Diskussion über VERFAHREN BEI DER INVESTITIONSENTSCHEIDUNG - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 01.03.02 02:41:27 von
neuester Beitrag 20.08.02 00:22:21 von


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01.03.02 02:41:27
Sammelthread zu ANLAGEANSÄTZEN


>Ich möchte gerne meine Methode bei der Auswahl meiner Anlageentscheidungen vorstellen und bitten, dass auch Ihr dann kurz Eure Methode vorstellt. Besonders freuen würde ich mich über eine (kurze) Erklärung von Mandrella, valueinvestor, panthrei und philojoe.


1a.
Ich schaue mir an, welche Unternehmen Dividenden von über 2,5 bis max 8% auszahlen, und schaue mir dann an, wie hoch die Ausschüttungsquote ist, ob die Dividende aus dem Cash Flow finanziert werden kann und ob die Dividendenzahlung relativ konjunkturunabhängig ist. Am Liebsten sind mir dabei Unternehmen, die im Zeitraum der letzten 20 Jahre die Dividende Jahr um Jahr anheben konnten.
Treffen diese Kriterien zu, so ist das Unternehmen für mich unter dem Aspekt „laufendes Einkommen“ interessant. Die Unternehmen kommen dabei oftmals aus gesättigten Branchen mit fest aufgeteilten Marktanteilen.

1b.
Hier versuche ich Unternehmen zu finden, deren Geschäftsentwicklung im Lauf der nächsten 5 Jahre positiv sein könnte und deren Aktienkurs dann auch positiv sich entwickeln sollte.

Ein entscheidendes Kriterium dabei ist für mich, dass die Geschäftsentwicklung bereits in der jüngeren Vergangenheit positiv war, denn ich setze nur ungerne auf sog. „turnaround“-Kandidaten.
Meine Kriterien sind hierbei (jeweils auf die zurück liegenden 5 Jahre)
*jährliche Umsatzsteigerung von mind. 8%
*jährliche Gewinnsteigerung je Aktie von mind 10-12%
*Eigenkapitalrendite von mind. 12%
*Eigenkapitalquote von mind. 50, besser 65%

Am Liebsten sind mir hierbei Unternehmen, die Gewinn und Umsatz stetig, also Jahr für Jahr, steigern konnten.


Die hierdurch ausgewählten Unternehmen schaue ich mir auf finance.yahoo.com im Vergleich zu AFLAC (als Beispiel eines Charts der sich 1985-2000 stetig mit ca. 20% p.a. entwickelte) an, so kann ich sehen, ob sich die guten Fundamentaldaten bereits in einen stetig steigenden Chart umgesetzt haben.
Am Liebsten sind mir hierbei Charts, die bereits seit geraumer Zeit (ca.5 Jahre) einen stetigen Aufwärtstrend ohne große Ausschläge aufweisen, denn ich spekuliere auch hier nicht gerne auf eine Trendwende. Selbst wenn mich die Fundamentaldaten überzeugen, bin ich skeptisch, wenn sich der Kurs in den letzten 5 Jahren schwach entwickelt hat.

Umgekehrt untersuche die Unternehmen, die einen stetigen Chart in den letzten 5 Jahren aufweisen auf deren Fundamentaldaten hin. Oftmals finde ich hierdurch fundamental interessante Unternehmen, z.B. Rhön Klinikum.

Diese Auswahl an Unternehmen, also solche die sowohl fundamental als auch charttechnisch überzeugend sind, schaue ich mir dann noch genauer an.
Dabei untersuche ich das aktuelle KGV sowie die Nettoumsatzrendite. KUV und KBV sind für mich nicht so entscheidend.
Ist das KGV bereits hoch, aber sowohl Fundamentaldaten als auch Charttechnik überzeugend, würde ich ein Engagement mit einem Stopp-Loss absichern. Bei Unternehmen, die ein niedriges bis mäßiges KGV haben, engagiere ich mich ohne Stopp-loss.

Dann schaue ich mir die Gewinnentwicklung dieser Unternehmen im Zeitraum 1993-2001 an. Hierzu habe ich mir eine kleine Datenbank zusammen gestellt. Am Liebsten sind mir hierbei wieder Unternehmen, die den Gewinn (am Besten auch Umsatz) stetig Jahr für Jahr erhöhen konnten.

Dann lade ich mir über die Homepage der betreffenden Unternehmen den Geschäftsbericht herunter und arbeite diesen durch.
Auf der Seite www.wisi.com schaue ich mir dann an, welches die größten Konkurrenten des Unternehmens sind. Ab und an stoße ich hierdurch auf weitere interessante Unternehmen.

Als nächstes schaue ich mir die Aufmachung der Homepage des Unternehmens an oder rufe bei dem Unternehmen an bzw. ich fahre zum Unternehmenssitz, wenn dieser nicht zu weit entfernt ist, um mir vor Ort ein Bild vom Unternehmen machen zu können. Diese Methode habe ich in einem Buch über Warren BUFFETT erfahren.

Wenn diese Kriterien erfüllt sind, ist das Unternehmen für mich unter dem Aspekt „Kapitalvermehrung durch Kurssteigerungen“ interessant.


Am Ende überlasse ich die Entscheidung für oder gegen eine Investition in ein Unternehmen aus diesem Auswahlbassin meinem Gefühl. Ich versuche nicht zwanghaft Unternehmen verschiedene Branchen, Größen oder Länder zu mischen, obschon mir eine solche Streuung recht ist. Im Ganzen ist mir wichtiger, in guten Unternehmen investiert zu sein.



