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Deutsche Aktien fundamental günstig wie nie - 500 Beiträge pro Seite



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Die Malaise in Deutschland ist groß, die Stimmung am Boden - doch gerade mit dem Auge des neutralen austrianischen Weltbörsenbeobachters betrachtet, finden sich doch mittlerweile erstaunliche Schnäppchen unter den sog. deutschen Blue Chips.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die aktuellsten Analystenschätzungen notiert, Fazit: Auf Sicht von 2-3 Jahren sollten hier Renditen von 50 % (konservativ) bis 100 % erzielbar sein. Aus anlagetakischen Gründen empfehle ich aber aus Vorsichtsgründen nur 50 % der liquiden Mittel zu investieren, um bei einem weiteren Abtauchen der Märkte verbilligen zu können. Wohl gemerkt, ich spreche hier rein von fundamentalen Bewertungen !

Allianz: EPS 05/06 10,09 € 10,37 € -> KGV 9,10 / 8,86
Analyst: Goldman Sachs, 26.04.2005
Ziel-KGV: 12, Kursziel: 125 Euro (aktuell: 92,00)

Deutsche Bank: EPS 05/06 6,80 € 7,25 € -> KGV 9,35 / 8,77
Analyst: JP Morgan, 26.04.2005
Ziel-KGV: 12, Kursziel: 87 Euro (aktuell 63,50)

Deutsche Post: EPS 05/06/07 1,88 € 2,23 € 2,48 €
-> KGV 9,62/8,11/7,29
Analyst: M.M. Warburg, 30.03.2005
Ziel-KGV: 11, Kursziel: 27,28 (aktuell: 18,20)

Deutsche Telekom: EPS 05/06/07 1,30 € 1,40 € 1,70 €
-> KGV 11,23/10,42/8,58
Analyst: Wirtschaftswoche/Börse Online
Ziel-KGV: 12, Kursziel: 18 - 20 Euro

Münchner Rück: EPS 05/06 10,71 € 10,07 €
-> KGV 7,99/8,5
Analyst: Goldman Sachs, 26.04.2005
Ziel-KGV: 11, Kursziel: 110,00

TUI AG: EPS 05/06/07 1,88 € 1,93 € 1,91 €
-> KGV 9,90/9,64/9,74
Analyst: Morgan Stanley, 30.03.2005
Ziel-KGV: 12 22,92 (aktuell 18,60)

Die Ziel-KGV`s sind bewusst konservativ angesetzt, von den Hype-Zeiten, also als KGV`s von 15 - 20 "normal" waren, will ich gar nicht anfangen, aber durchweg einstellige KGV`s halte ich global betrachtet für Unternehmen diese Qualität für zu billig. Auch eine BMW (KGV 10), Siemens (11) und ThyssenKrupp (9) notieren weiter unter ihren durchschnittlichen KGV`s früherer Jahre und sind m.E. im Moment sehr günstig zu haben.

Wie gesagt, erste Position würde ich mit Sicht auf 2-3 Jahren jetzt aufbauen, die andere Hälfte falls es noch weiter bergab geht.
> Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die aktuellsten Analystenschätzungen notiert

Leider umsonst, wenn die Analysten ihre ambitionierten Gewinnziele über den Haufen werfen. Heute hat ja erst Siemens eine Gewinnwarnung herausgegeben - andere Unternehmen werden folgen.
....Viele Aktien fundamental günstig wie nie.....

...IN EINEM CRASHSZENARIO INTERESSIERT DAS ABER NIEMANDEN:mad:
Was für ein Crashszenario ? Die 5 % die der DAX seit 4.400 verloren hat ? :laugh: Sry, aber da hab ich schon ganz andere Sachen erlebt als dieses Häkchen nach unten.

Aber Sie haben Recht, die Stimmung in Deutschland ist wirklich wie im Crash, als Außenstehender kann man sich da nur wundern, aber genau das war früher ja immer ein gutes Zeichen. Je mehr hier reinschreiben dass alles sinnlos ist und Aktien Teufelszeug sind um so lieber ist mir das :)

