Paul Hartmann AG - Wer kennt die näher ? - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 19.03.03 18:33:30 von
neuester Beitrag 20.09.04 14:15:39 von


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19.03.03 18:33:30
Nach der Wella Übernahme bin ich bei der Suche nach interessanten Konsumgüter-Herstellern zufällig auf die Paul Hartmann AG gestossen.

Bis auf die Web-Seite konnte ich aber kaum Infos finden. Dort ist allerdings ein sehr guter HV Bericht des VV von 2002 zu finden:
http://www.hartmann.info/deutsch/unternehmen/zahlen/rede_ceo.pdf

Mein erstes Fazit:

Positiv:
- klare Strategie, interessanter Markt
- gute Marken (Kneipp, Fixies)
- kontinuierlicher Kursverlauf (wichtig in solchen Zeiten)
- Konservative Firmenpolitik

Negativ:
- recht hoch bewertet
- wenig Börsenumsatz
- nichtvorhandene IR
- UN ist nicht in der Aktienpresse präsent (keine Nachrichten etc.) und dies trotz 500 Mio EUR Marktkapitalisierung

Würde mich freuen, wenn jemand mal irgendwo eine Analyse o.ä. aufstöbern könnte (vielleicht im NWJ ?).

MMI
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19.03.03 18:39:53
sitzt in Heidenheim - eine Topfirma - zur Aktie kann ich dir leider nichts sagen.
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19.03.03 18:48:51
schau mal bei gsc rein, da gabs in den letzten jahren immer nen hv-bericht:

2002:
http://www.gsc-research.de/public/contents/Article.cfm?PosFN…

2001:
http://www.gsc-research.de/public/contents/Article.cfm?PosFN…
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19.03.03 18:51:06
Meine Meinung: Die Hartmann AG ist ein konservatives, alteingesessenes Unternehmen, das aus dem Medical-Markt kommt und auch heute noch (zumindest nach meinem Wissen) den größten Teil seines Geschäfts im Krankenhaus-Bereich tätigt, zB mit Produkten für Wundversorgung, OP-Bedarf etc. In diesem Markt ist Hartmann sehr bekannt und hat auch einen sehr guten Ruf.

Trotz Kneipp und Fixies ist Hartmann daher kein eigentlicher Konsumgüterhersteller und mit Wella nicht zu vergleichen.
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19.03.03 19:04:24
Positive Bilanz für 2002
HARTMANN-Gruppe wächst zweistellig bei Umsatz und Gewinn


Allen Widrigkeiten der Konjunktur zum Trotz konnte die HARTMANN-Gruppe ihre Umsatzerlöse im Jahr 2002 um 10 Prozent auf knapp 1,27 Milliarden Euro erhöhen. Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg überproportional an und beläuft sich nach vorläufigen HGB-Zahlen für 2002 auf 23,1 Millionen Euro, mehr als 50 Prozent über dem Vorjahresergebnis.

Am stärksten konnte mit 17 Prozent Umsatzplus der Bereich Pflege zulegen, der damit erstmals zum umsatzstärksten Unternehmensbereich der HARTMANN-Gruppe wurde.

Ulrich Hemel, der Vorstandsvorsitzende der PAUL HARTMANN AG, begründet die positive Geschäftsentwicklung vor allem mit der schnellen Integration neuer Tochtergesellschaften wie den 2001 übernommenen KNEIPP-Werken, der Optimierung interner Prozesse und der weiteren Internationalisierung des Unternehmens.

Hemel erklärt weiter: „Unser konsequenter Expansionskurs im Ausland zahlt sich aus. Wir werden uns auch in Zukunft auf neuen wachstumsstarken Märkten in OECD-Staaten sowie allgemein in bevölkerungsreichen Ländern engagieren.“ In den vergangenen Monaten gründete das Unternehmen neue Tochtergesellschaften in Slowenien, Australien, Algerien und Marokko. Damit ist die HARTMANN-Gruppe weltweit in 34 Ländern vertreten und erwirtschaftet mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.


27-02-2003
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19.03.03 19:06:27
@NmSpezi,

Gsc ist leider kostenpflichtig :(
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19.03.03 19:12:00
@Kassengestell,

da hast Du sicher recht, dass der Vergleich mit Wella hinkt, interessant ist die Aktie aber dennoch.

@Hossinger,

danke, die Meldung hatte ich glatt übersehen ...

MMI

mal schauen, vielleicht kann man ja mal ein paar Stück günstig abstauben ...
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19.03.03 19:35:27
@memyselfandi007: stimmt aber ich denk für leute die sich für nebenwerte interessieren ist gsc nunmal unverzichtbar und 3 € für nen detailliertn bericht oder 89 fürs jahresabo find ich ok...
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19.03.03 19:40:24
KGV 2002 bei Kurs € 150 ca. 30.

Schwache EK-Rendite, sehr inhomogene Geschäftsfelder.

KE längerfristig geplant, also weitere Gewinnverwässerung.

CU, goldmine
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20.03.03 09:42:09
#7,

ich habe auch nicht sagen wollen, daß Hartmann uninteressant ist, das hängt von deinen Zielen ab.

Ich halte die Aktie für ein vergleichsweise sicheres Papier, bei der aber auch keine kurzfristigen Sprünge nach oben drin sind. Also nix für spekulative Anleger.

Gruß KG
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20.03.03 10:55:47
@goldmine,

23,1 Mio Gewinn für 2002 bei 3,55 Mio Aktien macht 6,50 EUR pro Aktie Gewinn. KGV 2002 dann bei 150 Eur bei 23.


Das ist sicher nicht billig, auch die Dividendenrendite mit kanpp 2% nicht gerade berauschend.

Aber:

ich habe mal die Dividenden seit 1990 ausgegraben:

EUR Steigerung zum Vorjahr
2002 2,85 3%
2001 2,77 3%
2000 2,68 7%
1999 2,51 0%
1998 2,51 7%
1997 2,35 8%
1996 2,18 0%
1995 2,18 8%
1994 2,01 38%
1993 1,45 0%
1992 1,45 8%
1991 1,34 20%
1990 1,12


Das macht im Schnitt 9% Dividendensteigerung im Jahr....und das seit 1990.


@Kassengestell,

stimmt, einen schnellen Euro kann man damit nicht machen, aber als Anleihen-Ersatz (mit eingebautem Inflationsschutz) durchaus interessant.



Mich würden aber auch Meinungen aus der Branche interessieren. Hat jmd in dem Bereich (Krankenhaus, Pflege) zu tun ? Wirken sich die Probleme im Gesundheitswesen positiv oder negativ aus ?

Vielen Dank nochmal für alle Meinungen,

MMI
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20.03.03 10:56:25
@9

Goldmine, woher hast Du die Info mit der KE ?

MMI
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20.03.03 11:17:15
@my..01

Sorry, war der Gewinn 2001.

Die KE soll im Rahmen einer Ausweitung der handelbaren Aktien erfolgen. Dafür werden sicher weitere Ergebnissteigerungen abgewartet werden.

Quelle waren Aussagen auf der BPK soweit ich das in Erinnerung habe.

CU, goldmine
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20.03.03 13:33:43
@13,

das könnte ja aber auch bedeuten, dass die Familie Aktien abgibt. Das Ergebnis pro Aktie würde dadurch nicht verwässert werden.

MMI
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20.03.03 13:46:06
@MMI

Sieh Dir die Bilanz an, die sollten ihr EK stärken.

Der VV ist ein ehemaliger Priester, auf hohe Rentabilität wurde bisher nicht geachtet. Dann tätigt man auch noch Akquisitionen. Man fragt sich aber, was eine Fa. Kneipp mit den anderen Aktivitäten von Hartmann groß zu tun hat, außer daß sie teilweise auch über Apotheken verkauft werden.

Sicher wollen die ihr Kapital erhöhen, wenn es möglich ist.

Ich war jedenfalls enttäuscht nach Durchsicht des Geschäftsberichtes 2001. KGV 2002 von 23 - ist das attraktiv? Sieh Dir mal Puma, Boss und die großen Pharmawerte an, die sind alle viel billiger und auch handelbar.

CU, goldmine
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20.03.03 14:12:39
Hallo Goldmine,

Ulrich Hemel war kein Priester, er studierte Theologie und ging ins Priesterseminar. Er ist Professor (theol.?) und hat eine Ausbildung zum Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Außerdem war er bei Boston Consulting Group tätig.

Die geplante Kapitalerhöhung soll der Paul Hartmann AG einen besseren Handel an der Börse ermöglichen, soll heißen die Aktie aus dem Nebenwertedasein etwas befreien.

Zur fundamentalen Betrachtung: Die Paul Hartmann AG verrechnet den Goodwill bei Erwerb der Unternehmen erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen (GB 2001, Seite 54)
Daher sinkt das Eigenkapital.

