlandweit 2,2 Millionen Telecolumbus-Anschlüsse, teilte die Deutsche Bank am Dienstag weiter mit. "Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sind also nicht in dem Paket enthalten", sagte ein Deutsche-Bank Sprecher. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Die Transaktion muss noch von den Regulierungsbehörden genehmigt werden.

DB Investor, in der die Industriebeteiligungen der Deutschen Bank gebündelt sind, soll den Angaben zufolge einen zwölfprozentigen Anteil an der neuen Liberty Kabel Deutschland GmbH erhalten.

Quelle:http://www.sharper.de


Liberty Media bekommt ein Stück letzte Meile


Liberty-Chef John Malone hat wieder mal seinen Willen bekommen: Nicht nur, dass er in Deutschland 1,4 Millionen Kabel-Hausanschlüsse besitzen wird. Obendrein beteiligt sich die Deutsche Bank an der deutschen Liberty-Tochter. Zwar haben die Amerikaner in Deutschland einen Marktanteil von 40 Prozent, doch das letzte Stück Kabel zum Hausanschluss fehlte. Der Liberty-Deutsche Bank-Deal ist ein Test, ob das Kartellamt den Expansionplänen von Liberty wohl gesonnen ist. Die Zustimmung könnte dem Aktienkurs Auftrieb verleihen.

Quelle:http://www.sharper.de

Ciao Kamischke
Sky sucht Gespräch mit Liberty über Kooperation in Deutschland

London, 02. Nov (Reuters) - Die Satelliten-TV-Gruppe Sky Global von Rupert Murdoch plant Gespräche mit John Malone über eine Kooperation in Deutschland, nachdem dessen Liberty Media die regionale TV-Kabelnetze von der Deutschen Telekom kaufen will. "Wir werden sicherlich in den nächsten Wochem mit John Malone sprechen, um herauszufinden, was wir gemeinsam machen können", sagte Murdoch, Chairman der Sky-Konzern-Mutter News Corp , am Freitag nach der Hauptversammlung der News-Corp-Tochter BSkyB . Die britische BSkyB ist mit 22 Prozent an der deutschen KirchPayTV[KRCH.UL] beteiligt. Murdoch und Malone arbeiten bereits seit langem zusammen. Malone hält derzeit 18 Prozent an News Corp.

Quelle:http://www.sharper.de
FOKUS 1 - Deutsche Bank verkauft Telecolumbus-Teile an Liberty

Frankfurt, 13. Nov (Reuters) - Die Deutsche Bank will den Großteil ihres Kabelnetz-Anbieters Telecolumbus an den US-Medienkonzern Liberty Media verkaufen. Dabei gehe es um insgesamt 1,4 der deutschlandweit 2,2 Millionen Telecolumbus-Anschlüsse, teilte die Deutsche Bank am Dienstag weiter mit. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen seien nicht in dem Paket enthalten. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Die Transaktion muss noch von den Regulierungsbehörden genehmigt werden. Bereits im September hatte Liberty den Kauf von sechs Kabelgesellschaften der Deutschen Telekom für 5,5 Milliarden Euro angekündigt, der aber auch noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden muss. Damit wäre Liberty bereits der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland. Die Aktien der Deutschen Bank stiegen am Vormittag.

DB Investor, in der die Industriebeteiligungen der Deutschen Bank gebündelt sind, soll den Angaben zufolge einen zwölfprozentigen Anteil an der neuen Liberty Kabel Deutschland GmbH (LKDG) erhalten. "Diese Transaktion bündelt die Telecolumbus-Anteile mit den Anteilen, die wir von der Deutschen Telekom kaufen wollen und erhöht damit die Reichweite unseres künftigen Netzwerkes", heißt es in einer Stellungnahme von Liberty-Chef Robert Bennet. DB-Investor-Chef Axel Pfeil betonte, dass LKDG die regionale Telekolumbus-Expertise mit der internationalen Erfahrung von Liberty verbinde.

Analysten beurteilten den Verkauf gelassen. "Telecolumbus war eindeutig keine strategische Beteiligung, sondern ein reines Finanzinvestment, dass mit Gewinn weiterverkauft werden sollte", sagte Dieter Hein vom Credit Lyonnais in Frankfurt. Auch wenn keine Zahlen genannt worden seien, könnte davon ausgegangen werden, dass die Deutsche Bank bei der Transaktion einen Gewinn erzielt hat. Die Deutsche Bank hatte Telecolumbus zum 1. Juli 1999 für 1,45 Milliarden DM von RWE und Veba gekauft.

Liberty Media will nach früheren Angaben die Kabelnetze in Deutschland modernisieren, so dass Kunden digital eine Vielzahl von Programmen empfangen und auch Multimedia-Dienste nutzen können. Nach den regionalen Kabelnetzen der Telekom sichert sich Liberty Media mit der Übernahme der Telecolumbus-Netze die direkte Verbindung zu deren Endkunden.

Die Aktien der Deutschen Bank lagen am Vormittag mit gut 2,2 Prozent im Plus bei 71,05 Euro. Der Dax notierte zur gleichen Zeit gut 1,5 Prozent fester.

Quelle:http://www.sharper.de
Nochmal die vollständige Reutersmeldung.

FOKUS 1 - Deutsche Bank verkauft Telecolumbus-Teile an Liberty

Frankfurt, 13. Nov (Reuters) - Die Deutsche Bank will den Großteil ihres Kabelnetz-Anbieters Telecolumbus an den US-Medienkonzern Liberty Media verkaufen. Dabei gehe es um insgesamt 1,4 der deutschlandweit 2,2 Millionen Telecolumbus-Anschlüsse, teilte die Deutsche Bank am Dienstag weiter mit. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen seien nicht in dem Paket enthalten. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Die Transaktion muss noch von den Regulierungsbehörden genehmigt werden. Bereits im September hatte Liberty den Kauf von sechs Kabelgesellschaften der Deutschen Telekom für 5,5 Milliarden Euro angekündigt, der aber auch noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden muss. Damit wäre Liberty bereits der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland. Die Aktien der Deutschen Bank stiegen am Vormittag.

DB Investor, in der die Industriebeteiligungen der Deutschen Bank gebündelt sind, soll den Angaben zufolge einen zwölfprozentigen Anteil an der neuen Liberty Kabel Deutschland GmbH (LKDG) erhalten. "Diese Transaktion bündelt die Telecolumbus-Anteile mit den Anteilen, die wir von der Deutschen Telekom kaufen wollen und erhöht damit die Reichweite unseres künftigen Netzwerkes", heißt es in einer Stellungnahme von Liberty-Chef Robert Bennet. DB-Investor-Chef Axel Pfeil betonte, dass LKDG die regionale Telekolumbus-Expertise mit der internationalen Erfahrung von Liberty verbinde.

Analysten beurteilten den Verkauf gelassen. "Telecolumbus war eindeutig keine strategische Beteiligung, sondern ein reines Finanzinvestment, dass mit Gewinn weiterverkauft werden sollte", sagte Dieter Hein vom Credit Lyonnais in Frankfurt. Auch wenn keine Zahlen genannt worden seien, könnte davon ausgegangen werden, dass die Deutsche Bank bei der Transaktion einen Gewinn erzielt hat. Die Deutsche Bank hatte Telecolumbus zum 1. Juli 1999 für 1,45 Milliarden DM von RWE und Veba gekauft.

Liberty Media will nach früheren Angaben die Kabelnetze in Deutschland modernisieren, so dass Kunden digital eine Vielzahl von Programmen empfangen und auch Multimedia-Dienste nutzen können. Nach den regionalen Kabelnetzen der Telekom sichert sich Liberty Media mit der Übernahme der Telecolumbus-Netze die direkte Verbindung zu deren Endkunden.

Die Aktien der Deutschen Bank lagen am Vormittag mit gut 2,2 Prozent im Plus bei 71,05 Euro. Der Dax notierte zur gleichen Zeit gut 1,5 Prozent fester. mwo/sam
Telekom-Konkurrenten wollen in Deutschland 20 Mrd. Mark weniger investieren

Rund 20 Mrd. DM werden die Wettbewerbsunternehmen in den nächsten Jahren in Deutschland nicht mehr investieren. Diese Einschätzung gab Joachim Dreyer, Präsident der Interessenvertretung der Telekom-Konkurrenten in Deutschland VATM, heute auf der Euroforum-Jahrestagung in Königswinter bei Bonn ab. Der VATM vertritt 50 große deutsche TK-Unternehmen, die zusammengenommen mit 44 Mrd. DM nur knapp 90 Prozent des Umsatzes der Deutschen Telekom erwirtschaften.

Aufgrund der erschwerten Marktzugangsbedingungen zögen sich laut Dreyer eine Reihe von Investoren wie beispielsweise die Schweizer Swissscom aus dem deutschen Markt teilweise zurück. Insbesondere beim Direktanschluss im Ortsnetz verbuchen die Wettbewerber mit 0,8 von 45 Mio. Anschlüssen lediglich einen Marktanteil von 1,6 Prozent. Bei DSL gebe es damit de facto heute immer noch keinen Wettbewerb.

Nach Untersuchungen von Prof. Thorsten Gerpott, von der Gerhard-Merkator-Universität Duisburg, sind alternative Zugangsnetze, welche die Kupfer-Anschlüsse der Deutschen Telekom im Ortsnetz ablösen auf mittlere Sicht in Deutschland auch nicht auszumachen. So haben sich Richtfunk-Anbieter wie Callino, Firstmark oder Arctel bereits aus dem Markt verabschiedet.
Dienste über Kabelnetze sind laut Gerpott nicht vor 2004 zu erwarten und Glasfaseranschlüsse allenfalls für größere Geschäftskunden interessant. Auch die TK-Angebote über das Stromkabel (Powerline) sind technisch und wirtschaftlich noch längst nicht marktreif und auch die UMTS-Mobilfunkzugänge werden nur schmalbandig (128 bis 144 Kbit/s) zur Verfügung stehen.

Zudem würden sie als fester Anschluss für die Datenübertragung im Vergleich zum Festnetz-Anschluss zu teuer sein. Immerhin sind nach Gerpotts Beobachtungen die Preise für Standardfestverbindungen (SFV) bei der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr um bis zu 50 Prozent gefallen. Bei den schmalbandigen Verbindungen (64 Kbit/s) fiel der Preisrückgang mit minus 4,2 Prozent bei den Standard-Preisen dabei deutlich geringer aus als bei den Breitband-Verbindungen, die in der Spitze bis zu 49,5 Prozent gefallen sind.

Quelle:http://de.internet.com/marketing/artikel/index.jsp?2010114

Ciao Kamischke
UPC erhöht Nettoverlust im dritten Quartal/Höhe derzeit unklar

Amsterdam (vwd) - Der niederländische Kabelnetzbetreiber United Pan-Europe Communications NV (UPC), Amsterdam, hat für das dritte Quartal einen gesteigerten Nettoverlust ausgewiesen, zu dessen Höhe jedoch widersprüchliche Angaben gemacht. Das Unternehmen bezifferte den Nettoverlust in einer Pressemitteilung vom Mittwoch mit 696 Mio EUR, zeigte in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung jedoch ein Minus von 711,4 Mio EUR. UPC verzeichnete in der Vorjahresperiode einen Fehlbetrag von 639,5 Mio EUR. Ein Unternehmenssprecher sagte auf Anfrage, er müsse sich erkundigen, welche der Zahlen korrekt sei. Der Umsatz erreichte im Berichtszeitraum 342,4 (257,9) Mio EUR, blieb jedoch unter den 357 Mio EUR, die im Vorquartal erzielt worden waren.



CEO John Riordan sagte in einer Stellungnahme, er werde wahrscheinlich "in nächster Zeit" eine Restrukturierung der Unternehmensbilanz vornehmen. Die Nettoverschuldung der UPC per Ende September lag nach Unternehmensangaben bei 8,2 Mrd EUR. Zugleich verfügte UPC über liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere von 894 Mio EUR. Das Unternehmen wiederholte ferner, es erwarte im nächsten Jahr ein positives EBITDA zu erreichen.

Quelle:http://www.vwd.de/news/tmt/326503.html

Ciao Kamischke

PS: Den Vergleich braucht Primacom wahrlich nicht zu scheuen. :)
Euronext: UPC-Aktien erhalten Penalty Listing wg Überschuldung

Amsterdam (vwd) - Euronext Amsterdam hat am Mittwoch den Handel mit Aktien der United Pan-Europe Communications NV (UPC), Amsterdam, bis 11.00 Uhr MEZ vom Handel ausgesetzt und ein so genanntes Penalty Listing für das Unternehmen angekündigt, nachdem der Wert des Unternehmens negativ geworden ist. UPC hatte berichtet, dass die Verbindlichkeiten des Unternehmens das Aktienkapital per Ende September um 740,2 Mio EUR übersteigt.
Ein Penalty Listing bedeutet, dass der Handel in Aktien des betreffenden Unternehmens normal ausgeführt wird, die Aktionäre jedoch gewarnt sind, dass sich das dahinter stehende Unternehmen in finanziellen Problemen befindet.
Wenn UPCs Aktienkapital nicht zu einem positiven Wert zurückfindet, kann die UPC-Aktie binnen drei Monaten aus dem AEX-Index entfernt werden.

Quelle:http://www.vwd.de/news/tmt/326466.html


Ciao Kamischke
FTD : Deutsche Bank-Kabelsparte TeleColumbus ist 1,5 Mrd Euro wert 14.11 2001
12:56:24

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kabelsparte der Deutschen Bank , TeleColumbus, soll nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) vom Mittwoch rund 1,5 Milliarden Euro wert sein. Die Zeitung beruft sich bei ihren Angaben auf Unternehmenskreise.

Käufer des Kabelgeschäfts ist der US-Medienkonzern Liberty Media , der sich bislang aber nicht zu einem Preis äußern wollte. Die Deutsche Bank hatte TeleColumbus im Jahr 1999 von RWE und VEW für 800 Millionen Euro gekauft. Das Paket umfasst die Kabelanschlüsse in sieben Bundesländern, die den Zugang zu 1,4 Millionen Haushalten ermöglichen.

Quelle:http://www.fimatex.de/05_research/marketnews/shownews.asp?sn…

Ciao Kamischke
@alle

um vielleicht mal wieder etwas Leben in diesen Thread zu bringen folgende Frage:

Welchen Sinn soll angesichts der immer offenkundigeren Finanzprobleme von UPC eine Fusion von Primacom mit deren Tochter EWT machen?

(Ich gebe zu, schon aus der Formulierung kann man erkennen, daß ich keinen rechten Sinn mehr sehe.)

Ich freue mich auf kontroverse Meinungen.

bis denne
Noch ein kleiner Nachtrag:

Presse: Deutsche Bank-TV Kabelsparte ist 1,5 Milliarden Euro wert


Die Kabelsparte der Deutschen Bank, TeleColumbus, soll nach Informationen der `Financial Times Deutschland` rund 1,5 Milliarden Euro wert sein. Die Zeitung beruft sich bei den Angaben auf Unternehmenskreise. Käufer des Kabelgeschäfts ist der US-Medienkonzern Liberty Media, der sich bislang aber nicht zu einem Preis äußern wollte. Die Deutsche Bank hatte TeleColumbus im Jahr 1999 von RWE und VEW für 800 Millionen Euro gekauft. Das Paket umfasst die Kabelanschlüsse in sieben Bundesländern, die den Zugang zu 1,4 Millionen Haushalten ermöglichen.

Nach Angaben von Liberty Media handelt es sich um Netze der Ebene 4 in den sechs Regionen, für die Liberty Media vor kurzem eine Vereinbarung über den Erwerb der Kabelnetze der Deutschen Telekom AG abgeschlossen hat, sowie um Netze in Hessen. Der Vorvertrag zwischen Liberty Media und DB Investor sieht vor, dass DB Investor mit bestimmten Einschränkungen 12 Prozent der Anteile an Liberty Kabel Deutschland GmbH (LKDG) übernehmen wird. Dafür müssen aber einige Vorbedingungen erfüllt sein. Dazu zählt die Genehmigung durch das Bundeskartellamt, der Abschluss der Transaktion zwischen Liberty Media und der Deutschen Telekom.

Liberty Media Corporation hält weltweit Beteiligungen an Anbietern von Videoprogrammen sowie an Kommunikations-, Technologie- und Internetunternehmen. Zu den wichtigsten Vermögenswerten gehören unter anderem Beteiligungen an AOL Time Warner, Telewest Communications, Motorola und der Sprint PCS Group.

Quelle:http://de.internet.com/artikel/index.jsp?2010143

Ciao Kamischke
@mikojan

nur kurze Antwort zu Deiner Frage, da ich momentan nicht sehr viel Zeit habe.

UPC hat zu viele teure Akquisitionen auf Kredit durchgeführt und direkt mit Cash bezahlt, was zu der hohen Verschuldung geführt hat. Z.B. Kauf von @Entertainment (größter Kabelnetzbetreiber Polens für > 1 Mrd. Dollar im Sommer 1999) und weitere Netzbetreiber in Osteuropa.

Die Strategie von UPC im operativen Geschäft, d.h. Triple Play mit Ortsnetz-Telefonie (Priority Telecom) und einer eigenen pan-europäischen Internet-Plattform (chello) war hingegen goldrichtig. Dies wird allgemein von Marktbeobachtern anerkannt und ist auch der Grund, wieso Liberty Media an UPC so interessiert ist. Im Vergleich zu Primacom ist UPC meilenweit voraus. Problem ist allerdings die aus den teuren Akquisitionen zu Börsenboomzeiten resultierende schlechte Kapitalstruktur (Überschuldung), da somit der in der Praxis generierte Cash Flow gleich wieder für Zinszahlungen draufgeht.

Sollte UPC die Verschuldung umstrukturieren, dann wird sich die Lage schlagartig ändern. Nach Umstrukturierung
der Schulden entsteht ein gesundes Unternehmen (neuer paneuropäischer Cable-Superstar) und die Marktkapitalisierung könnte wieder über $10 Milliarden USD liegen.

Meine Einschätzung liegt hier ziemlich konform mit der von YoMan_in_Amsterdam im UPCOY Msg.Board bei Yahoo. Wir waren auch beide zeitgleich UPC-Aktionäre und sind beide Ende 1999 zu früh ausgestiegen, da wir die Bewertung für ausgereizt hielten.


Bei Primacom ist die Sache aus fundamentaler Sicht übrigens ähnlich. Der Kauf von Multikabel war glatter Overkill, völlig unabhängig davon, daß das Multikabel-Netz nicht unattraktiv ist. Eine Umstrukturierung der Bilanzstruktur (Kredite) würde zu einer Explosion des Börsenwertes führen. Denn dann stände der aus dem operativen Geschäft generierte Cash Flow wieder für Investitionen (anstatt weitgehend nur für Zinszahlungen) zur Verfügung. Schliesslich sind bei Primacom noch sehr viele Investitionen notwendig, die die europäischen und internationalen Peers schon hinter sich haben.

In einer New Primacom, die die Kraft hat zu investieren und zu wachsen, wäre ich als Investor sofort dabei. Aber nicht bei der aktuellen Bilanzstruktur gekoppelt mit dem derzeitigen Primacom-Management, von dem ich wenig halte.


Krisenmanager
Sehe einige Punkte etwas anders:

Mark Schneider, der Ex-CEO von UPC und Sohn von Gene Schneider, Vorstand bei der Mutter UGC, hat eine sehr ungeschickte Akquisitionspolitik verfolgt. Damit einhergehend führte dies dazu, daß nach dem Platzen der Spekulationsblase heute eine Unterdeckung in der Bilanz von UPC steht, da die Aktiva nicht mehr von den Passiva gedeckt werden.
Primacom jedoch hat, für jeden anhand der entsprechenden Informationen in der Bilanz des GJ 2000 und in den Quartalsberichten nachvollziehbar, eine sehr vorsichtige Akquisitonspolitik betrieben. In Abhängigkeit der Akzeptanz von ANALOG-TV wurden 500 bis 550 Euro je analogen KabelKUNDEN nur auf der Netzebene 4 ausgegeben. Damit wurde das gezahlt, was andere Kabelunternehmen in Deutschland auch zahlen würden oder haben. Angesichts der Tatsache, das jeder analoge Kabelkunde grob 100 Euro Umsatz und 50 Euro Ertrag einbringt sind die gezahlten Preise vernünftig, wenn nicht sogar sehr günstig. Für jeden DigitalKUNDEN wurde bei der Multikabel-Akquisition 1250 Euro ausgegeben. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in den Niederlanden keine zerklüftete Netzstruktur wie bei uns besteht. Jeder Multikabel-Kunde wird von der Kopfstation bis zur Anschlussdose versorgt (Netzebenen 2-4) zudem ist das Multikabel-Netz vollständig aufgerüstet. Das Pro-Kopf-BSP in NL ist mit dem in D vergleichbar. Die Akzeptanz von Internet und Digital-TV ist zudem wesentlich höher.

Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum der Kauf von Multikabel "glatter Overkill" sein soll.

Auch kann ich nicht nachvollziehen, warum nach einem Zusammenschluss von Primacom und EWT absolut gesehen sich per sé die Innenfinanzierungskraft signifikant verbessern sollte. Nur die Verschuldung pro KabelHH sinkt - und damit langfristig die Refinanzierungskosten.

Wie dem auch sei - der Markt spiegelt die Skepsis von Krisenmanager (oder eine wie auch immer geartete (Markt-)Unsicherheit) wieder. Das Sentiment in PCAG ist trotz der, im europaweiten Vergleich sehr guten Fundamentaldaten und einem positiven EBITDA von immerhin rd. 80 Mio. Euro, nach wie vor negativ. Sowohl die Ankündigung als auch die (Fast-)Absage der Fusion wurden paradoxerweise mit heftigen Kursabschlägen quittiert.

Angesichts der Tatsache, daß es Primacom bisher versäumt hat, dem BKartA darzulegen, daß man vor habe im Bereich der Ortsnetztelefonie für Konkurrenz zu sorgen, gehe ich davon aus, daß hier im Vorfeld in der Tat erhebliche Probleme mit Aktionären bzw. der Aktionärsstruktur auf beiden Seiten bestehen. Andererseits wären die möglichen Vorteile einer Fusion nicht von der Hand zu weisen:
Zum einen könnten durch die gemeinsame Entwicklung neuer Kabelangebote und Einkauf von Inhalten Kosten gespart werden. Auch im Bereich der allgemeinen Verwaltung und Marketing könnten Kosten eingespart werden.


meryll.
Europäischer Digital-TV-Standard setzt sich in den USA durch


Der europäische Digital-TV-Standard Multimedia Home Platform (MHP) steht weltweit vor dem Durchbruch. Das amerikanische Cablelabs entschied sich am Dienstag (Ortszeit) in New York als erstes großes Kabelnetzbetreiberkonsortium für die Softwareplattform MHP. Das erklärte der MHP-Mitinitiator Ulrich Reimers, Professor an der Technischen Universität Braunschweig, im Gespräch mit dem `Manager Magazin Online`.

