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Bei uns lag drei Monate eine Leiche im Haus - 500 Beiträge pro Seite


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Bei uns im Haus lag, wie sich heute herausstellte, drei Monate eine Frau tot in ihrer Wohnung. Und der Hammer: ihr erwachsener Sohn lebte die ganze Zeit mit seiner toten Mutter in diese Wohnung und hat nichts unternommen. Rausgekommen ist das nur, weil die nicht mehr die Miete überwiesen haben und nicht auf Post geantwortet haben.

Irgendwie hat die Frau auch keiner vermisst, weil sie gehbehindert war und nie vor die Tür ging und auch sonst redeten die mit keinem. Und irgendwie hat man immer gedacht, sie hat ja ihren Sohn, wenn mal was ist.

Komischerweise hat man auch nichts gerochen. Als die Hausbesitzerin sich an die Polizei gewandt hat, wurde sie noch angemeckert, ob sie denn nicht auf die Miete warten könnte. Dabei hat die sich wirklich Sorgen gemacht um die Alte.

Schon eigenartig: man denkt immer, das passiert nur woanders und einem selbst würde das schon auffallen. Tja. Bitter.

Borax
Die Leiche hat gar nicht gerochen?

Vielleicht war Sie gefriergetrocknet oder mumifiziert?:D
bleibt der Sohn denn dort wohnen? Wenn ja, dann würde ich mir jetzt Sorgen machen :rolleyes:
".....und auch sonst redeten die mit keinem" Hast du denn mit Ihnen geredet?
#4
Der Typ hat nie geantwortet, nicht mal "Guten Tag" hat der rausgebracht. Der ist immer gleich in die Wohnung gestürmt, wenn er jemandem im Treppenhaus begegnet ist und hat sich eingeschlossen, so als ob man ihn überfallen würde.

Als die Polizei und die Feuerwehr heute die Wohnung aufbrechen wollten, ist er auf die losgegangen. Da haben sie ihn in Handschellen gelegt. Ich glaube, die Kripo hat ihn mitgenommen. Schon eigenartig, was sich für Abgründe auftun. Im Nachhinein fragt man sich natürlich schon, ob man was falsch gemacht hat. Aber man ruft ja nicht gleich die Polizei, wenn jemand nicht mir einem quatschen will.

Borax
@ Borax
Handelt es sich bei Deinem Wohnhaus nicht doch um die "Geschlossene"?
Viele Grüße ins Heim
Niagara
Das ist ja lustig, aber der Sohn scheint mir nicht ganz geheuer zu sein... :eek:
# Niagara

Das frage ich mich auch langsam. Vor ein paar Tagen eine Messerstecherei mit Schusswaffengebrauch, und jetzt das. Uff. Wir brauchen eindeutig mehr Klapsmühlen in Deutschland.

Borax
Die Wohnung ist bestimmt chemisch belastet. Ich weiss, wie man so einen Geruch "rausbekommt" und das ist gar nicht lustig.:eek:
Wahrscheinlich muss man mal eine Jumbopackung Febreze versprühen. Aber wie gesagt: es hat zumindest im Flur nicht gestunken. Ich habe mir mal sagen lassen, dass der Gestank sehr davon abhängt, was für Medikamente ein Mensch vorher genommen hat bzw. dass manche Medikamente die Verwesung sehr stark verzögern, ja sogar verhindern, was bei manchen Friedhöfen zu Problemen führt. Aber das wird jetzt zu makaber.

Borax
Das ist Deutschland im Jahre 2004.

Allen geht alles am Arsch vorbei.
Was hättest Du denn gemacht, Waldsperling? Wenn man einen Verdacht gehabt hätte, hätte man ja was unternommen. Aber nur weil einer nicht mit einem redet und immer gleich wegrennt, ruft man ja nicht gleich die Polizei. Die kämen doch auch gar nicht, wenn man keinen Anhaltspunkt hat. Und wie gesagt: es gab keinerlei Anhaltspunkte (Geruch etc.).

Die Leute haben sich total abgeschottet, da war nie Rankommen, auch früher nicht. Die haben sich immer benommen, also ob sie von Feinden nur so umzingelt wären - bloß nicht mit jemandem reden. Und dass jemand monatelang mit einer Toten zusammenlebt, das ist nun nicht unbedingt etwas, womit ein normaler Mensch so rechnen würde. Ich persönlich hätte das bis heute überhaupt nicht für vorstellbar gehalten. Wenn die Frau alleine gelebt hätte, dann wäre das was anderes. Aber wenn jemand mit einem zusammenlebt....?

Borax
Borax,

mein Posting ist evt. etwas missverständlich.

Ich hatte dich auch gar nicht gemeint.

Aber den Sohn. Die Verhältnisse müssen verschiedenen Behörden bekannt gewesen sein.

Aber alle haben Angst.

