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Wams: möglicherweise Babcock Rettung in Sicht!!!!!!!!!! - 500 Beiträge pro Seite



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DIE WELT Sonntag, 08. September 2002 Berlin, 11:30 Uhr

letzter Absatz, siehe unten:

Doch möglicherweise ist Rettung in Sicht: An diesem Freitag sollen sich wichtige (SPD-) Politiker aus Berlin und Nordrhein-Westfalen in Paris mit Vertretern Saudi-Arabiens getroffen haben. Anlass der geheimen Verabredung: Verhandlungen über die Übernahme eines Anteils an Babcock durch die Saudis gegen Bares. Im Gegenzug soll sich die deutsche Delegation zu politischen Gegenleistungen verpflichtet haben. Vielleicht klappt`s ja doch noch mit dem Erhalt vieler Arbeitsplätze.



Artikel:

Babcock-Insolvenz kostet 10.000 Jobs
Filz-Vorwürfe gegen NRW-Ministerpräsident Clement
Von Torsten Schubert
Hamburg - Babcock-Pressesprecher Thomas Schulz versteht die Welt nicht mehr. "Mit der Aussage über die anstehenden Entlassungen von insgesamt 823 Beschäftigten schaffen wir doch endlich einmal Klarheit gegenüber den bisher geäußerten, bloßen Vermutungen."

Darüber können Insider aus dem unmittelbaren Umfeld von Babcock nur lachen. Nach ihren Angaben ist es eine gesicherte Erkenntnis, dass die Zahl der Entlassungen bei einem Vielfachen liegen wird. "Allein in der Umgebung des Oberhausener Stammsitzes müssen rund 3500 Arbeitsplätze gestrichen werden", hieß es in einem Gespräch mit WELT am SONNTAG. Ein anderer Insider sprach von mindestens 5000 Stellen bundesweit. Auch nicht wenig, entspräche diese Zahl immerhin knapp der Hälfte aller Babcock-Beschäftigten in Deutschland.

Doch damit nicht genug. Weitere 5000 bis 6000 Arbeitsplätze sind als Folge der Babcock-Pleite bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) in Gefahr, nachdem die Hälfte der Babcock-Anteile an den US-Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) verkauft wurde.

Für kundige Beobachter ist dieses Geplänkel allerdings kein Zufall. Eher politisches Programm - wie schon zuletzt bei der Pleite des Holzmann-Baukonzerns. Doch der Personalabbau ist nur ein Mosaiksteinchen in einer Geschichte, "bei der die SPD um Clement verhindern will, dass das ganze Geflecht aufbricht", behauptet Jürgen Rüttgers, CDU-Chef in Nordrhein-Westfalen.

Auslöser der Diskussion war der auch WELT am SONNTAG zugespielte Beschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfah-rens. In diesem attackierte der zuständige Insolvenzrichter am Amtsgericht Duisburg, Hermannjosef Schmahl, Clement mit dem Vorwurf, dieser habe sich in ungehöriger und unerlaubter Weise in das Insolvenzverfahren eingemischt.

Beim genauen Studium der Unterlagen taucht dann zwangsläufig die Frage nach der Position der beteiligten Personen und ihren Beweggründen auf. Fakt ist: Der neue Vorstandsvorsitzende von Babcock, Horst Piepenburg, ist Clement-Weggefährte und hatte sich vor seiner Ernennung bereits erfolglos bei Amtsrichter Schmahl um die Bestellung zum Insolvenzverwalter bemüht.

Wer Piepenburg zu dieser Bewerbung geraten hat, ist zwar nicht überliefert. "Für mich ist aber klar, dass Clement der treibende Motor ist", so ein Düsseldorfer Banker. Denn was nicht im ersten Anlauf klappt, kann man mit dem zweiten immer noch gerade biegen. Schmahl erzählt auch wie: "Am 9.7.2002 bestellte der Aufsichtsrat der Schuldnerin auf Vorschlag seines Vorsitzenden ...Rechtsanwalt Piepenburg zum neuen Vorstandsvorsitzenden." Übrigens: Die Schuldnerin ist Babcock, beim Vorsitzenden des Aufsichtsrates handelt es sich um keinen Geringeren als um den Ex-WestLB-Chef und Clement-Freund Friedel Neuber. Frage: Liegen Piepenburgs Ernennung nun rein sachliche oder eher politisch motivierte Argumente zu Grunde?

Motivation könnte sein, die wahre Zahl der zu entlassenden Mitarbeiter so lange zu verheimlichen, bis das Ergebnis der Bundestagswahl vorliegt. Doch das ist nach Ansicht von Rüttgers nicht der einzige Grund. "Da steckt viel mehr hinter, Babcock ist eines der größten Filzzentren des Landes."

Das Lager der Genossen jedenfalls ist groß. Neben Neuber und Piepenburg zählt offenbar auch der Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens (Heinz Georg Westfeld) zu den Mitgliedern der Bruderschaft. Weiterhin sei der Oberbürgermeister von Oberhausen, Burkhard Drescher, in wichtige Babcock-Interna eingeweiht.

Auch der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kommt bei Babcock einiges verdächtig vor. Sie hat beim zuständigen Amtsgericht Duisburg einen Antrag auf strafrechtliche Verfolgung gegen Babcock wegen des Verdachts der Veruntreuung und Konkursverschleppung gestellt.

Pikant und für alle Beteiligten hinsichtlich des Vorwurfs der Konkursverschleppung riskant zugleich: Bereits Anfang des Jahres soll die Stadtsparkasse Oberhausen die bei ihr geführten Babcock-Kreditlinien aus Furcht vor einer Insolvenz gekündigt haben. Erst auf massive Intervention diverser SPD-Leute hin "prolongierte die Sparkassenführung die Kredite", so wird gemunkelt.

Allerdings prolongierte die Kasse nicht nur ein Mal. Weitere Kreditverlängerungen sollen am 1. März und am 1. Juni erfolgt sein. Logisch: Hätte die Sparkasse weiter auf ihrer Kündigung bestanden, hätte dies sofort andere Banken alarmiert und zu einem viel früheren Ende des Anlagenbauers geführt.

Doch möglicherweise ist Rettung in Sicht: An diesem Freitag sollen sich wichtige (SPD-) Politiker aus Berlin und Nordrhein-Westfalen in Paris mit Vertretern Saudi-Arabiens getroffen haben. Anlass der geheimen Verabredung: Verhandlungen über die Übernahme eines Anteils an Babcock durch die Saudis gegen Bares. Im Gegenzug soll sich die deutsche Delegation zu politischen Gegenleistungen verpflichtet haben. Vielleicht klappt`s ja doch noch mit dem Erhalt vieler Arbeitsplätze.



Aktueller Aktienkurs:
WKN: 663834




Links ins World Wide Web
Babcock Borsig im Netz: www.babcockborsig.de
Die Zahlungen von Betriebsrenten bleiben bis zum nächsten Jahr ausgesetzt. Wie der Babcock-Borsig-Konzern seinen Betriebsrentnern mitteilte, müssen Klauseln sorgfältig geprüft werden.
Man merkt das Bundestagswahlen sind.

Bei Fairchild Dornier und Schneider sind bekanntlich auch Rettungen in Sicht.


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