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Arbeiten und Leben in China, Meinungs- Erfahrungsaustausch, Fragen - 500 Beiträge pro Seite



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Hallo allerseits,
in diesem thread möchte ich Informationen rund um das "Land der Mitte" sammeln. Vielleicht können einige von euch Erfahrungen wiedergeben, sowohl geschäftl. (wie auch praktikas) als auch persönlich.
Ich studiere international business und plane einen zukünftigen Aufenthalt.

Die Diskussion ist eröffnet:)
http://www.deutschebotschaft-china.org/de/recht_konsular/leben_arbeiten/
interessanten beitrag gefunden:look:

Re: Arbeiten in China
#20530 - 23.06.2004 16:13 Ändern Antworten Zitieren



Hallo PersInt,

seit 7Jahren lebe und arbeite ich schon in China. Dazu kann ich folgende Tips geben.
Als erstes sollte man China mal besuchen und sich ein Bild von der Mentalitaet der Chinesen machen. Die Arbeit mit den Chinesen ist nicht jedermans Sache und man brauch teilweise schon viel Geduld. Von einem Auslaender wird auch genuegend Berufserfahrung erwartet, obwohl die Chinesen alles besser wissen und koennen. Wichtige Vorraussetzung ist eine Arbeitsstelle, die vorher schon besteht, denn hier in China eine Arbeit zu finden ist ohne Beziehungen sehr schlecht.

Ein Arbeitsvisa ist nur ueber eine chinesische (oder dort registrierte) Firma zu bekommen und bei dieser wird dann auch das Gehalt versteuert. Eine weitere Moeglichkeit ist ein halb Jahres Business Visa, das bei der chinesischen Botschaft (oder Konsulat) erhaeltlich ist. Damit darf aber offiziell nicht koerperlich gearbeitet werden, was auch teilweise in den Metropolen (Shanghai, Beijing, Shenzhen) kontrolliert wird. Fuer die Steuer ist jeder selbst verantwortlich und das Thema sollte auch ernst genommen werden, denn die Chinesen werden mit Kontrollen immer besser.
Das Leben in China ist nicht schlecht und kann recht billig sein, falls nicht gerade in Western Restaurants gegessen wird. In Shanghai gibt es 24h Betrieb und es ist sehr einfach im Nachtleben unter zu gehen, was auch dann die Arbeit negativ beeinflussen kann. Das Essen ist sehr vielseitig (nicht jedermans Geschmack) und das wichtigste fuer die Chinesen (Morgens, Mittags und Abends).
China ist ein sicheres Land und man kann sich ueberall frei bewegen, auch in der Nacht. Die Menschen sind ueberwiegend freundlich und hilfsbereit.

Alles in allem muss jeder selbst testen, ob er fuer dieses Land geeignet ist. Shanghai ist nicht China und ein grosser Unterschied zum Rest des Landes. Wer anpassungsfaehig ist hat hier sicher keine grossen Probleme.

Gruss

PeterW
:look:
China
Zukunftsmarkt China
Von Katharina Vähning


13. Januar 2003 Sie bietet Wachstumszahlen, von denen europäische Länder nur träumen können: Die Wirtschaft der Volksrepublik China. Auch deutsche Unternehmen sind beim Rennen um Marktanteile und Absatzmöglichkeiten mit an den Start gegangen. Kein leichtes Unterfangen, denn China ist ein Markt, der neben vielen Gewinnchancen auch Hürden birgt. Eine Sache also für Experten und solche, die es werden wollen.