"Am Dienstag ging eine Periode intensiver Gespräche mit Cablelabs in den USA erfolgreich zu Ende. Nun ist der vom DVB-Projekt entwickelte MHP-Standard für die Kabelnetze in den USA festgesetzt", so Reimers weiter gegenüber dem Magazin. MHP ist eine Softwareplattform, die von dem Projekt Digital Video Broadcasting (DVB) entwickelt wurde, um interaktives Fernsehen zu ermöglichen. Die Softwareplattform wird auf Digital-Boxen oder in Fernsehgeräten eingesetzt. Die Kernelemente von MHP liefert Sun Microsystems. Damit hat sich der Softwarehersteller gegen seinen Wettbewerber Microsoft durchgesetzt. Microsoft versucht seinerseits, in dem künftigen Milliardenmarkt digitales Fernsehen Fuß zu fassen.

MHP ist in Deutschland schon Konsens

In Deutschland haben sich bereits die Fernsehsender RTL, ARD, ZDF, die Kirch-Gruppe mit ProSieben, Kabel 1, Sat.1 sowie Premiere und die Landesmedienanstalten auf MHP geeinigt. Uneinig waren sich die Sender bislang noch mit dem US-Kabelnetzbetreiber Liberty Media, der von der Deutschen Telekom Kabelnetze gekauft hat und MHP bislang ablehnte. Eine Einigung mit Liberty Media auf den Standard MHP ist nach dem Entschluss in den USA abzusehen, da auch Liberty-Media-Chef John Malone dem Cablelabs-Konsortium angehört.

Das DVB-Projekt ist ein Zusammenschluss von Medienunternehmen, Geräteherstellern, Kabelnetzbetreibern und Softwarehäusern aus 35 Ländern der Welt. In Europa war Reimers am Institut für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig federführend an der Entwicklung des gemeinsamen Standards beteiligt. Cablelabs vereinigt zahlreiche Kabelnetzbetreiber in Nord- und Südamerika, darunter auch AT&T Broadband, Comcast und Northern Cablevision.

Quelle:http://de.internet.com/artikel/index.jsp?2010165

Ciao Kamischke
@meryll:
dto!!!!

@mikojan:
Du hast privat zwei Mietshäuser und du bist auch entsprechend bei deiner Privatbank (z.B.SPARDA) verschuldet.
Aber ein Haus soll als eine Sacheinlage für deine neue Unternehmung dienen, denn schließlich will deine andere Bank (z.B.Deutsche Bank), die deine neue Unternehmung finanzieren soll, eine Sicherheit für die Bereitstellung liquider Mittel.

Nun meine Gegenfrage:
Was interessiert die Deutsche Bank wieviel Schulden du bei der Sparda hast?

wine
@winetrader

das wird die Bank, welche das Unternehmen finanzieren soll (z.B. DB) m.E. schon interessieren, da sich meine Privatbank (z.B. Sparda) garantiert auf meinem Mietshaus besichert hat (Grundpfandrechte in dem Falle). Ergo wäre die Sacheinlage weniger Wert (Verkehrswert abzüglich Grundpfandrecht) und zudem erstrangig belastet. Sinn macht die Sache erst, wenn über die Sachwerte uneingeschränkt verfügt werden könnte (z.B. eines der beiden Häuser wäre unbelastet), da gebe ich Dir Recht. In dem Sinne spielen meine privaten Schulden also schon eine Rolle.

Oder liege ich da völlig daneben?

p.s. mir fehlen etwas die Erfahrungswerte für die Besicherung von solchen Beteiligungsgeschichten, aber die Bank will doch auf jeden Fall etwas im Notfalle auch liquidierbares als Sichehreit haben

bis denne
@krisenmanager

vielen Dank für die schlüssige Darstellung. Deine Argumentationsweise hat was. Ich bin weiter am nachdenken.

bis denne
@mikojan


Mikojan, ich verstehe im Moment weder Deine Sichtweise noch Deinen Standpunkt.

Im Einzelnen:
1. In Posting #47 bezweifelst Du den Sinn einer PCAG/EWT-Fusion. Als Grund bringst du die Verschuldungssituation bei UPC an. Diese wäre allerdings höchstens ein BEHINDERUNGSGRUND. SINN macht die ganze Sache ökonomisch gesehen trotzdem, oder? -umso trauriger ist dann leider, daß die Fusion schon seit Monaten auf wackeligen Füssen stand und möglicherweise längst als gescheitert anzusehen ist.

2. In Deinem Posting #53 wirst Du präziser und schreibst, daß der 100%-ige Anteil an EWT von den UPC-Banken besichert sei (oder nimmst dies hypothetisch an), und daß diese im Falle einer Fusion keinen direkten Zugriff mehr hätten und bei einer Insolvenz von UPC Schwierigkeiten bei der Liquidierung hätten.

Wenn UPC ihre Tochter EWT mit Primacom vereint, so erhält sie nach dem gegenwärtigen Stand 52% an der "New PrimaCom AG". Die Aktien der "New PrimaCom AG" werden zumindest an der Frankfurter Wertpapierbörse, dem XETRA-System und an der NASDAQ handelbar sein. Also wo genau siehst Du die Schwierigkeiten ?
Aufgrund der, mit einer Fusion natürlicherweise einhergehenden Effizienzvorteile ist der 52%-Anteil an der NPCAG zudem eher mehr Wert als der 100%-Anteil an EWT und der 25%-Anteil an Primacom. Auch der ist besicherbar.



Verstehe mich bitte nicht falsch, Mikojan, es geht mir jetzt nicht darum eine Contra-Position zu beziehen. Möglicherweise hast Du Recht, denn Deine Sichtweise steht vielleicht sogar im Einklang mit verschiedenen Statements aus der Presse ("UPC-Banken wollen Fairness-Gutachten abwarten...", "veränderte Marktbedingungen", "wesentlich schlechtere Börsenbewertung der Primacom seit Ankündigung der Fusion im Frühjahr" ).

Also denke bitte nach, strukturiere Deinen Ansatz und erkläre es mir bzw. uns. Danke im Voraus. :)


Meryll.
Liberty plant Einstieg bei PREMIERE World


HAMBURG (dpa-AFX) - Liberty Media plant den Einstieg in den Pay-TV-Sender der KirchGruppe PREMIERE World. Wie dpa am Donnerstag aus Verhandlungskreisen erfuhr, will Liberty dafür den Anteil von Rupert Murdochs News Corp. übernehmen. Die Gespräche stehen nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern kurz vor dem Abschluss.

News Corp. ist über ihre Tochter BSkyB mit 22,03 an PREMIERE World beteiligt. Liberty hat von der Deutschen Telekom AG rund 60 Prozent der deutschen Kabelnetze übernommen. Der Kauf steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden.

Liberty-Chef John Malone befindet sich derzeit zu Verhandlungen in Deutschland. Auf seinem Programm steht auch ein Gespräch mit Leo Kirch in München.

Quelle:http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news_popup.htm?id=…

Ciao Kamischke
Kirch: Beteiligung nicht im Vordergrund der Gespräche mit Malone 15.11 2001
13:22:11

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die KirchGruppe hat Gespräche mit Liberty Media bestätigt. Bei den Verhandlungen am Donnerstag in Berlin mit Kabel-Aufkäufer John Malone sei es um die Erörterung möglicher Kooperationen zwischen Liberty Media und den Free-TV- und Bezahlsendern der KirchGruppe gegangen, sagte ein Kirch-Sprecher am Donnerstag.

Die Gespräche seien "sehr konstruktiv und sehr positiv" verlaufen. Der Wunsch Libertys an einer Beteiligung an Premiere World habe nicht im Vordergrund gestanden. Er stehe auch für die KirchGruppe nicht im Vordergrund.

Nach Brancheninformationen nahmen an dem Gespräch unter anderem Leo Kirch selbst und sein Vize Dieter Hahn teil. In Branchenkreisen hieß es, ein Einstieg Malones bei Premiere World werde sicherlich kartellrechtliche Fragen aufwerfen. Liberty hat von der Deutschen Telekom AG rund 60 Prozent der deutschen Kabelnetze übernommen. Der Kauf steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden.


Quelle:http://www.fimatex.de/05_research/marketnews/shownews.asp?sn…

Ciao Kamischke
Kreise: Deutschlandzentrale von Liberty kommt nach München

München (vwd) - Die Zentrale der deutschen Tochter des US-Medienunternehmens Liberty Media Corp, Englewood, wird nach München kommen. Über die Standortfrage der Tochter, der Liberty Kabel Deutschland GmbH, werden sich am Freitag der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber und Liberty-Chairman John Malone in Berlin verständigen, erfuhr vwd am Donnerstag aus gut informierten Kreisen. Als Favoriten für die deutsche Tochter des Medienunternehmens galten bislang München und Berlin. Liberty Media ist einer der drei Kabelnetzbetreiber, der nach der Entscheidung der EU-Wettbewerbskommission zur Entflechtung des deutschen Marktes unter anderem Netzkapzitäten von der Deutschen Telekom erworben hatte.

Quelle:http://www.vwd.de/news/unternehmen/328395.html

Ciao Kamischke
@Meryll

also erstmal möchte ich Dir sagen, daß Deine Postings immer sehr ausgewogen und sachlich rational in der Bewertung und von hohem Informationsgehalt sind, das schätze ich sehr. Darüber hinaus bin ich auch über konträre Meinungen nicht gram, manchmal versteigt man sich eben auch auf einen Irrweg und braucht mal einen Denkanstoß um weiterzukommen.


Nun zum Thema:

Ausgangspunkt aller Überlegungen: Wie wird sich der Kurs der pcag entwickeln. Mit der Frage nach dem Sinn der Fusion meinte ich präziser eigentlich die nach den Auswirkungen auf den Kurs bzw. zu erwartende Kurssteigerungen (war wohl in #47 etwas mißverständlich formuliert), nicht nach dem Sinn der Fusion an sich.

zu 1.) Sicherlich ist die Verschuldungssituation bei UPC kein Ver- sondern maximal ein Behinderungsgrund. Die Frage ist nur, wer "zieht den kürzeren" dabei. PCAG oder UPC (über den Umweg EWT) - und das ist im Endeffekt m.E. vorrangig eine Frage des Preises, also der Bewertung der Partner (quasi Fusion oder eben doch Übernahme). Droht nicht ein gewisses ausbluten des gesünderen Partners zu Gunsten des angeschlagenen? UPC hätte den mehrheitlichen Einfluß auf die npcag. Über den globalen ökonomischen Sinn der Fusion an sich habe ich keine gegenteilige Ansicht, das paßt schon.

zu 2.) Die Betrachtung in #53 ist hypothetischer Natur, ausgehend von einer "unteilbaren" Sacheinlage (am Beispiel der Immobilie mit Pfandrecht, welches "Krisenmanager" ins Spiel brachte), was ja ein Aktienpaket nun beileibe nicht ist. Die Banken der UPC hätten auf dem Anteil der UPC an der npcag natürlich weiterhin die Hand drauf, der Handelbarkeit des freefloat tut das ja natürlich keinen Abbruch.

Von den Vermögensverhältnissen her gilt UPC als überschuldet, liquiditätsmäßig dagegen ist UPC (noch) in der Lage alle Verbindlichkeiten zu bedienen. Die Fusion pcag/EWT macht also strategisch für eher für UPC als Eigner der EWT Sinn, weil somit Zugriff auf die Vermögenswerte der pcag möglich wird (höhere Bewertung der stillen Reserven des dann npcag-Aktienpaketes).

Ich habe also nur hinsichtlich der Sinnhaftigkeit der Fusion in Bezug auf den Aktienkurs der npcag Bedenken, nicht bezüglich der Bankensicht auf die Liquidierbarkeit von deren Sicherheiten. Das kam falsch rüber.

Überwiegen die Vorteile in Bezug auf Größe und Skaleneffekte oder schlagen die Nachteile der UPC Verschuldung durch. Das ist der Kern meiner Überlegungen.

Nächster Punkt: Braucht Liberty noch die pcag bezüglich Ebene 4, oder ist Malone mit dem Telekolumbus Paket der DB schon satt? Oder reicht Liberty im Falle der Fusion der Einfluß auf die New Primacom via 52% UPC-Anteil schon aus.

ich freue mich auf Meinungsäußerungen

bis denne
@mikojan:
Es ist weder ein Verhinderungs- noch ein Behinderungsgrund. Esblutet auch keiner aus!
Du hast mit deinem posting #53 bereits alles beantwortet.
Je nach Verschuldungsgrad gibt es cash.
Wenn du viel Liquidität haben willst kannst du der Bank keine hoch oder überhöht verschuldete Sacheinalge geben.
In unserem Beispiel kann es aber der DB egal sein. Denn ihre Auszahlung richtet sich nach dem Wert den du einbringst.
Das läuft bei Pc und UPC nicht anders.
Pc kann es egal sein wie es bei UPC Holland oder sonst wo aussieht. Deine Frage ist in einem UPC-board besser aufgehoben.
Ich erkenne nicht der Sinn der aktuellen Diskussion.
Diese „New Primacom“ wäre finanziell eigenständig und mit eigenen Mitteln ausgestattet.

Anders ist es beim Mitspracherecht durch eine über 50%-ige Beteiligung.
Inwieweit die jetzige Strategie erhalten bleibt ist natürlich fraglich, denn der „spirit“ von Malone wird sicherlich bei UPC schon kräftig Einzug gehalten haben.

Welche Aktionen auf welche Weise Einfluß auf den Kurs nehmen könnte?
Darüber sollte man keinen Gedanken verschwenden.
Das läuft doch nicht nach logischen Gesichtspunkten.

wine
@winetrader

irgendwie hast Du recht, die Diskussion bringt im Augenblick nichts, da die gegenwärtige Entwicklung nicht mehr logischen Aspekten folgt. Ich habe nur versucht, mir ein paar Gedanken zu machen, was passieren könnte. Aber trotzdem vielen Dank für Deine Bemühungen.

Ich denke, im Augenblick ist die Luft raus, bis zum Jahresende wird nicht mehr viel passieren. Bewegung werden wir erst nach der Entscheidung des Bundeskartellamtes wegen des liberty-deals sehen.

Ich bleibe aber bei pc investiert, mittelfristig wird sich da was tun.

bis denne
Liberty Media will 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen

BERLIN/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der US-Konzern Liberty Media will durch seinen Einstieg in den deutschen Kabelmarkt mindestens 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Wie Liberty-Chef John Malone und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) am Freitag in Berlin erklärten, soll die deutsche Firmenzentrale des Medienkonzerns in München angesiedelt werden.

Außerdem sollen drei weitere Regionalzentren an zunächst nicht genannten Orten entstehen. Liberty Media hatte Anfang September für 5,5 Milliarden Euro (knapp 10,8 Milliarden DM) in bar, Aktien und Anleihen sechs Kabelnetzregionen der Deutschen Telekom gekauft.

AUF EINEM SCHLAG ZUM GRÖSSTEN KABELNETZBETREIBER

Falls das Bundeskartellamt dem Geschäft zustimmt, würde Liberty mit dann zehn Millionen Kunden auf einen Schlag größter Kabelnetzbetreiber in der Bundesrepublik. Die Entscheidung soll Anfang Januar fallen.

Malone erklärte, "die Dichte an Fernsehsendern und Internetfirmen" sowie die "zentrale Rolle Bayerns im europäischen IT-Geschäft" seien ausschlaggebend gewesen für die Standortwahl München. Wie viele der Arbeitsplätze in der bayerischen Landeshauptstadt entstehen, steht noch nicht fest: Nach Angaben von gotoBavaria, der Medien-Agentur des Freistaats, soll die genaue Struktur erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Liberty will das Kabelnetz für interaktive TV-Anwendungen, Telefonie und Hochgeschwindigkeitszugänge ins Internet erschließen.

Quelle:http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news_popup.htm?id=…


Ciao Kamischke
Liberty setzt seinen Weg unbeirrt fort

Liberty macht offenbar ernst. Wie die Nachrichtenagentur "Reuters" erfahren hat, will Liberty-Chef John Malone Anteile an dem Kirch-Bezahlsender "Premiere" von Rupert Murdochs Medienkonzern News Corporation übernehmen. Dadurch hätte Malone Zugang zum Programm-Archiv der Kirch-Gruppe. Seine erworbenen deutschen Kabelnetze würden mit den notwendigen Inhalten angereichert werden. Nur die Kartellbehörden können die Pläne von Malone noch verhindern.

Liberty würde mit dem Einstieg bei dem defizitären Bezahlsender "Premiere" seine Einkaufstour in Deutschland fort setzen. Zunächst erwarb Malone sechs regionale Kabelgesellschaften der Telekom. Zwei Drittel der Telekomkabelnetze enden aber an den Grundstücksgrenzen. Mit dem jüngsten Erwerb von Telecolumbus-Teilen, einem Anbieter auf der so genannten "letzten Kabelmeile", wurde diese Schachstelle beseitigt. Mit dem Premiere-Deal würde Malone nun einen besseren Zugang zu Leo Kirchs Programmarchiv bekommen, hätte Inhalte für seine Kabelnetze.

Liberty-Chef John Malone, Foto: Liberty Media

Bezahlfernsehen und Kartellamt sind Unsicherheitsfaktoren

Langfristig will Liberty seinen Kunden nämlich digitales Multimediafernsehen anbieten. Die Kunden bekämen dann eine Vielzahl von Kanälen und den Internetzugang via Fernsehen. Mit Kirchs Hilfe könnte Malone dieser Vision näher kommen. Eines muss Malone aber bedenken: Bezahlfernsehen dürfte es in Deutschland weiter schwer haben. Möglicherweise hat der gewiefte Malone aber noch einen bisher nicht dargelegten Schachzug im Hinterkopf.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind die Kartellbehörden: Denn der Einstieg eines Kabelbetreibers bei einem Inhalteanbieter kann kartellrechtliche Fragen aufwerfen. Das Bundeskartellamt hat inzwischen mitgeteilt, dass noch keine Anmeldung vorliegt. Ein Kommentar zu einem möglichen Einstieg von Liberty bei Premiere sei deshalb nicht möglich.

Liberty würde Kirch nutzen

Für Kirch allerdings könnte eine Kooperation mit Liberty vorteilhaft sein: John Malone will von seinem Geschäftspartner Rupert Murdoch dessen Premiere-Anteile übernehmen. Der Liberty-Chef ist nämlich mit 18 Prozent an der News Corporation beteiligt. Die australische News Corporation hält ihrerseits über die britische Tochter BSkyB 22 Prozent an Premiere. BSkyB hatte jüngst angekündigt, ihre Beteiligung am verlustträchtigen Bezahlfernsehen "Premiere" möglicherweise an Kirch zurück zu geben. Aufgrund einer vereinbarten Rückkaufsoption wäre das tatsächlich im dritten Quartal 2002 möglich.

Würde nun Liberty bei Premiere einsteigen, bliebe der finanziell angeschlagenen Kirch-Gruppe eine milliardenschwere Cash-Zahlung an BSkyB erspart. Zusätzlich würde Kirch bei einer Kooperation mit Malone von dessen Distributionswegen profitieren.

: Liberty setzt seine Einkaufstour in Deutschland fort. Wenn die Kartellbehörden bei seinen Plänen mitspielen, wäre Malone der größte deutsche Kabelnetzbetreiber. Mit Kirch hätte er dann noch einen starken Weggefährten. Dennoch muss Malone deutlich machen, wie er in die Deutschland Geld verdienen will. Das Beispiel "Premiere" dürfte eher abschreckend wirken. Die Liberty-Aktie wird vorerst keinen Sprung machen. Kirch und die ProsiebenSat1-Aktie dürften jedoch von diesem Gerücht profitieren, wäre doch das Damoklesschwert einer Cash-Zahlung an BSkyB gebannt.

Quelle:http://www.sharper.de

Ciao Kamischke
@mikojan:
Deine letzte mail klingt etwas zu sehr pessimistisch.
Die Luft ist dieser Branche noch lange nicht raus!
Seit dem geplanten Telekom/Liberty-deal wird da erst mal Luft reingepumpt!!
Dagegen vor diesem Zeitpunkt, zur Zeit der heißen Spekulationen, war noch keine Luft drinnen.
Aber ich befürchte viele erwarten zu schnell klar erkennbare Ziele. Eigentlich auch verständlich. Aber die Hinhaltetaktik und die spezifischen Probleme in Deutschland lassen einen schnellen Ausgang nicht zu.

wine
Liberty-Chef: MHP ist kein wahrhaft offener Standard

Die Multimedia Home Platform (MHP), die mehr als 70 Geräte-Hersteller und Medienfirmen in mehrjährigen Absprachen gemeinsam als eine Art offenes Betriebssystem fürs digitale Fernsehen entwickelt haben, ist dem US-Kabelgiganten Liberty Media nicht offen genug. Liberty-Chef John Malone sagte bei seinem ersten offiziellen Deutschland-Besuch am Donnerstagabend vor Bundestags-Abgeordneten in Berlin, er sei sehr besorgt, dass er sich mit der Plattform für Set-Top-Boxen Probleme mit dem geistigen Eigentum anderer Firmen einkaufe und später mit hohen Lizenzgebühren zur Kasse gebeten werde.

"Wir wollen nicht so enden wie die PC-Hersteller", verkündete Malone, der nach dem vollendeten Kauf von sechs Kabelregionen von der Deutschen Telekom gut zehn Millionen Haushalte in Deutschland an neue Fernseh- und Netzwelten gewöhnen will und sich vor den Parlamentsvertretern als mehr Vielfalt und Wettbewerb bringender "Good Guy" präsentierte. Die Computerbauer hätten von Microsoft zunächst ein "billig erscheinendes" DOS als Betriebssystem erhalten und seitdem die teuren Windows-Nachfolge-Generationen kaufen müssen.

Konkrete Vorbehalte bei MHP hat Malone vor allem gegen Java. Die Programmierumgebung, die Sun Microsystems vor fünf Jahren auf den Markt gebracht hat, ist ein elementarer Bestandteil der Decoder-Software. Dass der Hard- und Softwarehersteller damit aber einen Fuß bei MHP in der Tür habe, könnte sich für die Kabelfirmen als großer Nachteil herausstellen, erläuterte der Liberty-Chef den geladenen Politikern. Er erinnerte an seine Kämpfe mit der US-Firma Gemstar , die einen proprietären elektronischen Programmführer (EPG) fürs Digital-TV entwickelt hatte. Mehrere Jahre lang habe man versucht, um diese Lösung herumzukommen. Doch schließlich hätte Liberty aufgeben und die eigene EPG-Entwicklung an den Konkurrenten verkaufen müssen.

