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Interview - Adva: Hohe Verluste und steigender Umsatz - 500 Beiträge pro Seite



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ADVA hat im dritten Quartal den Umsatz zwar um 17 Prozent auf 23,2 Mio. Euro verbessern können, blieb damit aber hinter der Steigerung der ersten neun Monate von 39 Prozent auf 65,8 Mio. Euro zurück. Im abgelaufenen Vierteljahr wurde ein Verlust von 2,81 Euro je Aktie gegenüber einem Vorjahreswert von 1,39 Euro ausgewiesen. Der Anstieg ist vorwiegend auf einmalige, nicht-kassenwirksame Sonderabschreibungen von Firmenwerten und immateriellen Aktiva, sowie auf die Schließung des Standortes Cambridge zurückzuführen. Das Ergebnis je Aktie für die ersten neun Monate beträgt minus 3,23 Euro gegenüber minus 2,74 Euro im Vorjahreszeitraum.

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In einem Gespräch mit der Redaktion von wallstreet:online erläutert Finanzvorstand Andreas G. Rutsch die Perspektiven. ADVA hat sich demnach auf einem hohem Niveau der Quartalsumsätze stabilisieren und deutlich besser entwickeln können, als unmittelbare Wettbewerber wie z.B. ONI Systems. Dies führt Rutsch darauf zurück, dass ADVA mit seinem breitem Produktangebot einen temporären Einbruch im Bereich der Metro-Netze durch eine bessere Geschäftsentwicklung im Netzzugangs- und Speicherbereich ausgleichen konnte.

Dennoch mag Rutsch zurzeit keinen konkreten Ausblick auf das zukünftige Geschäft geben. Immerhin soll im vierten Quartal ein Umsatz zwischen 20 und 25 Mio. Euro hereinkommen, so dass die Erlöse auf Jahresbasis um bis zu 50 Prozent steigen könnten.

Eine Erholung der Nachfrage seitens der Telekommunikations-Carrier, die für etwa 60 Prozent der Umsätze verantwortlich sind, wird erst für die zweite Jahreshälfte erwartet. Vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse des 11. September rechnet das Unternehmen jedoch mit steigendem Interesse der Unternehmen an Datensicherungs- und Disaster-Recovery-Anwendungen. Die Einsatzgebiete Zugang zu Stadtnetzen und Datenspeicherung machen gegenwärtig 62 Prozent vom Umsatz aus. Produkte für Metronetze kommen auf knapp 20 Prozent.

Für eine gewisse Stabilität der Unternehmensentwicklung sorgt zurzeit auch die mit 70 Prozent Umsatzanteil starke Ausrichtung auf Europa. Die USA kommen auf 29 Prozent, Asien ist für ein Prozent zuständig. Rutsch geht davon aus, dass diese Struktur auch für die nächsten 6 bis 9 Monate relevant ist, bevor sich das US-Geschäft wieder stärker entwickeln wird.

Auf Sicht von fünf Jahren soll sich der Markt für die ADVA-Produkte wieder kräftig ausweiten. So rechnet Rutsch nach einer bis in das Jahr 2003 hinein andauernden Übergangsphase 2004 oder 2005 durchaus wieder mit Jahreszuwächsen von bis zu 50 Prozent.

Die Bilanzstruktur spiegelt die vorgenommenen Sonderabschreibungen wieder, die dazu führen, dass sich die Position „langfristiges Vermögen“ von 190,7 Mio. Euro per 30. September 2000 auf 60,6 Mio. Euro zum Ende des dritten Quartals 2001 vermindert hat. Parallel dazu ging das ausgewiesene Eigenkapital vom 209,8 auf 58,9 Mio. Euro zurück. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten weiteten sich um 14 auf 37,1 Mio. Euro aus.

Das Working Capital, ein Maß für die künftige Liquidität, ging von 23,0 auf 6,0 Mio. Euro zurück. Der Bestand an liquiden Mitteln hat sich zwar von 5,9 Mio. Euro per Ende September 2000 auf jetzt 7,7 Mio. Euro verbessert. Das ist jedoch wesentlich durch eine Nettoaufnahme von Fremdkapital in Höhe von knapp 10 Mio. Euro bedingt. „Wir haben im laufenden Jahr ca. 2 Mio. Euro Cash pro Quartal verbraucht,“ räumt Rutsch ein. Selbst wenn man ab dem kommenden Jahr auf einen Break-even-Quartalsumsatz von 23 Mio. Euro in der „pro forma“-Betrachtung kommen will, ist die Beschaffung zusätzlichen Kapitals wohl unumgänglich: „Wir eruieren gegenwärtig mehrere Optionen,“ sagt Rutsch.

Warum sollen Anleger heute die ADVA-Aktie kaufen? Der Finanzvorstand sieht sein Unternehmen für die kommende Belebung der Telekommunikationsmärkte gut gerüstet. „Man muss schon zwölf Monate vorausdenken,“ rät Rutsch.

Autor: Klaus Singer (© wallstreet:online AG),14:11 06.11.2001



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