Der chinesische Markt gilt als ein vielversprechender Zukunftsmarkt mit verheißungsvollen Perspektiven für Unternehmen. Immer wieder tauchen Schlagzeilen wie „Größter Mobilfunkmarkt der Zukunft” oder etwa „Der Markt für deutsche Umwelttechnologie” in den Medien auf. Entsprechend groß ist das Engagement der deutschen Wirtschaft, aber auch von Politik und Medien auf dem chinesischen Festland: über 1.000 deutsche Unternehmen sind mit ihren Niederlassungen im Reich der Mitte vertreten. Alle großen Tageszeitungen, Magazine und öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten mit insgesamt 18 Büros am Ort des Geschehens. Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der ausführende Arm des Ministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, organisiert mit ihren rund 30, in der Regel deutschen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zahlreiche Projekte. Auch die Politprominenz zeigt Präsenz: Im vergangenen Jahr besuchten mindestens sieben Bundesminister das Land und auch Ministerpräsidenten, Landesminister und Staatssekretäre stellten sich ein.

„Die Aufmerksamkeit von deutscher Seite könnte wohl nicht größer sein”, urteilt Dr. Jörg-Meinhard Rudolph, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Peking. Doch trotz aller Bemühungen fällt die Bilanz für die deutsche Wirtschaft recht mager aus: Der deutsche Außenhandel mit China macht nur etwa drei Prozent des Gesamtaußenhandels aus, und der Anteil der Exporte nach China beträgt gar nur eineinhalb Prozent der deutschen Gesamtexporte. Wirtschaftsexperte Rudolph bezeichnet diese Zahlen als „marginal”. Ein Anteil, der zudem seit über fünf Jahren nicht nennenswert gewachsen sei. Bei den Direktinvestitionen sieht es nicht viel anders aus. Insgesamt hat Deutschland etwa 800 Milliarden Mark im Ausland investiert, in China sind es - kumuliert seit etwa 1993 - acht bis neun Milliarden Mark, zählt Rudolph auf. Damit nimmt China einen Anteil von nur etwa ein Prozent ein. Ein Mißverhältnis, das unter anderem deutlich vor Augen führe, wie schwierig die Verhältnisse für Ausländer in China seien - auch nach über 20 Jahren „Reform und öffnung” (wie es in China heißt), resümiert Rudolph.

Daß das Engagement trotzdem aufrecht erhalten wird, liegt an der einhelligen Einschätzung, daß Investitionen auf dem chinesischen Markt Langzeitprojekte sind. Wer Erfolg haben will, braucht Geduld und vor allem Experten. „Eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Entscheidung bei solch einem Engagement in China ist die personelle Besetzung der Arbeitsplätze im Management, aber auch in Produktion, Vertrieb und Verwaltung”, erklärte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender des Arbeitskreises China im Asien Pazifik Ausschuss (APA) der Deutschen Wirtschaft zu Beginn einer Staufenbiel-Studie über Personalmanagement in China. Denn die schwierigen Verhältnisse bedingt durch kulturelle Unterschiede, hohe Rechtsunsicherheit sowie undurchsichtige Verzahnung von Wirtschaft und Politik erfordern sehr gut ausgebildete Mitarbeiter. Solche also, die auch mit der asiatischen Welt und deren Mentalität vertraut sind und einfache To-Do-Regeln wie die des „Gesicht-Wahrens” kennen und umsetzen können: sein Gegenüber stets ausreden lassen, sich delikaten Fragen nur über Umwege nähern oder dem Beamten, dessen Füße beim Eintreten in dessen Büro auf dem Tisch liegen, durch Räuspern die Gelegenheit geben, sich standesgemäß in Position zu begeben etwa. Aber die richtige Anwendung dieses Wissens und Verhaltens kann man nur schwer in einem Seminar erlernen.

