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Technischer Marktkommentar vom 08. Dezember 2003 - 500 Beiträge pro Seite



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Allgemeine Beurteilung

Internationale Aktienindizes

Zum Wochenende hin setzten am Freitag die wichtigsten internationalen Aktienindizes ihre bereits am Donnerstag eingeleiteten technischen Reaktionen fort, wobei bisher nur in beiden NASDAQ´s das Ausmass ein Niveau erreicht hat (normales Korrekturpotential, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls), welches eine unmittelbare Fortsetzung des Aufschwungs nach Abschluss der Korrektur nur noch mit etwas mehr als 50 Prozent Trefferquote zulässt. In Europa schöpften die Indizes bis zum Handelsende hin am Freitag ihre errechneten Minimumkorrekturen noch nicht aus, somit läßt sich ein Festhalten an den strategisch noch immer optimistischen Erwartungshaltungen rechtfertigen. Gleiches gilt für die beiden US-Standardwerte-Indizes Dow Jones und S&P 500 Index.

Für die Aktienseite halten wir somit fest:

(1) in den europäischen Aktienindizes EUROSTOXX 50, DAX, MIB 30 (Italien), 35 (Spanien) und CAC 40 (Frankreich) liegen uns im Sinne der Definition weiterhin intakte primäre Aufwärtstrends vor, deren bisher letzter Abschnitt von je einem sekundären Aufwärtsimpuls markiert werden; diese sekundären Aufwärtsimpulse, ausgehend von den Reaktionstiefs Mitte November, durchlaufen aktuell eine technische Reaktion, welche von ihrem jetzigen Ausmass her ihr errechnetes minimales Korrekturpotential noch nicht ausgeschöpft haben; somit können wir zumindest bisher unterstellen, dass die laufende Reaktion die Chance bietet, Long-Positionen aufzustocken, sofern sie nicht über ihr errechnetes minimales Reaktionspotential hinausgeht;

(2) mit Einschränkungen können wir eine ähnliche Erwartungshaltung auch für den schweizer SMI und den holländischen AEX treffen, welche ebenfalls junge, intakte sekundäre Aufwärtsimpulse aufweisen, bisher jedoch keine neuen Bewegungs- und Jahreshochs markieren konnten; damit liegen uns hier weiterhin übergeordnete, seitwärts ausgerichtete Konsolidierungszonen vor, innerhalb derer sich die jüngste sekundäre Aufwärtstendenz entfalten konnte;

(3) in den US-Indizes sind es die beiden NASDAQ´s, welche bereits ein Korrekturausmass erreichten haben, welches der sogenannten Normalreaktion entspricht; die Widerstände in den Bereichen um 1445 / 1458 im NASDAQ 100 Future, sowie um 1992 / 2000 im NASDAQ Comp., haben sich zumindest bisher behaupten können, womit sich hier ein übergeordnetes Konsolidierungsband zumindest bisher fortsetzt; Ausmass und Ablauf der bisherigen Reaktion in beiden Indizes läßt aktuell auch weiterhin erwarten, dass sich diese Konsolidierungstendenz mit einer Trefferquote von knapp unter 50 Prozent fortsetzen sollte;





(4) Dow Jones und S&P 500 Index setzen wir in ihrer technischen Gesamtverfassung derzeit mit den Europa-Indizes gleich, welche aktuell intakte primäre Aufwärtstrends aufweisen und noch immer eine optimistische Erwartungshaltung im Bezug auf höhere Kurse zum Jahresende hin erwarten lassen;

Allgemeine praktische Konsequenzen

In den allgemeinen praktischen Konsequenz bedeutet dies für uns:

(1) in den Indizes, in denen wir im Zusammenhang mit der Überwindung der bisher gültigen oberen Begrenzungen der davor gültigen Konsolidierungszonen strategisch long gegangen sind, bleiben wir positioniert; da wir nur einen kleinen Teil des für eine solche Positionierung vorgesehenen Kapitals finanziert haben (siehe Kommentare der Vorwoche), warten wir den Verlauf der erwarteten und sich aktuell vollziehenden Reaktion in den Kursverläufen ab; können sich die Kurse oberhalb ihrer errechneten minimalen Reaktionsniveaus stabilisieren, investieren wir einen nächsten Teilbetrag in die bestehende strategische Long-Position;

