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Ich habe in den letzten Jahren immer konsequenter eine antizyklische und wertorientierte Strategie verfolgt. Wichtige Kaufkriterien waren: Preis-Buchwert-Verhältnis, Preis-Umsatz-Verhältnis und ein Kaufkurs mindestens 50% unter dem Höchststand der letzten 12 Monate. Teilweise konnte ich damit gute Gewinne einfahren, teilweise musste ich auch ordentliche Verluste einstecken. Immerhin reichte es aus, um die Gesamtverluste seit Mai 2000 (als ich wieder in größerem Maße in die Börse einstieg - ja, den Techboom habe ich weitgehend verpasst) auf ca. 13% zu beschränken. Bis zum April dieses Jahres.
Dann kam Deag: Kauf zu 9,45€, Verkauf zu 1,40€
Dann kam Worldcom: Kauf zu 1,49€, Verkauf zu 0,25€

Auf die antizyklische Strategie scheint kein Verlass mehr zu sein. Nach antizyklischen Kriterien könnte man mittlerweile blind drauflos kaufen. Trotzdem halte ich Vorsicht für angebrachter. Darum hab ich mir eine neue Strategie überlegt.

Mehr dazu morgen, wenn ich wieder Zeit habe.
Das neue Zauberwort heißt: Dividendenrendite!! Offensichtlich ist auf Bilanzen, Quartalsberichte, Analystenempfehlungen, Ad-hocs kein Verlass mehr. Wirklich handfest ist nur die Dividende. Das Vertrauen in alle anderen Kennzahlen ist erschüttert. Und man weiß, ist das Vertrauen erst weg, kehrt es so schnell nicht wieder. Die Aufräumarbeiten am Aktienmarkt werden mindestens 5 Jahre dauern. Viele haben sich vom Markt für immer verabschiedet. Und bis eine neue Aktionärsgeneration heranwächst, wird es seine Zeit brauchen. Diese Zeit kann man am besten mit "echten" Dividendenpapieren überbrücken.

Meine Auswahlkriterien für neue Engagements sind daher:
- Die Dividendenrendite sollte 3,5% oder mehr betragen
- Das Unternehmen soll im laufenden Geschäftsjahr Gewinne machen und ein KGV von höchstens 17 haben.
- Die Marktkapitalisierung muss mehr als 60 Mio. € betragen
- Der Kaufkurs darf höchstens 25% über dem Tief der letzten 52 Wochen liegen.

Letztes Kriterium wird eingeführt, da ich an eine grobe Seitwärtsbewegung in den nächsten Jahren glaube und daher auch viel vom Timing abhängt.

Im Moment habe ich 5 Aktienpositionen, die alle meinen alten antizyklischen Kriterien entsprechen:

Alstom KK 13,20
Escada St. KK 19,29
OTE (Griechische Telekom) KK 16,20
Infor KK 3,72
Senator Entertainment KK 1,41

Neuengagements werd ich so ausrichten, dass ich bald nur 2 antizyklische Papiere und 3 Dividendenpapiere habe.

Was haltet ihr von meiner neuen Strategie?
Habt ihr Tipps, die meinen Dividendenkriterien voll entsprechen?
sieh Dir mal Indus aus dem MDax an, Industrie Holding mit hoher Dividendenrendite (4,8 %)und selbst wenn man den Holding-Abschlag berücksichtigt günstigen 2002er KGV von nur 7.

leider geht Vortsnadschef Kill jetzt bald in seinen (wohlverdienten) Ruhestand...ein grundsolides Unternehmen, daß zudem von einer Konjunkturbelebung profitieren wird.

mfg

placebo
Nachdem Senator letzten Donnerstag unter meine Stoppmarke von 1,06 gefallen war :(, hatte ich nun Gelegenheit meine neue Strategie erstmals anzuwenden. Mein erstes Dividendenpapier ist Gericom. Das Limit von 11,75 wurde heute ausgeführt. Auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde, das man den Titel nochmal kurzfristig zu 10€ kriegen wird, halte ich Gericom für einen aussichtsreichen Wert:
- bisher ansehnliche Dividende
- Wachstum nur unterbrochen im 1. Quartal und wie es scheint war das ein Ausnahmefall
- das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei günstigen 1,7 und Gericom hat keine Firmenwerte aktiviert
- das KGV liegt nach allen Schätzungen unter 10
- im Chart ist eine deutliche Bodenbildung erkennbar.

