DAX+2,06 % EUR/USD-0,55 % Gold-0,57 % Öl (Brent)+1,01 %

ChateauOnline überrundet Hawesko - Neuer Marktführer für Wein im Internet - 500 Beiträge pro Seite



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Der französische Internet-Anbieter für Wein ChateauOnline.com hat mit einem Jahresumsatz von 10 Mio € im Jahr 2001 alle Mitbewerber überflügelt und ist souveräner Marktführer dieser Branche in Europa. Der bisherige Branchenprimus Hawesko/winegate musste sich nach einem wenig erfreulichen Geschäftsjahr, das dem Unternehmen im Onlinehandel sogar ein leichtes Minus bescherte, mit dem zweiten Platz auf der Liste der umsatzstärksten europäischen Weinhändler im Internet zufrieden geben. Diese Tabelle wurde vom Online-Informationsdienst weinreporter.de jetzt zum dritten Mal ermittelt. Befragt wurden insgesamt 50 Firmen in der Euro-Zone. Britische Firmen z.B. ohne Präsenz auf dem Kontinent wie Virgin Wines blieben unberücksichtigt.

In einem rein nationalen Ranking liegt zwar Hawesko nach wie vor auf Platz eins vor rouge-blanc und Chateauonline, aber nationale Märkte verlieren im Online-Geschäft immer mehr an Bedeutung. Wer heute nicht in der Lage ist grenzüberschreitend zu liefern gehört zu den Verlierern von morgen. In diesem Sinne ist ChateauOnline das derzeit am besten aufgestellte Unternehmen der Branche. Die konsequent verfolgte Strategie, den europäischen Kernmarkt mit verschiedensprachigen nationalen Portalen aber einer grenzüberschreitenden Logistik zu bedienen, beginnt sich auszuzahlen.

Chateau Online – ursprünglich ganz auf Frankreich und Deutschland konzentriert - operiert heute mit acht speziellen Länderseiten auf den wichtigsten Märkten wobei Frankreich nach wie vor ca. 50 Prozent des Umsatzes bringt. Deutschland und Grossbritannien liegen mit 20 Prozent gleichauf. Holland, Belgien, Schweiz und Italien bringen es zusammen auf 10 Prozent des Umsatzvolumens. Das Unternehmen hat sich durch die Zusammenfassung von Marketingpositionen auch entsprechend verschlankt. So wurde das Deutschlandbüro geschlossen und eine entsprechende Position in Belgien geschaffen, die Deutschland und die drei Beneluxländer betreut. Auch wenn die Märkte mit nationalen Portalen bedient werden, so werden die Managementstrukturen eher an zukünftigen Euroregionen ausgerichtet.

Dagegen wirkten die Entscheidungen des Hawesko-Management ziemlich konzeptionslos. Hawesko hatte im vergangenen Jahr seine Onlinetochter winegate.de, die erst ein Jahr zuvor mit einem hohen zweistelligen Millionenaufwand in den Markt gebracht worden war, dicht gemacht und dies offiziell als Zusammenführung mit dem Kerngeschäft dargestellt. Zur gleichen Zeit lief aber auch das Abkommen mit der deutschen Lufthansa aus, wonach LH-Vielflieger Meilen in Wein tauschen konnte. Dieses Geschäft soll bis zu 25 Prozent des winegate-Umsatzes ausgemacht haben. Im umsatzstarken Jahresendgeschäft fehlten auf der Haweskoseite die Weihnachtsangebote. Hinzu kamen offensichtliche technische Mängel bei der Zusammenführung der beiden Portale. Eine Ankündigung des börsennotierten Unternehmens, man wolle vom kommenden Jahr an möglicherweise Onlineumsätze in der Bilanz nicht mehr gesondert ausweisen, wird in der Branche als weiteres Anzeichen eines langsamen Rückzugs aus dem Onlinehandel interpretiert. Derzeit wirkt der Internetauftritt wie eine Onlinewerbung für den Printkatalog des nach wie vor in Deutschland unangefochten grössten Versandhändlers.