So, nun freue ich mich auf die Schilderungen Eurer Anlageentscheidungen und Eurer Strategien. Freuen würde ich mich auch, könntet Ihr zu den jeweiligen Schritten entsprechende Quellenangaben machen bzw die Internetadressen angeben.
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04.03.02 18:26:18
Im neuen Buch von OGGER „Der Börsenschwindel“ schreibt OGGERT über Analysten, dass diese mäßig bezahlte (80.000 EUR/Jahr)Betriebs- und Volkswirte seien. Wegen des großen Bedarfs in den letzten Jahren seien zunehmend unerfahrene „greenhorns“ direkt von den Universitäten engagiert worden, deren Analysen entsprechend dürftig ausfallen.

Mein Fazit zum OGGER-Buch: ein aufschlussreiches, wenn auch reichlich einseitiges Buch. Es ist lesenswert, wenn man z.B. in der Unibibliothek darauf gratis zugreifen kann.

Während noch vor 10 Jahren Analysten introvertierte Typen waren, sind sie in jüngster Zeit zu Medienstars gereift. Früher arbeiteten sie mehrere Monate an einer Studie, heute müssen sie mehrere Studien in einem Monat erarbeiten. Die damaligen Analysen seien zu einem größeren Teil brauchbar gewesen. Heute hingegen seien Analysen bestimmter Analysten und Bankenhäuser zum marktschreierischen Werbegeschwätz verkommen.

Institutionelle Großanleger stützen sich aber heute wie ehedem in ihren Anlageentscheidungen auf Stimmen erfahrener, renommierter Analysten. In der Finanzbranche sei bekannt, welche Analysten Stammtischgeschwätz verbreiteten und welche Analysten für fundierte, aber trotzdem nich unfehlbare, Analysen stehen würden.


Gibt es Analysten, die Ihr in Eure Anlageentscheidung miteinbezieht? Ich gehe davon aus, dass sich heutzutage niemand mehr nur alleine auf Analystenempfehlungen verlässt. Aber können sie, insbesondere wenn sie zu einem negativen Gesamturteil kommen, auch auf eventuelle Problemfelder in den Unternehmen aufmerksam machen helfen?
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19.03.02 00:59:31
Zusammenfassungen aus „Der Börse einen Schritt voraus - Wie auch Sie mit Aktien verdienen können“

von Peter Lynch (ehem. MAGELLAN-Fondsmanager, jetzt Buchautor); Kulmbach; 1990


Teil 1: Die Vorbereitung
· Überschätzen Sie nie die Fähigkeiten und Weisheit der Profis.
· Ziehen Sie Vorteile aus dem, was Sie schon wissen.
· Suchen Sie nach Gelegenheiten, die noch nicht von den Börsenexperten entdeckt und beschrieben wurden - Firmen also, die sich noch außerhalb der „Radarschirme“ befinden.
· Kaufen Sie sich erst einmal ein Haus, bevor Sie in Aktien investieren.
· Investieren Sie in Unternehmen und nicht in die Börse an sich.
· Ignorieren Sie kurzfristige Kursschwankungen.
· Mit Aktien kann man riesige Gewinne machen.
· Mit Aktien kann man große Verluste erleiden.
· Wirtschaftsprognosen sind sinnlos.
· Kurzfristige Börsentendenzen vorher sagen zu wollen, ist ebenfalls sinnlos.
· Langfristig betrachtet sind Aktiengewinne sowohl relativ gut prognostizierter als auch deutlich höher als Anleihengewinne.
· Sich über ein Unternehmen, in das man investiert ist, auf dem Laufenden zu halten, gleicht einem fortwährenden Studpokerspiel.
· Aktienanlagen sind nicht für jedermann geeignet, nicht einmal für alle Lebensphasen einer Person.
· Durchschnittsbürger stoßen oftmals Jahre vor den Profis auf interessante Unternehmen und Produkte.
· Informationsvorsprünge helfen Ihnen, mit Aktien Geld zu verdienen.
· Auch an der Börse gilt der Spatz in der Hand mehr, als zehn Tauben auf dem Dach.