Fachexperten mit Erfahrung stehen also hoch im Kurs: „Für viele Unternehmen ein Problem, da sie nicht über die Kapazitäten verfügen, eigene Fachleute intern ausbilden zu können. Auch haben manche keine konkrete Vorstellung davon, wie das Anforderungsprofil eines Experten aussehen könnte”, erklärt Dai Yi, Unternehmensberater und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ostasieninstitut der FH Ludwigshafen. Dies gelte vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen mit wenig Asienerfahrung. Hinzu kommen die immensen Kosten für Mitarbeiter, die nach Asien entsandt werden: Diese sogenannten „Expatriats” schlagen im Budget mit jährlich 150.000 bis 250.000 Euro zu Buche. Die FH Ludwigshafen versucht mit dem Studiengang Marketing China, der ein komplettes BWL-Studium plus Sprach-, Kultur- und Landeskenntnisse bietet, diesem Mangel an Fachkräften abzuhelfen. Nach dem Studienabschluß lernen die Absolventen meist erst einmal für ein halbes Jahr ihren Arbeitgeber hier in Deutschland kennen und gehen dann für drei bis fünf Jahre in Niederlassungen nach China. Doch die Absolventen, so Dai Yi, könnten zur Zeit die Nachfrage bei weitem nicht abdecken. Aufgrund der wenigen Ausbildungsmöglichkeiten und der hohen Personalkosten versuchen die Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt, in China vor Ort zu rekrutieren und aufzubauen und auch günstigere Lokalverträge auszuhandeln: Umzug, Wohnung, Auto und viele Extras, die im Expat-Vertrag obligatorisch sind, würden dann entfallen. Das gilt sowohl für chinesische als auch für ausländische Mitarbeiter. Trotzdem sieht Dai Yi auch in Zukunft für seine Studierenden gute Perspektiven.

Doch zum Glück wächst die Zahl der Bildungsangebote, die Sprache und Kultur mit betriebswirtschaftlichem Wissen kombinieren und den Studierenden auch unterschiedliche Schwerpunkte bieten. Das gilt sowohl für den Fachbereich Sinologie - der klassischen Chinakunde - als auch für die wirtschaftswissenschaftlich orientierten Fachbereiche. Der International Campus Cologne bietet etwa einen wirtschaftswissenschaftlich ausgerichteten Studiengang mit Schwerpunkt Asien an, der zum Abschluß des „Asienbetriebswirtes” führt. Auch der Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Bremen kombiniert Betriebswirtschaftslehre mit Regional- und Sprachstudium, wobei zwei praktische Studiensemester im Ausland integraler Bestandteil des achtsemestrigen Studiums sind. In dem Studiengang Internationale Volkswirtschaftslehre der Universität in Tübingen werden ökonomen „mit profunden Chinakenntnissen ausgebildet”. Die Studierenden müssen dafür ein gestrafftes Doppelstudium in Kauf nehmen, denn sie studieren sowohl an der wirtschaftswissenschaftlichen als auch an der sinologischen Fakultät. Und der Studiengang zur Diplomkulturwirtin an der Universität Passau setzt neben Auszügen aus Betriebs- und Volkswirtschaftslehre vor allem auf Studien der jeweiligen Kulturräume. Studierende können hier zwischen Chinesisch, Indonesisch oder Thai wählen. Auch an der Gerhard-Mercator-Universität-Duisburg besteht das Fachgebiet Ostasienwirtschaft/China: 1992 gegründet, ist es dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft zugeordnet. Das Fachgebiet soll eine Brücke schlagen zwischen der Wirtschaftswissenschaft als Methodendisziplin und den Regionalstudien.

Ob man sich jedoch für einen kombinierten Studiengang oder doch lieber für ein „reines” Wirtschaftsfach oder sogar für die Sinologie entscheidet, sollte gut überlegt sein und nicht voreilig von etwaigen Jobperspektiven abhängig gemacht werden. Denn wer sich frühzeitig auf den asiatischen Markt spezialisiert, sollte vorab und auch vor Ort klären, ob ihm Land und Leute wirklich liegen und nicht erst im Praxissemester feststellen, daß man sich China ja eigentlich ganz anders vorgestellt hat.

