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Abakus: Wann kommt das Ende? - 500 Beiträge pro Seite | Diskussion im Forum



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Nun wird’s spannend beim Venture-Capital-Unternehmen Abakus. Nachdem man erst über eine Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr massig Geld eingesammelt hat, ist auf Grund hoher Abschreibungen die Hälfte des Grundkapitals – und natürlich die gesamte Kapitalrücklage aufgebraucht. Heute tritt dann auch noch der Aufsichtsrat geschlossen zurück, nachdem Gerhard Mayer seinen Rücktritt als Vorstand schon eingereicht hat. Thomas Schäfers steht nun als einziger verbliebener Vorstand allein auf weiter Flur.

Auf Nachfrage von wallstreet:online gibt Schäfers keine Auskunft über die Vorgänge bei den Bad Sodenern. Anfang nächster Woche soll es hierzu eine Meldung geben. Schäfers dementiert Zusammenhänge mit Gerüchten um Unregelmäßigkeiten bei der Beteiligung Comic & Merchandising AG, besser unter Donky bekannt. Ebenso wird eine mögliche bevorstehende Insolvenz dementiert.

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Zurzeit gibt es jedenfalls weit mehr offene Fragen als Antworten. Insbesondere ist unklar, unter welchen Voraussetzungen das Unternehmen vor Aufnahme des Börsenhandels eine Kapitalerhöhung durchgeführt hat. Neuere Erkenntnisse, die zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung noch nicht vorgelegen hätten, würden nun zu hohen Abschreibungen führen, heißt es von Seiten der Abakus AG. Nach Informationen von wallstreet:online aus Branchenkreisen kann der größte Teil der Abakus-Portfolios als nicht werthaltig angesehen werden. Allenfalls zwei Unternehmen des Portfolios seien ernstzunehmendere Investmentkandidaten.

Es nährt sich jedenfalls der böse Verdacht, dass das Unternehmen zum Zeitpunkt der Notierungsaufnahme am 3. Dezember 2001 schon relativ am Ende war und die letzte Kapitalerhöhung dieses Ende nur herauszögert, nicht aber verhindern können wird. Die Abschreibungen, die Abakus nun vornehmen muss, sind höher als das gesamte Eigenkapital, dass das Unternehmen vor der letzten Kapitalerhöhung in die Waagschale werfen konnte. Insgesamt wird Abakus für 2001 einen Verlust von mindestens 6 Mio. Euro ausweisen müssen – das Eigenkapital vor der letzten Kapitalerhöhung im September 2001 lag bei 5,74 Mio. Euro. Woher die massiven Abschreibungen stammen, ist unklar – Marktbeobachter vermuten ein Millionen-Grab bei der Comic & Merchandising AG. Die Aktie jedenfalls ist seit Beginn der Börsennotiz ins Bodenlose gefallen. Das Papier ist seit längerer Zeit ein Pennystock.

Vor allem nach Handelsaufnahme kam es zu einer regelrechten Verkaufswelle. Woher die mehr als 200.000 Aktien allein am ersten Handelstag stammen, ist zweifelhaft. In Finanzkreisen wird spekuliert, dass Altaktionäre die Gelegenheit zum Verkauf von Aktien genutzt haben. Auch wird spekuliert, dass nicht die komplette Emission bei ernsthaft interessierten Investoren untergebracht wurde. Auch dies würde den sofortigen Verkaufsdruck erklären.

Interessant wird auch die Cash-Flow-Bilanz des Unternehmens sein. 2001 hat das Unternehmen zwar reichlich für die geplante Aufnahme der Notiz und vor allem für die vorbörsliche Kapitalerhöhung getrommelt, aus dem Beteiligungsgeschäft aber wenig Neuengagements gemeldet. Zum Jahresende 2000 verfügte die Gesellschaft laut Bilanz über liquide Mittel und Wertpapiere in Höhe von rund 3,2 Mio. Euro. Dazu kamen die Einnahmen aus der September-Kapitalerhöhung von brutto 750.000 Euro. Die Verbindlichkeiten lagen Ende 2000 knapp unterhalb von 500.000 Euro.

Zu den Fragen äußert gibt sich Schäfers zugeknöpft. Der Alleinvorstand verweist auf die Nachricht, die spätestens nächste Woche kommen soll.

Autor: Michael Barck (© wallstreet:online AG),18:24 21.03.2002



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