Schering rechnet auch in kommenden Jahren mit zweistelligem Gewinnwachstum - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 24.07.02 10:18:04 von
neuester Beitrag 30.08.02 01:02:38 von


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24.07.02 10:18:04
Schering rechnet auch in kommenden Jahren mit zweistelligem Gewinnwachstum

Der Berliner Pharmakonzern Schering AG will auch in den kommenden Jahren ein zweistelliges Gewinnwachstum erzielen. In einem Interview mit dem Magazin "FOCUS-MONEY" (Donnerstagsausgabe) sagte der Schering-Vorstandsvorsitzende, Hubertus Erlen: "Wir werden den Konzerngewinn in den kommenden Jahren um eine zweistellige Prozentzahl steigern. Beim Umsatz wollen wir besser abschneiden als der Markt."

Zu der positiven Geschäftsentwicklung soll vor allem ein kräftiger Umsatzzuwachs in den USA beitragen. "Amerika soll bis 2005 mehr als 30 Prozent des Umsatzes beisteuern. Wenn wir geschickt zukaufen, dürfte der Beitrag sogar deutlich höher liegen," sagte Erlen./ep/tw/ar



24.07.2002 - 10:03
Quelle: dpa-AFX
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24.07.02 10:35:24
ich beobachte Schering auch schon ein paar Tage. Sie stemmen sich ganz gut in den letzten zwei Tagen gegen den Markt, obwohl viele Pharmaunternehmen abgestraft werden.
Mir scheint, hier staut sich ganz schon Druck auf, der, wenn der Markt freundlicher wird, abgelassen wird, so das sie überproportional steigen.

Ich denke bei diesen Kursen kann man einfach nichts mehr falsch machen. Auf einen € mehr oder weniger kommt es bei einer Langfristanlage nicht an.
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24.07.02 23:12:41
@yoyo Vielen Dank für deinen Tip-habe bei 44,80 zugeschlagen. Weiterhin habe ich noch Amgen und Pfizer im Depot. Nach den guten Zahlen von Amgen sollte auch Schering morgen profitieren. Amgen ist jedenfalls nachbörslich 13 Prozent im Plus...
Gruss
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24.07.02 23:13:11
@yoyo Vielen Dank für deinen Tip-habe bei 44,80 zugeschlagen. Weiterhin habe ich noch Amgen und Pfizer im Depot. Nach den guten Zahlen von Amgen sollte auch Schering morgen profitieren. Amgen ist jedenfalls nachbörslich 13 Prozent im Plus...
Gruss
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25.07.02 11:55:25
Story [ 25.07.2002 11:34:21 ]


Schering erhält EU-Zulassung für Krebskontrastmittel Flucis
Frankfurt, 25. Jul (Reuters) - Der Berliner Pharmakonzern
Schering<SCHG.F> (SCHG.DE) hat von der Europäischen Union (EU)
die Zulassung für sein neues Krebskontrastmittel Flucis
erhalten.
Die Markteinführung des Mittels sei nun für die kommenden
Monate vorgesehen, teilte der Pharmakonzern am Donnerstag in
Berlin mit. Referenzstaat für das gegenseitige
Anerkennungsverfahren in der EU sei Frankreich gewesen.
Den Angaben zufolge kommt das Krebskontrastmittel bei der
Positron-Emissions-Tomographie (PET) zum Einsatz und kann in
einer Vielzahl von diagnostischen Verfahren, darunter bei der
Stadiumbestimmung von Krebs verwendet werden.
frs/mik
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25.07.02 12:45:29
ich bin beim Wiederstand um die 50,- auch reingefallen. Nur sollte man jetzt die ausbildung der W-Formation abwarten. Wird wohl Heute noch etwas volatil. Die Tiefststände von Gestern werden wir warscheinlich nicht mehr sehen, aber kurz darüber werden wir noch mal zum stehen kommen. Ich schätze mal, entweder spät Abends kaufen oder erst Morgen. Hängt auch ein bischen vom AMI ab. Viel kann man aber jetzt nicht mehr falsch machen, jetzt geht es nur noch darum den Tiefstand bis auf die letzte "Rille" auszuloten. Berufsehre:)
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25.07.02 13:24:10
wenn es nicht dazu kommen sollte, nächste Haltestelle 40 :)aber die dürfte gewiss halten.
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25.07.02 13:44:24
@yoyo
bin erst mal zu 47 raus. Mal sehen, was passiert.Danke und Gruss
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25.07.02 13:54:03
Mein KZ wird 35 Euro sein ! :D

Gruss, dr HEXER :D
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25.07.02 19:18:43
@ Hexer
Dann warte mal die Zahlen am Freitag ab. Dann wird es wie heute in den USA bei den Pharma- und Bios abgehen. So traurig es klingt, aber krank wird man immer. Und wenn ich mal Medikamente brauche, hoffe ich, das die Pharmabranche mir helfen kann. Bin jedenfalls bei 46,80 wieder rein-Gruss
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25.07.02 19:52:38
@joe

ganz schön unschlüssig...
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27.07.02 07:50:46
Schering hat angefangen eigene Aktien zurück zu kaufen, insgesamt wollen die im Wert von 500 Mill € zurückkaufen.Gibt noch eine Menge Spaß in den nächsten Tagen. Mit sicherheit hat der starke Kursverfall in den letzten Tagen etwas damit zu tun gehabt. Jetzt haben wir die erwünschte W-Formation, techn. gesehen könnte es jetzt sehr viel besser werden.
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27.07.02 09:00:14


Bollinger Bands laufen zusammen, RSI steigt, MACD dreht nach Norden, also bis 54 ist erst einmal Platz.Bei 54 ist ein kleiner Wiederstand nach oben, den gilt es erst einmal zu überwinden. Kommt ganz auf den Gesamtmarkt an, denke mal, daß wir das im ersten Anlauf nicht schaffen werden, da in USA zum Handelsschluß wieder mal massiv Computerkaufprogramme eingesetzt wurden um den DOW zu stützen.Obwohl SCH sich die ganze Woche schon gegen den Markt gestämmt hat, natürlich reichte die Kraft nicht aus. Mal sehen wie übers Wochenende gedreht wird , kann gut möglich sein , daß wir mit einem schönen Gap am Montag eröffnen.
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27.07.02 10:30:35
@King
Die Unentschlossenheit hat sich wohl gelohnt! Denke auch, das wir Montag über 50 schliessen sollten.
Gruss
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27.07.02 10:59:18
um die 48,2 hatte sich in den letzten Handelssitzungen ein Wiederstand/Deckel (nach oben)gebildet, die Gefahr besteht immer noch unter diesen zurück zu fallen(im Interessse von Schering(Aktienrückkauf-Programm), sollte der Kurs weiter anziehen (wovon ich erst einmal ausgehe), könnte das ein Kreuzwiederstand nach unten werden.
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28.07.02 11:15:55
ich vermute schering wird ihr aktienrückkaufprogramm am montag sehr streng fortsetzten, um den kurs möglichst schnell nach oben zu treiben. grund: gefahr der übernahme durch pfizer. immerhin sollte ein steigender kurs den angebotspreis von pfizer an die scheringaktionäre weiter erhöhen, was das problem etwas relativieren könnte. (angebotspreis > kurs)
des weiteren sollte eine spekulation darauf leichten kaufrausch bei einsteigern auslösen.

