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Analyse des 2. Wahl-Duells anhand von Argumentations-Ketten - 500 Beiträge pro Seite



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Zweites TV-Duell: Knapper Sieg für Schröder

08. Sep 22:36, ergänzt 22:40

Das zweite Duell der Kanzlerkandidaten brachte einen knappen 7:6- Erfolg für Gerhard Schröder. Erst ganz zum Ende verspielte Stoiber den Gleichstand.

Das öffentlich-rechtliche TV-Duell begann mit der völlig sinnlosen Fragestellung der Interviewerinnen, wie denn die beiden Kandidaten das erste Duell bewertet hätten. Was soll man darauf schon antworten: 1:1
Auch die Koalitionsfrage war nicht glücklich – wenn überhaupt, hätte man sie zwingender stellen müssen. Stoiber schloss die große Koalition kategorisch aus, Schröder ließ keinen Zweifel an seiner Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der PDS: 2:2

Die Frage nach einem möglichen Krieg gegen den Irak brachte erwartungsgemäß Vorteile für Schröder, der eine klare Haltung vertritt. Der Kanzler ging zwar erst sehr spät auf die Frage der UN-Waffeninspekteure ein und betonte, dass es auch zur Durchsetzung der Kontrolltätigkeit keine militärische Aktion geben dürfe. Stoiber hielt sich wacker, sagte seinerseits, dass er keine US-Alleingänge wolle, wirkte aber etwas weit weg von der internationalen Politik, als er Schröder empfahl, George Bush anzurufen: 2:3 für Schröder.

Die Sicherheitsgesetze gegen den Terror waren eine klare Sache für Schröder: Die Tatsache, dass es in Heidelberg Verhaftungen vor einem Anschlag gab, zeigte, dass das System scheinbar funktioniert. Stoibers Forderung nach Ausweisung potenzieller Attentäter erwies sich am Beispiel der amerikanischen Lebensgefährtin des in Heidelberg Verhafteten als nicht stichhaltig: 2:4 für Schröder.

Bei der Reflexion der möglichen Minister war es für Stoiber leicht, die Versager der Schröder-Administration sogar ohne Namen anzuprangern, jeder kennt sie schließlich. Stoibers schönstes Bonmot des Abends: Ich brauche kein Schattenkabinett, Schröder hat es schon. Stoiber verkürzt auf 3:4.

Der Ausgleich gelingt Stoiber mit der Bildung: Da hat Schröder schlechte Karten, Stoibers Argument, in den SPD-regierten Ländern gebe es die meisten Privatschulen, weil das Bildungssystem so schlecht ist, kann vom Kanzler nicht entkräftet werden: 4:4

Bei der Arbeitslosigkeit kann Stoiber erstmals in Führung gehen. Geschickt verweist er auf die steigende Exportnachfrage und stellt Schröder als den Genossen der Bosse (etwas abgegriffen) und den Feind des Mittelstandes dar. Die Attacke kommt weniger massiv als erwartet, vor allem trifft Stoibers berechtigte Kritik vor allem die Gewerkschaften. Dennoch versteht es Schröder nicht zu kontern: 5:4 für Stoiber.

Die Frage nach den Rentensystemen kann wiederum Schröder für sich entscheiden. Für alle jene, die auch nur ein halbwegs funktionierendes Kurzzeitgedächtnis haben, ist die Tatsache in Erinnerung, dass das Kabinett Schröder mit der Riester-Rente eine Reform durchgesetzt hat, um die Regierung Kohl lange Jahre vergeblich kämpfte: 5:5

In der Familienpolitik rechtfertigt Schröder erstaunlich sicher eine mögliche Nicht-Erhöhung des Kindergeldes. Stoiber, der eigentlich in diesem Feld die Oberhand gewinnen müsste, wirkt blutleer: Wenn er sagt, Deutschland sei kein kinderfreundliches Land, hat er zwar Recht, aber von Herzen kommt es nicht, also: 6:6

