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TECHNISCHER MORGENKOMMENTAR 26. APRIL 2004 08:00 Uhr - 500 Beiträge pro Seite



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- DAX, SMI und CAC 40 übersprangen am Freitag ihre bisher gültigen oberen Begrenzungen der jüngst ausgebildeten Schiebezonen; im EUROSTOXX 50 und im italienischen MIB 30 wurde diese obere, charttechnisch definierte Grenze angehandelt, jedoch noch nicht überwunden; der britische FTSE 100 markierte im Tagesverlauf vom Freitag ein neues Bewegungs- und Jahreshoch;

- vom Chartbild her können wir somit festhalten: in ersteren Indizes gelten die bisher gültigen Konsolidierungszonen im Sinne ihrer bisherigen Definition als hinfällig, in den letzt genannten Börsenbarometern sind diese noch immer intakt;

- in der allgemeinen Einschätzung erhöht sich mit der Entwicklung vom Freitag die Zahl der Indizes, die praktisch gesehen ihren übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufgenommen haben, auch wenn diese Entwicklung auf Grund des Kursverlaufes vom Freitag noch nicht von einer notwendigen Nachhaltigkeit überzeugt; somit werden wir uns diesen Sachverhalt noch genauer Ansehen müssen (siehe folgenden Abschnitt zu den internationalen Aktienindizes);

- in den US-Aktienindizes legten die beiden NASDAQ´s am Freitag auf die ohnehin schon sehr kräftige Entwicklung vom Donnerstag noch etwas nach, so dass zumindest im NASDAQ 100 das letzte Bewegungshoch vom 05. April bei 1508 wieder in greifbare Nähe kommt; beide Indizes haben, bezogen auf den jüngsten Abwärtsimpuls, bereits mehr als die darauf berechnete Maximumkorrektur vollzogen; somit gilt: wir unterstellen hier mit einer Wahrscheinlichkeit von über 65 Prozent, dass zumindest für die nächsten Tage bzw. ein / zwei Wochen der Kursverlauf auf der Unterseite weitestgehend abgesichert sein sollte; im kritischsten Falle rechnen wir mit einer fortgesetzten Konsolidierung zwischen den Kursniveaus um 1449 und 1508 im NASDAQ 100 bzw. um 1973 und 2079 im NASDAQ Comp.;



- in beiden beurteilten Standardwerte-Indizes Dow Jones und S&P 500 Index liegt uns eine ähnliche Kurskonstellation vor: auch hier wurden bereits die maximalen Korrekturpotentiale, bezogen auf die jüngsten Abwärtsimpulse ausgeschöpft, in den letzten beiden Tageshochs sogar überschritten; damit unterstellen wir auch hier eine gute Absicherung der Kursverläufe auf der Unterseite;



- in Asien fällt heute der Nikkei 225 dadurch auf, dass im bisherigen Tageshoch bei 12184 das noch gültige Bewegungs- und Jahreshoch bei 12189 vom 15. April nur knapp verfehlt wurde; wir stehen auch hier vor einem neuen Hoch und damit erneut vor Kursniveaus, welche letztmalig im Jahre 2001 markiert wurden;

- auf der Rentenseite unterstellten wir bisher folgende Sachverhalte: (ERSTENS) sowohl im Kursverlauf des Bund-Future, als auch in den Kursverläufen der US-T-Bond-Futures liegen uns übergeordnete, abwärts ausgerichtete Abwärtstrends vor; diese nahmen Ende März ihren Anfang und markierten Mitte letzter Woche ihre bisher gültigen Bewegungstiefs; (ZWEITENS) in den letzten Handelstagen fiel eine Verlangsamung des Abwärtsimpulses auf, somit stiegen die Chancen auf eine nachhaltige Stabilisierung; (DRITTENS) ausgehend von einer solchen möglichen Entwicklung, definierten wir die bisherigen Bewegungstief als jene Kursniveaus, oberhalb derer durchaus der Aufbau strategischer Long-Positionen angedacht werden sollte, mit dem jeweiligen Stop-Kurs an den jeweiligen Bewegungstiefs der Futures;

