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Wall Street: Kursfeuerwerk zum Wochenausklang - 500 Beiträge pro Seite



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Die New Yorker Wall Street ist zum Wochenschluss mit einem wahren Kursfeuerwerk gestartet. Grund für die ausgelassene Stimmung sind die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten.

Der Dow Jones gewinnt in den ersten Handelsminuten 2,0 Prozent auf 8.445 Punkte, die NASDAQ kann ebenso ein Plus in Höhe von 3,0 Prozent auf 1.288 Zähler verbuchen.

Das US-Arbeitsministerium stellte die saisonbereinigten US-Arbeitsmarktdaten für August vor. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,7 Prozent nach einem Vormonatsstand von 5,9 Prozent. Experten hatten diesen Stand erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im Berichtsmonat um 39.000 Personen verglichen mit dem Vormonat, während Volkswirte einer Zunahme um 37.000 Personen geschätzt hatten. Für Juli wurde der Anstieg von vorläufig 6.000 auf nun 67.000 korrigiert. Die durchschnittlichen Stundenlöhne nahmen von 14,78 Dollar im Juli auf 14,82 Dollar im August zu. Sie gelten als wichtiger Indikator für die Inflations-Entwicklung. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit kletterten auf 34,1 Stunden, nach 34,0 im Vormonat.Der Chiphersteller Intel gab nach Börsenschluss bekannt, dass der Umsatz im aktuellen Quartal am unteren Ende der bisherigen Prognosen ausfallen wird. Bisher waren 6,3-6,9 Mrd. Dollar erwartet worden. Jetzt rechnet Intel mit 6,3-6,7 Mrd. Dollar. Dies sei vor allem auf das Prozessorgeschäft zurückzuführen, welches etwas schwächer als geplant lief. Gut entwickelte sich hingegen das Flash-Speicher Geschäft.

Der weltgrößte Finanzkonzern Citigroup Inc. steht kurz vor einem Abkommen mit der Federal Trade Commission (FTC), das die Zahlung von 200 Mio. Dollar in Verbindung mit einer Einigung bei Vorwürfen von \"räuberischen Darlehen\" an Kunden vorsieht. Dies berichtet das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe am Freitag. Ein solches Abkommen, das noch in diesem Monat angekündigt werden könnte, wäre laut der Zeitung die größte Verbraucherschutz-Einigung mit der FTC, die jemals getroffen wurde. Zudem würden die 200 Mio. Dollar dem bisher höchsten Betrag entsprechen, der bis dato in einem solchen Fall gezahlt wurde. Bei sog. \"räuberischen Darlehen\", so das WSJ, wird im allgemeinen an Hypothekendarlehen gedacht, die vor allem in unfairer Weise an Kunden mit geringer Kreditwürdigkeit vergeben werden. Dies geschieht über missbräuchliche Methoden wie eine täuschende Werbung oder überflüssige Refinanzierung, um Gebühren zu erzeugen. Mit dieser FTC-Einigung würde auch eine im März 2001 eingereichte Klage der Kommission gegen die Associates First Capital Corp. zurückgenommen, das im November 2000 für 27 Mrd. Dollar übernommene Kreditinstitut von Citigroup. Zu den Verteidigern in diesem Fall gehören neben Citigroup auch dessen Verbraucherfinanzierungs-Sparte CitiFinancial, in die Associates integriert wurde.

ADC Telecom hat am Donnerstag nach Börsenschluss seine bisherigen Quartalsprognosen bestätigt. Der Telekomausrüster reagierte damit auf die Gewinnwarnung beim Konkurrenten Tellabs. Das Unternehmen hatte schon im August von einer schwachen Entwicklung des Gesamtmarktes gesprochen, welche damals die Senkung der Prognosen für das laufende vierte Quartal notwendig machte. Allerdings sah es das Management von ADC als irrational an, dass die Aktien des eigenen Unternehmens gestern auf die Gewinnwarnung von Tellabs hin mehr an Wert verloren, nämlich 14 Prozent auf 1,04 Dollar, als Tellabs selbst, die lediglich 9 Prozent auf 5,24 Dollar nachgaben. Für das laufende Quartal erwartet ADC weiterhin einen Verlust zwischen 7 und 9 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 200 Mio. Dollar. Danach sollen Kosteneinsparungsmaßnahmen dafür sorgen, dass sich zumindest bei stabilen bis lediglich stagnierenden Umsätzen wieder Gewinne realisieren lassen.

Wie das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe am Freitag berichtet, ziehen Franchise-Nehmer der weltgrößten Fast-Food-Kette McDonald`s Corp. im Zuge ihrer Anstrengungen zur Wiederbelebung der US-Umsätze die Einführung eines Billig-Angebots sowie eine umfassende Umgestaltung ihrer älteren Restaurants in Betracht. Laut dem WSJ haben McDonald`s-Vorstände Franchise-Nehmer darum gebeten, den Kunden ein Angebot zur Verfügung zu stellen, in dem zehn Produkte für unter 1 Dollar verkauft werden. Zudem erwägt man eine Umgestaltung von Restaurants, die älter als 15 Jahre sind. Demnach sollen diese entweder restauriert oder verlegt werden. Wie hoch die finanzielle Unterstützung des Konzerns für die Franchise-Nehmer sein wird, ist nach Angaben der Zeitung noch nicht klar.

Nach Angaben des Wall Street Journal verzögert sich der erste Start der neuen Delta IV-Rakete der Boeing Co. um mindestens einen Monat. Wie die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe am Freitag berichtet, verschiebt der weltgrößte Flugzeughersteller den Start seines 1,5 Mrd. Dollar-Projekts auf Ende Oktober oder Anfang November, da während Tests ein Software-Fehler entdeckt wurde. Mit dem Delta IV-Modell wurden bisher nur zwei kommerzielle Start-Verträge abgeschlossen. Einer der Kunden ist das französische Unternehmen Eutelsat, für das die Lockheed Martin Corp. letzten Monat einen Satelliten mit ihrem Konkurrenz-Modell Atlas V ins All befördert hat.

