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Stimmungstief (bald) erreicht? - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 08.08.02 00:02:17 von
neuester Beitrag 27.12.08 22:25:34 von


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08.08.02 00:02:17
Es wird Zeit, das Fundamentalanalyse-Board in Sentiment-Board umzubenennen. Einerseits ist kaum noch Interesse an Fundamentaldaten vorhanden und andererseits spiegeln die letzten Neueinträge in diesem Board selbst die rabenschwarze Simmung wieder, die momentan an den Kapitalmärkten herrscht.


Kostos Kreisel

Die folgende Grafik habe ich mir aus dem Thread: Das Ei des Kostolay geliehen. Sie stellt dem ewigen Kreislauf aus Optimismus und Pessimismus an der Börse dar:


A1 = Phase der Korrektur (kleiner Umsatz, Zahl der Aktienbesitzer gering)
A2 = Phase der Begleitung (Umsatz und Zahl der Aktienbesitzer steigend)
A3 = Phase der Übertreibung (Umsazu wird euphorisch, Zahl der Aktienbesitzer ist hoch, bei X am höchsten)
B1 = Phase der Korrektur (kleiner Umsatz, Zahl der Aktienbesitzer geht langsam zurück)
B2 = Phase der Begleitung (Umsatz ist steigend, Zahl der Aktienbesitzer nimmt weiter ab)
B3 = Phase der Übertreibung (ganz großer Umsatz, Zahl der Aktienbesitzer ist niedrig, bei Y am niedrigsten)
Kaufen in der Phase A1 und B3
Abwarten und Papiere halten in der Phase A2
Verkaufen in den Phasen A3 und B1
Abwarten und Bergeld halten in der Phase B2



Einiges spricht dafür, dass wir uns inzwischen in Phase B3 befinden:


Aufgabestimmung unter den Privatanlegern

Die meisten Hobbyspekulanten haben das Spielfeld längst verlassen, und an jedem Ausverkaufstag wird die Teilnehmerzahl kleiner. Auf WO liest man in letzter Zeit vermehrt Beiträge von erfahrenen Börsianern, die schon seit vielen Jahren dabei sind, inzwischen ihre ganzen Gewinne wieder verloren haben und in den letzten Monaten und Wochen aufgegeben haben.

Man muss nur mal einen Blick in die Threadübersicht des Fundi-Boards werfen, um einen Eindruck von der aktuellen Stimmung zu erhalten.

institutionelle Investoren überwiegend pessimistisch

Auch von Fonds- und Versicherungsmanagern hört man in den letzten Wochen fast nur noch negative Zukunftseinschätzungen - erstmals seit Beginn der Baisse. Niemand rechnet mehr mit einer baldigen wirtschaftlichen Erholung, und alle rechnen vorerst mit weiter fallenden Börsenkursen.

Unternehmen überwiegend pessimistisch

Nicht nur Analysten- sondern auch Managermeinungen taugen als Kontraindikator. Noch vor wenigen Monaten konnte man in jedem zweiten Finanzbericht etwas von einem bevorstehenden Aufschwung im 2. Halbjahr lesen, der dann folgerichtig nicht eingetroffen ist. Heute liest man in fast allen Finanzberichten, dass keine konjunkturelle Besserung mehr in Sicht ist.

großer Ausverkauf, niedrige Bewertungen

Seit nunmehr zwei Monaten findet insbesondere bei den Blue Chips ein Ausverkauf statt, der den Einbruch nach dem 11. September weit übertrifft. Volatilität und Umsätze erreichen immer neue Extremwerte - beides typische Zeichen für einen Selloff. Gerne wird eingewandt, dass die Aktien trotz dieses Einbruchs im historischen Vergleich immer noch hoch bewertet sind. Dabei sind aber zwei Dinge zu berücksichtigen:

1. Die KGVs beruhen auf drastisch reduzierten, an die laufende Rezession angepassten Gewinnerwartungen und würden sich bei Normalisierung der Gewinnsituation schnell verringern.

2. Anders als in einigen historischen Vergleichssituationen, in denen der Gesamtmarkt einstellige KGVs erreichte, ist das Zinsniveau heute sehr niedrig. Niedrige Zinsen rechtfertigen höhere KGVs. Ein Gesamtmarkt mit einem einstelligen KGV wäre bei diesen Zinssätzen extrem unterbewertet.

Speziell für deutsche Aktien ist außerdem zu beachten, dass die Unternehmen heute 20% weniger Steuern zahlen als noch vor zwei Jahren und daher bei Normalisierung der Gewinnsituation ein um 20% höheres KGV verdient haben.

Katastrophenstimmung schon eingepreist

In den heutigen Kursen schon enthalten sind

- eine Fortsetzung der Rezession bis ins Jahr 2003
- eine Vertrauenskrise bezüglich der Korrektheit von Bilanzen
- ein mit hoher Wahrscheinlichkeit bevorstehender Irak-Krieg
- eine mit 50%iger Wahrscheinlichkeit bevorstehende Weltwirtschaftskrise (laut aktuellen Umfragen)

Kann`s noch schlimmer kommen?

Selbst die Meldung über volkswirtschaftliche Bilanzfälschungen in den USA konnten den DAX nicht mehr auf einen neuen Tiefststand drücken. Damit die Kurse weiter fallen, müsste die Stimmung noch schlechter werden. Was kann passieren?

- Weiter Gewinnwarnungen: werden sicher kommen und dürften daher schon weitgehend eingepreist sein. Genau beobachten, wie der Markt darauf reagiert! Fallen die Kurse trotz schlechter Nachrichten nicht mehr, ist das ein gutes Zeichen.

- Weitere Unternehmenspleiten und/oder Bilanzskandale in den USA: sind keine Überraschung mehr. Die gefährdeten Unternehmen sind eh schon mehr oder weniger Penny-Stocks (z.B. Lucent) und werden die Indizes kaum noch beeinflussen.

- Zusammenbruch von Großbanken, Hedge-Fonds etc.: Die Erfahrung aus den Zeiten der Ölkrise oder der LTCM-Krise zeigen, dass die Notenbanken in solchen Fällen intervenieren und einen Zusammenbruch des Finanzsystems verhindern. Kurzfristig könnten überraschend auftretende Risiken aber zusätzliche Panik unter den Investoren auslösen.

Ein gewisser Spielraum für noch schlechtere Stimmung ist noch vorhanden. In den Boards wird immer noch der eine oder andere heiße Tip herumgereicht, und den richtig katastrophalen Selloff mit 20-30% DAX-Kursverlust in 1-2 Tagen haben wir auch noch nicht gesehen. Manche institutionellen wie privaten Zocker haben immer noch ihre zittrigen Finger im Markt. Aber ob es tatsächlich bis zum Äußersten kommen muss?


Fazit:

Es beginnen interessante Zeiten für antizyklische Investoren. Niemand kann sagen, ob und wie weit die Kurse noch fallen werden. Die Stimmungsindikatoren sprechen aber dafür, dass der Tiefpunkt nicht mehr weit ist. In einem so pessimistischen Szenario können schon kleine Lichtblicke genügen, um das Ende der Baisse zu markieren.

Kosto selig empfahl, schon zu Beginn der Phase B3 mit ersten Käufen zu beginnen. Mir gefällt dieser Ratschlag gut, wobei ich allerdings bei jedem Einzelwert versuche, nicht ins fallende Messer zu greifen. Es erreichen ja nicht alle Aktien ihren Tiefpunkt an einem Tag, sonden der Selloff zieht sich über Wochen oder gar Monate hin.
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08.08.02 00:25:06
Diesen Text habe ich schon Mitte 2001 gelesen, und jetzt ist halt Mitte 2002.
In der Zwischenzeit ging viel von meinem Geld zu jemanden Anderen. Es ist ja schlieslich nicht weg und bleibt der Wirtschaft erhalten.

Ich der optimale Optimist (sprich Schlachtvieh) werden in der nächsten Zeit mein Depot noch weiter reduzieren und zurückfahren. Folgende Unsicherheiten wie: erneutes Abgleiten in die Rezession, Terrorschlag (kommt sicher), Irakkrieg (vielleicht) sind einfach unberechenbar.

Ein halbes Jahr Zurückhaltung bringt auch niemanden um, und spart einige Neven.
Mit einem gefüllten Bankkonto lässt sich im Jahr 2003 auch wieder gut spekulieren.
Mfg
flowtec
P.S.
Aber die Börse ist eine Sucht!! Vielleicht nach dem 11 September wieder.
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08.08.02 00:28:53
Nicht zu vergessen der bevorstehende Flächenbrand in Lateinamerika. Japan hat auch noch nicht fertig.

Wenn die ersten Versicherer(und vieleicht auch noch eine Bank)Ihre Schieflagen dem geneigten Publikum mitteilen werden, wird es nochmal richtig lustig.

Bis zu diesem Zeitpunkt bediene ich mich dann doch lieber
auf dem mittlerweile schier unerschöpflichen Markt der Derivate. ;)

NH
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08.08.02 00:29:20
Kleinanleger - Weltmeister im Verdrängen
Börsenforen im Internet sind eine wahre Fundgrube, um den Kleinanleger zu studieren. Den Kleinanleger gibt es nicht, gemeint ist damit lediglich die Gesamtmenge. Es gibt durchaus informierte Anleger darunter, die Mehrheit jedoch ist naiv. Ich drücke das so drastisch aus, nicht weil ich jemandem zu nahe treten will. Jeder verzockt nur sein Geld (hoffentlich) und damit kann er machen, was er will.

Wo man hinschaut - überall ungebremste Zockermentalität - wie zu Zeiten des Booms des Neuen Marktes. Ein Großteil gibt offen zu, schmerzhafte Verluste in den vergangenen zwei Jahren eingefahren zu haben, aber es wird munter weitergezockt - man ist ja um einige Erfahrungen reicher. Ist man aber auch klüger? Jeder hält sich für den Klügsten - man schaue sich nur die Postings in diesen Foren an.

Dann gibt es eine weitere Spezies - die Frustrierten. Sie sitzen immer noch auf ihren teilweise sehr großen Verlusten, haben die Stops immer weiter nach unten angepasst und sie schließlich ganz über Bord geworfen.

Es muss ja wieder mal aufwärts gehen

Diesen Satz höre ich zur Genüge. Er entspringt einem gewissen Fatalismus und der Unkenntnis der Börsenhistorie. Die Mär von einem stetig steigenden Aktienmarkt (mit kleinen Dellen dazwischen) wird nur allzu gerne angenommen, passt sie doch hervorragend zum psychologischen Kostüm, keine Entscheidungen zu treffen und alles auszusitzen.

Der größte Teil meiner Leser besteht aus Kleinanlegern. Ich gebe zum Teil hier auch Erfahrungen aus persönlichen Kontakten wieder. Aber ein klares Wort muss mal sein. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere doch nicht so wohl in seiner Haut und nimmt diese Zeilen zum Anlass, etwas an seinem Anlegerverhalten zu ändern.

Es muss ja wieder mal aufwärts gehen. Dies ist einfach eine dumme "Wahrheit" und nur eine schlechte Entschuldigung, keine Entscheidungen zu treffen. Geld ist schwer verdient, noch schwerer ist es, ein Vermögen (ob groß oder klein) wieder zu erlangen durch tägliche Arbeit. Weg ist weg.

Wir sind in einem schweren Bärenmarkt und er ist noch lange nicht zu Ende. Dies scheinen bisher nur wenige wirklich begriffen zu haben. Oben beschriebene Mentalitäten sind dann auch ein sicherer Beweis dafür, dass noch sehr viel mehr passieren muss, bis wir wieder einen Bullenmarkt bekommen.

Viele Analysten und informierte Anleger teilen die Ansicht, dass der Aktienmarkt überbewertet ist.

Sie haben Recht. Doch realisieren sie das Ausmaß der Überbewertung? Zu sagen der Aktienmarkt ist überbewertet ist wie die Aussage: "Ich habe zuviel getrunken". Aber man hat nicht nur zuviel getrunken, sondern sich vielmehr so die "Kante" gegeben, dass einem schlecht davon ist und gewisse körperliche Reaktionen unumgänglich sind.

Die richtige Einschätzung bezüglich der Überbewertung ist ganz einfach diese: Die Preise am Aktienmarkt reflektieren nicht nur eine hohe Bewertung, sondern die allerhöchste Bewertung in der Wirtschaftsgeschichte. Verglichen mit Buchwerten sind sie nicht nur historisch hoch, sondern dramatisch hoch.

In den 90igern waren Anleger bereit, teure Aktien zu kaufen, solange die Firmen immer größere Gewinnaussichten bekannt gaben. Dass diese Angaben oft nur auf Winkelzügen in der Bilanz beruhten, weiß man inzwischen. Die Wirtschaft hatte schon längst vor dem Aktienmarkt ihren Höhepunkt überschritten.

Chematische Darstellung der Kontratieff-Zyklen. (Bitte beachten Sie, dass hier die Entwicklung der Wirtschaft und nicht die Aktienmarktentwicklung dargestellt ist.)

Dies bedeutet, dass unzählige Anleger zu einem Zeitpunkt, als die Wirtschaftsentwicklung bereits ihren Abwärtstrend eingeschlagen hatte, sich von einem angeblichen Boom verführen ließen. Sie haben Preise für Aktien bezahlt, die damals bereits weit überhöht waren und müssen nun den Preis für die Gier und die Uniformiertheit bezahlen. Sie stürzten sich geradezu ins Haifischbecken, in der irrigen Annahme, es gehören nur ein paar Börsenweisheiten dazu, auch wie ein Haifisch schwimmen zu können. Auch das lesen einiger Börsenpublikationen verschafft einem noch kein Haifischgebiss.

Die offiziell ausgewiesenen Gewinne der US-Unternehmen fallen bereits seit 1998. Die tatsächlichen Gewinne (ungeschönt) dürften bereits sehr viel früher ihren Zenit gesehen haben. Firmen verschleiern ihre tatsächlichen Bewertungen. Wie viel von diesen Täuschungsmanövern werden demnächst noch an das Tageslicht treten? Werden diese Praktiken aufgegeben und wenn, wie sehen die Zahlen dann aus? Beantworten Sie sich diese Fragen selbst. Anzunehmen, dass nichts Gutes für den Anleger dabei herauskommt.


Interessant sind die Daten über die Konsumentenpreise (CPI). Von offizieller Seite wird davon gesprochen, dass nahezu keine Inflation vorhanden ist. Wir kennen das aus unserem eigenen Land. Alles Lügen. Jeder merkt, dass der Geldbeutel schrumpft, nur man möchte uns für dumm verkaufen.

Auch das Geld wird teurer werden. Die Geldmenge fällt, und Geld wird knapper. Was knapper wird, wird teurer (Zinsen). In Zeiten, in denen selbst die großen Unternehmen Liquiditätsprobleme haben, ist dies eine nicht zu unterschätzende Entwicklung. Alles in Allem geben die Fakten einen schönen Cocktail - einen Molotow-Cocktail.

Schlechte Aussichten für den DOW

Meine Einschätzung zu den Aktienmärkten kennen Sie. Interessant sind die Kursziele auf längere Sicht, denn der übergeordnete Trend ist entscheidend für den Anlageerfolg. Aussitzen von Verlusten - ich erwähnte es bereits an anderer Stelle - ist keine gute Taktik angesichts der Aussichten für die kommenden Jahre. Die Kostolonay-Strategie ( Aktien kaufen und schlafen gehen) ist nur eine gute Strategie im Bullenmarkt.

Große Pensionsfonds und Insider stoßen schon seit längerem beständig Aktien in erheblichem Umfang ab, in der Erwartung von 7-10 mageren Jahren. Das Wort "mager" halte ich jedoch für untertrieben.

One of Canada`s largest pension funds is shrinking its portfolio of blue-chip North American stocks because its managers believe equities will produce dismal returns for most of the decade.

The Ontario Teachers` Pension Plan is selling some of its $10-billion of U.S. stock holdings and reducing its exposure to large-cap Canadian firms because they are overvalued, said Leo de Bever, senior vice-president of research and economics of the $70-billion fund.

"What could happen is a situation like the 1970s, where you had a poor return on equities for about eight years in a row," he said

Langfrist-Alternative Gold

Goldanlagen sind in den vergangenen Wochen immer mehr in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Die Begeisterung der Odd Lots (Anleger mit kleinen Beträgen) scheint überzuschäumen. Liegen sie wie so oft falsch? Fällt Gold wieder zurück und wir haben das Beste in den Minenaktien schon gesehen?

Es erreichen mich viele Anrufe von Lesern, die sich mit dieser Frage beschäftigen. Darum will ich versuchen, die Materie etwas näher zu untersuchen. Ich beschäftige mich in meinen Berichten vorwiegend mit längeren Trends. Irritationen im kurzfristigen Bereich wird es immer geben, die Kenntnis von langfristigen Entwicklungen scheint daher äußerst sinnvoll zu sein.

Die Lage bei den Goldminen ist mittlerweile stark überkauft. In den Kursen stecken satte Gewinne, ist man rechtzeitig eingestiegen. Demzufolge wird es es immer wieder zwischendurch zu Gewinnmitnahmen kommen. Wer nicht antizyklisch arbeitet, sondern wie Jack London auf Züge aufspringt, läuft immer Gefahr, nach seinem Einstieg erst mal eine Korrektur zu erleben. Zudem ist es bedenklich, keinen Plan zu haben. Irgendwo läuft eine Party - da will ich dabei sein. (Na das kennen wir doch irgendwoher).

Die Aktienmärkte haben (nach meiner Einschätzung) noch einen tiefen Fall vor sich. Gold und Silber besitzen eine negative Korrelation zum Aktienmarkt (siehe Special Kontratieff-Zyklen und Gold).

Somit ist die Richtung für Gold klar, teilt man meine Meinung zu den Aktienindizes. Ein Blick über den Tellerrand bringt die Erkenntnis, dass wir ins in einem sehr, sehr frühen Stadium der Goldhausse befinden, genauso wie wir uns in einem frühen Stadium des Bärenmarktes befinden. Eine Überhitzung bei den Goldminen kann ich nicht erkennen, wenn ich die Dinge langfristig betrachte. Was eine Überhitzung ist, wird vielleicht an folgendem Bild erkennbar.



Ich habe zur Zeit keine Goldminen im Depot. Dies berührt jedoch nicht meine langfristig positive Einstellung zum Metall. Wer langfristig orientiert ist, sollte sich keine Sorgen machen, nur muss er die Volitilität, die in den Minenwerten steckt, mental ertragen können, ansonsten würde ich Genuss-Scheine empfehlen.

Kurzfristig sind die Minen überkauft, mit einem kräftigen Aderlass muss gerechnet werden. Haben Sie Geduld, wenn Sie noch nicht investiert sind und üben Sie sich in Gelassenheit wenn Sie es bereits sind. Wer davon träumt, mehrere 100% in einem Markt zu machen, sollte sich nicht in die Hosen pinkeln, wenn er mal 10% an einem Tag abgibt.

Wer nicht auf Gold setzen möchte, dem empfehle ich, im Herbst Herrn Stoiber zu wählen. Das dürfte auch satte Gewinne versprechen, sagte doch auch die SPD auf ihrem Wahlplakat bereits: Alles geht hoch. Da hätte ich noch einen Tip für die Wahlkampfmannschaft von Herrn Stoiber. Wie wär´s mit: Alles geht höher ?

robby
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08.08.02 00:35:20


:) :) :)
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08.08.02 00:38:21
@Klacks
Nun wollte ich gerade schreiben "Drei Antworten, davon drei pessimistisch. Volltreffer!", und dann kommst Du mit diesem gräßlichen Bild und machst die schöne Weltuntergangsstimmung kaputt! Schäm Dich!

;)
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08.08.02 00:43:09
Zu dem Artikel aus #4 fehlen Datum und Quelle.

Ich vermute das dieser Artikel zum Teil schon ein paar Monate alt ist, da sich aktuelle Bewertung der Standardaktien nicht mit den im Artikel genannten Thesen übereinstimmt.
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08.08.02 00:46:42
sorry
die 3 waren einfach schneller
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08.08.02 00:47:06
Also ich finde das Bild passt ganz gut zu den Antworten!
Mal abgesehen von der Ähnlichkeit mit den meisten Charts
sieht das ganze irgendwie nach (Sonnen)Untergang aus.

NH ;)
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08.08.02 00:49:31
moment
das KGV des S&P 500 beträgt nu noch knapp über 30 / 03. Du solltest jetzt massiv Long - Positionen aufbauen oder sterben.
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08.08.02 00:55:19
Beonders Eure positiven Cisco - Zahlen waren richtig toll.
Das Wachstum der letzten Jahre kein Thema mehr. Wer investiert wachstumsorientiert dort noch einen €€€€€ ???
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08.08.02 01:01:19
Ach ja, und dann muss erst noch aus einer weiteren grossen Blase die heisse Luft entweichen - der amerikanische Immobilienmarkt!

NH
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08.08.02 01:06:30
@ robby 13 : Wieder ein apokalyptischer Reiter. Natürlich geht die Baisse noch Jahrzehnte, und der Dax steht bei Minus 5000, Der DOW unter 100 und Nasdaq und Nemax gibts bald nicht mehr. Dafür steigt Gold unentwegt. -- Wen wollen Sie eigentlich noch erschrecken?? Anfang 2000 hätte so ein Artikel vielleicht Leute in Panik versetzt. In jeder vorhergegangenen Baisse gab es Stimmungen die ein solches Szenario reflektierten. Bisher ist die Börse und die Welt nicht untergegangen. Sollte dies geschehen nutzt einem Gold auch nichts mehr. Im übrigen war Herr Kostolany ein erfahrener und weiser Zeitgenosse, seine Auffassung kann ich durchaus nachvollziehen.
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08.08.02 01:07:03
z.B.
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08.08.02 01:09:55
@robby13 -- Hochmut kommt vor dem Fall
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08.08.02 01:13:00
Tja , Herr Kostolany ist auch sehr alt geworden. Seine Theorie des Aussitzens von Kursschwächen ist sicher nur in Bullmarket- Phasen richtg.
Ich bin ja gerne bereit Euch zu verstehen. Sagt mir bitte ein Faktum für steigende Kurse in naher Zukunft !
Robby
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08.08.02 01:14:16
newhenry hat ein paar fehlende Punkte nachgeliefert. Hier die aktualisierte Liste:


In den heutigen Kursen schon enthalten sind

- eine Fortsetzung der Rezession bis ins Jahr 2003
- eine Vertrauenskrise bezüglich der Korrektheit von Bilanzen
- ein mit hoher Wahrscheinlichkeit bevorstehender Irak-Krieg
- eine mit 50%iger Wahrscheinlichkeit bevorstehende Weltwirtschaftskrise (laut aktuellen Umfragen)
- die Südamerikakrise
- Angst vor Versicherungspleiten
- die desolate Wirtschaftslage in Japan
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08.08.02 01:18:28
Zunächst: Es soll bitte keiner glauben, mit großen Interventionen ließe sich der Aktienmarkt beliebig lange oben halten. Abgesehen von der immensen Geldmenge, die für solche Eingriffe nötig ist, entsteht eine Kursbildung durch eine Übereinstimmung über den Wert eine Aktie, der den geringsten Widerstand von aktiven Käufern oder Verkäufern herausfordert, der aus der Rendite-Erwartung resultiert. Dabei ist es gleichgültig, wieviel Millionen und Milliarden Aktien zu einem vorherigen Zeitpunkt zu einem anderen Kurs gehandelt wurden. Die steigenden Jahrsvolatilitäten sind ein Zeichen für das brüchig werdende Fundament der großen Märkte. Die Erwartungen schwanken stark, weil die bisherigen Erfahrungen nachhaltig steigender Märkte ihre Gültigkeit verlieren. Und weil der Vertrauens-Crash aufgrund der im Scheinwerferlicht stehenden Finanzpraktiken hochbewerter Unternehmen Tatsache geworden ist. Im Extremfall könnte Amerika zur Stützung der Pensions-Fonds und Anleger-Stimmung riesige Aktien-Pakte aufkaufen, Rettungskäufe durch Eilverordnungen abgesegnet. Aber das einzige, was die FED und die regierungsnahen Banken damit erreichen könnten, wäre, selbst zum bedeutenden Anteilseigner vieler Unternehmen zu werden. Damit wäre de fakto eine schleichende Verstaatlichung der Unternehmen in Amerika vorgezeichnet, die katastrophale Folgen für das Vertrauen der Anleger in den Kapitalismus-Garant Nr. 1 hätte. Doch weg vom Extremfall: Entscheidend ist: Die Qualität und die Tugenden des Managements der Staatsfinanzen und der Unternehmen ist zugleich die Qualität einer Währung! D.h., der Dollar verliert zurecht zur Zeit weltweit an Ansehen und wird es weiter tun.

