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Denkmodelle, Teil 2 - 500 Beiträge pro Seite



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macht euch mal keine Sorgen, ich sammle und archiviere nur!

Ich bin ja neulich auf
http://www.denkmodelle.de gestoßen,
ein wirklich guter Ansatz, nach Möglichkeiten einer besseren
Welt zu suchen!

Rezension:

Denkmodelle
Frank Baldus und die Cronenberger Ranger

Drei Jahre lang hat Frank Baldus zusammen mit den Cronenberger Rangern an dem vorliegenden Buch gearbeitet.
Das Wuppertaler Team der Heinz Sielmann Ranger entwirft hier ein Denkmodell der zukünftigen Welt. Denn - so Baldus und seine Kolleginnen und
Kollegen: Die Welt muss sich ändern, wenn sie lebenswert bleiben soll. Und wie verändert man die Welt? Indem man Menschen guten Willens eine neue
Denkweise zu vermitteln versucht!
Die Cronenberger Ranger schlagen auf ihrer Gedankenreise einen immensen Bogen: über die großen Philosophen, über scheinbar leicht zu
beantwortende Fragen (»Können wir unser Handeln frei bestimmen?«), über sinnvolle Gegenüberstellungen (alte indianische Kulturen - heutige
Massenkultur), über Abstecher in die Astrophysik und die verschiedenen Religionen bis hin zur Erkenntnis, dass die sogenannte westliche Technologie
ein enormes Zerstörungspotential darstellt.
Die Ernsthaftigkeit von Baldus und den Rangern ist bemerkenswert. Das Buch ist bei aller »trockener« Materie locker und leicht verständlich geschrieben.
Die Auflistung der gesammelten Zitate ist nicht nur eine bewundernswerte Fleißarbeit, sondern nach jedem Kapitel ein sinnvoller Abschluss. Und der
Anhang ist ein Beispiel für gelungene Recherche. Professor Heinz Sielmann ließ es sich nicht nehmen, das Vorwort dieses Buches zu verfassen.
Gerade jetzt, da es den Anschein hat, als sei die Welt (d.h. die Menschen) vollends verrückt geworden, sind wohlüberlegte »Denkmodelle« höchst
wichtig.
Darum ist dieses Buch ein Muss für alle, die die Zukunft aktiv mitgestalten wollen.

(Cronenberger Anzeiger, 30.01.02)

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#7 von Karl 26.11.02 11:18:29 Beitrag Nr.: 7.942.817 7942817
...
dass sozialromantiker und ideologisch verklärte spinner (entschuldigung) immer wieder sogenannte "denkmodelle" umsetzen wollen, die weder konkrete
lösungen anbieten noch ohne grosse probleme machbar sind, ist nicht schlimm. es ohne konkrete lösungsansätze für allein heilbringend zu halten aber
schon...

sbi, das ist eine wunderschöne kinderpage mit klasse ideen, die aber dann ein paar kleine probleme haben..: es ist kein ansatz da, der die verbindung zum
realen leben herstellt. das funktioniert in einer idealisierten welt, wo es keine landbevölkerung, keine fernpendler, keine arbeitslosen und auch sonst keine
probleme gibt... und die ponyscheisse und kuhgülle der in ballungsräumen gehaltenen tiere sammeln wir in kleinen eimerchen und wir (oder irgendwelche
heinzelmännchen) bringen sie in die biogasanlage. wir ham ja zeit... was für ein schönes bild.
die ganzen probleme der sozialpolitik sind schlagartig gelöst, die 15 leute kümmern sich um drei alte, die nicht mal die eigenen sind, weil wir alle so gut und
menschlich sind und gerade nix besseres zu tun haben... abgesehen davon dass die alterspyramide dann anders aussehen wird werden natürlich alle
gerne dem fremden 84jährigen aus lauter güte die inkontinenzwindeln wechseln, das funktoniert ja heute schon so gut bei den eigenen eltern, so gut dass
wir keine pflegeversicherung brauchen. jaja...

ganz ohne wachstum ist genügend arbeit und geld da, um das alles in einem schönen lebensstandard mit seeehr viel zeit zu geniessen. mann, get real!
hirnrissig und ohne realitätsbezug. einfach nur idealisiert. und das wird nie klappen, menschen sind in erster linie egoisten, auch wenn sie es nie zugeben
werden...


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#9 von Optimalist 26.11.02 11:37:10 Beitrag Nr.: 7.943.003 7943003

Karl,Kritik ohne Alternative ist wertlose Kritik.
Klar sind wir auch genbestimmt,5o Jahre Frieden haben damit nix zu tun.Durch Werte und Normen entstand die so genannte zivilisierte Welt mit all ihren
Defiziten,hast du ne Alternative oder hast du schon aufgegeben?
Ohne geistig.moralisch,ethische Erneuerung werden wir den
Jetzt-Zustand verlieren,was kommt kann nur schlechter sein,ohne Veränderung,ohne Reformen.
Once again,dies mit dem Wissen unserer bereits bestehenden
Unzulänglichkeiten.
LIeber Karl,bitte lies mal meinen Abgrund.thread,da kannst du dich mal so ganz konkret austoben und mir meine falsche Meinung um die Ohren hauen.


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#10 von Kosa 26.11.02 11:37:28 Beitrag Nr.: 7.943.008 7943008

#7
Habe auch auf der Seite über die Sache gelesen. Klar kannst du das Modell nicht auf die Wirklichkeit übertragen, ich glaube aber dieses Modell sollte uns
nur etwas zum Nachdenken bringen. Ein Modell welches du eins zu eins auf die Wirklichkeit übertragen kannst ist so nützlich wie eine Landkarte im 1:1
masstab.


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#11 von Karl 26.11.02 11:48:35 Beitrag Nr.: 7.943.112 7943112

Ein Modell welches du eins zu eins auf die Wirklichkeit übertragen kannst ist so nützlich wie eine Landkarte im 1:1 masstab.
das gefällt mir, das werd ich mit deiner genehmigung verwenden...
sieh es mal so rum: das gegebene modell ist ungefähr so massstabsgetreu, dass man auf einem schülerglobus den weg zum bahnhof sucht. man weiss
wie der bahnhof aussehen soll und man weiss wo man ist, aber es ist einfach nicht genügend auflösung da um den weg zu sehen...


Ohne geistig.moralisch,ethische Erneuerung werden wir den Jetzt-Zustand verlieren,was kommt kann nur schlechter sein,ohne Veränderung,ohne
Reformen.
falls es dir nicht aufgefallen ist: den jetzt-zustand hast du in jeder sekunde verloren, da jede gesellschaft ein sich weiterentwickelndes modell ist. ob zum
besseren oder schlechteren wage ich nicht immer zu beurteilen, da sich das evtl. erst sehr viel später herausstellt...
läge die vernunftgegebene "verbesserung" des zustandes in der natur der sache, dann hätte der kommunismus nie scheitern dürfen, sondern hätte sich
durchgesetzt, oder? aber wo ist denn der "neue mensch"? den gibts genauso wenig wie den yeti...
da hängt der eigentliche hammer. traut den menschen nicht zuviel zu, sie werden es trotzdem nicht erfüllen.


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#16 von sittin bull inv 26.11.02 13:06:16 Beitrag Nr.: 7.944.011 7944011

@ Karl: (nur überflogen)

die Herangehensweise der Kinder ist vernünftig und offenbart große Lücken bei den Erwachsenen. Es wird keineswegs versucht, idealisierte Modelle zu
schaffen, sondern konkret versucht,
ein modernes, artengerechtes, aber auch praktikables Weltbild zu entwerfen, in dem man alle Weisheit aller Menschen untersucht, und daraus
Rückschlüsse zieht!

Holt euch doch das Buch!

Das es der Weisheit letzter Schluß nicht ist,
ist auch mir klar- Dennoch ist es Zeit,
an solche Themen wirklich länderübergreifend heranzugehen!

Wie Agenda 21, Umweltgipfel und sonstiges beweisen...

Leider sind die Amerikaner im Moment dabei, komplett all diese Entwicklung zu negieren, und nun ihr System auch noch
weiteren Menschen gewaltsam überzustülpen, was uns auch noch schön ablenkt!


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Und dazu ein Hirnforscher!


Gebrauchsanweisung für das Gehirn


Sinn und Unsinn

...Solchermassen automatisiert (gemeint ist die häufige synaptische Belegung gleicher Nervenbahnen des Gehirns, Bsp: Erinnerungen )
zu sein hat nicht nur Vorteile. Es bedeutet auch, dass wir mit zunehmendem Alter immer
unflexibler werden. Wir entwickeln bestimmte Vorstellungen
und Meinungen von der Aussenwelt, speichern diese
neurologisch ab und packen neue Erlebnisse in diese
Schubladen. Das wird der Aussenwelt nicht immer gerecht,
speziell in unserer Zeit, in der das einzig Beständige der
Wandel ist. Völlig unbeeindruckt von dieser Tatsache nutzen
wir weiter die Trampelpfade im Hirn und passen im Notfall das
Problem an die bereits bestehende Lösungstrategie an - um
uns später zu wundern, dass unsere Lösung nicht funktioniert:
Wir denken in eingefahrenen Gleisen.

...

Wir denken angeblich 65.000 Gedanken jeden Tag. Davon
unterscheiden sich keine 10% vom gestrigen Tag, und
mindestens 60% sind unnützer, unfreundlicher Mumpitz. Um
diesen Teufelskreis zu durchbrechen, gibt es einige
Möglichkeiten. Zum einen sollten Sie nicht aufhören, zu lernen.
Das bezieht sich nicht nur auf Fakten, sondern speziell auf
andere Denkmodelle, Kulturen, Menschen. Zum anderen, und
das ist auch nur eine weitere Form des Lernens, machen Sie
Dinge, die Sie noch nie getan haben. Sie gehen nicht tanzen -
los gehts. Sie waren noch nie im Rotlichtbezirk, weil man das
nicht macht - laufen Sie durch, am besten mit Ihrem Partner.
Sie haben Angst vor Computern - kaufen Sie sich einen
(Mac!).

Beschäftigen Sie sich so viel wie möglich mit Kindern. Wenn
mitten auf dem Bahnhof Ihr Nebenmann plötzlich, jegliche
Schwerkraftgesetze missachtend, zu fliegen anfängt, wer wird
wohl mehr überrascht sein, Sie oder das fünfjährige Kind
gegenüber? Kinder haben noch kein festgestricktes Modell der
Welt, sie sind viel freier im Denken - schneiden Sie sich eine
Scheibe ab. Neuere Forschungsergebnisse lassen vermuten,
dass sich Neuronen entgegen aller bisherigen Erkenntnisse
doch regenerieren können, aber was auf Dauer nicht genutzt
wird, fällt weg - use it or loose it.



http://www.nurindeinemkopf.de/


:D:D:D
Nun Karl, was sagste jetzt zum Hirnforscher? ;)


Herbert Grönemeyer
Kinder an die Macht


die armeen aus gummibärchen
die panzer aus marzipan
kriege werden aufgegessen
einfacher plan kindlich genial

es gibt kein gut
es gibt kein böse
es gibt kein schwarz
es gibt kein weiß
es gibt zahnlücken statt zu unterdrücken
gibt`s erdbeereis auf lebenszeit
immer für `ne überraschung gut

gebt den kindern das kommando
sie berechnen nicht
was sie tun
die welt gehört in kinderhände
dem trübsinn ein ende
wir werden in grund und boden gelacht
kinder an die macht

sie sind die wahren anarchisten lieben das chaos
räumen ab
kennen keine rechte keine pflichten
noch ungebeugte kraft
massenhaft
ungestümer stolz

gebt den kindern ....



Ich bin fest der Meinung, da liegt viel Wahrheit drin-
erst hörte man auf die Frauen ( alte Natur-Kulturen )
dann auf die Männer ( bis heute )
nun sollte man Kindern die Chance geben,
ihre Meinung zu äußern!

Wer sonst, als Kinder,
die noch nicht ganz so von Ideologien,
Werteperversionen und unserer debilen Gesellschaft
durchsetzt sind,
könnten uns einen Spiegel vor Augen halten?


Übrigens, das Buch ist wirklich große Klasse,
schön auch, dass man auf der Webseite eingeladen wird,
sich da mit einzubringen! :)
danke! :)

schon selbst gelesen?

hört sich nach erstem überfliegen ganz gut an!

Man muß heutzutage ja aufpassen, nicht irgendeinen
Schrott aus der mitunter wirklich blöden New Age-Philosophie zu erwischen oder den NLP-Kram...
nö,
für pferde eher uninterssant!!:-))

nlp funktioniert aber....
nun, das befürchte ich durchaus seit Herrn Domeyer auch...

Was ich mit NLP-Kram sagen wollte-
gut zum selbstentdecken-
Gefährlich durch Mißbrauch an anderen!

Wenn es aber funktioniert,
warum wird es dann nicht zum "Guten" eingesetzt?
Zum Beispiel Beeinflussung anderer Menschen
zum Eigennutz...