Teil 2: Auswahl der Gewinner
· Versuchen Sie immer, den Charakter jedes Unternehmens, von dem Sie Aktien halten, und die speziellen Gründe, warum Sie die Aktien besitzen, beschreiben zu können („Sie steigen wirklich!“, zählt nicht.)
· Indem Sie Ihre Aktien in Kategorien einteilen, bekommen Sie eine konkretere Vorstellung davon, was Sie von Ihnen zu erwarten haben.
· Große Unternehmen vollziehen kleine Bewegungen, kleine Unternehmen vollziehen große Bewegungen.
· Berücksichtigen Sie die Größe eines Unternehmens, wenn Sie erwarten, dass es von einem bestimmten Produkt profitiert.
· Suchen Sie nach kleinen Unternehmen, die bereits profitabel sind und bewiesen haben, dass sie ihr Konzept vervielfachen können.
· Seien Sie misstrauisch gegenüber Firmen mit einem jährlichen Wachstum von 50-100 Prozent.
· Vermeiden Sie heiße Aktien in heißen Branchen.
· Misstrauen Sie Diversifikationen, da diese oftmals zu Ver-Diversifikationen führen.
· Krasse Außenseiter lohnen sich fast nie.
· Es ist besser, die erste Bewegung der Aktie zu verpassen und zu warten, bis die Pläne eines Unternehmens erste Erfolge zeigen.
· Im beruflichen Umfeld bekommt man unglaublich wertvolle fundamentale Informationen, die den Börsenprofis für Monate oder sogar Jahre verborgen bleiben können.
· Ziehen Sie bei allen Aktientipps eine Trennlinie zwischen dem Tipp selbst und der Person, die ihn gegeben hat, auch wenn diese sehr schlau oder sehr reich ist, oder ihre letzte Empfehlung aufging.
· Manche Aktienempfehlungen, vor Allem von einem Experten auf dem entsprechenden Gebiet, können sich als sehr wertvoll erweisen. Allerdings geben Leute aus einer Industrie immer einen Tipp zu einer Aktie aus einer anderen Industrie ab, da sie denken, die eigene Industrie sei zu einfach. Fragen Sie aber gezielt nach Tipps aus dem eigenen beruflichen Umfeld und aus der eigenen Industrie.
· Investieren Sie in einfache Unternehmen, die langweilig, alltäglich, aus der Mode gekommen erscheinen, einen unspektaktulären Namen und noch nicht die Gunst der Börse erlangt haben.
· Relativ schnell wachsende Unternehmen (20-25 Prozent jährliche Gewinnsteigerung über 5 Jahre hinweg) in stagnierenden Branchen sind ideale Investments.
· Suchen Sie nach Unternehmen, die eine Nische gefunden haben.
· Wenn Sie abgestürzte Aktien von Problemfirmen kaufen, dann suchen Sie sich diejenigen mit überdurchschnittlicher Finanzkraft heraus; vermeiden Sie Firmen mit hohen Bankschulden.
· Firmen, die keine Schulden haben, können nicht pleite gehen.
· Die Fähigkeiten des Managements mögen wichtig sein, aber sie sind recht schwierig einzuschätzen. Machen Sie Ihre Käufe von den Aussichten des Unternehmens und nicht vom Werdegang des Vorstandsvorsitzenden oder seinem rhetorischen Talent abhängig.
· Kaufen Sie Aktien von Firmen, die ein so einfaches, alltägliches Geschäft haben, dass selbst ein Dummer diese Firma leiten könnte. Man kann schließlich nie wissen, ob nicht eines Tages ein Dummer zum Vorstand ernannt wird.
· Wenn einem Problemunternehmen der Turnaround gelingt, kann viel Geld verdient werden.
· Achten Sie sorgfältig auf das KGV. Wenn eine Aktie deutlich überbewertet ist, werden Sie kein Geld verdienen, auch wenn sonst alles stimmt.
· Suche Sie eine Art roten Faden, der es Ihnen ermöglicht, den Fortschritt eines Unternehmens ständig zu verfolgen.
· Suchen Sie Firmen, die regelmäßig eigene Aktien zurück kaufen.
· Studieren Sie sowohl die Dividendenentwicklung der zurück liegenden Jahre als auch das Verhalten der Gewinne während vergangener Rezessionen.
· Suchen Sie Unternehmen, in denen institutionelle Anleger keine oder nur kleine Anteile halten.
· Wenn es sonst keinen Unterschied gibt, dann bevorzugen Sie die Unternehmen, in die das Management selbst in beträchtlichem Umfang investiert hat, gegenüber jenen, die von Leuten geleitet werden, die ausschließlich von ihren Gehältern profitieren.
· Insiderkäufe sind vor Allem dann ein positives Zeichen, wenn mehrere Personen gleichzeitig kaufen.
· Insiderverkäufe können viele Gründe haben und sind kein Beleg dafür, dass das Management nicht mehr von den Perspektiven des Unternehmens überzeugt sind.
· Verwenden Sie mindestens eine Stunde in der Woche auf das Überprüfen Ihrer Investition. (Und damit meine ich nicht das Aufaddieren Ihrer Dividenden und Berechnen Ihrer Gewinne und Verluste.)
· Haben Sie Geduld. Durch das Beobachten von Aktien hat noch niemand drauf gezahlt.
· Es ist gefährlich und illusorisch, Aktien allein auf Grund des ausgewiesenen Buchwertes zu kaufen. Nur der tatsächliche Wert zählt.
· Im Zweifel: Finger weg und abwarten.
· Nehmen Sie sich mindestens so viel Zeit, eine neue Aktie auszusuchen, wie Sie darauf verwenden, einen neuen Kühlschrank auszuwählen.



