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5. AKTIENSERVICE FUNDAMENTAL-EMPFEHLUNG DER WOCHE - HIGHLIGHT
COMMUNICATIONS: der Einaeugige unter den Blinden oder mehr?
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MEDIENBRANCHE SCHWER ANGESCHLAGEN

Ganz klar - die Medienbranche ist schwer angeschlagen. Filmpro-
jekte stehen auf der Kippe, im deutschen Markt drueckt zudem die
Kirch-Insolvenz die Preise auf ein noch tieferes Niveau. Die Vi-
sibilitaet der Ergebnisprognosen der Medienunternehmen ist quasi
nicht existent, in Anbetracht der Konjunkturschwaeche sind Ein-
spielergebnisse kaum kalkulierbar.

Wenn selbst die Big Player Pleite gehen oder mit der Insolvenz
kaempfen, wie schlecht muss es dann erst den kleineren Wettbe-
werbern ergehen: Kinowelt ist Pleite, Intertainment hat in Q1
nur noch 2,5 Mio Euro umgesetzt (bei einem Nettoverlust von 3,7
Mio Euro) und EM.TV ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

Senator koennte kuerzlich die Erfolgsmeldung praesentieren, dass
mit den Banken eine langfristige Vereinbarung getroffen werden
konnte (wenn dies schon eine Erfolgsmeldung ist und keine
Selbstverstaendlichkeit - wie schlecht muss es dann wohl ausse-
hen?), etliche weitere Medienunternehmen haben ihr Listing am
Neuen Markt freiwillig oder gezwungenermassen eingestellt.


JE GROESSER DIE KRISE, DESTO GROESSER DIE CHANCE?

Um es gleich vorwegzunehmen - ganz gleich, wie stark die Kurse
der Medienunternehmen eingebrochen sind und wie optisch niedrig
sie derzeit erscheinen, die Risiken sind weiterhin extrem hoch.

Die alte Anlegerweisheit "Je groesser die Krise, desto groesser
die Chance" ist zwar richtig, dabei muss jedoch differenziert
werden. Zum einen darf die Krise nicht so gross ein, dass die
Pleite bevorsteht, denn dann muss ein Totalverlust in Kauf ge-
nommen werden, zum anderen muessen die Unternehmen, die im Hin-
blick auf die erwaehnte Anlagestrategie erworben werden, funda-
mental genau analysiert werden, um eben eine Insolvenz weitge-
hend aussliessen zu koennen.

Dies ist von besonderer Bedeutung, da Krisen, wie wir sie aktu-
ell im IT- oder Medienbereich erleben, sehr lange andauern
koennen. Der Anleger muss daher darauf achten, dass das er-
waehlte Unternehmen selbst bei einem Worstcase-Szenario noch
zwei bis drei Jahre ueberleben kann. Denn selbst wenn eine
schnelle Konjunkturerholung eintritt, sind in diesen Branchen
die Probleme noch lange nicht erledigt, da diese Branchenrezes-
sion, wie wir sie derzeit im Medien-Sektor erleben, nicht nur
peripher auf die Konjunkturschwaeche zurueckzufuehren ist, son-
dern vielmehr auf die zu Boomzeiten aufgebauten Ueberkapazitae-
ten extremer Ausmasse.

Im damaligen Wettbewerb zahlten insbesondere die Rechte- und
Lizenzhaendler immense Preise fuer zukuenftige Produktionen,
deren Amortisationsmoeglichkeiten auf Grund der hohen Preise
nicht mehr gegeben sind. Unternehmen wie ODEON Film oder Sena-
tor hielten sich zu dieser Zeit im Rechteeinkauf vorausschauend
vornehm zurueck - ein weiser Entschluss.

Ungeachtet der krisengeschwaengerten Lage in der Medienbranche
sehen wir unter den Medienwerten des Neuen Marktes insbesondere
ein Unternehmen, welches die aktuelle Marktbereinigung, die
noch mindestens zwei bis drei Jahre anhalten wird, ueberstehen
duerfte. Es handelt sich hierbei um die schweizerische HIGH-
LIGHT COMMUNICATIONS. Mit Blick auf 4 oder 5 Jahre sehen wir
bei diesen Titeln Vervielfachungspotenzial - bei zwar hohen,
aber halbwegs kalkulierbaren Risiken:


HIGHLIGHT COMMUNICATIONS AG

Im Prinzip handelt es sich bei der Schweizer Highlight im Peer-
Group-Vergleich um ein sehr bodenstaendiges Unternehmen, das
einen hohen Umsatzanteil aus dem soliden Videoverleih-Geschaeft
erzielt. Die risikoreichen Geschaeftsfelder Filmrechtehandel
und Eigenproduktion spielen bislang nur eine untergeordnete
Rolle, mit Uebernahme von knapp 24% des Filmproduzenten und
Filmverleihers Constantin aus dem Besitz der Kirch-Gruppe fuer
knapp 30 Mio Euro koennte sich dies langfristig jedoch aendern.
Highlight besitzt gute Chancen, zum groessten Medienunternehmen
des Neuen Marktes zu avancieren. Allerdings sind die Synergie-
effekte derzeit noch schwer einzuschaetzen, insbesondere auf
der Kostenseite.