Fixies scheint mir nicht so interessant zu sein, da die Premiummarke gepflegt werden muß und das kostet viel Geld (Werbungskosten).

Sehr interessant hingegen finde ich den Medicalbereich und Kneipp.

Die Streichung der Produktvielfalt und die Expansion im außereurogäischen Ausland finde ich sehr vernünftige strategische Entscheidungen.

Wer auf eine Bibliothek zurückgreifen kann, dem empfehle ich ein Interview mit Herrn Hemel (in der FAZ vom 21.5.2002 Seite 20)
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20.03.03 14:50:18
@carimba,

danke für die Info. Du hast nicht zufällig eine version die Du hier reinstellen könntest ?

@goldmine
bei den grossen Pharmawerten bin ich schon dabei, hat mir aber nicht viel Freude gemacht :cry: :cry: :cry:
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20.03.03 18:30:34
Hallo memyselpfandi007,

den Artikel hab ich leider nur in Druckversion, sonst hätte ich ihn schon reingestellt.
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20.03.03 19:00:40
schade ......:(
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20.03.03 20:53:20
memyselfandi007,

Du hast Post!
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14.04.03 12:41:25
Anbei ein interessanter Artikel aus der SZ am WE

Am besten gefällt mir der Ausdruck : Inkontinenz-Produkte ..... früher hieß da mal Windeln, oder ???


Mit der Mullbinde um die ganze Welt

Wie die schwäbische Paul Hartmann AG den Globus aufrollt

Der studierte Theologe Ulrich Hemel hat das Hygiene- und Medizinunternehmen in Windeseile modernisiert / Geschäft mit Inkontinenz-Produkten floriert


Von Dagmar Deckstein

Zugegeben, besonders appetitlich ist das Thema nicht, auf dem ein Gutteil des Erfolgs der Paul Hartmann AG fußt. Aber dafür ist das Problem so weltumspannend wie der kleine Weltkonzern, zu dem sich das Traditionsunternehmen aus dem schwäbischen Heidenheim in den letzten Jahren gemausert hat. Mit diesem Problem kämpfen fünf Prozent der Weltbevölkerung, also derzeit rund 300 Millionen Menschen, und es heißt Inkontinenz.

So wundert es nicht, dass der Bereich Pflege, zu dem auch die entsprechenden absorbierenden Produkte aus dem Hause Hartmann zählen, sich mittlerweile zur umsatzstärksten Sparte entwickelte, die allein im letzten Jahr um 17 Prozent wuchs. Zum Drei-Säulen-Modell Hartmanns gehören weiter der Unternehmensbereich Medical – das sind Pflaster, Kompressen und sonstige Hilfsmittel zur Wundbehandlung – und als drittes Standbein die Konsumgüter, zu denen Slipeinlagen, Tampons, Babywindeln und die zur Wellness-Marke aufgeputzte Körperpflege-Kollektion aus dem etwas altbacken anmutenden Hause Kneipp. Den Würzburger Hersteller von Gesundheitsprodukten zu erwerben, war eine der ersten Amtshandlungen des neuen Vorstandschefs der Hartmann AG, Ulrich Hemel.

Überhaupt, Ulrich Hemel: Das rasante Tempo, das der Professor beim Sprechen vorlegt, das legt er auch beim Um- und Ausbau des Unternehmens an den Tag. Und wenn die These stimmt, dass das Schicksal eines Unternehmens mehr denn je bestimmt wird von dessen Führungsspitze – im Guten wie im Schlechten –, dann ließe sich im Medizinhaus Hartmann dafür ein Beleg finden. Immerhin meint auch Ulrich Hemel, nach dieser These befragt, dass er die „Wichtigkeit des Kopfes eines Unternehmens früher zu unterschätzen“ geneigt gewesen sei. Aber das Unternehmen, für das er früher arbeitete, hatte einen so allumfassend großen Kopf, dass der für die meisten gar nicht mehr zu sehen war.

Der heute 46 Jahre alte Manager ist nämlich promovierter Theologe, und er lehrt noch heute an der Universität Regensburg katholische Religionspädagogik und Katechetik. Der Weg vom Bibelstudium zu Babywindeln verläuft naturgemäß nicht schnurgerade, und so sattelte Ulrich Hemel seinerzeit erst einmal ein Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften drauf, mit dem Ziel, nicht nur Priester zu werden, sondern von dort aus auch die Katholische Kirche auf Modernisierungskurs zu bringen. Die Erfahrung lehrte Hemel indessen, „dass die Spielregeln der Institution als solche in manchen Fällen den Idealismus überwuchern“.

Berater statt Priester

Wenn schon, denn schon, dachte sich der enttäuschte Kandidat und wurde nicht Priester, sondern Unternehmensberater. 1991 wechselte er von der Uni zur Boston Consulting Group in München, wo er sich unter anderem bei der Sanierung von Carl Zeiss in Oberkochen bewährte. Von dort war der Weg nicht mehr weit in die volle Verantwortung für ein Unternehmen, die Hemel als Berater vermisste. 1996 kam er zu Hartmann, zunächst als Leiter der Abteilung Akquisitionen & Internationale Unternehmensentwicklung, zwei Jahre später wurde er in den Vorstand berufen, wo er obendrein noch die Verantwortung für den Bereich Alten- und Krankenpflege übernahm. Und seit 1. Januar 2001 ist Hemel Chef des globalisierten Gesundheitsunternehmens mit weltweit 10 000 Beschäftigten, davon 4500 in Deutschland und einem Jahresumsatz von inzwischen 1,27 Milliarden Euro und einem Jahresüberschuss von 23 Millionen Euro. Spätestens bis 2007 soll die Umsatzmarke von zwei Milliarden Euro überschritten sein, so Hemels nächstes Ziel.

Vielleicht erklärt so eine ungewöhnliche und besondere Berufskarriere auch den Erfolg der Paul Hartmann AG, die sich als Hersteller von Medizinprodukten erfolgreich durch gleich zwei Krisen bewegt: durch die weltweite Konjunkturkrise einerseits und durch die Kostenkrise des deutschen Gesundheitswesens andererseits.

Und warum Hartmann heute zu den 50 größten Unternehmen Baden- Württembergs zählt, ein Unternehmen, das 1818 als Textilfabrik gegründet wurde, 1872 auf die Produktion von Verbandsmitteln umstieg und bis zum Eintritt Hemels (der das Durchschnittsalter des Vorstands schlagartig auf 55 Jahre drückte) 1996 als „sehr konservatives Unternehmen mit einer guten Marke, der aber eine konsequente Strategie fehlte“, ein wenig ins Dümpeln geraten war. Mit dem Generationswechsel vollzog Ulrich Hemel auch einen Paradigmenwechsel: „Wir haben uns unserer medizinischen Kompetenz besonnen und sie mit unserer erworbenen Glaubwürdigkeit im Markt ausgespielt“, so Hemel.

Hartmann wurde internationalisiert und „sehr, sehr konsequent modernisiert“. Wobei schon die Einführung von Zielvereinbarungen und die Neuausrichtung des Controlling ein hartes Stück Brot gewesen sei, erinnert sich Hemel: „Was, willst du uns etwa kontrollieren?“, habe man ihn empört zur Rede gestellt. Schnee von gestern. Heute hat Hartmann nicht nur acht Produktionsstätten in Deutschland, sondern seine ehemals zwölf auf 34 Auslandsgesellschaften in 31 Ländern ausgeweitet. Ob Schanghai oder Guangzhou, Moskau oder Bratislava, Toronto oder Riad: Hartmann ist schon da. Ägypten, Marokko, Algerien und Iran nebst Südostasien sind die derzeit größten Wachstumsmärkte für die Hartmann-Produkte für Wundbehandlung und Hygiene.

Viele alte Menschen

„Wir gehen bewusst und bevorzugt in die bevölkerungsreichsten Staaten“, sagt Hemel nicht von ungefähr – Stichwort Inkontinenz. Wo sehr viele Menschen leben, altern auch sehr viele. Richtung und Tempo seiner Globalisierungsstrategie will Ulrich Hemel beibehalten, bis 2006 will er jährlich zwei neue Auslandstöchter gründen – immerhin trägt das Auslandsgeschäft inzwischen zu fast 60 Prozent zum Umsatz bei.

Ein Erfolgsrezept Hemels klingt so einfach, wie sich viele Unternehmen bei der Umsetzung schwer tun: „Ein Unternehmen muss sich anstrengen, besser zu werden als die Rahmenbedingungen. Wir sind eine Organisation ohne Ausreden.“ Dabei verhehlt der studierte Theologe zumindest indirekt nicht, dass er durch sein Studium vielleicht durchaus einen kleinen Wettbewerbsvorteil genießt: „Sie erwerben eine tiefere Fähigkeit, Menschen als Menschen zu nehmen, unabhängig von ihrer jeweiligen Rolle. Und Sie werden weniger abhängig von den Christbaumkugeln des Erfolgs.
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14.04.03 13:23:09
Umsatz-, aber keine Gewinnziele, typisch.