(2) den Stop-Kurs für den aktuell bestehenden Posten, belassen wir unverändert unterhalb des jeweils errechneten minimalen Reaktionspotentials;

(3) eventuelle Short-Positionierungen spielen für uns derzeit im strategischen Zeitfenster keine Rolle; diese haben nur in den kurzfristig ausgerichteten, vorzugsweise intraday-ausgerichteten Aktivitäten Bedeutung;

DAX

Widerstände: 3894, 3930 (Orientierungsmarke);
Unterstützungen: 3814, 3786 (untergeordnet), 3692 (untergeordnet), 3606 / 3594 / 3576;

Aktuelle, angepasste Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

3789 / 3774 Minimumkorrektur
3736 Normalkorrektur
3698 / 3682 Maximumkorrektur

- DAX befindet sich unter strategischen Gesichtspunkten unverändert innerhalb eines intakten primären Aufwärtstrends; dieser wird chart-, wie markttechnisch bestätigt;
- Unter charttechnischen Gesichtspunkten behält dieser Primärtrend seine jetzige Gültigkeit bei, wie der Index seine aktuell gültige untere Trendbegrenzungslinie bei 3650 Indexpunkten nicht unterschreitet; im Sinne der Dow Theorie wäre die kritische Marke das jüngste Reaktionstief auf Wochenbasis bei 3576 Indexpunkten;



- im kurzfristig / taktischen Zeitfenster konzentrieren wir uns im DAX auf den jüngsten sekundären Aufwärtstrend, beginnend am 20. November bei 3576, der den Kursverlauf des DAX in der Vorwoche über die bis dahin gültige obere Begrenzung der jüngsten Konsolidierungszone führte und damit die vorangegangene Konsolidierungsphase im Sinne ihrer Definition beendete;
- bezogen auf diese Wegstrecke ermittelten wir Korrekturpotentiale (siehe oben), um eine Indikation dafür zu bekommen, wie hoch die zu Grunde liegende, aufwärts ausgerichtete Bewegungsdynamik noch ist, um abschätzen zu können, wie stabil der laufende Sekundärtrend ist;
- bisher durchläuft der beurteilte Sekundärtrend eine Reaktion, deren Ausmass ihr errechnetes minimales Reaktionspotential noch nicht erreicht hat, womit im Falle einer Stabilisierung oberhalb dieses Korrekturniveaus noch immer eine Chance von über 65 Prozent besteht, dass wir neue Bewegungshochs im Sekundärtrend sehen;

- charttechnisch wichtig sind für uns auf der Oberseite ein neuer potentieller, bisher jedoch nicht bestätigter Widerstand im Bereich um 3894;
- mit Unterstützung rechnen wir im Bereich um 3814, darunter um 3786;

- markttechnisch wird diese Entwicklung weitestgehend bestätigt; der träge ADX ist seit einigen Tagen wieder leicht ansteigend und bewegt sich oberhalb des 20er Niveaus, womit wir im Grunde eine intakte Trendphase unterstellen können;
- über die Trendfolger in Kombination verschiedener Zeithorizonte zueinander und als Richtungsfilter unterlegt, werden sogenannte long set-up´s ausgewiesen, was markttechnisch definierte Aufwärtstrends bestätigt;



Praktische Konsequenz

- unter strategischen Gesichtspunkten sind wir mit einem ersten Teilbetrag noch immer auf der Long-Seite positioniert; den Stop-Kurs hierfür passen wir auf ein Niveau knapp unterhalb 3774 Indexpunkte an, einem Niveau unterhalb der errechneten Minimumkorrektur, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls;
- strategische Zukäufe werden für uns erst interessant, wenn es dem DAX gelingt, sich oberhalb des errechneten minimalen Reaktionspotentials wieder zu stabilisieren; in diesem Falle unterstellen wir mit einer Trefferquote von etwa 65 bis 67 Prozent, dass sich der sekundäre Aufwärtstrend weiter fortsetzen wird;
- im kurzfristig / taktischen Zeitfenster konzentrieren wir uns auf intraday-Aktivitäten;



