DISKUSSION Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und (Gewinn-)Wachstumsrate - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 06.03.02 18:20:33 von
neuester Beitrag 19.08.02 23:16:05 von


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06.03.02 18:20:33
DISKUSSION Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und (Gewinn-)Wachstumsrate


Gibt es (wirtschaftswissenschaftliche oder statistische) Erkenntnisse, nach denen es kleinen Unternehmen leichter fällt, hohe, zweistellige Wachstumsraten aufrecht zu erhalten, als es dies großen „Blue-Chip“-Unternehmen fällt. Ich denke dabei z.B. an den „Basiseffekt“. An anderer Stelle im W:O-Forum habe ich gelesen, dass eben dies statistisch nicht belegt ist. Das bedeutete, dass es keine statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und der Wachstumsrate geben würde.

Ich selbst konnte diesen Nachweis in der wissenschaftlichen Literatur noch nicht finden. Ist jemandem eine Studie über dieses Zusammenspiel bekannt?
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06.03.02 18:36:28
eine statistik hättest du schnell aufgestellt, wenn du die 30 DAX-Unternehmen heranziehst und z.b. mit den Nemax-Werten vergleichst. Bei den Nemax-Werten wirst du auf lange Frist gesehen ein höheres Wachstum feststellen, auch wenn einige Ausreisser dabei sein dürften :D
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06.03.02 18:41:15
Bei den Nemax-Werten wirst Du auf lange Sicht eine Schrumpfung mit Tendenz gegen Null feststellen, auch wenn einige Ausreisser dabei sind. Daher soll der Nemax nun vom Markt für Wachstumswerte in den Markt für Schrumpfköpfe umbenannt werden.
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06.03.02 21:25:28
Über einen sehr langen Zeitraum performten in der Tat kleine Unternehmen besser als grössere. Etwas über 1%p.a. über die letzten 100Jahre. Es gibt immer wieder Zeiträume von mehreren Jahren in denen mal Blue Chips besser performen, und dann wieder Small Caps. Das nächsten Jahre werden wahrscheinlich die Small Caps wieder besser performen. Ein Grund dafür ist die aktuell teilweise deutlich niedrigere Bewertung. Nachtürlich kann man nicht alle Smallcaps über einen Kamm scheren. Bei den meisten Smallcaps aus den NM bin ich mir ziemlich sicher das sich in den nächsten Jahren eine schlechtere Wertentwicklung als z.B. Dax-Bluechips vorweisen werden

M.f.G. thomtrader
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06.03.02 22:07:01
Das Problem bei einer solchen Statistik ist, dass Aktien in einen Topf geworfen werden, die nicht zusammengehören. Am Ende macht man dann den klassischen Statistik-Interpretationsfehler: aus Korrelation auf Kausalität schließen.

Die 1% Differenz könnten z.B. daher kommen, dass die Unternehmensgröße nach dem Börsenwert gemessen wurde. Dadurch waren in der Menge der Bluechips zwangsläufig mehr überbewertete Aktien enthalten als in der der Small Caps. Ein Small Cap mit KGV 5 wird aufgebläht zum Blue Chip mit KGV 100. Gibt eine tolle Performance für die Smallcap-Statistik. Dann wird die Luft wieder rausgelassen, und die Blue-Chip-Statistik leidet.

Um eine aussagekräftige Statistik zu bekommen, müsste man sie auf vergleichbare Aktien beschränken. Z.B. alle Blue Chips mit KGV 15 im Vergleich zu allen Small Caps mit KGV 15.