CU, goldmine
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19.05.03 18:50:50
wie lang ist der Wert schon an der Börse und wie ist die Bewertung/Konjunkturresistenz?

;)pF
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19.05.03 19:31:39
An der Börse ist Hartmann mindestens schon seit 1989.

Der Kurs der Aktie hat mit der Konjunktur nicht viel zu tun, sondern schwankt seit 1989 zwischen 130 und 170, das Beta zum Dax liegt irgendwo zwischen 0 und 0,3.

Die Bewertung ist relativ hoch in Verhältnis zum Gewinn (KGV 23x), Kurs/Buchwert bei ca. 2x, Kurs/Umsatz bei 0,4.

Gewinnmargen aber (noch) relativ schwach.
Dividende gibt es ca. 2%.

Dafür ist die Bilanzierung recht konservativ. Wie gesagt, nichts aufregendes.

MMI
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19.05.03 20:33:20
Die Hartmann Aktie ist seit 1913 an der Börse.
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19.05.03 20:47:49
Danke !!!

Mein Kurssystem geht nur bis 1989 zurück ....

MMI
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19.05.03 22:44:08
:)
Hab ich aus einer Unternehmensinfo.

Wäre vermutlich nicht so einfach, die Kurse von damals herauszufinden.

Ein Lösungsansatz:
"Wühlarbeit" in einer gut sortierten Universitätsbibliothek?
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03.06.03 10:40:16
Ganz still und leise wurde der Geschäftsbericht auf der Homepage veröffentlicht.

http://www.hartmann.info./deutsch/unternehmen/zahlen/bericht…

Dank Umstellung auf IAS gibt es auch relativ gute Erklärungen.

Die Dividende wird um 5 cent erhöht.

Aufgefallen sind mir lediglich die etwas agressiveren Annahmen bei den Pensionsverpflichtungen, die aber wohl dem üblichen Niveau angepasst wurden.

Ich sehe auch keinen großen zusätzlichen Eigenkapitalbedarf, der Cashflow ist stark positiv, die Verbindlichkeiten konnten abgebaut werden.

40% Eigenkapital nach IAS bei relativ geringen immateriellen Vermögensgegenständen halte ich für recht komfortabel.

MMI
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23.06.03 23:28:04
Interessante IR Arbeit bei Hartmann:

Geschäftsbericht für die AG ist über die Homepage aufrufbar, der für die Gruppe nicht mehr !!!

Klickt man auf den Link von Posting #28 taucht er dann doch auf .......:confused: :confused:

In England wird gerade ein Konkurrent verkauft. bei der dortigen SSL Woundcare wird ein Preis von ca. 1,25 x Umsatz erwartet (Quelle: Financial Times von heute).

Sollte Hartmann bei der Rentabilitätssteigerung mal richtig vorankommen, wäre also eine Menge Spielraum bei der Bewertung nach oben drin.

Asonsten darf man wohl mal gespannt auf die Pressekonferenz diese Woche sein. Allzuviele Möglichkeiten der Info wird man diese Jahr nicht mehr bekommen...

MMI
(der seit 2 Wochen verzweifelt versucht, ein paar Aktien zu kaufen ....)
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25.06.03 19:20:11
Mangels Info von der Bilanz-PK der Vollständigkeit halber eine Meldung, die in die richtige Richtung weisst:


Staufen Invest übernimmt HARTMANN-Tochter J.H. Ziegler
HARTMANN konzentriert sich aufs Kerngeschäft Gesundheit und Wohlbefinden


Die Staufen Invest Beteiligungs-gesellschaft mbH mit Sitz in Bad Boll übernimmt zum 1. Juli 2003 die bis dato 100-prozentige HARTMANN-Tochter J.H. Ziegler GmbH & Co. KG. Das Acherner Unternehmen stellt mit rund 90 Mitarbeitern Vliesprodukte vor allem für Polstermöbel und Fahrzeuge her. Die Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Ziegler erwirtschaftete 2002 mit technischen Vliesstoffen einen Umsatz von rund 10 Millionen Euro. Die Produkte kommen in der Fahrzeug-, Bau-, Kunststoff-, und Möbelindustrie ebenso zum Einsatz wie im Elektronikbereich und bei Bekleidungsstücken. Das Zuliefergeschäft mit der Automobil- und Möbelindustrie will der neue Eigentümer ausbauen. „Ziegler passt hervorragend in unser Beteiligungsportfolio. Wir setzen verstärkt auf Systemangebote und werden hier weiter investieren“, erläutert Matthias Feil, Geschäftsführer der Staufen Invest, die Pläne für die Zukunft.

Für HARTMANN wird Ziegler auch künftig vor allem Gipspolster und Einziehdecken herstellen. „Als Kunde können wir weiterhin auf die qualitativ hochwertigen Produkte von Ziegler zurückgreifen“, betont Ulrich Hemel, Vorstandsvorsitzender der PAUL HARTMANN AG. „Da aber“, so Hemel weiter, “nur wenige Produkte von Ziegler zum Kernsortiment von Hartmann zählen, macht eine dauerhafte Beteiligung am Unternehmen für uns keinen Sinn. Wir sind daher froh, mit der Staufen Invest einen Investor gefunden zu haben, der mit seiner Kompetenz insbesondere im technologischen Bereich Ziegler vorantreiben wird.“
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26.06.03 10:04:56
Bilanzpressekonferenz
HARTMANN-Gruppe trotzt schwierigem Umfeld - Umsatz und Gewinn wachsen zweistellig


Trotz widriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen verlief das Jahr 2002 für die HARTMANN-Gruppe sehr positiv. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte der Anbieter von Produkten und Dienstleistungen rund um Gesundheit und Wohlbefinden den Umsatz zweistellig steigern. Auch das Ergebnis wurde deutlich verbessert.

Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 10,4 Prozent auf 1,27 Mrd. Euro. 4,4 Prozent resultierten dabei aus internem Wachstum, 6 Prozent wurden durch den Basiseffekt der im Jahr 2001 getätigten Akquisitionen wie zum Beispiel Kneipp generiert. Die HARTMANN-Gruppe hat für 2002 erstmals einen Konzernabschluss nach IAS vorgelegt und damit einen großen Modernisierungsschritt unternommen. Nach IAS stieg das operative Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 24 Prozent auf 115,3 Mio. Euro oder 9,1 Prozent des Umsatzes. Zu dieser Entwicklung trugen ein intensives Kostensenkungsprogramm, die rasche Integration neuer Töchter sowie das erfolgreiche internationale Geschäft bei. Der Konzernertrag nach Abzug von Fremdanteilen lag bei 16,4 Mio. Euro. Das sind 62,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

2002 konnte der Heidenheimer Gesundheitskonzern seine Internationalisierung durch die Neugründung von Tochtergesellschaften und Akquisitionen in Frankreich, Griechenland, Slowenien, dem Iran und Australien weiter vorantreiben. Im laufenden Jahr kamen neue Töchter in Marokko, Algerien, Rumänien und Norwegen sowie der Kauf des italienischen Distributors D.A.S. hinzu. Die HARTMANN-Gruppe ist somit in 36 Ländern weltweit mit eigenen Gesellschaften vertreten.

In Zukunft will das Unternehmen seine zwei Kompetenzmarken HARTMANN und Kneipp mit den Merkmalen „Medizinische Kompetenz“ sowie „Wohlfühlen und Wohlbefinden“ international weiter ausbauen. Unter anderem ist im Sommer 2003 ein umfassender Produkt-Relaunch bei Kneipp geplant. Zulegen will HARTMANN auch im Bereich OP-Produkte. Hier soll im Bereich nicht-textile OP-Abdeckprodukte investiert werden. Im Jahr 2003 peilt HARTMANN wieder ein Wachstum über dem Marktdurchschnitt, jedoch im einstelligen Bereich an.


25-06-2003
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17.07.03 13:48:34
3 Euro (Dividende einer Aktie ..) für den HV Bericht bei GSC Research vergeudet....

Stand leider nichts neues bzw. interessantes drin.

Ansonsten kann man sehr zufrieden sein, statt Dividendenabschlag Kursanstieg in dieser Woche.

Nach wie vor ist Hartmann eine der langweiligsten Aktien Deutschlands und deshalb einer meiner großen Favoriten. Das Unternehmen und das geschäftsmodell bzw. die Zukunftsaussichten sind alles andere als langweilig.


MMI
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17.07.03 15:37:35
Halt, da war ich wohl zu fix. Das ist interessant:

Lt. Auskunft des CEO hat der starke Euro verminderte Kosten von ca. 14 Mio EUR für Hartmann zur Folge. Wenn sich das (nach Steuern) auf den Gewinn durchschlägt, wäre das eine deutliche Erhöhung (IAS Gewinn 2002: 16 Mio. EUR) für 2003.