Teil 3: Auf lange Sicht
· Irgendwann im nächsten Monat, im nächsten Jahr oder in den nächsten drei Jahren wird es einen starken Markteinbruch geben.
· Markteinbrüche sind erstklassige Gelegenheiten, um Aktien von Unternehmen zu kaufen, die Sie für gut halten. Korrekturen - die Definition der Börse für stark fallende Kurse - drücken hervorragende Unternehmen auf Spottpreise herunter.
· Die Börsentendenz für einen Zeitraum von einem oder sogar zwei Jahren vorher zu sagen, ist unmöglich.
· Der richtige Zeitpunkt um Aktien zu kaufen ist immer dann, wenn es Unternehmen guter Qualität zu vernünftigen Preisen gibt.
· Um auf der Gewinnerseite zu sein, müssen Sie nicht immer und nicht in der Mehrzahl der Fälle richtig liegen.
· Für mich sind die größten Gewinner Überraschungen; Übernahmekandidaten sind sogar noch größere Überraschungen. Es braucht Jahre, nicht Monate, überdurchschnittliche Resultate zu erzielen.
· Verschiedene Aktienkategorien bergen unterschiedliche Risiken und Chancen in sich.
· Mit einer andauernden Serie von 20 oder 30 Prozent Gewinn können Sie auch bei stetigen Werten richtig Geld verdienen.
· Aktienkurse bewegen sich oft entgegen gesetzt zu den fundamentalen Daten, aber langfristig entscheidet der Gewinntrend und die Nachhaltigkeit der Gewinne.
· Nur weil es einem Unternehmen schlecht geht, heißt das nicht, dass es ihm nicht noch schlechter gehen kann.
· Nur weil der Kurs fällt, heißt das nicht, dass Sie falsch liegen.
· Nur weil der Kurs steigt, heißt das nicht, dass Sie richtig liegen.
· Wenn sich stetige Werte (z.B. Coca-Cola; Colgate-Palmolive; L’ Oreal) mit einem hohen Anteil Institutioneller und vielen Analysten im Schlepptau besser als der Markt entwickelt haben und überbewertet sind, ist zunächst eine Ruhepause oder ein Kursrückgang fällig.
· Ein Unternehmen mit mittelmäßigen Aussichten zu kaufen, nur weil die Aktie billig ist, ist eine Methode ohne Zukunft.
· Ein außergewöhnliches Wachstumsunternehmen zu verkaufen, nur weil die Aktie leicht überbewertet erscheint, ist eine Methode ohne Zukunft.
· Unternehmen wachsen nicht ohne Grund, ebenso wenig wie Wachstumsunternehmen für immer wachsen.
· Sie verlieren nichts, wenn Sie eine erfolgreiche Aktie nicht besitzen, selbst wenn es sich um einen Tenbagger handelt.
· Eine Aktie weiß nicht, dass Sie sie besitzen.
· Verlieben Sie sich nicht so sehr in einen Gewinner, dass Sie selbstzufrieden werden und aufhören, die Entwicklung zu verfolgen.
· Ob Sie nun bei 50, 25, fünf oder zwei Dollar gekauft haben, wenn eine Aktie auf Null fällt, verlieren Sie immer den gesamten Einsatz.
· Sie können Ihre Ergebnisse verbessern, indem Sie auf der Grundlage fundamentaler Fakten Ihr Depot sorgfältig durchforsten und umschichten. Sobald bestimmte Aktien über die Realität hinaus geschoben sind und bessere Alternativen bestehen, sollten Sie sie verkaufen und woanders einsteigen.
· Stocken Sie Ihre Position auf, wenn positive Neuigkeiten bekannt werden und umgekehrt.
· Sie werden Ihre Ergebnisse nicht verbessern, wenn Sie die Gewinner zu früh verkaufen und an den Verlierern in Ihrem Depot festhalten.
· Wenn Sie nicht daran glaube, den Markt schlagen zu können, dann kaufen Sie lieber Investmentfondsanteile. Dadurch sparen Sie sich eine Menge Zusatzarbeit und Zeit.
· Es gibt immer etwas, über das man sich sorgen kann.
· Sie müssen nicht auf „jeder Hochzeit tanzen“. Ich habe mehrere Tenbagger verpasst, was mich nicht daran gehindert hat, den Markt zu schlagen.



CHECKLISTE

1. Aktien im Allgemeinen
· Das KGV. Ist es für das jeweilige Unternehmen und im Vergleich mit anderen innerhalb der Branche hoch oder niedrig?
· Welchen Anteil halten institutionelle Anleger am Kapital? Je niedriger, desto besser.
· Kaufen Insider und/oder kauft das Unternehmen eigene Aktien zurück? Beides ist positiv zu bewerten.
· Wie haben sich die Gewinne bis jetzt entwickelt? Gibt es sie nur hin und wieder oder sind sie beständig? (Die einzige Aktienkategorie, in der Gewinne zweitrangig sind, ist die der Substanzwerte.)
· Hat das Unternehmen eine solide oder eine schwache Bilanz (Verhältnis Eigenkapital/Schulden) und wie wird seine Finanzkraft eingeschätzt (Einschätzung der Rating-Agenturen)?
· Die flüssigen Mittel. Die Aktie hat einen Boden bei der Höhe der Barreserven je Aktie.


2. Wachstumsschwache Aktienwerte
· Wenn Sie diese Aktien der Dividende wegen kaufen (warum wohl sonst?) sollten Sie prüfen, ob die Dividende immer gezahlt wurde und ob sie regelmäßig angehoben wird.
· Wenn es möglich ist, sollten Sie heraus finden, wie viel Prozent der Gewinne als Dividende ausgeschüttet werden. Wenn es ein niedriger Prozentsatz ist, hat die Firma in schlechten Zeiten ein Polster. Sie kann weniger verdienen und trotzdem die Dividende aufrecht erhalten. Wenn es ein hoher Prozentsatz ist, dann ist die Dividende eventuell gefährdet.


3. Stetige Aktienwerte
· Das sind große Unternehmen, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie vom Markt verschwinden. Der springende Punkt ist der Preis. Das KGV zeigt Ihnen, ob sie zu viel bezahlen.
· Achten Sie auf mögliche Ver-Diversifizierungen, die zukünftige Gewinne belasten könnten.
· Prüfen Sie die langfristige Wachstumsrate. Wurde sie in den letzten Jahren aufrecht erhalten?
· Wenn Sie vorhaben, die Aktie für sehr lange Zeit zu behalten, dann prüfen Sie, wie sie sich während vergangener Rezessionen und Markteinbrüche verhalten hat.