Blaumaler
Zur Frage Stopp-loss: Ich habe in den letzten Jahren viel mit Stopp-losses herumexperimentiert. Mal nach charttechnischen Kriterien, mal einfach als Prozentabschlag vom Höchstkurs seit dem Kauf, mal ganz weggelassen (siehe Deag). Eine optimale Strategie gibt es da einfach nicht. Meine aktuelle Meinung: Ich setze Stopp-losses ca. 20-25 % unter dem bisherigen Höchstkurs seit Kauf. Mein aktueller Vorsatz, der natürlich bei Senator nicht geklappt hat: Ich verkaufe, bevor das Stopp-loss erreicht ist.

Blaumaler
Das Ziel für Gericom leg ich zunächst mit rund 18€ fest. Fundamental sind durchaus 24€ drin, wenn sich die allgemeine Stimmung verbessert. MMn spricht alles dafür, dass nun eine Aufwärtsbewegung eingeleitet wurde, die den Dax bis Mitte Oktober wieder auf 5000 bringt. Vor allem die starken Schwankungen der letzten Tage scheinen typisch für eine beginnende Wende des mittelfristigen Trends. Das hatten wir ja auch letzten September.
@blaumaler

Bijou Brigitte (522950) - evt. > 25% über 52weeks low, dafür stimmt der Rest besonders gut

Fuchs Petrolub (579043)

MPC Capital (518760)

Du solltest mehr noch auf das Geschäftsmodell achten, da sich daraus die Dividenden der Zukunft ergeben. Danach würde ich alle Deine in #2 genannten Aktien verkaufen, sorry.