@ YoyoStock
eine frage hab ich noch: wie genau funzt ein Computerkaufprogramm?? hör`s zum ersten mal

MfG, Juri / Call 70
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28.07.02 11:51:12
nachfolgendes habe ich vom Aldibroker kopiert, ich glaube , daß verdeutlicht am besten warum und wie gestütz wird.



Mittlerweile werden schon über 50% aller Trades durch Programmhandel ausgeführt, bei Bedarf später gestartet oder mal eine kleine Pause zum Positionieren eingelegt, gezielt mit großen Size die Richtung verändert....


Erst kommt der Dow nicht pünktlich zum Laufen (Vorbereitungen PPT), dann nach rund 13 Minuten obige Situation und nun schon wieder 170 Punkte im Keller.

Sehr schön zu sehen, wie erst gestützt und beim Gold gedrückt wird, dann um 15:43 Uhr Verlust der Kontrolle über die Märkte... aktuell wird wieder eingefangen,

Normalerweise setzen nach genau festgelegten Regeln Handelsbeschränkungen ein, die verhindern sollen, dass der Dow übermäßig stark einbricht. Fällt der Dow Jones-Index um mehr als 50 Punkte wird der computergesteuerte Programmhandel automatisch beschränkt. Die Aufträge kleiner Anleger erhalten Priorität. Für 30 Minuten wird der Handel unterbrochen, sollte der Dow um mehr als 350 Punkte absacken. Bricht das wichtigste US-Börsenbarometer um mehr als 550 Punkte ein, wird der Börsenverkehr eine Stunde lang eingestellt. Auf diese Handelsbeschränkungen verständigte man sich nach dem Börsencrash vom 19. Oktober 1987, an dem der Dow-Jones um 508 Punkte einbrach.

Diese Regelung wurde auch schon mehrfach angewendet, doch heute scheint das PPT eine andere Strategie zur Manipulation der Märkte gehabt zu haben, denn der Index eröffnete mit 8681,21 Punkten und rutschte ohne Handelsbeschränkung um 436,34 Punkte bis auf 9244,87 ab. Statt den Handel auszusetzen entschloss man sich zum Handelsschluss eine Rallye hinzulegen, die fast alles wieder aufholte. Am Ende blieb ein Minus von 45,43 Punkten bestehen. Damit notiert der Dow erneut tiefer als zum Vortagsschluss. Dennoch bleibt der schlechte Beigeschmack, dass wieder einmal nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Kann dies Vertrauen in die Märkte schaffen? Ich glaube nicht!
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28.07.02 13:22:46
@2.Versuch
Als Anhäger vom Esel(edonkey) weiss man eigentlich, was funzen bedeutet:
funzen = gut laufen (im Sinne von einwandfrei und schnell funktionieren )
@ Yoyo
Erst mal danke für deine Mühe hinsichtlich des einstellens des Postings 17.
Ich habe mal eine Frage, die allerdings sehr an den Haaren herbeigezogen ist, aber vielleicht durchaus denkbar. Zunächst denke ich auch, das die Fed stützt, aber damit kann ich sehr gut leben, weil die shortseller dann gezwungen sind, sich einzudecken. Grillt die shorties!!! Kann aber der Verfall des Goldpreises damit zu tun haben, das die Fed einen kleinen Teil ihrer Goldbestände verkauft und mit diesem Geld die Märkte stützt? Ich kenne mich beim Gold nicht so aus, aber kann man eventuell feststellen, in welchem Land und wieviel Gold verkauft wurde?
Gruss
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28.07.02 20:30:02
so ungefähr ist es, nur sehr umfangreich dieses Thema. Ich denke mal, folgender Artikel sagt schon eine Menge darüber aus. Gold wird sich Ende nächsten Quartal wiedr sehr erholen, denn nach dem "Sommerloch" in der Wirtschaft wird es Grotten schlecht! Die USA werden in Problem mit dm Konsumenten bekommen, der Irak-Krieg steht noch aus und Bin Lady lebt ja auch noch. Die Goldstände, die wir jetzt haben sehen wir schon noch wieder, nur im Moment zwinkt kein Kauf.

Edelmetalle: Gold-Rally ist vorerst beendet

Die Turbulenzen an den internationalen Börsen griffen vergangene Woche auch auf den "sicheren Hafen" Gold über. Mit dem Ausverkauf am Aktienmarkt am Dienstag geriet auch das Edelmetall unter Druck.

Der Goldpreis fiel um 11 auf 311,70 $ je Feinunze. Eine Reihe von Fonds musste ihre Goldpositionen verkaufen, um Nachschussverpflichtungen bei anderen Anlagen, insbesondere für Aktienbestände, erfüllen zu können. Hinzu kamen erstmals seit langer Zeit Terminverkäufe von Minengesellschaften. Indiz dafür waren die steigenden Leihzinsen.

Aber auch von wichtigen Absatzmärkten kamen schlechte Nachrichten: In Indien sorgte der ausbleibende Monsun im Norden für eine Dürre, die dazu führen wird, dass die nach guten Ernten übliche Nachfrage diesmal eher Notverkäufen Platz machen muss. Auch aus Vietnam wird über eine deutlich niedriger als prognostiziert ausfallende Goldnachfrage berichtet.

Der Goldpreis sank bis zum Freitag weiter und schloss in New York bei 304,50 $ - knapp 1 Prozent über dem Wochentief von 301 $ je Unze.

Nachdem Gold zuletzt sämtliche mittelfristigen Unterstützungslinien nach unten durchbrochen hat, wird die Rally der vergangenen Monate eine Pause einlegen. Eine wirklich stabile charttechnische Unterstützung liegt nämlich momentan erst bei 296,50 $ pro Unze, dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt.

Die fundamentalen Daten und Nachrichten, die dem Anstieg der letzten Monate zugrunde liegen, haben sich allerdings nicht geändert. Noch nimmt die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche und politische Entwicklung eher zu. Gleichzeitig warten hohe Bestände an Liquidität darauf, Gewinn bringend angelegt zu werden.