#2
Sicher können die Analysten irren, aber auf irgend eine Größe muss man Bezug nehmen wenn man den Wert einer Aktie errechnen will. Ob die Prognosen dann eintreffen oder nicht ist für mich das normale Anlagerisiko an der Börse und die Chance dass die Unternehmen sie treffen oder nicht ist genau so hoch oder so niedrig wie früher.
Die 2007er KGV müssen ja auch erstmal erarbeitet werden, wer weiß schon ob die SChätzungen wirklich stimmen, in den letzten Jahren waren die Zukunftsschätzungen oft viel zu optimistisch. Wenn sich bei Telekom, ALlianz, Mürü usw... nach dem 1,2 Quartal zeigt, das diese Schätzungen wirklich eintreten (zunächst mal 2005) wird es schon wohl nach oben gehen. Das (wie man so schön sagt) Sentiment ist im Moment halt mies (Wirtschaftswachstum gesenkt usw...).
alles käse!

und wenn ich dann immer diese Vergleiche zwischen Renten - KGV und Aktien - KGV höre. Danach müßten die Aktien KGV`s in Japan oder der Schweiz ja ins fast astronomische schießen.
und wenn ich dann immer diese Vergleiche zwischen Renten - KGV und Aktien - KGV höre. Danach müßten die Aktien KGV`s in Japan oder der Schweiz ja ins fast astronomische schießen.


nein müssen sie nicht...weil man es nicht ohne Währungsbereinigung sehen kann. Die Langfristigen Zinsen in der Schweiz sind niedriger als z.B. in den USA, weil damit gerechnet wird, dass der CHF gegen den USD weiter aufwertet. Geschieht das aber wäre es ceteris paribus schlecht für die Gewinne schweizer Aktien, also ändert sich beim KGV der Nenner und die Rechnung stimmt nicht mehr.

In einer Phase weltweit niedriger Zinsen, in der wir uns seit geraumer Zeit befinden, und trotz der letzten Erhöhungen in den USA immer noch sind, sollte man wirklich etwas anderes als einstellige KGVs erwarten.

Aber ich könnte mir auch gut vorstellen dass es noch monatelang weiter rumdümpelt.
blauer Max:

Auf welcher Basis treffen Sie denn ihre Entscheidungen ?

# Jjeiiin

Ich hoffe natürlich auch dass die Analysten aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und nun kein grenzenloses Wachstum herbeiphantasieren sondern realistische Werte prognostizieren.
Wie ich schon sagte: Von nichts kommt nichts, auf irgend etwas, in meinem Fall eben eine EPS-Prognose, muss man sich beziehen wenn man den fairen Wert einer Aktie bestimmen will. Wenn man sich die falsche Prognose raussucht hat man eben Pech gehabt, aber so läuft es nun mal an der Börse.


Im Übrigen ist die Stimmung in etwa so wie ich es erwartet hatte, man wird heute als quasi-Idiot beschimpft weil man - wie hieß es Anfang 2000 noch - langweilige Witwen- und Waisenpapiere ins Depot legt.

Österreich hat jetzt eine lange Aktienhausse hinter sich, eine Telekom Austria notiert bei einem KGV von etwa 16 für 2006, eine Erste Bank hat ein KGV von 12,2, meines Erachtens durchaus akzeptable Werte. Aber wenn es beim großen Nachbarn einen Discount von 50 % auf vergleichbare Werte gibt, schlage ich eben zu und schichte um. Irgendwann wird auch in Deutschland die aktuelle Reform- und Depriphase als Lebensrealität akzeptiert werden und die Leute werden wieder mehr Lust auf Konsum, Aktien etc. haben.
@Wiener Melange:
> und die Chance dass die Unternehmen sie treffen oder
> nicht ist genau so hoch oder so niedrig wie früher.

So kann man das m.E. nicht sagen. Momentan gehen die Analysten größtenteils von Gewinnsteigerungen aus, obwohl die Wirtschaftsdaten größtenteils auf eine Abschwächung der Weltkonjunktur, möglicherweise sogar eine Stagnation, hindeuten. Daher halte ich die Analysten- und Unternehmensprognosen für deutlich zu optimistsch, und in den letzten Wochen haben ja auch bereits erste Firmen ihre Gewinnziele nach unten korrigiert. M.E. kann man die aktuellen Analystenprognosen schlichtweg in der Pfeife rauchen.
@waldefried:
> und wenn ich dann immer diese Vergleiche zwischen
> Renten - KGV und Aktien - KGV höre.