4. Zyklische Aktienwerte
· Beobachten Sie die Vorräte und die Angebot/Nachfrage-Relation sehr genau. Achten Sie auf neu in den Markt eintretende Konkurrenten, da dies normalerweise ein schlechtes Zeichen ist.
· Stellen Sie sich darauf ein, dass mit der fortschreitenden Erholung der Geschäfte das KGV sinkt, weil die Anleger das Ende des Zyklus voraus sehen, an dem der Höchststand der Gewinne erreicht sein wird.
· Wenn Sie gut über Ihren Zykliker Bescheid wissen, dann haben Sie bei der Erkennung der Zyklen einen Vorteil.
· Je schlimmer die Industrie, in der Ihr Zykliker tätig ist, darnieder liegt, desto besser wird der Aufschwung sein.
· Nachdem man auf fünf Jahre Aufschwung zurück blicken kann, ist es klar, dass wir in der Mitte oder vielleicht schon nahe am Ende des Aufschwunges sind. Es ist allerdings viel leichter, in einer zyklischen Branche einen Aufschwung als einen Abschwung vorher zu sagen.


5. Wachstumsstarke Aktienwerte
· Gehen Sie der Frage nach, ob das Produkt, von dem Sie annehmen, dass es der Firma das große Geschäft bringt, einen wesentlichen Teil des Umsatzes ausmacht. Ist der Umsatzanteil zu klein, ist die Auswirkung des neuen Produktes auf den Gewinn zu gering, als dass alleine dieses neue Produkt ein Grund sein könnte, die Aktie zu kaufen.
· Wie war das Wachstum der Gewinne in den letzten Jahren? Am Liebsten ist mir eine Spanne von 20 - 25 Prozent. Bei Unternehmen, die schneller als 25 Prozent zu wachsen scheinen, bin ich argwöhnisch. Die 50-Prozent-Wachstumskandidaten kommen in der Regel aus den hoch gejubelten Branchen. Dort ist die Konkurrenz so groß, dass kaum ein Unternehmen noch Geld verdient. (z.B. DVD-Laufwerke; Computer; Hochtechnologie im Allgemeinen)
· Prüfen Sie, ob das Unternehmen sein Erfolgsrezept an mehr als einem Ort wiederholt hat und so die Funktionsfähigkeit unter Beweis stellte.
· Hat die Firma Raum, zu wachsen? Als ich Pic“N“Save (eine Discount-Einzelhandelskette) das erste Mal besuchte, war die Firma nur in Südkalifornien ansässig und man war gerade dabei, laut darüber nachzudenken, ob nach Nordkalifornien expandiert werden sollte. Weitere 49 Staaten warteten. Sears oder Wal-Mart dagegen sind schon überall.
· Wird die Aktie gegenwärtig zu einem KGV gehandelt, das in der Nähe oder gleichauf mit der Wachstumsrate liegt?
· Beschleunigt sich die Expansion (drei neue Filialen letztes Jahr und fünf neue nächstes Jahr) oder schwächt es sich ab (fünf neue Filialen letztes Jahr und drei neue nächstes Jahr). Bei Aktien von Firmen, deren Produkte primär für den einmaligen Bedarf gekauft werden (Maschinenbau etc.) - anders als etwa Zahnpasta, die die Kunden immer wieder benötigen - kann sich eine Abschwächung katastrophal auswirken. Der Aktienkurs vollzieht dann oft einen Sturzflug.
· Wenn erst wenige intitutionelle Anleger in die Aktie investiert haben und nur eine Handvoll Analysten jemals davon gehört hat, ist dies bei wachstumsstarken Werten im Aufwärtstrend ein großes Plus. Am Liebsten ist mir, wenn der Vorstand sagt, zum letzten Mal habe sich ein Analyst vor zwei Jahren über das Unternehmen informiert.


6. Turnaroundwerte
· Am Wichtigsten ist, ob die Firma einem Ansturm der Gläubiger Stand halten kann. Wie hoch sind die flüssigen Mittel des Unternehmens? Wie hoch sind die Schulden? (Apple Computer hatte in der Krise 200 Mio. Dollar flüssige Mittel und keine Schulden, so dass man zumindest wusste, dass sie nicht vom Markt verschwinden würden.). Wie teilen sich die Schulden auf, und wie lange kann die Firma trotz Verlust an der Lösung ihrer Probleme arbeiten, ohne Pleite zu machen? Muss die Firma neue Aktien heraus geben, um genügend finanzielle Mittel aufzutreiben? Diese neuen Aktien würden im Falle eines Turnarounds den Gewinn verwässern, so dass vielleicht die Firma, aber nicht die Aktie den Turnaround meistern könnte.
· Wenn die Firma bereits Konkurs gegangen ist, was bleibt dann für die Aktionäre?
· Wie soll die Firma gerettet werden? Hat sie sich von unrentablen Betriebsteilen getrennt? Dies kann sich sehr stark auf die Gewinne auswirken. Die Schließung eines unrentablen Betriebsteiles ist mit Einmalaufwendungen verbunden. Die Verluste fallen jedoch für einen längeren Zeitraum weg.
· Kommen wieder Aufträge herein?
· Werden die Kosten gesenkt? Wenn ja, wie wird sich das auswirken?