Es seien also nicht nur die bislang noch bestehenden Mehrkosten für MHP, die ihn bedenklich stimmen, so Malone. "Wir wollen vor allem einen wahrhaft offenen Standard." Liberty könne MHP nur unterstützen, wenn dadurch keinerlei intellektuelles Eigentum anderer Firmen berührt werde. MHP wird von seinen Entwicklern sowie den die Softwareumgebung unterstützenden Fernsehsendern allerdings just wegen seiner großen Offenheit als Königsweg in die Medienzukunft gefeiert. "Wir erkannten", berichtet Ulrich Reimers, Professor an der TU Braunschweig und technischer Entwicklungsleiter des weltweiten, hinter MHP stehenden Projekts für Digital Video Broadcasting (DVB), "dass wir eine offene Plattform brauchen, die genau spezifiziert und damit für alle gleichartig nutzbar ist."

Auch bei Sun stoßen die Ängste Malones auf völliges Unverständnis. "Java ist absolut offen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber heise online. "Wir haben den Standard in die Hände der internationalen Entwickler-Community gegeben und selbst gar nicht mehr viel mitzureden." Geringe Lizenzgebühren erhebe Sun zwar "seit Ewigkeiten". An den Preisen werde sich aber nichts ändern: "Wir sind ja schließlich nicht Microsoft." Außerdem habe sich erst jüngst auch SAP für die Entwicklungsumgebung entschieden. Den Walldorfern sei es aber gerade auf den Erhalt der Offenheit angekommen.

Quelle:http://www.heise.de/newsticker/data/wst-16.11.01-007/

Ciao Kamischke
Freenet zweifelt am Erfolg der eigenen Flatrate via Satellit

Eigentlich wollte die Mobilcom-Tochter Freenet bereits zum Herbst dieses Jahres einen rückkanalfähigen Internet-Zugang via Satellit namens DSL-SATT zum Pauschaltarif anbieten. Doch nun scheint das Unternehmen zunehmend am Erfolg eines solchen Angebots zu zweifeln: Die Teilnehmer des Pilotprojekts erhielten nun ein Schreiben, das nicht nur Preiserhöhungen verkündete, sondern auch zur Teilnahme an einer Abstimmung auffordert, die über die Zukunft von DSL-SATT entscheiden soll.

Mit der Umfrage will Freenet nach eigenen Angaben vor allem die Akzeptanz der neuen Preise feststellen: So steigt die monatliche Grundgebühr zukünftig von 179 auf 229 Mark und zur bisherigen Aktivierungsgebühr von 799 Mark kommt eine weitere Installationsgebühr von 750 Mark hinzu. Weitere Kosten sollen auf die Kunden aber nicht zukommen, die notwendige Hardware bekommen sie von Freenet geliehen.

Doch außer um die Preise geht es bei der Umfrage wohl auch um die gesamte Zukunft des Projekts. Bei einer zu geringen Anzahl an positiven Rückmeldungen dürfte die Einstellung drohen. Wann genau die Entscheidung fallen soll, gab Freenet noch nicht bekannt, es dürfte jedoch wohl noch in diesem Jahr sein.

Sollte Freenet sich gegen eine Einstellung von DSL-SATT entscheiden, wird der Dienst dank der Satellitentechnik im Unterschied zu T-DSL und anderen kabelgebundenen schnellen Internetzugängen bundesweit auch außerhalb der städtischen Ballungsräume verfügbar sein. Einzige Vorbedingung ist eine Befestigungmöglichkeit für die digitale Empfangsantenne ( " Schüssel " ) mit freier Sicht auf den Eutelsat-Satelliten. Mit DSL-SATT sollen die Kunden Surf-Geschwindigkeiten von 1024 kBit/s beim Empfangen und 128 kBit/s beim Versenden von Daten erreichen.

Tiscali testet mittlerweile ebenfalls einen rückkanalfähigen Internet-Zugang via Satellit, der also weder Modem- noch ISDN-Anschluss voraussetzt. Bei einem geplanten Angebot der Telekom hingegen empfängt der Surfer die Daten zwar via Satellit, muss sie aber über eine herkömmliche Telekomleitung versenden.

Ob dem Satelliten-Surfen großer Erfolg beschieden sein wird, bleibt abzuwarten: Marktforscher halten sie zwar für lukrativ, glauben jedoch auch für die Zukunft nicht an eine weite Verbreitung.

Quelle:http://www.heise.de/newsticker/data/axv-16.11.01-000/

Ciao Kamischke
Samstag 17. November 2001, 09:05 Uhr

Zahl der Internet-Surfer in Europa steigt

(tecChannel.de) Die Zahl der Internet-Nutzer ist in wichtigen europäischen Märkten innerhalb der vergangenen sechs Monate um 14 Prozent auf 88,9 Millionen gestiegen. Im Herbst 2001 nutzten die Surfer in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien ihren Online-Zugang mindestens einmal monatlich.
Das ist das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK ), berichtet die Computerwoche . In Großbritannien und Belgien wuchs die Zahl der Online-Nutzer gegenüber Frühling 2001 um jeweils 17 Prozent auf 27,2 Millionen beziehungsweise 3,4 Millionen. Deutschland verzeichnete mit 27,3 Millionen Surfern den größten Anstieg (plus 23 Prozent). Im Herbst 2001 bedienten sich rund 14,2 Millionen Franzosen des Internets. Vor einem halben Jahr lag diese Wert noch bei 12,6 Millionen.
In den Niederlanden zeigte sich in den vergangenen sechs Monaten keine Veränderung bei der Online-Nutzung. Dort surften 7,3 Millionen Bürger im Netz. Spanien verzeichnete als einziges der sechs Länder einen Rückgang. Die Zahl der Internet-Nutzer sank um ein Prozent auf 9,4 Millionen. (Computerwoche/ssp)

http://de.news.yahoo.com/011117/51/2bx5a.html
Malone wird zuschlagen (und das vor dem 5.Januar glaube ich).
Für Telecolumbus hat er 1,5 Milliarden Euro bezahlt (Zugang zu 1,4 Millionen Haushalten)

Primacom ist technisch besser positioniert als Telecolumbus (auch 1,4 Mio Haushalten + imposante basic infrastructure); somit MUSS Malone wenigstens 1,5 Milliarden € - Schulden von 0,7 Milliarden € = 800 Millionen € divided by 20 Millionen Aktien = 40 €/Aktie

Also:
Malone relativiert Interesse an Einstieg bei Premiere

"Nicht der effizienteste Weg" / Liberty-Chef: Übernahme weiterer Kabelnetzbetreiber zwingend


theu. BERLIN, 16. November. Der amerikanische Medienkonzern Liberty Media hat möglicherweise doch kein Interesse daran, sich an Premiere World, dem hochdefizitären Bezahlfernsehsender der Münchner Kirch-Gruppe, zu beteiligen. "Das ist wohl nicht der effizienteste Weg, um eine gemeinsame Basis für eine Zusammenarbeit zu finden", sagte der Liberty-Chairman John Malone in einem Gespräch mit dieser Zeitung am Freitag in Berlin. "Wir würden eine vertragliche Vereinbarung über eine gemeinsame Vermarktung des Programms gegenüber einer Kapitalbeteiligung bevorzugen", relativierte Malone das Interesse von Liberty an einem Einstieg bei Premiere. Am Donnerstag hatte dagegen noch ein Sprecher seines Unternehmens gesagt, Verhandlungen über den Kauf eines 22-Prozent-Paketes, das die britische Fernsehgesellschaft BSkyB an Premiere hält, stünden kurz vor dem Abschluß (F.A.Z. vom 16. November). Liberty hat im Sommer für 5,5 Milliarden Euro 50 Prozent des deutschen Fernsehkabelnetzes von der Deutschen Telekom mit 10 Millionen angeschlossenen Haushalten erworben und will künftig auch am Fernsehprogrammgeschäft mitverdienen, um seine Investitionen zu refinanzieren. Dem Netzkauf muß das Bundeskartellamt noch zustimmen.

Das BSkyB-Paket ist mit dem Recht ausgestattet, die Beteiligung Ende kommenden Jahres an Kirch zurückzuverkaufen oder aber die Mehrheit an Premiere zu übernehmen, falls die Abonnentenzahlen des Senders sich weiter schleppend entwickeln sollten. Malone ließ erkennen, daß er - falls er doch die BSyB-Beteiligung an dem Sender erwerben sollte - von keiner dieser beiden Möglichkeiten Gebrauch machen werde. Wenn, dann strebe Liberty ein langfristiges Engagement an. Auf die Frage nach einer möglichen Mehrheitsübernahme sagte er: "Wir wollen das Kartellamt nicht brüskieren."

Keine Kompromißbereitschaft zeigte der Liberty-Chef, was die von seinem Unternehmen angestrebte Übernahme weiterer deutscher Kabelnetzbetreiber angeht. "Wenn dies von den Kartellbehörden untersagt werden sollte, werden wir in Deutschland nicht tätig", stellte Malone klar. Für diesen Fall sieht der Vertrag mit der Telekom offenbar eine Ausstiegsklausel für Liberty vor.

Malone ist bereits dabei, sein Kabelnetz in Deutschland zu erweitern: Erst in dieser Woche hat Liberty von der Deutschen Bank rund zwei Drittel der drittgrößten deutschen Kabelgesellschaft Telecolumbus gekauft. Auch dieses Geschäft steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Wettbewerbshüter. Malone ist außerdem an einer Fusion der deutschen Geschäfte des von Liberty kontrollierten niederländischen Netzbetreibers UPC und der Mainzer Primacom AG interessiert;). An Primacom ist Liberty ebenfalls bereits mit 25 Prozent beteiligt. Durch eine Fusion würden die Amerikaner die Mehrheit an der am Neuen Markt notierten Primacom bekommen;). Allerdings hat das Bundeskartellamt bereits ernsthafte Bedenken gegen diese Fusion geäußert. Doch das ficht Malone nicht an. Er zeigte sich optimistisch, doch noch grünes Licht für den Zusammenschluß zu bekommen.;)

Für Liberty ist die Übernahme weiterer Netzbetreiber wichtig, weil das von der Telekom erworbene Netz bei etwa zwei Drittel der Haushalte nicht bis in die Wohnungen reicht. Vielmehr gehören diese letzten Meter vor der Anschlußbuchse - die sogenannte Netzebene 4 - anderen Kabelunternehmen wie etwa Telecolumbus und Primacom sowie Gesellschaften der Wohnungswirtschaft. Liberty sieht sich deshalb darauf angewiesen, sich mit diesen Betreibern zu arrangieren - sei es durch Übernahmen oder Kooperationsverträge. Auf der Netzebene 4 sind mehrere tausend Unternehmen tätig.

Malone betrachtet die heutige zersplitterte Struktur des deutschen Kabelmarktes als wirtschaftlich untragbar. "Eine solche Konstellation gibt es meines Wissens in keinem anderen Land der Welt." Um das Kabelnetz rentabel betreiben zu können, müßten zudem die Netzbetreiber als "Einzelhändler" die Möglichkeit bekommen, eigene Programmpakete zusammenzustellen und den Kunden anzubieten. Den Fernsehsendern als Programmlieferanten käme in einem solchen Modell lediglich die Funktion von "Großhändlern" zu. Diese Pläne Libertys wurden bislang von den Sendern energisch zurückgewiesen. Inzwischen zeichnet sich jedoch zumindest zwischen Kirch und Liberty eine Annäherung ab.

Auch räumlich kommen sich Kirch und Malone in Zukunft wohl näher. Wie Liberty am Freitag mitteilte wird das Unternehmen, im Falle einer Genehmigung der Netzkaufes, seine Deutschland-Zentrale in München aufbauen. Als alternativer Standort war Berlin erwogen worden.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2001, Nr. 268 / Seite 20
Preuß ist ein Kabelfuchs!

Kommentar zur Liberty: Verkalkuliert
München freut sich über die geglückte Ansiedlung von Liberty – und Hannover glaubt, vom großen Geschäft mit dem neuen Kabelnetz auch etwas abzubekommen.

Doch die Hoffnung könnte möglicherweise nur von kurzer Dauer sein.
Die künftigen Herren des Kabelnetzes haben nicht das erhalten, was sie von ihrem Deal mit der Deutschen Telekom erwartet hatten. Zwar sind an das Kabelnetz der Telekom gut zehn Millionen Haushalte angeschlossen. Doch nur ein Drittel davon ist auch Telekom-Kunde. Ähnlich wie beim Telefonnetz gibt es auch beim Kabelnetz eine „letzte Meile“ – die Hausanschlüsse. Dort sieht sich der T-Konzern einer Vielzahl kleiner Wohnungsbaugesellschaften und anderer Eigentümer wie der hannoverschen Tele Columbus gegenüber. Diese halten die Hand über die Hausanschlüsse und haben in der Mehrzahl nicht das geringste Interesse daran, ihre Kundenzugänge an Liberty abzugeben.
Die Amerikaner haben sich offenkundig verkalkuliert. Der Geschäftsplan von Liberty baut auf mindestens acht Millionen Kunden auf. Für den Fall, dass Liberty diese Zahl nicht durch Übernahmen von Unternehmen wie Tele Columbus erreicht, soll es sogar eine Rücktrittsklausel im Vertrag mit der Telekom geben. Dann wären die Amerikaner so schnell vom deutschen Kabelmarkt verschwunden, wie sie gekommen sind.
wie MUSS er das ???

kann doch bequem alle zu 4 an der Börse kaufen (okay dauert noch ein paar Monate, aber spart 1,26 MRD Mark !)
völlig auszuschließen ist das Szenario von alterHaase sicher nicht. Es gibt aber einige Punkte, die dagegen sprechen. Ich stelle einige davon (aber nicht alle) zur Diskussion:

(1) da Telecolumbus mit Liberty Kabel Deutschland verschmolzen wird, hat Liberty bereits die Kontrolle über rund 60% der Level-4 Haushalte in den Liberty Regione (siehe Liberty Conference Call vom letzten Dienstag). Somit ist der Zugzwang nicht mehr so groß, nun um jeden Preis auf die schnelle weitere Level-4 Betreiber übernehmen zu müssen.

(2) Telecolumbus wird laut Liberty Conference Call schuldenfrei in Liberty Kabel Deutschland eingebracht, im Gegenzug erhält die Deutsche Bank eine 12% Beteiligung an Liberty Kabel Deutschland. Primacom würde hingegen rund 800 Mio Euro an Krediten mitbringen, was das Kredit-Rating von Liberty Kabel Deutschland negativ beinflussen würde. Dies würde den Handlungsspielraum von Liberty Kabel Deutschland einschränken, in der Zukunft Schuldverschreibungen zu möglichst geringen Finanzierungskosten (= niedriger Verzinsung) auszugeben.

(3) Wie schon in (2) erwähnt, erfolgt die Übernahme von Telecolumbus, indem die Dt.Bank eine Beteiligung an Liberty Kabel Deutschland bekommt. Es gibt somit keinen Cash Abfluß für die Telecolumbus-Akquisition, weshalb der Markt die Sache auch positiv sieht. Wollte man nun einen ähnlichen Deal mit Primacom machen, so besteht das Problem, daß die Aktien von Liberty Kabel Deutschland derzeit noch gar nicht an einer Börse gehandelt werden. Somit kann man noch gar nicht mit den Primacom-Aktionären des Streubesitzes einen solchen Stockswap-Deal durchführen. Erst wenn hier der von Liberty geplante Tracking Stock für die internationalen (bzw. alternativ deutschen) Kabel Beteiligungen geschaffen wurde, wäre ein solcher Stockswap-Deal möglich. Einen Stockswap mit Aktien direkt von Liberty Media will das Liberty Management hingegen auf keinen Fall durchführen, das wurde mehrfach gegenüber der Financial Community angedeutet.

(4) Es besteht ohnehin die Frage, ob Primacom überhaupt zwingend das nächste Übernahmeziel unter den Level 4 Betreibern sein würde, zumal Liberty ja ganz entfernt über die UPC-Connection bereits indirekt an Primacom beteiligt ist. Ich vermute, daß das Liberty Management mit vielen Level 4-Betreibern im Gespräch ist. Und hier sind die stärkeren Player, die sonst aus eigener Kraft die Netzebene 3 überbauen könnten und somit voraussichtlich mit Liberty konkurrieren würden, deutlich wahrscheinlichere Übernahmeziele als vergleichsweise schwache und inaktive Player wie Primacom. Siehe Posting #1 in diesem Thread. Stärke definiert sich hierbei übrigens nicht nach der Anzahl Subscriber, sondern danach, wie gefährlich ein Level 4-Betreiber in Sachen Überbau-Aktivität der Ebene 3 ist.

(5) Hinsichtlich einer Bewertung bei einer möglichen Übernahme von Primacom glaube ich, daß die Bewertung tendenziell niedriger als die von Telecolumbus ausfallen würde. Bei der Bewertung von Telecolumbus muß man sich vor Augen halten, daß die Dt. Bank für Liberty ein wichtiger strategischer Partner für den Zugang zu den Kapitalmärkten ist (etwa für zukünftige Anleihe-Emissionen von Liberty Kabel Deutschland, die zur Not von hauseigenen Rentenfonds der Dt. Bank gezeichnet werden können). Vor diesem Hintergrund hat Liberty garantiert Zugeständnisse bei den Bewertungsverhandlungen gemacht.

Krisenmanager
Netcologne, eine der Erfolgsstories unter den Telekom-Konkurrenten. Und dabei mietet Netcologne sogar die letzte Meile der Telekom.


http://www.heise.de/newsticker/data/cp-18.11.01-002/

Meldung vom 18.11.2001 11:48

Netcologne: Zu viele DSL-Kunden

Der Kölner Stadtnetzbetreiber sieht sich vom Ansturm auf sein DSL-Angebot überfordert . Die "unerwartet starke Nutzung" habe seine Systemkomponenten in Spitzenzeiten "voll ausgelastet", entschuldigte sich das Unternehmen bei verärgerten Kunden, die über Einwahlprobleme, Verbindungsabbrüche und geringen Datendurchsatz klagen. "Wir bedauern sehr, dass Ihnen NetDSL zur Zeit nicht durchgängig in der zugesicherten Qualität bereitsteht."

In der Newsgroup netcologne.internet.support werfen enttäuschte Anwender dem Stadtnetzbetreiber vor, er werbe weiterhin massiv um Neukunden, die bis Ostern keine Grundgebühren für DSL zu zahlen bräuchten, während sie als zahlende Altkunden ihre DSL-Zugänge wegen der dauernden Störungen kaum nutzen könnten. "Lediglich in den frühen Morgenstunden ist ein Zugang zu NetDSL sicher und schnell verfügbar", schrieb ein Netcologne-Kunde an heise online. "Am Samstagabend war bei mir über mehrere Stunden keine Einwahl möglich, so dass ich ISDN nutzen musste – was trotz DSL-Flatrate für mich Extra-Kosten verursacht."

Netcologne verspricht, seine Technik schnell auf die erforderliche Kapazität aufzurüsten. In spätestens zwei Wochen werde wieder die volle Bandbreite bei der DSL-Nutzung zur Verfügung stehen. Außerdem bietet der Stadtnetzbetreiber ein Bonbon für Online-Gamer an: Sie können ihren Zugang ab sofort auf den Übertragungsmodus "Interleave Low" umstellen lassen, der kürzere Ping-Zeiten gewährleisten soll. (cp/c`t)
Teil I: Sun gegen Microsoft

Die TV-Anbieter streiten mit dem Kabelbetreiber Liberty Media um den Digital-TV-Standard MHP. Dabei haben sich die Kabelnetzbetreiber in Nord- und Südamerika gerade für diesen europäischen Standard und damit gegen Microsoft entschieden. Worum es in dem Milliardenpoker geht, erklärt Ulrich Reimers von der TU Braunschweig im Interview mit mm.de.


mm.de: Herr Reimers, der Streit zwischen den Fernsehanstalten und dem US-Kabelnetzbetreiber Liberty Media, der vor kurzem den Großteil des Kabelnetzes der Deutschen Telekom übernommen hat, scheint hier zu Lande zu eskalieren. Im Mittelpunkt der Differenzen steht dabei der von Ihnen mitentwickelte europäische Standard für digitales Fernsehen MHP (Multimedia Home Platform). Worum geht es bei dem Streit?

Ulrich Reimers: Ich fange mal so an - das digitale Fernsehen ist europaweit standardisiert - auch im Kabel. Das heißt, es gibt überhaupt gar keine Problematik im Sinne von `Liberty macht das digitale Fernsehen so, dass andere es nicht sehen können`. Auch Liberty Media ist an die europäische Direktive zum digitalen Fernsehen gebunden.

mm.de: Warum dann dieser Streit um MHP?

Reimers: MHP ist eine Softwareumgebung. Sie ist von der Bedeutung mit dem Betriebssystem auf dem PC vergleichbar. Also dem System, um Softwareprogramme zu starten und laufen zu lassen. MHP lässt die so genannten Software-Applikationen auf dem Fernseher laufen, die für digitales, interaktives Fernsehen gebraucht werden.
Allerdings ist digitales Fernsehen durchaus auch ohne diese Softwareplattform möglich - eben nur nicht interaktiv. Es gibt ja auch im deutschen Kabelnetz schon lange digitales Fernsehen, ohne dass bisher irgendjemand über die Problematik MHP ein Wort verloren hätte.
Das Problem liegt jetzt darin, dass für interaktive Dienste diese Softwareplattformen gebraucht werden. Solche Plattformen gibt es bereits - es sind die so genannten proprietären Systeme. Stichwort ist hier beispielsweise Open TV oder auch die D-Box der Kirch-Gruppe.

mm.de: MHP soll nun der Standard werden. Dabei handelt es sich um eine offene Plattform, mit der alle Anbieter arbeiten können.

Reimers: Genau, nach Jahren der Arbeit in dem weltweiten Projekt für digitales Fernsehen DVB, in dem ich die technische Entwicklung leite, haben wir irgendwann die Kurve gekriegt. Wir erkannten, dass wir eine offene Plattform brauchen, die genau spezifiziert und damit für alle gleichartig nutzbar ist.
Der Standard MHP ist nun fertig - auch im Sinne der Realisierung beziehungsweise Implementierung in die Geräte. Dafür habe ich vor rund zwei Jahren eine MHP-Implements-Group initiiert, die sich mit der konkreten Umsetzung beschäftigt. Dahinter stehen mehr als 70 Unternehmen, die daran beteiligt sind, in der ganzen Welt MHP einzusetzen.

mm.de: Wer gehört zu dieser Gruppe?

Reimers: Ihnen wird wahrscheinlich kein Unternehmen einfallen, das nicht dazugehört. Das geht über Sony, Philips, diverse Softwarehäuser bis hin zur Kirch-Gruppe und Canal Plus.


Teil II: In Amerika in den Startlöchern

Liberty Media berichtet immer wieder von den hohen Kosten für MHP. Wie hoch sind diese wirklich? Ulrich Reimers antwortet im mm.de-Interview.



mm.de: Aber wenn alle auf MHP setzen, kann sich Liberty Media dem Druck widersetzen?