Eine ähnliches Problem gibt es bei der berühmten Buchwert-Statistik. Aktien mit niedrigerem KBV performen statistisch gesehen besser als solche mit hohem KBV. Aber natürlich tun sie das, schließlich haben extrem überbewertete Aktien alle ein hohes KBV! Würde man dagegen als zusätzliches Kriterium ein gleiches KGV hinzunehmen, käme wahrscheinlich das umgekehrte Ergebnis raus. D.h. statt in Aktien mit niedrigem KBV investiert man besser in solche mit hohem KBV und niedrigem KGV.
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06.03.02 23:42:47
Natürlich sind die 1% Differenz kein trifftiger Grund in Smallcaps zu investieren. Ich wollte nur den Hinweis geben das die 1% statistisch belegt sind.
Nochwas: Smallcaps sind historisch nur marginal niedriger bewertet als BlueChips. (US-Bluechips haben ein historisches durchschnitts-KGV von ca. 15, US-Smallcaps eines von ca.14,7)

>"Ein Small Cap mit KGV 5 wird aufgebläht zum Blue Chip mit KGV 100. Gibt eine tolle Performance für die Smallcap-Statistik. Dann wird die Luft wieder rausgelassen, und die Blue-Chip-Statistik leidet."

Volle Zustimmung! Im Frührjahr 2000 waren internationale BlueChips um mindestens den Faktor 2 teuerer als SmallCaps. Dies ist meines Wissens nach übrigens börsenhistorisch einmalig gewesen! Die breite Masse der Small Caps
performten die Blue Chips seitdem deutlich aus. Die entwicklung wird voraussichtlich noch einige Zeit weiter gehen.

M.f.G. thomtrader
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08.03.02 02:27:51
Was denkt Ihr über meine folgende Schlussfolgerung:


Wenn es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Wachstumsrate geben sollte, finde ich es angeraten, überwiegend in Blue Chip-Unternehmen zu investieren, die im vergangenen Jahrzehnt regelmäßig steigende Umsätze und Gewinne ausgewiesen haben. Dann hätte man in ein Unternehmen investiert, das in der Vergangenheit und "wahrscheinlich" auch in mittlerer Zukunft eine gute Wachstumsrate hat. Im Gegensatz zu einem small-cap hat man bei einem Blue-Chip-Unternehmen zusätzlich eine "gewisse" Stabilität und "Sicherheit" (Gegenbeispiel hierzu z.B. Marconi etc.pp.)

Ist dieser Gedankengang schlüssig und richtig?
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08.03.02 12:01:14
jein!
Blue Chips sind generell weniger volatil als Smallcaps. Ein Dax oder ein Dow-Unternehmen hat sicherlich eine geringere Pleitewahrscheinlichkeit als ein x-beliebiges Smallcap-Unternehmen. Dafür sind auch die Chancen stark beschränkt. Die BlueChips werden von zig tausenden Investoren verfolgt so das sich hier keine so krassen Fehlbewertungen wie bei Small Caps ergeben können.

So pauschale Urteile sollte man aber generell sowieso nicht fällen. Den es wird immer wieder mal ein BlueChip pleite gehen oder in der Versenkung verschwinden. Auch wird es SmallCaps geben die kaum hohe Chancen und Risiken aufweisen und daher kaum zu heftigen Kursauschlägen neigen werden. Ich denke da z.B. an nicht zyklische Werte mit einer starken Martposition.

Fazit: Man soll sich weder Generell für große oder kleine Unternehmen entscheiden, sondern immer genau untersuchen welche Unternehmen gerade das beste Chance/Risikoverhältnis bieten.


M.f.G. thomtrader
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08.03.02 12:04:46
Da passt einer schöner Artikel recht gut dazu:

The odds are against stock pickers

By Paul Merriman



Millions of investors think they, or somebody they hire, can successfully pick individual stocks.

But this is a challenge that eludes even the best and brightest of investors -- for reasons that aren`t hard to find.

Q. I keep reading about how great index funds are, but I know people who`ve beaten the market year after year by picking good stocks. It doesn`t take a rocket scientist to find great companies, invest in them and then hang on for the long term. Why don`t you and other advisers admit that index funds are only average?

It`s inevitable that every year some stock pickers will beat the market. That`s a matter of random events, otherwise known as luck. But it`s rare to find anybody, including professionals, who can beat the market year after year.

Only one mutual fund manager has beaten the Standard & Poor`s 500 Index every year since 1990: Bill Miller at Legg Mason Value Trust (LMVTX: news, chart, profile). Even Miller, one of the best stock pickers of our time, lost money in his fund in 2000 and 2001. And he lagged 95 percent of other value funds in 2000 and was beaten by 74 percent of them in 2001.