Die Realwirtschaft plagen derweil ganz andere Sorgen. Die Gefahr eines "Credit Crunch", also die Kontraktion der verfügbaren Kredite aus einer Kettenreaktion heraus, die von Unternehmens-Pleiten und Bankenschieflagen geprägt ist, muß und wird von Amerika abgewehrt werden. Die Liquiditäts-Verknappung hat so dramatische Ausmaße angenommen, daß nicht nur große kreditlastige Unternehmenen Insolvenz anmelden müssen, sondern bald auch gesunde Unternehmen gefährdet sind. (Einen Vorgeschmack erlebten die Anleger diese Woche im Fondsbereich. Fonds-Manager mussten diese Woche ihre Gewinne bei Goldminen um jeden Preis mitnehmen, um die Löcher, die sich an anderer Stelle auftun, auszugleichen.) Da sich die gesamte Verschuldung Amerikas im hohen zweistelligen Billionen-Bereich befindet und in keinem gesunden Verhältnis mehr zum BIP, ist die Wohlfahrt der USA inzwischen auf Gedeih und Verderb vom pyramidenförmigen Kreditsystem abhängig geworden.

Das Deflations-Szenario hat daher starke Gegenkräfte: Zu eindringlich ist der Finanzwelt die Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre im Gedächtnis geblieben, ebenso wie das Debakel in Japan, welches inzwischen 12 Jahre währt. Amerika hat dabei gegenüber anderen Ländern einen Vorteil: Die meisten Schulden lauten auf Dollar. Damit wird sie diese immer zur Not durch Gelddrucken bedienen können, die Folgen wären freilich dennoch dramatisch.

In Europa wird der Credit Crunch durch einen Sonderfall bzgl. des Euros zu starken inneren Zereißproben führen: Die vorgeschriebenen Haushaltskonsolidierungen aller Euro-Länder bishin zum Ausgleich der Staatsfinanzen werden den Deflationsdruck enorm verstärken. Diesbezüglich werden wir noch etliche Konflikte ausbrechen sehen, die zudem die politische Stabilität in einigen Ländern beeinträchtigen werden. Portugal ist in diesen Tagen als erster EU-Staat bekannt geworden, der die 3%-Marke klar verletzen wird. Aber auch in Deutschland ist die Kreditsituation angesichts hoher Verbraucherschuden und 1500 Milliarden Euro Schulden der Dax-Unternehmen nicht wesentlich rosiger.

Zurück nach Amerika: Was wird Greenspan und die amerikanische Regierung mit ihren finanziellen Instrumenten und Machtmitteln tun können, damit die Märkte nicht aus mangelnder Liquidität verdursten? Die Zinsen nochmals zu senken, ist auf jeden Fall eine Hilfe, die zwar nicht viel, aber noch einen gewissen Spielraum zuläßt. Weiterhin sind Liquiditäts-Garantien, wie sie auch schon beim 1998-LTCM-Fonds Desaster praktiziert wurden, ein probates Mittel, die Märkte flüssig zu halten und Domino-Effekte zu verhindern. So wurde damals ein 100-Milliarden-Dollar Derivate-Monster gezähmt, welches eigentlich "too big to fail" war. Der LTCM-Fall war übrigens auch ein bestechender Beweis dafür, daß die Creme de la Creme der internationalen Finanz-Szene sich genauso arg täuschen wie ein xbeliebiger Kleinanleger. Denn diese Finanz-Magnaten waren in diesem Fonds reichlich investiert.

Aber es gibt einen großen Haken, sollte die Praxis der Liquiditätsversprechen überhand nehmen: Jeder Ökonom weiß, daß es volkswirtschaftlich langfristig schädlich ist, ungesunde und unprofitable Strukturen zu erhalten. Alleine das Bewußtsein eines Marktteilnehmers, im Falle einer Pleite springe schon jemand ein, führt schnell zu einer äußerst gefährlichen Entwicklung. Um überhaupt noch besondere Ergebnisse zu erzielen, wird nämlich das Risiko gesteigert. Aus ein einfachen Logik: Bin ich vorsichtig, und mach meine wenigen Prozent, so komm ich aus dem Loch nicht richtig raus. Verhalte ich mich risikofreudig, so droht zwar das Game Over, aber die Regierung wird mich ja retten. Und im Falle des Erfolges bin ich voll mit dabei. Das Fazit aus solchen unvorsichtigen Verhaltensweisen ist: Banken sowie große Unternehmen steigern ihre Risikofreudigkeit, anstatt sie abzusenken und einer nachhaltigen, solider Finanzstrategie zu folgen (`Moral Hazard`). Die Wirtschaft bleibt am Boden und die Schieflagen werden größer, der Staat muß zudem seine Garantien immer öfter erfüllen, was er irgendwann ohne Geldentwertung und damit Enteignung der Anleger nicht mehr kann.

Das Bewußtsein, bei wirtschaftlichem Fehlerverhalten droht der Untergang, das Aus, gehört also zu den absoluten Notwendigkeiten einer gesunden und funktionierenden Marktwirtschaft!

Nun will andererseits keiner den totalen Kollaps und den Zusammenbruch ganzer Wirtschaftszweige. Daher wird obiger Nachteil vorübergehend in Kauf genommen. Was das für ein Höllenritt sein wird, mag sich jeder selbst vorstellen.

Eine ebenfalls tickende Zeitbombe sind die Terminkontrakte, die Großbanken wie JP Morgan auf fallendes Gold abschließen, um das Flucht-Investment Nr. 1 unattraktiv zu machen. Diese Termin-Verkäufe übersteigen die vierfache Weltjahresproduktion, die renommierte FAZ berichtet z.B. letztes Jahr ausführlicher über diese Praktiken. Natürlich ist es verständlich, daß eine Flucht in Gold verhindert werden muß, weil Gold die Macht der Wirtschafts- und Finanzlenker beschneidet. Aber aufzuhalten ist es kaum, daher wirkt diese Verzögerung des Anstiegs wie ein Gummiband, das immer weiter angespannt wird, bis es reißt oder mit voller Kraft zurückschlägt. Notenbankverkäufe in Gold wird es daher so gut wie nicht mehr geben, auch wenn dieses Schreckgespenst gerne als psychologisches Gegenargument eingesetzt wird. Denn eine großflächige Veräußerung der letzten echten und unzweifelhaften Stabilitäts-Reserven eines Staates würde zu einem endgültigen Erdbeben des Vertrauens führen. So würde die Ankündigung der amerikanischen Regierung, sämtliche Goldbestände zu veräußern zwar einen vorübergehend Gold-Kollaps auslösen, der Dollar würde aber über Nacht schätzungsweise um bis zu 25-30% einbrechen, wie es z.B. auch mit Englands Pfund in den 30ern geschah.

An den Börsen werden Interventionen hin oder her die Dividenden das große Stichwort der nächsten Jahre sein. Denn nur diese geben im Endeffekt eine ehrliche Aussage darüber, wie rentabel ein Unternehmen für seine Anteilseigner arbeitet. Die Börsen stehen immer in Konkurrenz zu anderen Anlageformen.

Der drohende weitere Verfall an den japanischen Märkten wird eine beschleunigte Kapitalflucht aus US-Papieren auslösen. Nur noch wenige Punkte trennen den Nikkei von einem Tief, das er seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Nächstes Jahr laufen erneut gesetzliche Garantien auf Bankguthaben aus, nur ein starker Konjunkturaufschwung kann die Japaner von ihrem weiteren Mißtrauensschub in die eigene Wirtschaft erlösen. Doch woher soll dieser kommen, wenn die Japaner ihr Geldvermögen nicht übermäßig konsumieren ausgeben wollen? Ein verfluchter Teufelskreis, der nur durch einen Mentalitäts-Wechsel aufgrund tiefgreifender Reformen oder eines finalen psychologischen Schock durchbrochen werden kann.

Ebenfalls nicht im zentralen Blickpunkt vieler Anleger sind die lateinamerikanischen Emerging Marktets, insbesondere Argentinien, Brasilien. Doch daß es etwas ruhiger geworden ist in den Nachrichten, darf niemanden beruhigen! Zu eng sind die Verflechtungen mit unseren Banken und Unternehmen, als das ein Kollaps dort an uns vorübergeht, gerade wenn wir selbst geschwächt dastehen. Russland könnte mit etwas Glück und Disziplin eine Sonderrolle einnehmen. Der Rohstoff-Reichtum wird durch steigende Preise genauso zur Stabilisierung beitragen wie die anerkennenswerte Führung durch Präsident Putin.

Der Krieg gegen den Irak wird, für so bedeutend wir ihn alle halten, nur eine kleinere Rolle an den Finanzmärkten einnnehmen. Die Börsen werden ihn schon längst eingepreist haben, wenn er begonnen hat. Das Gleiche gilt für neue mögliche Terroranschläge. Es werden Zuckungen im Markt sein, die die langfristige Entwicklung aber nicht beeinflussen. Allenfalls die Verlagerung der volkswirtschaftlichen Kräfte in Richtung Rüstung und Sicherheit wird die Wohlstandszuwächse gerade in Amerika deutlich schmälern, ähnlich wie es in den späten 60er/70er-Jahren war.

Wichtig bleibt zu wissen: Die gesamte westliche Welt hat viele Jahre über ihre Verhältnisse gelebt. Wie auch immer die Rettungsmaßnahmen zur Stabilisierung der Märkte aussehen werden und was dies für Konsequenzen in einzelnen Investmentbereichen haben wird - über lang oder kurz wird es zu deutlichen Wohlstandskorrekturen kommen müssen, sei es durch inflationsartige Vermögensentwertung, Bestrafung der unrentabelsten Staaten mit einer fallenden Währung oder der Demontage auch gesunder Unternehmen mit entsprechenden Folgen für die Einkommensentwicklung der Bevölkerung.

Zusammengefasst ist das, was wir meiner Einschätzung nach in den nächsten 12 Monaten als Ausprägung dieser Korrektur sehen werden, folgendes:

-Weitere, kurzfristig gültige Zinssenkung in Amerika
-Vermehrte Liquiditäts-Garantien
-Neue spektakuläre Schieflagen, mindestens zwei Pleiten im Bankensektor
-Rettungsmaßnahmen für Pensions-Fonds, Staat nimmt Einfluß auf Wertbildung
-Dollar-Verfall setzt sich fort
-Neue Schockwellen aus den Emering-Marktes
-Politisch-soziale Krisen und Wirtschafts-Konflikte in Europa um Einhaltung der Defizitgrenzen, die den Euro zwischenzeitlich belasten werden.
-Flucht der Ausländer aus US-Staatsanleihen
-später spürbares Anziehen der Inflationsraten, resultierend aus der Liquiditäts-Flutung und steigenden Importpreisen. Die Inflations ist dabei schon jetzt höher, als es offizielle Zahlen zugeben.
-Mit ein paar Monaten Verzögerung deutliches Ansteigen des Goldpreises.
-Weiterer Börseneinbruch, da Zinserhöhungen, die am Ende der Entwicklung stehen, eingepreist werden, bis attraktive Dividenden-Renditen bei Aktien erreicht sind.
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08.08.02 01:19:38
Somit sind 50 % der Weltwirtschaftkrise nicht eingepreist!

Das dürfte für eine nochmalige Halbierung der Indizes reichen. :laugh:

NH
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08.08.02 01:21:49
und ?
Avatar
08.08.02 01:27:04
Hier noch einige interessante Kaufchancen

- DAX30( short) Basis 5600 bis 6/03 - Limit 17€ - WKN 608132
- Durban Deep - kaufen um 3,2€ - WKN 865260
- Bema Gold - kaufen um 1,20 € - WKN 878626
- Coeur - kaufen um 1,70€ - WKN 868071
- Apex Silver - kaufen um 14€ - WKN 910898

robby

30% waren hier seit meiner Äußerung konservativ drin.( 3 Tage )
Auf Sicht von 12 Monaten sind einige Prozente mehr warscheinlich......*g*
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08.08.02 01:31:28
ich stimme newhenry zu.
tippe deshalb auf doubledip.
- irgendwann muss es eine amibank erwischen(derivate)
- irakkrieg(bush würde nach seinen äusserungen und massiven aufmarsch sonst endgültig sein gesicht verlieren - wenn auch nicht der ganze senat, aber die industrie steht hinter ihm)
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08.08.02 01:36:20
Schon seit einigen Jahren verbreitet sich in kleinen und langsam wachsenden Kreisen die Einsicht, daß Gold in Zukunft so gut wie jede andere Anlageform outperformen wird, das gilt teilweise auch für andere Edelmetalle und Basisrohstoffe. Der Trend wird stark und nachhaltig sein, bis er irgendwann naturgemäß sein Ende findet. Wir stehen mitten im Anfang dieses Trends. Die "Gold-Bugs" werden viele meiner Überlegungen kennen. Dieser Thread richtet sich daher an die zahlreichen "Gold-Skeptiker" hier im Board, die Interesse haben, meine Argumentskette zu verfolgen.

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Einleitung, allgemeine Kapital-Gesetze, Ressourcen-Problem
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Kleine Einleitung: Jede Kapital-Anlage wird in Erwartung einer Rendite eingegangen. Da wir den Wert einer Anlage in Form von Geldeinheiten und nicht in Form von zugrundliegenden Waren oder Produkten messen, folgt daraus, daß die Geld-Summe aller Finanzwerte in einer Volkswirtschaft mathematisch gesehen theoretisch unendlich wachsen kann, sie sind schneller vermehrbar als realer Besitz. Der zugrundeliegende "echte" Wert ist aber immer limitiert durch die Ressourcen der zugrundeliegenden Wirtschaftsgüter.

So kann sich das Einkommen oder das Vermögen aller Wirtschaftsteilnehmer im Lauf der Jahre ver10- oder ver100fachen, der Preis, den man zahlt, um eine warme Mahlzeit, ein Auto, ein Haus oder gar ein Unternehmen zu erwerben, paßt sich allerdings immer der Geldmengen-Entwicklung an, da grundsätzlich Ressourcen und menschliche Arbeitskraft, die für die Produktion dieser Güter notwendig sind, limitiert sind.

Daher gilt folgendes Gesetz: Ganz langfristig kann keine Investmentform dauerhaft stärker als die Inflationsrate wachsen! Das ist deshalb zwingend, weil eine Überrendite von den Anlegern sofort zur Umschichtung des Kapitals ausgenutzt würde und damit die Kapitalmenge in der jeweiligen Anlageform auf Dauer ins Unendliche wachsen müßte.

Fazit: Das Verhältnis aus den Warenwerten und den Bewertungen der Unternehmen, die mit diesen ihr Kapital vermehren wollen. wird immer konstant bleiben!

Daraus folgt: Auch die Aktienmärkte, die eine Bewertung von Unternehmen verköpern, steigen ganz langfristig nur mit der Inflationsrate! Es kann gar nicht anders kommen. Beispielsweise war im Jahre 1800 ein bedarfsgerechter Warenkorb 1$ wert. Im Jahre 2000 durch Inflation mittlerweile 100$. Wenn ein Aktienpaket stellvertretend für das Volkswirtschafts-Vermögen dabei von 1$ auf 1000$ gestiegen wäre, so würde das bedeuten, daß der Wert der Unternehmen, die Waren in einer Volkswirtschaft verarbeiten und verkaufen, sich 10 mal so stark entwickelt hat wie die dem Erlös und damit dem Gewinn zugrundeliegenden Warenpreise! Das aber schließt sich aus mathematischen/fundamentalen Überlegungen von selbst aus. Natürlich kann die Bewertung am Aktienmarkt eine Zeitlang entsprechend sein, muß sich aber langfristig dem Real-Rendite-Wert angleichen. Auch können die Gewinn-Margen großen Schwankungen unterworfen sind, aber die Margen an sich sind in konkurrierenden Märkten immer nach oben begrenzt!

Beispiel: Von 1925 - 1981 lag der Dow-Jones-Zuwachs inflationsbereinigt bei Null(!) Das ist ein Zeitraum von 56 Jahren, in dem die Anlage in den Inflationswarenkorb die gleiche Rendite erzielt hätte wie die der Aktienmärkte!

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Wie werden die Ungleichgewichte behoben? Mit Inflationswelle und optionalem Crash
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Viele haben an die Überrendite der Aktien-Märkte in den letzten Jahren geglaubt und darum befinden wir uns inmitten einer großen unvermeidbaren Korrektur, an die noch so wenige glauben wollen.

Das Gleiche gilt für Anleihen oder andere festverzinste Anlagen, sofern sie durch eine Rendite über der Inflationsrate das Ungleichgewicht verstärken. Daher muß es alle paar Jahrzehnte zu einer großen Inflationswelle kommen, denn die Differenz aus Steigerung der Unternehmens-Erlöse/Rohstoffe und den größeren Wertsteigerungen aus sicheren Anlagen kann auf Dauer nicht negativ sein, da sonst irgendwann das komplette Kapital den Unternehmen entzogen würde.

Zwar kann auch ein Aktienmarkt-Crash die Ungleichgewichte abbauen, im Extremfall mit Kreditkollaps, aber die Inflationswelle folgt meist trotzdem. Warum? Nun, ein Crash in der Bewertung einer ganzen Volkswirtschaft, bringt zunächst deflationäre Entwicklungen mit sich. Das Aktienkapital schmilzt, daher auch die Bereitschaft der Verbraucher zu konsumieren, sowie die Bereitschaft der Banken und Anleger, den Unternehmen Investitionsgelder zur Verfügung zu stellen. Die sinkende Nachfrage durch Unternehmen und Verbraucher führt zu einer gestoppten Inflation oder sogar Deflation. Die entscheidende Konsequenz ist: Für die Schuldner steigt der Realzins, für die Gläubiger die Realrendite! Wo vorher mit 3% Inflation, 6% Zinsen = 3% reale Kreditkosten gerechnet wurde, stehen jetzt plötzlich 6% reale Kreditkosten an. Entsprechendes gilt für die Gläubiger. Das heißt, von Deflation profitieren zunächst die Gläubiger stark. Kommen Zinssenkungen zu spät, droht aber ein Kredit-Kollaps und Totalzusammenbruch. Kommen sie rechtzeitig, so besteht durch spätere Inflationswellen die Chance, die Profite der Gläubiger wieder zu egalisieren.

Das ist also die Erklärung, warum ein Crash optional ist (1929) oder auch ausbleiben kann (1965-1981), die Inflationierung der Rohstoffe und Währung aber in beiden Fällen erfolgt!

Daher profitiert Gold als Rohstoff sowohl von einem Aktienmarkt-Crash als Outperformer als auch von der anschließenden Inflationswelle.

In der Weltgeschichte wurden die Gläubiger übrigens teilweise sehr drastisch per Staatseingriff oder durch Hyper-Inflation mehr oder weniger enteignet. In Deutschland verschwanden so nach der Inflation der 20er Jahre sämtliche Staatsschulden! Bis dahin lähmten die Gläubiger die Dynamik der Wirtschaft, weil sie von Überrenditen profitieren konnten und damit immer mehr Kapital akkumliert hatten. Was kein moralischer Vorwurf sein soll, aber ich will damit wiederholen: Man kann in einer Marktwirtschaft Geld niemals unendliche lange über der Inflationsrate rentieren lassen! Früher oder später rauschen die Zinsen mangels Nachfrage und/oder wegen eines drohenden Kreditkollaps gegen Null. Und immer gleicht die steigende Inflationsrate das Ungewicht der jeweiligen Anlageform aus.

Japan hat nach der Aktien- und Immobilien-Blase bis Ende der 80er Jahre den Weg mit optionalem Crash "gewählt". Es befindet sich im angesprochenen Szenario dabei noch auf der Kippe zwischen Kredit-Kollaps und Beginn der Inflationsierungs-Phase. Verzögert wurde diese durch die extrem gestiegene Sparquote der japanischen Haushalte.

Als Fazit bleibt: Die großen Schuldenberge in Amerika, Japan und Europa erzwingen eine zunehmende Inflation! Die Schuldenberge sind so hoch, weil die Verzinsung von Kapital lange Zeit stärker als die Inflationsrate war und damit das Verhältnis Schulden (Staat+Unternehmen+private Haushalte) zum BIP immer größer wurde.

Das sind wie gesagt sehr langfristige Betrachtungen, mit großen Zeiträumen von ca. 50-200 Jahren, aber deshalb umso gültiger.

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Rolle des Goldes und der Goldminen
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Gold ist der Stellvertreter für alle Warenpreise, das hat schon Kostolany erkannt. Langfristig ist Gold also ebenfalls der Inflationsrate unterlegen.

"Ganz langfristig" sind die Renditen für den Goldpreis-Zuwachs damit proportional zu den Zuwächsen der Aktienmärkte, was auch oft an der Dow-Gold-Theorie gezeigt wird: Das Verhältnis des Dow-Jones-Index zu Gold erreicht immer wieder einen Stand von 1-2, zur Zeit beträgt es ~20).
Ich würde diese Theorie erweitern und sagen: Der Goldpreis steigt langfristig genau so stark wie der der Wert aller (börsennotierten) Unternehmen.

Und jetzt das Entscheidende: Da wir mittlerweile zwei Jahrzehnte Überrenditen bei Aktien und Anleihen gesehen haben, und das Verhältnis "Wert aller Unternehmen/Wert aller Goldminen" bzw. "Wert aller Unternehmen/Goldpreis" immer weiter aus dem Ruder geraten ist, kann man eine Outperformance des Goldpreises, ganz allgemein aller Basis-Rohstoffe gegenüber den Aktienmärkten zwingend erwarten. Und es ist völlig unrelevant, ob es dabei zu politischen Krisen, wie einem Irak-Krieg kommt oder nicht. Und es ist auch nicht bedeutend, ob diese große Korrektur dieses Jahr oder erst nächstes Jahr anfängt. Entscheidend ist, daß sie kommen muß - alles andere würde gegen die "Naturgesetze des Geldes" verstoßen, denen Aktienpreise genau so wie der Goldpreis unterworfen sind.

Als das Gold Anfang der 70er unter 60$ vor sich hindümpelte und sich niemand vorstellen konnte, daß dort einmal große Wertzuwächse entstehen, explodierte es einige Jahre später auf über 800$, was mehr als einer Ver10fachung entspricht! Und selbst bis heute hat es von dieser Basis aus gesehen fast 500% zugelegt - trotz Unterbewertung und "totem" Kapital.

Gold ist und bleibt der ultimative Werterhalt. Das ist eine jahrtausendalte Weisheit, die erst wieder populär werden wird, wenn die Theorie-VWLer, sowie die Analysten und Meinungsführer der historischen Megahausse von 1981-2000 angesichts der enormen Goldpreis-Zuwächse verstummt sind.