Stoiber verspielt ein neuerliches Remis (wie beim ersten Duell) im Schlussstatement – eigentlich ein unnötiger Eigenfehler: Er verplappert sich nämlich und attackiert generell die Sozialhilfeempfänger, die bessergestellt seien als die Kassepatienten. Dieser Ausrutscher lässt den wahren Stoiber aufblitzen, während Schröder pragmatisch an der Oberfläche des Machbaren bleibt, noch mal dezent (an der Grenze zur Aufdringlichkeit) die Flut erwähnt und den Irakkrieg ablehnt. Endstand: 6:7

Man kann froh sein, dass es kein drittes Duell geben wird: Die Debatten waren steif, verkrampft, hölzern und gänzlich humorlos. Das Zusehen war über Strecken eine Zumutung, weil der wiederholte Gebrauch von Worthülsen allen Gesetzen der Medienwelt widerspricht.

Für das Web ediert von Michael Maier

http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=2209&item=205…
nach meiner Meinung ist stoiber in der arbeitslosigkeitsdebatte nicht in führung gegangen, denn auf die 2 malige feststellung der am stärksten wachsenden arbeitslodigkeit kam das altbekannte bazigrinsen und ausweichendes geschwalle.

gruß
... doch, man sollte noch ein drittes Duell stattfinden lassen !
...und zwar am Wahlsonntag-Vormittag, damit sämtliche Unionsanhänger sich statt des zu erwartenden "Hirtenbriefes" der katholischen Kirche sich noch ein weiteres Mal das Geschwafel, die Halbwahrheiten und das Deckelwissen ihres Kandidaten Stoiber anhören können !

Grüsse
Ich schau es grad nochmal im Streaming an (www.zdf.de):

Frage 1 (Sendung):

Stoiber steltzt langweilig seine 90 Sek. runter, furchtbar und völlig unnötig.

Schröder flott und mit Grinsen zu dem doch halbbackenen Rezept.

Frage 2 (Koalition (wird zu allerlei missbraucht)):

Stoiber will, ehhh, ähhh, schnell auf die Arbeitslosikeit...ansonsten sehr flach, heisse Luft. Selbst Nachfragen helfen nicht ihn auf der wesentluichen Spur zu halten (verwachst).

Schröder bleibt wenigstens halbwegs beim Thema Prozente, Verteilung etc..

Frage 3: gleiches nochmal

Frage 4: (Irak etc.):

Stoiber schwimmt stramm los, fängt aber mitten im Satz an zu strampeln...mehr kommt nicht und er versucht krampfhaft seine Redezeit zu füllen, obwohl er kaum etwas Interessantes zu sagen hat. Alle Schlagworte werden verbraucht, versucht eine Verbrüderung von dt. Regierung und Irak aufzubauen; Das geht gründlich daneben...

Schröder kann hier sicher punkten, staatstragend, wie man sagt, und kann sehr sachlich zu stattfindender Politik referieren und macht die weiterhin geltende Position klar.

Am Ende versucht Stoiber eine der vielen freifliegeden Friedenstauben für sich und die CSU einzufangen. Misslingt.

Frage 5 (Terror (auch in Dt.))

Wieder bekommt Stoiber gemeiner Weise die Frage zuerst zugeschoben. Stoiber outet sich als Anhänger der "Verdachtsjustiz" und macht sein stammtischähnliches Verhältnis zu Recht und Gesetz klar.

Schröder ist auch hier wieder klarer Sieger, erklärt die gegenwärtige Situation, belehrt Stoiber in Rechtsfragen und stellt auch hier als Amtsinhaber die bessere Rolle.

Frage 6 (Personal)

Schröder zuerst und bekommt hier durch die höhere Latenz seiner ehemaligen Minister auch den Hut zu nehmen argumentative Probleme. Ich denke hier geht ihm ein wenig die Luft aus. Spielt die Frauenposition in Kabinet und Partei aus und kann damit nicht wirklich überzeugen.
Folgend eine Steilvorlage alla Harzkommision, Schröder kann durch fehlende Kompetenz im ebenso genannten Team wie auch hierdurch "punkten"; Knapp, und dies sicher nicht im Heimspielthema. Der "Europaminister" (Da haben sicher viele mit dem Kopf geschüttelt) schiebt einen der wenigen Lacher des gesamten Abends auf Schröders Seite.