Most mutual fund managers are highly compensated, highly motivated and backed by highly trained research staffs. These people are clearly some of the best brains in the country. You`d think they could succeed by picking the best companies and holding them.

But if it were that easy, everybody would do it. Why isn`t it that easy?

Changes that can`t be predicted are now common in American business. In 1957, there were 500 stocks in the Standard & Poor`s 500 Index. Forty years later, in 1997, only 74 of those companies were still in the index. The rest are gone. Some were merged into other companies, but many just couldn`t keep up with the rapid pace of change and were shoved aside by newer competitors.

Now imagine that in 1957 you had somehow been smart enough to pick the 74 surviving companies and invested in them. Your results would have been disappointing: You would have underperformed the index by more than 20 percent, according to Richard Foster and Sarah Kaplan in their book, "Creative Destruction."

Why? Perhaps it`s the luck of the draw. Of those 74 companies only a dozen outperformed the index from 1957 through 1998, according to these authors. That`s 12 companies out of 500, or 2.4 percent of the total, that were above average for 42 years.

That, of course, is the past. Before these two business experts published their book last year, they looked into the future with a huge amount of knowledge and insight that wasn`t available in 1957. Their book focuses on "companies that are built to last." So their ideas might be useful to anybody trying to pick stocks today that will stand the test of time.

Early in the book, Foster and Kaplan state that "no more than a third of today`s major corporations will survive in an economically important way over the next 25 years." Those survivors, they say, will have to be masters at re-creating themselves and their businesses.

"Never again will American business be as it once was. The rules have changed forever," they wrote. "Some companies have made the crossing." The authors then cite four U.S. companies as examples of the new leaders: General Electric, Johnson & Johnson, Corning and Enron.

Enron? Yes, Enron.

The company that`s now the center of one of the largest corporate scandals in U.S. history "has made strong progress by transforming itself from a natural gas pipeline company to a trading company," the authors wrote. Of the four companies, they said, "These are the exceptions. Few have attempted the journey. Fewer still have made it to the other side successfully."

This is not meant to pick on these authors. In fact, quite the contrary: They were working from the best information and insights they had. And in less than a year, one of their prime examples makes them look silly. The point is that picking tomorrow`s business winners is tougher than it seems, even with all the time and resources of experts writing a book.

Investors who try to pick the best long-term investments run the risk of falling into the exact same trap.

Investors can try to overcome this problem in many possible ways. The most common way is to try to pick the smartest stock pickers. But just as today`s most promising stock can become an embarrassment, today`s smartest stock-picking guru is likely to become tomorrow`s average manager.

But the best way to overcome this problem is to accept the constantly changing nature of the business world. It`s easy and inexpensive to let the market itself do the work. The vehicle is a Standard & Poor`s 500 Index fund, the biggest of which is Vanguard 500 Index Fund (VFINX: news, chart, profile).

In the case of Enron, the index automatically protected investors through a very basic technique: diversification. Even at its peak, Enron made up less than 2 percent of the index.

Some people think the S&P 500 Index is only "average." But of the thousands of mutual funds in business, only one has beaten that index in each of the past 12 calendar years. That certainly makes the index good enough for me.

____________________________________________________________
M.f.G. thomtrader
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09.03.02 01:11:33
@Simonswald (#7)
Nimm noch starke Alleinstellung als weiters Kriterium hinzu, dann hast Du den "Königsweg". In den 90ern war das eine beliebte Strategie, um in Blue Chips zu investieren. Mit der Konsequenz, dass die betreffenden Aktien heute unverschämt teuer sind und in diesem Jahrzehnt wohl eher unterdurchschnittlich performen werden.

Im übrigen kann man natürlich jede Deiner Prämissen anzweifeln. Kann man aus der vergangenen Gewinnentwicklung tatsächlich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Zukunft schließen? Sind Blue Chips tatsächlich stabiler oder sicherer? Ich denke, eine gute Small-Cap-Auswahl ist nicht riskanter als eine gute Blue-Chip-Auswahl. Und bei Small Caps ist das Auswählen einfacher, weil das Angebot größer und die Firmen übersichtlicher sind.