MMI
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01.08.03 21:06:00
Hartmann: ich meine, und das ist in einem Beitrag früher bereits angesprochen worden, dass die Umsatzrendite zu gering ist. Anders ausgedrückt, die Firma zeigt über die letzten 5 Jahre zwar Umsatz- jedoch kein Gewinnwachstum.
Trotz Investitionen in einer Größenordnung von 50 Mill. Euro bis ca. 150 Mill. Euro ist der Gewinn mit ca. 13 Mill € bis ca. 25 Mill. € viel zu gering. Diese Firma verdient, so wie ich es verstehe, kein Geld.
sollte man nicht kaufen.
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04.08.03 11:38:47
@hausmeister,

der entscheidende Punkt Deines Beitrages ist "Die Firma zeigt kein Gewinnwachstum"

Tatsache ist, dass Hartmann immer recht konservativ bilanzierte.

Schaut man mal eine Ebene tiefer (z.b, operativer Cashflow), sieht man, dass die Investitionen sich langsam auszahlen. Einem recht dürftigem Gewinn von 4,6 EUR pro Aktie stehen knapp 26 EUR Op. Cash Flow gegenüber. Da ist noch einiges an Luft hinsichtlich Gweinnausweis drin.

Um mit dieser Aktien Freude zu haben, ist aber sicherlich Gedud notwendig, schnelle hundert Prozent lassen sich hier sicher nicht einfahren.

Andererseits finde ich, dass der CEO einen guten Eindruck macht und dass sich hier doch langsam aber sicher einiges bewegt (siehe IAS Bilanzierung).

Vielleicht kommt ja dadurch die große Wende ;) ;) :




Fieberthermometer im Disney-Design
Fiebermessen mit Mickey, Winnie oder Mowgli&Co


Fieber ist zwar nicht schön, aber mit den neuen Disney-Thermometern von HARTMANN macht zumindest das Fiebermessen Spaß.

Die farbigen Thermometer der limitierten Thermoval Classic Disney-Edition dürften in der bevorstehenden Erkältungszeit zum richtigen Renner im Kinderzimmer werden. Mickey Mouse präsentiert sich auf klassischem Rot. Winnie the Pooh lacht passend zu seiner Vorliebe für Honig auf einem gelben Thermometer. Und das Dschungelbuch-Thermometer mit Mowgli und seinem Freund Balou ist natürlich grün.

Die Thermometer der Thermoval Classic Disney-Edition verbinden formschönes, ergonomisches Design mit einfacher Handhabung und hoher Funktionalität. Das Thermometer wird durch einen einzigen Knopfdruck aktiviert und eignet sich für orales, axillares und rektales Fiebermessen. Nach Abschluss der Messung ertönt ein Signal, und der letzte Messwert wird gespeichert. Das bruchfeste, wasserdichte Gehäuse lässt sich leicht reinigen und desinfizieren und steckt in einer praktischen Aufbewahrungshülse.

Die Disney-Thermometer sind ab August ausschließlich in Apotheken erhältlich.


15-07-2003
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04.08.03 13:26:20
@memyself

ja, DU hast vollkommen Recht, der operative Cashflow ist sehr hoch. Warum? Im operativen Cashflow sind auch die Abschreibungen enthalten. Die liegen in der Größenordnung der Investitionen. Nur der Jahresüberschuss ist wesentlich geringer. Und das scheint das Problem zu sein.
Aber natürlich kann ich mich auch irren.

Ich suche immer, wie wohl alle, die hier posten, nach tollen Aktien, die unterbewertet sind. Als ich mir den Geschäftsbericht von Hartmann angeschaut habe dachte ich zuerst, toll, die haben ja sogar Marken im Portfolio (Kneipp, Fixies). Aber dieses Ergebnis (Jahresüberschuss) ist ja mieserabel. Gut möglich, dass es vor Antritt des neuen Vorstandsvorsitzenden noch schlechter war, aber gut ist das auch heute nicht.

Deshalb, werde ich auf keinen Fall kaufen. Wen es interessiert, habe gerade die deutsche Hyrican gekauft. Da ist das Verhältnis von Jahresgewinn zu Investitionen so wie ich es haben will und billig sind die.
Geschäftsmodell ähnlich Dell Computer.

Viele Grüße
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10.08.03 16:38:16
wen es interessiert;

P. Hartmann beliefert die Bundeswehr mit Verbandpäckchen.
Dies hat vorher die Lohmann GmbH getan, die m.W. von Hartmann übernommen wurde.

Falls es also zu größeren kriegerischen Auseinandersetzungen kommen sollte, steht PH nicht allzu schlecht da :rolleyes:


pF
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11.08.03 10:39:23
@proFeit,

ich glaube, dass da mit den Verbandskästen im Auto mehr verdient ist.

Die Truppenstärke der BW geht ja immer weiter zurück, also insgesamt ein eher schrumpfender Markt.


MMI
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17.09.03 14:44:25
Um den Thread nicht einschlafen zu lassen´, neues aus dem Hause Hartmann:

PermaFoam
Der neue Schaumverband mit einzigartiger Porenstruktur


Mit dem Schaumverband PermaFoam rundet HARTMANN sein Sortiment für die moderne Wundbehandlung ab.

Schaumverbände leisten vor allem bei der Reinigung und Konditionierung chronischer, in ihrem Heilungsverlauf stagnierender Wunden gute Dienste. PermaFoam unterscheidet sich dabei von anderen Schaumverbänden durch seine einzigartige Porenstruktur, die eine hohe Funktionalität und therapeutische Wirksamkeit des Verbandes sichert.

Bei PermaFoam sorgen immer kleiner werdende Poren für eine zunehmend nach oben gerichtete, also vertikale Kapillarwirkung. Dadurch wird überschüssiges Wundexsudat schnell bis unter die Deckschicht abgeleitet. Dort bleibt das aufgenommene Wundexsudat auch unter Druckeinwirkung, zum Beispiel durch einen Kompressionsverband, denn es verteilt sich unter der Deckschicht zu den Seiten hin. Diese Kapillar-wirkung sorgt nicht nur für eine rasche Regulierung der Menge des in der Wunde verbleibenden Wundexsudats, sondern auch für Schutz der Wundränder, die insbesondere bei starker Sekretion leicht mazerieren. Darüber hinaus gewährleistet die Wasserdampfdurchlässigkeit der Deckschicht ein ausgewogen feuchtes Mikroklima in der Wunde, was ebenfalls die Heilungstendenz unterstützt.

PermaFoam eignet sich bei oberflächlichen, stark bis mäßig sezernierenden Wunden in der Reinigungsphase und zum Aufbau des Granulationsgewebes (Konditionierung) für folgende Einsatzbereiche:

- chronische Problemwunden wie Ulcera cruris verschiedener Genese (nicht infiziert)
- Dekubitus (nicht infiziert)
- Verbrennungen bis Grad 2a.

PermaFoam steht in den Größen 10 x 10, 10 x 20, 15 x 15 und 20 x 20 cm zur Verfügung. PermaFoam comfort ist zusätzlich mit einem Haftrand ausgestattet und in den Größen 11 x 11, 10 x 20, 15 x 15 und 20 x 20 cm erhältlich.
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17.09.03 16:44:56
Übrigens! Zu den Bilanzierungsstrategien schrieb Prof. Karlheinz Küting am 07.11.2000 einen Artikel in der Welt mit der Überschrift "Keiner bilanziert so konservativ wie die Paul Hartmann AG"
http://www.iwp.uni-sb.de/veroeff/kuepub00.html
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17.09.03 17:08:16
Ein peinlicher Artikel von Küting.

Völlig ohne Erkenntniswert und ging an der Sache vorbei.

Bilanzierung von Vorräten mit den Einzelkosten ist schließlich kein Wert an sich und verstellt dem Management eher den Blick auf die Realität.

Die ist weiter renditeschwach.

CU, goldmine
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17.09.03 18:45:59
@nurmalsozumgucken
Danke für den Tipp !

Dem Archiv der "Welt" sei Dank anbei der Artikel.

@Goldmine
Mit dem Inhalt des Artikels hast Du Recht, durch die IAS Bilanzierung ist das sowieso überholt. Das mit dem "renditeschwach" werden wir noch sehen. Der Übergang zu IAS wird sicherlich ein besseres Bild liefern.

MMI





Niemand bilanziert so konservativ wie die Paul Hartmann AG
Medizin- und Hygienekonzern überdurchschnittlich ertragsstark - Hohe stille Reserven in der Bilanz versteckt
Von Karlheinz Küting
Saarbrücken - Im Brief an die Aktionäre blickt der Vorstand der Paul Hartmann AG mit Sitz in Heidenheim/Brenz auf ein erfolgreiches Jahr 1999 zurück. Und in der Tat kann dem Konzern mit den Sparten Alten- und Krankenpflege, Konsumgüter und Medical nach dem Modell des Instituts für Wirtschaftsprüfung (Saarbrücker Modell) eine überdurchschnittlich hohe Ertragsstärke bescheinigt werden. Eine Eigenkapitalquote von nahezu 50 Prozent und eine Gesamtkapitalrentabilität von fast acht Prozent zeichnen ein mehr als solides Unternehmensbild.

