DAX-0,40 % EUR/USD+0,11 % Gold+0,18 % Öl (Brent)+1,09 %

Murdo Murchison (Templeton) im Interview - 500 Beiträge pro Seite



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Interview
"Es ist schwer, sich gegen den Rest der Welt zu stellen"


03. Dezember 2004

Die beiden amerikanischen Fondsgesellschaften Franklin Templeton und Fidelity liegen im Wettlauf um den Status des größten ausländischen Fondsanbieters auf dem deutschen Markt eng beieinander. Gemessen am verwalteten Vermögen, behauptet sich Franklin Templeton mit einem verwalteten Vermögen von 9,4 Milliarden Euro knapp vor dem Konkurrenten.

Doch bei der Produktqualität hat der Anbieter, der vielen Fondssparern vor allem durch den legendären Templeton Growth Fund bekannt ist, den Vorsprung vor Fidelity im vergangenen Quartal vergrößert. Fondsmanager Murdo Murchison erläutert im folgenden Interview, welche Aspekte dabei eine Rolle spielen.

Herr Murchison, wie hoch ist der Druck auf einen Fondsmanager, wenn er für ein so bekanntes und großes Produkt verantwortlich ist?

Ich sehe das weniger als Druck, sondern als Chance: Ich kann in dem Beruf arbeiten, den ich mag, und führe zudem einen der bekanntesten und besten Fonds der Branche - was will man denn mehr? Es wäre eine Schande, wenn ich das nicht genießen würde.

Aber es gab auch Zeiten, in denen viel Druck auf Templeton gelastet hat - beispielsweise im Jahr 2000, als man der Gesellschaft vorhielt, die Technologie-Revolution zu verpassen.

Damals hieß es in der Tat, wir seien nicht erfolgreich. Aber wir haben uns davon nicht beirren lassen und konstant weiterhin das gemacht, was wir können: Ausschau nach werthaltigen Titeln halten.

Haben Ihre Aktionäre das einfach hingenommen? Schließlich ging es in dieser Zeit darum, das schnelle Geld zu machen.

In der Tat hatten wir 2000 keine gute Zeit. Der Druck der Investoren war enorm, wir haben auch Klienten verloren. Es ist schwierig, sich mit seiner Meinung gegen den Rest der Welt zu stellen. Wer aber einen konsequenten wertorientierten Anlagestil verfolgen will, der muß auch bereit sein, zumindest kurzfristig schlechter als der Index abzuschneiden.

Was aber immer weniger Investoren tolerieren, oder?

Das Bizarre an dieser Industrie ist die immer stärkere Ausrichtung am Drei-Monats-Horizont. Obwohl man den Anlegern immer wieder nahelegt, langfristig zu denken, denkt die Branche selbst in recht kurzen Zeithorizonten.

Woher kommt das?

Zum einen liegt das wohl an der menschlichen Natur: Der Mensch ist ungeduldig. Wer heute eine Aktie kauft, will schon morgen Kursgewinne sehen. Disziplin zu bewahren, geduldig abzuwarten und auch einmal Durststrecken auszusitzen, ist wohl mit das Schwierigste in unserem Geschäft.

Zumal man nicht nur durch die eigene Natur, sondern auch durch die Kunden gedrängt wird, oder?

Das ist der zweite Punkt: Viele Strukturen in dieser Industrie spielen dem Kurzfristdenken in die Hände: Berater, Pensionsfonds, Privatanleger - sie alle wollen rasche Erfolge sehen. In dieser Branche sind Sie zum Erfolg verdammt, und dabei spielt es keine Rolle, ob Sie eine Million verwalten oder wie wir 18 Milliarden.

Wie hält man diesem Druck stand?

Uns hilft natürlich unsere Vergangenheit. Wir haben 50 Jahre lang kontinuierlich gute Arbeit geleistet, das verschafft uns einen Vertrauensbonus. Würden wir dem Ruf nach dem schnellen Geld nachgeben, würde das in einem Fiasko enden: Wir würden unsere Marke, unseren Ruf und unsere Leistungsbilanz zerstören. Will man das verhindern, muß man auch einmal temporäre Kritik oder schlechte Presse ertragen.

Welche Rolle spielen denn die Medien in diesem Zusammenhang?

Natürlich suchen auch die Medien eine gute Geschichte, und Langfristgeschichten sind eben oft ein wenig dröge. Aber die Medien stellen Sie zudem als Investor vor eine völlig neue Herausforderung: Sie sorgen dafür, daß wir einer Flut, einem Überangebot an Informationen gegenüberstehen, aus dem Sie die wenigen Fakten herauspicken müssen, die wirklich relevant sind. Dabei ist es für uns recht hilfreich, daß wir auf den Bahamas sitzen und nicht in London oder New York.

Wieso? Die meisten Investoren gehen aber gezielt in diese Zentren, weil sie den Kontakt zur Branche und rasche Informationen suchen.