Die Hamburger laufen bei einem Umsatz von 5.3 Mio Euro (2000 waren es noch 5.4 Mio €) sogar bereits in den nächsten 24 Monaten Gefahr von einem weiteren Mitbewerber, dem ebenfalls französischen Unternehmen rouge-blanc eingeholt zu werden, deren Geschäfte 2001 trotz eines relativ niedrigen Durchschnittspreises pro verkaufter Flasche wesentlich erfreulicher liefen als im Vorjahr. Das Unternehmen steigerte seinen Onlineumsatz von 1.534 Mio auf 2.556 Mio Euro und wird damit zum ernsthaften Rivalen für Hawesko. Auch bei Wein und Co in Wien gab es nur ein mageres Umsatzplus von ca. acht Prozent. Das reichte zwar immer noch für einen Platz im kleinen Club der Euro-Umsatzmillionäre. Der Shop musste aber seinen vierten Platz an die Nürnberger Weinhalle abtreten, die mit 1.247 Mio € (2000: 650.000 €) eine überraschend gute Performance zeigte.

Im Markt gibt es aber auch zwei Neustarter, die als die grossen Unbekannten in der Frage gelten wie stark der Markt wirklich gewachsen ist. Zum einen ist dies der Drogist rossmann.de, der innerhalb der letzten zwölf Monate einen vielbeachteten und genutzten Weinshop aufgebaut hat und zum anderen Karstadt.de. Diese beiden dürften sich ebenfalls bereits deutlich jenseits einer Mio. Euro im Umsatz bewegen und werden sicher bei der Marktaufteilung in Zukunft ein gewichtiges Wort mitreden. Nach wie vor glücklos operiert dagegen der Weingigant WIV mit seiner Internet-Tochter wein24. Das Unternehmen soll daher in Kürze an die Fachhandelskette Vinos angebunden und in vinos24 umbenannt werden. Interessanter Content könnte diesem Shop dann aus dem Zukauf der beiden Weinhandelshäuser DC und Frankhof zufliessen. So dass auch hier sicher die Karten neu gemischt werden.

Insgesamt brachten es die 20 umsatzstärksten Unternehmen der Weinreporter-Charts auf knapp 27 Mio. Euro gegenüber 17 Mio im Jahr 2000 und 5 Mio im Jahr 1999. Rechnet man allerdings Karstadt.de und rossmann.de dazu, sind es ganz sich über 30 Mio. Euro Umsatz. Daneben gibt es aber inzwischen noch Tausende von kleinen Shops im Internet, die im Schnitt kaum mehr als 20.000 Euro pro Jahr umsetzen. Insgesamt dürfte damit der Online-Anteil des Weinmarktes derzeit bei 60 bis 70 Mio. Euro liegen, also ca. 1.2 bis 1.4 Prozent des Marktes ausmachen, immerhin eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Fazit: auch wenn die ganz grossen Boomzeiten vorbei sind, die Umsätze entwickeln sich kontinuierlich und mit hohen zweistelligen Zuwachsraten. Mehrere Marktteilnehmer, die sowohl im Versand- oder Direktmarketing als auch Online bzw. auf der Fachhandelsebene tätig sind, berichteten übereinstimmend, dass im Internet vor allem die hochpreisigen Produkte geordert werden. Walter Schramm von govino:“Unser geringes Wachstum hängt auch damit zusammen, dass wir gerade bei den besten und teuersten Weinen zeitweilig grosse Lieferschwierigkeiten hatten.“ Auch das Bordeaux-Milleniumgeschäft wirkte sich besonders positiv aus für die, die wie rot-weiss oder ChateauOnlione voll darauf gesetzt hatten.

Vier Punkte neben einer funktionierenden Logistik scheinen dabei für einen nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens besonders wichtig zu sein:

• Eine europäische Ausrichtung des Unternehmens mit grenzüberschreitender Belieferung (z.B. Chateau Online)
• Das bedienen verschiedener Geschäftsfelder wie z.B. Gourmet-Spezialshop, B-to-B mit Gastronomiebelieferung und Discount (z.B. ebrosia, winery-direct)
• Konzentration auf ein stets den aktuellen Trends angepasstes und damit besonders internetgerechtes Spezialitätenangebot (z.B. Weinhalle)
• Kombination des Online-Shops mit Erlebnis-Fachmärkten rund um den Wein, in die E-Terminals integriert sind (z.B. Karstadt)

Quelle: http://www.weinreporter.de, dort auch eine Aufstellung über die 20 Umsatzstärksten Onlinehändler in Deutschland
Ist doch gesammelter Unsinn, aus den derzeitigen Peanutumsätze im Internetweinhandel (bei Hawesko 5,1 Mio) zu schließen Hawesko sei konzeptionslos.
Stärkstes Bein von Hawesko ist nach wie vor der stationäre Handel (Jacques Weindepot)und ich erwarte für den 13.2. einen guten Umsatzanstieg und evtl sogar eine Erhöhung der Dividende.
Carpe Diem


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um einen ältere Diskussionen, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier ein neue Diskussion.