Dennoch gibt es genug Experten, die die Rolle des Goldpreises genau verstehen. Die Zusammenhänge sind nämlich nicht die Erleuchtung des 21. Jahrhunderts, sondern schon seit Jahrzehnten bekannt. Ihr könnt euch sicher sein, daß das Gerede von weiteren Notenbankverkäufen nichts als leeres Geschwätz ist. Europa und insbesondere die USA werden sich hüten, wesentliche Bestandteile ihrer Reserven zu veräußern. Erstens, weil der Erlös weit unter Marktwert wäre und nicht ansatzweise die Schulden deckt, zweitens, weil die Veräußerung echter Werte den Vertraueneinbruch und damit den Währungsverfall (Dollar) beschleunigen würde, und drittens, weil so viel über Verkäufe laut nachgedacht wird, daß schon reichlich Naivität von Nöten ist, um zu glauben, daß jemand, der etwas verkaufen will, vorher den Preis runterredet.

Die Goldminen waren bisher als Vorläufer der Goldpreisentwicklungen einer starken Aufwärtsbewegung unterworfen. Diese wird anhalten, aber spätestens bei einer Goldpreisverdoppelung nicht mehr dem Wertzuwachs des Goldes standhalten, ähnlich wie es Ende der 70er war. Es wird also der Zeitpunkt kommen, an dem Gold auch die Minen outperformen wird, da die Minenaktien den gleichen Gesetzen von Wertentwicklung der Rohstoffe und den Bewertungen der Unternehmenen unterliegen, zudem eine Übertreibung bei einer Minen-Hausse zu erwarten ist.

Und irgendwann in noch ferne Zukunft wird natürlich auch der Goldpreis nicht mehr outperformen, weil er den gleichen Gesetzen wie alle anderen Anlageformen unterliegt, die ich oben angeführt habe.

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Glaubwürdig: Ausgeschütteter Gewinn (Dividende), Fazit
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Wer bei den Bewertungen im Dow Jones oder S&P jetzt immer noch keine Unruhe verspürt, dem empfehle ich, mal einen Blick auf die Dividendenrenditen zu werfen.

"Dividendenrendite, hä?" werden jetzt vermutlich einige sagen. Was typisch für unsere Zeit ist, weil die Kenntnis über die einzige authentische Wert-Bestätigung eines Unternehmens schon fast als ausgestorben zu bezeichnen ist. Dabei wird durch die Dividende wirklich echtes Kapital an die Anteilseigner ausgeschüttet und nicht nur Proforma-Stuss und Wachstums-Fieberträume verbreitet.

Durchgängig akzeptable Dividendenrenditen findet man allerdings zur Zeit fast nur noch im Edelmetall-Minen-Bereich, aber nicht bei Microsoft, Dt. Bank, General Electric usw. Womit sich der Kreis wieder schließt. Renditen sind ein Verhältnis aus Ertrag und Einsatz, der Einsatz ist durch die immensen Markt-Kapitalisierung der etablierten Blue Chips inzwischen viel zu hoch geworden.

Das Fazit meiner Überlegungen ist: Niemand kann an den Kapitalmärkten einen genauen Zeitrahmen und die Dimension von Wertveränderungen vorhersagen. Daher mache ich auch keine Aussagen "bis wohin steigt der Goldpreis" oder "wann erreicht er seinen Höhepunkt". Allerdings existieren Entwicklungen, die zwingend und unumkehrbar sind, weil sie eine Ableitung aus fundamentalen Natur- und Finanzgesetzen darstellen. Und dazu gehört meiner begründeten Meinung nach die kommende deutliche Outperformance des Goldpreises.

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ANHANG
Avatar
08.08.02 01:48:41
kurzum

esst und trinkt
solangs euch schmeckt
scho 2mal is as geld verreckt!!!!

und geht den banken nicht in die schuldenfalle

;)
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08.08.02 01:48:48
In den heutigen Kursen ist schon eine mit
50%iger Wahrscheinlichkeit bevorstehende
Weltwirtschaftskrise (laut aktuellen Umfragen)
enthalten?????????????

Wie soll das denn gehen! Eine solche Krise fuehrt
zu einer kompletten Neubewertung aller Vermoegenswerte!!!

Aber mehr zum eigentlichen Thema:

Gerade die Fundamentalanalyse ermoeglicht doch die
getrennte Bewertung von Banchen, Regionen und
Einzelfirmen. Es ist doch nur von bedingtem Interesse
was der Markt als Ganzes macht. So bin ich im letzen
Jahr nach langer Boersenabstinenz wieder mit zunaechst
kleinem Engagement eingestiegen. Den Gesammtmarkt habe
als als ueberbewertet angesehen, aber natuerlich nicht
mehr in dem selben Masse wie Ende1999/Aunfang2000.
Dies gilt immernoch! Die makrooekonomiache Lage ist
ist jetzt etwas schlechter als ich sie damals erwartet
habe, aber was solls.
Ich habe also im letzten Jahr Aktien gekauft ohne auch nur
eine Einzige davon zu verkaufen. Nach fundamentalen
Gesichtspunkten ausgewaehlt, hat das sogar ohne Wertverlust
funktioniert!
Obwohl ich mit allgemein sinkenden Kursen gerechnet habe,
habe ich mein Aktienanteil erhoet! Ein solches Denken
kann die Aktienmaerte auf fundamental sinnvollem Niveau
stabilisieren.
Schwarz/Weiss-Denken fuehrt unweigerlich zum Aufschwingen
des Systems-Aktenmarkt und schliesslich zur Resonanz- oder
Rueckkoppelungskatastophe!

In diesem Sinne, kauft die Aktien die es Eurer Meinung
verdienen haben gekauft zu werden, und ueberlasst den Rest
den Anderen!

Gruss,

CAH
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08.08.02 01:54:31
#25 ist eine verspaetete Reaktion auf #17 von Mandrella
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08.08.02 01:59:43
08.08.02


Einmal Bulle, immer Bulle

Es gibt noch Optimisten in Amerika. Die Konjunktur hat sie bitter nötig

Von Thomas Fischermann


Schon wieder ein Warnzeichen von der Wall Street: Die Bullen lassen den Hörer fallen. "Ich will hier nicht in eine Schublade gesteckt werden", sagt Peter D`Antonio, Ökonom bei der Citigroup in New York - obwohl sein Team seit Wochen stramm die Vorzüge der US-Wirtschaft preist ("Skeptiker erleben ihr letztes Hurra"). Inzwischen reagiert er auf Bitten um eine "bullige" Marktmeinung pikiert: "Meine Sache."

Kein Wunder: So schwer hatten es die Wall-Street-Optimisten schon lange nicht mehr. Hoffnungen auf eine bessere US-Konjunktur und eine schnelle Erholung am Aktienmarkt scheinen sich in Luft aufzulösen, die Furcht vor einem zweiten großen Einbruch (double dip) ist in aller Munde. Im zweiten Quartal ist die US-Wirtschaft bloß um annualisierte 1,1 Prozent gewachsen. Zahlen des vergangenen Jahres mussten nach unten korrigiert werden. Gerade mal 6000 neue Jobs entstanden im Juli, neue Entlassungswellen könnten folgen. Die Woche begann wie die letzte aufhörte: mit einem erneuten Börseneinbruch.

Zeit für den letzten Bullen, sich in einen Bären zu verwandeln - könnte man meinen. Aber erstaunlicherweise treiben sich an der Wall Street nach wie vor ein paar unbeirrbare Optimisten herum. Zum Beispiel Ed Yardeni. "Das absolute Tief ist erreicht", erklärt der Chefstratege beim Wertpapierhaus Prudential Financials mutig. Oder Bruce Steinberg: Der Chefökonom bei Merrill Lynch rechnet trotz der "etwas überraschenden" Wachstumseinbrüche mit einem kräftigen Aufwärts in der zweiten Jahreshälfte. Nur Zweckoptimismus, weil Prudential und Merrill Lynch trotz Aktienkrise Aktien verkaufen wollen?

Vielleicht nicht. Bei genauem Hinsehen gibt es nicht nur schlechte Nachrichten. Allen voran: Die Nachfrage nach Konsumgütern. Die Einkaufswut der Amerikaner hat den Abschwung bislang erheblich gemildert - trotz Technocrash, Terroranschlägen und Unternehmensskandalen. Zwar gab es in den vergangenen Wochen etliche Zeichen, dass die ShoppingHelden müde werden. Die Konsumnachfrage geriet ins Stocken, die Zuversicht der Verbraucher sinkt, am Aktienmarkt purzeln die Kurse von Einzelhandelsunternehmen. Doch eine ausgemachte Sache ist die Konsummüdigkeit nicht. Die verfügbaren Einkommen der Haushalte sind stabil oder steigen, allein schon deswegen, weil die niedrigen Zinsen Umschuldungen möglich machen. Zusätzlicher Verbrauch ist die Folge. Erst im Juli zog der Absatz von Autos wieder kräftig an.* Selbst wenn die Nachfrage zurückgeht, hat die US-Wirtschaft einen eingebauten Puffer: Die Läger sind in der unsicheren Zeit seit dem 11. September so kräftig ausgeräumt worden, dass sie erst mal wieder gefüllt werden müssen - es wird also Nachfrage selbst dann geben, wenn weniger gekauft wird.

Neben dem Konsum hat sich das Häuslebauen in der Krise als Motor der US-Wirtschaft behauptet: Zum Sommer haben einige Wohnungsbaustatistiken - etwa der Neukauf von Eigenheimen und die Anträge auf neue Immobilienkredite - neue Höchststände erreicht. Etliche Amerikaner profitieren von historisch niedrigen Zinsen und suchen nach Anlagealternativen, die wenig mit dem Aktienmarkt zu tun haben. Das ist ganz nach dem Geschmack der Konjunkturoptimisten: Weitersteigende Immobilienpreise versüßen Anlegern den Wertverlust ihrer Aktienpakete, dazu ziehen Eigenheimbooms erfahrungsgemäß weitere Konsumausgaben nach sich. Zum Beispiel in Baumärkten und Möbelgeschäften.

Trotz der spektakulären Pleiten und Skandale gibt es daneben Zeichen, dass sich die US-Unternehmen von der Krise erholen. "Unter der Oberfläche der schlechten Nachrichten hat sich die Profitlage deutlich verbessert", glaubt Nariman Behravesh, Chefökonom des Bostoner Prognoseinstituts DRI-WEFA. Wie in jeder Rezession haben die Unternehmen umstrukturiert, gespart und niedrige Zinsen zur Umschuldung oder Verbesserung ihrer Zahlungsfähigkeit genutzt. In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit profitieren sie obendrein vom mäßigen Wachstum der Löhne.

Zudem gehen nicht nur eingefleischte Optimisten davon aus, dass Amerikas Firmen auch nach der Krise ähnlich produktiv sind wie vor ihr. Zwar müssen die Produktivitätszahlen wohl ähnlich schroff korrigiert werden wie die Wachstumszahlen. Dennoch rechnen Ökonomen an der Wall Street ziemlich einhellig damit, dass das Produktivitätswachstum über das Gesamtjahr bei soliden 2 bis 2,5 Prozent liegt. Mit dem vermeintlich alles verändernden Zauber der "New Economy" und der vorschnell ausgerufenen "Produktivitätsrevolution" hat das nicht mehr viel zu tun - aber auch ein solches Plus liegt deutlich über den schlappen Werten der achtziger Jahre.

Am kniffligsten ist die Frage, wann die US-Unternehmen wieder mehr für Investitionen ausgeben und damit ihrerseits die Konjunktur anheizen. Weil sich viele Firmen immer noch mit Investitionsüberhängen aus den wilden neunziger Jahren herumschlagen und die Flaute am Aktien- und Anleihenmarkt die Finanzierung neuer Projekte erschwert, könnte das noch einige Monate dauern. Doch echte Bullen lassen sich auch dadurch nicht beirren: Wenn die Investitionen wieder anziehen, dann zunächst in der Computer- und Kommunikationstechnik. Dort sind die šberhänge am kleinsten und die Preise günstig. Angenehmer Nebeneffekt: Der notleidende Technologiesektor könnte endlich wieder belebt werden. Und selbst, wenn alle anderen Stricke reißen, bleibt noch der große Joker Alan Greenspan. Immer mehr Marktbeobachter rechnen damit, dass der Notenbankchef noch mal die Zinsen senkt. Zumal sich kaum jemand um Inflation sorgt.

Fasst man alle Argumente der Bullen zusammen, kommt das heraus, was Greenspan selbst schon Mitte Juli formulierte: Die "Fundamentaldaten" der US-Wirtschaft deuteten auf eine "Rückkehr zu nachhaltigem gesundem Wachstum" hin. Kein spektakulärer Aufschwung also, aber auch die Krise war bislang ja nicht sonderlich tief. Das Problem allerdings: Mit den Fundamentaldaten ist es nicht getan. Das Schicksal der US-Konjunktur hängt heute so eng mit dem Aktienmarkt zusammen wie nie zuvor. Am Ende zählt vor allem die Psychologie: das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Regierung, die Furcht vor neuen Terroranschlägen oder einem Krieg im Irak, die Sorge um weitere Unternehmensskandale. Gut also, dass es an der Wall Street noch Optimisten gibt, die in all dem Trübsinn wenigstens etwas gute Stimmung verbreiten. Vielleicht nützt es ja.

http://www.zeit.de/2002/33/Wirtschaft/200233_argument.html
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08.08.02 02:19:35
@colouredanthouse
Nach aktuellen Umfragen rechnet fast 50% der Deutschen mit einer neuen Weltwirtschaftskrise. Somit sollte dies schon in den Kursen enthalten sein. Meine ganze Argumentation bezieht sich hauptsächlich auf den deutschen Aktienmarkt. Die Stimmung in den USA ist für mich nur schwer einschätzbar, aber sie ist vermutlich bei weitem noch nicht so schlecht. Die Volatilität das DAX ist höher als die des Dow Jones, und die deutschen Börsen haben von den Höchstständen in 2000 schon viel weiter korrigiert.

Im Übrigen verfolge ich die gleich Strategie wie Du: sorgfältiges, fundamental orientiertes Stock Picking.


... und der Zusammenbruch von Brasilien kann nun wieder ausgepreist werden:

Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds hat dem finanziell schwer angeschlagenen Brasilien eine neue Kreditlinie für 15 Monate gewährt. Die Organisation wolle 30 Milliarden Dollar bereitstellen, teilte IWF-Direktor Horst Köhler in Washington mit. Das Paket muss Anfang September vom Exekutivrat, in dem die IWF- Mitgliedsländer vertreten sind, noch genehmigt werden.

00:48 am 08.08.2002
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08.08.02 02:53:17
Verdammt schlechte Stimmung würde ich sagen! Gibt doch ein wenig zu denken wenn so viele schon vom Weltuntergang reden. Davor dürften wir aber doch noch ein großes Stück entfernt sein.
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08.08.02 03:20:59
http://www.technical-investor.de/default.asp?p=wsn/artikel.a…

Den Artikel mit Grafiken findet man auch unter o. a. Link!

11.07.2002 Dr. Norbert Voss

Know-how Ökonometrie
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Was bewegt die Börse?


Ein Rückblick auf ein Jahrhundert der US-Wirtschaft und –Börse
- und ein Ausblick

Zur Einstellung auf das zukünftige Börsenverhalten wird versucht, die wesentlichen Einflussnehmenden Parameter des Börsenumfeldes zu identifizieren. Dazu wird eine statistische Auswertung vergangener Episoden vorgenommen, die Hinweise auf das Marktverhalten geben mag. Ein Wort der Vorsicht: Zukünftiges Verhalten ist dann und nur dann ähnlich mit dem vergangenen, wenn die Randbedingungen exakt übereinstimmen.

Angeregt durch einen Artikel des legendären Berkshire Hathaway Vorstandsvorsitzenden Warren Buffett im Fortune Magazin vom 10. Dezember 2001 über den Börsenmarkt ist das Folgende eine Betrachtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Jahren 1900 bis 2001 und die sich ergebenden Schlussfolgerungen für langfristiges Börsen-Engagement. Die Auswertungen erfolgten im Februar 2002 und beziehen sich auf die statistischen Daten der amerikanischen Wirtschaft und Börse. Diese waren problemlos im Internet zu erhalten. Die gleichen Daten zu gewinnen für den deutschen und/oder europäischen Markt gestaltet sich ungleich schwieriger. Andererseits hat die Vergangenheit und – trotz der Stärkung der europäischen Institutionen wie EU und ECB – auch der Gegenwart gezeigt, dass die europäischen Märkte dem U.S. Markt eher mehr als weniger folgen. Insofern sind die gefundenen Gesetzmäßigkeiten durchaus auch auf die europäischen Märkte übertragbar.

Auswertung
Wie Abbildung 1 zeigt, erlebten die USA eine vergleichsweise stetige wirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Jahrhundert. Über den Gesamtzeitraum 1900 bis 2000 wurde eine Steigerung des realen Gross National Product per Capita (reales Bruttonationalprodukt bezogen auf die Einwohnerzahl als Maß für die Leistungsfähigkeit und Produktivität der Wirtschaft) von 762,6% erreicht, entsprechend einer jährlichen Steigerung von 24% pro Dekade oder 2,2% pro Jahr. Es könnte nun angenommen werden, dass die amerikanischen Unternehmen, gemessen am Kursniveau der Börse, im gleichen stetigen Maß gewachsen wären. Dies war nicht der Fall. Zwar stieg über den gesamten Zeitraum von 100 Jahren der Standard & Poor’s 500 Index, stellvertretend für ein breites Spektrum von 500 Firmen der US-Wirtschaft, von real 157,05 am 31.12.1900 auf real 1320,3 Punkte am 31.12.2000, also um den Faktor 8407 bzw. 740,7% (2,15% annualisiert), und der Dow Jones Industrials Index, Stellvertreter für 30 große Unternehmen der US-Wirtschaft, wuchs um durchschnittlich 2,6% pro Jahr. Diese Anstiege verliefen jedoch, wie Abbildung 1 zeigt, sehr unstetig bei nicht erkennbarer Korrelation mit der gesamt-volkswirtschaftlichen Entwicklung.


Abbildung 1: Veränderungen von Bruttonationalprodukt und Börsenkursen im Verlauf des 20. Jahrhunderts

Erinnern wir uns:
Zu Beginn des Jahrhunderts, zwischen 1900 und 1920, expandierte die amerikanische Wirtschaft mit der Einführung von Elektrizität, dem Auto und dem Telefon. Der Börsenmarkt jedoch bewegte sich kaum: Zwischen dem 31.12.1900 und dem 31.12.1920 stieg der DJIA von nominal 51,6 auf 72,67 Punkte, also ganze 40,8% in 20 Jahren insgesamt, oder 1,73% annualisiert (pro Jahr). Im folgenden werden aus Gründen der Datenkonsistenz statt der realen die nominalen Börsenkurse verglichen mit nominalen Bruttonationalprodukten, den nominalen langfristigen Zinsen und nominalen Unternehmens-Gewinnen. Solange diese Konsistenz gewährleistet ist, bleibt es egal, ob nominale oder reale Daten verwendet werden. 1924 kam ein Buch auf den Markt mit dem Titel „Common Stocks as Long Term Investments“, geschrieben von Edgar Lawrence Smith. Seine wichtigste Beobachtung: Gut geführte Industrieunternehmen schütten nicht ihren gesamten Gewinn an ihre Aktionäre aus, sondern re-investieren einen Teil der Gewinne in das Unternehmen, so dass dieser Teil der Gewinne wiederum Gewinne erzeugt. Dies, so Smith, sei der Grund für die Rendite-Überlegenheit der Aktie gegenüber einer Anleihe.

Smith’s These entzündete in den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts ein nie dagewesenes Kursfeuerwerk. Die bloße Tatsache, dass Aktien stiegen, nahmen die Leute zum Anlass, sich immer stärker an der Börse zu engagieren, bis zur Unvernunft. Der daraus resultierende Bullenmarkt und der Crash 1929 sind Geschichte. Der Katzenjammer dauerte bis ins Jahr 1948. Nach dem Crash fiel der DJIA von seinem Höchststand von 384,2 Punkten am 3.9.1929 auf den Wert von 42,8 im Juni 1932 und stieg nur geringfügig bis auf 181,2 Punkte am 31.12.1947 (siehe Abbildung 2). Obwohl die amerikanische Wirtschaft zu diesem Zeitpunkt einen eindeutig höheren Wert besaß als 20 Jahre zuvor, obwohl Dividenden-Renditen doppelt so hoch waren als die Anleihe-Renditen, die Börsenkurse bewegten sich auf einem Niveau, das weniger als halb so hoch war als bei ihrem 1929-Hoch. Investoren verhielten sich wie angewurzelt und vermieden es, sich erneut dem Börsenkummer auszusetzen, und dies, obwohl die 40-er Jahre einen deutlichen Zuwachs des Bruttonationalproduktes mit nominal 205% in dieser Dekade erlebten. Gegen Ende der 40-er Jahre gaben Investoren ihre Zurückhaltung auf, der DJIA stieg zwischen 31.12.1947 und 31.12.1964 von 181,2 auf 874,2 Punkte, also um 382% (9,7% annualisiert), während das Bruttonationalprodukt, speziell in den 50-er Jahren, lediglich durchschnittlich wuchs, nämlich um nominal 166% in dem 17-jährigen Zeitraum.

Zwischen 1964 und 1981 folgte eine Periode, in der der DJIA-Index um ganze 0,1% anstieg, während sich im gleichen Zeitraum die amerikanische Volkswirtschaft mit dem stärksten Wachstum des vergangenen Jahrhunderts von nominal 374% entwickelte. In den darauffolgenden 17 Jahren, also in der Zeit des längsten Bullenmarktes in der Geschichte der amerikanischen Börse, wuchs die US-Wirtschaft nur um weniger als die Hälfte, nämlich um nominal 181%. Über längere Zeiträume ist im Grunde also überhaupt keine Korrelation festzustellen zwischen den Verläufen des Wirtschaftswachstume und der Börsenentwicklung. Was sind dann die Einflussgrößen und Mechanismen, die das Börsenverhalten bestimmen? Wie kann man den Unterschied der gegensätzlichen Marktentwicklungen in der Wirtschaft und an der Börse erklären?

Warren Buffett, Investment-Ikone und legendärer CEO des Berkshire Hathaway Konzerns, führt die Diskrepanzen zurück auf außergewöhnliche Veränderungen zweier kritischer ökonomischer Variablen:
dem Zinsniveau und

den Unternehmensgewinnen

und auf eine dritte, nicht zu unterschätzende emotionale und irrationale Komponente:


die Kurzsichtigkeit, Angst und Gier der Investoren.
Obwohl die beiden ersten Variablen getrennt aufgeführt werden, geschieht dies mit dem Verständnis, dass sie eng verzahnt sind: hohe Zinsen schmälern die Unternehmensgewinne, niedrige Zinsen erhöhen die Gewinne. Eine Auswertung historischer Daten des vergangenen Jahrhunderts ergab, dass sich vier Perioden mit identischer Dauer von jeweils 17 Jahren anbieten zur Diskussion dieser Variablen und deren Einflüssen.


Abbildung 2: Kursverläufe des Dow Jones Industrials Average und des Standard & Poor’s 500 Index und die vier ausgesuchten Perioden mit 17 Jahren Dauer

Wie Abbildung 2 vermittelt, unterscheiden sich diese vier Perioden alternierend durch Börsen-Stagnation oder Börsenwachstum. Was nun hat zu diesem unterschiedlichen langfristigen Kursverhalten geführt, das offensichtlich in keinem Zusammenhang mit den langfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA steht? Es muss in Erinnerung gerufen werden, was der triviale Sinn und Zweck einer Investition ist, nämlich für Gelder, die man heute auslegt, in Zukunft mehr oder möglichst viel Geld zu erhalten. Beide genannten ökonomischen Variablen haben hierauf offensichtlich einen Einfluss.