Gold als Bestandteil eines ausgewogenen Depots ist aber, sicher auch zur Enttäuschung der Produzenten, in den letzten zwölf Monaten nur vor wenigen Vorreitern unter den Investoren wieder entdeckt worden. Die breite Masse hält sich dagegen bislang noch bedeckt - sicher auch mit Blick auf die wenig erfolgreiche Entwicklung der letzten 15 Jahre. Dabei darf nicht vergessen werden, dass schon ein Umschichten eines Bruchteils der verfügbaren Gelder reichen würde, um dem Goldpreis den nächsten, massiven Anstieg zu bescheren.

Silber folgte dem Gold und fiel deutlich. Vor allem am Freitag zogen sich die Investoren aus dem Edelmetall zurück. Der Preis durchbrach die wichtige Unterstützung bei 4,80 $ sowie den gleitenden 100-Tage-Durchschnitt bei 4,74 $ und sank auf ein Wochentief von 4,63 $ je Unze.

Die Entwicklung bei den Platinmetallen verlief relativ ruhig. Zum Wochenende hin legten sie sogar etwas zu. Die freundlichere Tendenz wurde durch einzelne Käufe industrieller Marktteilnehmer unterstützt. Ob sich diese Entwicklung im zweiten Halbjahr fortsetzen wird, ist allerdings fraglich.

Immerhin herrscht bei Analysten, was die Frage einer baldigen wirtschaftlichen Erholung angeht, erhebliche Skepsis vor. Platin schloss um 530 $ pro Unze, Palladium bei 332 $ pro Unze.

Quelle: http://www.ftd.de/bm/ga/1027868044944.html?nv=hpm
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29.07.02 09:47:22
@joeblack4
Ich kenne `funzen` nur aus unserem Blocknetz in Ilmenau. Una was edonkey sein soll, will ich gar nicht wissen ;) ist bestimmt nur Kikimist

MfG, Juri
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29.07.02 09:56:35
Schering sieht Gefahr einer feindlichen Übernahme Newssuche
WKN / Symbol / Stichwort




Das Pharma-Unternehmen Schering AG ist aufgrund seines geringen Börsenwertes von einer feindlichen Übernahme durch einen finanzstarken Konkurrenten bedroht. Diese Befürchtung äußerte Finanzvorstand Klaus Pohle in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“.

Die Börsenkapitalisierung des Konzerns beläuft sich aktuell nur auf rund 10,0 Mrd. Euro, nachdem der Aktienkurs im Juli um 25,0 Prozent einbrach. Damit wäre ein Kauf des Unternehmens äußerst billig, was das Interesse größerer Konkurrenten weckt.

Schon aufgrund seiner geringen Größe sei der Konzern in Gefahr, ein Übernahmekandidat zu werden. Der niedrige Wert steigert die Gefahr noch weiter, wobei selbst Aktienrückkäufe keine wirksame Abwehrmaßnahme darstellen.

Die Aktien stiegen bisher um 2,32 Prozent und notieren aktuell bei 50,24 Euro.
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29.07.02 10:24:54
Die Pharma-Zukunft bröckelt
Von Peter Kuchenbuch, Hamburg Die Pharmakonzerne sind in einer ungeahnten Krise: Die Forscher versagen, die Kunden knausern, und die Politik wird zum Umsatzfeind.
Schering-Chef Hubertus Erlen ist nicht schnell aus der Ruhe zu bringen. Normalerweise. Aber die Aktie verliert seit Wochen, und das nervt ihn. Berichte über den Abbruch einer großen klinischen Studie mit einem Konkurrenzpräparat haben auch die Börsenpapiere der Berliner runtergezogen. Bis zu 25 Prozent. Die Studienergebnisse könne man nicht so einfach auf Schering-Produkte übertragen, sagt er und ärgert sich über die Sippenhaft, wie manche es nannten. Dann richtet sich Erlen im Sessel auf und sagt: "Schering war solide. Schering ist solide. Und Schering wird solide bleiben."

Die Pharmabranche macht die schwerste Krise seit Jahren durch, Investoren wenden sich ab, die Nervosität der Analysten und Konzernmanager steigt jeden Tag. Ein Konzern nach dem anderen verkündet schlechte Nachrichten: Merck & Co., Eli Lilly, Bristol-Myers Squibb (BMS), Johnson & Johnson und Wyeth.

Seit Jahresanfang ist der Amex-Pharma-Index an der New Yorker Börse um 36 Prozent gesunken, in sechs Monaten verlor BMS 60 Prozent seines Marktwertes, Merck & Co. ein Viertel seiner Börsenkapitalisierung. Die Gründe sind vielschichtig. Bislang war die Pharmabranche von Konjunkturschwankungen so gut wie unabhängig, die Umsätze wuchsen in den vergangenen Jahren in der Regel zweistellig.

US-Geschäft: Hohe Erwartungen, doch trübe Aussichten

Der Motor des Erfolgs war der wachstumsstärkste Pharmamarkt - die USA. Hier erzielt die Branche 46 Prozent ihrer Umsätze und 60 Prozent ihrer Gewinne. Alle deutschen Firmen mit Ambitionen, darunter Merck aus Darmstadt, Boehringer Ingelheim, Altana und Schering sind dort vertreten. Schering will bis zum Jahr 2005 den Umsatz im US-Geschäft verdoppeln und damit den Anteil des Verkaufs in den USA am Gesamtumsatz von 23 auf 30 Prozent erhöhen. Doch die Aussichten sind trübe.

Denn der Absatzschwung in den USA ist in Gefahr, die positiven Konzernprognosen verlieren an Wert. Zu schaffen macht den Konzernen vor allem der Wettbewerb ihrer Marken gegen die preiswerteren Produktkopien, die so genannten Generika. In den Jahren 2001 bis 2005 endet der Patentschutz von Arzneimitteln im Wert von 40 Mrd. $. Das wird die Großen der Branche hart treffen. Manche Generika brauchen keine zwei Monate, um die alten Marken vom Markt zu pusten.

So blieben dem Diabetesmittel Glucophage (Spitzenumsatz 2 Mrd. $) von BMS neun Wochen nach der Generika-Einführung nur noch 20 Prozent Marktanteil in den USA; und der Marktanteil der Anti- Depressions-Pille Prozac (Spitzenumsatz: 2,4 Mrd. $) von Eli Lilly schrumpfte nach zwei Monaten auf 25 Prozent. Diese Präparate waren so genannte Blockbuster. Lilly nahm mit Prozac 24 Prozent seines gesamten Umsatzes ein, BMS mit Glucophage 13 Prozent.