- mit der Entwicklung vom Freitag gilt die noch bis Ende der Vorwoche getroffene Aussage in den Renten-Futures als gültig, jedoch ist durch den recht starken Kursrückgang das Risiko auf eine abwärts ausgerichtete Trendfortsetzung wieder deutlich gestiegen; somit gilt: bestehen bereits erste Neupositionierungen auf der Kaufseite, so gilt es diese diszipliniert unterhalb der aktuell gültigen Bewegungstiefs durch Stop-Kurse abzusichern;



- wurden noch keine Positionen aufgebaut, so warten wir vorerst den heutigen Handelstag ab, ob wir noch immer gerechtfertigt an unserem allgemeinen Stabilisierungsszenario festhalten können, oder ob wir mit einer Wideraufnahme des Abschwungs rechnen müssen;

- im Kursverlauf EURO / USD setzt sich auch heute der Abschwung der Europa-Währung fort; die „unterstützende“ Orientierungsmarke bei 1.1756 USD ist in unmittelbarer Nähe zum aktuellen Kursverlauf, der laufende Abwärtstrend ist sowohl chart- wie markttechnisch bestätigt; aktuell liegen uns keine Indikationen vor, welche wir im derzeitigen Stadium der Kursentwicklung als wichtige Hinweise zur baldigen Kursstabilisierung interpretieren würden; in der Konsequenz stellen wir im EURO auch weiterhin jeden Aufbau neuer Long-Positionen zurück;



Internationale Aktienindizes

Von Interesse sind für uns aktuell die Indizes, denen am Freitag der Ausbruch aus ihren bisher gültigen Schiebezonen gelungen ist. Hier stellt sich jetzt die Frage: ist der Ausbruch signifikant? Setzt sich damit der seit März gültige Aufwärtstrend fort? Oder verschiebt sich die Konsolidierung nur auf eine höhere Ebene, also mit nach oben hin verschobenen Bereichsbegrenzungen?

Sehen wir uns zunächst die markttechnischen Ausgangsbedingungen an: in den drei europäischen Aktienindizes, denen am Freitag der Sprung über die Konsolidierungsbegrenzung gelungen ist (DAX, CAC 40, SMI), liegt uns eine Verbesserung der Markttechnik dahingehend vor, als dass sich hier bereits jeweils ein long-set-up ausbildet. Die Schwungkraft steigt ebenfalls wieder leicht an und es liegen uns keine Überhitzungen in irgendeiner Form vor. Hinzu kommt eine augenblicklich sehr niedrige Bewegungsdynamik (jeweils gemessen über den ADX), was aus der Konsolidierungsphase heraus resultiert.

Damit unterstellen wir zunächst gute markttechnische Chancen, dass sich in den nächsten Tagen ein Griff nach neuen Jahreshochs als realistisch erweisen sollte.

Charttechnisch überzeugte die Entwicklung vom Freitag jedoch noch nicht. Uns liegen negative Schiebemuster und shootingstars in Europa vor, alles Kursmuster, welche für sich genommen eher als kritisch einzustufen sind. Somit sollte der heutige Tag zeigen, ob wir hier eine kurzfristige Stabilisierung hineinbekommen, was die Chancen auf eine Trendfortsetzung erhöht, oder ob wir einen Rückfall erleben.

Konkret:

(1) ein leichter Kursrückgang wäre nicht dramatisch, sollte sogar einen guten Einstieg auf der Long-Seite ermöglichen;

(2) um eine Indikation zu haben, was „ein leichter Kursrückgang“ heisst, setzten wir zwei Kursmarken: (ERSTENS) errechnen wir die Korrekturpotentiale, ausgehend von der jeweils unteren Begrenzung der laufenden Konsolidierungszone bis zum Ausbruchshoch vom Freitag; (ZWEITENS) markieren wir die jeweilige Mitte der entsprechenden Konsolidierungszone;

(3) setzt jetzt eine Korrektur ein und dreht oberhalb der errechneten Minimumkorrektur, die möglichst nicht unterhalb der ursprünglichen Zonenmitte sein sollte, sehen wir gute Chancen auf ein neues Jahreshoch im laufenden Bewegungsprozess;

DAX

Widerstände: 4151 / 4175 (ü);
Unterstützungen: 4094 (u), 3970 (u), 3920 / 3902 (u), 3692 (u);

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

4076 / 4068 Minimumkorrektur
4050 Normalkorrektur
4031 / 4023 Maximumkorrektur

Mit dem Ausbruch vom Freitag, ist im Kursverlauf des DAX die jüngste Konsolidierungsphase beendet. Auch hier steht nun die konkrete Frage, ob sich ein Aufwärtsimpuls in Richtung 4150 / 4170 ausbildet, oder ob eine fortgesetzte Konsolidierung, nur auf höherem Niveau stattfindet. Markttechnisch haben wir gute Chancen auf ein neues Jahreshoch, charttechnisch (mit Blick auf die Kursentwicklung vom Freitag) ist diese Aussage nicht so klar.