Reimers: Liberty Media lehnt angeblich MHP ab - so wie es in den Medien klingt. An dieser Stelle ist in der Vergangenheit ein Zitat von Miranda Curtis, der Deutschland-Chefin von Liberty Media, meiner Meinung nach überinterpretiert worden. Ich denke, Liberty Media sagt, sie wissen noch nicht, ob sie irgendeine Softwareplattform benutzen werden. Weil sie momentan noch nicht die Kosten absehen können.
Aber trotzdem wird Liberty Media mittelfristig um die Entscheidung, eine Softwareplattform einzusetzen, nicht herumkommen. Ich glaube denen durchaus aufs Wort, dass sie noch nicht wissen, ob sie MHP nutzen werden, denn eine Systementscheidung ist tragweit. Und ich könnte mir vorstellen, dass Liberty Media einfach noch nicht so weit ist.

mm.de: Liberty Media führt immer wieder die hohen Kosten als Grund für die Ablehnung an. Wie teuer ist denn diese Software?

Reimers: Über die Kosten gibt es zurzeit viele uninformierte Spekulationen. Faktisch ist es nun mal so, wann immer sie eine Box mit einer Software ausstatten, die Funktionen wie auch die MHP bietet, wird diese Box natürlich teurer als ein Gerät, dass nur so zum Gucken genutzt wird. Das gilt für jede Softwareplattform für digitales, interaktives Fernsehen.

mm.de: Und diese Kosten will Liberty Media sich also vorerst ersparen?

Reimers: Liberty Media hat - so wie es sich mir aus den Zeitungsmeldungen darstellt - den Netzausbau hoch konservativ und hoch auf Rendite und auf nicht zu große Vorleistungen kalkuliert. Das ist ja verständlich. Zudem ist der Deal in Deutschland noch gar nicht ganz abgeschlossen. Die Aussage, MHP sei zu teuer, kann also durchaus bedeuten: Jede Softwareplattform ist beim derzeitigen Geschäftsmodell mindestens in der Startphase zu teuer. Nach meiner Interpretation will Liberty Media zurückhaltend beginnen. In zwei bis drei Jahren werden sich die Kosten für diese Softwareumgebungen sowieso angeglichen haben.

Teil III: Gewinnt Sun?

Im Streit um den digitalen TV-Standard führen hinter den Kulissen die beiden bekannten Konkurrenten einen Feldzug: Microsoft gegen Sun.



mm.de: Also könnte MHP auch mit Liberty Media Ihrer Meinung nach in Deutschland eingesetzt werden. Wie sieht es in den anderen Ländern aus?

Reimers: In Deutschland haben sich die TV-Sender und die Landesmedienanstalten geeinigt, und man wird sich sicherlich auch mit den Kabelbetreibern einigen. Finnland ist übrigens das weltweit erste Land, dass MHP eingeführt hat. Die haben sogar den Mut gehabt, das per Gesetz vorzuschreiben. Auch in anderen Ländern in der Welt wird an Ähnlichem gearbeitet, beispielsweise in Australien. Und schließlich steht auch in den USA die Einführung von MHP kurz bevor. Wir haben die Pressemitteilung vorbereitet: `Die nordamerikanische Kabelindustrie übernimmt MHP.`
Tatsächlich haben sich die US-Kabelnetzbetreiber bereits für MHP entschieden. Und da könnte sich Frau Curtis also ein Stück zu weit aus dem Fenster gelehnt haben, wenn sie MHP aus Kostengründen ablehnt. MHP rollt gerade wie eine Lawine durch die Welt - und Curtis steht im Moment, wahrscheinlich ohne es zu wissen, der Lawine im Wege. Möglicherweise rollt sie die Lawine von hinten um, nämlich in dem Moment, wenn ihre Arbeitgeber öffentlich sagen, wir setzen jetzt auf MHP.

mm.de: Wovon hängt die offizielle Bekanntgabe in USA noch ab?

Reimers: Das endgültige Okay ist noch nicht da. Die Entscheidung in den USA ist äußerst schwierig. Denn es gibt da noch einen Punkt, den ich bisher noch nicht erwähnt habe. Diese Entscheidung ist gleichzeitig auch eine Entscheidung gegen Microsoft. Der Konzern versucht derzeit offensichtlich, mit riesigen Geldbeträgen Einfluss in den USA Kabelnetzen zu erkaufen. Das ist bei uns gar nicht so bekannt.
In Europa weiß das natürlich eine Insidergruppierung. Zum Schluss wundern sich dann alle, dass wir nicht nur bei PCs, sondern auch beim Fernsehen Microsoft gehören. Das hatten sicherlich auch die Programmanbieter ARD, ZDF, RTL und die Kirch-Gruppe im Kopf gehabt, als sie sich auf MHP einigten. Die Alternative zu MHP ist also nicht irgendeine andere Softwareplattform - sondern die Alternative heißt möglicherweise schlicht: Bekommt Microsoft nun auch noch die Kabelnetze?

mm.de: Wer liefert denn die Software für MHP?

Reimers: Da treffen sich alte Bekannte. Sun Microsystems liefert die Kerntechnologien für den Standard. Vor diesem Hintergrund muss die Entscheidung für MHP unbedingt auch gesehen werden. Damit signalisieren die Kabelnetzbetreiber ganz deutlich, dass sie sich ihre Geschäftsmodelle nicht von Microsoft abkaufen lassen wollen. Und Microsoft will ja nicht nur die Software anbieten, sondern auch Lizenzgebühren und vielleicht Einfluss auf die ganzen Netze haben.

mm.de: Um welche Summen geht es bei diesem Geschäft? Das müssen Milliarden sein, die im Umrüsten der Kabelnetze beziehungsweise der Boxen stecken?

Reimers: Sowohl in die Netzaufrüstung wie auch in die Bereitstellung der Boxen werden Milliardenbeträge fließen. Wenn der Kunde seine Box aber als MHP-Box im Handel selber kaufen kann, können sich die Kabelnetzbetreiber von diesem Kostenfaktor zumindest teilweise entlasten.

mm.de: Wie groß ist die Möglichkeit, dass Microsoft schließlich doch am längeren Hebel sitzt und sich gegen die MHP durchsetzt? Wie weit sind die Überlegungen in der Europäischen Union, Microsoft zu hindern?

Reimers: In den USA ist man mit dieser Verständigung auf MHP massiv dabei, Microsoft den Weg zu erschweren. Und im EU-Parlament ist eine Initiative tätig, die zum Ziel hat, MHP per Regulierung europaweit zu verankern. Die Mitglieder des DVB-Projektes lehnen diesen Vorstoß jedoch ab. Wir setzen statt dessen eher auf ein europaweites `memorandum of understanding`, ähnlich dem, das in Deutschland von den öffentlich-rechtlichen Anstalten, RTL, der Kirch-Gruppe und den Landesmedienanstalten unterschrieben wurde. Das sollte reichen. MHP wird ein weltweiter Erfolg - davon bin ich überzeugt.

(© Kurt Lamber)


Ulrich Reimers

Zur Person:
Ulrich Reimers ist Professor am Institut für Nachrichtentechnik an der TU Braunschweig - eines der weltweit führenden Kompetenzzentren für digitale Fernsehtechnik, das den TV-Standard MHP (Multimedia Home Platform) mit entwickelt hat. Er initiierte unter anderem auch die MHP-Implements-Group, an der sich mehr als 70 Unternehmen beteiligen.


Quelle:
Teil I http://www.manager-magazin.de/ebusiness/artikel/0,2828,16644…
Teil II http://www.manager-magazin.de/ebusiness/artikel/0,2828,16645…
Teil III http://www.manager-magazin.de/ebusiness/artikel/0,2828,16645…



Ciao Kamischke
Verband sieht Verdoppelung der Kabelgebühren nach Einstieg von US-Firmen


LAUCHHAMMER (dpa-AFX) - Die Gebühren für Kabelfernsehen in Deutschland werden sich nach Einschätzung des Netzbetreiber-Branchenverbandes FRK in Folge des Markteinstieges großer US-Investoren mindestens verdoppeln. Wenn Unternehmen wie Liberty Media ihre Einkaufpreise erwirtschaften wollten, gehe dies nur über eine Verdoppelung der Endkundenpreise, "wenn nicht eine ähnliche Geldvernichtung wie am Neuen Markt stattfinden soll", erklärte das geschäftsführende FRK-Vorstandsmitglied Heinz-Peter Labonte am Montag im brandenburgischen Lauchhammer. Die Anlieferung eines Fernsehsignals bis zu einem Grundstück werde dann mindestens 28 DM (14,32 Euro) monatlich kosten, eine Verkabelung im Haus weitere 15 bis 20 DM pro Anschluss. WETTBEWERBSHÜTER BEFÜRCHTEN OLIGOPOLISIERUNG

Liberty Media habe offenbar nicht vor, der Deutschen Telekom im Kabel Konkurrenz bei Telefondiensten zu machen, monierte Labonte. Aus Sicht seines Verbandes könnten daher weder das Bundeskartellamt noch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post dem Deal zwischen dem US-Unternehmen und der Telekom zustimmen. Zudem drehe die "Oligopolisierung" des Marktes, wenn Liberty weitere Kabelnetzbetreiber wie PrimaCom, UPC und Tele Columbus aufkaufe. Im Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK) sind Unternehmen zusammengeschlossen, die Empfangsantennen und Kabelanlagen betreiben.

Liberty Media hatte Anfang September für 5,5 Milliarden Euro (knapp 10,8 Milliarden DM) in bar, Aktien und Anleihen die letzten noch unverkauften sechs Kabelnetzregionen der Telekom übernommen. Falls das Kartellamt dem Geschäft zustimmt, würde Liberty mit dann zehn Millionen Kunden auf einen Schlag größter Kabelnetzbetreiber in der Bundesrepublik. Die Entscheidung soll Anfang Januar fallen.

Quelle:http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news.htm?id=101104…

Ciao Kamischke
Pleitgen: MHP vor endgültigem Durchbruch in Europa


Der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen begrüßt die Einführung des digitalen Fernsehstandards MHP auf dem amerikanischen Markt.
Eine solche Maßnahme hat das US-Technologiekonsortium der bedeutendsten Kabelnetzbetreiber, Cable Television Laboratories (Cable Labs), angekündigt. "Dieser Schritt wird der Einführung von MHP als einheitlichem europäischen Standard endgültig zum Durchbruch verhelfen", so Pleitgen. Die ARD habe sich als erste entschieden für diese Technik eingesetzt. Nun werde ihre Strategie bestätigt.

Die Wende für MHP (Multimedia Home Platform) konnte Fritz Pleitgen bei einem Treffen mit Erkki Liikanen, Europäischer Kommissar für die Informationsgesellschaft, im August dieses Jahres in Helsinki erreichen. Danach einigten sich die wichtigsten Programmveranstalter - neben der ARD das ZDF, RTL und die Kirch-Gruppe - sowie die Landesmedienanstalten auf die Einführung von MHP in Deutschland. Dass sich die USA dieser Entwicklung anschließt zeige, dass MHP nicht mehr zu stoppen ist.

"Versuche von Liberty Media, in Deutschland einen einheitlichen Standard zu verhindern, können nicht akzeptiert werden. Wenn MHP auf dem Markt ist, werden auch die Preise für Decoder sehr schnell sinken", so der ARD-Vorsitzende. MHP ist ein offener Standard für digitale Set-Top-Boxen, um interaktive Anwendungen zu ermöglichen. Cable Labs, die in den USA und Kanada 85 Prozent der Kabelkunden versorgen, hat vor kurzem die umfassende und zügige Einführung von MHP in Nordamerika angekündigt.

Quelle:http://de.internet.com/artikel/index.jsp?2010279

Ciao Kamischke
Aus der FTD vom 19.11.2001

John Malone mischt die deutsche Medienbranche auf
Von Lutz Meier und Stefan Krempl, Berlin

Der Chef des Kabelkonzerns Liberty nimmt die Ankündigung seines Einstiegs bei Premiere zurück. Irritationen gibt es beim künftigen Standard für Digital-TV.

Einen Tag später war alles ganz anders. Der Einstieg bei Premiere sei doch "wohl nicht der effizienteste Weg", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Samstag John Malone, dessen Kabelimperium Liberty Media den Großteil der Telekom-Kabelnetze übernommen hat. Noch einen Tag vor Malones Aussage hatten dessen Sprecher den Plan als bereits abgemachte Sache dargestellt - mit Partner Rupert Murdoch sei sich Malone "weitgehend einig", dessen Anteile an dem von der Kirch-Gruppe betriebenen Pay-TV-Angebot zu übernehmen, der Deal stehe "kurz vor dem Abschluss". Laut der Kirch-Gruppe hatten allerdings Liberty-Manager die Aussagen noch am Freitag gegenüber dem Medienkonzern aus München wieder zurückgenommen.


Hin und Her bei Premiere


Ob es eine PR-Panne war oder ein kalkuliertes Manöver: Die Nachricht hatte Liberty punktgenau zu einem Gesprächstermin von Malone und Leo Kirch in Berlin platziert. Und das Hin und Her um den Plan bei Premiere zeigt, wie Liberty seit seinem Einstieg in Deutschland für Irritation in der Medienbranche sorgt. Vor einigen Wochen hatte Liberty die Senderbetreiber Kirch-Gruppe, die RTL Group des Bertelsmann-Konzerns sowie ARD und ZDF vor den Kopf gestoßen, als Europachefin Miranda Curtis ankündigte, Liberty werde nicht den von Sendern und Medienaufsicht bevorzugten Technikstandard MHP für das künftige digitale Fernsehen einsetzen, sondern plane stattdessen einen eigenen Decoderstandard - was es für die Sender teurer macht und gleichzeitig den freien Wettbewerb erschweren könnte. Daher wird die Technikfrage derzeit von allen Sendern und manchen Medienaufsehern zur entscheidenden Frage erklärt. Ihnen kommt zugute, dass sich zuletzt sogar die US-Kabelnetzbetreiber auf MHP als Standard für die neue Generation von Decodern geeinigt haben. Beschlossen hat es die Dachorganisation Cable Labs, in deren Aufsichtsrat Malone sitzt.


Vor Parlamentariern in Berlin bekräftigte dieser dennoch nun die Ablehnung. MHP sei für Liberty nicht nur zu teuer. Es sei auch kein "wahrhaft offener Standard", wie dessen Anhänger behaupten. Vielmehr habe der Softwarekonzern Sun hier "einen Fuß in der Tür", weil MHP auf dem Programm-Standard Java beruht, den Sun entwickelt hatte. Mit diesen Aussagen sorgte Malone schon wieder für Verwirrung unter den Experten - schließlich gilt auch Java als frei zugänglich und der Kontrolle von Sun entzogen.


Gut möglich, dass es Liberty mit den Aussagen zum technischen Standard ebenso wenig ernst ist, wie mit dem Premiere-Einstieg. Das vermutet Hans Hege, der unter den Chefs der Landesmedienanstalten für Kabelfragen zuständig ist und vergangene Woche auch zu den Gesprächspartnern Malones gehörte. Malone taktiere derzeit. Er versuche, sein Investment mit möglichst vielen Bedingungen zu verknüpfen. Gegenüber Geschäftspartnern in spe wie Kirch scheint er sich dabei kaum anders zu verhalten als gegenüber den Regulierern oder dem Kartellamt, das bis zum 8. Januar über Malones Investment befinden will.



Vermarktung im Mittelpunkt


Hege vermutet, dass das Pokerspiel Malones darauf abziele, vom Kartellamt möglichst großzügige Bedingungen bei der Übernahme weiterer Kabelnetzteile einerseits und bei der Herrschaft über die Vermarktung von Sendern andererseits zu bekommen. "Nicht MHP, sondern die Vermarktung ist für Malone die zentrale Frage", glaubt Hege.


Die Übernahme weiterer Kabelnetzbetreiber, die über Zugang zu den Haushalten verfügen, nannte Malone selbst als Bedingung dafür, dass er das 5,5 Mrd.-Euro-Geschäft tatsächlich vollzieht: "Wenn dies von der Kartellbehörde untersagt werden sollte, werden wir in Deutschland nicht tätig", drohte er. Laut Beteiligten hat sich Malone in den Verträgen mit der Telekom weitreichende Ausstiegsklauseln vorbehalten.


Malone warb um Zustimmung für seine Pläne auch mit dem Argument, er wolle im Geschäft mit Internetzugängen und Datentransport im Kabel der Telekom Konkurrenz machen. Und zwar "so schnell, wie wir können - sonst bedient Ron Sommer schon alle Kunden". In der Telefonie, wo das Kartellamt ebenfalls Wettbewerb zur Telekom wünscht, werde es dagegen noch länger dauern, bis Ron Sommer durch ihn Konkurrenz bekommt, deutete Malone an.



© 2001 Financial Times Deutschland

Quelle:http://www.ftd.de/tm/me/FTD4BNCT7UC.html?nv=se

Ciao Kamischke
`FT`: Kirch will PayTV-Anteilsverkauf durch News Corp an Liberty Media stoppen

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die KirchGruppe will wahrscheinlich den Verkauf von 22 Prozent ihres PayTV-Geschäfts an den US-Konkurrenten Liberty Media verhindern. Das berichtet die "Financial Times" (FT) (Montag-Ausgabe). Diesen Anteil hält die News-Corp-Tochter British Sky Broadcasting (BSykB) . Derzeit liefen Verhandlungen über einen möglichen Anteilsverkauf zwischen Liberty-Media-Chef John Malone und dem News-Corp-Vorsitzenden Rupert Murdoch.

Ein Sprecher sagte auf Anfrage von dpa-AFX, Kirch verfüge allerdings über ein Vetorecht hinsichtlich allen Beteiligungsfragen an seiner Unternehmensgruppe. Entsprechend müsse ein möglicher Anteilsverkauf an Liberty Media von Malone, Murdoch und Kirch gemeinsam verhandelt werden. "Die Frage, ob wir von unserem Vetorecht Gebrauch machen oder nicht, stellt sich für uns derzeit nicht", sagte der Sprecher. Kurzfristig gehe es in den Verhandlungen mit Liberty Media vielmehr darum, die Durchleitungsgebühren des Kabelnetzes und mögliche Kooperationen mit Premiere World zu diskutieren.

FT : LIBERTY MEDIA BRAUCHT PARTNER FÜR DEUTSCHES KABELNETZ

Dem Bericht der "FT" zufolge braucht Liberty Media aber einen Content-Vertrag mit der KirchGruppe, um Programminhalte für ihr Kabelnetz zu erhalten. Die Amerikaner hatten erst im September Teile des Kabelnetzes von der Deutschen Telekom übernommen. Unabhängig von einer Einigung glauben Marktbeobachter aber nicht, dass eine solcher Deal die Zustimmung des Kartellamtes finden würde.

Außerdem stelle sich die Frage, ob Murdoch überhaupt verkaufen wolle, fügte der Sprecher hinzu. Sollte das tatsächlich der Fall sein, besteht für BSkyB aber noch eine zweite Möglichkeit. Der britische PayTV-Anbieter könnte seine Beteiligung im Oktober 2001 für 1,5 Milliarden Euro an Kirch zurück verkaufen, falls es Premiere World nicht gelingen sollte, bis dahin eine festgelegte Zahl von Abonnenten zu gewinnen. Diese Verkaufsoption ist Bestandteil des Beteiligungsvertrags zwischen Kirch und BSkyB.

Quelle:http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news.htm?id=101106…

Ciao Kamischke
@kamischke

die sache mit den durchleitungsentgelten hättest du fett hervorheben sollen.

gruss,
meryll.
@kamischke

vielen Dank für die ständige Infobeschaffung!

Nachkaufen oder nicht, daß ist hier die Frage. Der Markt ist seit Tagen bullish, nur bei pc tut sich nix. Der Boden scheint aber zur Zeit absolut bei 4 Euro zu liegen.

Wenn Malone sich wieder öffentlich der pcag zuwenden sollte sehe ich hier wieder etwas Bewegung.

bis denne
@mikojan

es wird sich auch ohne malone in den nächsten 2 bzw. 4 wochen einiges bei primacom tun.

meryll.
ja, die Infobeschaffung durch Kamischke möchte ich auch loben. Ein Danke auch von mir, denn für sowas sind die Foren gut: Infoaustausch, um letztendlich auch das Verhalten der Grossanleger/Institutionen zu verstehen.

Ich sehe sonst die Sache aktuell ähnlich wie mikojan.

Null
Aus der Printausgabe der FTD vom Montag, den 19.11. (gescannt):


MALONE VOR PARLAMENTARIERN

Einen ganzen Abend widmete John Malone am Donnerstag rund 50 geladenen Bundestagsabgeordneten und Referenten. Im dezenten Dreiteiler mit dunkelroten Binder präsentierte er sich scherzend in der Blauen Grotte des Museums für Kommunikation, redete viel von "Abenteuer" und "Herausforderung". Am liebsten würde er die ganze Zeit auf seiner Ranch verbringen, gestand Malone bei Fisch, Gans und Schnecken. Doch nun habe er sich der Aufgabe gestellt, die hiesige TV- und Netzlandschaftt "strukturell" zu verändern. Sichtlich bemüht war Malone, Ängste der Politiker zu entkräften ob seine Firma die Inhalte im deutschen Fernsehen bestimmen werde fragte ein Parlamentarier. "Wir haben gar nicht die Fähigkeiten zun Erstellen von Programmen", besänftigte Malone. Und warb für die Kabelzukunft mit dem US-Vorbild: gebe es einen Kanal mit Dauerberichten aus dem.Kongress. Der sei ein "Kerndienst im Markt", umschmeichelte Malone die Politiker Aber es war nicht der beste Termin für derlei Vertrauenswerben -ging es am Freitag doch um die ZukUnft der Regierung. Am Ende des langen Lobby-Abends saß der Strippenzieher weitgehend isoliert unter ein Mobile aus Hunderten von Handys. Seine Tischdame, die zuständige Ausschussvorsitzende Monika Griefahn, hatte sich schon während des Essens entschuldigt. Blieb dem Multimilliardär als Gesprächspartner Christian Schwarz-Schilling (Anm.: Aufsichtsratsorsitzender Primacom). Die beiden fanden Gefallen aneinander. Schließlich hatte der CDU-Mann einst als Postminister doch die heute zur Übergabe bereitstehenden Kabel auf Staatskosten verbuddeln lassen.
@meryll:
Ist mir gestern Abend beim Lesen der FTD auch aufgefallen.
;)

Wenn man so die letzten Wochen und Monate beobachtet hat und sich an die Diskussionen hinsichtlich powerline, Satellitensysteme etc. erinnert, kann man doch eindeutlig feststellen, daß dieses verdammte kleine Kabel eine wohl sehr wichtige Rolle in der Zukunft spielen wird!
Umso unverständlicher ist es, daß der deutsche Anleger dem einzig deutschen, BÖRSENNOTIERTE Unternehmen, welches sich um dieses kleine Kabel kümmert, so wenig Beachtung schenkt.


wine
DSL-Preise der Telekom erneut auf dem Prüfstand


Die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post will die Preise der Deutschen Telekom für DSL-Anschlüsse erneut prüfen. Bereits gestern haben die Regulierer das Unternehmen gemahnt, "umgehend" die Bereitstellung von Mietleitungen, den Wiederverkauf von Ortsnetzdienstleitungen und die Mitbenutzung von Telekom-Leitungen für Datendienste zu verbessern. "Sollte sich das Wettbewerbs-Szenario durch eigenes Handeln der Deutschen Telekom AG nicht deutlich verbessern, wird uns ein erneutes Tätigwerden nicht erspart bleiben", so Behördenpräsident Matthias Kurth in einer Mitteilung.

