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Charties und ihr Problem mit fundamentalen Daten - 500 Beiträge pro Seite



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@All!
Charttechnisch heute mal nichts, da genau in der Zeit wo ich die Charts bearbeiten wollte TI streikte.

Mal wieder aus aktuellem Anlass:
Viele Charties versuchen jetzt wieder krampfhaft irgendwelche Fundidaten zu finden, die die aktuelle Lage erklären können.

Viele können schon wieder nicht begreifen, dass der Markt soweit nach oben geht.
Warum gehen sie dann nicht mit ihrem charttechnischen Anatz in media res?
Nein, sie versuchen krampfhaft daran festzuhalten.
Habe ich übrigens auch lange so gemacht. Man will ja recht behalten. Ist aber totaler Quatsch, da nur der Chart am Ende die Wahrhit ist.
Warum dann immer Fundidaten als Erklärung dienen müssen anstatt den Anlyseansatz neu zu überdenken ist mir ein Rätsel.
Mir ist es auch ein Rätsel, dass viele sich auf baerish oder bullish einstellen.
Es ist doch egal wie der Markt sich bewegt.
Einzig den Switch zu erkennen ist wichtig.

Noch einmal: Kursinterpretationen (past-present-future) sind NICHT logisch erklärbar durch Fundidaten.

Deshalb betreibe ich auch nur Charttechnik.
Je länger ich dies mache, desto unwichtiger wird es für mich, dass ich mir möglichst viele Nachrichten durchlese. Einzig und allein charttechnische Aussagen anderer werden verwendet.
Meine Erfahrung zeigt mir, dass es wesentlich effektiver ist, den Markt zu analysieren, wenn man möglichst keine fundamentale Informationen verarbeitet.

Der Chart ist AUSSCHLIESSLICHE Grundlage ALLER Infos, die man benötigt um eine Bestandsaufnahme plus zugehöriger Wahrscheinlichkeitsverteilung für die einzelnen Szenarien zu erstellen.
Dann benötigt man noch eine passende charttechnische Analyseform( Ich benutze die Elliottwave Therorie nach Neely). Mehr nicht.

Ich finde es immer wieder bewundernswert, wie viele Charttechniker doch versuchen ihre Analysen mit fundamentalen Daten jeglicher Art zu untermauern.
Interessanterweise steigt diese Art der Interpretation an, wenn die vorhergesagte Richtung aus charttechnischer Sicht falsch war.
Die wenigsten machen sich Gedanken darüber, dass der charttechnische Analyseansatz nicht korrekt war.
Man versucht sein, nicht mehr logisches System, durch fundamentale News zu bestätigen, indem man die News so interpretiert, dass es eigentlich unlogisch ist, dass auf Grund dieser News die Kurse steigen/fallen.
Da beisst sich die Katze dann in den eigenen Schwanz.

Gerade die letzten Tage haben dies wieder einmal eindrucksvoll bewiesen.
Auch ich bin überrascht, dass der Upmove so dynamisch erfolgt.
Im Gegensatz zu vielen anderen Charties suche ich nun nicht nach irgend welchen Fundamentalen News, die diese Einschätzung belegen/wiederlegen, letztendlich irrational erscheinen lassen soll, sondern mache mir ausschliesslich Gedanken darüber, wo mein Fehler in der Interpretation des Charts lag.
Wo habe ich also eine Regel nicht richtig angewendet, wo habe ich eine Wenn-Dann-Schnittstelle übersehen usw.

Damit erreiche ich langfristig, dass ich die Art meiner Analysetechnik immer weiter optimieren kann, Try and Error. Aber ausschliesslich in meinem definierten Regelwerk.

Nur noch ein Extrem-Beispiel:
Der 11. September 2001 hat uns alle emotional extrem berührt.
Schaut euch bitte mal den Chart an.
Wer könnte jetzt sagen, wo das für die zivilisierte Menschheit schlimmste Unglück seit bestehen der Börsen passiert ist? Die Nasdaq und NYSE waren 5 Handelstage geschlossen!!!!!!
Man sieht es nicht mehr. Charttechnisch gesehen war die Situation 1 Woche nach Wiedereröffnung klar erklärbar.
Sie war zum 17. September deshalb nicht erklärbar, weil sich ALLE Charties mit den Auswirkungen dieses Ereignisses auf das reale Leben befassten und dies auch in ihren charttechnischen Anatz haben einfliessen lassen.
Ein EXTREMER Fehler.
Der Chartverlauf wird nicht durch fundamentale Daten logisch erklärbar.