Weitere Informationen unter:
International Campus Cologne:
www.international-campus.de/german/fs_asiabwirt.htm

FH Ludwigshafen:
www.oai.de

Wirtschaftssinologie an der Hochschule Bremen:
www.fbw.hs-bremen.de/aws/index.html

Universität Tübingen:
www.uni-tuebingen.de/uni/ans/sino/sinoset.htm

Diplomstudiengang Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien an der Universität Passau:
www.kuwi.de

Studienschwerpunkt Ostasienwirtschaft/China für den Diplomstudiengang Wirtschaftswissenschaften an der Gerhard-Mercator-Universität-Duisburg
www.uni-duisburg.de/FB5/VWL/OAWI/index.html


Text: Hochschulanzeiger Nr. 64, 2003
China: Praktika und Jobmöglichkeiten
Go East
Von Katharina Vähning



Der Run auf Praktikumsplätze bei Unternehmen in der Volksrepublik China ist riesengroß, die Zahl der begehrten Plätze aber begrenzt. Ein überblick über das „Who ist Who” in der chinesischen Jobszene.


Die Nachfrage nach Praktika ist riesengroß und wird wohl noch weiter steigen, denn durch den WTO-Beitritt und den Zuschlag für die Austragung der olympischen Spiele ist China hierzulande noch präsenter geworden. Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung im China-Geschäft, den man sich etwa durch den WTO-Beitritt erhofft, gehen kritische Stimmen, die solche Annährungen an das Land wegen der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen anmahnen, fast unter. Der Vorwurf ist aber nicht von der Hand zu weisen, wie Berichte von amnesty international immer wieder bestätigen. „Trotzdem kein Grund das Land zu meiden”, findet etwa Denis Terberg: „Denn durch den Austausch und Dialog mit dem Westen, zu dem ich irgendwo auch meinen Aufenthalt zähle, werden sich die Verhältnisse hoffentlich langsam verbessern”, argumentiert der angehende Jurist, der für ein dreimonatiges Praktikum die Reise nach Peking antrat.

„Obwohl chinesische Metropolen, besonders Peking und Shanghai, auf den ersten Blick ¸westlicher‘ wirken als der Westen, sollte man sich auch hier auf andere Lebensbedingungen einstellen. Flexibilität ist unabdingbar”

Auch bei seinen Kommilitonen stehen Praktika im Reich der Mitte hoch im Kurs: Bringen sie doch nicht nur für Sinophile, die ihre berufliche Zukunft so oder so in asiatischen Gefilden sehen, enorme Vorteile. Man qualifiziert sich für international agierende Unternehmen, macht sich aber auch für Jobs hierzulande interessant, denn: „Einsicht, daß vieles auch anders funktionieren kann, als Europäer es gewohnt sind”, „mit anderen Sicht- und Verhaltensweisen geduldig umgehen”, „Miterleben eines Landes, das wirtschaftlich und gesellschaftlich in Bewegung ist” sind die häufigsten Antworten auf die Frage, mit welchem Nutzen man ein Praktikum in China verbinde. Ein Land, in dem man ohne die von den Bewerbern so oft geforderte Flexibilität schnell gefrustet ist: „Obwohl chinesische Metropolen, besonders Peking und Shanghai, auf den ersten Blick ¸westlicher` wirken als der Westen, sollte man sich auch hier auf andere Lebensbedingungen einstellen. Flexibilität ist unabdingbar”, bestätigt auch Katharina Niu (Human Resources Officer) von der Volkswagen Group China in Shangai.