Mit solchen "Gießkannenmethoden" wird man wohl auch nicht mehr als die statistischen 10% Performance pro Jahr erreichen.

(btw, bin auch an Deinem WET-Reisebericht interessiert ;))
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09.03.02 12:09:15
Wenn man mit der "Gießkannenmethode" in BlueChips investiert,dann wird man in diesem Jahrzehnt mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit keine 10%p.a. erreichen.

M.f.G. thomtrader
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09.03.02 13:53:22
Die Aussage, dass Blue Chips generell volatiler seien als Small Caps stelle ich in Zeifel.
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10.03.02 10:05:57
@Philipp:

Wer hat diese Aussage denn gemacht?

M.f.G. thomtrader
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10.03.02 11:33:07
@thomtrader: Sorry, habe da wohl ein Wort verdreht beim lesen, es ist vielmehr davon die Rede, dass Blue Chips weniger volatil sind.

@Simonswald: irgendwie mag ich Deine Threads, nicht nur wegen den sperrigen Titeln. Hast Du Dir schon einmal das Verhältnis zwischen Gold und Aktien angeschaut? Sind Aktien in, so ist Gold tot, gleiches gilt umgekehrt. Nun sind Aktien seit 20 Jahren in, Gold seit 20 Jahren tot. Wird es Zeit für einen Wechsel?


Beste Grüße, Philipp Steinhauer
philippsteinhauer@yahoo.de
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10.03.02 13:28:27
Hallo,

ich denke nicht, daß Gold eine Renaissance erleben wird, da der Gold-Standard abgeschafft wurde bzw. Währungen eines Landes nicht mehr nach den Goldreserven bewertet werden. Wobei ein mögliches Aufleben des Gold-Kultes natürlich höhere Kurse ermöglichen könnten. Aber das hat bestimmt keine Dauer von 20 Jahren.

Zum Thread-Titel: Ohne große Forschungen kann man wohl sagen, daß ein Unternehmen mit 10.000 € Umsatz wesentlich mehr Wachstumspotential hat als ein Unternehmen mit 1.000 Mio. € Umsatz. Ganz einfach aufgrund der niedrigen absoluten Zahl und der vermutlich schwachen Markstellung des Unternehmens 1, welche aber gleichzeitig großes Erweiterungspotential ermöglicht. Ob das gelingt, steht natürlich woanders geschrieben.

Gruß

Marciavelli
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10.03.02 14:12:27
@Marciavelli

Ich denke das Gold durchaus eine Renaissance erleben kann,
z.B. als indirekte Depotabsicherung bei Krisensituationen
an den Börsen oder evtl. auch als Absicherung gegen einen
schwachen US-Dollar. In den letzten Monaten gehörten z.B.
Goldminenwerte bzw. Fonds zu den erfolgreichsten Anlagen.
Hinzu kommen jetzt auch noch Übernahmephantasie, starke
Käufe in Japan und allgemein eine Nachfrage, die die Pro-
duktion übersteigt. Als Folge der positiveren Einschätzung
haben einige Goldminen ihre Vorwärtsverkäufe reduziert.
Wenn Goldminenwerte bei Privatanlegern und Fonds zukünftig
wieder mehr mehr gefragt sein sollten, könnte
sogar eine extrem positive Kursentwicklung möglich sein.
Die Marktkapitalisierung aller Goldminen weltweit ist im
Verhältnis zu den anderen Aktiengesellschaften sehr gering,
nach meinen Informationen machen sie nur 0,2% der gesamten
Marktkapitalisierung aus. (Und es können nicht ohne weiteres
die Kapazitäten schnell ausgebaut werden oder neue Gesell-
schaften gegründet werden, wie z.B. im Technologiesektor).

____________________________________________________________

Ich denke, das kleinere Unternehmen zwangsläufig bessere
Wachstumschancen haben als Blue Chips, schon alleine wegen
der Größe. Ein Unternehmen mit z.B. 100 Mio. Euro Umsatz
kann seine Gewinne schneller verdoppeln, als ein Unternehmen
mit 10 Mrd. Euro Umsatz. Man muß "nur" das richtige Unter-
nehemen auswählen, das Risiko ist bei kleinen Unternehmen
auch höher (siehe Neuer Markt).

mfG
Dividendenstratege
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10.03.02 14:31:12
(#9)
> Most mutual fund managers are highly compensated, highly motivated and backed by highly trained research staffs. These people are clearly some of the best brains in the country.