Zinsniveau
In der Wirtschaft verändern selbst kleine Zinsänderungen den Wert eines jeden zukünftigen finanziellen Vermögens, was deutlich wird an der Kursentwicklung von Anleihen. Die Gesetzmässigkeit gilt für Ackerland, Ölreserven, Aktien und alle anderen finanziellen Vermögen. Der zukünftige Ertrag aus einem Vermögen, diskontiert auf die Gegenwart, also der Net Present Value (NPV) ist umgekehrt proportional zum vorherrschenden Zinssatz. Wenn dieser z.B. 12% beträgt, so sind die zukünftigen Einkünfte, diskontiert auf den heutigen Tag, nur 1/3-tel soviel wert als bei 4% Zinsen. Vor diesem Hintergrund betrachten wir die Zinssätze langfristiger U.S. Staatsanleihen, speziell 10-jährige Treasuries, für die historische Zinssätze seit etwa 1925 vorlagen (siehe Abbildung 3). In den Jahren 1930 bis 1955 lagen die Zinsen niedrig bei einem Niveau zwischen 2% und 4%. Nach 1955 stiegen sie bis zum Jahre 1978 stetig und nahezu linear an bis auf ein Niveau von 8%. Ab 1978 fand eine enorme Zinssteigerung statt, die im Jahr 1982 in Sätzen von 15% und darüber gipfelte. Erst im Jahr 1986 hatten sich die Zinsen wieder auf ein Niveau von etwa 8% verringert, um dann allmählich bis zum Jahr 2000 auf etwa 5% abzusinken.


Abbildung 3: Zinssätze langfristiger U.S. Bundesanleihen im 20. Jahrhundert

Unternehmensgewinne
Die zweite kritische ökonomische Variable ist mit den Unternehmensgewinnen repräsentiert: Wie viel Gewinne können Investoren von den Firmen, in die sie investieren wollen, erwarten? Nicht so sehr die augenblickliche wirtschaftliche Lage eines Unternehmens bestimmt dessen Börsenkurs, sondern die Erwartungen der Investoren in dessen Zukunft.


Abbildung 4: Unternehmensgewinne in den USA im 20. Jahrhundert

In Abbildung 4 sind die Unternehmensgewinne nach Steuern bezogen auf das Bruttonational-Produkt der USA für den Zeitraum 1947 bis 2000 dargestellt. Leider konnten die Daten vor diesem Zeitraum noch nicht aus den zur Verfügung stehenden Datenquellen gewonnen werden. Bekannt ist jedoch, dass sich die Gewinne in den 30-er Jahren um etwa 4% des Bruttonational-Produktes und geringer bewegten. Zwischen 1947 und 2000 lagen die Gewinne in einer Bandbreite zwischen 3,7% (im schlechten Gewinnjahr 1974) und 7,7% (in den Jahren mit guten Gewinnen 1966 und 1997). Selbst bei dieser engen Bandbreite ist jedoch zu beachten, dass geringfügige Änderungen der Gewinne, ähnlich wie zuvor bei den Zinsen, einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Net Present Value haben.

In den 50-er Jahren lagen die Unternehmensgewinne knapp unter 6%, um dann bis zum Jahre 1966 steil bis auf Werte um 7,7% anzusteigen. Nach 1966 fielen sie stark ab bis auf ein Niveau unter 5% Anfang der 70-er Jahre. In der Rezession 1974 wurde der niedrigste Wert der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts mit 3,7% erreicht. Die wirtschaftliche Erholung nach dieser Rezession ließ die Gewinne kurzzeitig auf über 6% ansteigen, bevor die nächste, lang andauernde Rezession Anfang der 80-er Jahre und die einschneidenden monetären Aktionen des damaligen Fed-Chefs Paul Volcker die Unternehmen wiederum beutelte. Bis zum Jahr 1993 hatten sich die Gewinne wieder auf 5% erholt, um dann bis zum Jahre 1998 bis auf über 7% schier zu explodieren. Danach folgte bis heute (Februar 2002) ein steiler Abstieg in Richtung 5% und darunter.

Die Marktkenngrößen für die vier betrachteten 17 Jahre dauernden Phasen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.



Die Einflüsse der Marktparameter „Zinsen“ und „Unternehmensgewinne“ zusammen mit dem Einfluss eventueller emotionaler Komponenten kann wie folgt interpretiert werden:

1930 – 1947
Bei einer hohen Steigerung des nominalen wie realen Bruttoinlandsproduktes und trotz niedrigen Zinsniveaus stagnierte die Börse, weil (a) die Unternehmensgewinne niedrig lagen, und (b) die Angst nach dem Crash 1929 als emotionale Komponente noch allgegenwärtig war.

1947 – 1964
Niedrige Zinsen und steigende Unternehmensgewinne schafften ideale Bedingungen für eine positive Börse.

1964 – 1981
Das teilweise extrem hohe Zinsniveau gepaart mit sinkenden Gewinnaussichten der Unternehmen führten zu einem massiven Vertrauensverlust der Investoren. Obwohl das nominale Bruttoinlandsprodukt die höchste Steigerung aller vier betrachteten Perioden verzeichnete, stagnierte die Börse. Die Wirtschaft des Landes wuchs, aber die Wertschätzung dieses Aufschwungs durch die Investoren fand nicht statt.

1981 – 1998
Sinkende Zinsen und – teilweise als Folge davon - steigende Unternehmensgewinne (Modernisierung, Automatisierung, PC Auswirkungen) waren der ideale Nährboden für eine starke Börse, obwohl sich das nominale Bruttoinlandsprodukt nur um weniger als die Hälfte verglichen zum vorherigen Zeitraum erhöhte. Hinzukam ein psychologischer Faktor: Der Börsenmarkt wurde, angeheizt durch Banken und Investmenthäuser, überschwemmt von Laien-Investoren, die die Börse bisher nur vom Hörensagen kannten, die nun aber auch gierig am Gewinnkuchen teilhaben wollten. Der spekulative Handel nahm dramatisch zu und trug zu den unglaublichen Kurssteigerungen der 90-er Jahre bei.

Die vorgestellte Auswertung des amerikanischen Marktes im vergangenen Jahrhundert macht offensichtlich, dass die langfristige Börsenentwicklung nicht vom wirtschaftlichen Wachstum, sondern vom Niveau der langfristigen Zinsen und den Unternehmensgewinnen bestimmt wird. Dabei sind letztere wiederum nicht unerheblich von den langfristigen Zinsen beeinflusst. Daher ergibt sich als die wesentlichste Einflussgröße für das Börsenumfeld der langfristige Zinssatz. Dabei ist zu beachten, dass die Notenbanken mit ihrer Geldpolitik in der Regel dem Kapitalmarkt folgen und diesem nicht etwa vorausgehen. D.h. das für die Börsen relevante Niveau der langfristigen Kapitalmarkt-Zinsen wird praktisch immer durch die Marktkräfte bestimmt und nicht durch die Notenbanken. Das wiederum bedeutet, dass für die langfristige Entwicklung der Börse die kurzfristigen Eingriffe der Notenbanken nicht von Bedeutung sind.

Ausblick
Vor dem Hintergrund der geschilderten Zusammenhänge und Schlussfolgerungen ergibt sich die Frage, was sich daraus ableiten lässt für die zukünftige Börsenentwicklung. Wie wir gelernt haben, müssen für eine weiter positiv gestimmte Börse die langfristigen Kapitalmarktzinsen niedrig und die Unternehmensgewinne hoch sein. Zehnjährige U.S.-Anleihen liegen derzeit (Februar 2002) bei einer Verzinsung von etwas unter 5%. Natürlich können die langfristigen Zinsen noch weiter fallen, etwa auf Niveaus von 3% bis 4% wie in den 50-er und Anfang der 60-er Jahre (siehe Abbildung 3). Werte zwischen 5% und 8% sind jedoch durchaus auch möglich, was sich schädlich auf Börse und Unternehmensgewinne auswirken würde. Die Vorhersagen für Zinsen in der nahen und mittleren Zukunft (Futures) deuten auf einen Anstieg hin, was in der folgenden Tabelle wiedergegeben wird:


Tabelle: U.S. Interest Rate Forecast (Quelle: Bank One)

Ein Anstieg der Unternehmensgewinne ist derzeit kaum in Sicht. Ein Blick auf Abbildung 4 zeigt, dass die Unternehmensgewinne, bezogen auf das Bruttonationalprodukt, normalerweise zwischen 4% und 7% schwanken. Seit etwa 1998 befinden sie sich im Abwärtstrend von dann 7,3% auf 4,8% im September 2001 mit weiter sinkender Tendenz. Es liegt daher die Befürchtung nahe, dass das wirtschaftliche Umfeld in absehbarer Zukunft kein guter Nährboden für eine aufstrebende Börsenentwicklung sein könnte. Auch gibt es noch weitere Gründe für eine zukünftig stagnierende oder gar rückläufige Börse, die sich mit dem amerikanischen Ausdruck „Reversal to the Mean“ (etwa: „Rückkehr zum Mittelwert/ Durchschnitt“;) zusammenfassen lassen. Über den Börsen-Irrsinn der letzten Jahre sind Bände geschrieben worden. „Irrational Exuberance“ („Irrationale Übertreibung“;) hat sie der Fed-Chairman Alan Greenspan in einer Rede bereits im Dezember 1996 genannt, obwohl die Irrationalität, wie wir gesehen haben, damals erst im Anfangsstadium war.


Abbildung 5: U.S. Börsenmarkt-Kapitalisierung bezogen auf das Bruttonational-produkt im 20. Jahrhundert

In Abbildung 5 ist die U.S. Börsen-Kapitalisierung (Summe aller Aktien multipliziert mit ihrem jeweiligen Kurs), bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt, für einen Zeitraum von 1925 bis 2001 dargestellt. Normalerweise lag dieser Wert zwischen 0,4 und 0,7, in guten Börsenzeiten zwischen 0,6 und 0,8. Zwei Mal im letzten Jahrhundert fand eine Übertreibung statt: Im September 1929, kurz vor dem Crash, schoss der Wert auf 1,09 (also um den Faktor 2,7 über der Basis von 1925), und im März 2000 wurde in der Spitze gar 1,9 erreicht (ebenfalls Faktor 2,7 über der Basis von 1995). Wenn Investoren glauben, über längere Zeiträume Renditen erwarten zu können, die das Wachstum der Unternehmen übertreffen, dann bedeutet das für den Verlauf der Kurve in Abbildung 5, unaufhaltsam über den Rand des Diagramms hinaus nach oben zu steigen. Es macht ökonomisch keinen Sinn, wenn der Wert aller Aktien höher liegt als die Summe aller volkswirtschaftlichen Ausgaben (privat + öffentlich + unternehmerisch).

Damit ist klar, dass die Börsenübertreibung korrigiert werden muss und somit die Kurve in Abbildung 5 wieder auf ein Niveau zwischen 0,7 und 0,8 (wie in „normalen“ Zeiten) zurückfallen muss. Erst dann macht Aktien-Investment wieder einen Sinn. Tatsächlich sank der Wert seit März 2000 dramatisch und lag im Dezember 2001 bei 1,43; immer noch zu hoch, aber der Markt scheint weitere Korrekturen zu vollziehen. Warren Buffett folgert hieraus, dass sich in Zukunft (10 bis 20 Jahre) Aktien-Renditen von bisher 11% bis 12% auf Werte zwischen 7% und 8% einpendeln werden. Was nun würde das für den Verlauf der Aktienkurse in den kommenden Jahren bedeuten? Am Beispiel von 10-Jahres Renditen (aktueller Kurs verglichen mit dem Kurs 10 Jahre vorher) wird der Verlauf des Standard & Poor’s 500 Index untersucht. Die Rendite möge von aktuellen 11% Ende Dezember 2001 zukünftig auf 7,75% abfallen, und zwar linear über einen Zeitraum von wahlweise einem (A), zwei (B) oder drei (C) Jahren (siehe Abbildung 6a).


Abbildung 6a: Rendite pro Jahr im 10 Jahres Vergleich für den Standard & Poor’s Index mit Zielrendite in der nahen Zukunft: (A) = 1 Jahr, (B) = 2 Jahre, (C) = 3 Jahre Anpassungsdauer


Abbildung 6b: Der Verlauf des S&P 500 Index vor, während und nach der Anpassung an die Zielrendite von 7,75%

Der resultierende Kursverlauf des S&P 500 Index ist in Abbildung 6b dargestellt. Der Kurs betrug bei seinem Höchststand im August 2000 etwa 1520 Punkte und sank bis zum Dezember 2001 auf 1161 Punkte ab. Nach der getroffenen Vereinbarung über ein weiteres Absinken der Rendite auf 7,75% würde der Kurs des Index zunächst weiter abfallen bis auf ein Niveau von etwa 925 bis 974 Punkte (je nach Zeitdauer des Übergangs), um dann wiederum anzusteigen. Nach diesem Modell würde das bisherige maximale Kursniveau von etwa 1520 Punkten im September 2006 wieder erreicht. Die bisherigen Betrachtungen konzentrierten sich auf den US-Index Standard & Poors 500, der derzeit ca. 78% des US-Marktes repräsentiert. Was kann aus den Ergebnissen geschlossen werden für den Dow Jones Industrials Index DJIA, und vor allem: Wie könnte sich der deutsche DAX-Index entwickeln?

Historisch haben sich die beiden genannten US-Indexe recht kongruent entwickelt, so dass die obigen Ergebnisse für den S&P 500 prozentual auf den DJIA übertragbar sein sollten. Damit würde der DJIA mittelfristig auf einen Bereich zwischen 7850 und 8250 absinken. Bevor die Prognose für den DAX gegeben wird, muss betrachtet werden, wie sich dieser gegen-über dem S&P 500 in der Vergangenheit entwickelt hat. Die relative Wertentwicklung des DAX ist in Abbildung 7 wiedergegeben für den Zeitraum 1982 bis 2001. Während in den Jahren 1982 bis 1997 die Wertentwicklung zwischen DAX und S&P 500 ähnlich verläuft, übertrifft der DAX den US Index ab 1998 bis 2001 im Schnitt um 14,8%, im Dezember 2001 sind es 12,3%. In konsequenter Anwendung der obigen Schlussfolgerungen für den S&P 500 würde der deutsche Index daher auf einen Bereich zwischen 3740 und 3910 absinken, bevor eine Kurserholung stattfindet.


Abbildung 7: Die relative Wertentwicklung des Dax gegenüber dem Index S&P 500 im Zeitraum 1982 bis 2001

Schlussfolgerungen
Aufgrund der beschriebenen historischen 17-Jahres Perioden mit alternierendem Börsen-verhalten muss befürchtet werden, dass das wirtschaftliche Umfeld in absehbarer Zukunft kein guter Nährboden für eine aufstrebende Börsenentwicklung sein könnte, weder in den USA, noch in Europa. Vielmehr muss mit einer längerfristigen Seitwärtsbewegung gerechnet werden, bis sich die genannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern. Ob diese 17 Jahre dauern wird, wie die betrachtete Vergangenheit suggeriert, oder 10 bis 12 Jahre, wie unlängst Sir Tempelton orakelte, oder 4 bis 6 Jahre, wie Abbildung 6b andeutet, ist derzeit Spekulation. Als dieser Artikel im Februar 2002 geschrieben wurde, zögerte der Verfasser mit der Veröffent-lichung, weil die Prognosen für die Talsohle der Aktien-Indizes sehr pessimistisch erschienen. Inzwischen haben sich die US- und europäischen Aktienmärkte in die befürchtete Richtung entwickelt.

Was bedeutet das für den Anleger? Eine Reaktion wäre, sich den „sichereren“ Rentenpapieren zuzuwenden. Eine Abkehr von der Aktienbörse wäre jedoch überzogen, ja sogar falsch. Die Historie zeigt, dass selbst langfristige Bärenmärkte unterbrochen wurden von kurz-/mittelfristigen Bullenphasen, verbunden mit deutlichen Kurssteigerungen. Damit ergibt sich ein gegenüber den letzten 20 Jahren differenziertes Anlegerverhalten: „Buy-and-Hold“ ist nicht mehr anwendbar, selbst Indexprodukte (Exchange Traded Funds) müssen einem Anlage-Timing unterworfen werden. Aber vor allem: Bärenmärkte bieten verstärkt die Möglichkeit, unterbewertete Aktien zu entdecken. Dazu gehört allerdings, dass der Anleger sich mit Hilfe der technischen und/oder Fundamentalanalyse ein umfassendes Bild von einem Unternehmen macht, bevor er sein Geld investiert. Damit würden die „Zocker“ der Börse fernbleiben; die Unternehmen würden seriöse, kenntnisreiche und umsichtige Aktionäre begrüssen.
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08.08.02 04:28:18
@robby

90 punkte.deine ausführungen und prognosen sind nicht nur logisch sondern leider auch realität und fakt.

wenn das von dir prognostizierte szenario wirklich wahr
werden sollte werden dir deine investitionen in gold oder
was auch immer allerdings auch nicht helfen.

die folgen wenn du recht behalten solltest:anarchie und gewalt weltweit.

egal wie du dich positionierst hast !!man wird es dir wegnehmen oder es wird nichts mehr wert sein.
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08.08.02 11:43:12
@F 50
Hast Du auch eine eigene Meinung oder sammelst Du nur die Meinungen anderer?
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08.08.02 11:57:03
@Mandrella

98% der Deutschen wissen ueberhaupt nicht was eine
Weltwirtschaftskrise ist!

Sie glauben vielleicht, dass eine kommt - sie können
aber nicht wissen was das bedeutet!

(z.B. voelliges Dessinteresse fast Aller an Aktien!)

Gruss,

CAH
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08.08.02 12:08:59
"voelliges Dessinteresse fast Aller an Aktien"

Genau darum ging es in #1.
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08.08.02 12:22:12
zu #32

Vorweg:

Ich nehme mich nicht halb so wichtig wie die ganzen Experten, ob selbsternannt oder nicht. Ich versuche jedoch Stimmungen und Meinungen anderer querzulesen, um auszuloten, wie sich die Märkte verhalten könnten.


Meine persönliche Ansicht:

Jede Medaille hat zwei Seiten. Ich bin - auch wenn ich letztlich eines besseren belehrt werden sollte - der Überzeugung, dass wir in den kommenden Wochen die mittelfristigen Tiefstände überwunden haben werden und eine technische Korrektur der Märkte innerhalb des aktuellen seit 2000 andauernden Abwärtstrends ansteht. Nicht mehr und nich weniger. Ich behaupte hiermit nicht, dass dadurch die Baisse beendet sei, da dies von Faktoren (Konjunkturdaten der Zukunft) abhängt, die momentan nicht zur Analyse zur Verfügung stehen und die somit quantitativ zu prognostizieren sind.

Gruß F 50!
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08.08.02 12:24:20
Also fassen wir nochmal die Stimmung der Masse zusammen, die sich in den Beiträgen dieses Threads widerspiegelt. Zur Erinnerung: Vor zweieinhalb Jahren markierte die totale Euphorie das Ende der Hausse. Fast alle wollten in Aktien investiert sein, fast alle rechneten mit dreistelligen Gewinnen, Neuemissionen waren zigfach überzeichnet, die Stimmung war blendend -- es konnte nur noch abwärts gehen.

Heute:

"erneutes Abgleiten in die Rezession"
"Terrorschlag (kommt sicher)"
"Flächenbrand in Lateinamerika"
"Schieflage der Versicherer"
"Schlechte Aussichten für den DOW"
"amerikanische Immobilienblase"
"Vertrauens-Crash"
"Gefahr eines Credit Crunch"
"Terminkontrakte sind tickende Zeitbombe"
"weitere Verfall an den japanischen Märkten"
"Krieg gegen den Irak"
"Neue spektakuläre Schieflagen, mindestens zwei Pleiten im Bankensektor"
"Dollar-Verfall setzt sich fort"
"Neue Schockwellen aus den Emering-Marktes"
"Politisch-soziale Krisen und Wirtschafts-Konflikte in Europa"
"Flucht der Ausländer aus US-Staatsanleihen"
wahlweise Deflation oder hohe Inflation
"Weiterer Börseneinbruch"
"Gold wird jede andere Anlageform outperformen"
"anarchie und gewalt weltweit"
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08.08.02 12:24:48
zu #35

muss natürlich heißen:

"......die somit quantitativ nicht zu prognostizieren sind."
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08.08.02 12:28:42
@F 50
danke
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08.08.02 12:37:58
Schlechte Nachrichten wirken nicht mehr. Aixtron kam gestern nachbörselich einer Gewinnwarnung und miserablen Auftragseingängen - inzwischen ist die Aktie schon in Plus. Ebenso Pfeiffer, die vorgestern weiterhin schwache Gewinne vermeldeten (immerhin bei stabilisierter Auftragssituation). Alles schon eingepreist.
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09.08.02 13:16:55
Ein weiterer Mosaikstein im Pessimismus-Bild: Die MPC Capital AG legt keine neuen Aktienfonds mehr auf.
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09.08.02 15:28:23
@ mandrella

Was sind Deine Kriterien für eine Trendwende bei Einzelaktien ?

Beispiel Dyckerhoff Vz.: Der Wert hat sich innerhalb weniger Monate halbiert und haT jetzt eine Dividendenrendite von 8 % (ohne Bonus): Vor wenigen Wochen fand ich 15 Euro billig, 11 Euro sehr billig und bei 8,5 Euro denke ich, das ist so billig, da muß was faul sein.
Dyckerhoff steht hier stellvertretend für viele andere Werte.
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09.08.02 18:22:53
@se2707
In Prinzip gelten für Einzelaktien die gleichen massenpsycholigischen Mechanismen wie für den Gesamtmarkt, sie sind aber mangels Datenmenge oft schwerer zu erkennen. Also wenn die Stimmung für eine Aktie schlecht ist (z.B. viele Herabstufungen durch Analysten), der Kurs stark gefallen ist und die Umsätze extrem zunehmen, kann das ein Hinweis auf eine Trendwende sein (so wie gerade z.B. bei Pfeiffer, Aixtron und MLP) - besonders, wenn dieser Kursverlauf parallel zum Gesamtmarkt erfolgt. Sowas kann aber nur ein Kaufkriterium von vielen sein. Die Trendwende bei Einzelwerten kann auch bei niedrigen Umsätzen erfolgen, oder aber der Kurs bricht wegen fundamentaler Probleme trotz vermeintlicher Bodenbildung weiter ein.

Dyckerhoff habe ich mir bisher nicht angesehen. Aus einer hohen Dividendenrendite folgt nur dann eine Unterbewertung, wenn nicht der gesamte Gewinn ausgeschüttet wird, die Ausschüttung aus dem operativen Cashflow und nicht auf Kredit finanziert wird und wenn eine Dividendenkürzung in den nächsten Jahren unwahrscheinlich ist.
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09.08.02 23:58:49
Guten Abend allerseits!

O-Ton Mandrella aus #1:

"Katastrophenstimmung schon eingepreist

In den heutigen Kursen schon enthalten sind ... ein mit hoher Wahrscheinlichkeit bevorstehender Irak-Krieg"

Oder robby13 in #18:

"Der Krieg gegen den Irak wird, für so bedeutend wir ihn alle halten, nur eine kleinere Rolle an den Finanzmärkten einnnehmen. Die
Börsen werden ihn schon längst eingepreist haben, wenn er begonnen hat."

Ich bin mir da nicht so sicher. Daß alle Welt - und naturgemäß auch die Börse - mit einem Waffengang im Irak rechnet, bezweifle ich nicht. Selbst aus dem Kurs von, sagen wir: Gelsenwasser ist heute bestimmt schon ein leiser Kriegsgeschmack herauszuschmecken. Aber ich fürchte beim Einpreisen der kommenden Irak-Kampagne könnte man sich - um im Bild zu bleiben - ein klein wenig verpreist haben.