Ich benutze das Regelwerk der Elliott Wave Theorie, um JEDE charttechnische Situation:
a) in der Vergangenheit logisch zu erklären
b) daraus eine wahrscheinliche Entwicklung herzuleiten.

Ich achte streng darauf mich nur in meinem Regelwerk zu bewegen und Fehler dort zu finden, nirgend wo anders sonst.

Ich wünsche allen einen interessanten Handelstag und ein schönen Wochenende.

Gruss

Boris Leschek
Boris:

Wer nur noch Charttechnik handelt ohne auf die Fundamentals z uschauen hat langfristig keinen Erfolg. :D

Im Herbst sprachen die Fundamentals für diese gewaltige Rallye, die charttechnik nach wenigen Tagen auf sell.
Gell? :kiss:
Ich weiß nicht, ob man einen Buhmann Fundamentals aufbauen sollte, ich würde das entsprechende Paar eher Charttechnik und Verstehen nennen.

Verstehen impliziert, daß ich erfasse, was abgeht. Im Augenblick: Der Markt scheint enfesselt, die Angst nicht mit dabei zu sein, ist größer als die Furcht vor Verlusten. Die Aktien haben eine Bewertung, die sie mindestens in diesem Jahr nicht erfüllen können. (Möglicherweise muß diese Betrachtungsweise im Laufe der Zeit auch revidiert werden.)

Im übrigen weiß ich nicht, wie so die Umsatzentwicklung ist. Findet das ganze unter großen Umsätzen statt? Hat also eine signifikante Bedeutung?

Nach tausend Zinssenkungen muß ja am Markt irgendetwas passieren. Daß also jetzt Meldungen einlaufen, die von Erholungen sprechen ist klar, ob daraus die große Wende wird?

Ob es dann unbedingt Elliott sein muß, na gut, wer das Regelwerk versteht, dem seis gegönnt.

Im Augenblick ist wohl der Umsatz, Momentum und die Stärke der gegenwärtigen Bewegung das wichtigste aus der Charttechnik. Dann brauchts keine Stochastik oder ähnliches.

Überhaupt Charttechnik. Was ist das überhaupt? Vielfach wird darunter einfach Indikatorentechnik verstanden. Andere arbeiten nur nach Chartbilder und Linien oder Durchschnitten.

Zurück zum Verstehen. Verstehen bedeutet nicht, daß ich das Wirtschaften verstehen muß, Bilanzen lesen können usw. usf. Wie gesagt, Verstehen heißt für mich, das Börsengeschehen einordnen zu können und das, was der Chart ausdrückt, erfassen zu können.



Darüber hinaus, und das hatte ich schon einmal angeregt, wäre die eigene Charttechnik oder das, was ein Thread erarbeitet hat, auf einer Metabasis mal zu reflektieren. Zumindest die Erfahrungen von 1 Jahr Charttechnik und der Diskussion darüber aufzuarbeiten. Was hat es gebracht, was haben wir gelernt, sind wir selbständiger geworden und sicherer mit den Werkzeugen der Charttechnik. Das wäre doch interessant mal darüber nachzudenken.


MfG
@toertelsuup
Ich möchte keinen Buhmann Fundamentals aufbauen.
Es geht vielmehr darum ,dass ein bekennender Chartie, oft in die Fundamentals abrutscht, um die Unstimmigkeiten zu erklären.

Das mit Elliott ist nur ein Beispiel. Ich vrwende diese methodik.
Das soll aber allgeim auf alle Techniken anwendbar sein.
Die Charties sollten aber dann auch in einem definirten Bereich bleibe. Sonst wird es halt problematisch.
@germanasti

"Wer nur noch Charttechnik handelt ohne auf die Fundamentals zuschauen hat langfristig keinen Erfolg. Im Herbst sprachen die Fundamentals für diese gewaltige Rallye, die charttechnik nach wenigen Tagen auf sell. Gell?"


Interessante Aussage von Jemandem, der weder Charttechnik noch Fundamentalanalyse anwendet (sondern nur so tut als ob!)


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