Aber ob in den bekannten Millionenstädten wie Peking, Shanghai, Nanjing, Guangzhou oder irgendwo in der chinesischen Provinz: Zahlreiche Bewerbungen passieren täglich die Schreibtische in den chinesisch-deutschen Joint Ventures oder den „Wholly Foreign Owned Companies”. Liu Zhengrou (Head of Human Resources) von Bayer China, berichtet beispielsweise von zehn bis 15 freien Stellen, denen 150 bis 200 Bewerbungen aus Deutschland gegenüberstehen. Dabei stellen nur wenige große Unternehmen wie etwa Siemens Ltd., DaimlerChrysler, BASF, Bayer oder Volkswagen mehr als zehn Praktikumplätze zur Verfügung. Wie viele Stellen genau vorhanden sind, ist sogar für die Personalmanager vor Ort schwer zu eruieren, denn die Vergabe wird meist von den einzelnen Business Units, die über das riesige Reich verstreut liegen, selbst vorgenommen und selten zentral gesteuert. Siemens etwa ist neben dem Hauptsitz in Peking, der Siemens Ltd., mit über 50 „companies” und 27 „offices” im Land der Mitte vertreten. ähnlich sieht es bei Bosch aus: Standorte, in denen Kraftfahrzeugausrüstung, Elektrowerkzeuge, Hausgeräte, Thermotechnik oder Automationstechnik produziert werden, finden sich über ganz China von Xian und Peking über Hangzhou bis in den Süden nach Shunde/Guangzhou verteilt. Bei der Bosch (China) Investment Ltd. schätzt Christian Budczinski, Verantwortlicher in Sachen Personalfragen, die Zahl der Praktikumsplätze auf mindestens dreißig bis fünfzig. „Es gibt keine langfristigen Planungslisten und somit auch keine ‚Ausbuchung’. Wir entscheiden im Einzelfall.” Die meisten Einsatzmöglichkeiten für Praktikanten sind in den südchinesischen Standorten. Und obwohl auch bei Bosch die Kapazitäten meist ausgeschöpft sind, ermuntert Christian Budczinski ausdrücklich, sich zu bewerben, „wenn die Anforderungen erfüllt sind”. Wie bei den meisten Unternehmen fordert Bosch möglichst ein abgeschlossenes Vordiplom in einem technischen oder kaufmännischen Fach sowie standfestes Englisch. Perfektes Chinesisch ist kein Muß, wobei Sprachkenntnisse sicherlich ein Pluspunkt sind - wirken sich doch Gespräche über Land und Leute stets positiv auf die Arbeitsatmosphäre aus. Ein Kriterium, auf das bei Bewerbern ebenfalls viel Wert gelegt wird, ist der zeitliche Rahmen: Für einen China-Aufenthalt sollten Interessenten nicht weniger als drei Monate, möglichst aber sechs Monate einplanen. Häufig würden Argumente wie „Ich habe aber nach zwei Monaten Prüfungstermine” genannt. Diese werden allerdings nur im Ausnahmefall akzeptiert.

„Sich einfach in den Flieger zu setzen, mag vielen waghalsig erscheinen, führt aber oft zum Erfolg.”

„Wenn jemand bei uns bereits ein Praktikum gemacht hat und dann ins Ausland möchte, weil er oder sie von uns genauso begeistert ist wie wir von ihm oder ihr, dann ist das eine ideale Kombination”, erklärt Wolfgang Stehle, der für die Siemens Hochschulrekrutierung in Asien zuständig ist. Er weiß aber auch, daß dieses bei der Vielzahl der Bewerbungen selten der Fall ist. Neben schriftlichen Bewerbungen kommen viele Kontakte auch zufällig zustande: „Oft bekommen wir Anfragen von Leuten, die bereits im Land sind und über Bekannte vor Ort zu Siemens kommen”, erzählt er. Klar: Nicht jeder habe die Zeit und das Geld, einfach hinzufliegen und sich eine Stelle zu suchen. Aber wer sein Interesse nur mit einer einzigen Mail von Deutschland aus bekundet, habe wenig Chancen. „Sich einfach in den Flieger zu setzen, mag vielen waghalsig erscheinen, führt aber oft zum Erfolg”, bestätigt auch Denis Terberg. Denn wenn man in China erst einmal einem Personaler im Büro gegenüber stehe, sei plötzlich vieles möglich - auch ohne große bürokratische Hürden. Eine Garantie gebe es natürlich nicht.