Ich kann mich noch gut an die Apokalyptischen Reiter erinnern, die im Vorfeld des Afghanistan-Krieges durch die deutschen Medien trabten. Ein zweites Vietnam war das Mindeste, was dem in Deutschland hierfür stets geneigtem Publikum in Aussicht gestellt wurde. Was dann - vor diesem Hintergrund - tatsächlich kam, war ein militärischer Spaziergang in der Abendsonne.

Wie aber stellt sich die Welt, die Börse oder unsereins an der Einpreistaste den nun bevorstehenden Irak-Krieg vor? Soll das so laufen, wie der Krieg, den Bush sen. vor über einem Jahrzehnt geführt hat? Oder so wie die eben gesehene Expedition des Westens nach Afghanistan? Was, wenn das kein schneller, siegreicher Krieg wird?

Die Ausgangslage wird vermutlich eine ganz andere sein. Europa wird - von Großbritannien abgesehen - seine Eier warmhalten. Ob es ein UN-Mandat geben wird, ist fraglich. Arabische Staaten werden mindestens den Ohne-Michel machen. Amerika wird also - weitgehend auf sich gestellt - mit großen Armeen einmarschieren und kämpfen müssen. Und all das könnte die fragilen Verhältnisse in den benachbarten arabischen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens ruckzuck zum Tanzen bringen.

Muß ja nicht, könnte sein.

Ob es schon "eingepreist" ist?

Gründerkrach

GK
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10.08.02 00:37:36
@Gruenderkrach
Und all das könnte die fragilen Verhältnisse in den benachbarten arabischen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens ruckzuck zum Tanzen bringen.

1. Was heißt das konkret?

2. Welche Auswirkungen hätte es Deiner Meinung nach auf die von europäischen Aktiengesellschaften in den nächsten 2-3 Jahren erwirtschafteten Gewinne?
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10.08.02 08:04:30
Volkswirtschaftlich haben die arabischen Länder 2 wichtige Funktionen für die Weltwirtschaft:

1.) Export von Öl
2.) Import von Technologie, Dienstleistungen und Konsumgütern.

Daran wird ein Krieg mit dem Irak auf Sicht von 2-3 Jahren nichts ändern. Ich denke die USA werden sich dahingehend bei Saudi-Arabien und Co. absichern.

Relevant könnte der Kireg für die Aktien insofern sein, als er bei Ausbrechen einer Panik gute Einstiegskurse oder Austiegskurse (Öl, Gold) bietet.
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10.08.02 18:54:56
@robby
Cc: teller1

Es ehrt mich ja, daß du zwei meiner längeren Ausführungen auf WO in diesem Thread hier 1:1 reinkopiert hast, ich finde aber, es zeugt von schlechtem Stil, diese ohne die Angabe des wahren Autors oder der Quellenangabe zu tun.

#18: Thread: Die nächsten 12 Monate an den Finanzmärkten

#23: Thread: Ich beweise: Gold wird alles outperformen!
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10.08.02 23:36:43
@ Mandrella

Wenn der Krieg im Irak kein schneller militärischer Spaziergang werden sollte, wenn das Baath-Regime nicht wie ein Kartenhaus zusammenstürzen würde, und wenn Saddam Hussein in der Rolle des heldenhaften Kämpfers gegen den vermeintlichen Weltverderber USA die Augen der arabischen Massen zum Leuchten brächte: Dann, ja dann könnte es zum Beispiel für das Herrscherhaus in Saudi Arabien einigermaßen ungemütlich werden. Die Losung der arabischen Solidarität wider den amerikanischen Todfeind könnte Unruhen und Aufstände entfachen, in deren revolutionärer Folge die gesellschaftlichen Eliten samt ihrer Regierungen hinweggefegt würden. Solche Entwicklungen wären - zumindest vorübergehend - ein schöner Hebel auf den Ölpreis; auch wenn die OPEC heute nur noch rund dreißig Prozent zur Ölversorgung der westlichen Industriestaaten beisteuert.

Was eine solche Entwicklung für die Gewinnrechnung europäischer Aktiengesellschaften in den kommenden zwei bis drei Jahren bedeuten würde, vermag ich im einzelnen nicht abzuschätzen. Für Unternehmen die in die Region exportieren, würden wohl ganze Märkte wegbrechen, Ölförderer die in der Nordsee bohren, könnten sich wahrscheinlich über ansehnliche Extraprofite freuen. Was mir aber viel wichtiger erscheint, ist die allgemeine Belastung der Aktienmärkte, die von einem in Brand geschossenen Nahen und Mittleren Osten ausgehen könnte. Solche Nachrichten wären Gift für einen dringend der Ruhe bedürftigen Rekonvaleszenten.

Um einem Mißverständnis vorzubeugen: Ich bin keineswegs überzeugt, daß es so oder so ähnlich kommen muß. Aber ich meine, daß man solche Szenarien bei der Überlegung, wie es an der Börse weitergehen wird, ins Kalkül ziehen sollte. Schließlich geht es um`s Geld.

@ robby13

Sag` mal: Was bist Du denn für ein falscher Fuffziger?! Anderen Leuten das geistige Eigentum stehlen! Und dann bist Du auch noch so blöd, es auf einem Markt anzubieten, wo man so gut wie sicher erwischt wird! Schäm` Dich! Wenigstens für erwiesene Dummheit.

GK
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11.08.02 00:30:13
...na ja, ich denke `mal, dass es auch bei Dyckerhoff `na dicke Nachzahlung für`s (angebliche) Kartellieren geben wird. :D
Also doch nicht so billig. Gute Dividenen-Renditen bei Einzel-Titeln machen mich eher skeptisch. Der Markt verschenkt wahrlich nichts z.Z.
pilsbier

P.S. d.h. eine mögliche Idee ist mir heute gekommen. Gute Lebensversicherungen mit kurzer Restlaufzeit (2-4a) aus zittrigen Händen kaufen. Was könnte man da in deflationären Zeiten falsch machen?
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11.08.02 01:24:55
@Mandrella (Fortsetzung zu #33 und #34)

Die breitere Abwendung von Aktien hat noch nicht
stattgefunden. Dies wird erst in einer WWK und nicht
schon vorher passieren. Etwas zu befuerchten, was man
nicht kennt bewirkt in der Beziehung wenig.
Im Moment hoffen doch noch viel zu Viele, dass dieser
Punkt erreicht ist, und zeigen damit ihr Interesse am
Aktienmarkt. Die Zocker muessen auch noch erst die
Lust am Spiel verlieren! Das geht nur wenn sie
merken dass nichts mehr zu holen ist. Dies ist aber
erst erreicht, wenn die `Schafe` nicht immer hinterher
laufen und bei kleinen Anzeichen Kaufen oder Verkaufen.

Die Einzigen, die die noetige Ruhe in den Aktienmarkt
bringen koennen sind langfristig orientierte Investoren
die sich die Unternehmen gut anschauen und sich mit
diesen auch identifizieren. (in dem Punkt sind wir
uns ja einig).
In solchen Faellen haben Zocker keine Chance und
die Aktien werden fair bewertet!

Jahre spaeter koennen dann die Spekulanten wieder
auftauchen.

Gruss,

CAH
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11.08.02 01:38:03
@pilsbier

Ein Mix aus einigen Nebenwerten mit hohen
Dividendenrenditen hohem KGV und hohem Buchwert
ist meiner Meinung nach zur Zeit das Beste soweit
es Aktien betrifft. Die Unternehmen muss man sich
naturlich genauer anschauen!
Man erkennt aber meistens ob der Abschlag aufgrund
eines Einzelereignisses stattgefunden hat, oder ob
ein nachhaltiges Problem vorliegt.
Ohne Risiko ist natuerlich nichts.

Gruss,

CAH
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11.08.02 02:49:37
@Gruenderkrach
Der Ölpreis wird zurzeit von der OPEC künstlich hochgehalten. Sollte es zu politischen Verwerfungen im nahen Osten kommen, wird das die OPEC schwächen und somit eher zu fallendem als zu steigendem Ölpreis führen. Die arabischen Staaten sind wirtschaftlich total vom Ölexport abhängig, egal wer die Macht in den jeweiligen Ländern innehat. Die werden es sich alle dreimal überlegen, ob sie den Ölexport aus politischen Gründen drosseln, das Geschäft Russland überlassen und selbst pleite gehen.

Der Export in arabische Staaten dürfte für die europäische Konjunktur keine nennenswerte Rolle spielen. Das betrifft höchstens einzelne Unternehmen, die man bei seinen Investments ausklammern kann.

Ich stimme Dir zu, dass der Irak-Krieg die ganze Nahost-Region destabiliseren kann. Das wird aber nicht von heute auf morgen passiern, sondern viele Jahre in Anspruch nehmen. So weit schaut die Börse nicht voraus. Ich denke, wenn CNN morgen über die ersten Bomben auf Bagdad berichten würde, würden die Aktienmärkte in der ersten Schrecksekunde heftig einbrechen, und 1-2 Wochen später haben sie den Verlust schon wieder aufgeholt.

@colouredanthouse
Ja, es sind noch viele Zocker unterwegs, und das macht mich auch stutzig. Andererseits hat deren Zahl sich in den letzten zwei Jahren bereits auf einen Bruchteil reduziert und ich frage mich, ob nicht auch auf dem Tiefpunkt einer Baisse eine gewisse Menge an Spielern im Markt verbleibt - so wie es ja auch Menschen gibt, die ein Leben lang nach Las Vegas pilgern und ihr Geld verlieren.

Zugegeben, so richtig überzeugend war der Selloff der letzten Wochen nicht. Aber vielleicht liegt das daran, dass schon im September die meisten Zittrigen rausgeflogen sind und nun einfach nicht mehr das Potential für einen Mega-Selloff vorhanden war? Interessant ist auch, dass viele niedrig bewertete Aktien nicht mehr ihre Septembertiefs erreicht haben. Nur in bestimmten Bereichen bestand noch größerer Korrekturbedarf.

In den letzten Wochen waren die DAX-Umsätze so hoch wie schon seit Jahren nicht mehr. Preisfrage: Wer hat all diese Aktien gekauft? Auf der Verkäuferseite standen Fonds (hohe netto-Mittelabflüsse), Versicherungen und die Masse der Privatanleger. Wer hat Deiner Meinung nach diese Rekordmengen von Aktien gekauft?
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11.08.02 14:42:29
Aus den Yahoo.com financial news:

Saturday August 10, 3:52 pm Eastern Time

Reuters Business Report
Big Risk if Bear Market Ends with Bang
By Pierre Belec

NEW YORK (Reuters) - Be careful what you wish for. You may get it.

A much-hyped "capitulation" or "selling climax" is widely expected to herald a stock-market recovery, but it could do just the
opposite.

After more than 2-1/2 years of slow-motion wealth destruction, investors
are getting fed up and want to see the end of this horrific bear market in
stocks. Some are hoping for a snappy, V-shaped plunge followed by a
spiffy rally.

While bear-market routs have been known to end with a bang, a
bone-jarring finale to the current blood-letting would probably be a
disaster.

"There is just too much stock in the hands of the public for this to occur,"
says Ray DeVoe, publisher of the DeVoe Letter. "There is over $4 trillion
in stock mutual funds and the question about a V-shaped climax and
recovery, if the public does decide to dump stocks, would run into the
classic, `sell to whom?"`

So the best thing that could happen in today`s nasty investment environment is for the market to continue its long, drawn-out
decline, interrupted by sharp rallies, until it finally develops a sustainable bottom. In other words, the worst thing that could
happen is for investors to panic and throw in the towel. END WITH A WHIMPER

"The final stage may not necessarily be a sharp selloff that clears the air," DeVoe says. "Rather it will be complete exhaustion,
followed by (investor) contempt for stocks as an investment vehicle."

Since the bubble burst in March 2000, stocks have behaved in a way that is reminiscent of the 1973-74 market.

Back then, the Standard & Poor`s 500 index collapsed by 45 percent, which is approximately the size of the current market
slump. The S&P`s descent began in January 1973 and the bottom was reached in December 1974 after an agonizing 23
months` slide.

But the hammering didn`t end with a bang in the fourth quarter of 1974. Instead it was a whimper of a finish after people got
sick and tired of losing money. The current slide has so far lasted 29 months.

Worth recalling is public participation in the market in the 1970s was nowhere near as massive as in 2002. At the height of the
stock buying frenzy in the late 1990s, half of American households had a stake in the stock market.

"It is not really a question of how much further the stock market must decline to reach that bottom," DeVoe says. "Instead I
think it is more a matter of time until that exhaustion sets in."

Bill Valentine, president of Valentine Ventures LLC, says investors with medium- to long-term investment horizons should stop
whining about how much cash they`ve lost and focus on the market`s recovery.

"There are no guarantees but if history is any guide -- and it always is -- the recovery will be shorter than most people expect,"
he says. "Too often, bear markets are considered for the magnitude of their slide. Rarely is much thought given to the nature
and timing of bear-market recoveries."

In 1973-74, it only took the S&P 21 months to bounce back and set a new high by September 1976.

By comparison, bear markets in 1946-47 and 1976-78, brought much smaller losses -- 12 percent and 17 percent,
respectively -- but recoveries were awfully long in getting traction. The 1946-47 market rallied to a new peak by July 1950, a
"dead zone" for investors that dragged on for 38 months. The bounce to a new high after 1976-78 came 35 months later in
January 1981.

SIZE DOES NOT MATTER

"The average time it took for bear markets to recover since 1945 is 21 months long," Valentine says. "It also tells you that the
recovery period is not a function of how long the market went into a slide phase. Just because we`re down a lot doesn`t mean
we won`t be setting new highs in the next few years."

There`s a tremendous sense of hopelessness on Wall Street. The buy-on-dip mentality and other market tactics, which had
worked wonderfully in the past, are not working. A lot of people have lost faith in the market, and they`re questioning the
wisdom of the time-tested theory that it`s best to be fully invested in stocks.

But it`s all part of the shifting function of investors` perception.

Many investors may now be at the third stage of the typical range of emotions after the bull market turned into a growling bear.

Back in the roaring 1990s, there was tremendous hope as stocks soared. Then came the greed as people bought stocks
blindly. The predominant mood now is of fear, and the last stage will be despair.

"These market stages are certainly no secret, but it is amazing how many traders and investors fail to recognize and assess the
stages and to make plans to protect themselves or take advantage of an opportunity," says Dean Lundell, author of a fascinating
book, "Sun Tzu`s Art of War for Traders and Investors," (McGraw-Hill $19.95) (www.artofwar.com).

The question people should have been asking themselves during the speculative frenzy in technology stocks was, which stage is
the market in and what can I do about it?

"First, people bought them with grand hopes. They saw them rise to incredible prices but became greedy and held on for
more," Lundell says. "When the stocks started to trade down in price, people were fearful but still held on. Finally, when the
pain of further loss came about, they despaired, capitulated and sold at prices nowhere near where they had been."

Indeed, investors may have reached the point of despair.

A survey by the Gallup Organization in the first two weeks of July found that only 20 percent of investors expected the Dow
Jones industrial average, currently around 8,700 points, to claw back to 11,000 within the next year. Seventy-one percent of
investors thought it would take longer for the blue-chip index to recover to that level while 4 percent believed the Dow would
never get back to that magic number.

For the week, the Dow climbed 5.2 percent to 8,745, the S&P 500 gained 5.1 percent to 909 and the Nasdaq rose 4.7
percent to 1,306.

(Pierre Belec is a freelance writer. Any opinions in the column are solely those of Mr. Belec.)
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11.08.02 15:03:27
@Mandrella

Ich stimme Dir in den Auswirkungen eines moeglichen
Irak-Kriges auf die Aktienmaerkte im allgemeinen zu.
Der Oelpreis wird aber steigen! Historisch gesehen ist
der Oelpreis ja gar nicht so teuer.

Zu der den Kaeufern der Aktien:
Es ist wirklich schwer zu sagen wer jetzt einsteigt.
Ich selbst erhoehe langsam mein Engagement. Ich investire
aber nicht in die Werte die in der letzten Zeit hohe
Umsaetze hatten! Ich fuerchte ehr, dass zur Zeit fuer
einen nachhaltigen Aufschwung genau die Falschen
investieren. Bei MLP und Thiel ist die Sache ziehmlich
klar: Es sind Zocker am Werk denen nichts am Wohl des
Untenehmens liegt.
Es fehlt an Menschen, die sich nach dem Aktienkauf als
echte Mitbesitzer des Unternehmens fuehlen und auch so
handeln. In dem Moment wird auch klar, dass die Investoren
auch keinen ueberbewerteten `Schrott` mehr kaufen.
Ich glaube wir stecken so tief im Morast, dass wir
diesen Paradigmenwechsel dringend brauchen.

In einem Jahr wird man unterumstaenden darauf kommen, dass
die Benutzung von `Shortselling`, Calls, Puts und daraus
abgeleitete Instrumente auf echtes Hedgeing einschaenken
muss. Solche instrumente machen eigentlich ja das
investment sicherer - haben aber stattdessen zum
spekulativen Overkill gefuehrt.

Schoenen Sonntag,

CAH
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11.08.02 16:21:12
@colouredanthouse
Warum sollte der Irak-Krieg zu nachhaltig höheren Ölpreisen führen? Für die längerfristige Ölpreisentwicklung sind nur Angebot und Nachfrage entscheidend. Die Nachfrage ist konjunkturabhängig, das Angebot von den Fördermengen, die zurzeit mit viel Mühe gedrosselt werden (Kampf zwischen Russland und den arabischen Staaten).

Unter Annahme einer Nahost-Krise und einer weiteren Rezession oder gar einer Weltwirtschaftskrise

- wird die Nachfrage nach Öl weiter abnehmen
- dürfte, wie bereits erwähnt, der Zusammenhalt in der OPEC schwieriger werden

Beides spricht für fallende Ölpreise. Die historisch höheren Ölpreise wurden durch die heute nicht mehr denkbare Ölkrise (da die arabischen Staaten sich damit in den Ruin treiben würden) bzw. durch konjunkturell bedingt höhere Nachfrage verursacht. Langfristig höhere Ölpreise kann ich mir daher nur bei einem Konjunkturaufschwung vorstellen.

zu den mutmaßlichen Zockerpapieren: Ist eine MLP zu 8 Euro tatsächlich fundamental teurer als z.B. eine Kamps zu 4 Euro? Ich kann`s nicht beurteilen, weil ich die Bilanzen nicht durchschaue. Der einzige Anhaltspunkt bei MLP ist für mich der nur schwer manipulierbare freie Cashflow, und der ist bisher durchaus gesund (dito bei Kamps seit Ende der Akquisitionsorgie).
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11.08.02 22:07:54
Von den meisten Experten höre ich, daß der Boden erreicht ist. Also ist er es wohl noch nicht! Auch der Stimmungsindikator zeigt zu viel Optimismus an!
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11.08.02 23:12:46
Ein zunehmende Anzahl von Menschen hat schlicht und einfach keinen Bock mehr auf den agressiven Kapitalismus, der uns vor allem durch die Werbung immer lauter anbrüllt. Der Konsum wird zur Belastung und der ganze Dreck der McDonaldisierung in allen Bereichen macht uns krank.

Es geht nicht ewig a la Keynes auf und ab. Das System ist müde - fast so müde und marode wie der Kommunismus vor seinem Zusammenbruch!

Dieser Aspekt wird in den meisten Diskussionen ausgeblendet.
Kann es nicht sein, dass nicht nur ein normaler Börsenzyklus (#1) ansteht, sondern ein Epochenende?

Mein Bauch sagt mir, dass bald nichts mehr so sein wird wie es war - wie auch immer!?

Die Einflussfaktoren sind millionenfach vernetzt und rückgekoppelt. Die Zusammenhänge sind heute x-fach komplizierter als vor 10 - 20 - 50 - 100 Jahren!
Voraussagen kaum noch möglich!
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12.08.02 01:12:41
@42
Welchen Stimmungsindikator verwendest Du?

@elmarion
Perfekter prozyklischer Beitrag! Hier zum Vergleich Deine Einschätzung der Lage vom 29.1. und 14.4.2000 (Thread: Korrektur - kein Grund zur Panik / Thread: Neuer Markt - viele warten auf ihre Chance!):

Kurz und knapp zusammengefaßt die Gründe, warum die Zeiten für Aktienanlagen insgesamt nach wie vor gut sind - und zum Teil noch besser werden:

- die Altersversorgung wird stärker privatisiert, weil die Alterstruktur der Gesellschaft nichts anderes zuläßt

- die Akzeptanz und auch die Freude an Aktien wächst in allen Teilen der Bevölkerung (Nichts ist so spannend wie Wirtschaft)

- Der Paradigmenwechsel durch die Digitalisierung des Planeten und die Revolution im Biotech-Sektor löst Wachstumsschübe aus.

- Eigenverantwortung und Selbstständigkeit lösen auch in Europa die "Vollkaskomentalität" ab

- Steuer- und Wirtschaftsreformen beginnen in die richtige Richtung zu zielen. Hier sind wir erst am Anfang

- Der Euro- und die europäische Gemeinschaft setzten Synergien frei

- Deutschland und die "Berliner Republik" werden das Brückenland zu Osteuropa

Also locker bleiben bei einer Korrektur. Solange es kein globales Desaster (Kriege, Seuchen, Naturkatastrophen etc.) gibt, wird es nach der Regel "zwei Schritte vor, einen zurück", weiter aufwärts gehen an den Börsen. Besonders günstig ist die Lage zur Zeit bei uns in Europa und speziell in Deutschland.
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12.08.02 07:36:35
Jaja, das Gefasel von der Korrektur höre ich nun schon seit 2000.
Und bislang gab`s nach jeder Korrektur noch eine und noch eine und noch eine....

Wenn das stimmt, das Aktien mehr Akzeptanz finden, dann muß es einfach nach der größten Börsenblase aller Zeiten noch gewaltig runter gehen. Bis zu den Ständen von 1995 mindestens. Denn alles was danach kam an Kurssteigerungen, ist doch bloß Blödsinn gewesen.

Prof. Rüdiger Dornbusch sel. Angedenkens: Streichen Sie das Wort Rezession aus Ihrem Wortschatz.

Das war so ein typischer Prophet des Irrsinns, den jede Blase gebiert. So wie 1929 Prof. Fisher im Oktober : Stock-Prices are low.
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13.08.02 22:48:16
@Mandrella

ich meine den Stimmungsindikator in BO (STI)
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15.08.02 02:15:07
ftd.de, Do, 15.8.2002, 2:00
Geldanlage: Finale Phase
Von Torsten Engelbrecht und Christoph Hus

Der Frust der Anleger ist riesig - haben sie bereits kapituliert? Manche Experten bejahen dies, doch spricht vieles dagegen.

Die Panik-Zone erreicht

Seit Wochen streiten die Strategen darüber, ob sie die Kapitulation der Märkte ausrufen können. Richard Davidson, Leiter der Europa-Strategie bei Morgan Stanley, wähnte die Aktienindizes dort schon Ende Juni - was verfrüht war. Doch glaubt er weiter an eine bevorstehende Kapitulation: "Die Volatilität ist so hoch wie zuletzt im September 2001 - ein klares Zeichen." Ins gleiche Horn stößt Ed Yardeni, Chefstratege von Prudential Financial: "Die Technischen Indikatoren zeigen: Die Stimmung ist so schlecht, wie sie oft vor Rallys war."

Die Thematik ist für die Experten von immenser Bedeutung, denn ihre Hoffnung endet nicht hier, vielmehr beginnt sie dort - auch wenn die Kapitulation kein Muss ist für einen Umschwung. "Eine Kapitulation ist erreicht, wenn der letzte Bulle unter den Anlegern sich geschlagen gibt und das Handtuch wirft", so James Montier, globaler Aktienstratege bei Dresdner Kleinwort. Folglich können die Kurse danach nur steigen. Doch so groß der Frust, so niedrig die Aktienkurse - die Investoren scheinen noch nicht kapituliert zu haben. Ein weiterer Verfall der Aktienkurse ist demnach nicht ausgeschlossen.