Schreckenszenario Generika

Zum Schrecken der Unternehmen hat nun auch die Politik die Vorzüge der Generika zur Entlastung der Budgets entdeckt. Die Bundesstaaten in den USA versuchen, die Milliardenausgaben ihrer Gesundheitsprogramme zu begrenzen. Schließlich schwächelt die Konjunktur, und es fehlen Steuereinnahmen, mit denen die Staaten ihre Programme wie Medicaid finanzieren. Medicaid versorgt arme und bedürftige Bürger mit Medikamenten. Und Medicaid kostet jährlich rund 25 Mrd. $. Manche Bundesstaaten verhandeln mit den Unternehmen schon über Rabatte, aber die Einsparungen reichen nicht aus. Also sind Generika jetzt die Favoriten.

Ungewohnten Gegenwind erfährt die Pharmabranche auch im US-Kongress. Mitte Juli plädierte die Mehrheit der Senatoren für zwei Gesetzesvorlagen: Die eine erlaubt den Import von preiswerteren Originalprodukten aus dem Nachbarland Kanada. Der andere Entwurf sieht vor, dass die Bundesstaaten eine Präferenzliste für Medizin im Medicaid-Programm aufstellen dürfen, an der sich die Ärzte aus Kostengründen orientieren sollen.

Weiter belastet die Konzerne, dass die großen Arbeitgeber wie Ford, General Motors und IBM, die ihre Belegschaft in eigenen Betriebskrankenkassen versichern, ebenfalls auf die Arzneimittelpreise schauen. Gesundheitsmanager planen im Auftrag der Firmen den Bedarf der Belegschaft an Medikamenten und kalkulieren die Kosten. Dieses Dienstleistungssegment (Pharmacy Benefit Management) wird von fünf Konzernen kontrolliert: Advanced PCS, Merck Medco, Express Scripts, Caremark und Wellpoint Pharmacy.

Sie managen Pillen und Salben im Wert von 82 Mrd. $ - das sind 60 Prozent der US-Ausgaben für verschreibungspflichtige Medikamente in Höhe von 140 Mrd. $. Und sie kalkulieren die Budgets und Preise so knapp und aggressiv wie möglich. Schließlich wächst auch beim Endverbraucher das Kostenbewusstsein. Wie die Deutschen müssen auch die Amerikaner immer mehr zu verschreibungspflichtigen Präparaten zuzahlen. Also fragen auch sie beim Apotheker nach preiswerten Produkten aus dem Generika-Regal.

Neue Produkte sind Mangelware

Das neue Kostenbewusstsein der Konsumenten, der Aufstieg der Generika und der Einbruch vieler Blockbuster waren für die Pharmakonzerne durchaus absehbar. Doch was zählt, sind einzig die Produkte. Aber neue und umsatzstarke Präparate sind Mangelware.

So haben die Forschungslabore von Bristol-Myers Squibb seit mehr als einem Jahrzehnt keinen Blockbuster mehr entwickelt. Dabei haben sie Milliarden in die Entwicklung neuer Produkte gesteckt. "Die finanziellen Aufwendungen der Branche für die Forschung sind in den zurückliegenden Jahren ständig gestiegen, aber die Ergebnisse sind ernüchternd", sagt Thomas Ebeling, Pharmavorstand des Schweizer Konzerns Novartis. "Die Effizienz der Forschung ist nicht mit ihrer Größe und den Budgets gewachsen."

Auch die Hoffnung, dass neue Biotech-Produkte wenigstens kurzfristig für Schwung sorgen könnten, hat sich nicht bestätigt. Einen neuen Innovationsschub mit kräftigen Umsätzen mit Biotech-Präparaten erwarten Unternehmensstrategen wie Thomas Hofstätter von Aventis frühestens 2007. "Aber viele Produkte sind für den Nischenmarkt und taugen nicht als Blockbuster."

Prognosen lassen sich kaum halten

Die Wachstumsprognosen der letzten Jahre, nämlich zweistellige Umsatz- und Gewinnsteigerungen, lassen sich nicht mehr halten. Allein in der vergangenen Woche mussten BMS und AstraZeneca ihre Anleger vor zu hohen Erwartungen warnen.

Einige Konzerne sehen nun in Fusionen die einzige Chance, weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Trend ist nicht neu, so haben sich Ende der 90er Jahre viele Unternehmen durch Fusionen und Übernahmen enorm vergrößert und den Abstand zu Kleineren wie Schering ausgebaut.

Es sind Riesen wie Pfizer, GlaxoSmithKline, Novartis und Aventis entstanden. Die Konzerne hoffen in ihrem Drang nach Größe vor allem auf zwei Vorteile: Sie gewinnen Kapazitäten für die Forschung und Entwicklung hinzu, und sie verstärken ihr Vertriebsnetz. Das verspricht neue Umsätze, denn bedeutender als die Direktwerbung für Potenzpillen im Fernsehen ist die Arbeit der Verkäufer in den Sprechzimmern der Ärzte. "Blockbuster werden im Markt gemacht", sagt Hofstätter.

Rund 13.000 Pharmaberater arbeiten in Kürze im US-Außendienst für den bald noch größeren Branchenführer Pfizer. Mitte Juli hatte der Konzern die Übernahme des US-Wettbewerbers Pharmacia für rund 50 Mrd. $ angekündigt. Bei der Nummer zwei, GlaxoSmithKline, arbeiten 8000 Mitarbeiter im Außendienst.

Der Umsatz-Ausweg heißt Lizenzabkommen

"Je größer wir werden und je schlagkräftiger unser Außendienst ist, desto attraktiver sind wir für Partnerschaften mit Firmen, die einen starken Vertriebspartner für ihre Produkte suchen", sagt Novartis-Vorstand Ebeling.

Viele der führenden Konzerne seien in Zukunft darauf angewiesen, einen großen Teil ihrer Umsätze mit Einnahmen aus Lizenzabkommen zu sichern. So wird GlaxoSmithKline ab 2003 für Bayer den US- Vertrieb der Potenzpille Vardenafil übernehmen. Und der Schweizer Schering-Konkurrent Serono vertreibt ab Herbst sein Multiple-Sklerose-Medikament Rebif mit Pfizer in den USA.

Doch als die Nachricht vom großen Pfizer-Deal am 16. Juli die Börse erreichte, war die Reaktion nicht gerade euphorisch. Die Anleger sind skeptisch, ob in Zukunft tatsächlich höhere Renditen für sie rausspringen - die jüngsten Fusionen und Übernahmen haben nicht immer die Erwartungen erfüllt.