Somit kalkulieren wir zunächst neue Korrekturpotentiale, welche sich auf das Ausmass vom Boden der jüngsten Konsolidierungszone bis zum Hoch vom Freitag beziehen (siehe in der obigen Auflistung der Korrekturpotentiale). Im Bezug auf die errechnete Mitte der Konsolidierungszone, liegt die Minimumkorrektur oberhalb dieses Niveaus, somit ist der Bereich um 4076 / 4068 für uns der Bereich, der im Index möglichst nicht unterschritten werden sollte, damit wir eine gute Chance von über 60 Prozent unterstellen können, neue Jahreshochs zu sehen.



Fällt der DAX dagegen in Richtung 4050, sinken die Chancen auf rasche Jahreshochs jedoch wieder auf etwa statistische 50 Prozent, wir würden in jenem Falle sogar schon wieder davon ausgehen, dass es das vorerst war.

In der Konsequenz:

… sind wir im DAX / FDAX zur Zeit neutral. Zu einer Short-Position kam es nicht, da das am Freitag definierte, dafür notwendige Kursniveau nicht unterschritten wurde.

(1) eröffnet der FDAX unterhalb des Tiefs vom Freitag bei 4114.5, definieren wir diese 4114.5 als Trigger für eine Trading-Long-Position, wenn dieses Niveau wieder von unten nach oben durchschritten wird; Stop-Kurs wäre dann 4089.5 im FDAX, vorläufiges Kursziel wäre 4144.5; sollte das Kursziel mit bestehender Position erreicht werden, passen wir den Stop-Kurs auf Einstand an;

(2) fällt der DAX Index in Richtung 4068, stabilisiert sich dann jedoch oberhalb diesen Niveaus, werden wir möglicherweise auch long gehen, was wir jedoch auch von dem dann vorliegenden Kursmuster im FDAX abhängig machen; siehe hierzu unseren heutigen Abendkommentar;

(3) setzt sich der Aufwärtsimpuls sofort durch, definieren wir im FDAX das Hoch vom Freitag bei 4150 als Trading-Trigger; Stop-Kurs in jenem Falle: das Tief vom Freitag bei 4114.5;

EUROSTOXX 50

Widerstände: 2905 / 2919 (O), 2965 (u), 3193 (Orientierungsmarke);
Unterstützungen: 2841 (ü), 2828 / 2822 (u), 2640 (O), 2605 (O), 2530 (O);

Im Gegensatz zum DAX gelang es dem EUROSTOXX 50 bisher nicht, die jüngste Konsolidierungszone nach oben hin zu überwinden. Somit gilt hier unsere bisherige Aussage auch weiterhin:

- noch ist der EUROSTOXX 50 / FESX als technisch neutral zu betrachten, eine Aussage, an der wir auch hier solange festhalten, wie die Konsolidierungszone nicht nach oben bzw. unten durchbrochen wird;



- somit betrachten wir den EUROSTOXX 50 konsequenterweise fortgesetzt als Trading-Markt;

In der Kursentwicklung des FESX vom Freitag bildete sich ein potentielles negatives Schiebemuster aus. Wir definierten für diesen Fall im Abendkommentar vom Freitag einen Trigger bei 2855, der unterschritten werden sollte, um spekulativ zu shorten. Der Schlusskurs fiel genau auf 2855, somit sollte streng genommen kein Short bestehen. Wurde dennoch eine solche Position eröffnet, sichern wir diese per Stop-Kurs am Freitagshoch des FESX bei 2877 ab. Auf der Unterseite definieren wir ein Kursziel bei 2830 FESX Punkten.

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!

Uwe Wagner

Die auf dieser Seite enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der S-T Systemtrade AG entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der auf dieser Seite enthaltenen Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen.



Autor: Uwe Wagner S-T Systemtrade AG (© wallstreet:online AG),08:00 26.04.2004



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