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Die unbekannten Hochwasser-Opfer - 500 Beiträge pro Seite


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Da viele Menschen für die Hochwasser-Opfer spenden wollen, wieso nicht für Leute, die wirklich unverschuldet in Not sind und die nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen.

Schaut euch mal diese Seite an
http://www.mukoviszidose-ev.de/root-t3/index.php

Mukoviszidose ist eine rezessive Erbkrankheit, da können weder die Betroffenen noch deren Eltern was für. Und die Patienten haben ihr ganzes (im Schnitt ca. 25 Jahre währendes) Leben "Hochwasser", denn sie "ertrinken" ganz langsam am zähen Schleim, der sich in ihren Lungen bildet und ansammelt.

Das Leiden dieser (in Deutschland ca. 8.000) Patienten ist allerdings nicht annähernd so telegen und einschaltquotenerhöhend wie eine Flutkatastrophe, deswegen wird es wohl nie einen Spendenmarathon im Fernsehen geben, obwohl die Krankheit noch unheilbar ist und wahrscheinlich auch noch sein wird, wenn die Flutkatastrophe in Sachsen längst Eingang in die Geschichtsbücher gefunden hat.

Natürlich wird die eigene Situation immer als besonders schlimm empfunden. Aber bei allem Engagement einzelner Personen (die leider zu früh verstorbene Christiane Herzog hat sich hier besonders verdient gemacht) haben Mukoviszidose-Patienten nie die Chance, ihre Probleme so in den Medien darzustellen, wie es jetzt Dutzende von Fersehteams an der Elbe tun.
Ich glaube nicht, dass die Hochwasser-Opfer alle am Hochwasser schuld sind, um deinen ersten Satz etwas zu entschärfen. Und es ist gut, dass gespendet wird.

Ansonsten hast du völlig Recht. Es gibt so viele furchtbare Krankheiten, mit denen die Leute fast allein gelassen werden und sich keine Spendenaktionen generieren lassen, da das spektakuläre Element fehlt. Wir sind halt alle action-geil.

Sieht man auch daran, dass hier in diesem Thread ansonsten keiner postet (interessiert halt keinen), und ich glaube nicht, dass alle schon Überweisungsträger ausfüllen.
Einmal gilt, daß Schweigen eine diffuse Zustimmung
beinhaltet. - Wie kommts andererseits, daß das soziale
Engagement der Gewinner und Erfolgreichen Geschäfts-
leute immer auch der Kritik ausgesetzt ist, indirekt
bzw. eine Art Ablass zu sein?
mausschubser

Natürlich sind die Leute nicht am Hochwasser schuld, wie denn auch. Sie hätten halt nur vielfach vorher eine Versicherung abschließen können. Die kann das Wasser nicht aufhalten, aber man hat wenigstens keine Sorgen um die Existenz.

Bei der Oder-Flut ist aber so viel gespendet worden, dass noch heute Millionen auf Konten liegen, die nie gebraucht wurden.

Das keiner postet, hat wahrscheinlich nichts mit Desinteresse zu tun. Es ist wahrscheinlich ziemlich schwer, einen halbwegs passenden Kommentar zu schreiben, wenn man sich unsicher fühlt. Den Hochwasser-Opfern sagt man "wird schon wieder" oder "sieht schlimmer aus als es ist". Mit tödlichen Krankheiten setzt sich keiner gerne auseinander und (gottseidank) haben die meisten auch keine persönlichen Erfahrungen damit.

kiju

Stimmt, im Gegensatz zu den USA, wo es eine regelrechte "Fundraising-Kultur" gibt, haben Spender und Empfänger hierzulande anschließend noch Image-Probleme. Spontan fallen mir nur die Ohovens in Düsseldorf ein, die Benefiz-Veranstaltungen zum Event gemacht haben und auch die Spender noch Spaß dabei haben. Aber sicherlich gibt`s noch ein paar mehr und es wäre schön, wenn auch in Deutschland in einer Art und Weise gespendet werden könnte, die die Geber nicht als Almosenverteiler und die Empfänger als Bittsteller erscheinen läßt. Aber wir arbeiten daran.
Jetzt hat der Verein ein Extra-Spendenkonto eingerichtet für die, die doppelt betroffen sind, weil chronisch krank und hochwassergeschädigt.

http://www.mukoviszidose-ev.de/root-t3/index.php


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