7. Spekulative Aktienwerte
· Wie hoch sind die Vermögenswerte? Gibt es versteckte Reserven?
· Wie hoch sind die Schulden, die man von den Vermögenswerten abziehen muss? (Vor Allem die Bankschulden sind hier wichtig, da Banken anders als Anleihengläubiger ihr Geld viel schneller wieder zurück verlangen können.)
· Nimmt das Unternehmen neue Kredite auf und mindert dadurch die Vermögenswerte?
· Liegt ein Aufkäufer auf der Lauer, der den Aktionären helfen könnte, die Früchte zu ernten?
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19.03.02 15:21:32
Folgende Analyse ist ebenfalls im Mandrella-Thread zu lesen. Sie passt thematisch jedoch auch hierin.

Diese Analyse richtet sich an Investoren, die fundamental unterbewertete schnell wachsende Nebenwerte auf ihrer Beobachtungsliste haben.

In diesem Zusammenhang bitte ich um Beachtung der AAON Inc. (Ticker AAON).
Es ist ein Hersteller und Vertreiber von Geräten zur Heizung und Kühlung.
Peter Lynch würde dieses Unternehmen lieben.
1. AAON ist in einer stagnierenden Branche ohne große Konkurrenz tätig, wächst selbst aber sehr schnell: in der Bauzubehörbranche
2. Die Homepage von AAON (www.aaon.com) sieht schäbig aus, das Unternehmen spart also an den richtigen Punkten, protzt nicht und investiert das vorhandene Geld besser ins Geschäft. Sind wohl typische Pfennigfuchser. Was positiv zu werten ist.
3. Das Unternehmen hat seinen Firmensitz in Tulsa, Oklahoma, mit 350000 Einwohnern.Somit ist der Sitz nicht in einer der pulsierenden Metropolen oder im Silicon Valley, wo Mitarbeiter nur unnötig hohe Gehälter verlangen.
4. Auf der Homepage waren seit Juli 1996 erst rund 98000 Besucher. Die Firma wird also noch nicht „gehypt“.
5. AAON war seit dem Börsengang vor gut 10 Jahren ein „Tenbagger“. Der Kurs hat also gut 900% zugelegt, und das obwohl sie in wahrlich keiner heißen Branchen tätig sind. Der Chart sieht dabei sogar noch halbwegs stetig aus.
6. Es verfolgen erst 1 Analyst das Unternehmen, es wird also noch nicht „gehypt“.
7. Ich weiß nicht wofür das Akronym AAON steht, es scheint aber kein langweiliger Name zu sein, was negativ zu werten ist.
8. Die Fundamentaldaten sind gut: das aktuelle KGV leigt bei 12, die Nettomarge beträgt rund 8%, der Jahresumsatz beträgt 150 Mio $, die Marktkapitalsierung ist 160 Mio $. Die Eigenkapitalrendite beträgt 33%. Das Unternehmen ist fast schuldenfrei, das Verhaltnis Fremd-/Eigenkapital beträgt 0,11. Die Gewinnsteigerung in den letzten 5 Jahren betrug durchschnittlich 22,5% pro Jahr. Wie sich die Umsätze entwickelt haben, kann ich nicht sagen. Das KBV beträgt 3,4, das KCV rund10, das KBV 1. Es wird keine Dividende ausgeschüttet.
9. Man müsste noch heraus finden, ob in letzter Zeit Insider Aktien gekauft haben. Dies wäre positiv zu werten. Überwiegend haben Insider Aktien im vergangenen Jahr gekauft. Nur in letzter Zeit fallen die vielen Verkäufe durch Anthony Pantaleoni auf. Aber anders als Aktienkäufe (positiv) sprechen Aktienverkäufe keine eindeutige Sprache. Wer weiß, ob Pantaleoni nicht gerade aus irgend einem Grund Geld brauchte. Muss also nicht mit einem negativem Geschäftsverlauf zusammen hängen.
10. Der Unternehmenschef heißt Norman Asbjornson. Er ist 65 Jahre alt. Der Vize ist auch schon 60. Womöglich haben sie ein Nachfolge-Problem? Laut den Angaben in finance.yahoo.com hatt Asbjornson letztes Jahr Bezüge in Höhe von 244000$. Zusätzlich übte er Aktionoptionen im Werte von 395000$ aus. Der Vize erhielt 137000$ und übte Optionen über 344000$ aus.
11. Institutionelle Anleger halten 35% des Aktienkapitals. Das entspricht 50% des free floats.
12. Kriterien, die Peter Lynch an ein Unternehmen stellt und die AAON erfüllt sind folgende:
· Suchen Sie nach kleinen Unternehmen, die bereits profitabel sind und bewiesen haben, dass sie ihr Konzept vervielfachen können.
· Vermeiden Sie heiße Aktien in heißen Branchen.
· Investieren Sie in einfache Unternehmen, die langweilig, alltäglich, aus der Mode gekommen erscheinen, einen unspektaktulären Namen und noch nicht die Gunst der Börse erlangt haben.
· Relativ schnell wachsende Unternehmen (20-25 Prozent jährliche Gewinnsteigerung über 5 Jahre hinweg) in stagnierenden Branchen sind ideale Investments.
· Suchen Sie nach Unternehmen, die eine Nische gefunden haben.
· Firmen, die keine Schulden haben, können nicht pleite gehen.
· Kaufen Sie Aktien von Firmen, die ein so einfaches, alltägliches Geschäft haben, dass selbst ein Dummer diese Firma leiten könnte. Man kann schließlich nie wissen, ob nicht eines Tages ein Dummer zum Vorstand ernannt wird.
· Achten Sie sorgfältig auf das KGV. Wenn eine Aktie deutlich überbewertet ist, werden Sie kein Geld verdienen, auch wenn sonst alles stimmt.
· Suchen Sie Unternehmen, in denen institutionelle Anleger keine oder nur kleine Anteile halten.
· Suchen Sie Aktien, die nicht viele Analysten im Schlepptau haben.


