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"Morgenandacht" auf der CeBIT: "Go a-head, go a-head, Te-le-kom"

Für die Mitarbeiter von Telekom und Siemens beginnt der CeBIT-Tag eine halbe Stunde vor der Öffnung des Messegeländes -- mit der "Morgenandacht". "Guten Morgen Telekom, wie geht`s Euch?", ruft der Moderator Ingo Scholing. Mehr als 600 Telekom-Mitarbeiter in grauen Anzügen und Kostümen stehen am Freitag auf den Treppen der halbrunden Arena und antworten wie aus einem Mund: "Gut!" Dann beginnt das "Einschwören auf den Tag", wie die Veranstalter dieses tägliche Spektakel am Stand der Telekom auf der CeBIT in Hannover nennen.

Ein bisschen Musik, ein paar Witze -- und ganz viel Telekom. "Wer ist die Nummer eins", lautet die nächste Frage. "Te-le-kom" kommt es im Chor zurück. Dann stimmt Scholing mit Standleiter Dieter Baranowski ein Lied für den Tag an. Auf die Melodie des Kanons "Bruder Jakob" schmettern die Mitarbeiter den Text, der in großen Lettern auf der Leinwand steht. "Mo-ving a-head, mo-ving a-head - Te- le-kom, Te-le-kom -- in Halle 26, in Halle 26 -- hier geht`s rund, hier geht`s rund." Im Anschluss wird Telekom-Mitarbeiter Wolfgang Prüßner zum Geburtstag gratuliert -- mit "Happy Birthday" und der Welle "La Ola".

Am Stand von Siemens Mobile gleich nebenan setzt das Motivationsteam auf Bewegung. "Wir haben einen gemeinsamen Tanz auf das Lied `be inspired` entwickelt", sagt Sprecher Stefan Müller. Hand auf die Schulter, Hand an die Hüfte -- der Tag kann beginnen. Es gehe darum, den Teamgeist zu stärken und gemeinsam in den Tag zu starten. "Wir sind eine große Familie", meint Müller mit einem Glänzen in den Augen.

Die Idee für solche Veranstaltungen kommt aus den USA. "Dort ist das normal, hier finden es einige noch komisch", sagt Telekom-Sprecher Stephan Broszio. Sein Unternehmen mache diese Andacht seit rund sechs Jahren. "Der Messejob ist hart, da ist es schön, wenn man mal ein paar Minuten Tuchfühlung mit der Führungsmannschaft hat." Jeden Tag komme ein Vorstandsmitglied, am Mittwoch war Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke dabei und lobte seine CeBIT-Mannschaft.

Am Freitag ist es René Obermann, Vorstandsmitglied von T-Mobile International. Als die Stimmung auf dem Höhepunkt ist, betritt er die Bühne und appelliert an das Wir-Gefühl: "Lasst uns hier unten noch ein wenig enger zusammenrücken." Und dann: "Eine Messewoche mit Ihnen macht einfach Spaß." Ein solches Lob von höchster Stelle geht runter wie Öl. "Ich krieg eine Gänsehaut", sagt eine Mitarbeiterin gerührt. Nach ein paar offiziellen Dankes-Worten hat Obermann noch eine Überraschung parat: Robert Dotsen, T-Mobile-Vorstand USA, ist gekommen -- und als US-Amerikaner weiß er, was er zu tun hat. "Jetzt alle: Go T-Mobile, Stop Vodafone", ruft er den 600 zu.

Die Menschen, die das Spektakel vom Gang aus beobachten, haben wenig Verständnis für diese Art von Motivation. "Ich find` das schon ziemlich krass", sagt eine junge Frau. Ein Mann findet noch deutlichere Worte: "Das ist eine Ansammlung von grauen Mäusen, die in ihrem Käfig auf den Tag eingestimmt werden müssen." Das Ganze sei ziemlich überzogen, und außerdem: "Eigentlich sollte die katastrophale wirtschaftliche Lage doch Motivation genug sein."

Die Telekomler hingegen sind begeistert. "Das gehört einfach dazu, es macht totalen Spaß", sagt eine. Eine andere fügt hinzu: "Da ist man doch gleich viel wacher." Dann ist es neun Uhr, ein neuer Messetag beginnt und vielleicht summt wenigstens einer an seinem Computer ein wenig vor sich hin: "Go a-head, go a-head, Te-le-kom, Te-le-kom." (Kathrin Schulte-Bunert, dpa) / (anw/c`t)
:laugh:


http://www.heise.de/newsticker/data/anw-14.03.03-016/


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