Am 30. März hatte die Behörde die zum Teil unter den Selbstkosten der Telekom liegenden Preise für DSL-Abschlüsse zwar genehmigt, jedoch unter dem Vorbehalt, dass der Konzern "überlange Lieferzeiten" für Mietleitungen und Vertragsangebote für Line-Sharing und Wiederverkauf vermeide. Offenbar sehen die Regulierer diese Bedingungen als nicht erfüllt an und wollen nun bis Anfang Dezember weiter ermitteln.

Sollte die RegTP gegen die Deutsche Telekom entscheiden, muss das Unternehmen unter Umständen seine DSL-Preise erhöhen. Der Preiskampf ist nicht neu: Wettbewerber beanstanden seit längerem, dass die Telekom Preisdumping betreibe und so den DSL-Markt bei Privatkunden in Deutschland fast komplett abschöpft.

Quelle:http://de.internet.com/artikel/index.jsp?2010320

Mein Dank auch an alle Schreiberlinge und Meinungsmacher zurück.
Ciao Kamischke
Medienwächter fordern von Liberty Chancengleichheit


HAMBURG/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die deutschen Medienwächter haben den US-Investor Liberty Media erneut aufgefordert, im Kabel-TV die Chancengleichheit zu sichern. Liberty hat - unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden - rund 60 Prozent des Kabelnetzes der Deutschen Telekom für 5,5 Milliarden Euro gekauft. Da Liberty als Netzbetreiber auch Programme anbieten wolle, dürfe das Unternehmen die eigenen Angebote nicht bevorzugen, erklärte die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) am Dienstag in Fulda nach einer Sitzung.

"Liberty muss daher die eigenen Angebote und Angebote Dritter nach denselben Regeln einspeisen." Gleiche Chancen müsse es auch bei der Vermarktung von Free-TV und Pay-TV im Kabelnetz geben, verlangte die DLM unter Hinweis auf einen möglichen Einstieg von Liberty bei Leo Kirchs Bezahlfernsehen Premiere World. Auch der Bertelsmann-Konzern und die von ihm dominierte RTL Group haben nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe) vor einer Dominanz im Kabel durch Liberty gewarnt. MALONE WILL OFFENBAR BEI PREMIERE WORLD EINSTEIGEN

Vergangene Woche hatte Liberty-Chef John Malone, der die deutschen TV-Aktivitäten seines Konzerns künftig aus München steuert, mit der Kirch-Gruppe gesprochen. Nach Informationen aus Branchenkreisen würde Liberty gerne die 22,03 Prozent von Rupert Murdochs News Corp an Kirchs schwer defizitärem Pay-TV-Sender übernehmen. Von der Kirch-Gruppe hieß es dagegen, es gehe um Kooperationen mit Liberty, nicht aber um einen Einstieg.

Die DLM forderte Liberty auch auf, zur Sicherung der Chancengleichheit Geräte mit der Multimedia Home Plattform (MHP) anzubieten. Auf diesen offenen Standard bei digitalen Empfängern (Set-Top-Boxen) hatten sich in den vergangenen Monaten alle großen TV-Anbieter in Deutschland geeinigt. Liberty, das seinen zehn Millionen Kabelhaushalten beim Start im nächsten Jahr Set-Top-Boxen schenken will, hat jedoch aus Kostengründen den Verzicht auf den MHP-Standard angekündigt.

Der Einstieg von Liberty könne zu "großen Nachteilen" für die Zuschauer und die frei empfangbaren Sender führen, heißt es in der "Süddeutschen" unter Berufung auf eine Stellungnahme Bertelsmanns vor dem Bundeskartellamt. "Zukünftig könnte der Verbraucher weniger Programme frei empfangen als heute", zitiert die "SZ" aus der Eingabe. "Für Programme, die bisher kostenfrei waren, müsste künftig extra gezahlt werden".

Quelle:http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news_popup.htm?id=…

Ciao Kamischke
@winetrader
Um das Gesagte nochmal zu unterstreichen:

Die folgende Meldung habe ich auch in der Printausgabe der VDI-Nachrichten vom 9.11. gelesen, als auch in der FTD - wenn ich mich recht erinnere.



Siemens will mit neuem Verfahren Glasfaserkapazität erhöhen


Wissenschaftlern der Universität Paderborn ist es gelungen, die Übertragungskapazität von Glasfasern zu verdoppeln. Internet-Surfen und Telefonieren könnten so dank besserer Netznutzung billiger werden.


PADERBORN. „Eigentlich ist es ganz einfach“, erzählt Reinhard Noé, Leiter der Arbeitsgruppe „Optische Nachrichtentechnik und Hochfrequenztechnik“ der Universität Paderborn. „Wir senden zwei mit Daten modulierende Lichtsignale, deren Polarisationsrichtungen aufeinander senkrecht stehen. . .“ Techniker-Latein, das auf der europäischen Tagung zur optischen Nachrichtentechnik in Amsterdam jedoch für Aufsehen sorgte. Den Paderborner Wissenschaftlern ist es nämlich gelungen, mit einem neuen Verfahren die Übertragungskapazität bei herkömmlichen Glasfaserkabeln zu verdoppeln. Die Technik sei praxistauglich, betont Noé.

[...]

Die Paderborner Wissenschaftler haben es nun erstmals geschafft, mit einer Technik namens „Polarisationsmultiplex“ diese Abweichungen direkt bei der Entstehung zu kompensieren. Auf einer Teststrecke von 212 km steigerten sie damit die Datenrate je Lichtsignal von 40 Gbit/s auf 80 Gbit/s.

Die Ausrüster von Glasfasernetzen kennen das Problem der Lichtwellenzerstreuung seit Jahren. In verschiedenen Versuchen wurden die Paderborner Spitzenwerte auch schon übertroffen. Allerdings mussten die Einstellungen dabei individuell von Hand vorgenommen werden. Die Hochgeschwindigkeits-Übertragung funktionierte auch nur mit ausgewählten Glasfasern. „Bei uns klappt das automatisch und mit ganz normalen Glasfasern“, betont Noé den Unterschied. „Was immer man an Datenmengen übertragen will, auch im Terabit-Bereich, ließe sich jetzt verdoppeln.“

Entwickelt wurde das Verfahren in Zusammenarbeit mit der Sparte Information & Communication Network der Siemens AG. Gemeinsam arbeite man nun an der Markteinführung, sagt Noé. Was Details angeht, halten sich die Beteiligten bedeckt. Siemens habe die Rechte an den Bauteilen, die es mitfinanziert hat. „Aber alle wichtigen Patente habe ich“, betont Noé.

Wenn sich die Paderborner Technik durchsetzt, würde man Datenmengen aus dem Internet in Zukunft noch schneller herunterladen und preisgünstiger telefonieren können, so die Hoffnung der Forscher. Schließlich wäre es billiger, vorhandene Glasfasern doppelt so gut auszunutzen, anstatt neue zu verlegen. Insofern sind die Paderborner Ergebnisse weitere schlechte Nachrichten für Firmen wie Lucent, Nortel und Alcatel, die bisherigen Marktführer in der schwächelnden Glasfaserindustrie. Der weltweite Umsatz dieser Produkte sank im zweiten Quartal 2001 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf vier Milliarden Dollar.



HANDELSBLATT, Sonntag, 04. November 2001

http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buil…


Wenn diese Technik tatsächlich leicht zu implementieren sein solle, würde das bedeuteten, daß der schon jetzt stark ausgeprägte Wettbewerbsvorteil von Glasfasern ggü. Kupfer- und Stromkabeln, terrestrischen und extraterrestrischen Datenübertragungsmethoden noch stärker zum tragen kommt: 80 MBit/s anstatt 40 Mbit/s bei Glasfaser im Vgl. zu ca. 2 MBit/s bei UMTS und Powerline bzw. max. 4,6 Mbit/s. bei ADSL/SDSL.


Meryll.
HANDELSBLATT, Mittwoch 21.11.01



Dominanz im Kabelfernsehen durch Liberty Media gefürchtet


RTL und Bertelsmann gegen Liberty-Media-Pläne


Die beiden Medienkonzerne Bertelsmann und RTL haben sich einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge beim Bundeskartellamt gegen die geplante Übernahme großer Teile des TV-Kabelnetzes durch den US-Konzern Liberty Media ausgesprochen.


Reuters MÜNCHEN. "In Europa droht die Gefahr der Dominanz im Kabel durch Liberty Media", berichtete die Zeitung (Mittwochausgabe) unter Berufung auf eine Eingabe der beiden Firmen an die Wettbewerbsbehörde. Die vom Bundeskartellamt zu genehmigende Übernahme von großen Teilen des TV-Kabelnetzes der Deutschen Telekom durch Liberty könne zu "großen Nachteilen" für die Zuschauer und die frei empfangbaren Sender führen.

Die beiden europäischen Medienkonzerne befürchten dem Bericht zufolge, dass die Zuschauer künftig weniger TV-Programme frei empfangen könnten als bisher, da Liberty Media künftig für den Empfang der Sender eine extra Gebühr erheben wolle. Der Betrieb werbefinanzierter Programme sei "massiv gefährdet", wenn die Verbreitung im Kabelnetz nicht garantiert sei. Ohne eine flächendeckende Ausstrahlung im Kabelnetz seien Werbespots "nicht verkaufbar".

Zudem würden sich die beiden Medienunternehmen gegen die Absicht von Liberty aussprechen, ein selbst entwickeltes Empfangsgerät für das digitale Fernsehen an die Kabel-TV-Kunden zu verteilen, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Dann könne Liberty den Zugang zum Zuschauer kontrollieren. Angaben der Zeitung zufolge erreichen die TV-Sender von Bertelsmann und RTL fast zwei Drittel der Zuschauer über das Kabelnetz.


http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buil…
HANDELSBLATT, Dienstag, 20.11.01 (bzw. heutige Printausgabe S. 11)

Im Kabelnetz droht ein Monopol das andere abzuwechseln


Seit der Öffnung des deutschen Telekommunikationsmarktes ist das Fernsehkabel ein Hoffnungswert. Es ist die zweite, nahezu flächendeckende Infrastruktur neben dem Telefonfestnetz. Kabelnetzbetreiber könnten also die Wettbewerber sein, die das Telekom-Monopol in den Ortsnetzen tatsächlich brechen.


Nachdem sich die Telekom in diesem Jahr endlich dazu entschlossen hat, ganz aus dem Kabel auszusteigen, und Investoren gefunden hat, müsste die Hängepartie jetzt eigentlich ein Ende finden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Von Multimedia-Zukunft spricht mittlerweile niemand mehr, stattdessen ist von einem neuen Monopol die Rede: Liberty Media. Der agressive US-Investor hat 60 Prozent des Telekom-Kabels gekauft. Nun richten sich die Hoffnungen darauf, dass das Bundeskartellamt seinen Einfluss begrenzt.

Die kleineren Kabelanbieter befürchten, dass Liberty das Telekom-Monopol lediglich durch ein eigenes Monopol ersetzen wird. Fernsehsender bangen um den Zugang zu den Zuschauern. Und Medienpolitiker fürchten, dass Liberty das US-System mit wenigen schlechten frei empfangbaren Sendern und vielen teuren Pay-TV-Programmen nach Deutschland exportieren könnte.

Bei diesen Sorgen handelt es sich nicht nur um die Angst der Verlierer; sie gründen auf dem, was Liberty in Deutschland bisher angekündigt hat. Danach will das Unternehmen im Kabelnetz zunächst die Fernsehprogramme digitalisieren und den so frei werdenden Platz vor allem für neue Pay-TV-Angebote nutzen. Internet soll eine Nebenrolle spielen und Telefonie erst in einigen Jahren, wenn überhaupt, stattfinden.

Gleichzeitig ist Liberty in Deutschland der einzige Anbieter, der neben dem Infrastrukturbetrieb auch an Inhalteanbietern wie Murdochs News Corp. beteiligt ist. An diesem Querverbund entzünden sich die Sorgen der Sender um ihren Platz im Kabel. Verstärkt wird diese Sorge durch den Vorstoß des Liberty-Gründers John Malone, über seine Murdoch-Verbindung Einfluss auf die Kirch-Gruppe zu bekommen. Murdoch ist an Kirchs Pay-TV-Sender Premiere beteiligt, will sich dort aber wegen der hohen Verluste zurückziehen. Dagegen wiederum wehrt sich Leo Kirch, der allerdings selbst nicht das Geld hätte, Murdochs Anteil zurückzukaufen. Libertys Verflechtungen muss das Bundeskartellamt mitbedenken, wenn es am 5. Januar entscheidet, ob der Konzern die sechs Kabel-Regionalgesellschaften der Telekom kaufen darf.

Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass die Kartellwächter inzwischen mit den Ansprüchen, die an sie gestellt werden, überfordert sind: Im Grunde verlangen die Liberty-Kritiker nichts anderes als Infrastrukturpolitik von einer Behörde, die nur prüfen kann, ob der Verkauf den Wettbewerb einschränkt oder nicht. Die Infrastrukturpolitik hat Mitte der 90er-Jahre die Bundesregierung bei der Privatisierung der Telekom versäumt: Sie hätte die Fernsehkabel nicht der Telekom zuschlagen dürfen.

Für das Kartellamt ist allerdings schon die Wettbewerbsprüfung nicht einfach, denn Liberty verhandelt über weitere Zukäufe wie die Übernahme von Telecolumbus von der Deutschen Bank. Die Strategie dahinter ist vernünftig: Das Kabelnetz, das bisher die Telekom betrieben hat, endet an den Grundstücksgrenzen. Die Hausverteilanlagen werden von zahlreichen kleinen Anbietern betrieben, die auch die Kundenbeziehungen halten. Liberty will nun in den sechs Bundesländern, in denen das Unternehmen die Telekom-Kabel erwirbt, die Netze der kleinen Anbieter hinzukaufen.

Indirekt hält Liberty bereits Anteile an UPC und Primacom. Wenn man diese Unternehmen und Telecolumbus hinzurechnet, käme Liberty bei den Hausverteilanlagen auf einen Marktanteil von 37 %. Bei den Fernnetzen insgesamt (Telekom und andere) erreicht Liberty 54 %. Der andere große Kabelkäufer, die Callahan-Gruppe, kommt auf 32 % bei Fernnetzen und 12 % bei den Hausverteilanlagen. In der Branche halten sich allerdings Gerüchte, dass Callahan auf längere Sicht seine ehrgeizigen Ausbaupläne finanziell nicht durchhalten wird. Als Konkurrent ernst zu nehmen ist darüber hinaus die Bosch Telecom, die über genügend Geld verfügt, um ihren Sechs-Prozent-Marktanteil durch Zukäufe auszubauen.

Konkurrenzlos ist Liberty also nicht. Allerdings gelten bei der Konzentration im Medienbereich in Deutschland wie in den USA 30 % Marktanteil als kritische Grenze. Das Kartellamt scheint aber bereit zu sein, die Marktdominanz von Liberty im Kabelmarkt hinzunehmen – wenn Liberty gleichzeitig für mehr Wettbewerb auf dem Telekommarkt sorgt, also vorrangig auf Internet und Telefonie setzt. Bisher allerdings ist Liberty auf entsprechende Äußerungen von Kartellamtschef Ulf Böge nicht eingegangen. Malone will seine TV-Strategie durchziehen. Wenn das nicht geht, dann will er den Deal mit der Telekom platzen lassen. Egal wie das Kartellverfahren ausgeht: Als Konkurrenz-Infrastruktur zur Telekom fallen große Teile des Kabels weiterhin aus.

http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buil…
Frankfurt, 22. Nov (Reuters) - Der Mainzer
Kabelnetzbetreiber PrimaCom AG<PRIG.F> wird voraussichtlich am
29. November 2001 über die Geschäftsentwicklung im dritten
Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001 berichten. Reuters
befragte Analysten zu ihren Prognosen für das dritte Quartal und
die ersten neun Monate 2001.
Im Folgenden eine Aufstellung der Umsatz- und
Ergebnisprognosen der befragten Banken:

(alle Angaben nach US-GAAP in Millionen Euro)
(Verluste sind in Klammern ausgewiesen)



Umsatz EBITDA EBIT Perioden-
überschuss
Q3 Q3 Q3 Q3

Durchschnitt 40,55 17,54 (9,18) (27,25)
Median 40,44 17,40 (9,80) (27,79)
Höchste Schätzung 41,20 18,90 (5,60) (23,80)
Niedrigste Schätzung 40,00 16,50 (11,50) (29,90)
Standard Abweichung 0,47 0,78 2,73 2,34
Anzahl der Schätzungen 6 6 4 6

Q3/2000 27,20 9,80 (5,70) (19,75)




Umsatz EBITDA EBIT Perioden-
überschuss
9M 9M 9M 9M

Durchschnitt 119,12 51,09 (27,30) (80,81)
Median 118,97 50,60 (30,80) (81,57)
Höchste Schätzung 119,80 52,90 (15,20) (77,30)
Niedrigste Schätzung 118,60 50,00 (32,40) (83,40)
Standard Abweichung 0,48 1,09 8,16 2,33
Anzahl der Schätzungen 6 6 4 6

9M 2000 81,67 31,80 (14,80) (36,80)

Quelle Vergleichszahlen: PrimaCom



Befragt wurden folgende Banken Rating

BW-Bank Neutral
Deutsche Bank Buy
Dresdner Kleinwort Wasserstein Hold
DZ-Bank Reduzieren
Merrill Lynch Short term: neutral
Long term: accumulate
SES Research Outperformer
nam/pag


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Thursday, 22 November 2001 17:11:35
RTRS [nL226994]
@meryll:
Man sollte sich mal in unseren europäischen Nachbarländern umschauen. In Deutschland bestehen einmalige Strukturen, die einmalige Ansprüche erheben und nichts aber auch überhaupt nichts mit liberalen, gleichartig strukturierten Märkten zu tun hat!

Mit dem Startschuß (Liberty-Telekom-deal) werden nun einige Akteure in dieser Branche aufgeschreckt!
Früher war Netzbetreiber und Programmgestalter mehr oder weniger staatlicher Klüngel.
War ja eine schöne, schützende Situation. (Wie auch bei den Sparkassen für viele unliebsame Politiker die letzte Zufluchtsstätte!)
Immer im Einfluß regionaler und bundespolitischer Interessen entstand eine Struktur, die es seit der Gesetzesänderung von Schwarz-Schilling, noch nicht verstand sich besser auf die kommenden neuen Gegebenheiten einzustellen und anzupassen.
Nun ist das Geschrei groß und man erhebt Ansprüche, die in einer freien Marktwirtschaft seines Gleichen sucht.:
MAN ERHEBT DEN ANSPRUCH ÜBER DIE NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN VON FEMDEM EIGENTUM KOSTENLOS ZU BESTIMMEN!!!!
Das muß man sich mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen!!

Zudem mißbraucht man eine andere Institution (Kartellbehörde) um sich gegenüber dem freien Markt wieder ein neues Schutzmäntelchen umzulegen.
Ob eine solche Entwicklung für den Verbraucher förderlich wäre, möchte ich bezweifeln.
Die Beteiligten sollten ihre Energie besser dafür verwenden ihre Unternehmen nach wirtschaftlichen Grundsätzen auszurichten, um dem zukünftigen Wettbewerb beruhigt entgegentreten zu können.

Denn letztlich entscheidet der Kunde für was er bereit ist zu zahlen. Bezahlen wird er nur für das was er zu einem bestimmten Preis auch wirklich will.
Noch fehlt beim Kunden hierfür eine Sensibilität. Diese verschrobene Denkensweise nutzen die Programmanbieter in ihren Argumentationen und schüren noch mehr Unsicherheit.
Aber der zukünftige Erfolg eines Programmgestalter wird auf eine vielleicht etwas brutalere, in der Realität sofort sichtbare Art und Weise meßbar!
Der Erfolg definiert sich neben Programminhalten (Produktqualität) auch an den Kostenstrukturen (Wirtschaftlichkeit).
Und wenn ein Konsument zu einem bestimmten Preis etwas konsumieren will, dann kann es sich kein Netzbetreiber erlauben dieses gewünschte Produkt seinem Kunden nicht anzubieten!!!!!
Nur muß auch der Verbraucher lernen, daß gewisse Dinge (Programm, Service, technische Neuheiten, neue Infrastrukturen) nicht umsonst zu haben sind.
In den aktuellen Diskussionen ist deutlich erkennbar, daß scheinbar nicht jeder der Parteien die allgemeinen Regeln der Marktwirtschaft verstanden haben. Sowohl die Anbieter- aber auch die Nutzerseite argumentieren oftmals nach nicht wirtschaftlichen Grundsätzen. Aber nur die wirtschaftlichen Aspekte überleben dauerhaft in einer funktionierenden Marktwirtschaft!

Jeder von uns muß sich im Markt bewähren und behaupten und keiner von uns bekommt etwas geschenkt.
Auch die neuen Netzbetreiber, ob Deutsche , Engländer oder Amerikaner, müssen für ihr neues Eigentum bezahlen. Dieses Geld wurde(wird möglicherweise) dankend angenommen.
Dann muß man im Umkehrschluß auch akzeptieren, daß man keinen Anspruch auf das Eigentum anderer hat!!! Jedem Netzbetreiber sollte es ermöglicht werden Netzstrukturen aufzubauen, die eine gute wirtschaftliche Handhabe zulassen.
Es ist daher nur verständlich, daß ein Herr Malone seine letzte Entscheidung an dieser Gretchenfrage festnagelt.
Denn die vielen Milliarden, die er an anderer Stelle für seine Vorstellungen bereit ist zu zahlen, wollen schließlich irgendwann wieder amortisiert sein.
Ich bin mir sicher, daß Malone sein Ziel erreichen wird. Der politische Einfluß wird, vielleicht nicht für die Öffentlichkeit erkennbar, Malone unterstützen!!
Denn Malone packt das Problem genau an der richtigen Stelle an. Bei der Telekom! Eine private, staatliche Institution mit vielen Problemen!!
1. Telekom braucht das Geld dringend.
2. Deutschland hat eine Netzstruktur, die nicht dem europäischen Stand entspricht. (N3-N4-Trennung).
3. Im Netzumbau wurde in der Vergangenheit wenig unternommen. Dieser Umbau verbunden mit den wirtschaftlichen Vorteilen kann ein Malone durch seine wirtschaftliche Potenz schnell verändern.
4. Mit dem Milliardenregen aus UMTS-Lizenzen im Rücken will „der Politiker“ zwar dem deutschen TV-Konsumenten nicht erklären wollen, daß da wieder eine mögliche Preiserhöhung droht, aber einen Malone wird man deshalb nicht aus dem Land werfen. Höchstens versuchen zu etwas zu zähmen. Und nach außen hin wird man sich polemisch gegen dieses Ungeheuer Malone stellen.

wine
Stimme Dir in mehreren Punkten zu, winetrader, in anderen wiederum nicht.

