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Advanced Medien (Beteiligungen) - 500 Beiträge pro Seite


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Advanced Medien: "An der Quelle der Rechte"

10-03-00 12:44 Uhr
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Advanced Medien arbeitet im Bereich Film in mehreren Geschäftsfeldern: Lizenzhandel als Hauptstandbein sowie Verleih, Co-Produktion und Video- beziehungsweise DVD-Auswertung. Daneben besitzt das Unternehmen eine sogenannte "Library", die etwa tausend Filme umfasst. 1999 betrug der Umsatz 65,7 (Vorjahr: 15,8) Millionen Mark, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) 45,738 (8,7) Millionen Mark. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag bei 5,8 (-0,8) Millionen Mark. Aktuell stehen Akquisitionen und Beteiligungen an, wie das Unternehmen jüngst meldete. Instock sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden Christophe Montague.

Instock:
Welche Firmen wollen Sie übernehmen?

Montague:
Im wesentlichen sprechen wir mit Distributions- oder Produktionsunternehmen.

Instock:
Wo sind diese Unternehmen geographisch angesiedelt?

Montague:
Unsere Strategie ist es, eher im Ausland zu expandieren. Wir wollen in diesem Jahr vier bis sechs Unternehmen akquirieren oder uns an ihnen beteiligen. Dabei legen wir unser Hauptaugenmerk auf die USA, schließen aber auch Europa nicht aus.

Instock:
Wann gibt es die ersten Abschlüsse?

Montague:
Die Gespräche sind sehr fortgeschritten. In den nächsten fünf Monaten wird einiges stattfinden bei uns. Den ersten Abschluss - eine Akquisition - könnte ich mir gut innerhalb der nächsten zwei Monate vorstellen.

Instock:
Wer steht unter Beteiligungen auf Ihrer Liste?

Montague:
Es gibt einige Produktionsunternehmen, die die Zukunft schon vorbereiten und gut ausgerüstet sind für eine Online-Distribution, das heißt die Filme über Internet zu senden. Auch spätere Akquisitionen sind in diesem Zusammenhang nicht auszuschließen.

Instock:
Die Übernahme eines Produktionsunternehmens würde bedeuten, dass Sie auch in den Bereich Eigenproduktionen einsteigen. Was versprechen Sie sich davon?

Montague:
Wir sind damit an der Quelle der Rechte. Wir kaufen sie quasi zu den Herstellungskosten und sichern sie uns für ewig. Unter Renditegesichtspunkten ist das günstiger als die Rechte einzukaufen. Wir kommen damit quasi auf die andere Seite des Lizenzhandels, können Rechte meistbietend verkaufen und so an den gestiegenen Preisen in diesem Bereich partizipieren. Auch die Firmen, an denen wir uns beteiligen, können die Rechte nach wie vor an Dritte verkaufen. Es wird keinen Ausschließlichkeitsvertrag mit uns geben.

Instock:
Als Produzent können Sie Rechte verkaufen, tragen aber auch das Risiko eines Misserfolgs.

Montague:
Wir werden wie bei unseren Co-Finanzierungen darauf achten, dass ein Großteil des Produktionsbudgets - meist mehr als die Hälfte - durch Vorverkäufe vorfinanziert ist. Dadurch wird das Risiko sehr viel geringer.

Instock:
Welche Kriterien legen Sie an die Produktionsfirmen an, die Sie interessieren?

Montague:
Wir achten darauf, dass sie einen Namen haben, schon Filme produziert und international erfolgreich vertrieben haben. Unsere Kriterien sind: Produkte, die sich gut verkaufen, und langjährige Erfahrung im Kino- und TV-Bereich. Einem breiten Publikum sind die Firmen, mit denen wir sprechen, wohl nicht bekannt, Spezialisten aber schon. Unser Ziel ist es, diesen Unternehmen die Beweglichkeit wiederzugeben.

Instock:
Heißt was?

Montague:
Wir stellen ihnen finanzielle Mittel zur Verfügung, damit sie schneller wachsen können. Viele sind so verschuldet, dass sie sich quasi nicht bewegen können. Zum Beispiel können sie keine großen Schauspieler verpflichten, da diese einen Teil ihrer Gage im voraus sehen wollen.

Instock:
In welcher Form schießen sie Kapital zu?

Montague:
Durch den Kaufpreis, und zwar in Raten. Ein kluges Modell wäre, eine erste Rate gleich und in bar zu bezahlen. Weitere Raten - ebenfalls in bar - wären erfolgsabhängig. So hätten die Manager ein Interesse daran, den Businessplan einzuhalten. Denn eine Vorbedingung für uns ist, dass die Führungskräfte die Gesellschaft weiterhin leiten und auch an ihr beteiligt bleiben. Das ist wichtig, weil das Filmgeschäft personenbezogen ist. Die Kontakte sind entscheidend.

Instock:
Vier bis sechs Beteiligungen und Akquisitionen - wie wollen sie das finanzieren?

Montague:
Bankfinanzierung, Kapitalerhöhung - es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wir sind noch nicht zu einer abschließenden Entscheidung gekommen.

Instock:
Sie haben erst im Februar Ihre Prognosen heraufgesetzt. Werden die geplanten Zukäufe in absehbarer Zeit zu einer weiteren Erhöhung führen?

Montague:
Der erste wird unsere Zahlen nicht wesentlich ändern. Aber die weiteren werden schon zu höherem Umsatz und Gewinn führen. Eine Firma, mit der wir verhandeln, hat sogar einen höheren Umsatz als wir. Eine weitere Prognosenerhöhung ist also nicht auszuschließen.

Instock:
Herr Montague, vielen Dank für das Gespräch.


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