Neben den großen Konzernen mit ihren zig Niederlassungen, auf die das Gros der Bewerbungen entfällt, haben sich über 1.000 weitere Unternehmen alleine aus Deutschland angesiedelt. Aber häufig kommt nach der Frage, wieviele Praktikanten man denn aufnehme, ein bedauerndes „Vielleicht einen pro Jahr”. So etwa bei der Deutschen Telekom, die eine Repräsentanz in Peking unterhält. „Der Vielzahl der eingehenden Bewerbungen stehen leider nur sehr begrenzte Einsatzmöglichkeiten im Marketing oder IT-Bereich gegenüber”, erklärt Bernd Fuhrmann, Repräsentant des Global Players. Und die seien bereits bis Frühjahr 2003 ausgebucht. Auch im Namen des Büros der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die mit zwei Repräsentanten in Peking vertreten ist, kann Dr. Trede Bewerbern nur wenig Hoffnung machen: „Ein regelmäßiger Bedarf besteht nicht. In einem Ausnahmefall haben wir schon mal einen Praktikanten aufgenommen.” Gleiches hört man bei der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG): Laut Markus tho Pesch gibt es eine Praktikantenstelle und die ist bereits auf Jahre ausgebucht. Bei der Suche nach einem Praktikumsplatz kann man sich daher viel Schreiberei ersparen, wenn man weiß, welche Unternehmen eine Repräsentanz mit nur einem kleinen Team vor Ort unterhalten und nur in Ausnahmefällen Praktikanten aufnehmen. Gerade vor diesem Hintergrund empfiehlt sich eine sorgfältige Vorrecherche.

Eine der ergiebigsten Anlaufstellen sind hier die Seiten der Außenhandelskammer. Neben einer umfangreichen Datenbank mit Firmenadressen, Ansprechpartnern und Telefonnummern findet man auch einige Stellenangebote sowie eine Praktikantenbörse, in der man allerdings nur den eigenen Steckbrief aufgeben kann. Und: Das Delegiertenbüro der Außenhandelskammer bietet selbst einige Praktikumsplätze an. Eine weitere Quelle speziell für Unternehmensberater und Informationsdienstleister im China-Geschäft ist der China-Contacter, eine Sonderausgabe der Wirtschaftszeitschrift Ost-West-Contact. Das Adreßverzeichnis (online und Print) mit rund 500 Anschriften von Dienstleistungsunternehmen mit China-Kompetenz wird durch kurze Unternehmensprofile, Anzahl der Standorte und Mitarbeiterzahlen ergänzt.

Einen Anruf bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung hilft in puncto China nicht weiter. „China ist zwar ein Boomland, aber wir haben hier (noch) kein Praktikumsprojekt”, bedauert der zuständige Leiter für die Vermittlung von Jobs und Praktika ins Ausland, Gerald Schomann. Als aktiver „Matchmaker” im eigentlichen Sinne bemüht sich nur das Council on International Internship Placements e.V. (CIIP), eine Initiative von Till Petersdorf und Daniel Birke, beides Studenten an der TU Dresden. Neben Stellen in den USA haben die beiden über 40 Plätze in deutschen und englischen mittelständischen Unternehmen in China akquiriert und vermittlen „passende” Interessenten. „Auf unserer Homepage muss ein Online-Bewerbungsbogen ausgefüllt werden, dann folgt meist ein Bewerbungsgespräch auf deutsch und englisch”, erklärt Daniel Birke. Kostenfaktor: Im Falle einer erfolgreichen Vermittlung sind ca. 50 Euro Bearbeitungsgebühren fällig.