Das stimmt vielleicht für Häuser, die auf den täglichen Handel setzen. Schauen Sie sich einmal die ganzen bekannten wertorientierten Investoren wie beispielsweise Warren Buffet an: Die haben ihre Büros fernab vom Lärm des Tagesgeschehens. Dort haben sie mehr Zeit und Ruhe, über Investmententscheidungen nachzudenken, und laufen nicht Gefahr, von der Meinung der breiten Masse der Investoren infiziert zu werden. Ich würde nicht nach New York oder London gehen.

Aber würden Sie den Fonds wechseln? Sie sind erst der dritte Fondsmanager des Templeton Growth in 50 Jahren. Da drängt sich die Frage auf, wie lange Sie diesen Fonds betreuen wollen.

Ich habe derzeit einen der besten Jobs der Welt - warum sollte ich den aufgeben? Ich sehe keine Veranlassung, darüber nachzudenken, und wer weiß - vielleicht bin ich auch noch zum 75. Geburtstag des Fonds da.

Das Gespräch führte Hanno Beck

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2004, Nr. 284 / Seite 19
wenn ein fonds schlecht läuft, muß er weg.

1999 und 2000 waren fondsanleger in andere fonds besser bedient.

wie immer muß jedoch der anleger bereit sein, zu wechseln, wenn ein trend ausläuft.
spätestens ende 2000 wechsel in geldmarktkonto.

2000 hat templeton einfach geschlafen - daraus machen sie heute eine tugend.

dieses blabla von werthaltigkeit, ist marketing.
immerhin war templeton massiv in enron investiert, bevor dieses unternehmen pleite ging.

also fondsanleger- laß euch nicht verarschen.

an einem fonds in schlechten zeiten (oder gegen den trend) festzuhalten dient nur dazu, die fondsmanager und fondsvermittler reich zu machen (verwaltungsvergütung und bestandprovisionen).

templeton ist ein fonds auf dollarbasis und solange der dollar fällt, gibt es bessere alternativen.
templeton ist ein fonds auf dollarbasis und solange der dollar fällt, gibt es bessere alternativen.

Vom Templeton Growth mag man halten was man will, aber die Fondswährung spielt bei einem internatinalem Fond, zumal bei reduziertem US-Anteil, eine untergeordnete Rolle !
Die Zeilen vom Vielleser sind ja mehr als dürftig; nicht nur die Dollaraussage. :confused:

Der Templeton Growth Fund ist ein internationaler A k t i e n fonds. Der kann nicht einfach in Cash investieren. Er muß zu einem Großteil in Aktien investiert sein!

Wer das nicht kapiert, muß entweder den Fonds verkaufen und dann selber shiften, wenn man meint es besser wissen zu können. Oder dann doch lieber einen Dach- oder Mischfonds nehmen und vertrauen, daß die es besser machen als Murdo Murchison.

Bei einem Monatssparplan ist es sowieso egal, wenn die Kurse kurzzeitig fallen. Dann bekommt man im Gegenzug mehr Anteile.

Wer Zocken will ist mit Einzelwerten besser bedient!

Ich bin jedenfalls mit dem Basisinvestment sehr zufrieden...:lick:
"Mir darf durchaus zu seinem Fünfzigsten gratuliert werden"
hallo ihr ahnungslosen,

also templeton klassiker ist fonds in usd währung !
wenn euer usd sich nicht erholt, seht ihr alt aus.
auf jeden fall verschenkt ihr rendite.

außerdem interner quellensteuerabzug.

wenn schon templeton, dann grwoth in luxemburg, 941035.
hier ist fondswährung euro und gleiches konzept
ihr verschenkt hierbei nur renditen durch internen usd-anteil.

kurzum:
seit beginn des dollarverfalls kein gutes investment.
aber euch fondsanleger braucht man ja. weiter so.
(wenn man sehr langfristig denkt!)

wenn der Dollar fällt bekommt man doch mehr Anteile fürs Geld.

So gesehen könnte man was positives darin sehen

Was übersehen?
# 6
jau, der dollar müßte wieder steigen.

cost-average macht nur dann sinn, wenn am schluß des sparvorganges der rücknahmepreis der angesammelten teile höher ist als der eingekaufte durchschnittspreis.

für bullengläubige natürlich kein thema :laugh:
vielleser schreibt, ich zitiere:

"...hallo ihr ahnungslosen,

also templeton klassiker ist fonds in usd währung !
wenn euer usd sich nicht erholt, seht ihr alt aus.
auf jeden fall verschenkt ihr rendite.


Fragt sich nur wer hier der Ahnungslose ist?!?

Die Fondswährung ist absolut irrelevant. Vielleser ist zu empfehlen sich vorher genauer zu informieren, bevor er dieses Forum mit seinem geistigen Müll verseucht.



Und morningstarfonds.de stell richtigerweise fest:

Der Dollar und die Folgen

Kürzlich brach der Euro seinen Kursrekord gegenüber dem Dollar. Sollte dieser Trend anhalten, hätte dies für viele Fondsanleger weitreichende Folgen.

Der Irrglaube unter deutschen Fondsinvestoren, dass man nur einen in Euro denominierten Fonds kaufen müsse, um Währungsrisiken zu eliminieren, ist nicht auszurotten. Dabei ist die Fondswährung völlig irrelevant.

