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Mobilcom effektiv bereits überschuldet, Insolvenz nur eine Frage der Zeit. - 500 Beiträge pro Seite



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Guten Abend.
Ich habe mir die Bilanz der Mobilcom AG soeben noch einmal etwas genauer angeschaut und bin dabei zu dem Schluß gekommen, daß sich eine Spekulation auf die Insolvenz immer noch lohnen könnte - so ließe sich beispielsweise mit einem Put der West LB (WKN: 654080) der Einsatz nach wie vor knapp verdoppeln.

Folgendes zur Lage des Unternehmens:

"Das Anlagevermögen des MobilCom-Konzerns hat zum Bilanzstichtag einen Gesamtbuchwert von 9.818
Mio. Euro. Der weitaus größte Anteil entfällt auf die immateriellen Vermögenswerte, in denen u. a. die
UMTS-Lizenz mit 8.432 Mio. Euro sowie aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 560 Mio. Euro enthalten
sind."

Aus dem Konzernanhang des Jahresabschlusses 2001 geht also unmißverständlich hervor, daß auf die Aktivierung der UMTS-Lizenz keine Wertberichtigung vorgenommen worden ist. Mir bleibt dabei rätselhaft, wie dies überhaupt mit dem Grundsatz vorsichtiger Bilanzierung vereinbar sein soll. Konkret heißt es in §253 Abs.2 Satz 3 HGB:"Ohne Rücksicht darauf, ob ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist, können bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen werden, um die Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlußstichtag beizulegen ist; sie sind vorzunehmen bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung."
Zwar sehe ich mich außer Stande den gegenwärtigen Wert einer UMTS-Lizenz zu taxieren, doch dürfte er wohl weit unter den bilanzierten 8.432 Mio. Euro liegen. Ferner kann wohl von einer dauernden Wertminderung ausgegangen werden, so daß ein niedrigerer Wert angesetzt werden müßte. Hierzu läßt jedoch die Eigenkapitalsituation (3.768.965 Mio. Euro) kaum Spielraum. Zum Vergleich: Die Deutsche Telekom AG schrieb im Geschäftsjahr 2001 immerhin noch 724 Mio. Euro auf ihre UMTS-Lizenz ab. Auch diesen Wert halte ich zwar für zu niedrig, aber es fand wenigstens eine Wertberichtigung statt.

Um den Sachverhalt auf den Punkt zu bringen:
Es sei die Frage gestellt, ob eine UMTS-Lizenz noch 5 Milliarden Euro Wert ist. Ich meine, daß dies nicht der Fall ist, was für die Mobilcom eine Abschreibung nach sich ziehen müßte, die allerdnigs das gesamte Eigenkapital aufzehrte.


Freundlichen Gruß, DJ Dax.
Die Lizenzen wurden nicht abgeschrieben, weil MOB nach IAS bilanziert und sagt, daß die Lizenzen unverändert werthaltig sind, weil im Vorjahr derselbe Ansatz gewählt wurde und bisher unveränderte (nämlich keine) Umsatzerlöse angefallen sind.

Nach HGB wurde linear abgeschrieben. Ich habe die HGB-Bilanz vorliegen und meine Einschätzung in einem Bericht unter http://www.share-infos.de ausführlich dargelegt. Auch ich bin der Meinung, daß MOB de facto bereits überschuldet ist.

Grüße

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