Jene Unternehmen, die die bilanzpolitischen Instrumente so einsetzen, dass ein möglichst geringer Jahresüberschuss erzielt wird, werden als konservativ bilanzierende Unternehmen bezeichnet. Sie weisen eine (weit) bessere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auf, als im offiziellen Rechenwerk abgebildet wird. Kaum ein anderer Konzern in Deutschland bilanziert so konservativ wie das Heidenheimer Unternehmen; so dass die zu analysierende Bilanz vor stillen Reserven nur so strotzen dürfte.

Die angewandte Bilanzpolitik spricht eine deutliche Sprache.

Soweit wie möglich wird die so genannte gebrochene Abschreibung angewendet. Danach wird - sobald die lineare Abschreibung die degressive Abschreibung übersteigt - von der degressiven auf die lineare Abschreibungsmethode übergegangen. Bei der Abschreibungsermittlung werden relativ kurze Nutzungsdauern zu Grunde gelegt.

Bei den unfertigen und fertigen Erzeugnissen werden die Herstellungskosten nur mit den aktivierungspflichtigen Einzelkosten angesetzt. Da in aller Regel die Gemeinkosten die Einzelkosten (um ein Vielfaches) übersteigen, können im Vorratsvermögen von Paul Hartmann sehr hohe stille Reserven vermutet werden. Eine so konservative Bilanzpolitik wird nur bei ganz wenigen Ausnahmekonzernen praktiziert (zum Beispiel BMW und Volkswagen).

Der Konzern nimmt auch steuerrechtliche Mehrabschreibungen in Anspruch. Diese Abschreibungskategorie stellt in voller Höhe stille Reserven dar.

Die Pensionsrückstellungen werden nach dem deutschen Teilwertverfahren ermittelt. Dabei gelangt nicht - wie ansonsten durchweg üblich - ein Abzinssatz von sechs Prozent zur Anwendung, vielmehr geht Paul Hartmann von einem dreiprozentigen Zinssatz aus. Damit kann davon ausgegangen werden, dass die betriebliche Altersversorgung mit den Rückstellungen in der Bilanz und der Personalaufwand in der Erfolgsrechnung besonders hoch ausgewiesen wird.

Auch kann vermutet werden, dass der Heidenheimer Konzern auf freiwilliger Basis Aufwandsrückstellungen bildet. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass die ‚Sonstigen Rückstellungen` auch Beträge für Instandhaltungen umfassen.

Paul Hartmann ist sozusagen ein Lehrbuchfall zur Beschreibung einer konservativen Bilanzpolitik. Wie in kaum einem anderen Fall hat die bilanzpolitische Strategie die tatsächliche Unternehmenslage kaschiert. Wie in kaum einem anderen Fall dürfte daher für Paul Hartmann die alte Praktikerregel gelten, dass gute Bilanzen in Wahrheit noch weit besser und schlechte Bilanzen meist noch schlechter sind als die Realität.



Der Autor ist Ordinarius für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes
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18.09.03 12:59:46
@ goldmine

Ich verstehe Deine Kritik nicht ganz. Was soll schlecht daran sein, im Rahmen einer mögl. konservativen Bewertung bei den UFE/FE auf die Zurechnung von Gemeinkosten zu verzichten?
Die Bilanz ist das Eine, die KLR ist was anderes.

Gruß unicum
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18.09.03 13:08:10
@unicum

Die Kritik bezog sich auf den Artikel, da bin ich von Küting analytischeres gewohnt.

Eine Bilanz sollte IMHO nicht die Werte vor ihren Adressaten verstecken sondern gemäß des true and fair view (kein Zufall das sowas in englisch formuliert ist) zeitnah und korrekt ausweisen.

Wenn z.B. die Vorräte abgebaut werden, löst man so stille Reserven auf und schönt das Ergebnis. Genauso auch bei allen anderen Positionen entspr.

Das führt dann zur Fehlinterpretation, Bilanz verbessert, Gewinn gesteigert, obwohl das Gegenteil der Fall ist (z.B. das Geschäft rückläufig).

Ich denke Du verstehst, worauf ich hinaus will.

CU, goldmine
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18.09.03 13:19:18
O.K. so gesehen ( quasi ex post-betrachtend) kann ich Dir folgen. Ich persönlich kann mit dem IAS-Prinzip auch besser leben. Andererseits hat es auch seinen Charme vom Worst Case Szenario aufwärtsgehend zu analysieren. Man kommt eh nie daran vorbei, den Jahresabschluss grundsätzlich erstmal anzuzweifeln, bzw. die einzelnen Positionen zu hinterfragen. Hinsichtl. der steuerrechtlichen Relevanz von Bilanzierungsmethoden i.d. Jahresabschlüssen ist mein Wissen ziemlich lückenhaft.
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18.09.03 20:15:35
Nachdem sich hier die versammelte Nebenwerteprominenz drängelt, möchte ich auch noch einen Hinweis loswerden.
Der "hidden champion" PHA hat auch noch eine "kotierte" Schweizer Tochter namens Internationale Verbandsstoffabrik Schaffhausen, kurz IVF www.ivf.ch
Für Bewertungsvergleiche ganz interessant.
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22.09.03 14:52:36
@redbull,

danke für den Hinweis mit der IVF, das war mir noch gar nicht bewußt mit der Börsennotierung.

"Optisch" ist die IVF Aktie deutlich günstiger bewertet, miet einem KGV von ca. 17 und einer Dividendenrendite von knapp 3% (vs. KGV 30 , 2 %Dividendenrendite PHH2).

Allerdings ist wohl ein größerer Teil der Umsätze eher dem Maschinenbau zuzordnen, von daher wohl auch deutlich zyklischer.

Andererseits hat die IVF Aktie eine bemerkenswerte Gewinnsteigerung seit 1993 hingelegt. Die Gewinnreihe seit 1993 (CHF/Aktie):

1993: 4,84
1994: 6,033
1995: 7,050
1996: 8,108
1997: 8,496
1998: 9,396
1999: 10,183
2000. 11,417
2001: 13,28
2002: 13,85

Das entspricht einer Steigerung von satten 13% p.a. im ausgewiesenen Gewinn, also deutlich mehr als bei der Mutter.

Dazu passt auch die Nachricht aus dem August:

<Zuerich (awp) - Die Gruppe unter der IVF Hartmann AG, Neuhausen
am Rheinfall, weist fuer das erste Semester 2003 die folgenden
Kennzahlen aus:


(in Mio CHF) H1 03 H1 02 +/- %

Nettoumsatz 51,97 49,95 + 4,0
EBITDA 4,22 3,89 + 8,8
EBIT 2,03 1,83 +10,9
Gruppenergebnis 1,18 1,08 + 9,4


(per 30.06.)

Bilanzsumme 77,16 79,56
Eigenkapital 32,58 31,44


Personalbestand 480 483


-0- Aug/26/2003 13:22 GMT



hmmm, vielleicht sollte man da mal versuchen, ein paar Stück von diesem Titel zu ergattern. Eine zusätzliche Übernahmephantasie durch die Mutter würde man praktisch "gratis" bekommen..


MMI
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17.10.03 11:56:24
Zu der derzeit grassierenden China Eupohorie passt diese Info von der Hartmann Homepage eigentlich ganz gut.

(unter International-China)

In Shanghai, dem kommerziellen Zentrum Chinas, wurde 1997 die erste chinesische Repräsentanz der PAUL HARTMANN AG eröffnet, der im Dezember 1998 die Gründung der PAUL HARTMANN (Shanghai) Trade Co., Ltd. folgte. Als Drehscheibe für internationale China-Aktivitäten ist Shanghai schon viele Jahrzehnte lang Zentrum für Auslandsinvestitionen und Firmenneugründungen. Seit der Unterzeichnung der WTO-Verträge im September 2000 jedoch haben viele internationale Konzerne ihre asiatischen Zentralen nach Shanghai verlegt bzw. bauen sie jetzt dort auf. Auch HARTMANN hat sich zum Ziel gesetzt, von Shanghai aus den Ausbau seines China-Geschäfts zu steuern. Shanghai dient also als Basis für die vertriebliche Erschließung des chinesischen Inlandsmarktes.
Im Mai 1999 wurde in Qingdao, China, eine produzierende HARTMANN-Tochtergesellschaft gegründet. Die PAUL HARTMANN Qingdao Medical Devices Co., Ltd. wird in Form eines Joint Venture geführt. Qingdao, eine Stadt in der Provinz Shandong an der Nordküste Chinas mit etwa 6 Mio. Einwohnern, liegt in einer industriell gut entwickelten Region, in der u.a. auch Baumwolle für die Weiterverarbeitung in der Textilindustrie angebaut wird. Die Übernahme eines dort ansässigen vollstufigen Produktionsbetriebes für Verbandstoffe auf Mullbasis lag daher nahe.

