DAX+0,33 % EUR/USD+0,05 % Gold-0,33 % Öl (Brent)+0,44 %

TECHNISCHER MORGENKOMMENTAR 30. JULI 2004 06:00 Uhr - 500 Beiträge pro Seite



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(Aktien-Indizes)

- kaum zeigt die US-Börse eine leichte Entspannung und verhagelt den Europäern nicht wieder ein / zwei Stunden nach der Eröffnung die Schlussstunden des Handelstages, werden die Käufer in DAX und Co. von der Leine gelassen. Kräftige Kursanstiege in nahezu ganz Europa prägten das gestrige Bild und passen damit in das Szenario, welches von einem verbleibenden Bestand der noch immer gültigen, übergeordneten Konsolidierungszonen ausgeht.



- sehen wir uns die Wochencharts der einzelnen Aktien-Indizes in Europa, aber auch in den USA an, liegen uns noch immer intakte, unterschiedlich exakt ausgebildete Konsolidierungszonen vor, deren untere Bereichsbegrenzungen noch zu Wochenbeginn in greifbare Nähe gerückt waren. In beiden US-Wachstumswerte-Indizes (NASDAQ Comp. und NASDAQ 100) wurden diese unteren Begrenzungen in ihrer bisherigen Definition sogar unterschritten, bevor sich (ein eher mühevoll verlaufender) Erholungsimpuls durchsetzte.

- grundsätzlich gilt: noch immer unterstellen wir eine technische Reaktion und noch keinen nachhaltigen Richtungswechsel. Dennoch, die Chancen auf eine nachhaltige Stabilisierung und einem daraus resultierenden Aufwärtstrend in Richtung der oberen Bereichsgrenze der jeweiligen Konsolidierungszone, sind auch gestern wieder gestiegen. Im CAC 40 (Frankreich) und im FTSE 100 (Grossbritannien) wurde das errechnete minimale Reaktionspotential, bezogen auf das gesamte Ausmass des bisherigen, abwärts ausgerichteten Trendverlaufes, voll ausgeschöpft, sogar leicht überwunden. EUROSTOXX 50 und DAX schoben sich per gestern ebenfalls an die Grenzen ihres minimalen Reaktionspotentials. Damit sinkt zumindest die statistische Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren Wideraufnahme des Abwärtsimpulses mit neuem Bewegungstief im laufenden Bewegungsfraktal.

- als Fazit können wir damit festhalten: die aktuell laufende Kurskorrektur auf der Aktienseite verläuft schneller und kräftiger, als ihr (einziger) Vorgänger in der Vorwoche. Damit wird zumindest deutlich, dass das unmittelbare Risiko auf der Unterseite zwar noch immer besteht, grundsätzlich jedoch deutlich kleiner geworden ist (was sich über das bisherige Korrekturausmass widerspiegelt). Das aus unserer Sicht heraus wahrscheinlichste strategisch relevante Szenario ist eine Kursstabilisierung auf breiter Front und eine mittelfristig gesehene Fortsetzung des laufenden Aufwärtsimpulses. Sofort umdenken müssen wir (und das ist unsere Reissleine für dieses Szenario), wenn in den Indizes das laufende Bewegungstief wieder unterschritten wird. Hier müssen (!!) die Stop-Kurse liegen. In der Konsequenz wiesen wir in den letzten zwei Tagen immer wieder darauf hin, dass wir es durchaus für sinnvoll halten, schrittweise kleine, hochspekulative Long-Positionen aufzubauen.

(Umfeld)

Das Umfeld bleibt nach derzeitiger Lesart technisch kritisch. Der Anleger reagiert noch immer nervös bei steigenden Ölpreisen, diese Tendenz setzt sich aktuell jedoch noch immer fort. Per gestern sahen wir in der Öl-Preis-Entwicklung zwar keine neuen Bewegungshochs, doch der Trend ist im Sinne der Definition ungebrochen intakt und es liegen uns derzeit auch keine klaren Indikationen vor, die einen unmittelbar bevorstehenden, nachhaltigen Richtungswechsel erwarten lassen.



Auf der Währungsseite verlangsamt sich der Dollaranstieg etwas, die Schwungkraft geht schrittweise zurück. Dennoch wurde dort per gestern ein neues Bewegungshoch markiert. Auch hier ist aktuell der laufende Aufwärtstrend des USD gegenüber dem EURO und dem japanischen YEN unverändert intakt.