Auch Scherings Finanzvorstand Klaus Pohle nimmt das Thema am Wochenende auf: "Wenn der Aktienkurs so niedrig ist, wird man natürlich unruhig, dass irgendein Aufkäufer an der Ecke lauert", sagte er zur "Berliner Zeitung". Wie ernst auch immer die Bemerkung gemeint gewesen ist, interessant ist heute allemal, wie die Börse reagiert.
© 2002 Financial Times Deutschland
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29.07.02 22:11:00
ANALYSE/LBBW senkt Gewinnprognosen für Schering
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) senkt für Schering nach Vorlage von Halbjahreszahlen die Gewinnschätzunge. Für 2002 gehen die Analysten nun nur noch von einem Gewinn je Aktie von 2,41 EUR (bereinigt um Einmaleffekte) aus. Bislang hatten sie mit 2,48 EUR gerechnet. Für 2003 erwarten sie nun 2,79 EUR nach bislang 2,89 EUR. Wegen negativer Währungseffekte wird auch die Umsatzprognose für 2002 auf 5,11 Mrd EUR von 5,28 Mrd EUR herabgesetzt. Die Einstufung der Aktie bleibt bei "Outperformer". Analystin Antje Laschewski hält die Befürchtung von Investoren für unbegründet, dass Scherings Betaferon nach der Vertriebsvereinbarung zwischen Serono und dem Pfizer-Konzern angesichts der starken Vertriebskraft von Pfizer verstärkt unter Konkurrenzdruck durch Seronos MS-Präparat Rebif kommt.




Der Erfolg eines Nischenprodukts hänge kaum von der Stärke der Vertriebsmannschaft ab, merkt Laschewski dazu an. Außerdem zeigten jüngste Zahlen, dass Biogens Avonex eher unter Rebif leidet als Betaferon. Auch die Auswirkungen der Studie über das Präparat Prempro von Weyth auf den Schering-Kurs hält die Analystin für übertrieben. Als Minuspunkt für die Geschäftsentwicklung von Schering sieht sie die Senkung der Arzneimittelpreise in Japan. +++ Hansgeorg Vogel vwd/29.7.2002/vo/gre

29. Juli 2002, 14:49

Schering AG: 717200
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30.07.02 11:07:19
Schering: Outperform


Die Analysten der WestLB Panmure stufen die Aktie von Schering in ihrer Analyse vom 29. Juli von „Neutral“ auf “Outperform“ herauf.
Die beeindruckenden Zahlen von Betaferon im zweiten Quartal seien teilweise das positive Resultat der neuen Rezeptur. Laut Schering habe das Medikament einen Umsatzwachstum von 10 Mio. Euro (+17%) verbuchen können. Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten einen Umsatzanstieg von 13%. Zudem plane das Unternehmen Aktien im Wert von 250 Mio. Euro zurückzukaufen.

Nach den guten Ergebnissen im zweiten Quartal erhöhen die Analysten ihre Erwartungen für den Gewinn pro Aktie um 2%. Als neues Kursziel werden 60 Euro angegeben.

Rating: Outperform
Analyst: WestLB Panmure
Kursziel: 60
Kurszielwährung: Euro
erwartetes KGV: 26,22
Besprechungswährung: Euro
Besprechungkurs: 48,9




30.07.2002, 10:17 Uhr.

PS: immer schön locker bleiben :)
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30.07.02 11:16:37


techn. gesehen kann ein Chart nicht schöner aussehen. Gewinnmitnahmen sind "gesund",wir werden noch viel Spaß haben, obwohl ich persönlich nicht an ein kurzfristiges Kursziehl von 60 glaube. Bei 57-58 dürfte erst einmal die Luft raus sein.


Gruß
yoyostock
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30.07.02 12:30:53
+ + + Lehman Brother erhöht das Kursziel für Schering von 54 auf 65 Euro. Die Bewertung bleibt bei BUY. Die Aktie verliert 1,5 Prozent (11.45 Uhr).


Ist schon lustig was die Analys jetzt auf einmal alles entdecken, komisch, als ich Schering empfohlen habe waren gerade diese sehr negativ gestimmt. Immer das selbe.

Tipp von mir: von allen empfohlenen Kursziehlen den Durchschnitt nehmen und etwas darunter vorher verkaufen :) hilft ungemein.
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31.07.02 11:18:06
@yoyo
Hallo erst einmal. Habe gestern noch einmal Schering nachgekauft, bevor der Frankfurter Tagesdienst die Empfehlung "Schering unlimitiert kaufen" abgegeben hat. Bin bis jetzt mehr als zufrieden.
Aber ich habe mal eine bitte. Ich bin bei Pfizer seit 26 Euro und bei Amgen bei 35,20 drin. Meinst du, ich sollte Gewinne mitnehmen? Ich bin zwar absolut kein Laie, was Aktien betrifft, aber ich gehe eher nach Fundamentalen Daten als nach Charttechnik.
Ausserdem würde mich interessieren, bei welchem Stand du Schering verkaufst. Denke, die Aktie sollte bis 60 Euro laufen-da ist dann die psychologische Schwelle.
Vielen Dank und Gruss
joe
Avatar
31.07.02 12:36:17
@ Joe

ich würde bei beiden sofort die Gewinne mitnehmen, die Party ist erst einmal vorbei. Ich stelle nachher einmal ein paar Charts hier rein. In der momentanen Marktverfassung, würde ich nicht auf der letzten Rille kämpfen, das Rückschlag Potenzial ist zu hoch.

Beim Dax befinden wir uns in einem aufsteigenden Dreieck, die Kraft läßt nach. Angesichts der Tatsache das Heute in USA ein wichtiger Tag ist, rechne ich mit einem deutlichen zurücksetzen der Kurse.


Schering habe ich jetzt erst einmal verkauft und Gewinne mit genommen.
Gruß
Yoyostock
Avatar
31.07.02 15:30:02

Das Gap ist erst einmal geschlossen, es ist abzuwarten ob es weiter nach oben geht in den nächsten Wochen, erst einmal Vorsicht, die Bollinger laufen zusammen, das bedeutet eine Kursänderung.
Hier könnte man noch etwas Potenzial ausschöpfen, aber wie gesagt, wenn das gesamte Umfeld stimmt und das wird nicht so gut sein in den nächsten Tagen.


Techn. Angeschlagen , was den RSI und den MACD betrifft. Lieber erst einmal Gewinn mitnehmen. MACD dreht ab , Volumen stagniert auf hoher Ebene.