Die fünf Phasen des Platzens einer Spekulationsblase

James Montier unterscheidet fünf Phasen des Platzens einer Spekulationsblase: Umschichtung, Kreditaufnahme, Euphorie, kritische Phase / finanzielle Not und Kapitulation. "Noch befinden wir uns in Phase vier, in der Insider Gewinne mitnehmen, Liquidität gesucht ist und sich Betrugsfälle häufen", so Montier. In der fünften Phase wären die Akteuere dann derart von Panik befallen, dass sie praktisch die Teilnahme am Marktgeschehen verweigern. "Phase fünf dürften wir erreichen, wenn klar ist, dass die US-Konjunktur kippt und das Gewinnwachstum zurückgeht", so Montier. "Dann würden die Anleger endgültig akzeptieren, dass Aktien nicht das großartige Investment sind."

Auch hat der Glaube an die Aktienanlage nicht bahnbrechend gelitten. Immerhin haben noch 48 Prozent der weltweiten Fondsmanager Aktien in ihren Portfolios übergewichtet, während 49 Prozent der Manager Bonds untergewichten, so das Ergebnis der Fondsmanager-Umfrage von Merrill Lynch im Juli. Zudem sind die Zentralbanken bisher nicht aktiv geworden, um die fallenden Aktienkurse zu stützen. Zumindest die amerikanische Notenbank Fed wäre im Falle einer echten Kapitulation eingeschritten, meinen Beobachter.

´Tactical capitulation indicators´

Während die Diskussion über die Kapitulation beinahe einer Glaubensauseinandersetzung gleicht, messen die Strategen von Credit Suisse First Boston (CSFB) mittels ihrer sieben "tactical capitulation indicators" genau nach: Abweichung vom 200-Tage-Durchschnitt, Verhältnis von Bond- zu Gewinnrenditen, Stimmungsindikator, Zuflüsse in Wachstumsfonds, Handelsvolumen, Put-Call-Verhältnis und Risikoappetit (Risk Appetite Index). "Nicht alles deutet auf Kapitulation hin", so Paul Mielczarski, Stratege bei CSFB. "So lag das Put-Call-Verhältnis für den S&P 100 - gemessen am Fünf-Tage-Durchschnitt - am 5. August bei 1,09, was im Vergleich zu anderen Crash-Phasen nicht extrem hoch ist. Am 21. September 2001 etwa betrug es 3,3." Allerdings war Anfang Juli ein Put-Call-Verhältnis von 2,2 zu verzeichnen - was darauf hindeutet, dass in den vergangenen Wochen besonders intensiv verkauft wurde und die Kapitulation recht nahe ist.

Anzeichen dafür liefert auch der Global Risk Appetite Index (siehe Grafik). Errechnet wird dieser durch die Sharp Ratio von 70 Anlagen (die Sharp Ratio ist das Verhältnis von Überschussrendite zu Risiko, wobei die Überschussrendite diejenige ist, die über Rendite sicherer Geldanlage hinausgeht; und das Risiko wird ausgedrückt durch die Volatilität). Wenn die Risikobereitschaft der Anleger hoch ist, entwickeln sich etwa volatile Aktien aus Emerging Markets tendenziell besser als als risikolosere Papiere. In den vergangenen Monaten stürzte der Index steil ab: von plus 3,24 Anfang April auf nun minus 3,69. Zum Vergleich: Am 21. September 2001 lag der Wert bei 3,35. Ab dem Wert minus 3 beginnt die so genannte Panik-Zone.

Die Baisse aussitzen

Wann die Kapitulation genau eintritt, darüber kann der Risk Appetite Index allerdings keine Aussage treffen. Denn dabei spielt die Psychologie der Anleger eine gewichtige Rolle. Verständlicherweise möchte kein Investor selbst kapitulieren. Jeder wartet darauf, dass die anderen aufgeben, um selbst zu den ersten Gewinnern des erhofften Aufschwungs zu gehören. Hinzu kommt der Unwille, Papiere aus dem eigenen Depot mit Kursverlusten zu verkaufen. Also versuchen viele Anleger, die Baisse so lange auszusitzen, wie ihre Nerven mitmachen.

"Solange nicht viel mehr Investoren ihre Depot-Leichen zu Geld machen und die Bewertungen und Gewinnprognosen noch zu hoch sind, haben die Anleger noch nicht kapituliert," sagt Rüdiger von Nitzsch, Wirtschafts-Professor an der Technischen Hochschule Aachen und Spezialist für Investoren-Psychologie. Der gleichen Meinung ist Dale Jorgenson, Wirtschafts-Professor an der Harvard University: "Bis zur Kapitulation sehe ich noch eine Menge Abwärtsdruck in den Märkten." Der könnte vor allem entstehen, wenn Brasilien das Schicksal Argentiniens ereilt oder die USA in Irak einmarschieren.

"In vier der fünf großen Korrekturphasen der vergangenen 150 Jahre fielen die Märkte mindestens auf die einfache Standardabweichung", so Paul Mielczarski. "Das heißt: Der S&P 500, der aktuell bei rund 860 Punkten notiert, könnte die 700er Marke noch klar unterschreiten."
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15.08.02 02:47:57
Nun kann man sich darüber den Kopf zerbrechen, welche Meinungen als Kontraindikator zu werten sind und welche "Experten" richtig liegen.

Ich habe weiterhin den Eindruck, dass die Gesamtstimmung sehr pessimistisch ist und dass wir uns seit drei Wochen in einem großen Selloff befinden. Fast täglich zerlegt es irgendeine andere Aktie, und jedesmal fliegen dabei wieder ein paar zittrige Hände aus dem Markt.

Beispiel Singulus: Die Firma befindet sich längst wieder in einem zyklischen Aufschwung, die Auftragslage ist hervorragend, das KGV auf historischem Tiefststand, und trotzdem wurde die Aktie gesten auf ein neues Alltime-Low gedrückt (nach Unternehmensauskunft durch Hedge-Fonds-Spekulationen). Muss diese Firma - eines der höchstprofitabelsten deutschen Unternehmen überhaupt - tatsächlich noch ein einstelliges KGV erreichen?
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15.08.02 19:00:52
Bernecker ist in der Actienboerse 32 vom 1.8.2002 optimistisch wie schon das ganze Jahr über:

"Es ist geschafft. Die Trendwende ist eingeleitet".

Bernecker lag dieses Jahr dauernd daneben.
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15.08.02 22:24:59
Das klingt aber gar nicht gut. Bitte sag bescheid, wenn Bernecker seine Meinung ändert!
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16.08.02 08:17:00
Vermutlich kommt die Trendwende dann, wenn die Actienboerse Leser Pleite sind und ihre Abos nicht mehr bezahlen können.
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16.08.02 10:37:41
Auch die heutige Spiegel-Online Schlagzeile im Wirtschaftsteil

"BÖRSENAUSBLICK

Chancen für Hightech-Titel"

spricht nicht für eine totale Kapitulation.
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16.08.02 12:14:03
Die Qualität von Spiegel (Online wie Offline) ist wechselhaft. Manchmal sind die Einschätzung antizyklisch und liegen genau richtig, manchmal prozyklisch und total falsch. Als Indikator unbrauchbar.
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16.08.02 12:34:13
Mir kommt das Suchen nach dem Top-Kontraindikator vor, wie das stochern im Nebel. Ist jemals schon einer mit diesen Sedimentindikatoren wirklich reich geworden??? (Bis auf die Verkäufer der Indikatoren)
Die Einschätzungen von Zeitungen und Börsenbriefen sind ohnehin viel zu subjektiv um sie für eine vernünftige Anaylse heranzuziehen.
Put-Call-Ratio, Optimismus-Pessimismus von Börsenbriefen, Arms-Index,Advance-Device-Linie,................ Alle diese Indikatoren waren zwar in der Vergangenheit überdurchschnittlich erfolgreich, aber meistens dann wenn man sich auf einen oder mehreren überdurchschnittlichen Indikator stützt oder verlässt versagt dieser meist.
Indikatoren-Gurus wie Ellaine Garzelli oder Martin Zweig waren die etwa stark überdurchnittlich erfolgreich??
Es ist doch viel vernünftiger und erfolgsversprechender Aktien einfach dann zu kaufen wenn sie billig sind und ein vernünftige Rendite versprechen. Und ich denke die Fähigkeit, zu Beurteilen ob Aktien nun billig oder teuer sind, die besitzen doch einige hier im Thread.

mfg thomtrader
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20.08.02 02:38:20
Es ist doch immer wieder verblüffend zu sehen, wie vermeintlich schlechte Nachrichten den Märkten Auftrieb geben. Das Hochwasser wird von der Börse sehr positiv aufgenommen, denn es führt dazu, dass in den nächsten Jahren zig Milliarden an Investitionen in den Wirtschaftskreislauf gepumpt werden. Spargroschen hunderttausender Bürger werden mobilisiert, und dazu gibt es noch Subventionen aus Brüssel. Aufbau Ost, Teil 2.

@thomtrader
Für antizyklisches Investieren ist eine richtige Einschätzung der Börsenstimmung enorm wichtig. Natürlich sind solche Indikatoren wertlos, die in irgendwelchen Börsenblättchen und -briefen nachlesbar sind. Man muss sich schon die Mühe machen, die Stimmung selbst zu analysieren! Darúm geht es in diesem Thread.
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20.08.02 07:54:53
Experten sehen wenig Raum für eine Erholung

Merrill Lynch reduziert Index-Prognosen

Von Ralf Drescher

Mit der schwachen Konjunktur sinken die Chancen für eine Kurserholung an Europas Börsen. Nach Einschätzung von Merrill Lynch werden die Unternehmensgewinne 2003 auf dem Niveau von 1999 liegen. Immer mehr Investmentbanken nehmen ihre Prognosen für die europäischen Aktienindizes zurück.

HB FRANKFURT/M. Die Zeit für große Sprünge an den europäischen Aktienmärkten ist nach Meinung von Investmentbankern vorerst vorbei. Immer mehr Banken nehmen ihre Erwartungen für die Entwicklung der Börsen zurück. Am Montag veröffentlichte das Investmenthaus Merrill Lynch eine Kurzstudie, in der es seine Prognosen reduziert.

Für den Deutschen Aktienindex (Dax) rechnet Merrill Lynch demnach nur noch mit einem Indexstand von 3 850 Punkten am Jahresende. Im Vergleich zu den Kursen von gestern wäre das gerade einmal ein Plus von rund 100 Punkten. Bisher hatte Merrill einen Dax-Wert von 4 700 Punkten für Ende 2002 erwartet. Auch für den Index der europäischen Standardwerte Euro Stoxx 50 sind die Anlagestrategen jetzt skeptisch und erwarten einen Jahresendstand von 2 800 Punkten (Prognose bisher 3 400).

Im nächsten Jahr dürften sich die Unternehmensgewinne in Europa auf dem Niveau der Jahre 1997 bis 1999 bewegen, führten die Analysten in der Begründung für ihre Prognoseänderung an. Gleichzeitig machten sie aber klar, dass die neuen Zielwerte sehr konservativ seien und auch überraschenden Abwärtsrisiken des Wirtschaftswachstums und der Gewinne Raum ließen.

Die Aktienanalysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) haben ihre Schätzungen in der vergangenen Woche ebenfalls nach unten revidiert, liegen mit ihren aktuellen Prognosen aber etwas über denen der Strategen von Merrill Lynch. Auf Sicht von drei Monaten erwartet Horst Soulier, Leiter des Equity-Research der LBBW, jetzt einen Dax-Stand von 4 200 Punkten, den Euro Stoxx sieht er bei 3 000 Punkten. „Durch das schwächere makroökonomische Umfeld und die schlechteren Unternehmensergebnisse im zweiten Quartal sehen wir an den Aktienmärkten lediglich begrenztes Kurspotenzial.“ Dabei ist Soulier für die deutschen Werte etwas negativer eingestellt als für die Papiere der europäischen Konkurrenz: „Unsere Analyse der Gewinnsituation hat ergeben, dass deutsche Unternehmen im europäischen Vergleich ihre Ergebniserwartungen deutlich stärker nach unten revidiert haben.“

Ein erneutes Abtauchen der Weltwirtschaft in die Rezession befürchtet Soulier zurzeit nicht. „In unserem Hauptszenario gehen wir davon aus, dass sich die verhaltene Wirtschaftserholung fortsetzt.“ Für ein „double dip“ gebe es nur wenige Anzeichen. Allerdings könne niemand sagen, wie stark die Rückwirkung der zweieinhalbjährigen Börsenbaisse auf die Realwirtschaft tatsächlich sei.

Selbst Marktteilnehmer, die auf steigende Kurse setzen, sind vorsichtig geworden: „Die fetten Jahre sind vorbei“, glaubt Rolf Elgeti, Aktienstratege bei der Commerzbank. Er hat seine Erwartungen vor zwei Monaten zurückgenommen und sieht den Dax jetzt am Jahresende bei 4 200 und den Euro Stoxx 50 bei 2 900 Punkten. Sollten die Indizes tatsächlich in diese Bereiche vordringen, rät er Gewinne mitzunehmen. Als größte Gefahr für die Börsenentwicklung sieht Elgeti eine mögliche Deflation. Seine Index-Prognose beruht allerdings darauf, dass eine solche nicht kommen wird und ist daher verhalten optimistisch: „Ich glaube, dass sich die Börsen besser entwickeln werden als die Konjunktur“, sagt Elgeti. „Die Unternehmen haben ihre Kostenstrukturen deutlich verbessert und sollten dadurch höhere Gewinne erzielen können.“ Zudem seien die Aktienmärkte aktuell sehr vorsichtig bewertet.

Vorsichtig ist man auch bei der Deutschen Bank geworden. Die Analysten des Hauses überprüfen gerade, ob ihre Index-Prognosen noch realistisch sind. Bislang war die Deutsche Bank für die kommenden zwölf Monate von einem Anstieg des Dax auf 5 400 bis 5 700 Punkten und des Euro Stoxx 50 auf 3 900 bis 4 200 Stellen ausgegangen – Ziele, die angesichts der derzeitigen Börsenlage deutlich zu optimistisch erscheinen.


Quelle:

http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buil…
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21.08.02 02:40:33
ftd.de, Mo, 19.8.2002, 2:00
"Experten prognostizieren Ertragsrückgänge aus Kursgewinnen und Dividenden und sagen dem Dax zehn magere Jahre voraus. ..."
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21.08.02 14:48:44
experten schreiben immer scheisse.....
sie empfehlen aktien bei 60 um dieselbe bei 6 € zu verdammen.
es gibt keine experten - nur solche, die erklärungen im
nachhinein liefern können.

Warum gehen die experten immer noch arbeiten und setzen
sich nicht zuhause vor den PC um dort pro tag
3 oder 4.000 Euro pro tag zu machen?

bilde dir deine eigene Meinung....da bist du am besten
drann. Die beste meinung ist einen trend mitzumachen.
Zur Zeit läuft dieser nach oben....aber auch das ändert
sich wieder, dann begründen die experten warum er sich
geändert hat
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21.08.02 18:26:53
Experten sind heute alle bearish: Wohin gehen die Kurse?

Experten waren Anfang 2000 alle bullish: Wohin gingen die Kurse?
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22.08.02 02:50:31
Die Jahrhunderthausse von 1987 bis 1999 wurde getragen vom Pessimismus der Experten. Solange die Angst vor einer Wiederholung des 1987er Crashs in den Knochen der Anleger saß, konnten die Kurse steigen.

Im Vergleich mit dem Dauercrash der letzten zwei Jahre war 1987 nicht der Rede wert. Entsprechend tiefer sitzt heute die Angst vor weiter fallenden Kursen, und entsprechend gut sind die Aussichten für den Aktienmarkt, sofern die Konjunktur auch nur die kleinste Erholungstendenz zeigt. Erste Anzeichen sind ja schon erkennbar, z.B. stabile Auftragslage bei diversen Maschinenbauern. Auch die guten Lufthansa-Zahlen haben Signalwirkung.
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22.08.02 02:52:17
Die Jahrhunderthausse von 1987 bis 1999 wurde getragen vom Pessimismus der Experten. Solange die Angst vor einer Wiederholung des 1987er Crashs in den Knochen der Anleger saß, konnten die Kurse steigen.

Im Vergleich mit dem Dauercrash der letzten zwei Jahre war 1987 nicht der Rede wert. Entsprechend tiefer sitzt heute die Angst vor weiter fallenden Kursen, und entsprechend gut sind die Aussichten für den Aktienmarkt, sofern die Konjunktur auch nur die kleinste Erholungstendenz zeigt. Erste Anzeichen sind ja schon erkennbar, z.B. stabile Auftragslage bei diversen Maschinenbauern. Auch die guten Lufthansa-Zahlen haben Signalwirkung.
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22.08.02 17:26:35
"Die Markterholung wird alle Titel ergreifen. Konzentrieren Sie sich auf die, die in der letzten Baissephase am meisten verloren haben. Im Moment geht es weniger um die fundamentalen Fakten als um die Markttechnik. Ab den Kursen von März/April gilt dann die neue Adjustierung, nämlich Orientierung an den fundamentalen Daten.

O-Ton Hans Initial Bernecker in seiner Handreichung für den heutigen Tag. Und weiter:

"Sie haben jetzt gut zu tun. Überprüfen Sie sämtliche Positionen und überlegen Sie, wie Sie diese aus- und aufbessern. Wechseln Sie nicht die Pferde mitten im Rennen. In der jetzigen Marktverfassung werden mehr oder minder alle Titel deutlich zulegen, aber nicht alle am gleichen Tag."

Wegweiser oder irrlichternder Kontraindikator?
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23.08.02 01:35:19
Heute ist sogar Roland Leuschel ins Bullenlager gewechselt.
("Der Anleger stellt sich also zu Recht die Frage: Sind wir in einer solchen Bodenbildung, in der es erfahrungsgemäß außergewöhnliche Kaufchancen gibt? Obwohl ich als Crash-Prphet bezeichnet werde, beantworte ich diese Frage mit einem klaren Ja." )

Von einem Stimmungstief kann spätestens heute keine Rede mehr sein.

Die Konjunkturprognosen des IWF und der Wirtschaftsinstitute gehen nach wie vor davon aus, dass nach einer kleinen Wachstumsdelle in 2002 im nächsten Jahr bis zu drei Prozent Wachstum erreicht werden. Dabei handelt es sich schon um die nach unten revidierten Prognosen. Das klingt in meinen Ohren nicht pessimistisch.

Pessimistisch waren in den letzten Wochen einzig die kurzfristigen Ausblicke.
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23.08.02 02:16:18
@Vertraumir
Die Wirtschaftsinstitute sind doch immer zweckoptimistisch. Diese Institute werden von Organisationen bezahlt, die nicht an realistischen Prognosen sondern an Schönwetter interessiert sind. Als Kontraindikator unbrauchbar.

Der Optimismus bei Leuschel ist da schon bedenklicher. Leuschel vor drei Wochen: "Am Jahresanfang machte ich hinter der Prognose « Weltwirtschaftskrise II in Sicht ? » noch ein Fragezeichen, das können Sie jetzt streichen."
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23.08.02 02:58:43
Vertraumir, Du hast die Einschätzung von Leuschel stark verkürzt wiedergegeben. Er sagte auch: "Wir sind in einer deflatorischen Phase", erläutert Leuschel. Die Investoren müssten sich auf eine langjährige Baisse-Situation an den Aktienmärkten einrichten, weil die Bereinigung starker Übertreibungsphasen erfahrungsgemäß sehr lange dauere.

Das ist kein Optimismus. Leuschel rechnet nur mit einer kurzen Erholung, bevor die Talfahrt weiter geht. Das scheint auch nach wie vor die Meinung der meisten "Experten" zu sein: kurzfristige Erholung - ja, aber bitte nur in einem langfristigen Abwärtstrend. Also eine Fortsetzung dessen, was wir seit zwei Jahren sehen - 100%ig prozyklisch.

Der Blick ist durch die Angst vor weiteren Kurseinbrüchen so vernebelt, dass man die positiven Nachrichten, die jetzt fast täglich eintrudeln (heute z.B. von ThyssenKrupp und bezüglich des deutschen BIP) einfach nicht wahrhaben will.

Btw, was soll denn der Unsinn von der "Deflatorischen Phase"? Die Preise steigen, die Nettovermögen steigen, das BIP steigt. Wo ist denn da die Deflation?
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23.08.02 11:22:48
Also der beste Kontraindikator hat jeder selbst im Blut. Man muß Ihn nur ertragen und damit umgehen können.

Vor rund 2 Jahren als die Aktien gefallen sind, dachte ich ach so schlimm kann es gar nicht werden, und es kam schlimmer.
Aufgrund meiner eigenen Meinung habe ich deshalb mit Käufen gezögert.

Vor ca. 1 Monat habe ich gedacht, also mit den Aktien kann man nur Geld verlieren. Ich habe die Konsequenz gezogen und mir ein paar wenige Aktien ins Depot geholt.

Jetzt bin ich der Meinung das die Aktien wieder fallen werden. Also werde ich mir noch ein paar Positionen aufbauen.

Leider ist man nicht immmer so konsequent gegen seine eigene Meinung zu handeln. Deshalb ist es manchmal ganz sinnvoll in den Boards nach den Stimmungen der anderen teilnehmern zu fahnden.
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23.08.02 12:48:44
@Quax
Ich denke es ist deswegen so schwierig, gegen die eigene Stimmung zu handeln, weil man damit schnell in einer paradoxen Situation gefangen ist. Ich bin bearish, also kaufe ich Aktien, also bin ich bullish, also sollte ich bearish sein, etc. etc. Es ist dann schwer noch herauszufiltern, was denn eigentlich die spontane eigene Stimmung war.

Ich beziehe die eigene Stimmung auch als ein Kontraindikator von vielen mit ein, aber indirekt: Je mehr Abstauberlimits ich im Markt habe, desto näher befinden sich die Kurse am Tiefpunkt. Ich befürchte weiter fallende Kurse, also gebe ich niedrig limitierte Kauforders ein, damit mir einmalige Schnäppchenkurse nicht entgehen. Wenn ich dann plötzlich 15-20 Kauforders im Markt habe ist das ein relativ zuverlässiger Hinweis, dass der Tiefpunkt (fast) erreicht ist.
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23.08.02 16:23:36
dies ist ein lesezeichen
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23.08.02 20:26:09
@mandrella

Woher hast Du deine Leuschel-Zitate? Aus dem neuesten "Leuschel" in BO sind sie jedenfalls nicht. Dort sagt Leuschel ganz klar, dass der Crash hinter uns liegt und wir jetzt die Bodenbildung sieht. Er empfiehlt den Einstieg, wobei er sagt, man sollte etas Pulver trocken halten, um bei möglichen tieferen Kursen noch billiger einsteigen zu können.

Er meint allerdings, dass die Gefahren weiterer dramatischer Kurseinbrüche im Herbst noch nicht gebannt sind.
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23.08.02 21:04:10
@Vertraumir
Das Zitat ist aus der "Welt" vom 9.8. (im Board nach Stichwort "Leuschel" suchen). Entschuldigung, ich hatte nicht auf das Datum geschaut.
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23.08.02 21:21:57
In BO ist Leuschel ein Bulle, wie er im Buch steht:

"Wir haben jetzt den größten Crash aller Zeiten hinter uns, und sogar Aktien wie der blaueste aller Blue Chips, IBM, haben sich im Kurs halbiert. Wer da nicht zugreift, sollte sich mit Aktien lieber gar nicht beschäftigen."