Manche Deiner Äusserungen hätten glatt von einem Ron Sommer stammen können, insbesondere "MAN ERHEBT DEN ANSPRUCH ÜBER DIE NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN VON FEMDEM EIGENTUM KOSTENLOS ZU BESTIMMEN!!!!"

Als es damals um die Implementierung der von der EU europaweit vorgeschriebenen Entbündelungspflicht der Teilnehmeranschlussleitungen ging, hat Ron Sommer fast auf gleiche Art und Weise gewettert und sogar von "Enteignung der Telekom" gesprochen. Wobei die Wettbewerber, die die Entbündelung in Anspruch nehmen, nun im Traum nicht die Sache kostenlos bekommen.

Die Telekom ist sogar vor Gericht gezogen, und hat dann (wie erwartet) verloren; schliesslich ist die Entbündelungspflicht von der EU vorgeschrieben, und das aus guten Gründen.


Übrigens ist es in Deutschland so, dass die Kabelnetzbetreiber von den Sendern für die Einspeisung von Programmen bezahlt werden. In den USA müssen die Kabelnetzbetreiber meines Wissens dagegen die Sender bezahlen.

Ich glaube, dass man als Börsianer wohl kaum über den Sinn eines Kartellamtes diskutieren muss. Je besser die Wettbewerbsaufsicht funktioniert, umso positiver ist es für das Wirtschaftssystem. Ähnliches gilt auch für die Börsen, dort ist eine harte, stringente Börsenaufsicht nur gut für den Finanzplatz.


Na ja, ich weiss, dass Du, winetrader, die Sache vermutlich anders siehst. Hast ja auch die Wertpapierverleihaktion von AGFB/Primacom (an Shortsteller) für gut befunden und dass hier die Aktionäre des Streubesitzes nicht informiert wurden. Und hinsichtlich möglicher Transaktionen von Grossaktionären wie der Preuss-Familie hast Du auch sicher blindes Vertrauen, dass die auf keinen Fall unter 50 EUR verkaufen oder verleihen :D


Sind eigentlich die ehemaligen Nicht-Streubesitzaktionäre von AGFB ausgestiegen?? Wenn nicht müsste es eigentlich den Nicht-Streubesitz von Primacom erhöht haben, aber anhand der frei verfügbaren Daten kann ich dieses nicht nachvollziehen.

Vielleicht kann hier jemand ja mal die Sache darstellen; wenn die Altaktionäre noch in voller Höhe dabei sind, wäre dies ein positiver Aspekt (obwohl bei NM-Werten natürlich auch durch Verleihen Kasse gemacht wurde).

Null



P.S.: Ich erwarte, dass das Kartellamt tendenziell eher "No" sagt, aber WiMi Müller dann mit der Ministererlaubnis kommt.
Was wird das Kartellamt sagen?

17.11.2001 (t-off). Alle Welt wartet nun aufs Bundeskartellamt, das die anstehenden Fragen beantworten muß (...)

http://userpage.fu-berlin.de/~dittbern/Telekom/Aus___Medien/…
John Malone auf Europatournee

Vergangene Woche reiste John Malone durch
Deutschland und suchte das Gespräch mit
Medienunternehmern und Politikern. Er ist
Verwaltungsratsvorsitzender der Liberty Media
und besitzt seit Anfang September einen Grossteil
der Kabelnetze der Deutschen Telekom. Mit
seinem Plädoyer für offene Standards verwickelte
er sich in Widersprüche und scheuchte die
deutsche Medienbranche auf.

S. B. Ein Amerikaner auf Europareise: Nicht römischen
Tempeln und Renaissancepalästen gilt das Augenmerk,
sondern den Märkten der Zukunft. John Malone gebietet
als Verwaltungsratsvorsitzender der Liberty Media Corp.,
die AnfangSeptember für rund 5,5 Mrd. Euro einen
Grossteil der Kabelnetze der Deutschen Telekom
übernommen hat, über zehn Millionen deutsche
Fernsehgeräte. Anlässlich seines ersten offiziellen
Besuchs in Deutschland suchte der
sechzigjährigeMultimilliardär aus Denver, den die
Wirtschaftszeitschrift «Business Week» zum «König des
Kabels» gekrönt hat, vergangene Woche in Berlin das
Gespräch mit Bundestagsabgeordneten. Er sei ein «Good
Guy», stellte er sich vor, gekommen, um der deutschen
Fernsehlandschaft mehr «Vielfalt und Wettbewerb» zu
bescheren.

Enger Zugang

Der Auftritt des Amerikaners hat in Deutschland nicht
überall freundschaftliche Gefühle ausgelöst. Malone,
dessen Liberty Media Beteiligungen an über 100
Medienunternehmen besitzt undetwa auch mit der United
Pan-Europe Communications (UPC) verbandelt ist,
gebietet nicht nur über Kabelnetze in aller Welt, sondern
auch über Fernsehsender und Produktionsgesellschaften.
In Deutschland sehen deshalb alteingesessene
Programmanbieter ihren Zugang zum Kabel bedroht.

Noch bevor Malone den Vertrag mit der Deutschen
Telekom unterschrieben hatte, machten ARD, ZDF und
der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation
(VPRT) ihre Bedenken öffentlich. Sie forderten einen
«technologisch unfragmentierten Kabelmarkt» und
beschreiben in einem 20-seitigen Papier die «technischen
und betrieblichen Anforderungen an ein neues
Breitband-Kabelverteilsystem in Deutschland» recht
detailliert. Als wesentliche Standards für digitales,
interaktives Fernsehen in Deutschland werden Digital
Video Broadcasting (DVB) und die Multimedia Home
Platform (MHP) genannt. Die MHP erlaubt es
unabhängigen Softwareentwicklern, Applikationen zu
kreieren, die in Verbindung mit Fernsehsendungen
verschiedener Anstalten über Satelliten (DVB-S),
terrestrischeSendeanlagen (DVB-T) und Kabel (DVB-C)
verbreitet und auf der Hardware verschiedener Hersteller
genutzt werden können.

Noch deutlicher haben ARD und ZDF zusammen mit der
Kirch-Gruppe, RTL und den Landesmedienanstalten im
September die «zügige Einführung von MHP» gefordert.
Nur mit einer konsequenten Unterstützung des in Europa
erarbeiteten MHP-Standards könne «der medienpolitisch
bedeutende Anspruch eines ‹free flow ofinformation›
oder besser ‹Fernsehen ohne Grenzen› verwirklicht»
werden. Sich selber verpflichten sie sich, die ersten
MHP-Applikationen bis zum 1. Juli 2002 auf den Markt zu
bringen und «alle interaktiven Dienstangebote in einem
überschaubaren Zeitraum auf MHP zu überführen». Die
Kabelnetzbetreiber werden aufgefordert, «an
MHP-Empfänger gerichtete Dienste vollständig» zu
übertragen. Doch von MHP hält Malone nicht sehr viel,
wie er letzte Woche in Berlin darlegte.

Viele Wege führen zum Ziel

Bereits in den sechziger Jahren gab es beim interaktiven
TV grosse Unterschiede zwischen den USA und Europa.
Der alte Kontinent setzte auf staatliche Ressourcen,
jenseits des Atlantiks wurde Individualität gepflegt. In
Deutschland beispielsweise forderten Showmaster die
Zuschauer auf, die WC-Spülung zu betätigen oderLichter
einzuschalten, um so mit Hilfe von städtischen
Angestellten ihre Meinung über weiteDistanzen messbar
zu machen. In den USA forderten Fernsehanstalten
Kinder auf, sich Klarsichtfolie zu kaufen, diese auf den
Bildschirm zukleben und mit einem Filzstift Fernsehbilder
individuell auszugestalten.

Diesseits und jenseits des Atlantiks haben sich die
Techniken für interaktives Fernsehen in jüngster
Vergangenheit stark verändert. Nicht mehr WC-Spülung,
Lichtschalter oder Klarsichtfolie, sondern die
Computertechnik soll es den Zuschauern ermöglichen,
den Programmablauf zu beeinflussen. Eine Zeit lang sah
es so aus, als seien amerikanische Fernsehzuschauer
den Europäern auf dem Weg ins Nirwana des
digitalen,interaktiven «High Definition TV» (HDTV)
voraus. US-Firmen machten sich daran, De-facto-
Standards zu schaffen, während in Europa der Versuch,
alle Interessen auszubalancieren, zu endlosen
Diskussionen in Komitees und Kommissionen führte. Die
europäischen Bemühungen um einen
herstellerunabhängigen Standard für das Digital-TV
werden seit 1993 durch das DVB- Konsortium
koordiniert, einen Zusammenschluss von rund 300
Firmen und Organisationen.

Noch 1997 konnte die «New York Times» von einer
«Schlacht» berichten, die bezüglich Digitalfernsehen
zwischen den USA und Europa ausgefochten werde.
Handelsdelegationen beider Parteien reisten um die Welt,
um in China, Südkorea, Brasilien oder Australien
potenzielle Kunden für ihre jeweiligen Standards zu
gewinnen. Als zwei Jahre später ein Journalist des
«Tages-Anzeigers» glaubte feststellen zu müssen, dass
die Europäer «international das fernsehtechnische
Schlusslicht» bildeten, weil sie sich «einen Teufel um das
Thema HDTV» scherten, war der Durchbruch von DVB
jedoch schon absehbar. Mittlerweile gibt es selbst in den
USA Stimmen, die fordern, das vom Advanced Television
Systems Committee (ATSC) in den achtziger und
neunziger Jahren für die terrestrische Verbreitung von
HDTV-Programmen geschaffene Funkverfahren (Vestigial
Sideband, 8-VSB) sei unbrauchbar und durch die
entsprechende DVB-Technik (Coded Orthogonal
Frequency Division Multiplexing, COFDM) zu ersetzen.

Während sich das ATSC mit zum Teil offenbar unfairen
Tests zu beweisen versucht, dass seine Techniken
gegenüber DVB-T zu bestehen vermögen, und sich unter
dem Namen DTV Application Software Environment
(DASE) bemüht, etwas mit MHP Vergleichbares zu
schaffen, muss es auch noch um die Aufmerksamkeit der
amerikanischen Konsortien für digitales Satelliten-
oderKabel-TV ringen. Unter dem Dach des
amerikanischen National Institute of Standards and
Technology (NIST) bemühte sich das ATSC diesen
Sommer um Verständnis bei den Cable Television
Laboratories, der Forschungsanstalt der amerikanischen
Kabelnetzbetreiber, die 1988 auf Initiative von John
Malone gegründet worden war. Doch die Vertreter der
Cablelabs waren nicht zu Kompromissen bereit.

Europäer in den USA

Vergangene Woche gaben die Cablelabs bekannt, dass
sie sich für den europäischen MHP-Standard entschieden
haben. Für den ARD-Vorsitzenden Fritz Pleitgen bedeutet
dieser Entscheid den «endgültigen Durchbruch von MHP».
MHP ist kein eigenständiges Betriebssystem, sondern
eine Programmierschnittstelle, die Zugang zu einer
virtuellen Maschine - einer Java Virtual Machine -
ermöglicht. MHP verträgt sich mit verschiedensten
Betriebssystemen und trifft keine Annahmen über die
Hardwareausstattung einer Set-Top-Box oder eines
Fernsehgeräts. Mit Ausnahme von Microsoft haben alle
wichtigen Anbieter von Betriebssystemen für
Set-Top-Boxen der MHP ihre Unterstützung zugesagt.
Ende August stellten an der Internationalen
Funkausstellung (IFA) in Berlin verschiedene Hersteller
TV-Geräte oder Zusatzgeräte für Fernseher vor, die für
den MHP-Standard vorbereitet sind. Das erste
kommerziell verfügbare MHP-kompatible Gerät dürfte der
Fernseher KD-32NS100 von Sony sein, der dieser Tage
in die Läden kommt.

DVB wurde schon mit GSM verglichen, dem in Europa
entwickelten Mobilfunkstandard, der mittlerweile als
Weltstandard gilt und die Grundlage darstellt, auf der
europäische Mobilfunkfirmen weltweite Bedeutung
erlangen konnten. Doch im Unterschied zum
GSM-Standard, der zumindest auf dem europäischen
Markt von staatlich gestützten Telefongesellschaften per
Dekretdurchgesetzt werden konnte, hängt der
Markterfolg von DVB von der freiwilligen Einsicht aller
Marktteilnehmer ab, dass offene Standards allen nützen.
Der Weg zu dieser Einsicht ist mitunter lang. In
Deutschland versuchte die Kirch-Gruppe jahrelang ein
proprietäres System in den Markt zu drücken, um so die
Kunden ihrer Pay-TV-Angebote daran zu hindern, auch
andere Digital-TV- Sender zu nutzen. Erst vor wenigen
Monaten konnten sich die Verantwortlichen bei der Kirch-
Gruppe dazu entschliessen, MHP-Applikationen auf ihrer
D-Box eine Heimat zu bieten.

Alles ist offen

«Wir wollen einen wahrhaft offenen Standard», sagte
John Malone vergangene Woche inBerlin. Warum aber
nicht MHP? «MHP ist proprietär.» Vorbehalte hat Malone
vor allem gegen Java. Er sei sehr besorgt, dass er sich
mit der Plattform für Set-Top-Boxen Probleme mit dem
geistigen Eigentum anderer Firmen einkaufe und später
mit hohen Lizenzgebühren zur Kasse gebeten werde.
Dieser Einwand erstaunt. Viele derin der
Computerbranche oder in der
Unterhaltungselektronikindustrie relevanten Standards
integrieren geistiges Eigentum einzelner Firmen. Esist
eine wichtige Aufgabe von Standardisierungsgremien, in
solchen Fällen sicherzustellen, dass jeder Interessierte
das entsprechende geistige Eigentum ohne langwierige
Verhandlungen, diskriminierungsfrei und unter fairen
Bedingungen lizenzieren kann.

Der Seitenhieb gegen Sun erstaunt umso mehr, als sich
Malone vor knapp drei Jahren den Medien noch als
begeisterter Java-Jünger präsentierte. Als Chef der
Kabel-TV-Unternehmen Tele- Communications Inc. (TCI)
hatte Malone damals eine Java-Lizenz gelöst, um auf
dieser Basis Set- Top-Boxen für interaktives Fernsehen
zu entwickeln. «Wir sind erfreut, dass wir mit Java
arbeiten können, um eine Softwareumgebung für
TV-Applikationen zu entwickeln, die neuartige Funktionen
in einer nicht proprietären Weise zur Verfügung stellen»,
liess sich Malone damals in einer Medienmitteilung
zitieren, die Sun anlässlich der Consumer Electronics
Show in Las Vegas verteilte. Was Sun damals weniger
freute, war, dass Malone wenige Tage später ein
Abkommen auch mit Microsoft schloss und Windows CE
als Betriebssystem für Set-Top-Boxen lizenzierte.
«Dieses Abkommen befähigt die Kabelindustrie,
neuartige interaktive Inhalte und Dienstleistungen
anbieten zu können», liess sich Malone damals in einer
Medienmitteilung zitieren, die Microsoft ebenfalls noch
während der Consumer Electronics Show in Las Vegas
unter die Leute brachte.

Welche Set-Top-Box möchte also Malone in die
deutschen Wohnzimmer stellen? In einem Interview mit
dem «Spiegel» versprach Malone im September seinen
deutschen Kunden «eine Art internetfähige
Hochgeschwindigkeits-Multimediamaschine». «Wir
werden vermutlich die Set-Top-Box nutzen, die sich in
den USA als Standard durchgesetzt hat.» Welchen
Standard meint Malone? MHP, das letzte Woche von den
Cablelabs adaptiert wurde? Eine E-Mail-Anfrage bei der
deutschen Niederlassung wirft mehr Fragen auf, als dass
sie beantwortet: «MHP ist ein sehr gutes Betriebssystem
für Set-Top-Boxen. Wir begrüssen einen gemeinsamen,
offenen Standard. In unserer Startphase werden wir
auch einen Decoder mit offenem Standard einsetzen.
DiesesGerät wird MHP-kompatibel sein und kann
entsprechend aufgerüstet werden. MHP werden wir
anfangs jedoch nicht einsetzen.»

23. November 2001


Aus NZZ Online

mfG Serang
@noch-n-zocker



Wichtiger als die Finanzkennzahlen werden m.E. im folgenden Quartalsbericht die Zahlen zur Akzeptanz der neuen Kabeldienste sein. Dazu gibt es leider keine Analystenschätzungen. Die Bewertung von Primacom, die Bewertung von Multikabel, die Profitabilität von Internet u. VoD (und in NL auch Telefonie), das Ausmaß und die Geschwindigkeit des zukünftigen Wachstums (insbesodere in D) u.v.m. hängen von diesen Werten ab!

Möglicherweise nennt uns das Primacom-Management auch erstmals brauchbare Planzahlen für die Zukunft. Das ist es, was zu Transparenz führt. Transparenz führt zu Sicherheit. Transparenz und Sicherheit führen zu einer fairen Börsenbewertung. Und nebenbei bemerkt: eine faire Börsenbewertung beschleunigt die Fusion mit EWT. Sollte sich der Aktienkurs bis Mitte Dezember nicht erholt haben, ist das Thema Fusion erstmal abgehakt und wir können uns dem Thema "Abschaffung der Firmenwertabschaffung bei Bilanzierung nach US-GAAP" mit den damit einhergehenden erheblichen Auswirkungen auf das Bilanzbild von Primacom und der daraus folgenden Zunahme der Bedeutung der Kennzahl EBITDA und Kurs/EBITDA-Verhältnis (!!) zuwenden. An dieser Stelle herzlichen Dank an RaymondJames und Kamischke für den kleinen Vorgeschmack im Primacom Thread 98.

Meryll.
Abschaffung der FirmenwertABSCHREIBUNG sollte das heißen, nicht Firmenwertabschaffung. :)
Zur Vertiefung speziell für Primacom auch Neue Bilanzregeln führen zu Gewinnanstieg

Thread: Neue Bilanzregeln führen zu Gewinnanstieg

Ciao Kamischke
@alle

so, ich habe meine Drohung wahrgemacht und bin heute nochmals mit einer kleineren Position bei 3,95 € ´rein.

Auf das die Q3 Zahlen und die mittlere Zukunft mir doch irgendwann den break-even ermöglichen:yawn:!

bis denne
ups, da habe ich mich doch beim smilie vertan, zum gähnen finde ich das ganze nun doch nicht

also ;)

bis denne
Lese interessiert mit. Da Merryll schon so oft von Akzeptanz gesprochen hat, beisp. die These aufgeworfen hat, die Akzeptanz sei in Holland (vermeintlich) höher, habe ich folgende (Verständnis-)frage an ihn:

@Merryll

Was genau meinst Du mit "Akzeptanz", insbesondere bezogen auf (Breitband-)Internet?

* die allgemeine Marktdurchdringung, d.h. der prozentuale Anteil der Internet-Nutzer, gemessen an der Gesamtbevölkerung?

(ist m.E. im wesentlichen primär eine Frage der Tarifierung, noch vor gar nicht langer Zeit war Internet in Deutschland noch extrem teuer. Ich erinnere mich noch an die Modem-Einwahl nachts zum teuren Regio-50 Tarif. Und auch heute noch gibt es keine flächendeckendem Flatrates in Deutschland, wie es inzwischen nation-wide in Großbritannien der Fall ist ).

* die Markdurchdringung bei Breitband-Internet, z.B. prozentualer Anteil der Breitband-Nutzer an der Gesamtbevölkerung.

ebenfalls eine Frage der Tarifierung, und vor allem der Verfügbarkeit.

* Akzeptanz im Sinne von Nachfrage gezielt nach Breitband-Internet via TV-Kabel.

Wenn man hier den Vergleich Deutschland<>Holland zieht, ist natürlich zu berücksichtigen, daß die Holländischen Kabelbetreiber von sich aus viel motivierter waren, Breitband-Internet zu attraktiven Konditionen anzubieten.
Bezeichnenderweise sind ja auch Primacoms Konditionen in den Niederlanden deutlich attraktiver als die Tarife in Deutschland.

Paradox ist hier übrigens folgendes: Wenn die Nachfrage in den Niederlanden tatsächlich höher ist, dann ist eigentlich unverständlich, wieso Primacom nicht die umgekehrte Tarifstrategie anwendet. :confused:

D.h. eher teurere Angebote in den Niederlanden und dafür Verbesserung des Angebotes in Deutschland, um hier die Nachfrage anzukurbeln. Nachfrage ist bekanntlich eine Funktion des Preises und der für den Preis gebotenen Leistung.

Krisenmanager
@Merryll

Deinen Bemerkungen zu (mehr) Transparenz, und wieso diese wichtig ist, kann ich auf der ganzen Linie nur zustimmen.

Ist übrigens genau das, was ich hier in meinen früheren Postings u.a. gefordert hatte.

Krisenmanager
@Krisenmanager

Zu Deiner Frage:

Unter Akzeptanz verstehe ich in diesem Zusammenhang die Anzahl der Nutzer der neuen Leistungen von Primacom (Digitalkunden) im Verhältnis zur Anzahl der Ready-for-Service-Anschlüsse. Diese kennzahl interessiert mich insbesondere im Zusammenhang mit Ammortisations- und Wachstumsgesichtspunkten.

Marktanteil bzw. Grad der Marktdurchdringung ist nach meinem Dafürhalten die Anzahl der Digitalkunden im Verhältnis zur Gesamtzahl an Haushalten in D bzw. NL. Diese Kennzahl interessiert mich wenn es um das Theme Marktmacht geht.

Die Bezugsgröße kann dabei beliebig gewählt werden: Ich differenziere dabei in Anlehnung an das Leistungsspektrum von Primacom: Analog-TV, Digital-TV, VoD, Internet, Telefonie...



Was die Tarifierung von Internet angeht: Das Pricing wird heutzutage nicht nachfrageorientiert vorgenommen, sondern marktorientiert. Dabei ist zu beachten, daß nicht nur Nachfrager (Kunden) Marktteilnehmer sind, sondern auch alle Anbieter die im selben relevanten Markt tätig sind. Daher ist bei der Preispolitik das konkrete Marktumfeld zu berücksichtigen. Wenn Du also der Meinung sein solltest, daß die Preispolitik von Primacom verbesserungswürdig ist, mußt Du m.E. zunächst das Marktumfeld in den 3 Clustern NL, Mainz/Wiesbaden und Leipzig darstellen. Aber - lass es Dir von jemandem gesagt sein, der ein halbes Jahrzehnt in der Branche Geld verdient hat, Du kannst mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, daß genau dies das erste war, was ein Primacom-Marketing-Manager (inkl. aller weiteren Facetten der Konkurrenzanalyse) getan hat.




