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Inkassobüro ohne Mahnung? - 500 Beiträge pro Seite



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Hallo,

mein Problem ist das Folgende: Ich habe Anfang letzten Jahres viele Rechnungen wegen eines Hausbaus zu bezahlen gehabt. Eine habe ich offensichtlich übersehen. Nun habe ich gestern eine Rechnung von einem Inkassobüro bekommen. Ich bin aber nie gemahnt worden. Der Rechnungsbetrag ist unstrittig. Nun gefällt es mir aber nicht mehr als 25% mehr zu bezahlen, als der ursprüngliche Rechnungsbetrag.
Ist dieses Verfahren des Gläubigers rechtens?
Ich will mich nicht vor der Bezahlung der ursprünflichen Rechnung incl. Mahngebühren drücken, doch empfinde ich dieses Verfahren als Abzocke.
Bin für jeden Hinweis dankber.
Vielen Dank im voraus
Uwe
Widerspruch einlegen und auf fehlende Mahnung hinweisen!

Wenn das Inkasso weiter mahnt, wirst Du (abhängig vom Betrag) einen Anwalt nehmen müssen!
# 1

Ich bin mir nicht sicher, aber es hat vor 2oder 3 Jahren eine Gesetzesänderung gegeben, die ein schnelleres Zahlen von Schuldnern erzwingen sollte.

Ich glaube da stand auch irgend etwas drin ,dass Rechnungen automatisch nach einem Monat fällig, und wenn sie nicht bezahlt sind, überfällig sind. Somit könnte es durchaus sein, dass eine Mahnung hinfällig ist.

Ich habe geschäftlich öfters mit meinem Anwalt zu tun. Solche kleinen Auskünfte, gibt er mir immer am telefon, ohne gleich eine Honorarrechnung zu schicken. Vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit, irgendwo mal nachzufragen.


Sollte ich mit der automatischen Überfälligkeit falsch liegen, und der Inkassoweg war nicht berechtigt. Kannst du ja Widerspruch einlegen, und die Rechnungen ganz normal bezahlen.

Aber ich würde mich vorher vergewissern.
1. Es muß nicht gemahnt werden.
2. Überweise sofort den Rechnungsbetrag incl. Mahngebühren.
3. Mit dem dem Inkassobüro sprechen, daß du die 25 %
nicht bezahlen wirst.

Wie hoch ist der Rechnungsbetrag ?? Eventuell sich mit dem
Inkassobüro anders einigen( 10 %), ansonsten darauf ankommen lassen !!!

Gruß
Der Master
Ja, das geht. Ist geregelt in § 286 BGB: http://dejure.org/gesetze/BGB/286.html


Zitat:

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§ 286
Verzug des Schuldners
(1) Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug. Der Mahnung stehen die Erhebung der Klage auf die Leistung sowie die Zustellung eines Mahnbescheids im Mahnverfahren gleich.

(2) Der Mahnung bedarf es nicht, wenn

1. für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist,
2. der Leistung ein Ereignis vorauszugehen hat und eine angemessene Zeit für die Leistung in der Weise bestimmt ist, dass sie sich von dem Ereignis an nach dem Kalender berechnen lässt,
3. der Schuldner die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert,
4. aus besonderen Gründen unter Abwägung der beiderseitigen Interessen der sofortige Eintritt des Verzugs gerechtfertigt ist.


(3) Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist. Wenn der Zeitpunkt des Zugangs der Rechnung oder Zahlungsaufstellung unsicher ist, kommt der Schuldner, der nicht Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Gegenleistung in Verzug.

(4) Der Schuldner kommt nicht in Verzug, solange die Leistung infolge eines Umstands unterbleibt, den er nicht zu vertreten hat.

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Wenn ich heute eine Rechnung bekomme, auf der steht "zahlbar bis zum 20.12.2004", dann befinde ich mich am 21.12.2004 in Verzug und der Gegner kann Mahnkosten geltend machen, einen Anwalt oder Inkassobüro beauftragen oder einen Mahnbescheid beantragen. Machen die meisten natürlich nicht sofort, weil sie einem ganz gerne nochmal was verkaufen würden....
http://www.geizkragen.de/forum/das-forum-fuer-diverses-c10/a…
Es gibt eine Möglichkeit, die Inkassogebühren zu vermeiden. Falls (wie üblich) die Rechnung mit gewöhnlicher Briefpost verschickt wurde, teilst du dem Inkassobüro mit, dass du die Rechnung noch nicht erhalten hast. Dann bist du nicht im Verzug und die Baufirma muß dir erst noch eine Rechnung schicken.
Mal ne ganz blöde Frage.

Das ist zwar nicht seriös, aber wieso stellt man sich nicht einfach dumm, und behauptet, man hätte die Rechnungen nicht erhalten.

Die Rechnunge werden ja wohl nicht mit Einschreiben/Rückschein versandt worden sein.

Eine vollzogene Postzustellung muss in Deuschland beweisbar sein.

Da ha vor einem Landgericht letztens nicht einmal ein Einschreiben/Rückschein ausgereicht.

Der Angeklagte behauptete, dass in diesem Einschreiben/Rückschein nur ein leeres Blatt drin lag.

Er ist damit durchgekommen.
Vielen Dank für die Antworten. Ich werde mir übers Wochendende überlegen, wie ich vorgehen werde. Auf jeden Fall glaube ich jetzt alle Optionen zu kennen.

Noch einmal vielen Dank und allen ein schönes Wochenende.
hi
an deiner stelle würde ich die rechnung + 10% mahngebühren überweisen und dann abwarten was passiert !!!
"2) Der Mahnung bedarf es nicht, wenn

1. für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist,"


Frage hierzu:

Wenn in einem Ratenzahlungsvertrag (Darlehen) vereinbart wurde, dass spätestens zum 15. eines Monats die Rate fällig ist, und ferner vereinbart wurde, dass bei einem Verzug von mehr als 4 Wochen der gesamte Darlehensbetrag sofort fällig ist, kann dann auch auf eine Mahnung verzichtet werden ? Ich meine, zählt das auch zu einer "Zeit nach dem Kalender" ???
Weiss das zufällig jemand ?

MfG
"Depputy"


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