Zum Beispiel wie hier im Met@Box-Threads ständig die Seriösität von Domeyer und Konsorten sowie
der Met@box generell propagiert wurde,
irgenwann kam der NLP-Ansatz raus, wenn ich mich recht erinnere...

Oder dieser Höller,
http://www.spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,221184,00.html
führt aber zu weit weg vom eigentlichen Thema!

Witzigerweise würden die meisten Menschen auf der Stelle zugeben, das sich irgendetwas ändern muß,
Privat, Familie, Berufsleben, Gesellschaft usw.

nur leider mehr auch nicht!



Kommentar des EMNID-Geschäftsführers Klaus-Peter Schöppner
DEUTSCHLAND IN DER ABSTIEGSZONE
"Zukunft klipp + klar" legt EU-Vergleichsstudie über die Zukunftsfähigkeit der 15 Mitgliedsstaaten vor


Nie zuvor hat sich unsere Welt schneller gedreht, als jetzt mit dem Aufkommen der Informationstechnologie, die aus der technischen die elektronische Arbeitswelt entstehen ließ. In nur 20 Jahren haben die Computer den Sprung von der Millizur Nanosekunde geschafft. Das ist etwa so, als würde die Lebensarbeit eines Menschen von 1980, das sind ca. 80 000 Stunden, jetzt in nur noch fünf Minuten erledigt.


Doch die technische Vernetzung hat auch ihre Kehrseite: Längst sind die Unternehmen nicht mehr Hort lebenslanger Tätigkeit. Sie haben nicht mehr nur Konkurrenz im eigenen Land. Statt dessen wird globalisiert, fusioniert, strukturiert. Unser Wissen kann überall nutzbar gemacht werden. Was in Deutschland produziert wird, können andere inzwischen auch. Wie haben sich die Deutschen auf diesen technologischen Quantensprung eingestellt?

1999 bereits stellte EMNID fest, dass Deutschland auf dem Weg ist, im Standortwettkampf den Anschluss zu verlieren. Dann immerhin erkannte die Politik dieses Problem: Erst gab es die Greencard, dann Computer für die Schulen, Internetbeauftragte bei den Parteien: Deutschland, so scheint es, geht ans Netz. Gilt das auch für die Menschen? Endet deren Deutschland inzwischen auch mit .de? Wie wettbewerbsfähig sind wir inzwischen im Wettstreit der Nationen?

Das herauszufinden war Aufgabe der Studie "Fit für die Zukunft", die EMNID im Auftrag von "Zukunft klipp + klar" erstellte. Ziel war es, einen Vergleich der Zukunftsfähigkeit zwischen allen 15 Nationen der EU festzustellen. Nach Ergebnisvorlage darf die Frage gestellt werden: "Liegt Deutschland bereits am Mittelmeer?" Hat die levantinische Lebensart auch die Deutschen erfasst?

Wir wissen zwar um die riesigen Veränderungen, die vor der Türe auf uns warten. Wir wissen genau, dass das Leben jedes Einzelnen in immer schnelleren Etappen immer größeren Veränderungen ausgesetzt ist. Doch kaum einer will sich danach richten. Der Wandel zur Technologienation gelingt uns nur mäßig. Zwar wissen um die 80 Prozent, dass wir ständig schneller, mobiler,
flexibler, techno-logischer werden müssen, wollen wir gegen die internationale Konkurrenz bestehen.

Dennoch leiden die Deutschen immer noch unter dem "Sofa-Syndrom". Denn, dass diese radikalen Veränderungen, die ich ständig abends vom Sofa aus im Fernsehen betrachten kann, auch mich betreffen, das glaubt gerade mal jeder Zweite. Die Iren, die Dänen, die Finnen, sie alle beschäftigen sich intensiv mit dem technischen Wandel. Die Deutschen hingegen liegen am unteren Tabellenende, übertroffen nur von den Griechen und Österreichern.

Trotz der sich verstärkenden internationalen Konkurrenz bleibt Deutschland Erkenntnisweltmeister und schafft es nicht, Aktivitätsweltmeister zu werden. Was sich immer mehr zu einem Problem der mittleren Altersgruppen auswächst. Etwa jeder Zweite ab 40 ist immer noch wandlungsunwillig und damit wandlungsunfähig. Viel schneller, als die meisten das wahrhaben wollen, heißt es bald für viele: Zu alt, zu unflexibel, nicht mehr zu gebrauchen. Weil die Halbwertzeit besonders des technischen Wissens immer kürzer wird.

Die Deutschen leben immer noch in der " Ist doch fürs Leben"-Mentalität: Der Beruf, das Haus, die Einrichtung, die Bildung, die Technik: Alles soll für die Ewigkeit bestimmt sein. Ist es aber längst nicht mehr.

Was nichts deutlicher zeigt, als der Wandel der Informationstechnologie, weil die Deutschen gerade dort den größten Nachholbedarf haben. Verständlich also, wenn jetzt die Bundesregierung alles daran setzt, um die Bevölkerung nicht "digital zu spalten". Mit dem Ziel bis 2005 einen Spitzenplatz in der Informationstechnologie zu belegen. Doch der Weg ist weit, so lange das größte Hindernis die mangelnde Motivation bleibt. Fast jeder weiß zwar um die Bedeutung von Internet, WWW, PCs und E-Commerce für unser Leben in der Zukunft. Doch immer noch meint weit mehr als die Hälfte der Deutschen, dieser Technologiewandel würde sie nicht mehr treffen. Rang 14, nur die Österreicher erweisen sich als noch gemächlicher.

Die Zukunftslücke der Deutschen beträgt 50 Prozent! So groß ist in vielen Fällen bei uns der Unterschied zwischen Sollen und Wollen. Zwischen eigentlich müssen und eher doch nicht brauchen. Nur 42 Prozent nutzen bei uns Internet. Nur 36 Prozent das World Wide Web. Alles Abstiegsplätze im Wettstreit der EU-Nationen.

Umzugsbereit muss man sein. Auch das gehört zum "Fit sein für die Zukunft", sagen 72 Prozent der Deutschen. Doch wenn sie berufsbedingt die Möbel packen sollen, dann outen sich 49 Prozent als Umzugsmuffel. Typisch Deutsch: Jeder weiß um die Schnelllebigkeit dieser Welt. Doch darauf einstellen? Nicht nötig.

In der Weiterbildungsbereitschaft nehmen wir immerhin einen Platz im Tabellenmittelfeld ein.
Ebenso wie in der Akzeptanz von Gen-, Bio-, sowie Automationstechniken, wo wir inzwischen zumindest Rang sieben erreicht haben.

Ebenfalls typisch deutsch und nicht gerade zukunftsfähig: unsere Einstellung zu Reformen. Die wollen wir zwar, doch nur dann, wenn sie nichts kosten, nichts behindern, mir nicht weh tun. Allerdings mit einer Ausnahme: Und das ist die Rente, ausgerechnet das Allerheiligste der Deutschen. Die Rentendebatte zeigt offenbar Wirkung: Dass die private Altersversorgung neben die gesetzliche gestellt wird, halten inzwischen 73 Prozent der Deutschen für wichtig, so viele, wie in keinem anderen Land der EU. In Großbritannien sind es immerhin 56 Prozent. In Italien nur 44, Frankreich 38 und in Spanien gerade noch 29 Prozent.

Fraglich nur, ob das nicht eher Misstrauen in Vater Staat als der Wille, Eigenverantwortung zu übernehmen ist.

Fit für die Zukunft? Da haben wir noch unsere Defizite. Vor allem wenn es um Kenntnis und Anwendung moderner Kommunikationstechniken geht. Im Mittelfeld liegen wir in den Bereichen Flexibilität, Mobilität und Technikakzeptanz. Ziemlich vorne dagegen in den Bereichen lebenslanges Lernen und Bereitschaft zur Altersvorsorge.


EMNID-Institut Bielefeld 2001


http://www.gdv.de/verbraucherservice/7966.htm
Hi SBI :)

Dieses Lied von Groenemeyer fand ich schon immer
schlecht, weil es meiner Ansicht nach idealisiert
und teilweise einfach nicht stimmt.

Z.B. Kriege werden einfach aufgegessen
Ich fuerchte, das stimmt einfach nicht, unmoderierte
Kriege unter Kindern enden brutal, wenn eine Minderheit
erst mal in die Ecke gesteckt wurde, hat sie in
Kindergruppen praktisch keine Chance mehr!

oder es gibt kein boese, es gibt kein gut
Oh doch, Kinder haben sehr starke Moralvorstellungen,
deshalb haben sie z.B. auch keine Probleme mit Maerchen,
in denen dann die Hexe verbrannt wird, fuer Kinder ist
das gerecht!

Deine Schlussfolgerung, dass man (auch) Kindern die
Chance geben sollte, ihre Meinung zu aeussern, ist dennoch
richtig, aber die Forderung Kinder an die Macht
kann ich nicht mal als bewusst ueberspitzt dargestellt
akzeptieren, sie ist einfach unsinnig.

Jetzt koennen mich die Paedagog/inn/en ;) hier im Board zerreissen :laugh:
...

Offensichtlich ist heute eine wachsende Zahl von Familien nicht mehr in der Lage, die Voraussetzungen zu schaffen, in denen Kinder zu verantwortungsbewussten, rücksichtsvollen, und seelisch ausgeglichenen Erwachsenen heranreifen können. Bei immer mehr Kindern scheint eine "böse Fee" an der Wiege zu stehen, die ganz unterschiedliche Gesichter haben kann:
Eltern sind nicht in der Lage, menschliche Wärme und korrektes Verhalten zu vermitteln, weil sie in ihrer eigenen Kindheit keine erfolgreiche Sozialisation erlebt haben.
Eltern haben nicht genügend Zeit für ihre Kinder, weil die Berufstätigkeit im Vordergrund steht. Vor allem bei alleinerziehenden Elternteilen kann wirtschaftliche Not ein belastender Umstand sein.
Eltern haben nicht genügend Interesse an ihren Kindern, weil die Gestaltung der persönlichen Freizeit und Freiheit ihnen wichtiger ist.
Eltern sind zu unsicher, um konkrete Entscheidungen zu treffen und ihren Kindern konsequente Verhaltensweisen vorzuleben: Zahllose Erziehungsstile, -weisheiten und –dummheiten sind in tausenden von Veröffentlichungen im Umlauf. Kindererziehung wird heute nicht mehr wie in früheren Jahrhunderten in der Großfamilie bei der Erziehung der Geschwister, Nichten und Neffen "abgeguckt", sondern muss mit dem Verstand individuell erarbeitet werden. Aber welcher Weg ist denn nun der richtige? Kinder spüren die Unsicherheit ihrer Eltern und werden selbst unsicher. Unsicherheit und Angst können Auslöser für Egoismus, Rücksichtslosigkeit und Aggressivität sein.
Nicht zu vergessen aber auch: Eltern haben ZUVIEL Interesse an ihren Kindern, stellen Sie ständig in den Mittelpunkt und setzen ihnen keine Grenzen. Diese Kinder haben gewöhnlich nur eine sehr verschwommene Vorstellung davon, dass es noch ein paar andere Menschen auf der Welt geben könnte, deren Rechte und Gefühle geachtet werden sollten.

In den Verlautbarungen der linken Parteien taucht immer noch die Meinung auf, Armut und Arbeitslosigkeit seien die Grundprobleme der Jugend und die Ursache für Passivität, Kriminalität, Drogensucht und die Bereitschaft, religiösen Sekten oder radikalen Organisationen beizutreten. Daher benötigten junge Menschen mehr Wohlstand, weniger Leistungsdruck in der Schule, mehr Selbstverwirklichung und Freiheit sowie gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.
Ich halte solche Gedankengänge für unlogisch: Unsere heutige junge Generation genießt mehr Wohlstand als jede Generation zuvor, genießt mehr Wohlstand als die meisten jungen Generationen in allen anderen Staaten der Welt. Und dennoch gibt es mehr Jugendgewalt und Jugendkriminaltät als jemals zuvor. Das kann auch nicht dadurch erklärt werden, dass "Der Wohlstand" nur ein statistischer Durchschnitt ist, während in Wahrheit die einen "reich", die anderen aber "arm" sind: Auch Kinder aus gutsituierten Familien haben immer häufiger erhebliche soziale Probleme und psychische Störungen. Beim Konsum nicht "mithalten" zu können, wird nur von denjenigen als einschneidende Benachteiligung erfahren, die in Ihrem Lebensumfeld keine anderen Quellen für Lebenssinn und –glück kennenlernen konnten, und für die daher eine Gruppenzugehörigkeit durch den Besitz von Prestigeobjekten die einzige Form der zwischenmenschlichen Beziehung ist. Deshalb bin ich überzeugt, die Probleme entstehen dadurch, dass es ZUVIEL Freiheiten und Wahlmöglichkeiten für Jugendliche gibt und ZUWENIG verbindliche Orientierungsmuster, zuwenig konsequente Bezugspersonen und Vorbilder, die Identität, Urteilsfähigkeit und Selbständigkeit vermittelten. Kinder und Jugendliche fühlen sich deshalb haltlos und überfordert. Gerade ihre daraus resultierende Suche nach einem überschaubaren Weltbild kann sie in die radikalen Konzepte von Sekten oder faschistischen Gruppierungen treiben. So stößt man bei aller Ursachenforschung immer wieder auf Erziehungsfehler in den Familien. Ein Satz, den Graham Greene formulierte, trifft heute mehr zu denn je: "Früher war die Familie eine Tankstelle – jetzt ist sie eine Garage." Immer mehr Familien versagen, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen Zuverlässigkeit, Maßstäbe und Grenzen zu vermitteln.





http://www.georg-wacker.de/Home/pr000628.htm
Xi :)

du hast natürlich wie immer recht! ;)

Trotzdem ist das denken der jüngeren wirklich noch
nicht so eingefahren, auch wenn es wie Karl meint
zu spinnerisch ist...


