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BEKENNER-VIDEO ÜBER DEN 11. SEPTEMBER

Todes-Jets sollten in Atomkraftwerke stürzen

Die Todes-Piloten vom 11. September planten, mehrere entführte Verkehrsmaschinen auf US-Nukleareinrichtungen zu lenken. Das geht aus dem Bekenner-Video hervor, das der arabische TV-Sender al-Dschasira diese Woche ausstrahlen will.


DPA

Ramsi Binalshibh ist seit den Anschläge auf der Flucht. Jetzt sendete er erstmals ein Lebenszeichen


Katar/Hamburg - Bisher hat al-Dschasira das brisante Video noch nicht ausgestrahlt. Am vergangenen Donnerstag lief lediglich eine Ankündigung, die den Weg des Reporters zu dem konspirativen Treffen mit zwei Schlüsselfiguren der Täter des 11. Septembers zeigt. Das Video soll in den vergangenen Monaten in Pakistan aufgenommen worden sein und könnte für Klarheit in die wichtigsten Fragen rund um die Anschläge vom 11. September sorgen. Denn die beiden Männer, die sich dem al-Dschasira-Reporter Yusri Fuda anvertrauten, sind für die internationalen Ermittler Schlüsselfiguren der Terror-Zelle um Mohammed Atta: Der im Jemen geborene Ramsi Binalshibh, der lange in Hamburg gewohnt hat, und der Kuweiter Chalid Scheich Mohammed, der ebenfalls Kontakt zu den Hamburger Terror-Piloten gehabt haben soll. Beide werden seit Monaten weltweit gesucht.
Mittlerweile ist es SPIEGEL TV-Reportern gelungen, Teile der Interviews mit den beiden mutmaßlichen Terroristen anzuhören. Demnach sagten beide Männer aus, dass die Gruppe um Mohammed Atta erst recht spät auf die Anschlagsidee in New York und Washington gekommen sei. Eigentlich hätten die Terroristen vorgehabt, die entführten Flugzeuge voll betankt auf US-Nukleareinrichtungen zu stürzen. Bei der Planung sei man jedoch davon abgekommen, da die Sache "außer Kontrolle" geraten wäre, so die beiden Mittäter in dem brisanten Video. In Zukunft seien solche Anschläge jedoch nicht auszuschließen, warnen die beiden Männer. Zu der am 11. September über Pennsylvania abgestützten Maschine sagten die beiden Männer, dass sie eigentlich in die "Rechts-Uni", einem Codewort für das Capitol in Washington, stürzen sollte.

Erster Beweis für die Schuld von al-Qaida?

Ebenfalls geben die beiden Männer in dem Video erstmals zu, dass die Anschläge am 11. September auf das Konto der Terror-Gruppe al-Qaida von Osama Bin Laden geht. Beide geben auch persönliche Kontakte zu Bin Laden zu. Die Anschläge seien Anfang 1999 endgültig beschlossen worden. Im Sommer desselben Jahres sei Mohammed Atta, der spätere Kopf der Todespiloten, zu einer Art Kriegsrat mit al-Qaida in die südafghanische Stadt Kandahar gereist, wo die Taliban den al-Qaida-Kämpfern Unterschlupf und auch Trainingsmöglichkeiten boten.


Screenshot www.fbi.gov

Nach Chalid Scheich Mohammed sucht ddas FBI seit Monaten weltweit


Internationale Ermittler wollen nicht nur deshalb dringend eine Kopie des Interviews haben. Sie sind sicher, dass al-Qaida das Video absichtlich als Drohung zum Jahrestag lanciert hat, um zu signalisieren, dass die Gruppe immer noch aktiv ist. Die Fahnder brennen auch auf die Auskünfte des al-Dschasira-Reporters, der das Interview führte. Dem SPIEGEL sagte Yusri Fuda, das Video sei unter höchst konspirativen Umständen zustande gekommen. Demnach habe ihn ein Verbindungsmann von al-Qaida, der sich als "Abu Bakr" vorstellte, in der pakistanischen Hauptstadt Karatschi stundenlang mit verbundenen Augen in verschiedenen Taxis herum gefahren, bevor er zu den beiden mutmaßlichen Terror-Helfern geführt wurde. Bei dem Interview soll nach Angaben von al-Dschasira jedoch keine Kamera, sondern nur ein Tonband mitgelaufen sein.

Interessante Details lieferte Binalshibh in dem Interview auch zur Kommunikation mit dem mutmaßlichen Terror-Piloten Mohamed Atta. Demnach habe ihm Atta kurz vor den Anschlägen eine codierte E-Mail geschickt. Darin schrieb Atta, dass mit den "zwei Universitäten", mit denen er offenbar die Twin Towers meinte und den 19 Scheinen, mit denen er die 19 Attentäter verschleierte, alles "in Ordnung" sei. Die "vier Prüfungen", mit denen Atta offenbar auf die vier Anschlagsziele in den USA anspielte, seien vorbereitet, so Atta laut Binalshibh in der E-Mail. Es werde ein "heißer Sommer", soll Atta weiter geschrieben haben.

Die Männer suchten Rekruten für den Terror

Die beiden Männer auf dem Bekenner-Video gelten unter Ermittlern als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September. Ramsi Binalshibh, Deckname "Obeida", wohnte mit den späteren Attentätern in der Hamburger Marienstraße. Der Jemenit versuchte sogar mehrmals vor den Anschlägen - wie die späteren Todes-Piloten - ein Visum für die USA zu bekommen, um Flugunterricht zu nehmen. Als er viermal scheiterte, gab er auf, unterstützte die Gruppe aber weiter logistisch. So überwies er Atta und Co. mehrmals Geld in die USA. Außerdem reiste er in Deutschland herum - vermutlich, um weitere Täter zu werben. Bei einem letzten Planungs-Meeting mehrerer der mutmaßlichen Täter in Spanien im Sommer 2001 war er ebenfalls dabei. Kurz vor den Anschlägen setzte sich Binalshibh ins Ausland ab und wird seitdem weltweit gesucht. Schon länger gehen die Fahnder davon aus, dass er sich in Pakistan versteckt.

Der zweite Mann aus dem Video, der Kuweiter Chalid Scheich Mohammed, gilt ebenfalls als Top-Mann der al-Quaida. Er soll der Hintermann mehrerer geplanter Bombenanschläge auf US-Flugzeuge gewesen sein. Die US-Fahnder wollen außerdem heraus gefunden haben, dass er die Hamburger Terror-Piloten in Hamburg getroffen hat. Die intensive Reisetätigkeit des Mannes macht den Fahndern Sorgen, denn sie vermuten, dass der Scheich auf der ganzen Welt neue Terroristen rekrutierte.

Auch beim Anschlag auf die Synagoge auf Djerba, bei der elf deutsche Touristen starben, soll er seine Finger im Spiel gehabt haben. So rief ihn der Attentäter in Pakistan kurz vor der Detonation der Gas-Bombe vor dem Gotteshaus an. Die Fahnder glauben nach Recherchen des SPIEGEL, dass er sich mit dem Anruf das grüne Licht zum Zünden der tödlichen Bombe holte.

Matthias Gebauer


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