Die Tochtergesellschaft TEAM erhielt kuerzlich die Verlaenge-
rung der Vereinbarung mit der UEFA zur kommerziellen Verwertung
der Champions League-Rechte bis zur Saison 2005/06. Die letzt-
endlichen Konditionen duerften zwar etwas schlechter als zuvor
ausfallen, dennoch ist die Verlaengerung dieser Vereinbarung
ein enormer Erfolg fuer TEAM/HIGHLIGHT, da diese bis 2005/06
sichere Ertraege in erheblicher Hoehe bedeutet. Die Konzentra-
tion des Unternehmens auf das Film- und Verleih-Geschaeft sowie
auf das vergleichsweise bodenstaendige und gesicherte Sportmar-
keting halten wir fuer strategisch richtig.

Nachdem Highlight im letzten Jahr Wertberichtigungen vornehmen
musste und hohe Sonderaufwendungen zu verkraften hatte, ist das
Unternehmen im ersten Quartal 2002 wieder in die Gewinnzone
vorgestossen. Entgegen dem Branchentrend hat sich der Umsatz in
Q1 2002 nur um knapp 3% auf 36,5 Mio SFR ermaessigt, das opera-
tive Ergebnis lag bei plus 8,2 Mio SFR, nachdem im Vorjahres-
zeitraum noch ein Verlust von 7 Mio SFR anfiel. Bei einer Ei-
genkapitalquote von 54% stellte sich der Konzergewinn auf ueber
4 Mio SFR, im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Verlust von ue-
ber 8 Mio ausgewiesen.

Die Unternehmensprognosen sehen fuer das Gesamtjahr 2002 einen
Umsatz von 145 Mio SFR, bei einem Nachsteuergewinn von ca 15,5
Mio SFR respektive 0,22/0,23 SFR je Aktie vor. Wir erwarten
fuer Higlight unter Anlegung aeusserst konservativer Massstaebe
im laufenden Jahr einen Umsatz von deutlich ueber 100 Mio Euro,
einen Nachsteuergewinn von knapp 11 Mio Euro respektive ein EPS
von 0,15 Euro. Fuer das Jahr 2003 halten wir einen Umsatz von
mindestens 135 Mio Euro, einen Nachsteuergewinn in Hoehe von
15,5 Mio Euro respektive ein EPS von 0,23 Euro fuer moeglich.
Damit ist die Highlight-Aktie bei sehr konservativer Prognostik
mit einem 02e-KGV von 14 und einem 03e-KGV von 9 attraktiv be-
wertet.

Wir halten die Highlight-Aktie aus den bereits dargelegten
Gruenden fuer die solideste Medienaktie am Neuen Markt und ge-
hen davon aus, dass das Unternehmen aus der anhaltenden Markt-
bereinigung gestaerkt hervorgehen wird. Insgesamt sehen wir bei
Highlight auf dem aktuell deutlich ermaessigten Kursniveau von
2,08 Euro ein guenstiges Chancen/Risiken-Profil, wobei die
Chancen unserer Einschaetzung nach langfristig deutlich ueber-
wiegen. Mit Sicht auf 4-5 Jahre sehen wir Vervielfachungspoten-
zial. Unser Rating lautet daher auf "Long Term Buy".

In Anbetracht der aktuell weiterhin sehr suspekten Gesamtmarkt-
lage, empfehlen wir dem Anleger jedoch, lediglich Engagements
mit geringer Kapitalgewichtung einzugehen - insbesondere gilt
dies fuer den Neuen Markt, wo selbst fundamental stark unter-
mauerte Werte mit dem einbrechenden Gesamtmarkt oftmals voellig
undifferenziert nachgeben.

In Anbetracht der wie aufgefuehrt desolaten Gesamtmarktlage
sollten Anleger ihre Transaktionen umso akkurater planen, bei-
spielsweise um durch einen disziplinierten Kaufplan den Cost-
Average-Vorteil zu nutzen. Das Risiko eines unjustierten Ein-
stiegs wird somit vermindert. Plant ein Anleger unter Beachtung
einer sinnvollen Portfoliodiversifikation beispielsweise, einen
Anlagebetrag von insgesamt 10.000 Euro in die Highlight-Aktie
zu investieren, empfiehlt es sich, den Kauf nicht en bloc
durchzufuehren, sondern ueber einen Zeitraum von beispielsweise
20 Monaten jeweils monatliche Tranchen a 500 Euro zu erwerben.


HIGHLIGHT COMMUNICATION AG, WKN: 920305

Marktkapitalisierung: 102 Mio Euro
EPS 03e: 0,23
KGV 03e: 9

Kurs Xetra 09.07.: 2,08 Euro
52-Wochen-Hoch: 6,28 Euro
52-Wochen-Tief: 1,89 Euro

empfohlenes Stop-Loss: 1,60 Euro
Unser Anlage-Urteil: "Long Term Buy"


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