Die Welt um mich rum ist auch verrückt!
SBI, ich habe zum Glueck nicht immer recht!! ;)

Ich bin wie gesagt sehr dafuer auch "juengere
Gedanken" in die Diskussion aufzunehmen, reagiere
nur nahezu allergisch auf Patentrezepte!
es gibt keine Patentrezepte,
das käme ja einer Heilslehre oder Ideologie gleich...
Das bietet Denkmodelle nicht,
und will auch gar nicht so verstanden werden!

Was wir nicht gebrauchen können ist allerdings das Verdrängen der heutigen Probleme,
werde duch Ablenkung noch durch Flucht!
Noch durch weitermachen wie bisher!

Denn schließlich sind wir alle betroffen!

Z.B. steht der Mensch immer am Ende der Nahrungskette,
jedes Gramm Gift was wir in die Umwelt bringen,
kommt auf uns zurück!
Woher kämen sonst die stetigen Zunahme von Allergien?


» Was können wir wirklich wissen? «
Naturwissenschaftliche Erkenntnis und Erfahrung von Wirklichkeit

Prof. Dr. Hans-Peter Dürr

(pdf.datei )

1. Einleitende Bemerkungen

Die Naturwissenschaft hat uns tiefe Einblicke in die Struktur unserer Welt und ihre zeitliche Entwicklung verschafft. Sie hat dem absichtsvoll handelnden Menschen vielfältige Möglichkeiten eröffnet, Naturprozesse für seine Zwecke zu nutzen. Die auf diese Weise aufgewachsene Technik hat unsere Lebenswelt dramatisch verändert., Und dies, wegen der Ambivalenz der Zwecke, nicht nur zum Vorteil des Menschen, sondern wie dies in unserem Jahrhundert überdeutlich wurde, auch zu ihrem Nachteil. Naturwissenschaft und Technik haben der Menschheit eine ernste Existenzkrise beschert. Wir sind nicht nur in einer "Krise der Immanenz", weil uns die unmittelbare Erfahrung, als Menschen unauflösbar im Transzendenten - dem "Einen", dem "Nicht-Zweihaften" - verankert zu sein, verloren gehen könnte. Wir stehen bereits schon mitten in einer zweiten Krise, die da "Erschöpfung der Moderne" genannt wird. Diese zweite Krise läßt uns die Brüchigkeit und Unzulänglichkeit unserer heutigen säkularisierten, materialistischen Weltbetrachtung immer deutlicher gewahr werden. Die Krise besteht eigentlich darin, daß wir - und hier meine ich vornehmlich uns in der nördlichen, industrialisierten, sogenannten entwickelten Welt - in all der Üppigkeit und all dem Trubel unseres Alltags unter einem Hunger nach Geistigem und Sinnhaften, einem Gefühl von Verlorensein und Einsamkeit leiden. Mehr noch, daß uns die tieferen Ursachen unserer Frustration eigentlich gar nicht bewußt werden und wir deshalb auch nicht bereit und willig sind, geeignete Nahrung aufzunehmen. Der Widerstand, das im eigentlichen Sinne Vernünftige zu tun, resultiert aus einem falschen Verständnis oder mangelhaften Gebrauch unserer Rationalität. Die Rationalität stellt sich uns verengt dar als eine Fähigkeit, Wissen - exaktes Wissen, wie wir vielfach glauben - über die Wirklichkeit, die Welt, sammeln und kritisch denkend verarbeiten zu können, damit es sich zu einer besseren Steuerung unseres absichtsvollen Handelns eignet.

....



http://uuhome.de/global/deutsch/wissen.html
Trotzdem glaube ich, dass wir Worte wie Krise, voellig
gegen die Wand fahren, Katastrophe, Ruin usw. seltener
verwenden sollten. Wir brauchen mit Sicherheit
erhebliche Veraenderungen, aber Katastrophenszenarios
helfen nicht, die Leute dafuer empfaenglicher zu
machen. Natuerlich helfen auch Beschwichtigungen
nicht, aber im Moment scheinen mir die Teufelandiewandmaler
schaedlicher zu sein. Man muss eben auch die Chancen
beschreiben, die die Aenderungen mit sich bringen
koennen.
Crissie ist krank :cry: Wo in posting #17 ist
die beruehmte Unklarheit? :laugh:

Sorry SBI fuer die Verwaesserung des Threads! ;)
#16 Dann verbieten wir sofort das Christentum-
dort steht nämlich das erste Katastrophenszenario!

Und xi, stell dir mal vor, die Dinosaurier hätten
die gleichen Gedanken gehabt- es wäre egal gewesen,
weil die Chance "Änderung" erst durch den chaotischen Effekt "Kometeneinschlag" Platz machte für höher
entwickelte Lebewesen!

Ist das dann zu werten?

Und zu guter letzt:

Wo sind diejenigen, die handeln?
Es gibt sicherlich Menschen, die KatastrophenSzenarios vorhersehen, aber weder du noch ich sind das!, SBI:)

Sei ja nicht sauer, kennst mich;)
Meine Meinung:)

VMK:)
#20 verstehe ich nicht, was soll ich jetzt aus
dem Kometeneinschlag lernen? Ich bezweifle nicht,
dass das eine Katastrophe war und habe auch nichts
dagegen, fuer ein solches Ereignis den Begriff
Katastrophe zu verwenden.

Zur Frage der Handelnden: ziemlich viele bemuehen
sich darum, die Situation wirklich zu verstehen
und Wege zu finden. Die muessten schneller arbeiten,
das bezweifle ich nicht, aber ich halte es nicht
fuer noetig, von ihnen dauernd Panikreaktionen zu
verlangen. Es gibt meiner Ansicht nach kaum eine
Massnahme, deren Folgen einfach und klar sind. Nehme
man z.B. die Verlaengerung des Renteneintrittsalters,
das war doch vor einem halben Jahr nach Meinung
vieler eine einfache Loesung so manches Problems
unseres Sozialstaats. Jetzt fangen die ersten Leute
an, das mal wirklich durchzurechnen und oh Wunder,
es muss befuerchtet werden, dass das die Arbeitslosigkeit
erhoeht und die Sozialkassen gar nicht so sehr entlastet.

Wir koennen uns bestimmt darauf einigen, dass viele
Menschen nicht bereit sind, die Notwendigkeit von
Veraenderungen einzusehen. Das muss sich aendern.
Genauso noetig ist es aber auch, dass viel mehr
Leute verstehen, dass alle aktuellen Probleme sehr
vielschichtig sind. Darin liegt auch mein Hauptvorwurf
an die Politiker aller Parteien: ich werfe ihnen
nicht so sehr vor, dass sie sich schwer tun, Loesungen
zu finden und mit der Suche zu spaet angefangen haben.
Vielmehr raecht es sich meiner Ansicht nach, dass Politiker
aller Parteien immer so getan oder sogar geglaubt haben,
dass es einfache Rezepte gibt. Das ist auch der Grund,
warum ich solche Probleme mit der von Dir wohl als
kleinstes Uebel angesehenen FDP habe: die tun naemlich
nach meiner Wahrnehmung immer noch so, als gaebe es so
einfache Zusammenhaenge wie Steuern runter ---> Wirtschaft
hoch ----> Arbeitslosigkeit runter. Natuerlich ist da
was dran, aber die aktuelle Entwicklung in den USA
zeigt auch, dass es so einfach nicht ist. Da gab es
schon kraeftige Steuersenkungen und trotzdem gingen
im letzten Jahr ziemlich viele Arbeitsplaetze verloren!

Entschuldige, wenn ich jetzt erstmal nicht antworte, ich
muss dringend was tun und haette schon diesen Kurztext
nicht schreiben sollen ;)
Szenarien:laugh:

Xiangqi, fahr mich niie wieder an, wenn ich deine Meinung teile :laugh::laugh:

VMK :)

Wirklich, du hast so eine Art, du könntest alles schlichten!!!

Ich! mag dich!

Bild dir keine Schwachheiten ein ;)
Xi!

Danke für dein Kurzposting, mir greift es auch zu kurz,
wenn man nur deutsche "Problemchen" betrachtet


Ich dachte eher an die Erkenntnisse des Club of Rome,
seit anfang der Siebziger Jahre.

Zwar gibt es heute Umweltgipfel, aber der mächtigste gibt das Tempo vor- nämlich gar keins!

und es gibt zwar Unmut, aber nicht wirklich etwas dagegen zu sagen!

Schau mal, die Dinosaurier gingen an einer Katastrophe unter, für die sie nichts konnten.

Der Mensch ist da schon weiter-
er hat die einmalige Chance, den Untergang selbst zu verantworten, wenn...


wenn sich nichts ändert!
Club of Rome ist doch ein typisches Beispiel fuer
die Richtigkeit beider Ansichten ;) Einerseits
haben deren Berichte viel bewirkt, weil sie das
Denken in neue Richtungen gelenkt haben, andererseits
hat sich aber, wenn meine Erinnerung mich nicht
truegt, auch gezeigt, dass viele der Voraussagen
deutlich zu pessimistisch waren. Ist es nicht so,
dass die Welt nach den ersten Voraussagen des Club
of Rome schon heute voellig am Ende sein muesste?!

Ich bleibe bei meiner Einschaetzung, dass sich seit
den 70iger-Jahren schon einiges getan hat, sowohl
an konkreten Massnahmen z.B. bei der Resourcenverwendung
als auch im Kopf der Leute. Klar, das reicht nicht,
aber es gibt ja auch weiterhin viele mahnende Stimmen,
die dafuer sorgen werden, dass es nicht ganz so schlimm
kommt wie sie selbst voraussagen.

Mir ist schon klar, dass ich mit solchen Aussagen eventuell
verharmlosend wirke. Ich sehe aber durchaus, dass es
grosse Probleme gibt und dass es nicht so weiter gehen
kann, bin aber optimistisch, dass die Menschheit das
zumindest so frueh erkennen wird, dass Totalkatastrophen
vermieden werden koennen.

Was mir an vielen Diskussionen missfaellt, ist die
viel zu haeufige Diskreditierung der Motive Andersdenkender.
Ja, es stimmt, es gibt in allen gesellschaftlich relevanten
Gruppen eine Reihe von Volltrotteln, ja, es stimmt, ziemlich
viele Interessenvertreter betreiben eine sehr einseitige
Interessenvertretung. Das wird man nicht aendern koennen.
Ich sehe aber genauso in allen Gruppen (und damit meine
ich auch die politischen Parteien) Menschen, die wirklich
versuchen, Probleme zu loesen. Diese Menschen sollte man
nicht dadurch entmutigen, dass man ihnen erst einmal
unlautere Motive unterstellt, nur weil ihre Loesungs-
vorschlaege anders aussehen als die eigenen. Es gibt in
unserem System keinen anderen Weg, als die Probleme durch
Ausgleich zwischen den Interessengruppen anzugehen. Das
ist ein muehsamer Weg, auf dem leider viel zu oft in
die falsche Richtung gegangen wird, aber ich kenne kein
anderes System, das besser ist.

Ich weiss nicht, von wem der Spruch stammt, dass der
Erkenntnis des Richtigen die Erkenntnis des Falschen
vorausgehen muss. Ich bin nicht mal sicher, ob dieser
Spruch einen optimistischen Ausblick erlaubt, denn er
sagt ja nicht, dass auf die Erkenntnis des Falschen
stets die Erkenntnis des Richtigen folgt. Ganz hoffnungslos
ist die Lage aber nicht. ;)

Schoenen Sonntag :)

Xiangqi
die Vorhersagen waren zu pessimistisch,
klar, aber deswegen nicht falsch,
nur weil sie noch nicht eingetroffen sind!

Wenn ich mir die letzten Jahre so anschaue,
insbesondere die letzten Umweltgipfel,
so trügt doch mein Eindruck nicht,
wir müssen weiter nach der Pfeife der USA
tanzen, egal wie weit gediehen kritische Stimmen
in anderen Ländern sind!