*HÜSTEL*
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10.03.02 15:46:28
@mandrella:

Ich wollte mit den Artikel nur zeigen das die Performance der Aktienindices zu einem großen Anteil von neuaufgenommenen kleinen Firmen herrührt. Wenn man langfristig ihn Bluechips investieren will dann muß man die jenigen Aktien die man ihns Depot aufnimmt sehr sehr genau untersuchen. Die gilt natürlich für SmallCaps auch.

M.f.G. thomtrader
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21.03.02 23:10:46
Habe heute eine BörseOnline aus der Bücherei ausgeliehen. Dort sehe ich eine Rubrik "Deutsche Spezialwerte". Passt also gut zum Thema Nebenwerte.

BörseOnline schreibt: "Die BÖRSE ONLINE-Liste aussichtsreicher Nebenwerte mit geringer Marktkapitalisierung oder kleinen Börsenumsätzen. Diese Titel eignen sich vor Allem für spekulative Anleger."


Unabhänigig von der wirtschaftsjournalistischen Qualität, die man diesem Magazin zuschreibt oder auch nicht, spricht aus diesen beiden Sätzen doch, dass Börse Online die Ansicht vertritt, Blue Chips seien "sicherer" als Nebenwerte. Diese Thematik haben wir ja bereits oben diskutiert.
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14.05.02 13:47:51
Ich habe die in #1 erwähnte "andere Stelle" gefunden.

thomtrader schrieb:

1.)
Unternehmensgröße:
Sehr langfristige Tests brachten das Ergebnis, das kleine Unternehmen ca.1%p.a. besser performen als große. Der Nachteil der kleinen Unternehmen ist aber das sie viel volatiler sind als die großen. Ein kleines Unternehmen geht in einer Krise schneller pleite als ein großes.

Dies ist für mich aber noch kein Grund, kleine Unternehmen überzugewichten. Es ist nun Mal so, das momentan die BigCaps historisch gesehen relativ hoch bewertet sind im Vergleich zu Nebenwerten. Und wenn ich keine preiswerten und aussichtsreiche Bigcaps finde, dann lege ich mir auch keine langfristig ins Depot. Außerdem dem bin ich noch in Besitz von Fonds, deren Performance sowieseo nur von den Riesen abhängig ist.
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19.08.02 00:05:10
In vielen der obigen Beiträge zeigt sich die Skepsis, ob Unternehmen mit hohen Marktanteilen noch deutlich schneller als der Durchschnitt voran kommen.

Kürzlich habe ich eine Zusammenstellung aus einem anderen thematischen Bereich erarbeitet, die aber dennoch interessante Gesichtspunkte zu diesem Aspekt ergibt.

Dabei habe ich die Einwohnerzahlen der US-Bundesstaaten von ca. 1980 mit denen von heute gegenüber gestellt. Dabei habe ich fest gestellt, dass sich überdurchschnittliche Wachstumsraten und bereits hohe „Marktanteile“ keineswegs ausschließen. Zu den Staaten mit dem höchsten %ualen Wachstum zwischen 1980 und 2000 zählen z. B. die bereits heute in den „Marktanteilen“ dominierenden Kalifornien, Texas und Florida.
Ich habe keine Berechnung hinsichtlich einer statistischen Signifikanz angestellt. Der erste Eindruck spricht jedoch dafür, dass sich Staaten mit hohen Wachstumsraten gleichmäßig über die Bereiche verschieden großer „Marktanteile“ verteilen.
Die zehn bevölkerungsreichsten Staaten brachten es 1980 auf einen Marktanteil von zusammen 47,8%. 2000 betrug ihr Marktanteil 54,3%.
Eine weitere Parallele zur Börse scheint mir zu sein, dass Sieger mit höherer Wahrscheinlichkeit Sieger bleiben. So sind die Staaten Kalifornien, Texas und Florida auch noch aktuell schnell wachsende Einheiten.
Selbst wenn Kalifornien seinen Wachstumsvorsprung noch 100 Jahre beibehält, wäre der Marktanteil dann von 12 auf 25% gestiegen. Ein durchaus vorstellbarer Wert.
Ebenso kann man das höhere Risiko im Bereich der small caps sehen: Wyoming war in den 70ern noch einer der schnellstwachsenden US-Bundesstaaten. Dieser Trend setzte sich im Zeitraum bis 2000 nicht fort. Wyoming hat seit 1980 sogar Einwohner verloren.