Es gibt i.M. interessantere Aktien.
Bitte nicht vergessen ,wir befinden uns allg. immer noch im langfristigen Abwärtstrend bei den Aktien.
Avatar
31.07.02 17:07:13
@yoyo
Vielen Dank für das hineinstellen der charts. Denke, das die Party erst richtig anfängt. Trotz der grottenschlechten Zahlen halten sich die Börsen noch recht gut-zumindest mein Depot. Denke, das es zum Wochenende weiter aufwärts geht. Der Bush wird es schon mit Greespan hinbekommen. Mache mir wirklich wenig sorgen-die Zitterer sind jetzt wohl erst einmal draussen.
Aber ich hätte mal eine Frage: Wie hast du diese Art von Statiszik hinbekommen? Es wird sicherlich ein Programm sein-kannst du mir bitte sagen, wie es heisst?
Danke und Gruss
Avatar
31.07.02 17:23:34
@yoyo
Vielen Dank für das hineinstellen der charts. Denke, das die Party erst richtig anfängt. Trotz der grottenschlechten Zahlen halten sich die Börsen noch recht gut-zumindest mein Depot. Denke, das es zum Wochenende weiter aufwärts geht. Der Bush wird es schon mit Greespan hinbekommen. Mache mir wirklich wenig sorgen-die Zitterer sind jetzt wohl erst einmal draussen.
Aber ich hätte mal eine Frage: Wie hast du diese Art von Statiszik hinbekommen? Es wird sicherlich ein Programm sein-kannst du mir bitte sagen, wie es heisst?
Danke und Gruss
Avatar
31.07.02 19:01:49
www.godmodetrader.de unter US Realtime, da kann man Realtimecharts fließend aufrufen.
Avatar
01.08.02 10:36:48
kleiner Tipp von mir, schaut Euch mal Goldfiels an 862484, diese Nacht kamen die Quartalszahlen heraus, sind in Deutschland noch nicht darauf aufmerksam geworden. Kursziehl 12 € und prächtige Dividente. Angesichts der angespannten Situation an den Aktienmärkten, wird Gold in den nächsten Wochen steigen:)

Gruß
Yoyostock
Avatar
01.08.02 17:31:53
@ joe

die Zittrigen sind draußen, keine Frage. Die Big Boys sind mit mächtig großen Stücken drinn, sollten da größere Order in den Markt geschmissen werden geht es gleich einmal ein paar Euro runter, ist es das wert??
So schnell wie der Markt wieder drehen kann.
Himmelhoch jauchzend, zu tote betrübt :)
Avatar
01.08.02 18:25:34
Die Gold-Party geht wieder los :D:

Avatar
12.08.02 16:46:46
Interview mit CFO der Schering AG

Frage: Herr Professor Pohle, Sie haben vor kurzem Befürchtungen
geäußert Ihr Unternehmen könnte übernommen werden. Wie akut ist die Gefahr für Schering und wer könnte überhaupt Interesse haben bzw. zu wem passt Schering?



Klaus Pohle: Ich bin vor kurzem gefragt worden, ob das
Aktienrückkaufprogramm ein Schutz vor einer Übernahme sei. Daraufhin
antwortete ich, dass man mit einem Rückkauf der eigenen Aktien in dieser Beziehung überhaupt nichts bewirken kann. Schauen Sie sich den Börsenwert von über 200 Mrd. Dollar bei Pfizer an. Die Amerikaner könnten Schering (Börsenwert: 11 Milliarden) aus der Portokasse bezahlen. Konkrete Aussagen, außer diesen allgemeinen Bemerkungen, habe ich nicht gemacht. Entscheidend ist aber die Frage, wo sich bei einer Übernahme Synergieeffekte ergeben könnten. Hier gibt es nur sehr wenige Firmen, mit denen diese realisiert werden könnten. Ein Beispiel wäre Johnson & Johnson, da würde aber sofort das Kartellamt einen Strich durch die Rechnung machen. Wir bewegen uns auf Geschäftsfeldern, die normalerweise von nicht so großen Unternehmen beackert werden. Die restlichen Unternehmen, zu denen Schering passen würde, sind größtenteils kleiner und haben auch nicht die nötige Finanzkraft.



Frage: Und Roche zum Beispiel?



Klaus Pohle: Da wird immer wieder der gleiche Fehler gemacht. Wir sind nicht auf dem Gebiet der in vitro Diagnostik tätig wie Roche, in der sämtliche Tests über das Reagenzglas durchgeführt werden. Schering ist in der in vivo Diagnostik aktiv. Hier werden Mittel gespritzt, um die Resultate bildgebender Verfahren wie beispielsweise der Magnetresonanztomografie zu verbessern. Der Name Roche taucht immer wieder nur durch diese Verwechslung auf. Beides ist aber etwas völlig anderes. Sicher ist Roche reich und muss auch etwas tun, aber zwischen uns gibt es keinerlei Synergien.



Frage: Für Ihr laufendes Geschäftsjahr rechnen Sie mit einem
Umsatzwachstum im einstelligen und Ertragswachstum im zweistelligen Bereich. Wie hoch ist Ihre Planungssicherheit und könnte Ihnen beispielweise der schwache Dollar einen Strich durch Ihre Rechnung machen, schließlich erzielen Sie rund 40 Prozent der Einnahmen in Dollar respektive im dollarabhängigen Wirtschaftsraum?



Klaus Pohle: Unsere Planungssicherheit ist gut, da wir unsere Märkte genau kennen. Geschäfte im Dollarraum werden bei uns kursgesichert. Zwar bekommen wir einen etwas niedrigeren Umsatz, aber dafür entsprechende Gewinne aus der Kurssicherung. Im ersten Halbjahr haben wir schon 42 Mio. Euro Kurssicherungsgewinne vereinnahmt. Wenn der Dollar sich auf dem augenblicklichen Niveau hält, werden wir auch weitere 42 Millionen im laufenden zweiten Halbjahr kassieren können. Der durchschnittliche Absicherungskurs lag bei 0,92 bis 0,93 Cent. Für das kommende Jahr werden wir uns aber zu gegenwärtigen Kursen absichern.



Frage: Bei Betaferon rechnen Sie mit Zuwächsen von 13 bis 16 Prozent
in diesem Jahr. Droht an dieser Stelle keine Gefahr aus der Schweiz von Serono mit Ihrem Konkurrenzmittel "Rebif" und der Vertriebskooperation mit Pfizer?



Klaus Pohle: Zunächst einmal muss klargestellt werden, dass die erfolgreiche Vermarktung eines Präparates zur Behandlung von Multipler Sklerose nicht von der Größe der Vertriebsmannschaft abhängt. Um die rund 5000 entscheidenden Neurologen in den USA zu erreichen, sind unsere hundert hochspezialisierten Vertriebsrepräsentanten bestens vorbereitet. Schließlich sind wir mit
unserem Produkt Betaferon am längsten in diesem Markt aktiv und pflegen mit den Neurologen seit über zehn Jahren einen intensiven Austausch. Außerdem haben sowohl unsere eigenen als auch unabhängige Studien die hohe Wirksamkeit einer hochdosierten Behandlung mit Betaferon gezeigt. Der Erfolg dieses Therapiekonzeptes wird sich durch die Vermarktung eines weiteren Produktes, das ebenfalls zu den hochdosierten Präparaten zählt, verstärkt durchsetzen. Wir sehen schon jetzt, dass der Hersteller eines niedrigdosierten Präparates Marktanteile an uns und Serono abgeben musste. Unser Marktanteil bei Betaferon liegt in den USA jetzt bei 23 Prozent. Hierzu tragen natürlich auch unsere verstärkten Marketingaktivitäten, wie beispielsweise die Einführung einer temperaturbeständigen Formulierung des Wirkstoffes bei, wodurch die Lebensqualität der Patienten wesentlich erhöht wird. Wir sind zuversichtlich, auch zukünftig ,weitere Marktanteile hinzugewinnen zu können.