Zum Schluss noch einige Anmerkungen zu Tulsa, der Stadt des Unternehmenssitzes:
Tulsa ist eine Industriestadt. Gefertigt werden Raumfahrtausrüstungen, Erdölbohrausrüstungen, Erdölprodukte, elektronische Geräte, Industrieöfen, Kraftfahrzeuge, Möbel, Textilien, Lebensmittelkonserven, Sportartikel und Baumaterialien. Weitere Wirtschaftszweige sind Fremdenverkehr, Flugzeugwartung und Datenverarbeitung. Der nahe gelegene Port of Catoosa ist ein Binnen-Tiefwasserhafen, der die Region um Tulsa über Flüsse mit dem Golf von Mexiko und den Großen Seen verbindet. Tulsa ist eine wunderschöne Stadt mit vielen Parks, kulturellen Anziehungspunkten sowie Hochschulen und Universitäten. Sehenswürdigkeiten sind der Tulsa Zoological Park und das Robert J. Lafortune North America Living Museum. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Thomas Gilcrease Institute of American History and Art, das Philbrook Museum of Art, die Rebecca and Gershon Fenster Gallery of Jewish Art und das Tulsa Performing Arts Center, das die Heimat des Orchesters, des Balletts, der Oper und des Theaters von Tulsa ist. Das Volk der Creek aus Alabama siedelte in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts in dieser Region und nannte den Siedlungsort Tulsee Town, was sich von dem Wort Tullahassee in der Sprache der Creek ableitet und “alte Stadt” bedeutet.
Tulsa liegt an der Interstate zwischen Oklahoma City und Saint Louis im Nordosten Oklahomas am Arkansas River.

Hier noch der Bilanzauszug:
Period Ending Dec 31, 2000
Current Assets
Cash And Cash Equivalents $17,000
Short Term Investments N/A
Net Receivables $31,956,000
Inventory $15,140,000
Other Current Assets $245,000
Total Current Assets $47,358,000

Long Term Assets
Long Term Investments N/A
Property Plant And Equipment $29,460,000
Goodwill N/A
Intangible Assets N/A
Accumulated Amortization N/A
Other Assets N/A
Deferred Long Term Asset Charges N/A
Total Assets $76,818,000

Current Liabilities
Accounts Payable $24,042,000
Short Term And Current Long Term Debt $7,860,000
Other Current Liabilities N/A
Total Current Liabilities $31,902,000
Long Term Debt $5,853,000
Other Liabilities N/A
Deferred Long Term Liability Charges $2,051,000
Minority Interest N/A
Negative Goodwill N/A
Total Liabilities $39,806,000

Stock Holders Equity
Misc Stocks Options Warrants N/A
Redeemable Preferred Stock N/A
Preferred Stock N/A
Common Stock $23,000
Retained Earnings $36,989,000
Treasury Stock N/A
Capital Surplus N/A
Other Stockholder Equity N/A
Total Stockholder Equity $37,012,000
Net Tangible Assets $37,012,000
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14.05.02 12:55:42
Ich lese im Schweizer Anlegermagazin Stocks einen Artikel zum Thema Indexaktien. Dort wird Prof. Lhabitant, Uni Lausanne zitiert, wonach es am Sinnvollsten sei, sein Geld in Indexaktien anzulegen. Der Grund, weshalb es die meisten aktiven Fonds nicht schafften den Index zu schlagen seien die Gebühren (gäbe es diese nicht, müssten theoretisch 50% der Fonds besser und 50% der Fonds schlechter als der Index abschneiden).

Ich kann die Argumentation von Prof. Lhabitant nicht ganz nachvollziehen. Wenn es die Gebühren sind, die auf lange Sicht so einflussreich für die Rendite des Portfolios sind, ist es in meinen Augen angeraten, sein Geld in 20-25 verschiedene Einzelaktien anzulegen. Dann hat man bereits eine ähnliche Risikostreuung wie ein breiter Index, zugleich fallen aber auch jegliche Gebühren weg (wenn man den Zeitaufwand, den man selbst hat, unberücksichtigt lässt). Bei Indexaktien fallen zwar geringere Gebühren als bei Aktienfonds an, doch werden meistens auch bei Indexaktien jährliche Verwaltungsgebühren zwischen 0,2 und 0,5 Prozent erhoben.

Eigentlich müssten Indexaktien deshalb auch schlechter abschneiden als der ihnen zu Grunde liegende Performanceindex.
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21.05.02 10:08:32
Hattet Ihr schon mal eine Aktie im Depot, die sich zumindest verfünfachen konnte. Und ich meine damit die Zeit, in der Ihr sie im Depot hattet, nicht davor oder danach.
Mir gelang dies bislang leider noch nicht, aber ich bin wegen meines Alters auch erst seit Mitte der 90er Jahre an der Börse engagiert.
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21.05.02 10:09:11
Ich habe mal im deutschen Bereich nach Unternehmen gesucht, die seit 1994 Jahr für Jahr einen höheren Gewinn auswiesen. Dabei bezog ich mich auf die Angaben des Börse-Online-Statistikteils.
Diese Unternehmen gehören dazu:

MLP
Württembergische Leben
Boss
Altana
RWE
SAP
Rhön Klinikum
WET Automotive
Indus Holding
Beiersdorf
Allianz Leben
Porsche