Das sollte sich ändern! ;)


Sag` das Karl mit der Diskreditierung, der hat damit angefangen! :D
xiangi, man muss sich dreimal durchlesen, um zu verstehen, aber du sagst doch auch, dieses Gejammer muss aufhören!
Wenn man auf das Ende der Welt wartet, ist man vieler Stimmen nach am Jahreswechsel 2002 2 Jahre zu spät dran ;)
Wenn man auf das Ende des derzeitigen Börsencrash`s wartet, ist man in etwa im Plan!

VMK :)

Ich leb auch lieber in aufsteigenden Winden ;)
Nee nee, Karl war nicht der erste, das soll es
schon vor tausenden von Jahren gegeben haben ;)
Aaaaaber da haben wir beiden kleinen lieben doch noch gar nicht gelebt ;)

Sorry wegen fehlendem `q`

VMK :):)
Ja Crissie, ich bin auch dafuer, das Gejammer
einzuschraenken, auch wenn das alleine die
Probleme nicht loest :) Unterstuetzende Massnahmen
sind schon noch erforderlich, koennen aber nur
dann erfolgreich sein, wenn der Glaube an die
Moeglichkeit des Erfolges da ist und der wird
durch zuviel Gejammer (nicht durch kritische
Diskussionen) vertrieben!
Crissie #29:
Wenn das so ist, wirst Du Dich wohl damit abfinden
muessen, dass Ihr beiden kleinen lieben auch nicht
die ersten wart! :laugh:
@ Xi! :p

ja, ich meine im anderen Thread Karls Meinung
zur Denkmodellearbeit der Jugendlichen!


ich bin auch der Meinung, Defätismus, Resigantion,
Lamentieren, Jammern sind keine Mittel,
die uns helfen!

...Ich habe Worte und immer wieder Worte gehört,
doch nichts wird getan.
Ehrlichen Worten müssen bald Taten folgen...
Gute Worte geben meinem Volk keine Gesundheit
und hindern es nicht am sterben...

Ich bin des ewigen Redens - das zu nichts führt -

müde.



Hin Mot Yah Lat Thekt
( Chief Joseph - Nez-Percé Häuptling )
#32 Dann sind wir uns ja weitgehend einig, ich
wuerde auch noch den Punkt "Zu hohe Ansprueche"
hinzufuegen, der ebenfalls trotz bester Absichten
schaedlich sein kann, bin aber nicht sicher, ob
Du da mitgehst. :D
Wie kann man, wenn es ums Leben an sich geht,
zu hohe Ansprüche haben?

Was würden unsere Urenkel von so einer Betrachtung halten?
Nicht die Ansprueche ans Leben, darueber kann
man diskutieren, ich meine die Ansprueche oder
vielleicht besser Erwartungen an andere Menschen!
Mensch, SBI, seit wann bist Du so optimistisch,
Du glaubst an Urenkel? :p
OK, Mißverständnis,

an das (Über)leben aller Systeme dieser Erde,
keinen Egomanischen Bezug!

Schau doch mal bei carkakhan vorbei,
da gehts in eine interessante Richtung!
Dem bösen Ende näher - Spiegel Interview von 1992



SPIEGEL* Herr Jonas, vor 13 Jahren haben Sie Ihr Buch "Das Prinzip Verantwortung" veröffentlicht. In diesem Werk rufen Sie die
Menschheit dazu auf, sich ihrer Verantwortung gegenüber der von Technik und Industrie bedrohten Natur bewußt zu werden. 13 Jahre
später: Hat sich im Umgang des Menschen mit der Natur irgend etwas verbessert?


HANS JONAS Im tatsächlichen Umgang nichts, doch immerhin etwas im Bewußtsein der Menschen: 1979, als mein Buch erschien,
war der Ruf nach Verantwortung des Menschen für die Natur noch nicht so oft gehört und diskutiert wie heute.


SPIEGEL Und was hat sich am realen Zustand geändert?


JONAS Der reale Zustand hat sich in summa nur verschlechtern können. Bis jetzt ist nichts geschehen, um den Gang der Dinge zu
verändern, und da dieser kumulativ katastrophenträchtig ist, so sind wir heute dem bösen Ende eben um ein Jahrzehnt näher als
damals.


SPIEGEL Zusammengefaßt lautet mithin die Diagnose: Die Einsichtsfähigkeit des Menschen nimmt zu. Die Fähigkeit, nach diesen
Einsichten zu handeln, nimmt jedoch ab.


JONAS Ja, sie nimmt ab. Die Menschen können sich nicht freimachen von den Sachzwängen, in die sie sich mit dem technologischen
Anschlag auf die Natur begeben haben. Der Raubbau an der Natur ist übergegangen in die Lebensgewohnheiten der Menschen,
besonders die der westlichen Industriegesellschaft.


SPIEGEL Ozonloch und Klimakatastrophe drohen; Luft, Wasser und Boden sind in weiten Teilen der Erde schwer geschädigt oder
schon zerstört. Wie ist es zu erklären, daß solche Signale zu keinen durchgreifenden Verhaltensänderungen führen?




* Das Gespräch führten Matthias Matussek und Wolfgang Kaden.


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JONAS Wer nicht selber unmittelbar bedroht ist, ringt sich nicht zu einer wirklichen Revision der Lebensführung durch. Bei einer akuten
Bedrohung ist das anders, individuell und kollektiv. Wenn der Vulkanausbruch beginnt, dann flüchtet man. Auf unmittelbare Bedrohung
reagiert der Mensch unmittelbar, mal rational, mal irrational. Die Fernperspektiven aber, besonders wenn sie erst künftige Generationen
betreffen, bringen die Menschen offenbar nicht zu Verhaltensänderungen.


SPIEGEL Tschernobyl war ein Schock. Aber er wirkte nur kurzfristig. Man könnte die ketzerische Frage stellen: Braucht die Menschheit
mehr Tschernobyls?


JONAS Die Frage ist nicht unberechtigt. Sie ist zynisch, und die Antwort ist auch zynisch. Vielleicht ist der Mensch ohne ernsthafte
Warnschüsse und schon sehr schmerzhafte Reaktionen der gepeinigten Natur nicht zur Vernunft zu bringen. Es könnte sein, daß es
schon ziemlich schlimm kommen muß, damit man aus dem Rausch immer wachsender Bedürfnisse und ihrer unbegrenzten
Befriedigung, zu der man die Macht hat, wieder zurückkehrt zu einem Niveau, das mit dem Fortbestand der dafür nötigen Umwelt
verträglich ist.


Es muß wieder ein einigermaßen stabiles Gleichgewicht zustande kommen. Es könnte bei der jetzigen Menschenzahl, die noch im
Steigen ist, dafür schon zu spät sein. In dem Fall müßte die bisherige Vermehrung sogar in eine Wiederverminderung der
Weltbevölkerung umgekehrt werden.


SPIEGEL Kürzlich wurde in einer deutschen Fernsehsendung an die Zuschauer die Frage gerichtet: Ist die Erde noch zu retten? 75
Prozent derer, die sich meldeten, verneinten die Frage. Es ist doch erstaunlich, daß trotz solch apokalyptischer Einschätzungen die
Menschheit einfach so weitermacht wie bisher.


JONAS Was heißt hier "retten"? Was "Untergang"? In Gefahr ist nicht "die Erde", sondern ihr gegenwärtiger Artenreichtum, in dem wir
eine schreckliche Verarmung anrichten. Erdgeschichtlich, über die Jahrmillionen, wird auch das nur


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eine Episode sein, aber menschengeschichtlich kann es das tragische Scheitern höherer Kultur überhaupt bedeuten, ihren Absturz in
eine neue Primitivvisierung, die wir durch gedankenlose Verschwendungssucht auf der Höhe unserer Macht verschuldet hätten.


SPIEGEL Was meinen Sie mit Primitivvisierung?


JONAS Daß es zu Massenelend, Massensterben und Massenmorden kommt, daß es dabei zum Verlust aller der Schätze der
Menschlichkeit kommt, die der Geist außer der Ausbeutung der Natur ja auch hervorgebracht hat. Der Geist hat ja eine ganz
merkwürdige Doppelrolle gespielt. Einerseits hat er die Gefräßigkeit der Menschen ungeheuerlich erhöht. Ausgerechnet der Geist ist ja
das Instrument dafür gewesen, daß wir so ungeheuer anspruchsvoll in den Bedürfnissen unserer Leiber geworden sind.


Andererseits hat der Geist ein Reich der Werte geschaffen, das um seiner selbst willen gepflegt wird; wofür Menschen das Äußerste
einsetzen in der Kunst, in der Erkenntnis, aber auch in der Pflege der Emotionen. Das ist etwas, was das übrige Weltall vielleicht
überhaupt nicht kennt. Was wirklich bedroht ist, mehr als die biologische Weiterexistenz des Menschen, ist die Existenz des Menschen,
ist die Existenz dieser großen Schöpfung, die Hand in Hand gegangen ist mit der wachsenden Zerstörung der Bedingungen, die das
möglich gemacht haben. Darin liegt die Paradoxie der Rolle des Geistes in der Welt: daß um seinetwillen sich dieses ganze Abenteuer
Menschheit lohnt; daß er aber gleichzeitig auch die Bedingungen für die Fortsetzung dieses Abenteuers zerstört.


SPIEGEL Ist denn der Geist auch zu einer anderen Kulturleistung fähig, der des freiwilligen Verzichts?


JONAS Es gibt dafür Beispiele in der Geschichte. In Verbindung mit einem transzendenten Glauben, der ja auch eine Tat des Geistes
ist, ist es geschehen, daß Menschen sich das Äußerste zugemutet haben an Verzichten. Es gab eine richtige Leibesfeindschaft in
manchen Heilslehren, sie hat zeitweilig den Zustand ganzer Gesellschaften mitbestimmt. Daß wir


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solche Meister der Umwelt geworden sind, die sich jede Ausschweifung des Konsums leisten können, ist ja eine ziemlich neue
Tatsache.


Frühere Kulturen waren weitgehend statisch, da änderte sich über Jahrhunderte hinweg kaum etwas. Die Geburt der modernen
Wissenschaft im 17. Jahrhundert ist ein Wendepunkt, dessen Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Damit wurde
ein Dynamismus entfesselt, der die ungeheuerlichste Form der Beherrschung und Umwandlung der Natur vorantreibt. Da scheint kein
Halten zu sein. Es kommen immer neue Dinge hinzu. Neues wird erfunden, neue Wege eröffnen sich, auf denen die
Bedürfnisbefriedigung des Menschen auf immer höhere Ebenen getrieben wird ...


SPIEGEL ... ohne erkennbare Zeichen, daß der Mensch dieser Entwicklung Einhalt gebieten wollte oder könnte?


JONAS Der Planet ist überfüllt, wir haben uns zu breit gemacht, sind zu tief eingedrungen in die Ordnung der Dinge. Wir haben zuviel
Gleichgewicht gestört, haben zu viele Arten schon jetzt zum Verlöschen verurteilt. Technik und Naturwissenschaften haben uns von
Beherrschten zu Herrschern der Natur gemacht. Dieser Zustand ist es, der mich dazu brachte, eine philosophische Bilanz zu ziehen und
zu fragen: Darf die moralische Natur des Menschen das zulassen? Sind wir jetzt nicht aufgerufen zu einer ganz neuen Art von Pflicht, zu
etwas, das es früher eigentlich nicht gab - Verantwortung zu übernehmen für künftige Generationen und den Zustand der Natur auf der
Erde?


SPIEGEL Die Philosophie begibt sich auf ein neues, unbekanntes Terrain?


JONAS Sie muß es tun. Jedes bisherige Moralbemühen der Philosophie bezog sich auf das Verhältnis von Mensch zu Mensch. Das
Verhältnis von Mensch zur Natur ist noch nie Gegenstand sittlicher Überlegung gewesen. Das ist es jetzt geworden, und das ist ein
philosophisches Novum. Doch das besagt nicht das Mindeste darüber, ob wir der Sache über-


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haupt gewachsen sind, ob wir diesem neuen moralischen Imperativ nachkommen wollen oder können. Da treten Fragen der
Psychologie auf, der Anthropologie, auch der Realzwänge, von denen ich nicht weiß, ob die heutige Erkenntnis sie überhaupt
übersehen kann.


SPIEGEL Liegt das Dilemma Ihrer Verzichtsethik nicht darin, daß ein Verzicht des einzelnen letztendlich vergeblich ist? Wer der Umwelt
zuliebe seinen materiellen Konsum einschränkt, sieht sich am Ende als Verlierer: Die Mehrzahl der Prasser läßt es sich weiter
gutgehen, der Planet wird weiter geplündert.


JONAS Ich weiß nicht, wieviel Nachahmung Vorbilder finden können. Wir dürfen nicht von vornherein ausschließen, daß sich auch
Einstellungen ändern und daß aufgrund einer eindringlichen Erziehung sich gewisse Einstellungen der Pflicht und der Scham und der
Ehre, des Wohlverhaltens, herausbilden. Daß es sich einfach nicht mehr schickt, so weiterzuleben, wie die Menschen des 20.
Jahrhunderts drauflosgelebt haben.


SPIEGEL Das halten Sie für möglich?