DAX

Widerstände: 3899 (u), 4099 (u), 4156 / 4175 (u);
Unterstützungen: 3749 (O), 3710 / 3692 (u);

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Abwärtsimpuls im DAX INDEX:

3867 / 3884 Minimumkorrektur
3926 Normalkorrektur
3968 / 3985 Maximumkorrektur

Fassen wir zum Wochenende hin zunächst die aktuelle charttechnische Ausgangslage zusammen: der deutsche Aktien-Index DAX entfaltete in den ersten zwei Dritteln des Monats Juli einen hochdynamischen Abwärtstrend, der sich nahezu reaktionsfrei von der oberen Bereichsbegrenzung einer übergeordnet gültigen Konsolidierungszone in Richtung der unteren Begrenzung schob. In den letzten Tagen setzte eine zunehmende Nachfrage nahe der unteren Bereichsgrenze ein und stabilisierte zum Einen den Kursverlauf und zwang zum Zweiten den DAX in eine technische Reaktion. Sehen wir uns die errechneten Korrektpotentiale, bezogen auf das gesamte Ausmass des vorangegangenen sekundären Abwärtstrends an, wurde am gestrigen Donnerstag im DAX das errechnete minimale Reaktionspotential komplett ausgeschöpft. Streng genommen sinkt bereits jetzt die statistisch ermittelte Wahrscheinlichkeit einer unmittelbar bevorstehenden Wiederaufnahme des Abschwungs mit neuen Bewegungstiefs auf ein Niveau um etwa 50 Prozent (zum Vergleich, noch bis gestern früh mussten wir eine statistische Wahrscheinlichkeit von etwa 67 Prozent unterstellen müssen).



Interessant ist weiterhin der Sachverhalt, dass der jüngste Abwärtsimpuls, der sich nach der vorangegangenen Minimumkorrektur herausgebildet hatte, per Donnerstag komplett aufgeholt und damit neutralisiert wurde. In der Konsequenz können wir festhalten: im kurzfristigen Zeitfenster, auf Basis des letzten Abwärtsimpulses, ist praktisch ein kompletter Impulswechsel vollzogen, auf Basis des kompletten Abwärtstrends ist das errechnete minimale Reaktionspotential ausgeschöpft und sogar leicht überwunden. Damit mehren sich die Indizien für eine zunehmende Kursstabilität und einem deutlich sinkenden Risiko auf der Unterseite.



Hinzu kommt eine markttechnische Verbesserung des DAX-Kursverlaufes. Über die Trendfolger stehen wir unmittelbar vor dem Wechsel in ein long-set-up, die Dynamik des vorangegangenen Abwärtstrends ist wieder rückläufig, die Schwungkraft nimmt auf der Oberseite zu.

Dennoch: das kritische interpretierte Umfeld, siehe Öl-Preisentwicklung, steigender Dollar (noch vor Jahren war ein steigender Dollar positiv) und steigende Renten, bleibt uns erhalten. Aktuell vollzieht sich demnach eine Impulswende trotz teils negativer Rahmenbedingungen.

In der praktischen Konsequenz bleiben wir dennoch mittelfristig optimistisch. In den letzten beiden Morgenkommentaren unterstrichen wir die Sinnhaftigkeit, schrittweise Long-Positionen einzusammeln. Dieser Prozess sollte auf aktuellem Niveau abgeschlossen sein, Stop-Kurs bleibt vorerst im FDAX der Bereich um 3760 (knapp darunter). Sollte der Markt drehen und diese 3760 unterschreiten, wäre unser präferiertes Szenario ohnehin vom Tisch.

Mittelfristig erwarten wir steigende Kurse in Richtung der oberen Bereichsgrenze ab 4100.

Kurzfristig orientieren wir uns wieder am gestrigen Hoch des FDAX: eröffnet der FDAX oberhalb der 3918, wird dieses Niveau zum Trigger auf der Short-Seite mit Kursziel bei 3888 und einem Stop-Kurs bei 3943.

EUROSTOXX 50

Widerstände: 2741 (u), 2787 (u), 2847, 2905 / 2919 (O);
Unterstützungen: 2638 / 2630 (u);

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Abwärtsimpuls im EUROSTOXX 50 Index:

2705 / 2715 Minimumkorrektur
2740 Normalkorrektur
2764 / 2774 Maximumkorrektur

Aus charttechnischer Sicht bewegt sich der EUROSTOXX 50 fast liniengleich mit dem DAX, so dass oben beschriebene Grundaussagen auf Europas Leitindex übertragen werden können.

Auch hier sollte jetzt der Zukaufprozess beendet werden, strategischer Stop-Kurs bleibt die 2634 im FESX.

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!

Uwe Wagner

Die auf dieser Seite enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der S-T Systemtrade AG entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der auf dieser Seite enthaltenen Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen.



Autor: Uwe Wagner S-T Systemtrade AG (© wallstreet:online AG),08:00 30.07.2004



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