Meryll.
`FAZ`: ARD will sich gegen Kabelnetzverkauf an Liberty einsetzen

Frankfurt/Main (dpa-AFX) - Die ARD will sich nach einem Zeitungsbericht gegen den Verkauf des Großteils des deutschen Fernsehkabelnetzes an den US-Medienkonzern Liberty Media einsetzen. In einer schriftlichen Stellungnahme beim Bundeskartellamt werde ihr Haus kommende Woche für die Untersagung des Verkaufs plädieren, sagte eine ARD-Sprecherin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe).

Liberty will rund 60 Prozent des Kabelnetzes der Deutschen Telekom für 5,5 Milliarden Euro kaufen. Das Geschäft steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Der US-Konzern will auch beim Bezahlfernsehen Premiere World der Kirch-Gruppe einsteigen. Auch diese Transaktion wurde beim Bundeskartellamt angemeldet.

Die RTL Group hatte bereits vor einer Preiserhöhung und einer Verknappung des Angebots im Kabelnetz als mögliche Folge der Übernahme gewarnt. Die deutschen Medienwächter forderten das US-Unternehmen auf, Chancengleichheit zu sichern.

Quelle:http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news.htm?id=101123…

Ciao Kamischke
primacom ein goodwill-opfer?
im gegenteil!
der liberty-deal hat was gutes, auch wenn er nicht zustandekommen sollte: er hat den marktwert von kabelnetzen aufgedeckt
der von der dt. telekom gezahlte preis wird sich (aufgeschlüsselt) als referenzpreis positiv auf die 2002 anstehende bewertung der primacom-beteiligungen zu (geschätzten) aktuellen marktwerten auswirken, so dass die beteiligungen nicht im befürchteten umfang nach US-GAAP2002 nochmals (sonder-)wertberichtigt werden müssen (primacom hat schon im geschäftsjahr 2000 erhebliche goodwill-abschreibungen vorgenommen, die letztlich zu einem jahresfehlbetrag von 64,3 mio. euro führten)
da nach US GAAP2002 eine lineare (also kontinuierliche) abschreibung des goodwill entfällt (bei telekom-unternehmen jährl. 10%), fällt ein signifikanter dauerbelastungsfaktor des primacom-ergebnisses zukünftig weg!
nota bene: goodwill (geschäftswert) ist der wert, den ein käufer über den substanzwert des Kaufobjektes hinaus bezahlt
HB BERLIN. Liberty hat sein Interesse, den 22 % großen Anteil von Rupert Murdoch an Premiere zu übernehmen, am vorvergangenen Freitag beim Kartellamt angemeldet, ohne dies mit der Kirch-Gruppe am Vortag abzustimmen, als sich Liberty-Chef John Malone und Leo Kirch trafen. Murdoch könne seinen Premiere-Anteil aber nur mit Zustimmung Kirchs verkaufen, sagte ein Kirch-Sprecher.
Grundsätzlich, hieß es in den Kartellamtskreisen, sei es problematisch, dass Liberty sowohl die Kabelnetze betreiben als auch eigene Inhalte anbieten wolle. Bisher habe man dies nicht als gravierend angesehen, weil Libertys Medienbeteiligungen in Deutschland marginal seien. Eine Beteiligung am einzigen Pay-TV-Sender Deutschlands würde dieses Bild jedoch deutlich verändern. Allerdings hatte Liberty in seiner Anmeldung des Telekom-Deals, die dem Handelsblatt vorliegt, bereits die Absicht bekundet, weiterer Minderheitsanteile an Inhalteanbietern zu erwerben.
Dem Kartellamt werde es erschwert, die Abwägungsklausel zugunsten Libertys einzusetzen, hieß es in den Kreisen. Diese Klausel sieht vor, dass das Kartellamt eine marktbeherrschende Stellung in einem Markt hinnehmen kann, wenn gleichzeitig in einem benachbarten Markt mehr Wettbewerb entsteht. Wie Kartellamts-Präsident Ulf Böge vor einer Woche sagte, könnte ein Monopol im Kabelmarkt durch die Öffnung des Kabels für Internet und Telefonie ausgeglichen werden. Der beabsichtigte Einstieg bei Premiere zeigt nach Angaben der Kreise jedoch, dass Libertys Strategie auf die Verbindung von Inhalten mit dem Vertriebsweg Kabel abziele und ein Ausbau für breitbandige Internet-Dienste und Telefonie wohl nicht stattfinde.
Die Fernsehveranstalter fürchten bereits, dass Liberty ihren Programmen im Kabel die schlechten Plätze zuweisen könnte. Zuletzt kündigte am Wochenende ARD-Intendant Fritz Pleitgen an, beim Kartellamt auf eine Untersagung des Liberty-Einstiegs drängen zu wollen.
Gerüchte, nach denen bei einer Untersagung des Kartellamts Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) den Telekom-Liberty-Deal per Ministererlaubnis durchsetzen werde, wies das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag zurück. Darüber werde nicht diskutiert, sagte ein Sprecher.
Ein Verbot des Liberty-Deals würde für die Deutsche Telekom AG einen Einnahmeausfall von 5,5 Mrd. Euro bedeuten, den das Unternehmen im kommenden Jahr zum Abbau seiner Schulden vorgesehen hat. Branchenexperten sind sich allerdings sicher, dass es kein Problem sei, andere Kaufinteressenten zu finden. So könnte die Deutsche Bank vorhandene Konzepte für einen zu gründenden Kabelnetzbetreiber aus der Schublade ziehen. Ein Konzept sieht vor, ein Unternehmen aus Telecolumbus und dem UPC-Deutschland-Kabelgeschäft zu bilden, dafür zusätzlich Primacom zu gewinnen, und die passenden Regionalgesellschaften der Telekom hinzuzukaufen, „falls die Liberty-Transaktion nicht abgeschlossen wird“, heißt es in einem Konzeptpapier von Ende Oktober 2001. Erst danach entschied sich die Deutsche Bank für einen Verkauf von Telecolumbus-Anteilen an Liberty. Der wird allerdings nur wirksam wird, wenn Liberty das Telekom-Kabel kaufen kann.
Als möglicher weiterer Interessent für Teile des Telekom-Kabels könnte Bosch Telecom auftreten. Das Unternehmen hat erst kürzlich entschieden, zu einem der großen Player am deutschen Kabelmarkt werden zu wollen. Konkrete Kaufpläne gibt es bei Bosch allerdings nicht.
In London hält zudem der Finanzmakler Compere Associates sein Interesse an allen noch nicht verkauften Teilen des Telekom-Kabels aufrecht, wie Compere-Chef Tom Crema dem Handeslblatt am Wochenende betätigte. Allerdings ist von allen Interessenten zu hören, dass sie den Liberty-Preis von 5,5 Mrd. Euro für 60 % des Telekom-Kabels für viel zu hoch halten.
HANDELSBLATT, Sonntag, 25. November 2001, 19:02 Uhr
Kirch lehnt Einstieg von Liberty in geplanter Form ab

Ismaning (vwd) - Die KirchGruppe lehnt den Einstieg des US-Medienunternehmens Liberty Media Corp, Englewood, ins deutsche Kabelnetz in der bislang geplanten Form ab. Dieser würde ansonsten zu einer marktbeherrschenden Stellung führen, erklärte ein KirchSprecher am Montag auf Anfrage von vwd. Die KirchGruppe werde Anfang dieser Woche dem Bundeskartellamt eine entsprechende Stellungnahme übermitteln. Die Kartellbehörde muss den Erwerb des Kabelnetzes, für das Liberty rund elf Mrd DEM an die Deutsche Telekom AG zahlt, noch genehmigen. Dahinter steht jedoch noch ein Fragezeichen, da Liberty als Anbieter von Programminhalten gleichzeitig einen erheblichen Teil des Kabelnetzes kontrollieren würde.



Der Ismaninger Medienkonzern befürchtet unter anderem, dass die Wahl einer nichtoffenen Decodertechnik zu einem nahezu vollständigen Ausschluss des Wettbewerbs führt. Der Sprecher bekräftigte erneut, die KirchGruppe begrüße grundsätzlich neue Investitionen, die zum Ausbau des heutigen Kabelnetzes beitragen. Zum geplanten Einstieg von Liberty haben bereits die ARD und Bertelsmann/RTL ihre Bedenken beim Bundeskartellamt angemeldet.



Öffentlich-rechtliche und private Sender hatten sich in Deutschland kurz vor dem Verkauf gut der Hälfte des deutschen Fernsehkabelnetzes durch die Telekom an Liberty Media auf einen den MHP (Multimedia Home Plattform)-Standard geeinigt. Liberty Media hatte angekündigt, diesen aus Kostengründen nicht einführen zu wollen.

Quelle:http://www.vwd.de/news/unternehmen/334648.html

Ciao Kamischke
EU erlaubt Investorengruppe Kauf zweier Telekom-Kabelnetze

Brüssel (vwd) - Zwei private Investmentgruppen aus den USA und Kanada dürfen nach einer Entscheidung der Europäischen Kommission die TV-Kabelnetze der Deutsche Telekom AG, Bonn, in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg übernehmen. Die Übernahme durch die US-Gruppe Blackstone und die kanadische Caisse de Depot et Placement de Quebec (CDPQ) führe lediglich dazu, dass die beiden die bisherige Position der Deutschen Telekom beim Fernsehkabelnetz in den beiden Bundesländern einnehmen, teilte die EU-Behörde am Montag mit.



DeTeKabelService Baden-Württemberg GmbH & Co KG und DeTeKabelService Nordrhein-Westfalen GmbH & Co KG sind beide indirekte Töchter der Deutschen Telekom und für die TV-Übertragung von der Haustür bis zum Fernsehapparat zuständig. Blackstone und CDPQ haben nach weiteren Angaben der Kommission bereits im vergangenen Jahr Teile des Kabelnetzes in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erworben.

Quelle:http://www.vwd.de/news/wirtschaft_politik/334753.html

Ciao Kamischke
Verkauf der Telekom-TV-Kabelnetze an Liberty Media stark gefährdet

(dpa-AFX) Der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, sieht einem Pressebericht zufolge offenbar kaum noch Chancen für den Einstieg des US-Unternehmens Liberty Media in den deutschen Fernsehkabelmarkt. Grund dafür seien Bedenken gegen die Übernahme der TV-Kabelnetze bei gleichzeitigem Erwerb eines Minderheitsanteils am Pay-TV-Sender Premiere. Dies berichtete die `Berliner Zeitung` (Dienstagausgabe) vorab. Ein Kauf lediglich der 10 Millionen Kunden zählenden Kabelnetze hätte zu keiner Verschlechterung im Wettbewerb geführt, sagte Böge dem Blatt. Schließlich hätte ja schon der Verkäufer, die Telekom, über eine Monopolstellung verfügt.

Auch an den Fernsehaktivitäten von Liberty Media in Deutschland störe sich das Amt kaum. Schließlich würde mit dem US-Konzern ein weiterer Wettbewerber im Fernsehen auf den Plan treten und damit grundsätzlich der Wettbewerb gestärkt, machte Böge deutlich. Der Antrag von Liberty Media aber, auch den 22-prozentigen Minderheitsanteil der australischen News Corp am einzigen deutschen Bezahl-Fernsehsender Premiere übernehmen zu wollen, bereite nun dem Kartellamt Probleme, hieß es. Grund dafür sei die Schwierigkeit, jetzt noch zu Gunsten von Liberty die sogenannte Abwägungsklausel einzusetzen.

Diese Klausel erlaubt es dem Kartellamt, Übernahmen selbst dann zu genehmigen, wenn sie zu einer marktbeherrschenden Stellung führen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass in benachbarten Märkten mehr Wettbewerb entsteht. "Die Abwägungsklausel wird vom Bundeskartellamt nur dann heran gezogen, wenn die Unternehmen entsprechende Vörschläge unterbreiten", erläuterte Böge. Bei der Genehmigung des Kabel-Deals hätte Liberty laut Beobachtern vor allem das Angebot geholfen, das Kabelnetz so aufzurüsten, dass darüber auch Telefon- und Internetdienste genutzt werden können.

Dadurch würde es zu zusätzlichem Wettbewerb im Telefon-Ortsnetz kommen, das bisher die Telekom beherrsche, schreibt die Tageszeitung. Auch Vorschläge, mehr Wettbewerb im Fernsehsektor zu erzeugen, hätten Liberty wohl geholfen. "Wegen des beabsichtigten Einstiegs bei Premiere erwarte ich nicht, dass noch Vorschläge von Liberty gemacht werden", so Böge. Das Bundeskartellamt will im Januar eine Entscheidung in dem Übernahmeverfahren bekannt geben.

Quelle:http://de.internet.com/artikel/index.jsp?2010464

Ciao Kamischke
@cyberbob

Gestern Abend lief auf Bloomberg TV im Ticker folgende kurze Meldung:

"UPC benötigt mehr Bedenkzeit zur Entscheidung über die Fusion mit Primacom"

(nicht wortwörtlich, aber in dem Sinne)

Was ist denn nun Fakt? M.E. deutet es auf einen Winkelzug von Malone hin, wie auch im genannten Artikel erwähnt.

Ich bin aber ob des ganzen hin und her mittlerweile ziemlich ratlos, was man von der ganzen Situation halten soll.

bis denne
@mikojan

http://quote.bloomberg.com/fgcgi.cgi?T=marketsquote99_news.h…

PrimaCom, UPC Withdrew German Merger Application (Update1)
By Julia Werdigier


Frankfurt, Nov. 26 (Bloomberg) -- PrimaCom AG and United Pan- Europe Communications NV withdrew an application filed with the German cartel office to clear the merger of the German cable- television company with UPC`s EWT/TSS cable unit.

The two companies withdrew the application because they need more time to discuss details of the merger, PrimaCom spokesman Alexander Hoffmann said in an interview, adding that the negotiations between PrimaCom and UPC are continuing.

The companies give themselves until Dec. 15 to agree on details and may file another merger application with the cartel office, Hoffmann said. The companies won Dutch approval of the combination in July.

The withdrawal of the clearance application comes after PrimaCom and UPC have twice extended merger talks in the past. Financial Times Deutschland reported in August that Liberty Media Corp., which agreed to buy a controlling stake in UPC`s parent company UnitedGlobalCom Inc., is itself preparing an offer for PrimaCom.

Liberty is currently awaiting the cartel office`s clearance for its 5.5 billion euros acquisition of six German cable networks. The cable-TV company run by John Malone has been looking to expand further in Germany and agreed to buy part of Deutsche Bank AG`s TeleColumbus cable unit.

PrimaCom`s second-quarter loss more than doubled to 25.8 million euros ($22.7 million) on asset writedowns, it said in August. A merger with UPC`s EWT unit will help the company boost its operating business and get financing, analysts have said.

PrimaCom`s shares were unchanged at 4.08 euros, valuing the company at about 80.8 million euros. The shares have fallen 65 percent this year while the Neuer Markt index has declined 54 percent. UPC stock fell as much as 2 cents, or 3.28 percent, to 59 cents.
http://www.heise.de/newsticker/data/wst-27.11.01-000/

Meldung vom 27.11.2001 10:07

Verkauf der Telekom-TV-Kabelnetze an Liberty Media fraglich

Das Bundeskartellamt sieht offenbar kaum noch Chancen für den Einstieg des US-Unternehmens Liberty Media in den deutschen Fernsehkabelmarkt. Grund dafür seien Bedenken gegen die Übernahme der TV-Kabelnetze bei gleichzeitigem Erwerb eines Minderheitsanteils am Pay-TV-Sender Premiere, berichtet die Berliner Zeitung am Dienstag.

Liberty will der Deutschen Telekom für 5,5 Milliarden Euro (10,76 Milliarden Mark) sechs Kabelnetze abkaufen. Öffentlich-rechtliche und private Fernsehanstalten hatten protestiert, weil sie Wettbewerbsverzerrungen zu Gunsten von Liberty-eigenen Sendern befürchten. Das Amt will im Januar eine Entscheidung bekannt geben.

Ein Kauf lediglich der 10 Millionen Kunden zählenden Kabelnetze hätte zu keiner Verschlechterung im Wettbewerb geführt, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge der Zeitung. Schließlich hätte schon der Verkäufer, die Telekom, über eine Monopolstellung verfügt. Auch an den Fernsehaktivitäten von Liberty Media in Deutschland störe sich das Amt kaum. Schließlich würde mit dem US-Konzern ein weiterer Wettbewerber im Fernsehen auf den Plan treten und damit grundsätzlich der Wettbewerb gestärkt.

Der Antrag von Liberty Media aber, auch den 22-prozentigen Minderheitsanteil der australischen News Corp am einzigen deutschen Bezahl-Fernsehsender Premiere übernehmen zu wollen, bereite nun dem Kartellamt Probleme, hieß es. Grund dafür sei die Schwierigkeit, jetzt noch zu Gunsten von Liberty die so genannte Abwägungsklausel einzusetzen. Diese Klausel erlaubt es dem Kartellamt, Übernahmen selbst dann zu genehmigen, wenn sie zu einer marktbeherrschenden Stellung führen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass in benachbarten Märkten mehr Wettbewerb entsteht.

Bei der Genehmigung des Kabel-Deals hätte Liberty vor allem das Angebot geholfen, das Kabelnetz so aufzurüsten, dass darüber auch Telefon- und Internetdienste genutzt werden können. Dadurch würde es zu zusätzlichem Wettbewerb im Telefon-Ortsnetz kommen, das bisher die Telekom beherrscht. Auch Vorschläge, mehr Wettbewerb im Fernsehsektor zu erzeugen, hätten Liberty wohl geholfen. "Wegen des beabsichtigten Einstiegs bei Premiere erwarte ich nicht, dass noch Vorschläge von Liberty gemacht werden", sagte Böge. (dpa) / (wst/c`t)
http://www.berlinonline.de/aktuelles/berliner_zeitung/wirtsc…

Dienstag, 27. November 2001

MEINUNG

Malones Poker ums Kabelnetz
Thomas H. Wendel

Wer John Malone beim Pokern ums Fernsehkabel beobachtet, mag kaum glauben, dass der Liberty-Chef als einer der gerissensten Manager der Welt gilt. Mit stümperhaftem Auftreten hat er es geschafft, die deutsche Medienbranche geschlossen gegen die von Liberty beabsichtigte Übernahme der Telekom-Kabelnetze aufzubringen. Die Tinte unter dem Kaufvertrag im Wert von 5,5 Milliarden Euro (10,76 Milliarden Mark) war kaum trocken, da schien Liberty alle Befürchtungen zu bestätigen, das Unternehmen wolle in Wahrheit nur den eigenen TV-Sendern unlautere Vorteile verschaffen: Private und öffentlich-rechtliche Anstalten übten zu Recht den Schulterschluss, als Malone androhte, einen eigenen Standard für das künftige Digital-TV einzusetzen - was Liberty-Sendern Wettbewerbsvorteile bescheren würde.
Aber Malone legte nochmals nach: Mit Medienmogul Rupert Murdoch sprach er ab, den von Murdochs News Corporation gehaltenen Anteil am Pay-TV-Kanal Premiere zu übernehmen - und das hinter dem Rücken von Premiere-Mehrheitseigentümer Leo Kirch. Begreiflich, dass Kirch das als Angriff ansieht. Auch Kartellamtschef Ulf Böge, der den Kabelnetz-Kauf noch genehmigen muss, kann daraus nur einen Schluss ziehen: Liberty will das Kabel dazu nutzen, seinen Sendern eine marktbeherrschende Stellung zu verschaffen.

Böge wird darauf reagieren müssen. Etwa mit der Auflage, auf Premiere zu verzichten. Oder das Kabelnetz so aufzurüsten, dass darüber telefoniert werden kann. So käme wenigstens Schwung in den Wettbewerb im Telefon-Ortsnetz. Aber das würde Malone zusätzlich Geld kosten. Der Liberty-Chef würde von der Telekom einen Preisnachlass verlangen können. Vielleicht aber hatte Malone nur einen Preisabschlag im Visier. Der Streit um den Kabelzugang wäre dann nichts als fauler Budenzauber gewesen. Und Malone wäre seinem Ruf gerecht geworden, ein gerissener Manager zu sein. Seite 28
Was in diesem Sektor abgeht hat nichts mit Stümperhaftigkeit zu tun!
Vielleicht für Spekulanten im Moment wenig durchsichtig, aber im Interesse des einzelnen Unternehmen ist es wichtig alle Optionen offen zu halten.
Vielleicht agiert Malone nach dem Motto:
"Unmögliches fordern um mögliches zu erreichen?!"
Wenn ich die unten aufgeführten Meldungen richtig interpretiere, dann können durch den Rückzug bei Kirch eine Einigung bei Telekomdeal möglich sein!
Wer weiß was dieser Malone nun wirklich will??
Bevor der Hauptplayer keine Farbe bekennt, sollten auch alle anderen Optionen auf Wartestellung gehen.
Und so verhalten sich auch die Akteure.
Das ist doch spannender als jeder Krimi, oder?

wine
@winetrader
du sprichst mir aus der seele. dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.



@all

das der antrag beim bkarta zurückgezogen wurde ist meiner einschätzung nach nur formeller natur (stand ausserdem schon letzte woche im hb und war nur eine kurze randnotiz wert).

kenner der materie - wie die alten hasen in diesem board - wissen, daß liberty media am zustandekommen der fusion sehr interessiert ist. ich nehme an, daß die stritzl-famillie, die ewt an upc deutschland gegen 25% cash und 75% upc-germany-aktien eingetauscht hat und damit einen maßgeblichen einfluss besitzt, aufgrund des starken (und m.e. fundamental nicht nachvollziehbaren) kursverlustes der primacom seit frühjahr mißtrauisch geworden ist. vielleicht spielen diesbezüglich auch bilanztechnische dinge eine rolle, denn ewt ist nicht börsennotiert und es kann somit der wert auf alternativen märkten (kabeltransaktionen der letzten zeit) oder der substanzwert als wertansatz herangezogen werden. infolge der fusion wäre ewt allerdings der viel niedrigeren börenbewertung unterworfen. zwischen den gezahlten preisen bei kabelnetzkäufen und der bewertung aller europäischen kabelnetzbetreiber (!!!) an den börsen herrscht schliesslich seit mind. 1 jahr eine erhebliche diskrepanz - oder wie es vorstand wolfert auf der pcag-hv sinngemäß formulierte: kabelnetzbetreiber werden derzeit auf offenen märkten deutlich niedriger bewertet, als auf geschlossenen märkten.
daher wird abgewartet, bis sich der kurs der primacom erholt hat. die letztmalig verlängerte frist reicht bis zum 15. dezember. möglicherweise erwartet primacom einen positiven effekt auf den aktienkurs, wenn am donnerstag die q3-zahlen bekanntgegeben werden.
a propos alte hasen - ich wüsste gerne was insbesondere alterhaase von der these hält.

wie winetrader schon sagte - es bleibt spannend.

meryll.
@mikojan:

Glanz gleich, wie und ob sich die TV-Kabeltechnologie in Deutschland durchsetzen wird oder nicht:

Jeder sollte sich vor einem Investment bei Primacom fragen, ob er/sie noch Vertrauen in die Kompetenz und den Willen zum Erfolg der Unternehmensführung hat und ob das Ergebnis auch im Interesse der Aktienäre stehen wird.