JONAS Möglich ist das, aber nicht wahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist schon, daß die Angst das Ihrige tut. Daß nämlich das Verderben
sich nahe genug ankündigt, in sehr alarmierenden und für jeden schon sichtbaren und fühlbaren Erscheinungen. Daß die Furcht
erzwingt und erreicht, was die Vernunft nicht erreicht hat. Ich habe eine gewisse paradoxe Hoffnung auf die Erziehung durch
Katastrophen. Solche Unglücke werden eventuell rechtzeitig noch eine heilsame Wirkung haben. Wir sollten bei der Überlegung dieser
Fragen, bei denen wir über Vermutungen sowieso nicht hinauskommen, eines nie aus dem Auge lassen: daß der Mensch das
überraschendste aller Wesen ist und daß man überhaupt nicht vorhersagen kann, wie sich in irgendeiner Zukunft, in irgendeiner
Situation, in irgendeiner Generation die Gesellschaft benehmen wird.


SPIEGEL Sie meinen, der Mensch, der es so weit gebracht


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hat mit der Naturzerstörung, könnte sich plötzlich wieder ganz anders verhalten?


JONAS Sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Es könnte beispielsweise eine verrückte neue Religion um sich greifen. Es
hat keinen Zweck, darüber Vermutungen anzustellen. Das einzige, was ich sage, ist, daß die Sicherheit der Unglücksvorhersage nicht
absolut ist.


So, wie man ganz bestimmt nicht darauf rechnen darf, daß der Mensch Vernunft annehmen wird, so darf man doch nicht ganz daran
verzweifeln, daß der Genius der Menschheit auch in der Richtung erfinderisch wird, in der eine mögliche Rettung der Zukunft liegt. Dies
offenzulassen ist wichtig, damit wir nicht davon ablassen, einer solchen Chance, wenn es sie gibt, mit allen Kräften der Warnung und
Mahnung zu Hilfe zu kommen.


SPIEGEL Was können die politischen Eliten in den Demokratien tun, um eine Umkehr einzuleiten? Sind Demokratien womöglich
unfähig zu einer Politik, die auf Konsumverzicht und Naturerhaltung ausgerichtet ist? Hilft nur, was manche radikale Umweltfreunde
fordern, eine Art aufgeklärte Öko-Diktatur, in der die Philosophen die Könige sind?


JONAS Man kann in abstracto einen Entwurf machen für eine Diktatur der Menschheitsretter. Aber wie stellt man sich vor, daß eine
wirklich selbstlose Elite an die Macht kommen wird, daß diese selbstlos bleiben wird und in ihrer Selbstlosigkeit auch anerkannt wird?
Das übersteigt völlig meine Vorstellungen. Dies ist eine Art des Utopismus, der sich nicht umsetzen kann in Wirklichkeit. Was ich mir
viel eher vorstellen kann, ist das Hereinbrechen sehr schlimmer Zustände, die zu kompromißbereiten Abmachungen zwischen den
ökonomischen, politischen und sozialen Machtgruppen führen; daß man sich auf einen Modus einigt, der sowohl den Menschen
einigermaßen akzeptabel ist als auch der Natur. Dazu gehören internationale Vereinbarungen, der globale Verzicht darauf, weiter in
ungehemmter Konkurrenz sich die begrenzten Schätze der Erde streitig zu machen.


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SPIEGEL Demokratien sind Regierungssysteme mit sehr kurzfristigen Perspektiven: Die Politiker müssen sich spätestens alle vier
oder fünf Jahre zur Wahl stellen, länger reicht der Horizont nicht. Die Erhaltung der natürlichen Umwelt erfordert ungleich längerfristige
Sichtweisen. Dieser Gegensatz vor allem läßt den Verdacht aufkommen, unsere vorhandenen demokratischen Regierungssysteme
seien ungeeignet, die ökologischen Aufgaben zu lösen.


JONAS Den Verdacht habe ich, daß die Demokratie, wie sie jetzt funktioniert - mit ihrer kurzfristigen Orientierung -, auf die Dauer nicht
die geeignete Regierungsform ist. Wieso sollte sie es auch sein? Wo steht geschrieben, daß in der Demokratie jetzigen Stils die
endgültige Lösung der Frage des guten Staates gefunden worden ist?


SPIEGEL Ein amerikanischer Professor namens Francis Fukuyama hat einen Bestseller mit dem Titel "Das Ende der Geschichte"
geschrieben. Darin erklärt er die westlichen Demokratien zur endgültigen Regierungsform.


JONAS Wer sich anmaßt zu wissen, daß irgend etwas ein für allemal gilt, der ist von vornherein nicht ernst zu nehmen. Aber ernst zu
nehmen ist die Frage, zu welchen Freiheitsverzichten man bereit ist; zu welchen Freiheitsverzichten der Philosoph ethisch
verantwortungsvoll raten kann. Da ist doch zunächst nicht zu übersehen, daß Freiheit sowieso nur existieren kann, indem sie sich
selber beschränkt. Eine unbegrenzte Freiheit des Individuums zerstört sich dadurch, daß sie mit den Freiheiten der vielen Individuen
nicht vereinbar ist...


SPIEGEL . . . Sie halten Freiheitsverzichte der Individuen für unvermeidlich?


JONAS Für selbstverständlich. Vor allen Dingen bin ich nicht der Ansicht, daß man das ohne weiteres als Unglück ansehen muß. Im
alten Rom gab es zum Beispiel Gesetze, die den privaten Aufwand einschränkten. Gewählte Zensoren hatten das Recht zu prüfen, ob
übermäßiger Luxus getrieben wird. Da der im Widerspruch zur Staatsmoral stand, konnten


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sie ein solches Verhalten unter Strafe stellen. Das war eine große Einmischung in die persönliche Freiheit, aber gerade im Namen
einer sich selbst regierenden Bürgerschaft.


SPIEGEL Moderne Demokratien verheißen dem einzelnen die Möglichkeit individueller Glückserfüllung; "pursuit of happiness" heißt es
in der amerikanischen Verfassung. Sind Sie der Ansicht, daß solche Präambeln ersetzt werden müssen durch andere, die das
Allgemeinwohl und die Erhaltung der Natur als oberste Ziele herausstellen?


JONAS Sie werfen eine Frage auf, die man ganz kapital so formulieren kann: War vielleicht die Modernität ein Irrtum, der berichtigt
werden muß? Ist der Weg richtig, den wir mit dieser Kombination von wissenschaftlich technischem Fortschritt und der Steigerung
individueller Freiheit erreicht haben? War das moderne Zeitalter in gewissen Hinsichten ein Irrweg, der nicht weitergegangen werden
darf? Der Philosoph ist durchaus frei, das zu überdenken und sogar zu gewissen Schlüssen zu kommen. Aber ob das irgendwo Gehör
findet, ob es möglich ist, die Menschen zu einer solchen Umkehr zu bewegen, ist doch die Frage, an die wir dauernd stoßen.


SPIEGEL Viele Menschen werden es nicht sein, die sich von solchen Philosophen gewinnen lassen.


JONAS So wird es wohl sein. Welche Macht hat Einsicht? Einsicht dieser Art ist notwendigerweise bei relativ wenigen. Erstens ist sehr
große Kundigkeit nötig und sehr viel Sachverständnis. Zweitens ist sehr viel Freiheit von persönlichem Interesse nötig und ein gewisser
Grad der Selbstlosigkeit und der Hingebung an die sozusagen wahren Interessen des Menschen.


SPIEGEL Die Frage ist ja: Welches sind die wahren Interessen, wer legt sie fest? Die Aussicht auf neue Ideologien zum Zweck der
Menschheitserrettung stimmt nicht gerade fröhlich.


JONAS Man schaudert vor der Phantasie, es könnten neue Heilslehren auftreten, die die Menschen in ihren Bann schla-


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gen; mit denen man alles mögliche mit den Menschen anstellen kann, unter anderem auch Askese, unter Umständen aber auch das
Schrecklichste. Ich habe keine Antwort auf die Frage, wie die sich jetzt abzeichnende und unzweifelhafte Gefährdung der menschlichen
Zukunft im Verhältnis zur irdischen Umwelt abgewendet werden kann. Ich weiß nur eines: Man darf die Frage nicht zur Ruhe kommen
lassen. Sie immer neu zu stellen; immer neu zu überdenken; immer neu auch daran mitzuarbeiten, daß sich ein schlechtes Gewissen
in den ungeheuerlichen Hedonismus der modernen Genußkultur hineinfrißt - dies ist eine unabweisbare Pflicht. Man darf nicht fragen,
ob das zu irgend etwas führt. Es könnte sein, daß es zu nichts führt, aber das wissen wir nicht.


Der Mensch ist ein vorausschauendes Wesen. Der Mensch hat außer der Fähigkeit, der Natur alles auf die rücksichtsloseste Weise
abzutrotzen, auch noch die Fähigkeit, seine Verantwortung dabei zu überdenken. Er muß und kann den Wert dessen empfinden, was er
im Begriffe ist, zu zerstören.


SPIEGEL Von Brecht stammt der Satz: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral." Ist der Dialog, den wir hier über den
notwendigen Verzicht führen, vielleicht ein Dialog der Gesättigten, der Begünstigten? Wir reden von der westlichen Industriewelt; die
östlichen Länder kämpfen derzeit verzweifelt um einen höheren Lebensstandard; von der südlichen Halbkugel wollen wir gar nicht
reden, da können die Menschen auf gar nichts verzichten.


JONAS Auf die große Vermehrung könnten die Menschen in der Dritten Welt schon verzichten. Aber es stimmt vollkommen, das macht
unseren ganzen Diskurs verdächtig, daß es ein Gespräch unter den Bevorzugten ist. Wenn da von Bescheidung und Verzicht die Rede
ist, haben wir in den westlichen Industriestaaten einen großen Spielraum; selbst ein beträchtliches Herabsteigen läßt uns noch auf
ziemlich hohem Niveau. Man darf den Notleidenden und Hungern-


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den dieser Erde nicht mit irgendwelchen Ansinnen kommen, sie sollten verzichten. Ausgenommen die Fortpflanzung, da kann man
Beschränkung verlangen.


SPIEGEL Dann dürfte Sie ja die Haltung des Papstes zur Empfängnisverhütung nicht gerade freuen.


JONAS Dies ist ein Verbrechen gegen die Weltverantwortung. Es ist mir unbegreiflich, wie das jemand tun kann. Aber es zeigt, mit
welchen Kräften, Irrationalitäten, Gewohnheiten, Trägheiten und Unvernünftigkeiten jede Menschheitspolitik zu rechnen hat. Auch beim
zentralen Thema der Menschheitsvermehrung komme ich wieder zu der niederschlagenden Feststellung, daß wir zwar die Gefahr
sehen und uns die Heilung abstrakt denken können; daß wir uns aber vorläufig gar nicht vorstellen können, wie dies praktisch
durchgesetzt werden soll.


SPIEGEL Ähnliches gilt sicher auch für die so ungemein erfolgreiche freiheitliche Wirtschaftsordnung des Westens. Die
Wettbewerbswirtschaften sind auf Wachstum angelegt, Stillstand ist ihnen wesensfremd. Und Wachstum des Bruttosozialprodukts
bedeutet in der Regel: weitere Zerstörung und Ausbeutung der Natur.


JONAS Darf ich mal fragen, warum eigentlich eine gewisse Stabilisierung der Wirtschaft nicht möglich ist? Warum muß das
Sozialprodukt immer weiter wachsen?


SPIEGEL Zum einen lebt ein gut Teil der Unternehmen von den sogenannten Nettoinvestitionen, von der Produktion neuer Maschinen
und dem Bau neuer Fabriken. Zum anderen kann ein einzelnes Unternehmen nicht stillstehen, wenn es nicht verdrängt werden will.
Wachse oder vergehe - so heißt die unternehmerische Losung.


OD: Weil das Volk die Reime liebt, weiß auch jeder Bauer: "Wachse! oder Weiche!" oder mehr unpersönlich, als objektives Gesetz
formuliert: "Wachsen oder Weichen!" - sozusagen, als neu erworbene Volksweisheit. (Aber es ist leider wirklich so - im Kapitalismus.)


JONAS Nehmen wir mal an, wir hätten eine Weltregierung und die würde die Bevölkerungsvermehrung einstellen. Dann wäre nicht
einzusehen, warum die Produktion dauernd erhöht werden muß.


SPIEGEL Dies ließe sich nur in einer zentralgelenkten Wirtschaft bewerkstelligen, nicht in einer freiheitlichen.


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JONAS Ich habe mich noch nie als Fachmann für Weltwirtschaftskunde ausgegeben . . .


SPIEGEL ... wir wollen hier auch keine ökonomische Debatte führen. Wir wollen nur darauf hinweisen, daß eine Abkehr von der
Wachstumswirtschaft selbst dann riesige Probleme aufwürfe, wenn eine solche Wende mehrheitlich gewollt wäre. Weder die
Demokratie noch die Marktwirtschaft bilden einen Rahmen für ihre Verantwortungsethik.