Maxtor ist der weltweit führende Hersteller von Festplatten für PCs. Das Unternehmen hat am Donnerstag zwei neue Festplattenserien für PCs unter dem Namen DiamondMax 16 und DiamondMax Plus 9 angekündigt. Die DiamondMax Plus Serie zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass 7200 statt 5400 Umdrehungen der Magnetscheiben pro Minute stattfinden. Dadurch wird eine schnellere Zugriffszeit und eine höhere Datenübertragungsrate ermöglicht. Positiv wirkt sich auch die enorm hohe Speicherdichte aus. Bei den neuen Modellen werden bis zu 80 GByte auf einer Magentscheibe untergebracht, was die höchste derzeit am Markt befindliche Speicherdichte bei Festplatten ist. Die neuen Festplatten unterstützen die Ultra ATA 133-Schnittstelle. Ende des Jahres sollen dann auch Festplatten mit einer Serial ATA-Schnittstelle auf den Markt kommen. Dabei wird von den bislang üblichen Flachbandkabeln mit zahlreichen parallelen Leitungen auf eine serielle Übertragung der Daten übergegangen, die weniger störungsanfällig und gleichzeitig kostengünstiger sein soll. Damit soll die Zahl der Übertragungsfehler reduziert, die Datenübertragungsrate erhöht und die maximale Kabellänge vergrößert werden. Parallel zu den neuen Produkten kündigte Maxtor eine Reduzierung der Garantieleistung von 3 Jahren auf 12 Monate an. Die Gründe für diesen Kunden-unfreundlichen Schritt wurden nicht näher erläutert. Allerdings wird der mit Abstand größte Teil der Festplatten nicht von Endkunden gekauft, sondern von PC-Herstellern und PC-Händlern verbaut, wobei dann die Garantiezeiten der PC-Hersteller gelten.

Der Chairman der HealthSouth Corp. hat nach Angaben der New York Times fast alle seiner Aktien des Unternehmens verkauft, wenige Wochen bevor die Krankenhaus-Kette Schwierigkeiten mit den Regulierungsbehörden veröffentlichte. Wie die Zeitung am Freitag berichtet, hat Richard Scrushy am 31. Juli 2002 rund 2,5 Millionen HealthSouth-Aktien (94 Prozent seiner Anteile) zu einem Kurs von 10,06 Dollar an das Unternehmen verkauft, um diesem einen Kredit in Höhe von 25 Mio. Dollar zurückzuzahlen. Bereits am 14. Mai hat er rund 5,3 Millionen Aktien zu 14 Dollar verkauft. Die Aktie von HealthSouth fiel am 27. August deutlich, nachdem man mitteilte, dass eine Entscheidung von Medicare, dem Programm der US-Regierung für ältere Menschen, den Vorsteuer-Gewinn um 175 Mio. Dollar pro Jahr reduzieren könnte.

Die R.J. Reynolds Tobacco Holdings Inc., die Muttergesellschaft des zweitgrößten US-Tabakkonzerns, meldete am Freitag, dass sie ihre Ergebnisprognose für das dritten Quartal und das Gesamtjahr aufgrund höherer Werbekosten nach unten korrigieren muss. Demnach rechnet der Konzern mit einem Gewinn von 1,45-1,75 Dollar pro Aktie nach ursprünglich erwarteten 2,20-2,30 Dollar pro Aktie. Im dritten Quartal des Vorjahres wurde ein EPS-Ergebnis von 2,14 Dollar erzielt. Für das Gesamtjahr geht man von einem Gewinn von 6,85-7,30 Dollar pro Aktie aus. Im Juli prognostizierte das Unternehmen noch einen Gewinn von 8,15-8,30 Dollar pro Aktie. Im Vorjahr lag das EPS-Ergebnis bei 7,74 Dollar.

NVidia, der weltweit führende Anbieter von Grafikprozessoren, kämpft schon seit längerem gegen Gerüchte, dass sich die Auslieferung der kommenden Chipgeneration bis 2003 verzögern wird. Die jüngsten Gerüchte gehen auf die japanische Website PC Watch zurück. Demnach soll die Auslieferung von Produkten erst im Februar 2003 erfolgen, womit NVidia dann das Weihnachtsgeschäft zumindest im High-End-Bereich komplett dem Konkurrenten ATI überlassen würde. Die Probleme sind auf den Umstieg der Fertigungstechnologie auf 0,13 µm Fertigungsstrukturen zurückzuführen. Denn der Fertigungspartner TSMC hat anscheinend diesen Fertigungsprozess noch immer nicht im Griff, womit das Unternehmen seinen größten Kunden verprellen wird. Es stellt sich die Frage, ob NVidia noch einen Trumpf in der Hinterhand hat und einen neuen Chip auf Basis der bisher verwendeten 0,15 µm-Strukturgröße liefern kann, oder zum ersten mal seit nunmehr drei Jahren einen wichtigen Starttermin verpassen wird.

Wertpapiere des Artikels:
BOEING CO. DL 5
INTEL CORP. DL-,001
CITIGROUP INC. DL -,01
ADC TELECOMM. INC. DL-,20
HEALTHSOUTH CORP. DL-,01
NVIDIA CORP. DL-,01
RJ REYNOLDS T.HLDGS DL-01


Autor: (© wallstreet:online AG / SmartHouse Media GmbH),15:46 06.09.2002



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