Leuschel rät mir also von der Beschäftigung mit Aktien ab. Das ist schon krass. :(
;)


Eine weitere Leuschel-Weisheit:
"Zum anderen haben Börsen wie der Neue Markt 90% verloren. Da kann nur noch wenig passieren."
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24.08.02 01:41:25
Wer weiß, vielleicht ist Leuschel morgen nach ein paar Prozent DAX-Rückgang schon wieder ein Bär. Wenn das so weiter geht, erleidet der Mann schon in wenigen Monaten wegen ständiger Richtungswechsel und entsprechender Orientierungslosigkeit einen Nervenzusammenbruch.

In der www.boerse.de-Kolumne sind täglich Kommentare von solchen "Experten" nachzulesen. Der Konsens momentan ist anscheinend eine kurzfristige Aufwärtsbewegung mit anschließendem finalen Crash. Man liest immer wieder, dass wir Ende Juli / Anfang August noch nicht den endgültigen Tiefpunkt gesehen haben, weil endgültige Tiefpunkte angeblich anders aussehen müssen.
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24.08.02 12:45:44
Es dürfte an der Börse wohl nichts schwieriger sein, als zu erkennen wann ein Stimmungstief, bzw. wann signifikante Tiefstkurse erreicht sind. Fundamentalanalyse kann man erlernen und "Value"-Investing mit entsprechend viel Selbstdisziplin und Analysearbeit umsetzen. Sich aber den psychologischen Versuchungen des Marktes entziehen zu können und mit entsprechend feinem Gespür Bewegungen des Marktes bewerten zu können ist schon mehr eine Charakterfrage des jeweiligen Akteurs. Immer wieder höre ich von Wirtschaftfachleuten mit zweifelsfreier Reputation auf Ihrem Gebiet, die allerdings nicht das geringste Talent haben, an den Aktienmärkten auch nur halbwegs zielgenaue Treffer zu landen ...

Was mich selber betrifft, so habe ich in diesem Jahr irgendwie den Verdacht, den optimalen Einstiegszeitpunkt nicht finden zu können. Die Vielzahl an verwirrenden Signalen ist einfach zu groß. Dementsprechend ist mein Investitionbudget in diesem Jahr Anfang August auch nur quotal geflossen - meine eigenen Zweifel waren zu groß. Wesentlich einfacher war die Situation für mich in 2001 - seiner Zeit ist mir im September mit dem 21.09. eine Punktlandung gelungen. Der Sellout traf in lehrbuchkonformer Form ein und war kaum zu verkennen.
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31.08.02 10:59:22
Vieles spricht dafür, dass die Immobilienblase in den Staaten platz. Das sollte man zunächst abwarten. Einen Einstieg zum jetztigen Zeitpunkt halte ich für gefährlich.

Außerdem ist die Stimmung gar nicht so negativ. Viele der "normalen" Menschen in meinem Umfeld glauben, dass "das Schlimmste" vorbei ist. Sie verkaufen jetzt nicht, weil sie der Meinung sind, den (kleinen) Rest können Sie jetzt auch noch aussitzen. Wie werden diese Klein-Aktionäre reagiern, wenn es durch einen Nachfrageausfall in den USA oder ein "externes Ereignis" noch einmal kräftig nach Süden geht?

An einen wirklichen Crash glauben momentan die wenigsten. Die meisten vertrauen darauf, dass es wie gewohnt zyklisch, wenn nicht heute, dann morgen, wieder bergauf geht.

Möglicherweise befinden wir uns aber in einer Situation, wie sie nur alle 50-60 Jahre vorkommt. Mit diesen Schwankungen rechnet fast Niemand, der nach 1950 geboren wurde.
Eine Weltwirtschaftkrise ist aufgrund der vielen, tausendfach rückgekoppelten Instabilitäten nicht unwahrscheinlich. Die Systeme sind wesentlich anfälleger als noch vor 20 Jahren weil sei ständig stärker belastet werden. Das kann man in fast allen Lebensbereichen rational erkennen oder auch mit dem Bauch fühlen. Von Finanzspekulationen bis zur Wahrscheinlichkeit "menschgemachter Katastrophen" (Krieg, Terrorismus, Umwelt, Schuldenfallen in fast allen Haushalten und Sozialkassen)haben sich viele Bereiche ständig zugespitzt. Die "Fallhöhe" ist höher und das Fundament brüchige geworden. Die Möglichkeiten, der Wille und die Wahrscheinlchkeit von Destruktion steigt beständig.
Viele Fundamentalisten sehen lieber die Welt untergehen als den Kapitalismus siegen.

Im Grunde blickt niemand mehr richtig durch. Weder Regierung noch die UN, die Weltbank oder die FED. Alle stochern im Nebel, um Ihre Interessen so gut es geht durchzusetzen. Die "Nebenwirkungen" dieses handelns sind längst außer Kontrolle geraten. Wird beispielsweise ein "Despot" für eigene Interessen untrstützt, befindes er sich schon bald als Gegener auf der Gegenseite. Die "Systementwicklung(en)" sind längst zum Selbstläufer geworden. Ich glaube, wir befinden uns an einem Biffurkationspunkt!


time will tell!

Gruß

elmarion
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01.09.02 12:51:55
Thread hängt!?
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02.09.02 09:49:34
#4
@robby
hast du eine quellenangabe für diesen text?
gruss
cabinda
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02.09.02 14:09:04
Cabinda, hier ist die Quelle:http://www.bialuch.de/02.22mb010602.htm" target="_blank" rel="nofollow ugc noopener">http://www.bialuch.de/02.22mb010602.htm
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02.09.02 14:13:47
http://www.bialuch.de/02.21mb250502.htm

Jetzt funzt es!

Gruss elmarion
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02.09.02 14:16:37
Avatar
02.09.02 15:14:56
Prophet
Uwe Warmbein
:laugh: :laugh: :laugh:
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02.09.02 16:22:02
@elmarion,
vielen dank!
(und @all, entschuldigung, dass ich hier einfach so reingeplatzt bin. ich hatte den artikel in einer e-mail mit verlinkung gefunden und wusste nicht, wo ich gerade poste.)
gruss
cabinda
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02.09.02 21:21:01
ConSors empfiehlt heute: "Fallende Kurse: Profitieren Sie von den Verkaufsgelegenheiten der heutigen Märkte"

@elmarion
Danke für den Pessimismus-Nachschub.
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03.09.02 00:36:15
Zur Zeit befinden wir uns in einer Luxuskrise.

Die Zeit die wirklich ans Eingemachte geht, steht erst bevor.

Diese Jahre werden mit nichts zu vergleichen sein was bisher war.

Gewaltive Veränderungen stehen an. Der zusammenbruch des Warschauer Paktes war nur der Anfang dessen worin wir uns noch befinden. Die Nato wird bald Geschichte sein.
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03.09.02 11:14:14
Dausendprozentiger Weltuntergang!
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03.09.02 11:28:33
@ Mandrella

Wollte damit nur zum Ausdruck bringen das wer hoch hinaufsteigt auch sehr tief fallen kann.

Und die (westliche) Welt ist so hoch hinaufgestiegen wie noch nie........!

Zweittausendprozentiger Weltuntergang ! ;)
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04.09.02 02:39:08
Gerade auf n-TV Veröffentlichung einer Umfrage unter Top-Managern:

Wann ist der Wirtschaftsabschwung zu Ende:


Ergebnis:

- 70 % sagen in Q4 2002
- 30 % sagen in 2003
- 0 % sagen später :eek:


Nach ausgeprägtem Pessimismus sieht das aber wirklich nicht aus! :laugh:

Ignatz
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04.09.02 12:28:23
100% der Topmanager sind also der Meinung, dass wir uns immer noch in einem Wirtschaftsabschwung befinden. :):)
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05.09.02 10:09:02
Mandrella - frag doch mal querbbeet die aktuelle Entwicklung bei Umsätzen und Erträgen ab. Viele Unternehmen halten sich mental und finanziell über Wasser, weil Sie auf die baldige Trendwende sezen. Kommt diese nicht, gibt es ein "Gemetzel" im Mittelstand!
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05.09.02 15:02:23
Aufschlussreich ist die Entwicklung in Japan, dort ist der Tiefpunkt nach dem Platzen der der Blase Anfang der 90er noch nicht erreicht. Interessant auch die Unterschiede: Die Japaner Sparweltmeister, die Amerikaner das Gegenteil. Wenn in den USA demnächst die Immobilienblase platzt, geht es vermutlich erst richtig los...
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14.09.02 11:57:12
Jetzt kann die Trendwende kommen.
Bernecker, der vor Wochen und Monaten noch zum Verbilligen und Kauf auf Kredit riet, bläst zum Aussteigen:

Hans Bernecker: Depotbereinigung
Mails/Nachrichten vom 13.09.2002, Bernecker & Cie.

Guten Morgen, meine Damen und Herren,

dieser Bericht ergeht per Telefon und ist eine Ergänzung zur heutigen AB, die Sie in den
Händen halten. Nehmen Sie diese Überlegungen bitte ernst. Sie gelten nicht für drei Tage,
sondern für die kommenden drei Monate. Es lohnt sich, die dargelegten Zusammenhänge
selbst zu überdenken. Natürlich ist es ungeheuer schwierig, nach 40 oder 50 % Buchverlust
Konsequenzen zu ziehen, die mit einer Realisierung von Verlusten beginnt, um daraus die
Basis zu entwickeln, Gewinne machen zu können. Die Börse verlangt derartige
Konsequenzen aber, wenn man weiterhin trotz Niederlagen erfolgreich sein will. Viele
Beispiele könnte ich Ihnen dafür angeben.

Zur Sache: Die gestrigen Meldungen über die Konjunktur beiderseits des Atlantiks enthalten
mehr Stimmung und Meinung als tatsächlich neue Erkenntnisse. Wenn die Anträge der
Arbeitslosen um 5 % höher liegen als veranschlagt, nämlich bei 426 000 gegenüber 400 000,
so setzen Sie dies bitte in Relation zur Zahl der Beschäftigten insgesamt, nämlich 145,6 Mio
oder umgekehrt zur Zahl der Arbeitslosen, die übrigens in den USA nicht statistisch ermittelt
werden, sondern ein Umfrageresultat darstellt, was wenige wissen. Die deutsche Statistik ist
deshalb mit der amerikanischen nicht zu vergleichen.

Die Hauptfrage ist: Halten die jetzigen einstweiligen Böden oder nicht? Wenn Sie die heutige
AB auf Seite 2 anschauen, sehen Sie den DAX sowohl kurz- wie langfristig. Kurzfristig hat
er einen Boden zwischen 3250 und 3400. Im Langfrist-Chart ist dies aber kein Boden,
sondern eine sehr dünne Zwischen-Station. Ob diese zu einem Boden wird, werden die
Nachrichten aus dem Golf entscheiden. In einer solchen Situation sind seriöse Investments
noch nicht möglich.

Die Firmenmeldungen sind in einem solchen Umfeld nicht sehr aussagefähig. Das gilt positiv
wie negativ. Eine ist allerdings für eine ganze Branche maßgeblich: Kippt Mobilcom heute
um oder nicht? Die Entscheidung dürfte noch heute fallen, am Freitag, den 13. Ein
Insolvenzverfahren für Mobilcom wäre für die Branche ein weiterer Schritt der
Konsolidierung. Wie die Franzosen dies angegangen sind, hatte ich Ihnen schon im März
erläutert. Genauso ist es gekommen. Insolvenz für Mobilcom heißt, daß am Ende zunächst 4
und später 3 Anbieter übrig bleiben. Das ergibt eine Art Oligopol im Telekom-Markt und was
dies für die Tarife bedeutet, hatte ich schon erläutert. Der gnadenlose Tarifkampf ist vorbei,
weil der Grenzanbieter Mobilcom aus dem Rennen ist. Für Dt. Telekom ist das eine gute
Nachricht.

Die amerikanische Szene bedarf keiner großen Kommentierung. Die gestrigen Negativzahlen
der Markttechnik entsprechen denen der Vorwoche. Daraus ist im Moment nichts Neues zu
schildern.

Die Goldspekulation läuft weiter. Bitte entscheiden Sie so, wie ich es schon mehrfach
kommentiert hatte. In der jetzigen Lage ist Gold ein aktives Investment. Wie weit das
Potential reicht, weiß ich noch nicht. Der kritische Unzen-Preis liegt bei etwa 335/340 $ die
Unze. Daran orientieren sich die Minenpreise. Es macht also Sinn, Aktien zu verkaufen, um
einen Teil in die liquiden Goldminen zu tauschen. Ich würde Fonds-Zertifikate dafür
hergeben, siehe heutige AB. Das sollten die ersten Verkaufsopfer sein. Die bisherige
Statistik belegt dies auch: Die Rückgaben von Zertifikaten in Europa hat sich beschleunigt.
Am schärfsten in Italien, in Deutschland im Mittelfeld mit einem Rückfluß in der
Größenordnung von 18 %. Stellen Sie also Fondszertifikate zur Verfügung, um dafür
Goldminen zu kaufen und .....

Die Rüstungsspekulation ist die zweite Säule. Auch dies ist begrenzt zu sehen, aber so wie
schon dargestellt: General Dynamics hatte ich kürzlich bereits empfohlen. In dieser Aktie
steckt eine 20 %-Chance. Bisheriger Topkurs 111 $, akt. um 79/80 $. Siehe Brief Nr. 33.
Dazu gehören Lockheed Martin, Boeing, Raytheon und Northrop. Der gestrige Absturz des
Kurses von BAE Systems (England) um 18 % wegen schlechter als erwarteter Daten würde
ich eher dazu nutzen, auch hier zuzugreifen. Dazu alles weitere in der AB.

Taktisch: Diese zwei Branchen sind aktuelle Gewinner aus den beschriebenen Umständen
heraus. Nur hier liegt aktuell eine gute Chance, in dieser nervösen Marktlage auf der
richtigen Seite zu liegen.

Ich habe Ihnen dafür für das Wochenende eine Überlegung an die Hand gegeben und
begleite Sie mit der guten Erfahrung von Herman Ecarius: „Was wir gewinnen wollen,
müssen wir oft erst verlieren. Manchmal gewinnen wir durch Verzicht mehr als durch
Erfüllung“. Ich verbleibe damit bis Montag,

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
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14.09.02 12:07:04
Danke!
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14.09.02 19:09:02
:laugh:
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14.09.02 19:16:46
..aber mal im Ernst, die Nachhaltigkeit dieser Baisse ist auch für mich überraschend, der ich mich für einen eher erfahrenen Anleger hielt. Das Interessante an der Börse ist, daß sie immer wieder Überraschungen bereit hält.
Vor allem die Großanleger scheinen nach wie vor die Hosen gestrichen voll zu haben und/oder sind gezwungen zu verkaufen.
Dabei zeigt das Verhältnis von Aktienrendite zu Rentenrendite interessante Gelegenheiten für strategische Anleger an.
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16.09.02 01:20:04
Ich schrieb vor drei Wochen:

Wer weiß, vielleicht ist Leuschel morgen nach ein paar Prozent DAX-Rückgang schon wieder ein Bär.

Voilà:


Roland Leuschel

KBE: King of Bubble Excess oder Sir Print a lot of Money

Wer sich zum Beispiel am 28.8. in das Finanzportal boerse.de einklickte, fand unter den drei angebotenen aktuellen Kolumnen meinen Beitrag „Das brutale Ende der Kursrallye des Down Jones an der Fall Street“. Am selben Tage konnte er in der renommierten Tageszeitung FAZ Artikel finden wie „Steigender Konjunkturoptimismus belastet Renten“ oder „Konjunkturzuversicht beflügelt Aktien“. Während in meiner Kolumne stand „Die Chance für ein Double Dip erhöhte sich mittlerweile, und damit dürfte auch die Erholung der europäischen und japanischen Wirtschaft vorerst reines Wunschdenken sein“, stand in der FAZ: „Ein abermaliger Wirtschaftsabschwung (Double Dip) scheint immer unwahrscheinlicher“. Lassen Sie sich von den Tagesmeldungen nicht beeinflussen, und gehen Sie davon aus, dass das Fragezeichen, das ich noch hoffnungsfroh am Beginn dieses Jahres hinter meine Kolumne „Weltwirtschaftskrise II in Sicht?“ machte, nicht mehr angebracht ist. Es gibt seriöse, renommierte Experten, die sind noch viel pessimistischer als ich. Der österreichische Ökonom Fredmund Malik, der seit 1984 das Management Zentrum St. Gallen leitet, hat in einem Spiegel Interview folgende Prognose gewagt:

„Alle Bedingungen sind erfüllt, dass sich die Entwicklung der 30er Jahre in ähnlicher Form wiederholt. Es wird vermutlich schlimmer ... In Amerika stehen die Ersparnisse von zwei Generationen im Risiko, in den vergangenen zwei Jahren ist mit 5 Billionen Dollar (weltweit sind es über 12 Billionen) so viel wie das halbe US-Sozialprodukt vernichtet worden. Noch hoffen die Rentner darauf, dass sich ihre Portefeuilles wieder füllen. Was aber, wenn sie merken, dass die Reserven weg sind? Es wird überall Verzicht geben. Nach der letzten grossen Wirtschaftskrise sind den Amerikanern soziale Konflikte erspart geblieben. Ich fürchte, diesmal wird es nicht so glimpflich ausgehen.“

Ich hatte die Warnung des brutalen Endes der von mir Anfang Juni angekündigten Kursrallye (MSCI World 620) ausgesprochen, nachdem sich die dunklen Wolken am Konjunkturhimmel gefährlich häuften, und die Kursrallye von 15% (MSCI World 700) kräftig genug war, um Kursgewinne glattzustellen; denn darüber dürfte es keinen Zweifel geben, es handelte sich um eine Rallye, in einem längerfristigen Bärenmarkt, der noch 8 bis 10 Jahre anhalten kann. Nur der Anleger, der solche Kursrallyes ausnützt, kann auf die angepeilte Rendite von 6 bis 8% p.a. gelangen. Er muss auch wissen, dass mit einer derartigen Portfolio-Strategie viel Arbeit verbunden ist. Ich spreche aus Erfahrung; denn von 1968 bis 1982, also 14 lange Jahre, hatte ich als Stratege bei einer Grossbank verbracht, und glauben Sie mir, am Ende einer solchen Periode werden von Banken und Vermögensberatern eher Psychologen und Seelsorger für die Privatkundschaft gebraucht und weniger Analysten [nicht nur für die Privatkundschaft - siehe #85 *g*]. Die Zeiten (1995 bis 1999) in denen lediglich Pavlowsche Reflexe bei Portfolio-Managern benötigt wurden, und in denen jeder kleine Kursrückgang zum Kauf genutzt werden musste (buy on dips) sind vorerst vorbei. Verschließen Sie nicht die Augen vor dieser Realität: Mehr und mehr Analysen werden von Banken und Zeitungen dem Phänomen und der Gefahr Deflation gewidmet. Ich habe eine lange Liste solcher Artikel gesammelt ...

Das bei den Engländern etwas angeschlagene Königshaus versucht offensichtlich seinen Ruf und seine Beliebtheit bei seinen Untertanen durch verstärkten Einsatz des allseits geschätzten „britischen Humors“ wieder aufzupolieren. Ihre Majestät die britische Königin Elisabeth II hat vor kurzem den Ritterschlag für den Präsidenten der amerikanischen Notenbank Alan Greenspan angekündigt. In der Begründung steht „wegen seines außergewöhnlichen Beitrags zu weltweiter wirtschaftlicher Stabilität“. Außergewöhnlich war dieser Beitrag mit Sicherheit, er führte zur größten Aktienblase in der Geschichte der Menschheit, deren Platzen bereits über 12.000 Milliarden Dollar weltweit vernichtet hat. Das soll ihm erst einmal jemand nachmachen. Ein Hedge Fonds Manager (die verdienen bei volatilen Märkten am meisten) hat bereits einen Namen für Alan Greenspan gefunden „Sir Print a Lot“. Ich vermute, dass KBE (steht für „Knight Commander of the British Empire“ und kann auf Briefköpfen und Visitenkarten erscheinen) steht im Falle Alan Greenspan für KING OF BUBBLE EXCESS. Der von mir sehr geschätzte und äußerst scharfsinnige Claus Vogt, von der zur BNP gehörenden Effektenbank, hat es folgendermassen kommentiert: „Der Bock als König der Gärtner? Hat die Zeitschrift Titanic einen ihrer üblen Scherze platziert, und wir sind eher einer Satire aufgesessen? Was kommt als nächstes? Die Heiligsprechung kreditfinanzierter Spekulationsblasen? Handelt es sich womöglich um eine Verwechslung?“ Nein, lieber Claus Vogt, es handelt sich nicht um eine Verwechslung sondern lediglich um eine exquisites Beispiel tiefsinnigen, britischen, königlichen Humors moderner Version, den wir sterbliche auf dem alten europäischen Kontinent nicht richtig verstehen.

Haben Sie also nach wie vor einen hohen Anteil an Cash und Triple A Bonds (70%) und warten Sie auf die nächste Kursrallye, sie kommt mit Sicherheit, und versuchen Sie mit Aktien bei stark limitierten Kurszielen wie Allianz unter 100, IBM bei 65, Daimler und Siemens unter 40, Deutsche Telekom bei 8, zuzuschnappen, wenn andere keinen Cash mehr haben und verkaufen müssen.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg

Roland Leuschel

06.09.2002
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16.09.02 15:59:22
Ein sehr guter Indikator für ein echtes Stimmungstief sind in der Regel Kapitalerhöhungen. Normalerweise fürchten Unternehmen das wie der Teufel das Weihwasser ...

Häuft sich das in einer Branche, dann kann man oft schon ein bischen das Licht am Ende des Tunnels sehen.

Das sind meiner Ansicht nach die ersten zeichen für eine echte Kapitulation am Kapitalmarkt, die diversen "Aktiengurus" nimmt eh keiner ernst.

Siehe auch:

Assekuranzkonzerne benötigen dringend neues Eigenkapital – Massive Abschläge bei Aktienplatzierungen erwartet


Versicherer müssen Aktienmarkt anzapfen


Auf die Aktienmärkte rollt eine milliardenschwere Emissionswelle zu. Vor allem die Versicherer wollen den Investoren an den Geldbeutel, um ihren angegriffenen Kapitalstock wieder aufzufüllen. Angesichts der trüben Börsenstimmung müssen die Konzerne die Anleger mit kräftigen Preisnachlässen ködern.


fs/ef/mm/rl/rob FRANKFURT/M. Die Liste der Versicherer, die neue Aktien an die Börse bringen müssen wird immer länger. Nach Informationen des Handelsblatts plant neben bereits bekannten Kandidaten wie Zurich Financial Services (ZFS) auch die Schweizerische Rentenanstalt eine Platzierung. Der Konzern sei bereits dabei, Investmentbanken für eine Emission im Milliardenbereich auszuwählen, heißt es in Finankreisen. Die Rentenanstalt selbst will zu den Berichten keinen Kommentar abgeben. Bereits am kommenden Mittwoch wird das Unternehmen aber den Investoren neben seinen Halbjahresergebnissen auch eine neue Strategie präsentieren, dazu könnten neben einer Kapitalerhöhung umfangreiche Verkäufe von Konzernteilen gehören. Auch beim Versicherungsriesen Axa halten sich in Bankenkreisen hartnäckig Spekulationen, dass die Franzosen ihre Aktionäre zur Kasse bitten müssen. Der Versicherer weist solche Pläne allerdings weit von sich.

Doch auch ohne diese neuen Kandidaten rollt auf die Börsen in den nächsten Monaten eine enorme Emissionswelle zu. Analysten rechnen bis zum Jahresende mit Kapitalerhöhungen im Wert von weit über 5 Mrd. Euro aus dem Lager der Versicherer. Die Assekuranzbranche hat – nicht zuletzt durch die teuren Terrorschäden des 11. Septembers – einen enormen Bedarf an frischem Geld. Bei den meisten Gesellschaften sind die Sicherheitsmittel deutlich ausgedünnt.