EUROSTOXX 50

Widerstände:
2700, 2728 (Orientierungsmarke), 2876 / 2880 (Orien-
tierungsmarke);
Unterstützungen: 2673 / 2668, 2653 (untergeordnet), 2605 (untergeordnet),
2530, 2467, 2454;

Aktuelle, angepasste Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

2643 / 2634 Minimumkorrektur
2614 Normalkorrektur
2595 / 2586 Maximumkorrektur

- unter strategischen Gesichtspunkten liegt uns auch im EUROSTOXX 50 ein intakter primärer Aufwärtstrend vor, welcher chart-, wie markttechnisch bestätigt wird;
- dieser behält seine Gültigkeit, wie er nicht seine untere Trendbegrenzungslinie bei 2539 unterschreitet, bzw. im Sinne der Dow Theorie sein vorangegangenes Reaktionstief bei 2530 Indexpunkten verletzt;

- im taktischen Zeitfenster liegt auch in diesem Index unser Augenmerk auf dem jüngsten sekundären Aufwärtstrend, beginnend am 20. November mit einem Tief bei 2530 Indexpunkten;
- die aktuell laufende Reaktion schöpfte auch im EUROSTOXX 50 ihr errechnetes minimales Reaktionspotential noch nicht aus, somit unterstellen wir auch hier, dass ein Festhalten an einer mittelfristig optimistischen Erwartungshaltung noch immer gerechtfertigt ist;
- hier gilt als spätester notwendiger Wendepunkt das Niveau um 2634, dem derzeit gültigen unteren Niveau des errechneten Zielbandes der Minimumkorrektur, bezogen auf den jüngsten Aufwätsimpuls (Sekundärtrend);

- markttechnisch wird die jüngste Entwicklung weitestgehend bestätigt, auch hier liegt uns noch immer ein sogenanntes long-set-up vor;



Praktische Konsequenz

- in der praktischen Konsequenz verfahren wir wie im DAX: wir bleiben vorerst mit einem Teilbetrag strategisch long positioniert; den Stop-Kurs belassen wir im Bereich der Vorwoche, knapp unterhalb des unteren Punktes der Minimumkorrektur bei 2634 Indexpunkten;
- strategische Zukäufe tätigen wir nur, wenn sich die laufende Reaktion oberhalb der errechneten Minimumkorrektur tatsächlich stabilisiert;

SMI

Widerstände: 5445 / 5456 (bestätigt);
Unterstützungen: 5360, 5346, 5266, 5160;

Aktuelle, angepasste Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

5345 / 5329 Minimumkorrektur
5290 Normalkorrektur
5250 / 5234 Maximumkorrektur

Internationale Rentenmärkte

Auf der Rentenseite setzte sich zum Wochenende hin ein kräftiger Erholungsimpuls durch, der unsere Erwartungshaltung einer sich deutlich verlangsamenden Kursabschwächung in den beurteilten Renten-Futures bestätigte und eine allgemeine Stabilisierung weiterhin als wahrscheinlichstes Szenario rechtfertigt. Auffallend ist hier die sich kontinuierlich verbessernde Markttechnik im Kursverlauf des Bund-Future, aber erst recht in den Kursverläufen der beiden US-Futures auf die US-T-Bonds mit Laufzeiten 10 und 30 Jahre.

Zumindest nach unten hin, halten wir die Rentenmärkte derzeit für recht gut abgesichert mit deutlichen Nachfrageüberhängen, welche unserer Ansicht nach als zuverlässige Unterstützungsniveaus betrachtet werden können.

Bund-Future Dezember-Kontrakt

Widerstände: 113.20 / 113.30, 113.68, 113.84, 115.45;
Unterstützungen: 111.51 / 111.24;

US-T-Bond-Future (10 Jahre) Dezember-Kontrakt

Widerstände: 114*05, 114*48;
Unterstützungen: 112*23, 111*28, 110*47 / 110*32;

US-T-Bond-Future (30 Jahre) Dezember-Kontrakt

Widerstände: 111*10 / 111*20, 112*08;
Unterstützungen: 109*19, 109*03, 108*00, 106*14;

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Wochenstart !!

Uwe Wagner
db-Advisors
Eigenhandel der Deutschen Bank AG

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Autor: Uwe Wagner Deut.Bank AG (© wallstreet:online AG),10:43 08.12.2003



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