Da hast du Recht. Man muss auch bedenken, dass die Renten deshalb so hoch stehen, weil sich die Weltkonjunktur abschwächt, aber aufgrund der niedrigen Leitzinsen sehr viel Liquidität da ist, die irgendwo investiert werden muss. Ich erwarte auch nicht, dass die Rentenkurse in nächster Zeit deutlich nachgeben, sondern erwarte eher noch weiter steigende Notierungen.
Im Wesentlichen lässt sich alles auf eine Glaubensfrage reduzieren. Ich persönliche "glaube" dass die Weltwirtschaft die prognostizierten 3 % Wachstum hinbekommt und China seine 8 %. Da China aber bereits jetzt Maßnahmen ergreift um das Wachstum zu drosseln, rechne ich auch mit fallenden Ölpreisen in der 2. Jahreshälfte. Auf der Ölseite haben sich mir schon wieder zu viele Bullen und Mitläufer versammelt. Fällt der Ölpreis gibt das in vielen Branchen Entwarnung und die Wachstums"gurus" kommen wieder aus den Büschen gekrochen, wobei Deutschland auf Grund seiner desolaten Regierung allerdings eine Sondersituation darstellt. Aber genau diese Negativszenarien sehe ich irgendwo schon eingepreist. Aber wie gesagt, letzten Endes alles eine Frage dessen was man nun glauben will oder eben nicht.

Ob man jetzt einsteigen sollte oder bei 3.500 - 3.800 Punkten kann ich ihnen nicht sagen, wer sich nicht sicher ist ob der DAX noch weiter runter saust, sollte eben halb so viel Geld einsetzen wie er in Deutschland investieren würde. Die Stimmung jedenfalls, falls man das als Indikator nehmen würde, scheint mir mehr von Skepsis als von Hoffnung/Zuversicht gekennzeichnet zu sein, ein eigentlich gutes Zeichen.
Noch eine Anmerkung zu den zu optimistischen Analysten, ich glaube das wird mehr so "empfunden", auch auf Grund negativer Erfahrungen, als es aktuell der Realität entspricht, hier ein Beispiel:

ThyssenKrupp: Sell
Quelle: M.M. Warburg
Datum: 26.04.05


M. M. Warburg stuft am 25. April die Aktie des deutschen Industrietechnologiekonzerns ThyssenKrupp AG von " Hold" auf " Sell" herab. Das Kursziel wird mit 13,50 Euro angegeben.

Neben der Änderung des Ratings nehmen die Analysten auch noch Änderungen an Ihrer EPS-Reihe vor. Die 2005er Schätzung senken sie von 1,94 auf 1,80 Euro und die 2006er von 1,72 auf 1,50 Euro. Grund für die negativeren Einschätzungen seien unter anderem die schlechteren Volumina-Aussichten bei Karbonstahl im aktuellen Steuerjahr. Firmenberichten zu Folge fahre ThyssenKrupp die Produktion von Flachstahl im dritten Quartal 2004/05 um 500.000 Tonnen zurück. Für das Fiskaljahr 2005/06 erwarten die Analysten gleichbleibende Volumen bei niedrigeren Preisen. Zudem könnte der Bereich Edelstahl im zweiten Halbjahr 2004/05 ein schwächeres Ergebnis vorlegen und auch der Bereich Automotive könnte die Ergebnisse des letzten Jahres verfehlen.

Obwohl die Bewertung der Aktie mit einem 2005/06er KGV von 9,7 nicht teuer sei, senken die Analysten ihr Rating aus zwei Gründen: Die Wahrscheinlichkeit für Enttäuschungen bei den Gewinnen sei als hoch einzustufen. Ein möglicher strategischer Wechsel, der weniger Verkäufe von bisher Noch-Nicht-Kerngesellschaften vorsehe, könnte die Investoren enttäuschen.
@Wiener Melange:
> Im Wesentlichen lässt sich alles auf eine Glaubensfrage
> reduzieren.

Nun, ich gehe v.a. nach den US-Wirtschaftsdaten. DIe sind zwar auch nicht einheitlich, gehen aber größtenteils von einer Erhöhung der Inflationsrate bei gleichzeitiger Abschwächung des Wirtschaftswachstums aus -> Tendenz zur Stagflation, einem für Aktien äußerst ungünstigen Umfeld.
Klar kann es sein, dass sich die Daten wieder aufhellen - dann ist aber m.E. immer noch Zeit genug für einen Einstieg.

> rechne ich auch mit fallenden Ölpreisen in der 2.
> Jahreshälfte.

Ich auch.