Insgesamt erscheint also „state picking“ am Sinnvollsten. Es lassen sich keine Zusammenhänge zwischen Größe und Wachstum erkennen.

Kann man diese Zusammenhänge auch auf den Börsenbereich übertragen?


Hier die Übersicht

Bundesstaat
Einwohner 1980
Einwohner 2000
Diff. %
Anteil an Gesamteinwohner 2000

Kalifornien
25.710
32.700
27,2%
12,22%

New York
17.220
18.000
4,5%
6,73%

Texas
15.985
19.800
23,9%
7,40%

Pennsylvania
11.907
12.000
0,8%
4,49%

Illinois
11.587
12.000
3,6%
4,49%

Florida
11.360
14.900
31,2%
5,57%

Ohio
10.877
11.200
3,0%
4,19%

Michigan
9.470
9.300
-1,8%
3,48%

New Jersey
7.472
7.700
3,1%
2,88%

North Carolina
6.310
7.550
19,7%
2,82%

Georgia
5.950
7.600
27,7%
2,84%

Massachusetts
5.763
6.000
4,1%
2,24%

Virginia
5.730
6.200
8,2%
2,32%

Indiana
5.655
5.900
4,3%
2,21%

Missouri
5.050
5.400
6,9%
2,02%

Tennessee
4.960
5.400
8,9%
2,02%

Wisconsin
4.864
5.200
6,9%
1,94%

Washington
4.527
5.700
25,9%
2,13%

Louisiana
4.515
4.400
-2,5%
1,64%

Maryland
4.377
4.700
7,4%
1,76%

Minnesota
4.227
4.700
11,2%
1,76%

Alabama
4.140
4.300
3,9%
1,61%

Kentucky
3.905
3.900
-0,1%
1,46%

South Carolina
3.410
3.850
12,9%
1,44%

Oklahoma
3.280
3.300
0,6%
1,23%

Colorado
3.265
4.000
22,5%
1,50%

Arizona
3.240
4.700
45,1%
1,76%

Connecticut
3.144
3.300
5,0%
1,23%

Iowa
2.962
2.900
-2,1%
1,08%

Oregon
2.930
3.300
12,6%
1,23%

Mississippi
2.688
2.700
0,4%
1,01%

Arkansas
2.485
2.500
0,6%
0,93%

Kansas
2.430
2.500
2,9%
0,93%

West Virginia
2.062
1.800
-12,7%
0,67%

Utah
1.685
2.100
24,6%
0,79%

Nebraska
1.618
1.700
5,1%
0,64%

New Mexico
1.356
1.700
25,4%
0,64%

Maine
1.197
1.200
0,3%
0,45%

Idaho
1.125
1.200
6,7%
0,45%

Hawaii
1.073
1.200
11,8%
0,45%

New Hampshire
1.032
1.100
6,6%
0,41%

Nevada
970
1.700
75,3%
0,64%

Rhode Island
946
990
4,7%
0,37%

Montana
838
900
7,4%
0,34%

South Dakota
703
700
-0,4%
0,26%

North Dakota
672
600
-10,7%
0,22%

Delaware
621
700
12,7%
0,26%

DC
578
600
3,8%
0,22%

Vermont
548
600
9,5%
0,22%

Wyoming
547
500
-8,6%
0,19%

Alaska
455
600
31,9%
0,22%

USA gesamt
239.421
267.490
11,7%
100,00%
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19.08.02 23:16:05
Kann man diese Zusammenhänge auch auf den Börsenbereich übertragen?

NEIN

mfg thomtrader


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