Stoiber kann leider nicht die großen Köpfe präsentieren, also erstmal wieder SPD bashen (schon wieder am Thema vorbei :(). Danach startet das sowieso erwartete *L.Späth Loben*, dessen "Fähigkeiten" halbwegs gut Informierten bekannt sind. Erst nach drängen rückt er auch Schäuble als "Europaminister" ein wenig nach vorn, fällt dann wieder in SPD bashen und allg. Polemik.
Hier hätte Stoiber deutlich punkten können, zielgerichtet angreifen und Kompetenz im Team hätten es machen können. Das erste kann er nicht, das zweite hat er nicht.

Wenn der Rest Online ist gucken und kommentieren wir den auch. :)
Kanns kaum erwarten ;) :D...
Wonderbra,
wohl zu viel Luft in den Titten und im Hirn??
Kommt vom zu vielen Gesülze der Roten.
den Rest schenke ich mir
Fuzzi
08.09.2002 21:45

E-Mail an

Gerhard Schröder

Von Thorsten Denkler



Glückwunsch, Herr Schröder. Diesmal konnten Sie zeigen, was Sie können. Sie haben Ihren Kontrahenten unterbrochen, mal freundlich, mal barsch. Ob es die strengen Regeln erlaubten oder nicht. Am Ende haben Sie sogar bewiesen, dass dies sogar geht, ohne länger zu reden, als Ihr Herausforderer.

Sie haben den Spagat zwischen Wahlkämpfer und Staatsmann hingelegt. Dagegen wirkte der bayerische Ministerpräsident zeitweise wie ein Polterer aus der Provinz. Etwa, als er dem Publikum langatmig zu erklären versuchte, wie seine Wirtschaftswunderwaffe Lothar Späth „die Große und die kleine Wirtschaft“ auf Vordermann bringen werde. Warum nicht die Wirtschaft um die Ecke gleich mit?

Sie haben aber auch geschickt geschauspielert. Als Sie sich mit Zornesfalten in der Stirn darüber aufregten, dass Stoiber Ihre Geschichte vom zweiten Bildungsweg, den Sie gehen mussten, mit „nur schöne Worte“ kommentierte. Das bringt Punkte bei den einfachen Leuten. Da waren Sie einer von ihnen, einer, der sich wehrt, wenn ihm jemand die vermeintlich niedere Herkunft vorwirft.

So gewinnt man Wähler. Nicht mit dem peniblen Rezitieren staubiger Akteninhalte.


http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=deutschland/bundest…
Anfang 2003: Höhere Rentenbeiträge, höhere Rentensteuer, höhere Krankenkassenbeiträge, höhere Kosten im ÖPNV, höhere Staatsverschuldung, höhere Arbeitslosenzahl (Vermutung bei 4,5 Mio.), erneuter INsolvenzrekord im Mittelstand, usw.
Einige hier brauchen nochmal 4 Jahre diese Lügnertruppe um zu verstehen. Aber schuld ist ja immer nur Kohl, gelle?
Ob Schröder in vier Jahren abgewählt wird, wage ich schwer zu bezweifeln. Folgendes könnte passieren:

-Eine neue Flut kommt. Und da machst sich Schröder als Deichhopser gut. Bringt so ca. 3%.

-Schröder hat ja gelernt, daß man mit der Aussage "Mit mir wird es keinen Krieg geben" schnell mal weitere 3%-Wählerstimmen holen kann. Diese Aussage ist besonders ungefährlich, da man nur die Amis verärgert. Unsere mies ausgebildeten Soldaten, sowie unser marodes Kriegsgerät ist für die Amis sowieso fast unwichtig.

-Wenn er Glück hat, bekommt er einen Gegenkandidaten, der ein ähnlich schlechter Redner ist wie Stoiber oder auch aus Bayern kommt. Wenn interessiert schon Kompetenz. Wir brauchen einen Kanzler, der repräsentieren kann.


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