PAUL HARTMANN Qingdao beschäftigt etwa 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In dieser Produktionsstätte wird nach GMP-Richtlinien gefertigt; der Betrieb ist nach ISO 9002 zertifiziert. Das heißt, dass Produktionsprozesse, ihre Nachvollziehbarkeit und die Sicherheit für die Mitarbeiter stets an deutschen bzw. europäischen Maßstäben gemessen werden. Der Betrieb bietet die besten Voraussetzungen für einen Ausbau der Produktionsprozesse vor allem im Hinblick auf Rationalisierung und Innovation. PAUL HARTMANN Qingdao wird die qualitativ hochwertige und kostenbewusste Versorgung der Kunden der HARTMANN-Gruppe mit Verbandstoffen aus chinesischer Produktion sicherstellen. Abnehmer sind neben der HARTMANN-Gruppe auch konzernfremde Kunden, die seit langem von dort beziehen.

Eine weitere 100%-ige HARTMANN-Tochtergesellschaft in China befindet sich in Guangzhou, in der südlichen Provinz Guangdong. Guangdong ist eine der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Provinzen in China, da von Hong Kong aus schon seit vielen Jahren unternehmerische Aktivitäten durchgeführt werden.

Die PAUL HARTMANN Asia-Pacific Ltd. in Hong Kong war die erste asiatische Tochtergesellschaft der HARTMANN-Gruppe; sie wird organisatorisch mit zu den chinesischen Gesellschaften eingereiht.

Aufgrund seiner Größe und der Unterschiede zwischen den über 30 Provinzen und mehreren Städten mit Provinzstatus (municipalities) stellt China für Wirtschaftsunternehmen eine große Herausforderung dar. In China aktiv zu werden bedeutet nicht nur, mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen vor Ort umgehen müssen, sondern auch bei noch unterentwickelter Infrastruktur große Entfernungen zu überwinden, mit sehr verschiedenen Mentalitäten umzugehen und unterschiedliche wirtschaftliche Voraussetzungen berücksichtigen zu müssen. Daher sind die ersten in China unternommenen Aktivitäten lediglich ein Anfang, dem noch viele Schritte folgen werden, bis HARTMANN in allen chinesischen Industrie- und Bevölkerungszentren vertreten ist. Nach Laotse gilt: "Selbst ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt." Die HARTMANN-Gruppe hat die ersten Schritte bereits genommen.



Ich vermute mal, dass es zu der Zeit noch deutlich günstiger war, Produktionskapazität in China aufzubauen. Spricht eigentlich für die Ausrichtung und Strategie.

MMI
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18.10.03 19:04:25
Von der Hartmann Homepage.
Der Umbau schreitet voran. Die Transaktion sollte Kapital un dPersonalkosten entlasten. Weiter so !!!

MMI

Fixies
Ontex übernimmt Windelproduktion in Recklinghausen von HARTMANN - Markengeschäft Fixies bleibt bei HARTMANN


Heidenheim/Buggenhout (Belgien) 17. Oktober 2003 - Die PAUL HARTMANN AG wird ihren Produktionsbetrieb für Babywindeln an das belgische Unternehmen Ontex N.V. verkaufen. Ontex übernimmt den Produktionsbetrieb mit rund 300 Mitarbeitern in Recklinghausen voraussichtlich zum 31. Dezember 2003. Derzeit prüft das Kartellamt die Übernahme. Die letzte Entscheidung fällt auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der PAUL HARTMANN AG Anfang Dezember 2003. Die Aufsichtsratsgremien der beiden Firmen haben den Plänen bereits grünes Licht gegeben.

Das Marketing und der Vertrieb der Marke Fixies werden weiterhin in den Händen von HARTMANN liegen. „Mit der Produktionspartnerschaft können wir die Arbeitsplätze in Recklinghausen langfristig sichern“, freut sich Ulrich Hemel, Vorstandsvorsitzender der PAUL HARTMANN AG.

Der neue Eigentümer plant, in Recklinghausen die Windelproduktion auszubauen. Dazu Bart van Malderen, CEO von Ontex: “Dies ist ein bedeutender Schritt für die Ontex-Gruppe, die aktiv alle Wachstumsmöglichkeiten verfolgt, um ihre Position im Bereich des Handelswarengeschäfts innerhalb und außerhalb Europas weiter auszubauen. Technologie, Knowhow und Größe ermöglichen es uns, unsere Kunden besser zu bedienen, mit unseren Lieferanten effektiver zu kooperieren und mit unseren Geschäftspartnern enger zusammenzuwachsen.“
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05.11.03 15:30:11
über Bloomberg kam völlig überraschend ein Kommentar zur Geschäftsentwicklung von Hartmann, leider aber nur als Fax.


Highlights: Gewinnsteigerung von 10% für 2003 erwartet, bei relativ moderaten Umsatzanstiegen (Q1-Q3 2003 plus 2,5%)

D.h. also nach 4,63 € pro Aktie 2002 jetzt wohl mindestens 5,1 € für 2003. Macht bei weiter konstantem Kurs ein KGV von ca. 25 für das laufende Jahr, entsprechend günstiger für 2004.

Positv: Es scheint nun mehr Augenmerk auf Profitablität als auf Umsatzwachstum gelegt zu werden.

MMI
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27.11.03 20:52:51
Urlaubsbedingt mit etwas Verspätung noch folgende Info:

Für die Windelproduktion legt der Erwerber Ontex lt. Einladung zur HV mind. 38 Mio. € auf den Tisch (ohne Immobilie). Dies sollte meiner Ansicht nach auch einen bilanziell wirksamen Sonderertrag für dieses Jahr zur Folge haben.

Optisch wird die Aktie dadurch natürlich billiger werden. Interessant wird sein, wieviel an Reserven dadurch gehoben werden kann und wie der Verkaufserlös verwendet wird.

MMI
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07.01.04 15:18:30
nachdem von Seiten Hartmann zum Verkauf der Windelproduktion nichts zu lesen ist, kam heute immerhin mal die Nachricht vom Käufer:



Press release

Belgium, 7 January 2004

Ontex acquires baby diaper activities from
P. Hartmann AG and strengthens its position in the premium diaper
market.

Ontex announces the takeover of the baby diaper activities of
German company Paul Hartmann AG for an undisclosed sum, thereby
strengthening its position on the German market for premium
diapers.

Ontex is taking over the entire diaper production and the 320
employees at Hartmann`s Recklinghausen plant as well as the
commercial private label activities. The Recklinghausen facility
will continue to produce the Fixies brand under contract for
Hartmann. Fixies came out as top diaper brand in tests reported
in the January issue of the `Stiftung Warentest` magazine,
published by one of Germany`s most renowned independent consumer
organisations.

For CEO Bart Van Malderen "this acquisition, with turnover of
around EUR 100 million in 2004, is the largest in Ontex`s
history, and fits perfectly with our growth strategy. Germany is
already Ontex`s largest market. This acquisition further
consolidates our position in the premium diaper market and offers
major commercial opportunities. In addition, a second acquisition
in the feminine hygiene market will be concluded within the
coming weeks."

Paul Hartmann AG, headquartered at Heidenheim (Germany) will
continue to sell the Fixies brand and also produce and sell
incontinence products for both retail and institutional markets.
Paul Hartmann AG achieved a turnover of around EUR 1.2 billion in
2003.
In line with its pre-established strategy, Ontex has also
proceeded to close three production plants, two of them in France
and one in the Netherlands.

Ontex

Ontex is a leading company on the European market for baby
diapers, incontinence products for adults and feminine hygiene
products. The company operates in three strongly growing market
segments: the market for own brand products for Europe`s leading
retail chains, mainly in Western Europe, the fast-growing Eastern
European and Turkish markets, and the market for health products
sold particularly to hospitals, homes for the elderly, home care
organisations and pharmacies. Ontex has 15 production and 16
sales centres across Europe and Turkey, and employs 3700 people.