CU, goldmine
Sicherlich mach ich mir auch Gedanken über die Geschäftsmodelle. Aber als branchenfremder ist das natürlich sehr schwer zu beurteilen. Wie s ausschaut, war wohl auch meine Prognose eines langfristigen Seitwärtstrendes falsch, denn wir haben im Dax die Septembertiefststände heute deutlich unterschritten. Dass angesichts des Vertrauensverlustes im Markt immer mehr auf Dividendenpapiere hinausläuft, scheint aber logisch. Mit Gericom bin ich ja bislang auch ganz gut gefahren.
Eine hohe Divendenrendite allein ist leider nicht genug. Ein Unternehmen, das eine hohe Dividende ausschüttet, läuft Gefahr, die Eigenkapitalbasis zu schwächen: entweder, weil die Dividende (teilweise) aus dem EK gezahlt wird oder weil keine Gewinnrücklagen eingestellt werden und so die EK-Basis bei steigender Bilanzsumme langsam (relativ) erodiert. Da lohnt sich ein Blick in die Bilanz. Darüber hinaus sollte das Unternehmen nicht nur überhaupt Gewinn machen, sondern stetig. Auch auf Bilanzrisiken muss man, wie mittlerweile jedes Kind weiß, achten: was sind für immaterielle Vermögensgegenstände und Finanzanlagen in der Bilanz? Möglicherweise sind diese nicht werthaltig und eine Aktie ist deshalb niedrig bewertet und die Dividendenrendite entsprechend hoch.
Marc Aurel
Hallo Blaumaler,
ich verfolge exakt Deine Strategie, wie Du sie in Posting 1 dargestellt hast. Mich entsetzen dann allerdings Deine ausgewählten Werte. Eine Senator oder Worldcom als Value zu bezeichnen ist einfach falsch.
Mein Vorschlag wäre: Nimm Deinen Ansatz wirklich ernst und kaufe nur Titel mit einem KBV von unter 1 (nur das ist echtes Value) - naja, maimal 1,1-1,2. Das KGV sollte deutlich unter 10 liegen, die Dividenrendite für die folgenden Jahre über 3,5%. Wenn dann das Geschäftsmodell und die Bilanzen verständlich sind (daher ist von INDUS abzuraten - sie kritische Threads zu INDUS) kannst Du nur wenig falsch machen.
Mein Tipp: VW Vz., bedingt Salzgitter oder Jungheinrich,, eine DCX wenn sie wieder bei 39-40€ steht, Leoni oder Edscha
Thomas
Hallo @ all und natürlich Blaumaler,
habe gerade zufällig euren Threat gelesen,im ersten mom dachte ich, du hast das Buch "Antizyklisch Investieren" von Anthony M.Gallea gelesen, beim weiteren Durchlesen eurer Postings stellte sich aber heraus, das das nicht der Fall sein kann.
Ich bin seit 99 an der Börse und habe natürlich wie alle anderen auch den Fehler gemacht wahllos(naja, nicht so richtig, Gedanken habe ich mir schon gemacht) irgendwelche Aktien zu kaufen(z.B.RAMBUS,Psion,Nokia, etc und wie sie alle hießen), Gottseidank hatte ich aber dann doch den Durchblick gehabt, die Papiere mit Gewinn zu verscheuern,alles in allem waren es aber nur noch 80%Gewinn , obwohl ich viel mehr vorher hatte, ich habe mir von der Kohle ein Haus gekauft;-),mann gut.....aber,.... es kommt alles anders, als man denkt!!!
Natürlich bin ich viel zu früh wieder eingestiegen, und habe dann richtig einen verpasst bekommen, und zwar so, das alle Gewinne wieder futsch waren
Ende vom Lied war,ich habe 9 Monate Pause gemacht, und mir oben besagtes Buch gekauft und erstmal(mehrmals) durchgelesen, ich glaube,dieses Buch sollte sich jeder, der an der Börse investieren möchte,erstmal zu Gemüte führen
Dieses Buch hat mir aufgezeigt, das fast alle, die an der Börse investieren,diese ohne eine feste Strategie machen, und das ist eigentlich der schlimmste Fehler!
Euch alle Punkte aufzuführen ist nicht machbar, hier aber die Wichtigsten:
1.Ein niedriges KGV (am besten unter 10)
2.Ein niedriges KUV (am besten unter 1)
3.Ein niedriges KBV (gemeint sind aktien, die Höchsten zu 66%ihres Nettovermögenswertes gehandelt werden, besser noch niedriger!)
Die Gewinne der Gegenwart sollten weit unter den Gewinnen der Vergangenheit liegen
und als wichtigster Punkt
5. signifikante Insiderkäufe aufweisen(mindestens Käufe von einer Person oder von mehreren gemeinsam in Höhe von mindestens 120.000Euro
oder Käufe von Outsidern(damit habe ich aber nicht mich gemeint)
Solche Aktien gibt es,ich habe jedenfalls welche gefunden
Darüber hinaus sollte man diese Aktien dann 3 Jahre halten oder nach 50% Gewinn verkaufen, es sei denn, es gibt gute Gründe, sie länger zu halten(weitere Insiderkäufe etc.),wenn du solch einen Wert gefunden hast,kannst du ihn ins Depot nehmen mußt, dazu gehört aber,groß zu Disverzivieren, mindestens 20 Werte,besser noch 30
und knallhart den Stop setzen, grob geschätzt ca 25% unter deinem Einkaufspreis
...so, für heute reichts erstmal, hoffe ich habe euch nicht genervt, mein Problem ist nur, ich bin jetzt über 40, und ich kann Dahmelkram nicht mehr erlauben, ich versuche auf diese Weise meine Altersvorsorge zu treffen,jedenfalls sind 20%Jahresrendite auf diese Weise wohl drin, und das ist mehr, als ich erwarte,....
ach,und noch was Warren Bufett, hats genauso gemacht!!!
Ich denke, dem ist nichts mehr hinzuzufügen
Ich würde mich freuen, wenn jemand Lust hat sich darüber zu unterhalten, eventuell kann man sich die Arbeit ein wenig teilen, und wenn was bei rauskommt, haben wir eventuell alle was davon
Gruß
Outsider


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