Frage: Die Anti-Baby Pille Yasmin wurde in den USA erfolgreich
eingeführt. Können Sie den Marktanteil für das Präparat im Jahr 2003
einschätzen.



Klaus Pohle: Der Marktanteil liegt heute bei circa 4,5 Prozent. Ende des nächsten Jahres möchten wir bei 8 Prozent liegen- was ich als gut erreichbar erachte. Yasmin läuft sehr gut und wird auch weiter sehr gut laufen. Insgesamt rechnen wir damit, den jährlichen Umsatz auf rund 400 Mio. Euro in drei Jahren ab Markteinführung steigern zu können.



Frage: Welche Entwicklung erwarten Sie in Japan, wie verläuft dort Ihr
Geschäft?



Klaus Pohle: In Japan haben wir zwei Sonderphänomene. Erstens hat die
Regierung im April die Preise um 8 Prozent gekürzt. Zweitens haben wir
gegenüber dem Euro einen schwächeren Yen. Japan ist aufgrund der
stagnierenden Entwicklung des Landes außerordentlich schwierig. Die immer stärkere und älter werdende Bevölkerung, wird die Regierung weiterhin zwingen, die Preise zu reduzieren. In nächster Zeit erwarte ich in Japan kein Wachstum.



Frage: Lassen Sie uns über Ihre Markteinführungen von Produkten
sprechen. Was ist noch in diesem Jahr geplant und was in 2003? Welche
Umsatzpotentiale sehen Sie in drei Jahren ab Markteinführung?



Klaus Pohle: In diesem Jahr ist Resovist noch besonders wichtig. Wir können uns auch noch vorstellen, dass Climara Pro kommt. Die europäische Zulassung von Angeliq ist auch noch in 2002 denkbar. Resovist hat ein Umsatzpotential von circa 50 Mio. Euro. Angeliq hat in Europa und USA, wo wir mit der Zulassung in 2003 rechnen, ein Umsatzpotential von rund 250 Mio. Euro. Mit Climara Pro, einem Produkt für die Hormonersatztherapie, könnte ein Umsatz von 150 Mio. Euro erzielt werden. Im kommenden Jahr erwarten wir zudem noch die Zulassung von Zevalin, einem Produkt zur Behandlung der Leukämie. Hier haben wir die Rechte für Märkte außerhalb der USA. Das Umsatzpotential von Zevalin beläuft sich auf 50 Mio. Euro.



Frage: Wie gut ist Ihre Medikamenten- und Forschungspipeline gefüllt
und was bringt Ihnen Ihre Kooperation mit MorphoSys?



Klaus Pohle: Bei dem Ausbau unseres Geschäftsfeldes Spezial-Therapeutika setzen wir unter anderem auf den Einsatz monoklonaler Antikörper. Die Kooperation mit MorphoSys ergänzt unsere etablierten Prozesse im Bereich der Wirkstofffindung und ermöglicht somit die rasche Entwicklung von antikörperbasierten Therapien. Unsere Forschungspipeline ist breit gefüllt mit innovativen Produkten. Da wären zum Beispiel die niedrig dosierte Version von Yasmin, Yasmin 20, sowie verschiedene Produkte im Bereich der in vivo Diagnostika und Spezial-Therapeutika. Hormonpräparate für den älteren Mann werden eine zunehmende Rolle spielen. Wir sind zur Zeit eher besorgt, dass die Vielfalt unserer Produkte in der Entwicklung auch finanziert werden kann, das kostet am meisten Geld. Wir haben nicht das Problem, dass unsere Pipeline demnächst leer steht.



Frage: Stichwort: Akquisitionen. Gibt es konkrete Pläne für eine
Übernahme?



Klaus Pohle: Nein. Wir kaufen ohnehin nur sehr selektiv und nur auf den Gebieten, in denen wir tätig sind. Wir würden uns natürlich gerne auf dem Bereich der Onkologie und Dermatologie noch vergrößern. Überhöhte Preise werden wir aber nicht zahlen.



Frage: Sie wollen das Geschäft in den USA vorantreiben und Ihren
US-Umsatz bis ins Jahr 2005 verdoppeln. Was macht Sie so optimistisch dieses Ziel zu erreichen?



Klaus Pohle: Allein der Erfolg der in den USA neueingeführten Produkte, sowie die Anzahl der Produkte, die wir in den USA einführen werden, stimmen mich zuversichtlich. Ich bin der Auffassung, dass wir es in weniger als vier Jahren schaffen, unseren US-Umsatz von 1 Milliarde auf 2 Milliarden zu verdoppeln. Die Rechnung ist einfach. Wenn wir in vier Jahren den Umsatz verdoppeln wollen, müssen wir ein Wachstum von 18,5 Prozent pro Jahr haben. Wir liegen aber bei 22 Prozent und somit über unserer Wachstumslinie. Der US-Anteil am Gesamtumsatz würde dann bei über 30 Prozent liegen.



Frage: Welche Wachstumsrate erwarten Sie für die nächsten drei Jahre
bei Ihren Umsätzen und mit welcher operativen Marge wollen Sie im Jahr 2005 arbeiten.



Klaus Pohle: Wir sprachen soeben über die Wachstumsraten in den USA. Ein Teil wird uns Japan verhageln. Es bleibt dennoch bei hohen einstelligen Raten für die nächsten Jahre. Das ist meiner Meinung nach ein sehr gutes Wachstumsziel. Und beim Ergebnis zweistellig. Im Jahr 2005 dürfte die Marge bei 16 bis 18 Prozent liegen.



Frage: Nennen Sie uns bitte Ihre strategischen Ziele für die Zukunft?



Klaus Pohle: Unser strategisches Ziel liegt ganz klar darin, in den
Spezialgebieten in denen wir aktiv sind, immer die Nummer eins oder zwei zu sein- und das weltweit. Bis 2005 wollen wir unseren Gesamtumsatz auf über 6 Mrd. Euro steigern.



Frage: Werden Sie Ihre bisherige Dividendenpolitik beibehalten?



Klaus Pohle: Ja. Wenn mehr verdient wird, wird auch mehr Dividende bezahlt.



Frage: Mit welchem Aktienkurs der Schering AG sind Sie zufrieden?



Klaus Pohle: Da gibt es keine Begrenzung nach oben.



Herr Prof. Pohle, wir bedanken uns für das Gespräch!