JONAS Aber kann man nicht etwas auch darauf setzen, daß die Menschen eine Zukunft wollen? Darauf, daß sie den Sinn des Daseins
nicht nur im Verzehr sehen? Ist ein metaphysisches Bedürfnis des Menschen nicht auch mit einzukalkulieren in die weitere Geschichte
der Spezies Homo sapiens? Es hat Religionen von Anfang an gegeben, sie standen meistens im Dienste sehr irdischer Bedürfnisse,
Ängste und Wünsche. Aber es hat auch ein Trachten darüber hinaus immer gegeben, daß es noch um etwas anderes geht als um die
maximale Befriedigung der Bäuche und der körperlichen Triebe. Der Stolz; die Scham; der Ehrgeiz, anerkannt zu werden - all das geht
doch hinaus über das einfache Genießenwollen.


Jenseits davon erscheint ein Bedürfnis, das eigene menschliche Dasein zu erhöhen und zu rechtfertigen durch etwas, was eben nur
der Mensch kann. Es gibt den Begriff des Verzeihens, den Begriff des Helfens, den Begriff vor allem aber auch der Erweiterung der
menschlichen Erfahrung. Was in der Kunst hervortritt, in der Poesie, in der Musik, selbst im einfachen Tanz, geht schon über alles
hinaus, was man unter den einfachen Begriff der leiblichen Befriedigung rechnen kann.


SPIEGEL Welche Rolle spielen die geistigen Eliten in diesem Prozeß? Mit dem Marxismus ist ein gigantisches Erziehungsprojekt
gescheitert, an dem viele Intellektuelle mitgewirkt haben. Die Geistesmenschen waren befeuert von der Idee, die Menschheit zu einem
Besseren zu führen. Im Moment ist bei den Intellektuellen ein Phantomschmerz zu registrieren. Ein Großprojekt ist gescheitert, eine
Leerstelle ist da.


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Sehen Sie die Notwendigkeit eines neuen Marxismus, einer neuen, großangelegten Ideologie?


JONAS Ich weiß es nicht. Im Falle des Marxismus traf der Zauber einer großen, utopischen Vision einer gerechteren Gesellschaft
zusammen mit einem Glücksversprechen, daß nämlich die weitere Meisterung der Natur nun allen zugute kommen wird, und zwar
gleichermaßen; und schließlich mit dem Dasein einer Klasse, die daran besonderes Interesse hat, weil sie bisher um ihren Anteil
gebracht worden ist. Hier hat ein großer sittlicher Impuls, der etwas mit Gerechtigkeit zu tun hatte, gewirkt, der gleichzeitig mit einem
materiellen Glücksversprechen zusammenfiel. Das Glücksversprechen hat die bessere materielle Nutzung der Welt zum eigentlichen
Gegenstand gehabt. Das heißt, es ging eigentlich in die Richtung dessen, was sich jetzt als verderblich herausstellt.


SPIEGEL Wir können heute in den ehemals kommunistischen Ländern besichtigen, wie dort die Natur vom Menschen verwüstet wurde.
Dies ist ohne Beispiel.


JONAS Ja, das ist eine der großen Enttäuschungen. Ich gestehe, daß ich mich da völlig getäuscht habe. Ich habe gedacht, die
Kommunisten hätten die größte Möglichkeit, bescheiden mit der Natur umzugehen, weil sie die Befriedigung der Bedürfnisse ja
regieren können. Sie konnten sagen, soundsoviel wird bewilligt und nicht mehr.


SPIEGEL Marx hat gefordert: Die Philosophie muß die Welt nicht interpretieren, sie muß sie verändern. An Sie die Frage: Kann der
Philosoph, kann die Philosophie die Welt verändern? Welche Rolle spielt der Philosoph heute? Soll er sich einmischen? Kann er
Prozesse einleiten, steuern?


JONAS Nein, wahrscheinlich nicht. Die Philosophie kann dazu beitragen, daß in der Erziehung ein Sinn dafür entwickelt wird, wie sich
menschliches Handeln auf längere Sicht auf das sehr delikate Gewichtsverhältnis zwischen menschlichen Ansprüchen und
Leistungsfähigkeit der Natur auswirkt. Sie kann durch ihre Reflexion und Artikulation daran mitwirken, daß Initiativen zur Rettung und
Erhaltung der


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Umwelt zustande kommen. Kommt es zu ihnen, dann haben die Wirtschaftler, Politiker und Einzelwissenschaftler sehr viel mehr zu
sagen als der bestinformierte Philosoph. Aber dann bleibt immer noch eine Aufgabe der Philosophie: zu wachen über die
Menschlichkeit der Maßnahmen, mit denen man das Unheil zu stoppen versucht. Die könnten nämlich so sein, daß dabei die Sache,
die man retten will, zum Teufel geht . . .


SPIEGEL ... was könnte zum Teufel gehen?


JONAS Die Sache wird schließlich eine Machtfrage. Wenn die Vorräte der Erde - Wasser, Rohstoffe, Luft - zur Neige gehen, dann
könnten doch die Stärksten die Dezimierung der menschlichen Bedürfnisse und der Menschenziffern mit Gewalt erzwingen. Dieses
grausame Grundgesetz der Evolution, daß die Stärksten überleben, darf nicht zum Gesetz des Überlebens der Menschheit werden.
Dann geht wirklich unsere Kultur, die Menschlichkeit des Menschen, zum Teufel.


SPIEGEL Wäre das die Aufgabe der Philosophie, eine neue Metaphysik des Menschen zu formulieren?


JONAS Meine Auffassung ist, daß die Philosophie eine neue Seinslehre erarbeiten muß. In der sollte die Stellung des Menschen im
Kosmos und sein Verhältnis zur Natur im Zentrum der Meditation stehen. Hier Friedensstifter zu sein, wäre der künftige Utopismus,
anstelle jedes politisch-sozialen der Vergangenheit.


SPIEGEL Sie halten es nicht für ganz ausgeschlossen, daß so etwas wie ein Prinzip Verantwortung zu einem modernen kategorischen
Imperativ wird?


JONAS Es geht um eine Erziehung des Menschen zu Lebenseinstellungen, die weniger gierig und gefräßig sind, dafür aber vielleicht
anspruchsvoller in anderer Hinsicht. Man darf nicht fragen: Wird denn das helfen? Kann sich das durchsetzen gegenüber dem
Vulgären, den Massenwünschen, den Gewohnheiten? Nach dem, was wir wissen, muß der Glaube daran sehr klein und schwach sein.
Aber aufgeben ist das letzte, was man sich erlauben darf.


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SPIEGEL Dennoch: Warum erstmals in der Menschheit die Bereitschaft zum freiwilligen Verzicht auf materiellen Genuß die Massen
erfassen sollte, können wir uns schwer ausmalen.


JONAS Die Psychologie des Menschen ist noch nicht voll ergründet. Noch wissen wir nicht, welche Ressourcen sich im äußersten
Notfall beim Menschen offenbaren werden. Der völlige Verzicht auf jede Hoffnung ist das, was das Unheil nur beschleunigen kann.
Eines der Elemente, die das Unheil verzögern können, ist der Glaube daran, daß es abwendbar ist.


SPIEGEL Wir erleben einen Hans Jonas, der am Ende dieses Gesprächs denn doch etwas Mut und Zuversicht verbreitet.


JONAS Nein, nicht Mut und Zuversicht. Der aber auf eine Pflicht hinweist, der wir unterstehen. Man darf nicht erst die Aussichten
bewerten und daraufhin beschließen, ob man was tun soll oder nicht. Sondern umgekehrt, man muß die Pflicht und die Verantwortung
erkennen und so handeln, als ob eine Chance da wäre, sogar, wenn man selber sehr daran zweifelt.
#1 von sittin bull inv 26.11.02 10:25:15 Beitrag Nr.: 7.942.331 7942331
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Schluß mit dem Verdrängen mit den Problemen unserer Kultur!

Der Sieg über den Kommunismus hat uns fälschlicherweise gezeigt, dass unser System das bessere ist-
es lag aber eher daran, das Fehler im Kommunismus lagen
bzw. der Raubtierkapitalismus noch alles andere in den Schatten stellt!


Zwei Dinge, die uns aktuell beschäftigen, sind eindeutig:


Niemand kann auf Dauer mehr ausgeben als er hat
( vgl. Schuldenproblematik des Staates, die unsere handlungsfreiheit immer mehr einschränkt )

Die Ressourcen der Welt sind begrenzt, auch wenn noch neue
entdeckt werden- sie sind defintiv endlich...
( neues Wachstum nur über Bevölkerungsmehrung oder noch weiter zu weckenden Zusatzbedürfnissen )

Wenn man sich gegen Wachstumsmanie ausspricht,
bedeutet das noch lange keinen Kommunismus für alle!
Man kann auch wirtschaften, ohne ständig Wachstumswahn zu unterliegen- zumal wir wissen, wie schwierig oder gar unmöglich es ist, mit Wachstum Probleme zu lösen!

Mein altes linkes Kämpferherz ( :D )
sagt mir: Nicht aufgeben, das öffentliche Bewußtsein
ist im Moment empfänglicher als sonst,
was unser gesamtes System angeht!

Wir dürfen uns nur nicht wieder von den Politikern,
Medien und anderen Lobbies einlullen lassen
und uns an Schuldzuweisungen erschöpfen...


es muß dringend eine öffentliche Debatte geführt werden
über unsere Zukunftsfähigkeit
#7 von Karl 26.11.02 11:18:29 Beitrag Nr.: 7.942.817 7942817
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beide systeme in reinkultur haben versagt, der reine kapitalismus bereits in der ersten phase der industrialisierung seit mitte des 18. jahrhunderts, der kommunismus (den es ja nur theoretisch gibt) aktuell im letzten jahrhundert. die wahrheit liegt wie immer in der mitte, das menschliche wesen ist nun mal m.e. für die einhaltung bestimmter idealisierter werte nicht geschaffen... da zählen die guten alten gene mehr, die sich und den selbsterhaltungstrieb durchsetzen wollen.
dass sozialromantiker und ideologisch verklärte spinner (entschuldigung) immer wieder sogenannte "denkmodelle" umsetzen wollen, die weder konkrete lösungen anbieten noch ohne grosse probleme machbar sind, ist nicht schlimm. es ohne konkrete lösungsansätze für allein heilbringend zu halten aber schon...

sbi, das ist eine wunderschöne kinderpage mit klasse ideen, die aber dann ein paar kleine probleme haben..: es ist kein ansatz da, der die verbindung zum realen leben herstellt. das funktioniert in einer idealisierten welt, wo es keine landbevölkerung, keine fernpendler, keine arbeitslosen und auch sonst keine probleme gibt... und die ponyscheisse und kuhgülle der in ballungsräumen gehaltenen tiere sammeln wir in kleinen eimerchen und wir (oder irgendwelche heinzelmännchen) bringen sie in die biogasanlage. wir ham ja zeit... was für ein schönes bild.
die ganzen probleme der sozialpolitik sind schlagartig gelöst, die 15 leute kümmern sich um drei alte, die nicht mal die eigenen sind, weil wir alle so gut und menschlich sind und gerade nix besseres zu tun haben... abgesehen davon dass die alterspyramide dann anders aussehen wird werden natürlich alle gerne dem fremden 84jährigen aus lauter güte die inkontinenzwindeln wechseln, das funktoniert ja heute schon so gut bei den eigenen eltern, so gut dass wir keine pflegeversicherung brauchen. jaja...

ganz ohne wachstum ist genügend arbeit und geld da, um das alles in einem schönen lebensstandard mit seeehr viel zeit zu geniessen. mann, get real! hirnrissig und ohne realitätsbezug. einfach nur idealisiert. und das wird nie klappen, menschen sind in erster linie egoisten, auch wenn sie es nie zugeben werden...
#9 von Optimalist 26.11.02 11:37:10 Beitrag Nr.: 7.943.003 7943003
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Karl,Kritk ohne Alternative ist wertlose Kritik.
Klar sind wir auch genbestimmt,5o Jahre Frieden haben damit nix zu tun.Durch Werte und Normen entstand die so genannte zivilisierte Welt mit all ihren Defiziten,hast du ne
Alternative oder hast du schon aufgegeben?
Ohne geistig.moralisch,ethische Erneuerung werden wir den
Jetzt-Zustand verlieren,was kommt kann nur schlechter sein,ohne Veränderung,ohne Reformen.
Once again,dies mit dem Wissen unserer bereits bestehenden
Unzulänglichkeiten.
LIeber Karl,bitte lies mal meinen Abgrund.thread,da kannst du dich mal so ganz konkret austoben und mir meine falsche Meinung um die Ohren hauen.
#27 von sittin bull inv 26.11.02 20:46:16 Beitrag Nr.: 7.949.161 7949161
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...Ich habe Worte und immer wieder Worte gehört,
doch nichts wird getan.
Ehrlichen Worten müssen bald Taten folgen...
Gute Worte geben meinem Volk keine Gesundheit
und hindern es nicht am sterben...

Ich bin des ewigen Redens - das zu nichts führt -

müde.



