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So nannte sich stolz die Knorr Capital Partner AG die 1989 als Knorr, Reinsch & Partner gegründet worden war. Durch die Einbringung von Frey & Partner wurde sie 1998 umfirmiert in eine Aktiengesellschaft.

Thomas Knorr, langjähriges Mitglied im Aufsichtsrat der Gold Zack - Gruppe, war standardmäßig auch als Berater der durch die Gold - Zack AG an die Börse gebrachten Unternehmen tätig. Zum Zeitpunkt des Börsengangs war die Gold - Zack Gruppe mit 20% an der Knorr Capital Partner AG beteiligt. Der Börsengang 1999 von Knorr wurde von der jetzt ebenfalls insolventen Gontard & Metallbank als Konsortialführer durchgeführt.

Bereits im Jahre 2000 hoffte Knorr Capital auf ein besseres Umfeld. Die Fusion mit Value Management & Research AG hatte wie erwartet nicht stattgefunden. Auch der Spezialist für Wagniskapital bekam das schwere Börsenumfeld zu spüren. Die Börsengänge von Beteiligungen warfen nicht den erhofften Gewinn ab. Trotz all dieser Probleme erwartete Knorr Capital eine Steigerung des Bruttogewinns (EBIT) um 252 % auf 23,20 Mio. Euro und einen um 194% gesteigerten Gewinn je Aktie auf 2,20 Euro im Jahr 2001.

Im Januar 2001 erweiterte der damalige Vorstandvorsitzende Thomas Knorr noch den Aufsichtsrat um prominente Namen. Im April 2002 teilte er die Neuaufstellung der KCP mit. Thomas Knorr ist nicht mehr Vorstandsvorsitzender und wechselt in den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat wird von sechs Mitgliedern auf drei reduziert. Den Vorstand bildet das bisherige Vorstandsmitglied Manfred Frey. Allein auch die Mitarbeiteranzahl wird von ehemals 80 auf weniger als 20 reduziert.



Thomas Knorr hatte immer schon sehr hohe Erwartungen, so auch noch im Dezember 2001, als er noch einen Gewinn für 2002 angekündigt hatte. Doch bereits am 03.01.2002 war die Schönfärberei vorbei. Über Ad Hoc verkündete das Unternehmen Wertberichtigungen zum 31.12.01 in Höhe von 20 Mio. € vorzunehmen. Entgegen der bisherigen Planungen soll somit für das Jahr 2001 ein voraussichtlicher Verlust von 14,5 Mio. Euro ausgewiesen werden.

Auf der Basis der neuen Bewertungen wird der Wert der Beteiligungen bei rund Euro 90 Mio. liegen. Durch diese Bereinigungen wurden 50 % des aktuellen Beteiligungsportfolios abgeschrieben. Trotz all dieser Tatsachen rechnete der Vorstand mit einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses für das Jahr 2002.

Anfang Mai flüchteten viele Anleger aus der Aktie Knorr Capital was zu einem drastischen Kursverlust führte. Hintergrund der Verkaufswelle ist die wirtschaftliche Lage von KCP und die hohen kurzfristigen Verbindlichkeiten. Am 22.07.02 teilte Knorr dann das Jahresabschlussergebnis nach Steuern von minus 66,2 Mio. Euro mit.

Somit war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Knorr Capital Partner AG Insolvenz meldet. Dies hat sich dann auch heute, am 05.09.02 bestätigt, das Unternehmen beim Amtsgericht in München Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt hat.

So endet die vermeintliche Erfolgsgeschichte des Thomas H. Knorr, der glaubte, klüger als alle anderen Venture Capital Geber zu sein, in Wahrheit jedoch auch nur die Welle der New Economy abritt.

Viel Spaß noch beim Zocken!!

fireman2002de


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