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Übernahmeangebot für P&I-Aktien umstritten
Aktionärsschützer halten Offerte für zu niedrig

Vom 21.09.2004


WIESBADEN Um das Übernahmeangebot für die Wiesbadener P&I Personal & Software AG ist ein Streit entbrannt. Während Vorstand und Aufsichtsrat das Angebot als angemessen bezeichnen, halten Aktionärsschützer die gebotenen 7,40 Euro je Aktie für zu niedrig und raten ab.




Noch bis zum 24. September läuft das Übernahmeangebot, das die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Carlyle den freien Aktionäre macht. In der jüngsten Hauptversammlung ging es nach Aussagen von Aktionärsschützern bezüglich des Themas "sehr chaotisch zu".

Rudolf Heinz, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (München), kritisierte, dass das Angebot von 7,40 Euro je Aktie viel zu niedrig sei. Wichtige Informationen seien nicht gegeben worden, die Vorlage der Bilanz- und Ergebniszahlen unzulänglich. Wie sich die angebotenen 7,40 Euro errechneten, sei ebenso nicht klar. Ein weiterer Vorwurf, Egbert Becker, Firmengründer und bislang Vorstandsvorsitzender, durfte bei der jüngsten P&I-Hauptversammlung nicht mehr reden. Des weiteren wurden hohe Abschreibungen auf den Firmenwert getätigt, bemängelt der Aktionärsschützer. Die Aktionäre seien lächerlich gemacht worden, so Heinz. Seine Organisation habe Widerspruch "gegen alles" eingelegt. Er rät den Aktionären, das vorliegende Übernahmeangebot nicht anzunehmen. Der Finanzinvestor Carlyle werde eine neue Offerte machen, die deutlich höher liegen dürfte, ist Heinz überzeugt.

Hartmut Voß, für Finanzen und Investor Relations zuständiges P&I-Vorstandsmitglied, hält hingegen wie der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat das Angebot für angemessen. Das habe auch ein internes Gutachten ergeben. Die Aktionärsschützer argumentierten zwar, dass die Erstzeichner 12,50 Euro 1999 bezahlt hätten und somit mit 7,40 ein schlechtes Geschäft machten. Demgegenüber betont Voß, dass kaum noch Erstzeichner das Papier hielten. Für Investoren, die vor zwei Jahren bei 2,20 Euro eingestiegen seien, habe sich der Wert indessen verdreifacht. Die beiden Gründer Egbert und Ingeborg Becker, hätten ebenfalls für 7,40 Euro verkauft. Man habe mit mehreren Investoren verhandelt, keiner sei bereit gewesen, mehr zu zahlen, so Voß.

Alles, was nach dem 24. September komme, sei ungewiss, gibt Voß zu bedenken. Sicher sei aktuell nur, dass die Eheleute Becker ihre 4,7 Millionen von insgesamt 7,7 Millionen Aktien zu 7,40 Euro das Stück abgegeben haben. Beide ziehen sich nun aus dem aktiven Geschäft zurück. Vasilios Triadis wird zum 1. Oktober zum Vorstandschef berufen. Weitere 134 000 Aktien seien bis dato von den freien Aktionären angeboten worden, so dass sich noch 2,8 Millionen auf dem Markt befinden. Voß rechnet weiter vor: Während sich die P&I-Aktie nur auf 60 Prozent ihres Wertes seit der Erstnotiz am 7. Juli 1999 abgeschwächt habe, habe sich der TecDax-Index sogar auf elf Prozent zurückentwickelt.

Quelle: www.finanznachrichten.de

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