Quelle: TradeCentre


12.08.2002 - 12:45 Uhr
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19.08.02 21:53:21
Berliner Zeitung
Dienstag, 20. August 2002



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Schering schließt sich BDI-Protest nicht an
dpa, Reuters
BERLIN. Der Schering-Konzern will sich nicht hinter die Forderung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) nach Ausnahmen für deutsche Unternehmen von den neuen US-Börsenregeln stellen. Auch die FMC AG teilte mit, alle US-Forderungen bei der Vorlage ihrer Bilanzen zu erfüllen. Das Unternehmen zähle daher auch nicht zu den Unterzeichnern des Schreibens. Siemens prüft nach eigenen Angaben derzeit die Rechtslage und will erst dann eine Entscheidung treffen. In den USA müssen seit kurzem alle Vorstandschefs von Konzernen, die an US-Börsen gelistet sind, einen Eid auf die Richtigkeit ihrer Bilanzen schwören. Sind die Bilanzen trotzdem falsch, müssen die Manager mit hohen Strafen rechnen. (dpa, Reuters)


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http://www.BerlinOnline.de/aktuelles/berliner_zeitung/wirtsc…
www.BerlinOnline.de © 2001 G+J BerlinOnline GmbH & Co. KG, 19.08.2002
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30.08.02 01:02:38
Schering WKN 717200 unterbewertet - wohl im Gegenteil!

Analyse der Halbjahreszahlen

Zunächst kurz zur Erklärung der Methodik - die Prüfung der "Seriosität" der Gewinnangaben:

Warum nur interessiert alle der Gewinn und das KGV, aber kaum jemanden, was mit den Gewinnen dann passiert?????

Warum kauft noch jemand US-Zockeraktien wie z.B. Dell, obwohl deren Gewinn zu 100% in den Taschen der Manager verschwindet, also weder die Firma noch der Anleger jemals etwas davon hat oder sieht?

Nähere Zahlen, wie wenig hunderte von US-Unternehmen in 2001 tatsächlich verdient haben, gibt es hier:
http://bwnt.businessweek.com/core_earnings/2001/index.asp?so…

So hat DELL für 2001 einen Nachsteuer-Gewinn (inkl. aller Sondereffekte) von 1246 Mio. Dollar ausgewiesen, gleichzeitig ist aber das von Dell ausgewiesene Eigenkapital beträchtlich gesunken:
zum 2.2.2001: 5622 Mio. Dollar
zum 1.2.2002: 4694 Mio. Dollar!

Das ganze Ausmaß der Verwässerung sieht man nur nicht, weil über Aktien-Rückkaufprogramme diese vorher gedruckten Aktien wieder eingesammelt werden - mit welchem Geld? Man sieht es an der Abnahme des DELL-Eigenkapitals.

Wenn die Zahl der Aktien nicht sinkt, obwohl immer wieder Aktien-Rückkaufprogramme stattfinden, so ist das kein Grund zur Freude, ganz im Gegenteil!

Die Gewinne müssen sich über die Jahre doch anhäufen und - eine Konstanz der Aktienanzahl vorausgesetzt - den Buchwert je Aktie von Jahr zu Jahr erhöhen - so wie es bei Schering der Fall ist.

Der Gewinn je Aktie der Schering AG betrug (ohne Anteile fremder Gesellschafter, bezogen auf die aktuelle Aktienzahl):
1999: 1,37; 2000: 1,70; 2001: 2,11; Summe: 5,18
2002e: ca. 5,50 Euro/Aktie (incl. Veräußerungsgewinn).

Hier die Zeitreihe des Buchwertes je Aktie der Schering AG, jeweils umgerechnet auf die jetzt aktuelle Anzahl der Aktien in Euro/Aktie:

1999: 8,30; 2000: 9,07; 2001: 9,61; Erhöhung: nur 1,31
zzgl. vorjährige Dividenden von 2,66 Euro/Aktie => Wertsteigerung = 3,97 Euro/Aktie. Wo sind die 5,18-3,97= 1,21 Euro/Aktie geblieben?

Nun ist der Buchwert im 1.HJ 2002 sogar "explodiert" auf 12,8 Euro/Aktie, ein Plus von 3,19 Euro/Aktie, hinzuzurechnen ist die Dividende von 0,83 Euro => dies ergibt wieder fast den ausgewiesenen Gewinn für das 1.HJ 2001, die Zahlen sind also vergleichsweise ermutigend ehrlich.
(Buchwert: man zieht vom Eigenkapital noch den immatriellen Goodwill-Wert ab, siehe Definition im Statistik-Teil der Zeitschrift Börse Online, das ist noch seriöser/sicherer).

Man sieht hier sehr schön - im Gegensatz z.B. zu DELL - wie der Buchwert parallel zu den Gewinnen ansteigt. Die ausgeschütteten Dividenden erniedrigen den Buchwert und sind bei der Prüfung der "Seriosität" der Gewinnangaben mit zu berücksichtigen.


Wann endlich besinnt sich die Wirtschaftspresse im Interesse der Aktionäre endlich darauf, anstatt der recht sinnlosen KGV-Reihen endlich Buchwerte/Aktie-Zeitreihen und KBV-Reihen zu veröffentlichen? (Damit die Aktienanlage wieder transparent wird und als Vermögensanlage dienen kann.)

Bis es soweit ist, muss ich leider mit viel Mühe meine private Datenbank pflegen. Schade, dass es meines Wissens noch keine Plattform gibt, wo man sich diese Arbeit teilen kann.

Macht sich sonst noch wer die Mühe, Buchwerte/Aktie - Zeitreihen zu berechnen? Man kann aus der Differenz von Nachsteuergewinn/Aktie und der Änderung des (Buchwertes + Dividende)/Aktie für jedes Jahr einen "Seriositäts-Koeffizienten" berechnen und so recht einfach die schwarzen Schafe herausfinden, die ihre Bilanzen schönen. Für Schering berechnet sich ein Seriositäts-Koeffizientent für 2000 von 94% (sehr gut), für 2001 aber nur von 73% (noch gut).

Aber warum soll ich für eine Aktie im (Buch-)Wert von 12,8 Euro/Aktie den Kurs von fast 60 Euro zahlen, also das Fünffache (=80% Verlustrisiko)! - Dabei gibt es Aktien wie VW, die bei niedrigerem Kurs unter Buchwert notieren und dabei auch für 2002 einen viel höheren Gewinn je Aktie erbringen werden als Schering (ohne den Sondererlös, der im Buchwert 12,8 schon berücksichtigt ist).

Rätselhaft, das sogar beim Geld nicht gerechnet wird, sondern Stimmung/Marke/Analystengeschwätz die Kaufentscheidungen derartig beeinflussen.

J.R.


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Schering rechnet auch in kommenden Jahren mit zweistelligem Gewinnwachstum