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Satanisten: Es war doch nur ein Mensch
"Was soll der Aufwand? Es war doch nur ein Mensch." Das sollen die Worte gewesen sein, die Daniel Ruda (26) nach seiner Festnahme sprach. Jetzt hat die Bochumer Staatsanwaltschaft den Satanisten angeklagt - wegen Mordes. Genau wie seine Ehefrau Manuela (23). Skalpell im Bauch Es war der Abend des 6. Juli, als sie ihr ahnungsloses Opfer (33) mit 66 Stichen und Schlägen töteten. Als die Polizei die Leiche in ihrer Wittener Wohnung entdeckte, steckte im Bauch des Mannes noch immer ein Skalpell. "Ich habe nichts getan", soll Daniel Ruda den Ermittlern später erzählt haben. Der Teufel persönlich sei in ihn gefahren. Einer, der noch nie von Satan auf die Stirn geküsst worden sei, könne sich das nicht vorstellen.

Es war ein Befehl aus der Finsternis - der Ruf nach einem Menschenopfer. Hätten sich die jungen Eheleute widersetzt, wäre die Rache angeblich schrecklich gewesen. Satan, so glauben sie, hätte sie zu ewigem Leben verdammt. Eine grauenhafte Vorstellung. Denn beide wollten nach unten, in die Hölle.

Als Mörder fühlen sie sich nicht. Und doch haben sie nach der Bluttat für noch mehr Angst gesorgt. Vor ihrer Flucht nach Thüringen schrieben die Angeklagten eine Todesliste mit 16 Namen an die Wand ihres Wohnzimmers. "Freut euch, ihr seid die Nächsten", stand darüber. Daneben: mit Blut gemalte Symbole.

Seit ihrer Festnahme beschäftigt die Experten die Frage nach dem "Warum?" Seit seinem 14. Lebensjahr will Daniel Ruda von Satan gelenkt worden sein. Damals sei ihm eine düstere Person erschienen, die ihn aufforderte, die zweite Hälfte seiner Seele zu suchen. Jahre später gab er deshalb eine Kontaktanzeige auf. "Pechschwarzer Vampir sucht Prinzessin der Finsternis, die alles und jeden verachtet und mit dem Leben abgeschlossen hat", stand da geschrieben. Es meldete sich Manuela - auch eine Satanistin.

Zusammen fühlten sie sich böse und zogen sich immer mehr zurück. Sie schnitten sich die Arme auf und tranken des anderen Blut. Sie zogen über Friedhöfe und terrorisierten ihre Umwelt. Bis Satan ihnen schließlich unter der Zahl "6667" zwei Befehle erteilte. Was dann passierte, ist bekannt: Am 6. 6. wurde geheiratet, am 6. 7. musste ein Arbeitskollege Rudas sterben.

Kaum Mitleid Mitleid? Vielleicht ein bisschen. Es sollte keine Orgie werden. Und längst nicht so brutal. Vielleicht, so soll Manuela Ruda einmal gesagt haben, hat uns Satan im Stich gelassen. Prozessauftakt ist am 10. Januar. Jörn Hartwich

Prozessauftakt ist am 10. Januar. 45 Personen, von denen jedoch wohl nicht alle vernommen werden, stehen auf der Zeugenliste. Bislang haben sich acht Gutachter mit dem Fall befasst.



Ruhr Nachrichten - 26. 11. 2001


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