Wer kann Näheres zur Württ. Leben berichten?
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21.05.02 10:09:56
Gute Unternehmen kann man in meinen Augen an folgenden Kennzeichen erkennen:
§ Solide Bilanzstrukturen mit ausreichendem Eigenkapital
§ Ertragsstärke, die sich in einem hohen freien cash-flow und Dividenden ausdrückt
§ Struktur der Produkte und Kunden, die es erlaubt auch in konjunkturell schwierigen Zeiten, Überschüsse zu erwirtschaften
§ Voraus schauende und verlässliche Unternehmensführung

Die ersten beiden Punkte bezeichnen die Finanzseite, d.h. die Ausprägung erfolgreichen Wirtschaftens.
Die beiden anderen beziehen sich auf die Ursachen des Erfolgs.
Aber gibt es noch weitere Merkmale, die das Geschäftsfeld oder die persönlichen Eigenschaften der Mitarbeiter kennzeichnen. (z.B. starke internationale Ausrichtung, konservative Lebenseinstellung, Vorstand hat vor dem Studium eine Berufsausbildung absolviert etc.) ?
Oder: Welche Punkte haben Unternehmen wie Schering, Wrigley, Canon, Bijou Brigitte, WET Automotive, Beiersdorf etc gemein?
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22.05.02 00:34:11
Angenommen man setzt sich strikte "stop-loss"-Kurse, bei welchen Anzeichen steigt man wieder ein?

Wenn man keine Strategie für den Wiedereinstieg hat, würde ein "stop-loss" keinen Sinn machen. Oder soll man gar in Aktien, die man mal wegen "stop loss" verkauft hat, nicht mehr investieren?
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01.06.02 17:50:21
Wie lange haltet Ihr im Durchschnitt an einer Position fest?
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19.08.02 00:04:09
Eine Parallele zwischen Bill Miller und Peter Lynch, den beiden dauerhaft erfolgreichsten Fondsmanagern der 90er bzw. 80er.

Beide sagen, es sei wichtiger, vereinzelt Aktien zu haben, die sich verzehn- oder verzwanzigfachen („Tenbagger“;), als möglichst viele richtige Entscheidungen zu treffen, die für sich jeweils relativ wenig einbringen.

Ist Euch diese Übereinstimmung auch schon aufgefallen? Schlussfolgerungen?

Gibt es in Deutschland überhaupt genügend Aktien, die Tenbagger werden? Oder zeigen sich hier die Vorteile der USA?
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20.08.02 00:22:21
Ich nehme an, du hast wie ich auch den BO-Artikel über Bill Miller gelesen. Ich hatte bis vor dem Bericht, Bill Miller immer für einen Fondmanager gehalten, der im Vergleich zu seinen Kollegen, stark überdurchnittliche Fähigkeiten(aber trotzdem bei weitem noch nicht mit Peter Lynch vergleichbar) besitzt. Der Meinung bin ich nun nicht mehr. Ich kann mich nun wieder eher mit der Argumentation der Efficient-Market-Freunde anfreunden, daß Bill Millers Erfolg ein Produkt des Zufalls ist. Miller hat Amazon zum Höhepunkt des Internethypes gekauft. Da kann ich nur mit den Kopf schütteln.

In der Zeit in der ich noch relativ grün an der Börse war, und gerade mein erstes Lynch-Buch gelesen hatte, da suchte ich auch ständig nach den „Tenbaggern“. Die Resultate waren entäuschend. Ich war zwar nie ein Jünger der Internet und Technologie-Aktien, aber da ich mir darüber im Klaren war das ich einen „Tenbagger“ eher bei jungen, kleinen, und über den Durchschnitt wachsenden Unternehmen finde, investierte ich in relativ spekulative Aktien. Immer auf der Suche nach der neuen Microsoft, Wal-Mart und Co.
Logischerweise muss man bei so einer Strategie stark diversiefizieren, da die meisten Aktien die man kauft ja keine Tenbagger sein können. Man hat dann viele Aktien im Depot, und kennt die einzelnen Aktien nur unzureichend. Dann wartet man darauf das eine Aktie durchstartet. Man wartet sozusagen auf den Lottogewinn. Investieren mit der Hoffnung auf Tenbagger ist eigentlich nichts anderes als Lottospielen mit einem postiven Chance-Risiko-Verhältnis, und man hofft darauf das man ein überdurchschnittlicher Lottospieler ist. OK Lynch war mit dieser Strategie der erfolgreichste Fondmanager der mir bekannt ist, aber es sprechen zig Gründe dafür, das ein Privatanleger diese Strategie nicht anwenden sollte.

In Deutschland kann es im Vergleich zu den USA, nur sehr wenige Tenbagger geben. Die Gründe sind unter anderem:
-In D gibt es nur einen Bruchteil der in USA notierten Aktien.
-In Deutschland gründen weniger Leute eine Firma(Risikoaversion der Deutschen). Die wenigen Firmengründer in D verschaffen sich die Kohle aber nicht am Aktienmarkt(Der Aktienmarkt in D gibt das Geld für junge Firmen auch nicht mehr her)
-Die Überregulierung durch Gesetze in D. Dadurch ist es für junge Firmen schwieriger Fuss zu fassen und zu wachsen.
-Mir scheint auch der deutsche Konsument ist weniger offen für neue Produkte als der amerikanische Konsument. Daher wenig Chancen für Firmen mit neuen Produkten.

Mit freundlichen Grüßen thomtrader


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