Hin Mot Yah Lat Thekt
( Chief Joseph - Nez-Percé Häuptling )

#28 von Kosa 26.11.02 20:56:45 Beitrag Nr.: 7.949.275 7949275
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Der Häuptling hat wohl schon sehr viele w:o threads gelesen.

#29 von sittin bull inv 26.11.02 21:10:23 Beitrag Nr.: 7.949.395 7949395
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Ja

Und außerdem viele Politiker-Wahlversprechen gehört!


Es gehört zum System.

Mann wird systematisch "klein- und hingehalten"
und zum unkritischen "Konsumbürger" erzogen.


Leider haben das viele, ich lange Zeit inclusive,
aus den Augen verloren, weil der "Raubtierkapitalismus"
bis 2001 noch mal seine besten Seiten zeigte.

Die negativen werden ganz langsam auftauchen-
man könnte es Rückzugsgefechte nennen...
Oder man startet eine neue Ablenkung,
am besten ist immer ein neuer äußerer Feind!


Das funktioniert gerade in den USA prima, selten so unkritisches,
unreflektiertes gehört wie die öffentliche Meinung nach 11.9.

Sicher, es war ein Terrorakt, der hart zu bestrafen ist.

Allerdings läuft dort im Moment etwas sehr das Ruder quer.

Präventionsschläge, neues Feindbild Islam
( auch wenn man tausendmal sagt, es wäre nicht so-
auf der anderen Seite empfinden viele so - und allein das kann es zu einer
"Self-Fulfilling-Prophecy" machen.

Dabei ist der Islam unsere Brudereligion, nicht weit weg von unserem denken,
abgesehen vom Wirtschaftlichen Teil-
stopp, da ist ja der Haken...
dieser ist völlig unterentwickelt, und von daher nun Ziel?
#137 von sittin bull inv 08.01.03 20:22:49 Beitrag Nr.: 8.258.310 8258310
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aus meinen letzten Gedanken:

Also, meine Biologielehrerin sagte mal:
"Wir sind alle Gewinner, weil wir geboren wurden.
Sämtliche Vorfahren waren ebenfalls Gewinner,
weil sie sowohl geboren worden sind als auch Nachkommen hatten!"
Die Verwirklichung des Prinzips Mensch erfolgt also durch unsere Geburt. Warum machen wir dann so ein Theater um den Tod- wo doch die Geburt das eigentliche transzendentale Ereignis ist?
Wir haben selbst die Chance, uns selbst in Kindern zu verwirklichen, um das Menschheitsprinzip weiterleben zu lassen. Denn die Geburt eines neuen Lebens ist eine greifbare Verwirklichung des "göttlichen Prinzips"
Wieso also Sorgen um den eigenen Tod machen,
wenn wir doch die Fragen, die der Tod aufwirft sowieso nicht klären können, da er außerhalb unserer Sinneswahrnehmung liegt?
Wieso verbringen aber dann so viele ihr Leben fernab vom eigenen Ich abgelenkt?
Ich vergleiche das Ich mit einem riesigen Stein,
über den viele ein Tuch des Verdrängens ausbreiten.
Das kann sich in tausendfachen Verwirklichung äußern,
sei es im Single-Dasein ( nicht mit anderen lebend-Können)
von falschen Werten und Moralvorstellung Umtriebene
( Rollenspielende aus Geltungssucht oder Einsamkeit )
Flucht vor der Realität durch Nichtnachdenken
( Sich Ergeben im Job, sich von einer medialen Konsumscheinwelt ablenken lassen etc )
Lernen wir, dieses Tuch beiseite zu nehmen,
und Ja zu sagen zu unserem Leben,
auch wenn es dunkle Stellen in dem Stein gibt!
Wer verdrängen will, flüchtet!
Und wer will sein ganzes Leben flüchten,
wenn unsere Selbstverwirklichung so greifbar nahe ist?
Auch wenn der Weg beschwerlich ist,
packen wir es an, befreien wir uns von ideologisch verklärten, alt-oder neumodischen Sitten, unser Ich verdrängen zu lassen!
Werden wir wieder wir selbst!
Wir müssen im Jetzt leben lernen, ohne aber zu vergessen,
was war oder was noch kommen wird!
Versuchen wir, unseren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen- denn sie sind die Zukunft des einzig erfahrbaren selbstverwirklichen "göttlichen Prinzip".
Tun wir das nicht- spielen wir mit unser aller Leben!

Wieso haben wir überhaupt so eine niedrige Geburtenrate?

Ich habe immer das Gefühl, die meisten heutzutage wissen gar nicht um wirkliches Glück, Erfüllung,
Entdeckung des eigenen Ichs.
Können nicht wirklich entspannen,
sondern packen sich höchstens ihr Leben so voll,
dass man Negatives gar nicht mehr bemerken kann,
sondern es einfach unter sich begräbt,
allerdings ohne sich dem zu stellen.
Irgendetwas muß doch verantwortlich sein für die heutige hohe Trennungs-Scheidungsrate...
Mam lebt dem Wahn einer medialen schönen Scheinwelt nach,
will alles sofort erleben, am besten ohne Konsequenzen,
und über das Leid nachzudenken, was man damit evtl.
anderen antut...

Kinder stören in dieser Betrachtungsweise nur.
Und dazu kommt:
Immer noch wird die Rolle der Hausfrau und Mutter maßlos unterschätzt!
Ich vermute weil es keine geldliche Entsprechung für diese Tätigkeit gibt, in unserer Welt, in denen wir sogar über Nachwuchs unter Kostengesichtspunkten entscheiden, wohl kein großes Wunder.
Wir müssen es einsehen, wir sind ein kinderfeindliches Land geworden durch unsere Denkweise!
Es hat eben nicht alles eine geldliche Entsprechung!

Wenn wir uns die Tauschringe anschauen, entdecken wir, den wirklichen Wert jeder Arbeit!
Heutzutage sind wir meilenweit davon entfernt,
diesen wirklich zu bezahlen!
Siehe dazu folgendes Interview mit Bernard Lietaer
http://coforum.de/index.php4?Jenseits%20von%20Gier%20und%20K…
Hier ein Auszug!
Z. B. können wir genug Nahrung produzieren, um jeden zu ernähren, und es gibt definitiv genuügend Arbeit für jeden in der Welt, aber es gibt ganz klar nicht genug Geld, um all das zu bezahlen. Knappheit hat sich in unseren nationalen Währungen eingenistet. Wie eine Studie der Internationalen Metallarbeiterföderation in Genf besagt, werden in den nächsten 30 Jahren nur noch zwei bis drei Prozent der Weltbevölkerung gebraucht, um all die Güter zu erzeugen, die wir auf dem Planeten benötigen. Selbst wenn man dies mit dem Faktor 10 multipliziert, stehen wir immer noch vor der Frage, was die restlichen 80 % der Menschheit tun sollen.


Kann sein, dass es am Werteverfall auch bei den Christen liegt, zumindest ist die folgende Haltung hauptsächlich schuld daran, dass der Mensch in der westlichen Welt heutzutage keinerlei Achtung vor dem Leben auf der Erde und seiner Nachkommen hat, so dass die Welt wie wir sie kennen in ein paar Jahren zusammenbrechen wird, da sämtliche Ressourcen
für immer vernichtet sind.

Es heißt in der Bibel:
Die Menschen sollen die Erde untertan machen-
die Mißachtung des Lebens in der westlichen Welt kommt nicht zuletzt aus dieser Sicht der Bibel!
Alle Tiere, alles Leben, ist durch ein göttliches Prinzip entstanden, warum wird dann unter Erde untertan machen
die Zerstörung/Ausbeutung des Lebens verstanden.
Wie viele Arten sind wohl wegen dieser christlichen Sichtweise ausgerottet worden?


Die heutige "Nach mir die Sintflut" Einstellung ist IMO direkt aus der Sichtweise
"Macht euch die Erde untertan" und dem Glauben,
der Mensch hätte nur eine begrenzte Zeit zu leben,
was "danach" kommt interessiert eben nicht mehr,
da er in den Himmel oder die Hölle kommen würde.
U.a. daraus resultiert die gewaltige Mißachtung anderen Lebens, unter welchen Vorwänden
auch immer.

Hier wird es Zeit, aufgeklärte Menschen zu einem neuen Weltbild zu bringen,
bei sich selbst anzufangen, nachdenken wieder lernen,
und nicht immer mit dem Finger auf andere zu zeigen!
#153 von for4zim 09.01.03 08:23:47 Beitrag Nr.: 8.261.665 8261665
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Mir hat ein Beitrag von Sittin Bull Inv sehr gefallen, #137, und die Diskussion drum herum. Dabei ist auch der verlinkte Zeitartikel (#144) sehr interessant, in dem auch der Satz steht: "Keiner Partei, keinem Institut und keinem Autor ist es bisher gelungen, ein Bild der Gesellschaft von morgen zu entwerfen."

Würden wir dies mehr tun, dann würden uns auch die Folgen unseres Handelns und Unterlassens bewußter. Das Bild der vergreisenden Gesellschaft, deren Aussehen wir heute schon in Mecklenburg-Vorpommern sehen können, ist erschreckend. Ich fordere hier ein Wiedererwachen deutscher Innovationskraft, aber der ansteigende Anteil alter Menschen hat eigentlich den gegenteiligen Effekt - Umsätze gehen zurück, Infrastruktur muß rückgebaut werden, weil sie sich nicht mehr rentiert, für neue Produkte und Ideen ist kein Markt.

Vielleicht ist in diesen Jahren unsere letzte Chance, nochmal Deutschland voran zu bringen, bevor wir aus demographischen Gründen diese nicht mehr können.

MinMacker hatte sich an einer Äußerung Xylophons gestoßen, die besagte, daß nur ein Wertewandel wieder zu mehr Kindern führen würde. Wir alle bemerken, daß zwar mehr Kidnergeld und soziale Infrastruktur für Kinder wünschenswert sein können, aber nicht dazu führen werden, daß sich die Geburtenrate wesentlich ändert. Vielleicht steigt sie von 1,4 auf 1,7, wie in Frankreich. Aber durchgreifende Änderungen sind nur möglich, wenn die Erwachsenen Kinder haben wollen. Und wer nach individueller Erfüllung sucht, kann das selten nur mit Kidnerreichtum vereinbaren. Religiosität und Unterdrückung der Frau sind die bekannten Mittel, Individualismus zu vermeiden. Das soll nicht heißen, wie MinMacker befürchtet, daß dies gutgeheißen würde, sondern ist lediglich eine Zustandsbeschreibung über eine untaugliche Alternative.

Was wir heute sehen, ist die Brüchigkeit eines Erfolges. Der Individualismus war eigentlich eine Befreiung von früherer Unmündigkeit. Was aber dem einzelnen nützt, schadet uns als Gesellschaft auf Dauer und wird im Ergebnis genauso inhuman. Warum also gelingt es nicht, ein neues Gleichgewicht zu erreichen zwischen individueller Erfüllung (Egoismus ist, wie Rainer6767 feststellt, ein schlechter Name dafür, denn damit bezeichnet man das Extrem) und gesellschaftlicher Verpflichtung? Wir müssen für uns feststellen, daß auch die Freiheit Grenzen haben muß zu unserem eigenen Vorteil und uns stärker unseren gesellschaftlichen Pflichten stellen. Zu denen könnte auch zählen, daß man Ansehen nur erreicht, wenn man Kinder hat. Denn in früheren Zeiten mögen Kinder der Alterssicherung gedient haben und Arbeitskräfte in der Landwirtschaft gestellt haben, aber letztlich war man auch einfach stolz auf seine Kinderschar, wie auf Haus und Vermögen. Wenn wir diesen Stolz nicht wiederherstellen können, dann vielleicht die gesellschaftliche Achtung des Kinderreichen bzw. die Randstellung des Kinderlosen (das wird Rainer6767 nicht gefallen und mir wohl zur Zeit auch nicht, aber es geht auch nicht darum, daß es jedem gefällt). Leider weiß ich noch keinen Weg, so etwas gesellschaftlich durchzusetzen.

Im übrigen werden wir darauf angewiesen sein, "Alter" neu zu definieren. In unseren heutigen Statistiken wird die Alterproblematik an dem Verhältnis der Berufsfähigen (Alter 20 - 60) zu den über 60jährigen abgelesen. Wir müssen dahin kommen, daß in 3 oder 5-Jahresschritten diese Grenze ansteigt auf 61, 62, 63 ...Jahre. Die Menschen müssen so gesund werden, daß 2030 ein 65jähriger so gesund ist wie heute ein 60jähriger, daß im Jahr 2050 das reguläre Rentenalter 70 ist und das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei 67 liegt. Auch dies löst das demographische Problem nicht, aber es mildert es, wie verstärkte Einwanderung und Erhöhung der Geburtenrate. Es kann ja wohl nicht angehen, daß wir bereits demographische Probleme haben, wenn lediglich die Bevölkerungszahl stagniert. Zur Zeit nämlich lebt unser Sozialversicherungssystem immer noch davon, daß durch die geburtenstarken Jahrgänge alte Menschen gegenüber einer stagnierenden Bevölkerungszahl unterrepräsentiert sind!
#169 von TimeTunnel 09.01.03 11:33:58 Beitrag Nr.: 8.263.907 8263907
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Ich frage mich immer wieder und häufig wie ein "Europäisches Haus" denn überhaupt funktionieren kann, wie man es denn bewerkstelligen kann, diese großartige Idee einer echten EINHEIT mit Binnenmarkt und Europäischer Union etc..., wenn nicht endlich und vollständig diese nationale Kleinstaaterei aufhört! Solange man Fremdenangst - aus der sich ja erst rassistischer Fremdenhass extrahiert - nicht endlich überwinden kann, wird Europa zum Scheitern verurteilt sein.