Die hilflosesten sind die Jugendämter.
Ich glaube, behördentechnisch fielen die durch den Rost. Der Sohn ist ja schon so um die fünfzig, also kommt für den das Jugendamt nicht in Frage. Ich glaube, bei dem Sohn war das weniger Gleichgültigkeit, sondern der war irgendwie krankhaft fixiert auf Mami. Der wollte die einfach nicht hergeben. Er hatte ja auch sonst niemanden.

Borax
Borax, wie Du schon vermutest - in so einem Fall kann man nichts machen. Wenn die Leute sich abschotten, dann kann man ihnen auch nicht helfen. Und wenn man nichts riecht oder hört, dann haben sich die Nachbarn auch nichts vorwerfen zu lassen. Es ist halt nicht so ein Fall wie der, bei dem die Nachbarn weghören und -schauen, wenn Kinder mißhandelt werden.

Der Fall ist aber wieder mal ein Beispiel dafür, daß etliche Menschen unter uns leben, die eigentlich als geistesgestört behandlungsbedürftig sind. Es geschieht aber nichts, so lange die Leute nicht auffallen - bis dann eben einer neben einer Leiche wohnt, ein anderer plötzlich Amok läuft und beim dritten herauskommt, daß er Kannibale ist. Und hier im Board kann man das durchaus merken, denn manche posten hier und argumentieren in einer Weise, daß man so langsam merkt, daß man diesen Leuten im normalen Leben den Irren sofort anmerken würde. Hier im Board, wo man die Leute nicht sieht, kann so jemand hingegen mit einer Vielzahl von Threads und Beiträgen zeitweilig Diskussionen an sich reißen, bis so nach und nach klar wird, wie dieser Mensch verfaßt ist.
@Borax: Du hast dir nix vorzuwerfen, wenn du das tun solltest. Angesichts der infantilen Antworten einiger user hier frage ich mich eher, warum das nicht viel häufiger passiert. Das du dir darüber einen Kopf machst, das ehrt dich eher.
Hier in Berlin lagen mal abends 2 Stunden lang lauter von der Straßenbahn zerstückelte Leichenteile auf den Schienen herum, wohlgemerkt in einem von vielen Studenten bewohnten In-Stadtteil mit viel Abendverkehr. Und düster ist es dort schon gar nicht. Zombies in schicken Pumaschuhen und mit Unterlippenpiercing.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump…

Das sind nun mal die Zustände in den größeren Städten, die Anonymisierung schreitet weiter stark voran. Deswegen wird ja auch die Stadt von vielen bevorzugt, weil man auf dem Land noch starker sozialer Kontrolle unterliegt.
zu #17 u.#18,

volle Zustimmung, in einer freien Gesellschaft muss man den Menschen auch das Recht lassen, sich abzuschotten.
Die Alternative wäre eine zu starke soziale Kontrolle.
Eingreifen darf man erst, wenn Menschen sich oder anderen Schaden zuführen.

mfg, Lemmus
Erst jetzt, rund anderthalb Jahre nach seinem Tod, wird ein Belgier endlich seine letzte Ruhe finden. Die Leiche des 70-Jährigen lag 18 Monate lang unbemerkt vor einem laufenden Fernseher.

Erst nachdem Kinder beim Fußballspielen eine Scheibe seines Reihenhauses bei Brüssel zertrümmert hatten, fand die Polizei nach einem Bericht der Zeitung "Het Laatste Nieuws" vom Dienstag die Leiche. "Wir dachten, dass er jetzt in einem Altersheim wohnt", sagten die erstaunten Nachbarn den Beamten.

Die Polizisten ermittelten, dass der Rentner schon seit Herbst 2002 leblos im Pyjama vor dem Fernseher gelegen hatte.
# 17, 18

Danke für Euer Verständnis. Wir machen uns hier wirklich einen Kopf, ob man nicht doch was hätte merken können und ob einem nicht doch was aufgefallen war. Aber da war nix, einfach nix. Die Frau war halt bettlägerig und daher sowieso nie draußen. Keiner im Haus hat Geruch wahrgenommen. Einer der Polizisten hat gesagt, bevor sie die Wohnung gestürmt hätten, hätte er mal seine Nase direkt an den Türschlitz gehalten und da hätte man ganz leicht was riechen können, was möglicherweise auf einen Toten hinweist. Aber wer schnüffelt schon ohne konkreten Anlass bei seinen Nachbarn am Türschlitz? Ich kenne eigentlich Leichengeruch und hätte gedacht, dass ich den sofort wieder identifizieren könnte. Aber keiner hat so was gerochen, auch ich nicht.

Ich bin zwar hartgesotten. Trotzdem nimmt die Sache uns hier ziemlich mit. Gestern beim Abendessen habe ich fast gekotzt. Einfach unvorstellbar, das Ganze.

Borax


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