Im Moment sind die Karten verteilt und das Spielende völlig offen.

CB
@cyberbob

Du hast natürlich prinzipiell Recht, rein rational betrachtet (der berühmte homo oeconomicus).

Als Aktionär (und somit leider nicht mehr nur rational handelnd, denn Verluste tun weh...) der pc frage ich mich jedoch zunehmend, warum gerade aus der Vorstandsetage der pc so wenig konkretes zu hören ist?

Desweiteren habe ich schon den Eindruck, daß der Kurs gedeckelt wird. Wer wiederum hat ein Interesse an einem niedrigen pc Kurs?

Malone allein oder wer noch?

Meryll erwähnt mal die Möglichkeit einer Interessenslage des Vorstandes der pc, welche u.U. außerhalb des Unternehmens liegen könnte (wenn ich mich recht erinnere).

Wie schon richtig bemerkt, das Spielende ist völlig offen.

bis denne
ANALYSE/Meldung von gefährdetem Kabel-Verkauf nicht überbewerten
"Säbelrasseln" - so kommentiert ein Analyst die Stellungnahme des Präsidenten des Bundesamts für Kartellwesen, Ulf Böge, wonach ein Verkauf des Kabelnetzes der Deutschen Telekom an Liberty Media "gefährdet" sei. Liberty Media hatte angekündigt, zugleich auch den 22-prozentigen Anteil der australischen News Corp am Bezahlfernsehsender Premiere übernehmen zu wollen. Damit drohen Kabel und Content in dieselben Hände zu gelangen, was das Bundeskartellamt zu verhindern sucht. Die Ankündigung, den Premiere-Anteil zu übernehmen, wird von Analysten als "Pokerspiel" bezeichnet. Die US-Amerikaner wollten ausloten, wie weit sie gegenüber dem Kartellamt gehen können.



Demzufolge messen fünf von vwd befragte Analysten der aktuellen Meldung keine große Bedeutung bei. Ein Analyst sagt allerdings, bereits seit einer Woche sei der Verkauf fraglicher geworden, er gehe nur noch von einer Chance 50 zu 50 aus, ein anderer glaubt nach wie vor an den Verkauf. Liberty Media werde wegen des 22-Prozent-Anteils an Premiere den Deal nicht platzen lassen.



Die Deutsche Telekom wollte mit dem Verkauf von Liberty Media ihren Schuldenstand von netto 63 Mrd EUR um 5,5 Mrd EUR verringern. Auch wenn der Deal nicht zustande komme, sei die Auswirkung auf die Deutsche Telekom begrenzt, sagen die Analysten. Es seien andere Interessenten denkbar, ein Analyst nennt das US-Unternehmen Callahan. Ein Analyst hält sogar eine veränderte strategische Ausrichtung der Telekom nicht für ausgeschlossen, wonach sie möglicherweise am Kabel festhalten werde. Von seiten des Bundeskartellamts gibt es lediglich die Auflage, das Netz in einer eigenen Gesellschaft zu betreiben, was bereits erfolgt sei. Ein Verkauf sei nicht unabdingbar.



Die anderen Analysten erachten diese Lösung aber als unwahrscheinlich. Die Meldung gebe keinen Anlass, am Rating etwas zu verändern. Auf die Bonität der Schulden könne sie jedoch Einfluss nehmen, sagen die Experten.


+++ Ralf Zerback

vwd 27.11.01
Guten Morgen,

ich schwanke hinsichtlich eines Investments in primacomm hin und her,
beobachte den Wert auch noch nicht lange genug um hier gut durchzublicken,
er scheint mir jedoch auf alle Fälle interessant zu sein.
Könnte mal jemand von Euch so freundlich sein stichpunktartig darzulegen,
was FÜR und was GEGEN eines Investments spricht

danke und Gruß

KarlsErbe
Der Kommentar in der FTD von Dienstag beleutet auf anschauliche Weise um was z.Zt. im Kabelsektor geht.

wine
Die politische Vorhut??

wine


Ministerin fordert notfalls Sondererlaubnis für Liberty Media
München (vwd) - Die Bundesregierung soll der Liberty Media Group Inc, New York, notfalls eine Sondererlaubnis gewähren, falls das Bundeskartellamt die Kabel-Aufkäufe des US-Konzerns untersagt. Das forderte die niedersächsische Wirtschaftsministerin Susanne Knorre im Gespräch mit der "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe). Zuständig dafür wäre Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, der mit einer Minister-Erlaubnis ein Veto des Kartellamts gegen die Pläne von Liberty außer Kraft setzen könnte, wird erläutert. "Ich hoffe, dass Müller hier durchgreift", wird Knorre zitiert. Das Engagement von Liberty sei unabdingbar.

"Wir würden sonst die Chance verschenken, das Kabel zum Multimedianetz mit Internetanschluss und später sogar zum Telefonanschluss zu entwickeln", sagte Knorre weiter. Scharfe Kritik übte die Ministerin an ARD, ZDF, Kirch und Bertelsmann, die beim Bundeskartellamt auf ein Verbot der Liberty-Pläne drängen. Man dürfe Liberty "nicht dem Medien-Kartell zum Fraß vorwerfen". Nach jahrelangem Suchen habe sich endlich ein Investor gefunden, der die bisher brach liegenden Kabelnetze der Deutschen Telekom übernehmen und ausbauen wolle. Und nun gebe es ein "großes Geschrei" der deutschen Sender, sie könnten von Liberty aus dem Kabel verdrängt werden. Die Furcht ist nach Einschätzung Knorres aber unbegründet, da dies gesetzlich geregelt sei.


vwd/28.11.2001/mr
danke für Deine Hilfsbereitschaft,
war mein Anliegen doch hoch,
habe ich zuviel verlangt ???

viel Spaß noch mit Liberty

KarlsErbe
Privater Rundfunkanbieter: Kein Persilschein für Liberty


Mit scharfer Kritik haben die privaten Rundfunkveranstalter auf Aussagen der niedersächsischen Wirtschaftsministerin Susanne Knorre zu Liberty Media in der `Süddeutschen Zeitung` reagiert. "Die Einschätzung von Ministerin Knorre, dass man Liberty Media `nicht dem Medienkartell zum Fraß vorwerfen` dürfe, ist selbst in der derzeit aufgeregten Diskussion um die neuen Netzbetreiber ein beispielloser Ausfall", so der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation Jürgen Doetz.

Beklagt wird von Doetz weiter das Fehlen jeden Respekts vor der Entscheidung des Bundeskartellamtes Knorre. "Es zeugt von einem zweifelhaften Demokratieverständnis, wenn jetzt bereits im Vorfeld der Kartellamtsentscheidung lauthals nach einer Ministererlaubnis gerufen wird. Es wird immer offenkundiger, dass Liberty Media die Strategie verfolgt, mit der geballten Anmeldung von Beteiligungen an weiteren Kabelnetzen oder Programmveranstaltern einen ablehnenden Bescheid des Bundeskartellamtes zu provozieren - damit schließlich per `Ministerentscheid` ein Freifahrtschein an allen Regulierungsinstanzen vorbei ausgestellt wird", so Doetz weiter.

Die privaten Rundfunkveranstalter wollen diesen Vorgang nach eigenen Aussagen nicht kampflos hinnehmen. Man erwartet nun ein "klares Wort des Bundeswirtschaftsministers, ob jüngst in Berlin bereits Persilscheine für Liberty & Co. zwischen dem Bundeskanzler und John Malone ausgekungelt worden sind", so Doetz wörtlich gegenüber der Presse. Liberty würde zudem als Kabelnetzbetreiber in allen entscheidenden Punkten- wie dem Netzausbau auf 862 MHz und der Einführung von MHP als Standard für Multimedia-Anwendungen auf der Bremse stehen.

Quelle:http://de.internet.com/artikel/index.jsp?2010524

Ciao Kamischke
TABELLE/PrimaCom AG - 3. Quartal/9 Monate 2001

3. Quartal (30.9.) 2001 2000
Umsatz (Mio) 41,8 27,2
Betriebserg. (Mio) (10,3) (5,7)
Erg gew Gesch vSt und
Anteilen Dritter (Mio) (28,3) (12,0)
Nettoergebnis (Mio) (27,9) (19,7)
EBIT (Mio) (10,4) (5,7)
Erg/Aktie (1,41) (1,00)

9 Monate (30.9.) 2001 2000
Umsatz (Mio) 120,3 81,7
Betriebserg. (Mio) (31,2) (14,8)
Erg gew Gesch vSt u.
Anteilen Dritter (Mio) (81,5) (28,4)
Nettoergebnis (Mio) (81,3) (36,8)
EBIT (Mio) (31,2) (14,8)
Erg/Aktie (4,11) (1,87)

- Alle Angaben in EUR.
- Verluste stehen in Klammern.

vwd/12/29.11.2001/ces/mim
29. November 2001, 08:34

PrimaCom AG: 625910
Wieso bringt Primacom nicht vor Börseneröffnung eine adHoc Meldung? Ich hasse diese Unprofessionalität :(
ANALYSE/SES: PrimaCom-Zahlen "in line" (29.11.)
SES Research stuft PrimaCom nach Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal weiter mit "Outperformer" ein. Die Zahlen lägen insgesamt im Rahmen der Erwartungen. Die Erlöse befänden sich leicht über den Prognosen. Die EBITDA-Marge liege leicht unter den Erwartungen, jedoch deutlich über denen der Vorquartale. In den weiteren Quartalen seien weitere Steigerungen absehbar. +++ Manuel Priego Thimmel


vwd/29.11.2001/mpt/gre

29. November 2001, 10:32

PrimaCom AG: 625910
PrimaCom-Verlustausweitung 9 Monate leicht über Prognosen
Mainz (vwd) - Die PrimaCom AG, Mainz, hat in den ersten neun Monaten ihre Verluste noch etwas stärker ausgeweitet als von Analysten erwartet. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, verschlechterte sich das Nettoergebnis auf minus 81,3 (Vorjahr: minus 36,8) Mio EUR. Analysten hatten mit rund minus 78,5 Mio EUR gerechnet. Für das dritte Quartal wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 27,9 (Vj: minus 19,7) Mio EUR aus, was ebenfalls unterhalb der Schätzungen von rund minus 25 Mio EUR lag. Dieser Verlust beinhaltet den Angaben zufolge Abschreibungen von 2,4 Mio EUR sowie einen Personalaufwand aus dem Aktienoptionsplan in Höhe von 1,0 Mio EUR.



Das von PrimaCom ausgewiesene EBITDA belief sich in den ersten neun Monaten auf plus 53,7 (plus 34,9) Mio EUR. Im dritten Quartal betrug dieses Ergebnis 18,6 (10,9) Mio EUR. Die Verschuldung der Gesellschaft lag den Angaben zufolge per 30. September bei 813,3 Mio EUR. 802,6 Mio EUR davon waren offene Bankschulden. Das angepasste EBITDA übersteige damit den liquiditätswirksamen Zinsaufwand von 14,8 Mio EUR für das dritte Quartal und 45,2 Mio EUR für die ersten neun Monate, hieß es.


vwd/12/29.11.2001/ces/mim

29. November 2001, 08:56

PrimaCom AG: 625910
http://www.primacom.de/2-0_unternehmen/2-2_presse/2-2-1_p-mi…


PRESSEMITTEILUNG
PrimaCom Quartals-und Neunmonatsbericht zum 30.September 2001
Umsatz und EBITDA im 3.Quartal gestiegen


Mainz,29.November 2001 – PrimaCom AG ((Neuer Markt Frankfurt,WKN 625910;Nasdaq:PCAG)berichtet heute ihr konsolidiertes Ergebnis (PrimaCom AG und Tochtergesellschaften)für das dritte Quartal und die ersten neun Monate zum 30.September 2001.
Das Ergebnis der Gesellschaft für die ersten neun Monate bezieht die Zahlen der niederländischen Konzerngesellschaft Multikabel ab 1.Oktober 2000 mit ein.

Die Umsatzerlöse im dritten Quartal 2001 in Höhe von € 41,8 Mio.stiegen um 5,2 %gegenüber € 39,7 Mio.im zweiten Quartal 2001.Das EBITDA für das dritte Quartal in Höhe von € 17,6 Mio.stieg um 3,9 % gegenüber € 16,9 Mio.im zweiten Quartal 2001.

Im dritten Quartal 2001 erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse in Höhe von € 41,8 Mio.Dies entspricht einer Erhöhung um 53,5%gegenüber den Umsatzerlösen von € 27,2 Mio.im dritten Quartal 2000.Die Umsatzerlöse für die ersten neun Monate 2001 stiegen um 47,3%auf € 120,3 Mio.gegenüber € 81,7 Mio. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung waren die
erstmaligen Umsatzbeiträge des niederländischen Kabelnetzbetreibers Multikabel sowie die Umsatzerlöse einer Reihe weiterer Akquisitionen in Deutschland nach dem dritten Quartal 2000.Des weiteren wirkten sich Entgelterhöhungen für die analogen Basisangebote sowie das kontinuierliche Wachstum von Highspeed Internet und digitalen Fernsehdiensten positiv auf die Umsatzerlöse aus.

Für das dritte Quartal 2001 belief sich das angepasste EBITDA² auf € 18,6 Mio.im Vergleich zu € 10,9 Mio.im gleichen Zeitraum des Vorjahres,was vor allem auf den Erwerb von Multikabel,Akquisitionen in Deutschland und die verbesserten Ergebnisbeiträge des Digitalfernsehens und der Highspeed Internet-Zugangsdienste zurückzuführen ist.Die Marge des angepassten EBITDA verbesserte sich von 40,0%im
dritten Quartal 2000 auf 44,5%im dritten Quartal 2001.Für die ersten neun Monate 2001 erreichte das angepasste EBITDA € 53,7 Mio.verglichen mit € 34,9 Mio.der gleichen Vorjahresperiode.Die Marge des angepassten EBITDA verbesserte sich von 42,7%in den ersten neun Monaten 2000 auf 44,6%in den ersten neun Monaten 2001.

Der Nettoverlust des dritten Quartals 2001 belief sich auf € 27,9 Mio.oder € 1,41 pro Aktie gegenüber einem Nettoverlust von € 19,7 Mio.oder € 1,00 pro Aktie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.Dieser Verlust beinhaltet € 27,9 Mio.nicht liquiditätswirksame Abschreibungen und Amortisierungen, € 2,4 Mio. nicht liquiditätswirksame Aufwendungen durch eine Verminderung des Fair-Value der Zinssicherungsgeschäfte (Zins-caps und floors)und €1,0 Mio.nicht liquiditätswirksamer Personalaufwand aus dem Aktienoptionsplan der Gesellschaft.Der Nettoverlust der ersten neun Monate 2001 belief sich auf € 81,3 Mio.oder € 4,11 pro Aktie gegenüber € 36,8 Mio.oder € 1,87 pro Aktie in der gleichen Periode des Vorjahres.

________________________________________________
² Ergebnis vor außerordentlichen Aufwendungen und Erträgen,Geschäftsabgängen,Minderheitsanteilen,
Nettozinsaufwand,Steuern,Abschreibungen und Amortisation,nicht liquiditätswirksamen Personalkosten und nicht operativen Aufwendungen abzüglich nicht operativem Ertrag)
Primacom: Outperformer


Die Analysten aus dem Haus SES Research stufen in ihrer heutigen Studie die Aktien von Primacom mit „Outperformer“ ein.
Die von der Primacom heute präsentierten Zahlen für das abgelaufene 3. Quartal würden insgesamt im Rahmen die Erwartung liegen. Die Erlöse seien mit 41,8 Mio. € leicht über unserer Prognose von 40,8 Mio. € gelegen. Dabei würde ein EBITDA (korrigiert um außerordentliche Aufwendungen) von 18,6 (unsere Prognose: 18,7) Mio. € erzielt werden. Das Nettoergebnis liege auf den ersten Blick mit –27,9 Mio. € unter den Erwartung von –24,7 Mio. €. Dies resultiere jedoch insbesondere aus nicht berücksichtigten Aufwendungen aus der Anpassung des Fair Value von Zinssicherungseffekten sowie aus nicht liquiditätswirksamen Personalaufwand durch Stock Options mit einem kumulierten Effekt von 3,4 Mio. €.

Daher liege auch das Nettoergebnis in line. Die EBITDA-Marge (angepasst) liege mit 44,5 % leicht unter den Erwartung der Analysten von gut 45 % jedoch wie erwartet deutlich über denen der Vorquartale. In den kommenden Quartalen seien diesbezüglich weitere Steigerungen zu erwarten. Nach den präsentierten Ergebnissen sehen die Analysten keinen Anlass, die Prognosen oder das Rating zu ändern. Sie verbleiben mit „Outperformer“.

Quelle:http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news.htm?u=0&p=0&k…

Ciao Kamischke
dpa-AFX-Nachricht (Deutschland)

Donnerstag, 29.11.2001, 16:20

Bundeskartellamt: Noch keine Entscheidung zum Kabelnetzverkauf der Telekom

BONN (dpa-AFX) - Das Bundeskartellamt hat zum TV-Kabelnetz-Verkauf der Deutschen Telekom an das US-Medienunternehmen Liberty Media noch keine Entscheidung getroffen. Dies sagte der Kartellamts-Chef, Ulf Boege, am Donnerstag in Bonn.

Damit reagierte er auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus Online", dem zufolge das Bundeskartellamt den Verkauf bereits definitiv untersagt habe./fh/is/hi/

info@dpa-AFX.de
dpa-AFX-Nachricht (Deutschland)


Donnerstag, 29.11.2001, 13:04

Kartellamt: Kein Verbot des Milliarden-Deals Telekom-Liberty

BONN/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das Bundeskartellamt hat Angaben dementiert, es habe den milliardenschweren Kabelnetz-Deal zwischen der Deutschen Telekom und dem US-Konzern Liberty Media untersagt. "Es gibt keine Entscheidung, und es gibt auch keine Abmahnung", sagte Kartellamtssprecher Stefan Siebert am Donnerstag in Bonn.

Die Internet-Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Focus" meldete dagegen unter Berufung auf Unternehmenskreise, die Wettbewerbshüter sähen nach deutschem Recht keine Möglichkeit, den Kauf der letzten Telekom-Kabelnetze durch die US-Firma zu genehmigen. Das Kartellamt habe Liberty am Mittwoch vorab über die geplante Untersagung informiert. "Wir prüfen weiter", widersprach Kartellamtssprecher Siebert. Bei der Telekom hieß es, dem Unternehmen sei "eine solche Entscheidung nicht bekannt". "Focus Online" zufolge kann der US-Konzern das 5,5 Milliarden Euro (10,8 Milliarden Mark) schwere Geschäft wegen des Kartellamts-Verbotes nur noch über eine so genannte Ministererlaubnis von Wirtschaftsminister Werner Müller durchsetzen. Liberty-Chef John Malone wolle dem Vernehmen nach noch am Donnerstag entscheiden, ob er diese Option wahrnehmen und Müller anrufen werde./pin/FP/av

info@dpa-AFX.de
09:48 Uhr: Blitzmeinung von Christof Schmidbauer

Alles Prima bei Primacom



Leicht über den Erwartungen liegt Primacom beim Umsatz und Quartalsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Der kräftig gestiegene Nettoverlust ist auf Abschreibungen zurückzuführen, die den Liquiditätsbestand aber nicht beeinträchtigt. Die deutlich gestiegenen Gewinnspanne beim Betriebsergebnis spricht für eine erfolgreiche Integration der niederländischen Tochter Multikabel. Günstig verläuft auch die Nachfrage beim Hochgeschwindigkeits-Internet per Kabel. Alles in allem positive Vorzeichen für den Aktienkurs. Und da ist ja noch die Fantasie, dass Primacom durch UPC übernommen wird.

Quelle:http://www.sharper.de
MÜNCHEN/BERLIN (dpa-AFX) - Der US-Konzern Liberty Media will laut einem Zeitungsbericht beim Bezahlfernsehsender Premiere World die Preise deutlich senken, wenn das Bundeskartellamt den angemeldeten Einstieg genehmigt. Mit höheren Kundenzahlen wollten die Amerikaner bei Premiere zum Erfolg kommen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe).

Liberty-Vorstandschef John Malone habe dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und dessen Medienminister Erwin Huber kürzlich bei einem Treffen in Berlin vorgerechnet, Premiere könne selbst bei einem Niedrigpreis von drei Euro pro Monat erfolgreich sein. Der US-Konzern erwarte, mit einer solchen Preis-Offensive müsse es gelingen, die Masse der Zuschauer zu überzeugen. Malone wolle rasch mehrere Millionen neue Kunden gewinnen, schreibt die Tageszeitung.

Derzeit kostet Premiere je nach Angebot zwischen 15 und 35 Euro im Monat. Der Sender werde in diesem Jahr voraussichtlich 1,6 Milliarden DM Verlust machen , schreibt die Zeitung. Dem Kartellamt habe Liberty Media mitgeteilt, man wolle dem Abosender "weiter finanzielle Mittel zur Verfügung stellen" und gemeinsam mit Kirch attraktive Programme entwickeln./DP/jh/hi/

29.11. - 22:38 Uhr
Die Q3-Zahlen haben wie erwartet eine Menge nützlicher Informationen gebracht.

Ich möchte hier den m.E. kritischsten Aspekt herausgreifen:

- Die Akzeptanzraten von Internet und Digital-TV sind mit 7,0% bzw. 1,8% bei Digital-TV unter meinen - zugegebenermaßen hochgesteckten - Erwartungen. Ein Jahr nach Einführung sind bei einem geschätzten Marktpotential von 30%-40% (erst) 7% erreicht. 20% halte ich bei partiell gegebenem schwachem Wettbewerbsumfeld und Zuwächsen in der Verbreitung von Internet mittelfristig für sehr realistisch.

Absolut gesehen steigen die Zahlen auf Quartalsbasis im 2-stelligen Prozentbereich. Das Grenzwachstum im abgelaufenen Quartal ist zudem positiv, nachdem es davor marginal abnahm. Und das obwohl der Roll-Out im frisch aufgerüsteten Kabelnetz in Naumburg nach meinen Informationen erst im Oktober (also Q4) war.

- Bisher habe ich nur die Kundenakzeptanz der neuen Dienste als Maßstab für internes Wachstum gesehen. Allerdings wird die langsamere Entwicklung der Akzeptanzraten durch den Anstieg der Einkünfte pro Kunde von 28,24 auf 103,17 Euro aufgrund der Quicknet-Akquisition offensichtlich mehr als kompensiert. Das ist die positive Überraschung.


Weitere positive Aspekte:
- Trotz Preiserhöhungen im analogen CATV konnte organisches WACHSTUM verzeichnet werden. Auffällig ist, daß gerade in NL relativ hohe Zuwächse verbucht wurden. Die neuen Kabel-Dienste führen also zu Verbundvorteilen.
- Die Zunahme der Ready-for-Service-Haushalte um über 21.000 HH ist nach der Stagnation der letzte