„Betroffen sind vor allem Lebensversicherer und deren Muttergesellschaften“, stellt Reiner Will fest, Geschäftsführer der Versicherungs-Ratingagentur Assekurata. Die Lebensversicherer kämpfen mit niedrigen Zinsen und schwachen Kapitalmärkten. Vor allem der Kurssturz an den Aktienbörsen zwang die Konzerne zu massiven Abschreibungen auf die Wertpapierbestände, die nicht nur die Konzernergebnisse massiv belasten. Viele Versicherer mussten bereits die Verzinsung der Kundenguthaben zusammenstreichen. Für 2003 stehen die nächsten Kürzungen an. Um ihren Verpflichtungen nachzukommen, greifen die Gesellschaften daher verstärkt auf Puffer zurück, die ansonsten als gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsmittel (Solvabilität) zur Verfügung stünden. Wenn diese Gelder fehlen, benötigen sie mehr Eigenmittel.

Die Folge: Immer mehr Versicherer sehen sich gezwungen, Verluste aus Investitionen am Kapitalmarkt und ihren schwindenden Börsenwert durch Kapitalerhöhungen auszugleichen. ZFS kündigte bereits eine Platzierung im Wert von 2,5 Mrd. Euro im Oktober an. Die britische Legal & General will ihr Kapital um mehr als 1,2 Mrd. Euro aufstocken. Royal & Sun will bis zum 7. November über eine Emission entscheiden. Die französische Scor möchte den Kauf von Teilen des Rückversicherungsgeschäfts der deutschen Gerling durch neue Aktien finanzieren. Aegon, der zweitgrößte niederländische Versicherer führt Gespräche mit seinem größten Investor, um „finanzielle Flexibilität" zu erhalten.

Eine lange Liste von Bewerbern um die Gunst der Aktionäre. Angesichts dieses Ansturms aus einer einzigen Branche und der nach wie vor miserablen Börsenlage, werden sich die Versicherungsaktien nur mit erheblichen Abschlägen platzieren lassen, vor allem über Bezugsrechtsemissionen. Diese in Deutschland über Jahre hinweg übliche Form der Aktienplatzierung war in den Boomjahren an der Börse außer Mode gekommen und erlebt jetzt eine Renaissance.

Dabei bietet das Unternehmen die neuen Aktien seinen Aktionären im Verhältnis zu ihrem bisherigen Anteil am Kapital an. Die Aktionäre können sich an der Kapitalerhöhung beteiligen, oder das Bezugsrecht für die neuen Papiere verkaufen. Üblicherweise werden die neuen Aktien den Investoren mit einem Abschlag auf den aktuellen Kurs angeboten, um eine möglichst hohe Beteiligung an der Kapitalerhöhung zu sichern. Historisch lagen diese Abschläge in der Regel zwischen 10 und 30 %.

Im Fall der Versicherer dürften die Investoren deutlich höhere Rabatte fordern. „Für viele Unternehmen ist eine Platzierung mit drastischen Abschlägen derzeit die einzige Platzierungsmethode, die noch Erfolg verspricht“, schreibt UBS Warburg in einer Studie. „Es handelt sich hier um eine „äußerst teure Form der Kapitalbeschaffung“, betont ein Investmentbanker. Im Fall von ZFS soll der Abschlag bei knapp 60 % auf den aktuellen Börsenkurs liegen. Trotzdem sind die Gefahren für die konsortialführenden Banken groß. Wenn Altaktionäre die Bezugsrechte nicht ausüben, müssen die Banken in die Bresche springen und die neuen Aktien aufnehmen. Angesichts der Risiken drängen sie auf eine große Führungsgruppe. Bei ZFS sind es beispielsweise mit Citigroup, CSFB, Goldman Sachs und UBS vier Banken.
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16.09.02 16:08:16
Was ich noch vergessen hatte:

Ein noch besserer Indikator wäre dann die ein oder andere Insolvenz aufgrund von mißglücvkten Kapitalerhöhungen .....
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16.09.02 17:11:33
Das Tief ist erst durch, wenn die Amis aufhören, den Schrott zu konsumieren, den sie eigentlich gar nicht brauchen. NOCH kaufen sie kräftig!
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16.09.02 17:17:58
Autor: Fondex. München (Khayat)
Veröffentlichungsdatum: 16.09.2002 12:07


Market Track / kurzfristige Sicht / Kommentar


Welcome back to Wonderland,

die vergangene Woche war eine recht neutrale Veranstaltung. Die meisten Indizes haben sich praktisch kaum bewegt und das Handelsvolumen hat uns gezeigt, dass es jederzeit noch dünner geht. Unser Staranalyst Ralph Accampora hat in der Euro am Sonntag verlautbart, dass so keine Bodenbildung aussehe und dass uns in Zukunft möglicherweise bittere Tag blühen könnten. So wie er geredet hat, rechnet er wohl mit neuen Tiefs und eine nachhaltige Fortsetzung des Bärenmarktes. Naja, Ralphie spricht seit zwei Jahren von einem schleichenden Bullenmarkt und nachdem die Indizes im dritten Untergeschoss angekommen sind, wird die Bärenhymne aus dem Sack gelassen. Ralphie hat in der Vergangenheit immer wieder gute und zuverlässige Prognosen abgegeben, doch vor über 2 Jahren scheint er seinen Rhythmus verloren zu haben und ich kann aus eigener Erfahrung schildern, dass es lange dauern kann, bis man wieder zum gewohnten Rhythmus findet. Ich möchte derzeit nicht in seiner Haut stecken, so viel steht fest.



Laßt uns mal über einige unumstößliche Tatsachen sprechen.

1. Vor knapp 2 Monaten haben viele wichtige Indizes Tiefs gebildet und seither tendieren wir in einer Handelspanne.
2. Wir haben schon viele Gegenbewegungen im jüngsten Bärenmarkt erlebt und sie hatten alle ein und den selben Charakter. Sie fanden bei sehr hohem Volumen statt!
3. Die Mehrheit der Marktteilnehmer war sich in den vorherigen Gegenbewegungen schnell sicher, dass wir es mit einem frischen Bullen zu tun hatten. Heute ist die Differenz zwischen Bullen und Bären bei 5 und das ist typisch für Böden.
4. In der Bewegung seit 24. Juli 2002 sahen wir mehrheitlich geringes Volumen und je länger das Hin und Her fortdauert, desto mehr scheint das Volumen einzutrocknen.
5. Die Volatilität, sprich sowohl der VDAX, als auch der VIX konnten in den bisherigen Gegenbewegungen abgebaut werden und schrumpften in den Bereich von 20. Heute stehen beide Indikatoren im oberen Extrembereich, so wie es an Böden typisch ist.

Diese 5 Punkte müssen nicht auf ihre Richtigkeit hin diskutiert werden, da es sich eben um unumstößliche Tatsachen handelt. Aus diesen Punkten lassen sich zwei weitere Tatsache ableiten, die da heißen:

6. Mit so einem Marktverhalten hatten wir es im Rahmen des jüngsten Bärenmarktes noch nicht zu tun.
7. Entweder der Bär ist schizophren und hat uns diese Seite in den letzten 2 1/2 Jahren vorenthalten, oder er lebt nicht mehr.

Im selben Atemzug müssen wir uns jedoch eine weitere Tatsache gefallen lassen:

8. Unter einem Bullenmarkt verstehen wir alle etwas anderes!

Nun sitzen wir da und wissen, dass wir nichts wissen, da die gegenwärtigen Begebenheiten weder einen Bullen-, noch einen Bärencharakter zu haben scheinen. Okay, das ist nicht ganz richtig, da wir solche Handelsspannen aus einem Bullenmarkt kennen. Mittelfristige Korrekturen sehen so aus. Das Volumen ist dünn und nimmt zunehmend ab, egal ob der Markt steigt oder fällt. Solche Konsolidierungsphasen entstehen jedoch nach einer längeren Rallyphase und bereiten den Boden für die nächste Rally. Im aktuellen Fall entstand die Handelsspanne jedoch nach einer langen und zerstörerischen Abwärtsbewegung und man sollte mutmaßen, dass das Fundament für den nächsten Abwärtsschub geschaffen wird. Hier finden die Bären ihren Nährboden und ich kann es ihnen kaum vergönnen.

Ich muß auch einräumen, dass ich unseren BooBoo anbeten würde und an vorderster Front der Bärengilde zu kämpfen bereit wäre, wenn es nicht die Punkte 1.-7. gebe. Ich muß auch zugeben, dass ich erst seit 1987 am Markt bin und seither habe ich eine derartige Konstellation noch nicht gesehen, aber ich habe es gelesen und wer auch immer von sich behauptet, dass er Charttechniker ist, der MUSS die TECHNISCHE ANALYSE VON AKTIENTRENDS von Edwards und M. (Hoppenstedt Verlag) gelesen haben. Es ist die Bibel der Charttechnik und das ist keine bloße Worthülse. In diesem Börsenschinken werden nicht nur über sämtliche Beugungsformen von Kursentwicklungen gesprochen, sondern es werden auch Charaktermerkmale verschiedener Marktphasen dargestellt. Unter anderem auch der Übergang von einem Bärenmarkt in einen Bullenmarkt.

Es wird beschrieben, was wir heute sehen.

Die Autoren sprechen in diesem Zusammenhang von einer lethargischen Phase. Das Volumen trocknet ein! Nachdem das Tief des Bärenmarktes erreicht worden ist, steigt der Markt nicht deswegen, weil die Nachfrageseite explodiert, sondern weil die Angebotsseite austrocknet. Der Verkaufsdruck nimmt immer stärker ab und der Markt reagiert kaum noch auf negative Nachrichten. Er liegt sozusagen am Boden, keiner will ihn mehr so recht und jede neue Schandtat bestätigt nur das Bild und wird nicht mehr geahndet, da der komplette Vertrauensentzug bereits stattgefunden hat und er keinen mehr überrascht. Ich meine, haut es noch jemanden vom Hocker, wenn der Irakkrieg ausbricht, eine Gesellschaft nach der anderen Pleite geht, die Gerichtssäle und die Gefängnisse eine Hochkonjunktur mit den Vorstandsvorsitzenden verzeichnen?

Dafür dass die Nachrichten so grausam sind, sehen wir verdächtig wenig Verkaufsdruck.

Es paßt zu der Schilderung von Edwards, der das niedrige Volumen und die Lethargie am Ende eines Bärenmarktes beschreibt. Wenn es jedoch nicht das Ende sein sollte und dieser Bär noch am Leben ist, so scheint er zumindest in einen Winterschlaf verfallen zu sein, denn was soll den Markt an aktueller Stelle nachhaltig nach unten bringen? In den letzten Tagen kamen massenhaft schlechte Nachrichten von Unternehmen zum Vorschein. Umsatzwarnungen, Gewinnwarnungen, Unternehmenspleiten, steigende US Staatsverschuldung, Kriegsrhetorik von unserem US Präsidenten und die Aktien haben kaum noch reagiert.

Wenn man nun erneut die Punkte 1. - 7. betrachtet, ist es sehr schwer, sich mit der Idee eines nachhaltigen Einbruchs anzufreunden. Für mich ist es unmöglich, da ich keine Tradingthese mit diesem Resultat hinbekomme. Nun werfe ich möglicherweise Fragen auf, worauf ich wohl achte und dass ich das Wichtigste zu missachten vermag. Die FUNDAMENTALDATEN! Deshalb möchte ich abschließend dafür sorgen, dass so mancher Verwirrung ein Ende gemacht wird.

Ich arbeite mit kurz-, mittel-, und langfristigen Tradingthesen und alle drei unterscheiden sich sehr stark voneinander, was die Grundstruktur betrifft.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass meine Tradingthese grundsätzlich auf 4 Säulen aufbaut, doch nicht jede der Säulen erhält das gleiche Gewicht. In meiner mittelfristigen Tradingthese wird die Psychologie stark übergewichtet und nimmt praktisch 50 % ein. Manche Marktteilnehmer behaupten sogar, dass die Börse zu 100 % aus Psychologie besteht, doch da kann ich mich nicht anschliessen. Ich gebe der Psychologie ein Gewicht von 50 % und somit gehe ich niemals mittelfristige Positionen im Markt ein, die gegen die Psychologie sprechen. Weitere 25 % messe ich den Liquiditätsflüssen zu, 25 % der Charttechnik und 0 % den volks- und betriebswirtschaftlichen Fundamentaldaten.

Ich bitte zu beachten, dass ich diese Gewichtung bei meinen mittelfristigen Thesen vornehme. Im langfristigen Bereich ist die Psychologie mit 0 % gewichtet, die Liquiditätsflüsse mit 25 %, die Charttechnik mit 25 % und die Fundamentaldaten mit 50 %. Im kurzfristigen Bereich geht es zu 50 % um Charttechnik, Index- und Sektorkorrelationen. Die anderen 50 % entfallen auf die kurzfristige Marktpsychologie, die durch Tagesmeldungen, wie Wirtschaftszahlen, Unternehmensmeldungen und natürlich politische Ereignisse beeinflusst wird. Fundamentaldaten und Liquiditätsflüsse (Definition laut Trimtabs) spielen keine Rolle im kurzfristigen Bereich, der sich vom Daytrading bis zu 4 Wochen definiert.

Ich bewege mich sowohl im kurz, als auch im mittel- und langfristigen Bereich. Das sorgt sicherlich immer wieder für Missverständnisse, da ich manche Entscheidungen technisch begründe, während andere vielmehr mit der Psychologie oder den Fundamentaldaten, sowie den Liquiditätsflüssen begründet werden.

Mein Urteil

Es spricht zu vieles dafür, dass wir uns nach dieser Wackelnummer nach oben bewegen werden. Wenn ich mich nun auf die kurze Seite lehnen würde, müßte ich alles verwerfen, was ich mir bisher angelernt habe. Ich müßte gegen die grundliegenden Prinzipien meines Tradingverhaltens verstoßen und somit würde ich alles über Bord werfen, was ich mir in 15 Jahren mühsam und keinesfalls schmerzfrei erarbeitet habe. Das werde ich nicht tun!

Ansonsten rechne ich heute mit einer freundlichen US Börse und werde versuchen, mich mit einem kleinen S&P500 Dezember Future Kontrakt auf die lange Seite zu lehnen! Darüber hinaus werde ich möglicherweise
einige Aktien in meinem Tradinganteil aufnehmen.

Mehr dazu schreibe ich später und wir sehen uns die Sache gegen Handelseröffnung genauer an!

Feedback an: nabil.khayat@fondex.de

FORTSETZUNG FOLGT AUF WWW.FONDEX.DE !

khayat

http://www.research-channel.de/
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16.09.02 17:27:32
@F 50:

macht spaß zu lesen. :) humm
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16.09.02 22:53:06
Habe mich mal auf www.fondex.de umgesehen um festzustellen, was von Herrn al-Khayat zu halten ist. Vor einer Woche gab er zum Beispiel folgendes zum Besten:

"Nun stellen wir uns noch vor, dass Intel 10 Mrd. USD Cash verwendet, um andere Unternehmen zu übernehmen. Weiterhin stellen wir uns vor, dass diese Unternehmen eine Umsatzrentabilität (im Schnitt) von 20 % ausweisen. Unter dieser Voraussetzung würden weiter 2 Mrd. Gewinn anfallen und der Jahresgewinn von Intel würde auf 8,6 Mrd. USD ansteigen."

Dieser Blödsinn (Verwechslung von KGV und Umsatzrendite) war kein Blackout, sondern wiederholt sich im gleichen Text noch ein paar mal, z.B.

Was jedoch bei dieser Betrachtung nicht berücksichtigt wird, ist die Kriegkasse von 38,7 Mrd. USD. Damit kann sich Microsoft Gewinne kaufen und das würde das KGV deutlich senken. Würde Microsoft beispielsweise für das Geld ein Unternehmen kaufen, dass eine Umsatzrentabilität von 30 % hätte, würden plötzlich 11,61 Mrd. mehr Gewinn in der Bilanz auftauchen.

Also wenn das die fundamentalanlytischen Kenntnisse sind, die laut #111 50% der langfristigen Markteinschätzung von Herrn Al-Khayat ausmachen, dann sollte man sein Geschreibsel besser nicht allzu ernst nehmen.
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17.09.02 08:28:19
@ Mandrella:

denk an #1...
A1 = Phase der Korrektur (kleiner Umsatz, Zahl der Aktienbesitzer gering)

oder?
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17.09.02 10:42:30
Für A1 fehlen noch die steigenden Kurse, und steigende Kurse setzen realistische Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung voraus. Im 2. Quartal gab es ja schon einige positive Anzeichen, z.B. stabile Auftragslage bei vielen Maschinenbauern. Mal sehen, ob sich dieser Trend im 3. Quartal fortsetzt.
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17.09.02 11:21:06
@Mandrella:

für mich ist die jetzige depression ein ausdruck der politische lage, und politische börsen haben kurze beine...
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17.09.02 13:59:59
@Mandrella

Deine Kritik in #113 trifft.
Der Verfasser hätte jedoch für den Spezialfall recht, wenn die Beteiligung für einen Preis erworben werden würde, bei dem das KUV (oder Preis-Umsatz-Verhältnis) dieses Beteiligungsunternehmens genau 1 ist.
Unter dieser Voraussetzung würden auch die anderen von Dir kursiv zitierten aussagen stimmen

leary99
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17.09.02 16:07:06
Das Stimmungstief wird erreicht werden, wenn es bei großen Banken und Versicherungen - ob in Deutschland oder den USA - Liquiditätsengpässe oder Probleme mit dem Eigenkapital geben wird.
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17.09.02 17:34:51
In Japan sind auch nach 10 Jahren Rezession bei Banken und Versicherungen noch keine Liquititätsengpässe auszumachen. Finanztitel arbeiten mit dem Geld ihrer Kunden. Erst wenn dieses Kunden kein Geld mehr besitzen werden auch die Finanztitle in Schwierigkeiten kommen. Solange noch Konsum und Zocker vorhanden sind dürfte damit kaum zu rechnen sein.
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18.09.02 10:48:52
A propo Stimmungsindikatoren:

Aus der FTD vom 18.9.2002

Angst ums Öl
Von Sebastian Dullien, Berlin, und Yvonne Esterhazy, Washington

Ein Krieg gegen Irak wäre für den Ölmarkt eine große Gefahr. Im schlimmsten Fall könnte der Ölpreis auf über 100 $ pro Barrel steigen. Die Folge wäre eine Depression. Aber auch maßvolle Prognosen zeigen: Die ganze Welt muss bangen und hoffen

Quelle
http://www.ftd.de/pw/in/1032245707310.html?nv=nl
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18.09.02 13:29:10
@leary
Unternehmen mit nachhaltig 20% oder 30% Netto(!)-Umsatzrendite kann man nicht zu einem KUV von 1 kaufen.

Für den gestrigen Wallstreet-Tag hatte Herr Khayat übrigens einen "starken Move nach oben" prophezeit.

@humm
Ich denke, es ist genau umgekehrt: Die derzeitige politische Lage ist weniger Ursache als Folge der Wirtschaftskrise. Wenn`s den Leuten zu gut geht, werden sie übermütig und wählen einen Volltrottel zum Präsidenten. Wenn`s ihnen schlecht geht, werden sie agressiv und werfen ein paar Bomben auf Bagdad.
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18.09.02 13:46:37
#118

Die Versicherungen haben wir schon (Zürich, Aegon Swiss Life).

Jetzt fehlen die Banken, vielleicht war JPM ja schon ein guter Anfang.

Ein "gutes" Zeichen wäre, wenn vielleicht 2 grosse Versicherungen und ein bis 2 Banken in den nächsten Wochen echte Probleme bekommen. Meine Tipps: Royal and Sun, Zurich, Swiss Life.

MMI
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18.09.02 17:49:39
Wirklich mies geht es der Wirtschaft doch wohl erst dann, wenn die Hausbank um die Ecke keine Überziehungskredite mehr für den monatlichen Konsum rausrückt, aus Angst er könnte nicht zurückbezahlt werden. Wenn ein paar Großbanken pleite gehen, gehören sie doch wahrscheinlich ehr zur Zockergemeinschaft, die sich verspekuliert haben. Als Indikator für eine Bodenbildung taugen sie weniger.
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18.09.02 19:56:00
@Toni:
das ist schon längs so bei kleine Firmen (mit den Krediten)
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18.09.02 20:50:29
schaut euch die amis...
dow nur noch -0,5
nsdq -0,9

tendence nach norden :)
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19.09.02 17:37:34
Tatsächlich? Analysten der Ratingagentur Moody`s stellten die Frage was ist die Folge eines normalen Kreditkreislaufs und was die Folge einer Kreditübertreibung? Ihre Antwort: Europäische Banken leiden nicht unter einer Kreditübertreibung. In der Krise ist nur, wer Risiken in großem Maßstab falsch bewertet, sie nicht hinreichend gestreut hat oder in der Weitergabe von Risikokosten zu nachlässig war.

Doch so weit ist die überwiegende Mehrzahl der europäischen Banken offenbar noch nicht. Die EZB ist geradezu erstaunt über die solide Kapitalausstattung der Banken - was angesichts der aktuellen Pleiten allerdings bezweifelt werden darf. Ist die Kapitaldecke aber so gut wie die EZB behauptet, "verteilen" Banken noch immer Kredite auf kleine Firmen und Privatkunden ohne nennenswerte oder zumindest fragwürdige Sicherheiten.
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19.09.02 18:13:20
Um der Überschrift gerecht zu werden: Das Stimmungstief scheint nicht mehr sehr weit entfernt zu sein. Seit den Mittagsstunden kann man in weiten Kreisen der Qualitätspapiere im Nebenwertebereich Panikverkäufe beobachten. In meinem persönlichen Umfeld sehe ich vermehrt Personen, die Ihren Kopf verlieren zu scheinen ... Vielleicht wird es wieder einmal ein Freitag (morgen) sein, der ein Jahrestief markieren wird.
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19.09.02 21:17:03
Der "Hexensabbath" war in den letzten Jahren immer ein guter Tag für Tiefpunkte. Bis jetzt sind die Ausschläge bei den Nebenwerten aber noch nicht heftig genug - in meinem Depot und meiner Watchlist war heute keine einzige Aktie zweistellig im Minus. An Tiefpunkten sind immer gleich mehrere dieser Aktien zweistellig im Minus. Die Marktteilnehmer haben große Angst, sind aber noch nicht in blinder Panik.
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19.09.02 21:45:29
@mandrella

Wieso sprichst Du von Tiefpunkten?
Wieviel darf es denn davon geben?
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20.09.02 09:53:00
N-Tv empfiehlt verkaufen ( zum ersten Mal ) , wegen der unsicheren Lage. ( Irak blablabla ):D
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22.09.02 13:24:14
Ja dann, alles raus, aber schnell...
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22.09.02 22:07:19
Unsicherheit ist Gift für den Aktienmarkt.

Charttechnik
Charttechnische - Prognose für 16 Indizes
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22.09.02 23:46:52
@vertraumir
Die Börse ist ein ewiges auf und ab, daher gibt es beiliebig viele Tiefpunkte.
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23.09.02 16:02:07
"Stimmungstief (bald) erreicht?"

die Frage ist nur wie bald... :(
1929 läst grüßen
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23.09.02 18:23:02
Wie ich schon in #127 schrieb, sehe ich das Stimmungstief in unmittelbarer Nähe. Nachdem die Wahl nun verloren ist, sind die letzten Optimisten verstummt - zumindest die, die ich kenne ...
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23.09.02 18:48:23
Und ich werde immer optimistischer!
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23.09.02 23:03:23
Beitrag Nr. 137 (