> Auf der Ölseite haben sich mir schon wieder zu viele
> Bullen und Mitläufer versammelt. Fällt der Ölpreis gibt
> das in vielen Branchen Entwarnung

Nein, so einfach ist Wirtschaft nicht. Man kann nicht sagen: Der Ölpreis ist jetzt wieder niedrig, nun springt die Konjunktur wieder an. Wenn die Konjunktur sich erst mal im Abschwung befindet, ist das wie ein Motor, der nicht so leicht angehalten werden kann und ggf. in eine Rezession führt, ein niedriger Ölpreis hin oder her. Und dass die Leitzinsen immer noch ziemlich niedrig sind, macht die Sache nicht beruhigender, da dann die FED ggf. nicht genug Pulver hat, um die Wirtschaft schnell wieder in Gang zu bringen.

> Ob man jetzt einsteigen sollte oder bei 3.500 - 3.800
> Punkten kann ich ihnen nicht sagen

Nun, die 3500 bis 3800 Punkte sind m.E. schon eine ganz gute Zielmarke. Dann wage ich wieder einen Einstieg (es sei denn die Fundamentaldaten verändern sich bis dahin deutlich).

> Die Stimmung jedenfalls, falls man das als Indikator
> nehmen würde, scheint mir mehr von Skepsis als von
> Hoffnung/Zuversicht gekennzeichnet zu sein, ein
> eigentlich gutes Zeichen.

Wobei zu sagen ist, dass Analysten und Investmentbanken (und von denen hängen die Aktienmärkte ja größtenteils ab) m.E. noch viel zu bullisch sind.
> Noch eine Anmerkung zu den zu optimistischen Analysten,
> ich glaube das wird mehr so " empfunden"

Nun, ich gehe da weniger nach Empfehlungen, sondern nach schriftlichen oder anderen Äußerungen. Skepsis begnet mir da kaum.
P.S.: Auftragseingänge langlebiger Güter (heute 14:30): -2,8% - erwartet wurden +0,3%. Das bestätigt meine Erwartungen.
Manche sehen die Entwicklung des Marktes zusehr über die guten Ergebnissen der Big Player.

Das dahinter die 5-10fache Zahl an Unternehemn steht, die am Hungertuch nagen, wird gerne vergessen. Und oft bestehen direkte Zusammenhänge.
Europäische Papiere sind unterbewertet

Billige Aktien – und keiner greift zu

Von Ulf Sommer

Aktien sind wieder so preiswert zu haben wie zuletzt in den achtziger Jahren. Besonders europäische Aktien sind deutlich unterbewertet, wie ein Blick auf die großen Indizes zeigt. Unter den Branchen stechen Technologie, Industrie, Konsum und Versicherer hervor.

HB DÜSSELDORF. Der Grund für den historischen Tiefstand: Weil die Kurse fallen und die Gewinne der Unternehmen gleichzeitig steigen, verbilligen sich die Anteilsscheine gleich an zwei Fronten. Preiswert allein ist zwar noch kein Grund für steigende Börsenkurse. Doch langfristig bewegen sie sich immer wieder in Richtung ihrer Durchschnittsbewertung.

Ungeachtet negativer Quartalszahlen namhafter Größen wie General Motors, Philips und IBM steigen die Firmengewinne im ersten Quartal in den USA und Europa kräftig an – sogar stärker als erwartet. Für die Unternehmen im amerikanischen Index S&P 500 hat sich das erwartete Gewinnwachstum von sieben Prozent im letzten Herbst über neun Prozent zu Jahresbeginn auf nunmehr zwölf Prozent erhöht. Auch in Europa weist die Tendenz aufs Quartal und Gesamtjahr bezogen nach oben.

Fallen gleichzeitig die Kurse – S&P 500, Stoxx 50 und Deutscher Aktienindex (Dax) verloren seit Jahresbeginn zwischen einem und fünf Prozent –, sinkt die Bewertung kräftig. Bezogen auf die erwarteten Gewinne in den nächsten zwölf Monaten weist der Dax derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,5 aus. Die Unternehmen sind also durchschnittlich mit dem zehneinhalbfachen Jahresgewinn bewertet. Der langfristige Mittelwert seit den 60er-Jahren liegt bei knapp 14. Daran gemessen, müssten Aktien also um 30 Prozent zulegen, um wieder angemessen bewertet zu sein. Der Stoxx 50 ist ebenso weit von seiner Durchschnittsbewertung entfernt.