Entscheidend ist die Währung der zugrundeliegenden Portfoliokomponenten. So wird der weltweit anlegende Aktienfonds Templeton Growth Fund zwar in Dollar gepreist, unterliegt aber durch seine relative Untergewichtung amerikanischer Aktien einem geringeren Dollarrisiko als etwa der Activest Top Welt, obwohl dieser in Euro notiert ist.


Doch der schwächelnde Dollar wirkt sich auch auf deutsche Aktienfonds aus. So sind vor allem die Autohersteller und Pharmaunternehmen wie etwa BMW oder Bayer in hohem Maße von Exporten in die USA abhängig. Durch die Verteuerung des Euro verlieren sie an Wettbewerbsfähigkeit. Das schlägt unmittelbar auf die Kurse durch, und damit auch auf die Performance der entsprechenden Fonds.

Auf der anderen Seite gehören amerikanische Unternehmen , die ihre Gewinne vor allem im Ausland erwirtschaften, zu den Profiteuren des fallenden Greenbacks, wie etwa McDonalds.

Auch auf der Anleihenseite sind die Konsequenzen der fallenden Leitwährung spürbar. Wer in auf US-Staatsanleihen fokussierte Fonds ohne Währungssicherungen investiert, erleidet zur Zeit herbe Verluste, da zusätzlich zu den Währungsabschlägen auch noch die Zinsen am langen Ende gestiegen sind.

Selbst wenn sich die aus massiven Steuersenkungen, stark gestiegenen Staatsausgaben und ungebremsten Gelddrucken gespeiste Konjunkturbelebung jenseits des Atlantiks als dauerhaft erweisen sollte (woran berechtigte Zweifel bestehen), dürften das riesige Bilanz- und Handelsdefizit der USA dafür Sorgen, dass der Abwärtstrend des Dollars intakt bleibt.

Dennoch kann ein langfristig angelegtes Fondsdepot die mit Abstand größte Volkswirtschaft der Erde nicht ausschließen, andernfalls kann von einer angemessenen Risikostreuung keine Rede sein. Währungserwägungen dürfen nicht die primäre Entscheidungsgrundlage für Fondsanlagen bilden. Aber kaum jemand dürfte zurzeit große Eile haben, zusätzliche Gelder im Dollarraum zu investieren.
# 8

na, da hast du dir aber erklärungsmüh gegeben.
wollen mal im laufe des tages prüfen, ob die von dir zitierte statistik besser gefälscht werden kann ;)

korrektur der#5

941034 statt 941035
@vielleser

also leider muss ich den anderen recht geben, da meine diplomarbeit auf dieses thema zurück greift, kann ich aussagen, dass es nur darauf ankommt wie das portfolio nach währungen strukturiert ist, da die assets in die jeweilige fondswährung umgewandelt wird, bekommen zum beispiel bei einem asset der lufthansa, leute aus europa 1:1 der summe des verkaufs und ein amerikaner aber dafür weniger.bei einem asset der GE dreht sich das genau umgekehrt.also es kommt nur auf die werte an.
der Fonds investiert laut HOmepage aber "nur" ca. 20 % direkt in Us Werten

nehmen wir noch ein paar andere Firmen dazu die ebenfalls in Dollar gehandelt werden würde das noch immer nicht die Mehrheit ausmachen dessen Firmen in US Dollar gelistet sind!
vor mitlerweile 12 Monaten gab John Templeton, ein Inter.
das stellte ich das Thema auf meine Page.
http://securaway.com/presse/index.htm

John Templeton – sagt, dass man aus US-Aktien, dem Dollar und überschüssigen US-Immobilien rausgehen sollte

tja der USD hat seit damals run 18% an Wert verlohren .....
Die von Templeton erstellte Analyse meines bei der Fondsgesellschaft geführten Depots ergibt bei einer Aufteilung von 58% Templeton Growth Euro und 42% Templeton Growth Inc folgende Werte:


Währungsaufteilung vom 31.10.04

Euro 26,6
U.S. Dollar 22,1
UK Sterling 19,4
Japanese Yen 7,9
Swiss Franc 6,6
Canadian Dollar 3,4
S Korean Won 3,3
Hong Kong Dollar 2,6
Bermuda Dollar 1,6
Swedish Krona 1,3
Others 5,2


Zudem weist die Original-Dollar Version des Fonds gegenüber der Euro-Variante seit dem 1.1.04 trotz der 15%-Quellensteuer der ersten Ausschüttung einen kontinuierlichen leichten Performance-Vorsprung auf:

1.1-3.12.04
TFG Dollar (971025) +7,4%
TGF Euro (941034)´+7,15%
#14

Ursächlich für den Performance-Unterschied könnte der Cash-Bestand sein. Die EURO-Variante hielt zum 31.10. ca. 11% Cash und die USD-Variante ca. 8%, was wohl hauptsächlich aus den unterschiedlichen Zu- und Abflüssen resultieren dürfte.

Lipser :cool:


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um eine ältere Diskussion, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier eine neue Diskussion.