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Kleine Japaner: Aus der Mode?
Kai Wiecking | 2002-10-01

Wer erinnert sich noch an die Glanzzeit japanischer Nebenwertefonds im Jahr 1999? Seitdem hat sich Einiges getan.

Damals erregten vor allem einige Invesco-Fonds großes Aufsehen. So erreichte damals der Invesco GT Japan Enterprise Fund unglaubliche 553,5 Prozent Wertentwicklung im Kalenderjahr. Da wollten natürlich viele dabei sein. Prompt verlor der Fonds im darauf folgenden Jahr 59,5 Prozent. Auch in diesem Jahr gehört das einstige Aushängeschild zu den schlechtesten seiner Kategorie. Konsequenz der Achterbahnfahrt (Standardabweichung 37,6 Prozent!): Nur zwei Sterne im Morningstar Rating.

Viele Anleger dürfte jedoch erstaunen, dass die Fonds der Kategorie Aktien Japan Nebenwerte im Durchschnitt über die vergangenen fünf Jahre eine Rendite von kumuliert immerhin 23,2 Prozent erzielten. Die Standardprodukte der Kategorie Aktien weltweit sind mit –2,2 Prozent weit abgeschlagen. Und das, obwohl Japan seit zehn Jahren wirtschaftlich stagniert. In diesem Zeitraum liegt der Lombard Odier Japanese Small & Mid Caps weit vorn: 100,9 Prozent. Doch eine miserable Performance in 2000 und 2001 verhagelte das Ergebnis.

Freilich sieht es in der dreijährigen Betrachtung ganz anders aus, weil das Paradejahr 1999 herausfällt.

Top-Fonds hierzulande nicht vertreten

Leider steht den deutschen Anlegern in dieser Kategorie kein Fünf-Sterne-Fonds zur Verfügung. Die sechs von Morningstar Europe zurzeit damit ausgezeichneten Produkte werden nur in Großbritannien bzw. Dänemark vertrieben. Doch immerhin stehen vier Vier-Sterne-Fonds zur Verfügung: Goldman Sachs Japan Small Cap Portfolio, M&G Japan Smaller Companies Fund, Merrill Lynch IIF Japan Opportunities Fund sowie der Schroder ISF Japanese Smaller Companies in vier Anteilsklassen.

Dabei zeichnen sich Goldman Sachs und Schroder vor allem durch ein – relativ gesehen – niedriges Risiko aus: Die Standardabweichung ist mit jeweils knapp über 20 Prozent eher typisch für Standardwertefonds. Gemessen an der puren Wertentwicklung liegen M&G und Merrill Lynch vorn: Sie konnten die Verluste in den vergangenen drei Jahre auf je rund 35 Prozent begrenzen, beachtlich in dem schwierigen Umfeld.

Schroder streut mit 136 Positionen weit mehr als die anderen drei mit 50-70. Außerdem legen Goldman und M & G schwerpunktmäßig in Small-Caps an, M& G sowie Merrill Lynch hingegen sind stärker in Small Caps investiert.

Sie merken schon: Wie so oft, besonders bei ´Spezialitätenkategorien´ sucht man Fonds deutscher Anbieter vergeblich unter den Top-Produkten.

Selbstverständlich sind diese Fonds für eine Euro-basierten Anleger kein Kerninvestment. Aber eine pfiffige Beilage kann sich hier durchaus finden. Zumal die Korrelation mit etwa europäischen Standardwerten eher gering ist. Sie wissen ja: Es hilft nicht gute Fonds zu kaufen, wenn man dann ein schlechtes Portfolio daraus zusammenstellt.

Quelle: morningstarfonds


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