Der Euro in seiner Währungsunion macht noch kein geeintes Europa aus! Sowas kann nur im Kopf ablaufen!

Das Grundproblem hat m.E. MinMacker richtig dargestellt. Es ist DAS PROBLEM der künftigen Probleme überhaupt und seine Allgegenwärtigkeit wird unser aller Zukunft durchziehen. Denn es ist ein wachsendes Problem und es wird nicht dadurch gelöst, daß man weiterhin leugnet, verdrängt, sich abschottet und sein Gegenüber nicht annimmt und stattdessen Krieg gegen ihn führt. Die VERTEILUNGSGERECHTIGKEIT in der Welt! An diesem Wort lässt sich alles festmachen, was vergangene, aber erst recht künftige Geschichte geformt hat und formen wird. Auch der Rassismus findet seine Geburt in dem Unwillen zur Durchführung dieser Gerechtigkeit in der Welt (Elitendenken - die Macht des Stärkeren).

Auf die Zukunft - möge sie anders und vielleicht sogar etwas GERECHTER werden (meine pers. Blauäugigkeit)!


#154 von MinMacker 09.01.03 08:47:40 Beitrag Nr.: 8.261.834 8261834
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Freiheit einschränken - Ja, wenn es den Menschen in ihrer Gesamtheit dient, z. B. den Resourcenverbrauch einiger weniger einschränken, andere teilhaben lassen. Insgesamt einschränken, Verschwendung eindämmen, abschaffen, teuer machen. Die, die besitzen, werden sich sonst immer schützen müssen vor denen, die danach streben.

Was bedeutet dies? Gewalt! Was wird sie nach sich ziehen?
Wieder Gewalt!! Wozu soll das führen? Zu einer lebenswerten, humanen Welt?

Die Frage ist doch: Bleiben wir in dieser Hinsicht (wie in vielen anderen) so dämlich, wie wir momentan sind und verschlechtert sich dadurch unsere Lebensgrundlage auf der Welt weiterhin?

Ich denke nach wie vor - und ich frage mich, wieso das gerade denen unklar sein sollte, die für die Globalisierung der Wirtschaft sind - dass wir auch in allen anderen Dingen dahin kommen müssen, global zu denken. Es ist zu kurz, nur Deutschland zu betrachten.


#187 von for4zim 09.01.03 13:21:26 Beitrag Nr.: 8.265.185 8265185
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sittin bull inv, 5% Wachstum pro Jahr würde schon viele Probleme bei uns lösen. Die andere Frage ist, ob es machbar ist.

Bei dem Link, wo ich bisher nur ein paar Sachen quer gelesen habe, ist mir schon aufgefallen, daß das ganze auf bestimmten Prämissen aufbaut, die man nicht zu teilen braucht. Daher halte ich das Weltmodell auch nicht für wahrscheinlich. Ich denke zum Beispiel, daß diese Weltregierung so nicht funktionieren kann, weil diese so nicht aus einem "Von-unten-nach-oben"-Ansatz hervorgehen kann, wie er sich bei Übereinkünften souveräner Staaten automatisch ergibt. Ich bezweifele auch sehr, daß wir 2100 schon weltweit einen einheitlichen Lebensstil haben. Mit Verlaub, jedes Volk setzt sich andere Prioritäten für die eigene Entwicklung.

Es wird hier über zu lösende globale Probleme geredet. Diese sind ganz klar Überbevölkerung, Ausstoß von Treibhausgasen, Wasser, Bodenschätze, Terror, demographische Krise, Weltfischfang und Weltagrarangebot. Diese Probleme lösen wir nicht dadurch, daß wir über Deutschland als etwas gewesenes unser Kreuz machen. Es spricht eher einiges dafür, das relative Gewicht Deutschlands in der Welt zu erhöhen, weil viele andere Staaten globale Probleme nicht so dringlich wahrnehmen wie wir. Schon die USA haben einen ganz anderen philosophischen Ansatz, geschweige denn China. Eine Wiederbelebung Deutschlands (oder Europas) würde unser Modell auch propagandistisch unetrstützen, wie ja etwa die UdSSR allein durch den Sputnik und Gagarin in der Welt an Autorität gewann. Nur aus Jux hat Kennedy das Apollo-Programm nicht in Gang gesetzt, da standen auch durchaus handfeste Machtinteressen hinter.

Überbevölkerung ist ein Problem, das vor allem über die verbesserte Stellung der Frau gelöst wird. In vielen Ländern hat es hier gerade in den letzten Jahren große Erfolge gegeben. Deutschland hat hier kaum Möglichkeiten, noch mehr beizutragen. Manche Länder müssen sich eher darum sorgen, daß die Geburtenraten zu plötzlich absinken.

Treibhausgase: wenn wir kaum noch Öl haben, löst sich das Problem teilweise selbst. Es ist eine gewisse Tragik, daß der billige Ölpreis, der der Weltwirtschaft hilft, der Umwelt so schadet. Deutschland kann da so viel nicht machen - z.B. ist der Benzinpreis durch Abgaben so belastet, daß es einem Ölpreis von gut 90$ je barrel entspricht, vielleicht auch mehr. Im Grunde haben wir damit die Wirtschaft auf einen Ölpreis vorbereitet, der so erst in vielleicht 20 oder 30 Jahren real wird. Natürlich müssen wir fortfahren, Treibhausgasemissionen zu mindern. Aber dazu sollte jedes Land seine eigene Strategie entwickeln. Wir können zum Beispiel die Atomenergie ausbauen - für ein Entwicklungsland wäre das eine unsinnige Strategie. Das sollte lieber von Anfang an auf regenerative Energien setzen, gerade auch in einer Klimazone mit höherer Sonneneinstrahlung, in einer Region mit mehr Wasserkraft usw. Wir entwickeln zur Zeit CO2-Vermeidungsstrategien, die der ganzen Welt nützen könnten. Von daher sehe ich ein mehr an Deutschland als positiv für die Welt.

Die Erfahrung der vergangenen 20 Jahre hat zugleich gezeigt, daß wir Wirtschaftswachstum und Rohstoffverbrauch entkoppeln können. Daher halte ich nichts von den Thesen, daß wir in Zukunft ohne Wachstum auskommen sollten, um die Erde zu schonen. Das ist veraltetes Denken. Wirtschaftswachstum wird zunehmend aus Ideen, Dienstleistungen und Konzepten gespeist, auch aus der imemr intelligenteren Nutzung von Rohstoffen, und bei dem Wirtschaftswachstum sollte Deutschland unbedingt vorne mit dabei sein. In dem Link wurde die Erschöpfung der Kupferlagerstädten angemerkt. Bereits heute sind die größten genutzten Kupferlagerstädten der Welt Altbauten. Deshalb ja stimmen die "Terms of Trade" für Chile und Peru beim Kupferbergbau nicht mehr. Wir brauchen immer weniger Minenkupfer, weil wir immer vollständiger wiederverwerten.

Mehr zu anderer Zeit, sonst wird das hier zu lang.
Our quality of life peaked in 1974. It`s all downhill now

We will pay the price for believing the world has infinite resources

George Monbiot
Tuesday December 31, 2002
The Guardian

With the turning of every year, we expect our lives to improve. As long as the economy continues to grow, we imagine, the world will
become a more congenial place in which to live. There is no basis for this belief. If we take into account such factors as pollution and the
depletion of natural capital, we see that the quality of life peaked in the UK in 1974 and in the US in 1968, and has been falling ever
since. We are going backwards.

The reason should not be hard to grasp. Our economic system depends upon never-ending growth, yet we live in a world with finite
resources. Our expectation of progress is, as a result, a delusion.

This is the great heresy of our times, the fundamental truth which cannot be spoken. It is dismissed as furiously by those who possess
power today - governments, business, the media - as the discovery that the earth orbits the sun was denounced by the late medieval
church. Speak this truth in public and you are dismissed as a crank, a prig, a lunatic.

Capitalism is a millenarian cult, raised to the status of a world religion. Like communism, it is built upon the myth of endless exploitation.
Just as Christians imagine that their God will deliver them from death, capitalists believe that theirs will deliver them from finity. The
world`s resources, they assert, have been granted eternal life.

The briefest reflection will show that this cannot be true. The laws of thermodynamics impose inherent limits upon biological production.
Even the repayment of debt, the pre-requisite of capitalism, is mathematically possible only in the short-term. As Heinrich Haussmann
has shown, a single pfennig invested at 5% compounded interest in the year AD 0 would, by 1990, have reaped a volume of gold 134bn
times the weight of the planet. Capitalism seeks a value of production commensurate with the repayment of debt.

Now, despite the endless denials, it is clear that the wall towards which we are accelerating is not very far away. Within five or 10 years,
the global consumption of oil is likely to outstrip supply. Every year, up to 75bn tonnes of topsoil are washed into the sea as a result of
unsustainable farming, which equates to the loss of around 9m hectares of productive land.

As a result, we can maintain current levels of food production only with the application of phosphate, but phosphate reserves are likely to
be exhausted within 80 years. Forty per cent of the world`s food is produced with the help of irrigation; some of the key aquifers are
already running dry as a result of overuse.

One reason why we fail to understand a concept as simple as finity is that our religion was founded upon the use of other people`s
resources: the gold, rubber and timber of Latin America; the spices, cotton and dyes of the East Indies; the labour and land of Africa. The
frontier of exploitation seemed, to the early colonists, infinitely expandable. Now that geographical expansion has reached its limits,
capitalism has moved its frontier from space to time: seizing resources from an infinite future.

An entire industry has been built upon the denial of ecological constraints. Every national newspaper in Britain lamented the
"disappointing" volume of sales before Christmas. Sky News devoted much of its Christmas Eve coverage to live reports from Brent
Cross, relaying the terrifying intelligence that we were facing "the worst Christmas for shopping since 2000". The survival of humanity has
been displaced in the newspapers by the quarterly results of companies selling tableware and knickers.

Partly because they have been brainwashed by the corporate media, partly because of the scale of the moral challenge with which finity
confronts them, many people respond to the heresy with unmediated savagery.

Last week this column discussed the competition for global grain supplies between humans and livestock. One correspondent, a man
named David Roucek, wrote to inform me that the problem is the result of people "breeding indiscriminately ... When a woman has
displayed evidence that she totally disregards the welfare of her offspring by continuing to breed children she cannot support, she has
committed a crime and must be punished. The punishment? She must be sterilised to prevent her from perpetrating her crimes upon
more innocent children."

There is no doubt that a rising population is one of the factors which threatens the world`s capacity to support its people, but human
population growth is being massively outstripped by the growth in the number of farm animals. While the rich world`s consumption is
supposed to be boundless, the human population is likely to peak within the next few decades. But population growth is the one factor for
which the poor can be blamed and from which the rich can be excused, so it is the one factor which is repeatedly emphasised.

It is possible to change the way we live. The economist Bernard Lietaer has shown how a system based upon negative rates of interest
would ensure that we accord greater economic value to future resources than to present ones. By shifting taxation from employment to
environmental destruction, governments could tax over-consumption out of existence. But everyone who holds power today knows that
her political survival depends upon stealing from the future to give to the present.

Overturning this calculation is the greatest challenge humanity has ever faced. We need to reverse not only the fundamental
presumptions of political and economic life, but also the polarity of our moral compass. Everything we thought was good - giving more
exciting presents to our children, flying to a friend`s wedding, even buying newspapers - turns out also to be bad. It is, perhaps, hardly
surprising that so many deny the problem with such religious zeal. But to live in these times without striving to change them is like
watching, with serenity, the oncoming truck in your path.

http://www.guardian.co.uk/comment/story/0,3604,866785,00.htm…
Hmmm... :rolleyes::confused:



#70 von DieterBohIen 09.01.03 15:52:06 Beitrag Nr.: 8.266.695 8266695
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Sittin bull inv

Einer der perversesten, ähhh interessantesten Denker an Board. Is hier hin und wieder mal falsch verbunden und wäre sicher als
Ratgeber des Papstes oder im Verein zur Erhaltung des Weltfriedens besser aufgehoben. Ansonsten charakterlich einwandfei.
Vielleicht wird er ja doch noch die Welt retten, behaltet ihn im Auge.

Nachteile: Hat sich hier seinen Dienst als MOD madig machen lassen, statt Drüber zu stehen.



:D:D:D


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