Contact: Bart Van Malderen
Tel: +32 (0) 52 399 499
Fax: +32 (0)52 330 784
e-mail: bart.van.malderen@ontexglobal.com
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14.01.04 11:06:08
Als Service der recht übersichtliche Finanzterminkalender direkt von der Hartmann Homepage:


90. Ordentliche Hauptversammlung in Heidenheim-Mergelstetten
Freitag, 9. Juli 2004, voraussichtlich 10.30 Uhr
Turn- und Festhalle Heidenheim-Mergelstetten
Hainenbachstraße, 89522 Heidenheim

Anfahrtskizze




Dividendenzahlung: 12. Juli 2004

MMI
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21.01.04 01:45:37
Führungswechsel bei der IVF HARTMANN AG
Stefan Eckhart ist neuer CEO der IVF HARTMANN AG


Stephan Eckhart, bisher Mitglied der Geschäftsleitung IVF HARTMANN AG, ist seit 01.01.2004 neuer Chief Executive Officer (CEO) der IVF HARTMANN AG. Zum IVF HARTMANN-Kerngeschäft gehören nebst dem Stammhaus IVF HARTMANN AG auch die Tochtergesellschaften Kistler AG und Vlesia AG. Als Delegierter des Verwaltungsrates der IVF HARTMANN Holding AG trägt Dr. Rinaldo Riguzzi weiterhin die Gesamtverantwortung für die IVF HART-MANN-Gruppe, welche die Tochtergesellschaften IVF HARTMANN AG in Neu-hausen, Kistler AG in Gommiswald, Vlesia AG in Goldach, Vlesia GmbH in Ringsheim/Deutschland, IVF Technology AG in Neuhausen sowie IVF Nova-tech AG in Neuhausen umfasst.


Über die IVF HARTMANN-Gruppe Die IVF HARTMANN-Gruppe mit Sitz in Neuhausen am Rheinfall ist im Kerngeschäft einer der führenden Anbieter für Medicalprodukte im Bereich Heilung, Pflege und Hygiene. Die Aktivitäten des Traditionsunter-nehmens, das zu 60% zum deutschen HARTMANN-Konzern gehört, gliedern sich in einen institutionellen und einen häuslichen Bereich im In- und Ausland. Das Angebot umfasst über 2’000 Medizin-, Pflege- und Hygieneprodukte, die helfen, wo Menschen geholfen wird: Im Spital, im Pflegeheim, in der Arztpraxis, bei der Ersten Hilfe, in der häuslichen Krankenpflege, aber auch in Bereichen der persönlichen Vorsorge und Hygiene. Das Spektrum reicht von therapeutisch wirksamen Pflastern über funktionelle Verbände bis zu Produkten für die Wundbehandlung und Erste Hilfe. Hygieneprodukte wie Slipeinlagen und Inkontinenz-produkte, ein umfangreiches Wattesortiment sowie Spezialprodukte für den OP-Bereich runden das Pro-gramm ab. Innerhalb der IVF HARTMANN-Gruppe wird die Palette im Investitionsgüterbereich durch ein Maschinenbauprogramm, d. h. durch Anlagen und Verfahren für die Produktion von Hygiene- und Medi-calprodukten, ergänzt. Im Jahr 2002 erwirtschaftete die IVF HARTMANN-Gruppe einen Netto-Umsatz von 101,3 Mio. CHF.
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01.03.04 11:53:26
mit urlaubsbedingter Verspätung anbei ein Artikel zum Rauswurf des CEOs.

Wirklich kein Meisterstück des AR vorsitzenden. jetzt muss man abwarten, wer für den Job gefunden wird. Sehr schade aus meiner Sicht.

manager-magazin.de
Paul Hartmann AG: Volle Kraft zurück

von Martin Scheele

Freitag 13. Februar 2004, 15:57 Uhr

Aktienkurse
Johnson & Johnson In...
JNJ
53.91
-0.06


Procter & Gamble Co
PG
102.51
-0.56


Paul Hartmann AG
747404.DE
146.00
0.00





In einer Blitzaktion wurde Vorstandschef Ulrich Hemel aus dem Amt gejagt. Ebenso schnell versuchten die Eigentümer des Medizintechnikherstellers Paul Hartmann einen Nachfolger zu finden. Der Lieblingskandidat - der Fresenius-Manager Rainer Baule - sprang offenbar in letzter Minute ab.
Heidenheim - Herbe Niederlagen im Berufsleben kannte Ulrich Hemel (47) bisher nicht. Doch vergangene Woche brauten sich dunkle Wolken innerhalb kürzester Zeit über ihm zusammen. Dann ging alles blitzschnell.

Sonntag erhielt der Vorstandschef des Medizin- und Pflegeproduktherstellers Paul Hartmann die Information, sich am Montag in der Münchener Kardinal-Faulhaber-Straße 10 einzufinden. Dort logiert die Kanzlei des Aufsichtsratsvorsitzenden von Hartmann, Karl-Heinz Weiss (75). Hemel war sofort klar, seine Zeit bei Hartmann war abgelaufen. Und tatsächlich: Am 27. Februar ist sein letzter Arbeitstag beim Heidenheimer Mittelständler.



Parallel zum Rauswurf Hemels versuchte AR-Chef Weiss einen Nachfolger zu finden. Mit dem Fresenius-Manager Rainer Baule (54) schien schon alles klar. Der Vorstandsvorsitzende der auf Ernährungs- und Infusionstherapien spezialisierten Fresenius Kabi-AG hatte schon bei seinem Kontrollgremium vorgefühlt und grünes Licht bekommen. Auf der nächsten Aufsichtsratssitzung von Hartmann am 10. März sollte der Arbeitsvertrag unterschrieben werden. Doch aus bisher ungeklärten Gründen trat Baule den Rückzug an.

Warum ist es überhaupt zu der Trennung von Hemel und Hartmann gekommen? Der Grund sind offiziell Meinungsverschiedenheiten über die künftige Strategie des stark expandierenden Unternehmens. Einer weiteren Expansion erteilten sie eine Absage. Hemel dagegen beabsichtigte das internationale Geschäft auszubauen.

"Sie dürfen alles ändern, aber niemandem kündigen"

Ein weiterer Zankapfel war Hemels unermüdlich vorgetragene Idee, den bislang nur im Freiverkehr notierten Konzern für den Kapitalmarkt weiter zu öffnen. Der Streubesitz von derzeit 15 Prozent sollte deutlich erhöht werden. Größter Anteilseigner ist mit 31 Prozent die Familie Hartmann, institutionelle Investoren - darunter die R+V Versicherung - halten 27 Prozent. ANZEIGE


Dass Hemel erfolgreich gewirtschaftet hat, bestreitet kaum jemand. Zeit seines Schaffens bei Hartmann erhielt Hemel viel Lob. 1996 startete er seine Karriere bei dem Hersteller von Fixies und Kneipp-Artikeln. Von Personalvorstand Friedrich Pohl angeheuert, staunte Hemel anfangs nicht schlecht über die Behäbigkeit des Mittelständlers, der mit seiner beeindruckenden Eigenkapitalquote von 65 Prozent von sich reden machte - dessen Umsatz aber bei 500 Millionen Euro herumdümpelte.


1,0-Abitur nach elf Schuljahren, mit 31 Professor

Hemel stieg in das Unternehmen als Abteilungsleiter Akquisitionen und Internationale Unternehmensentwicklung ein. Zu diesem Zeitpunkt war "Hartmann beratungsresistent, die Führungsriege beschäftigte sich lieber mit sich selber" lästerten damals Kenner des Unternehmens von der Schwäbischen Alb. Hemel sollte das ändern, sollte dem alteingessenen Betrieb Dampf machen. "Sie dürfen alles ändern, aber niemandem kündigen", hieß es kühn von Eigentümerseite.



Hemel gelang die eigentlich unmögliche Aufgabe. Wohl auch Dank seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten, die er schon früh an den Tag legte. So bestand er nach elf Schuljahren das Abitur mit der Note 1,0, promovierte mit 23 und habilitierte mit 31. Der Theologie-Professor gründete danach ein Software-Unternehmen und verkaufte kirchlichen Organisationen PC-Programme.

Mehr und mehr lernte er die Wirtschaftswelt zu schätzen und wechselte als Unternehmensberater zu Boston Consulting. Ein ideales Karrieresprungbrett für den ehrgeizigen Mann. 1996 schließlich erhielt er den Ruf zur Paul Hartmann AG, nicht ohne weiterhin an der Universität Regensburg katholische Religionspädagogik zu lehren.

Procter & Gamble und Johnson & Johnson lauern

Wo auch immer Hemel auftrat, seine offene und faire Art wurde stets gelobt. Das hieß mitnichten, dass er naiv oder ein Gutmensch ist. Er weiß sich durchzusetzen. Bei "Paulchen Hartmann", wie der schwäbische Mittelständler liebevoll von den Angestellten genannt wird, wurde Hemels energische Art zwar anfangs skeptisch beäugt. Überzeugt hatte Hemel die Belegschaft mit seinem Konzept, indem er das Unternehmen stark redete und versprach auf die schwäbischen Wurzeln zu achten.



Unaufhörlich predigte Hemel allerdings auch, dass der Konzern schnell groß werden müsse, dass die noch größeren Konzerne ihn nicht verdauen können. Multis wie Procter & Gamble und Johnson & Johnson hatten schon vorgesprochen und wollten Hartmann übernehmen.