Aber es gibt auch Fälle, in denen man weder mit Vermittlung noch mit Recherche weiterkommt. Beispiel UNO: Die einzelnen Organisationen engagieren sich zwar mit zahlreichen Projekten, die sich auf die VR China beziehen, aber ein Einsatz vor Ort, ein sogenannter „field post” ist für Praktikanten undenkbar. Ebenfalls unerreichbar ist die Welt der Diplomatie. Denn von den über weltweit 200 Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland gibt es rund 50 in denen ein Praktikum nicht vorgesehen ist. Und - wie aus dem Auswärtigen Amt zu erfahren ist, gehört „aus politischen Gründen” - die Volksrepublik China dazu.

Ein Praktikum zu umgehen und sich direkt bei deutschen Unternehmen und Institutionen für einen Direkteinstieg in China zu bewerben, hat ohne einschlägige Praxiserfahrung kaum Aussichten auf Erfolg. Die Entsendung von Expatriates erfolgt bei allen Unternehmen ausschließlich über einen Einstieg in den europäischen Standorten und ist erst nach ein paar Berufsjahren möglich. Ausnahmen sind selten wie etwa zur Zeit bei Siemens: Der Mobilfunksektor wächst überproportional und eine Entwicklungsabteilung wird aufgebaut. Da könne es schon mal vorkommen, so Wolfgang Stehle, daß junge Techniker direkt entsandt werden. Auch Liu Zhengrong von der Bayer China berichtet über einige Berufsanfänger, die in Shanghai direkt eingesetzt worden seien. Aber auch hier: Nur Ausnahmefälle.


Text: Hochschulanzeiger Nr. 64, 2003
Ausnahmslos alle Chinesen, die ich kenne und die derzeit im Ausland leben (Studium, Arbeit), wollen nicht mehr zurueck. Das sagt IMO mehr aus als jeder noch so tolle Presseartikel. Das Leben ist dort sehr hart, sicher nicht nur fuer Chinesen selber.
Wenn man dort aus dem Flughafen geht wird man fast erschlagen von Lärm und Gestank.

Von Abgasfiltern usw halten die dort nicht viel.
ich habe gerade 2 monate in peking verbracht, eher studientechnisch als aus job gründen. ich betreibe ein doppelstudium wovon eines sinologie ist, soll heissen, mein chinesisch ist nicht schlecht, mache dieses jahr den abschluss. würde für kommendes jahr auch ein stipendium nach china bekommen, das ich leider aufgrund des anderen studiums nicht in anspruch nehmen kann.
daher halte ich auch immer augen und ohren offen, für div. praktika- od. jobmöglichkeiten dort. meiner erfahrung nach, die ich in china machte und auch aus dem studium kenne, ist china auf jeden fall empfehlenswert.
natürlich muss man sich im klaren sein, dass das ein culture clash ist, wenn man as europäer ohne vorkenntnisse über land, menschen und sprache hinfährt - nun gut, aber da ist man zum teil auch selber schuld.

leider ist es so, dass man sehr schwierig aus europa, sich für ein praktikum bewirbt, wobei ich weiß, dass es im finanzsektor wesentlich einfacher ist, auch vor ort sich etwas zu finden. nur geduld und zeit.
mich persönlich zieht es in richtung der pharmaindustrie, leider hab ich noch keine erfolgsversprechenden perspektiven in china entdeckt.

jedoch kenne ich sehr viele leute, die in china sehr erfolgreich arbeiten und leben.

meiner meinung nach, ist dieses land es auf jeden fall wert, es zu erLEBEN.

vanessa
#1


Dann erzähl den Leuten hier aber auch mal die negativen Details !

Letzlich kann man über jedes land der Welt sagen, das es wert ist es zu erleben und das es dort viele Leute gibt, die dort erfolgreich arbeiten und leben.

So what ?

:(
so what?

es hindert doch niemand niemanden über andere länder zu sagen.
mir persönlich hat china eben sehr zugesagt.
- mehr als die persönliche meinung kundtun ist hier nicht absicht, denk darüber mal nach.

vanessa


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