Unternehmensgewinne steigen, aber die Kurse fallen

Europäische Aktien in den Branchen Technologie (KGV 17,7), Industrie (13,6) und Konsum (15,8) sind derzeit am weitesten von ihrem langjährigen Mittel entfernt. So müssten Technologiewerte mehr als 40 und Industrie- beziehungsweise Investitionsgüter-Aktien um 35 Prozent zulegen, um „normal“ bewertet zu sein. Auch Versicherungspapiere sind mit einem KGV von elf historisch günstig bewertet.

„Wichtigste Unterstützung für den Euro-Land-Aktienmarkt bleibt die Bewertung. Der Abstand zwischen Dividendenrenditen und Anleiherenditen befindet sich fast wieder auf dem Niveau von März 2003“, hat Gerhard Schwarz von der Hypo-Vereinsbank ermittelt. Vor gut zwei Jahren notierte der Dax halb so hoch wie heute, bei allerdings deutlich niedrigeren Dividenden. Einige Dax-Firmen schütten derzeit mehr an die Anleger aus, als europäische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren an Rendite bringen. Die Citigroup konstatiert, dass europäische Aktien im historischen Vergleich und „vor allem gegenüber amerikanischen Aktien geradezu billig“ seien. Im S&P 500 liegt das KGV bei 15. Das entspricht dem langfristigen Mittel.

„Die Bewertung in Europa spricht zweifellos für höhere Kurse. Das reicht aber nicht, damit die Börsenkurse steigen“, sagt Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). In der Tat gab es immer wieder Phasen, in denen die Börsen niedrig bewertet waren, ohne dass die Kurse stiegen. Aktuell machen Analysten die steigenden US-Zinsen, den hohen Ölpreis und schlechte Konjunkturnachrichten für die schwache Börsenentwicklung verantwortlich.

Wichtigster Grund für die niedrige Bewertung ist jedoch die gestiegene Risikoscheu vieler Anleger nach den negativen Erfahrungen in den vergangenen Jahren. Viele Kleinanleger wagen sich trotz guter Firmengewinne nicht an die Börse zurück. Und Versicherungen haben ihre Aktienquote von 20 auf unter zehn Prozent reduziert. „Dieser Trend wird so schnell nicht wieder umgekehrt, ist aber auch nicht für alle Ewigkeit festgeschrieben“, sagt Aktienstratege Fernow. Früher oder später würden der Anlagedruck und reichlich Liquidität die Investoren an die Börsen zurückführen.

HANDELSBLATT, Mittwoch, 27. April 2005, 12:15 Uhr

Anmerkung: Unter den europäischen Aktien sind die deutschen Werte wiederum mit Abstand die Billigsten.
Die Zukunft wird gehandelt, die Zukunft!;)

Ein schlimmeres Omen als diese permanenten Hinweise auf die Attraktivität der Preise gibts gar nicht.
> Ein schlimmeres Omen als diese permanenten Hinweise auf
> die Attraktivität der Preise gibts gar nicht.

Das sehe ich auch als sehr bedenklich an, v.a. auch weil es fast jeder sagt. Wenn man einen sog. Experten danach fragt, aus welcher Region man Aktien kaufen soll, dann antwortet er zu 95 Prozent: Europa, und dort Deutschland. Wer jedoch von deutschen Aktien überzeugt ist, hält natürlich auch eine ordentliche Menge davon - wer soll also noch kaufen? :)
.....ölpreis fällt...weniger nachfrage = weniger wirtschaftswachstum.....weniger wirtschaftswachstum = sinkende unternehmensgewinne....sinkende unternehmensgewinne = fallende börse......sinkender ölpreis, da lagerbestände höher = schlecht für die börse
Bart,

ich kann mich erinnern als der DAX von 8000 und der NEMAX von 9000 runterkam. War übertrieben, klar. Aber gemessen an den damaligen Maßstäben wars einfach so.

Nach jedem 1000er Schritt nach unten wurde zum Einstieg geraten. Mit den gleichen Argumenten.

Auch im Sommer 2002, so um die 4500 rum. Dasselbe Theater.
8 Monate später standen wir 60% darunter. Gut, politisch bedingt. Nur, an diese sich wiederholenden Szenarien glauben anscheinend wenige.

Auch nicht daran, daß gute Ergebnisse sich nicht zwangsläufig in höheren Kursen widerspiegeln müssen.


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