Also schlug Hemel den Expansionsweg ein. Schnell kursierte der folgende Witz: Seine Sekretärin buche für ihn nur noch Nonstop-Flüge, damit er nicht unterwegs eine Firma kaufen könne. Seit 1998 im Vorstand des Unternehmens und seit 2001 Vorstandsvorsitzender änderte sich vor allem das Tempo des Wachstums. Der Umsatz wuchs in Hemels Amtszeit um mehr als 50 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter stieg von 6000 auf 10.100, die Zahl der Tochtergesellschaften von 18 auf 38. Noch wichtiger: Zuletzt kletterte der Jahresüberschuss auf 38 Millionen Euro - Rekord in der Geschichte der Paul Hartmann AG, die 1818 gegründet wurde.


Finanzvorstand sollte Hemel kontrollieren

Dieser Erfolg sprach sich schnell herum. Der Bundesverband der Unternehmensberater verlieh Hemel den Management Award 2003/2004. "Hemel habe innerhalb kurzer Zeit wesentlich zur beeindruckenden Umsatz-und Gewinnentwicklung der Paul Hartmann AG beigetragen und den Weg in die Zukunft als globales Unternehmen geebnet", hieß es in der Laudatio. Um auch darauf hinzuweisen, dass Hemel mit "Ethik, Klarheit und Offenheit wie vielleicht kein anderer Manager in Deutschland ausgestattet ist."



Trotz der rasanten Expansion stieg in Hemels Amtszeit sogar die Umsatzrendite. Im Jahr 2000 betrug sie 1,4 Prozent, Ende 2003 ergab sich ein Wert von 2,5 Prozent. Den Eigentümern war dieser Wert wohl immer noch zu niedrig - schließlich betrug die Umsatzrendite in den neunziger Jahren schon einmal fast vier Prozent. Nicht anlasten kann man Hemel sein Wirken hinsichtlich der Verschuldungssituation. Laut dem Aktionärsbrief ist die Verschuldung des Konzerns, die Ende 2002 217 Millionen Euro betrug, im vergangenen Jahr um 46 Millionen Euro gesenkt worden. Objektiven Grund zur Kritik haben die Anteilseigner wohl nur hinsichtlich des Rückgangs der Eigenkapitalquote, die im Moment etwa 40 Prozent beträgt. "Das Unternehmen hat Substanz verloren", grummelte denn auch ein hochrangiger Manager.

Für viele Unternehmenskenner hat die Entlassung Hemels eher mit einem persönlichen Konflikt zutun. Der im Aufsichtsrat sitzende IG-Metall-Beauftragte, Rudolf Neidlein meint heute: "Die Anteilseigner haben völlig unterschätzt, welche Dynamik Hemel entwickeln würde." Eine Dynamik, die Hemels Gegenspieler, der langjährige Chef des Aufsichtsrats, Karl-Heinz Weiss, wohl nicht länger mittragen wollte. Eigentlich hatte er beabsichtigt den Tatendrang Hemels zu steuern - so wie es ihm richtig erschien. Deshalb wurde mit Finanzvorstand Hans-Peter Wagner Mitte 2002 ein Weiss-Vertrauter installiert, der Hemel kontrollieren sollte. Doch offenbar war Hemel nicht zu stoppen.

Hemel hatte Belegschaft auf seiner Seite

Das Ende von der Geschicht`: Gegenüber Weiss saß Hemel am kürzeren Hebel. Der Wirtschaftsanwalt aus München dominiert den Aufsichtsrat schon seit über 15 Jahren, kennt das Unternehmen wie kein Zweiter. Auf Außenstehende wirkt Weiss gemütlich, doch Kenner berichten, dass Weiss autokratische Züge trägt. Gegen Hemels Rauswurf sprachen sich vehement die Arbeitnehmervertreter aus. Bei einer Pattsituation im Aufsichtsrat zählt die Stimme des Vorsitzenden aber doppelt. Weiss kam also mit seinem Vorhaben durch.

IG-Metall-Beauftragter Neidlein erwartet trotz des Vorstandswechsels zunächst keine bedeutenden Veränderungen in der Strategie. "Bis zum Anfang des zweiten Halbjahres glaube ich an keine Veränderungen." Gerüchte, wonach Standorte im Ausland geschlossen werden sollen, konnte Neidlein nicht bestätigen.
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08.04.04 13:54:26
in der Online Ausgabe des Manager Magazins gibt es heute einen ausführlichen Artikel über Hartmann.

http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,294401,0…

Diesesmal (im Gegensatz zum vorigen Artikel) soll die Belegschaft nicht auf der Seite des ehemaligen CEOs gewesen sein.

Alles in allem eine sehr undurchsichtige und wenig vorteilhafte Situation für das Unternehmen.

MMI
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09.04.04 21:19:49
In der Wirtschaftswoche steht auch eine längere Reportage.
Fazit für mich: da wird mit dem Streubesitz Schlitten gefahren.
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19.04.04 23:33:41
Andererseits kann man sich auch wundern über die Mitleidsbekundungen für Hemel.

Das Unternehmen machte früher mit 500 Mio Umsatz genauso viel Gewinn wie heute mit 1.300 Mio.

Und heute wird noch schön gerechnet mit IAS. Allein das Eigenkapital hat er durch Rechnungslegungs-Umstellung laut GB2002 um etwa 100 Mio angehoben.

Wahrlich nicht berauschend als Bilanz eines Vorstandsvorsitzenden. Zur Abhilfe wollte er neue Aktien an die Börse bringen und in noch unrentablere Zweige (Apothekenkette) investieren.

Ich provoziere hier mal gerne Managermagazin et al. und sage: Vielleicht hat der AR-Chef einfach nur seine Sache gut gemacht: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
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25.04.04 16:03:22
#58

noch besser wäre es gewesen, hätte der AR Chef gleich einen ordentlichen Nachfolger präsentieren können.

So bleibt ein ungutes Gefühl a la Infineon zurück. Noch habe ich mich noch nicht zum Ausstieg durchringen können. bis zur HV gebe ich den Hartmännern eine chance :laugh: :laugh:

Ansonsten habe ich vor ein paar Tagen die erste Hartmann fernsehwerbung gesehen. Motto: Verletzte Menschen glücklich durch Hartmann-Bandagen :laugh: :laugh:

MMI
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12.05.04 22:07:23
eben mache ich einen Aktionärsbrief von HArtmann auf und was lese ich da:

Der bereits verkündete Jahresgewinn wird mal eben von 33 mio. € auf 25,6 Mio. zurückgenommen, wegen Zitat "einer notwendig gewordenen Neubewertung der Beteiligung an der Noge Gesellschaft für medizinprodukte und dienstleistungen"

:eek::eek::eek:

Dafür ist das 1. Quartal besser gelaufen als letztes Jahr...super

Jetzt weiss man auch, wieso der CEO gehen musste. peinlich peinlich.

MMI
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05.08.04 16:14:00
kleiner update (mittlerweile als Nichtinvestierter):

der Kurs bröselt weiterhin weg, die all time lows aus dem Jahr 1993 werden unterschritten.

Schade um ein eigentlich solides Unternehmen wie Hartmann. Aus meiner Sicht ganz klare Management/Eigentümer Fehler wie in so vielen Deutschen Unternehmen. Gute produkte, aber unprofessionelle Expansion durch überteuerte Übernahmen.

Das ist der eigentliche Standortnachteil hier in Deutschland.



MMI
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20.09.04 14:15:39
6 Wochen später immer noch das gleiche bild: Kurs fällt und fällt.



Einziger Lichtblick:

Die Schweizer Tochter IVF Hartmann:

Zürich (AWP) - Die IVF Hartmann Holding AG hat im ersten Halbjahr 2004 ein
Nettoergebnis von 1,46 (VJ 1,18) Mio CHF erwirtschaftet. Der EBIT stieg auf
2,16 (2,03) Mio CHF, wie es in einer Mitteilung von Donnerstag heisst.

Die Gruppe will den Gruppenumsatz im zweiten Halbjahr 2004 auf Niveau des
ersten Semester halten. Es wird mit einer Steigerung im operativen Ergebnis
gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Der Reingewinn werde ebenfalls über dem
Vorjahr zu liegen kommen.

Der Umsatz konnte um 4,6 Mio Chf auf 56,6 Mio CHF gesteigert werden. Der
Inlandsumsatz sei auf Vorjahreshöhe stabil. Beim Auslandsgeschäft konnte aber
eine Umsatzsteigerung in zweistelliger Höhe erreicht werden. Eine erfreuliche
Zunahme verzeichnete das Exportgeschäft, wobei vor allem die Umsätze mit den
USA gut ausfielen.

ng
-0- Aug/19/2004 5:29 GMT
ä

Sind zwar weniger als 10% des Umsatzes, aber immrehin ist der ehem. Chef der IVF jetzt CEO bei Hartmann.



Für einen (Wieder)Einstieg dürfte es aber noch zu früh sein.

MMI


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