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Telekom-Aktionäre zittern

Steuergeschenke haben ihren Preis. Finanzminister Hans Eichel muss sie finanzieren - notfalls auch mit Privatisierungserlösen. Telekom-Aktionäre beschleicht bei diesem Gedanken ein ungutes Gefühl. Analysten rechnen aber vorerst nicht damit, dass sich der Bund im großen Stil von T-Aktien trennen wird.

Hamburg/Berlin - Die Bundesregierung will die Steuerschraube lockern und verspricht sich davon zumindest kurzfristig mehr Konsum und Wachstum. Die Union kann sich der populären Forderung schlecht entziehen, sie signalisiert allmählich Zustimmung. Über die Finanzierung der mindestens 16 Milliarden Euro, um die die Bundesbürger 2004 entlastet werden sollen, wird allerdings gestritten.

Finanzminister Eichel - muss die Steuergeschenke finanzieren. Der Verkauf von T-Aktien könnten viel Geld in die Kasse des Bundes spülen

Berlin will die Steuerentlastung offenbar auch über Privatisierungserlöse meistern. T-Aktionäre zucken bei diesem Gedanken zusammen. Die Aktie der Deutschen Telekom hat in den vergangenen Handelstagen bereits mit empfindlichen Abschlägen auf Verkaufsgerüchte reagiert.

Analysten indes geben Entwarnung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stehe nach ihrer Ansicht nicht unter Zeitdruck, Aktien der Telekom zu verkaufen. Sie wiesen damit im Markt kursierende Spekulationen zurück, wonach eine Platzierung von T-Aktien unmittelbar bevorstehen könnte, sollte die Bundesregierung diese an die KfW übertragen.

"Prinzipiell ist ein Abtreten von Anteilen an der Deutschen Telekom durch die Bundesregierung an die KfW praktikabel und aus makroökonomischer Sicht durchaus positiv", erklärt Heino Ruland, Analyst bei der Steubing AG. Dadurch würde dem Bund zügig Liquidität zugeführt, auch wenn der Liquiditätsengpass nur verlagert werde.

KfW und Bund halten noch dicke T-Aktien-Pakete

Die KfW selbst käme durch eine solche Transaktion nicht unter Zeitdruck. "Das Institut hat ein sehr hohes Eigenkapital und besitzt eine Sonderstellung im deutschen Bankenrecht", betont der Analyst. Die Spekulationen, dass die KfW gezwungen sei, Telekom-Beteiligungen schnell zu veräußern, seien daher unbegründet.

Der Bund und die mehrheitlich vom Bund kontrollierte KfW halten zusammen noch rund 43 Prozent der insgesamt knapp 4,2 Milliarden Telekom-Aktien, was einem Paketwert von rund 24,35 Milliarden Euro entspricht. Rund zwölf Prozent des Telekom-Kapitals hat der Bund bei der KfW geparkt, um die Aktien wie zuletzt im Jahr 2000 bei günstigen Marktbedingungen am Finanzmarkt zu veräußern. Im Jahr 2000 waren aus dem Bestand der KfW rund 230 Millionen Telekom-Aktien zu einem Preis von 63,50 Euro je Anteilsschein über die Börse verkauft worden.

Quelle: Manager Magazin 01.07.03


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