Artikel in der ZEIT über die Förtsch, Frick und andere Abzocker - 500 Beiträge pro Seite



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ist mir eben in die Hände gefallen. Ist wohl schon etwas älter, aber immer noch lesenswert:


B Ö R S E

Prophet in eigener Sache

Bäckermeister Frick wurde reich mit Aktien und einer Börsen-Hotline. Jetzt verheißt er schon wieder Gewinne

Thomas Morchner


Die kostenlose Werbung kann der badische Bäckermeister, Buchautor und Jungmillionär gut gebrauchen. Denn er ist längst dabei, sich abseits der 0190-Telefonie ein zweites, seriöseres Standbein zu schaffen. So erscheint in Kürze Fricks zweites Buch zur Geldanlage. Sein Erstwerk mit dem bescheidenen Titel Ich mache Sie reich verkaufte sich bereits 30 000-mal und wird derzeit in fünfter Auflage gedruckt. Im März will die Privatbank Hauck & Aufhäuser einen Fonds auflegen, der von Frick beraten wird. "Der Fonds wird eher konservativ ausgerichtet sein", sagt Frick. Er wolle dort sein gesamtes Privatvermögen - immerhin einige Millionen Euro, mehr verrät er nicht - anlegen.

"Elendiger Abzocker!"

Doch es gibt auch Kritisches zu Frick. "Dummschwätzer!", beschimpft ihn im Internet ein Anleger mit Pseudonym Joschka Schröder :D , und das zählt noch zu den harmlosen Ausdrücken. "Elendiger Abzocker, der sich mit seiner Hotline dumm und dämlich verdient, weil immer noch genug Lemminge anrufen!", poltert ein Mr. Unreal. Das Abzockerimage verfolgt Frick. Hartnäckig hält sich der Verdacht, dass er mit seinem Mentor, dem Börsenguru Bernd Förtsch, die Kurse kleiner Neue-Markt-Aktien manipuliert. In einigen Fällen soll Frick das zu seinem Vorteil ausgenutzt haben. "Alles andere wäre eine Überraschung", sagt Rolf Drees, Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment. Denn wer wirklich wisse, dass eine bestimmte Aktie morgen steige, "der braucht das nicht auf einer Hotline zu verkünden, sondern greift direkt zu", so Drees. Die 0190-Masche mache allerdings viel Sinn, wenn das gewünschte Ereignis - also der Kursanstieg - erst durch die Kauforders gutgläubiger Anrufer ausgelöst werde.

Tatsächlich sind zuweilen auffällige Kurssprünge zu beobachten, wenn Frick eine Aktie in den Himmel lobt. So kletterte der Neue-Markt-Wert Adva just an dem Tag auf ein Dreimonatshoch, als Frick die Aktie zum neuen "Toptipp" erkor. Es scheint, als habe Fricks Fangemeinde selbst dafür gesorgt, dass die Prophezeiung sich erfüllte. Das Feuerwerk dauerte jedoch nur einen Tag. Danach fiel der Adva-Kurs deutlich ab.

Den Börsenexperten Frick aus dem badischen Sinsheim machen solche Vorwürfe "sehr traurig". Und bei seinen Auftritten als so genannter Börsenmotivator schafft er es immer wieder, selbst hart gesottene Zweifler zu überzeugen. Zum Beispiel bei einem Vortrag in der ehemaligen evangelischen Kirche von Velbert-Langenberg, die heute ein Konferenzzentrum ist. "Ich bin an der Börse Millionär geworden, und Sie können das auch schaffen!", ruft Frick den kaum 30 Zuhörern zu. Manche runzeln da kritisch die Stirn. Der smarte Profit-Prophet, der im Nadelstreifenanzug unter dem Bild vom Lamm Gottes predigt, passt sich der Stimmung sofort an. "Auch ich habe hohe Verluste gemacht, das gehört an der Börse dazu", tröstet Frick die Kleinanleger. Als er dann über die Schwierigkeit spricht, Verlustaktien abzustoßen, nicken einige Zuhörer. "Wenn Ihre Aktie 20 Prozent fällt, sagen Sie: Jetzt muss sie eigentlich steigen. Wenn die Aktie 40 Prozent fällt, sagen Sie: Jetzt kann sie nur noch steigen. Und wenn Ihre Aktie dann 80 Prozent gefallen ist, sagen Sie: Jetzt brauche ich nicht mehr zu verkaufen, jetzt ist es eh zu spät."

Der Reichmacher mit dem badischen Zungenschlag kommt bei den Langenbergern gut an. Sein Mix aus Seelentrost und Heilsversprechen, garniert mit schlichten Anfängertipps, gefällt. Niemanden stört es, dass Fricks hoch riskante Strategie - mit wenigen heißen Aktien auf schnelle Gewinne setzen - nur bei steigenden Kursen funktioniert, was Frick übrigens gar nicht leugnet. Doch der Börsenentertainer hat sich womöglich selbst auf Kosten naiver Kleinanleger bereichert. Das legt ein Magazinbericht nahe, der sich auf Kontoauszüge von Frick stützt.

Demnach profitierte Frick von seinem Kontakt zu Bernd Förtsch, einer der schillerndsten Figuren des Neuen Marktes. Förtsch fungiert als Berater mehrerer Fonds, mit denen er zeitweise Milliarden bewegte. Als Chef der Börsenmedien AG gibt er gleichzeitig das Anlegermagazin Aktionär sowie einige Börsenbriefe (Neuer Markt Inside, Biotech-Report) heraus. Zudem ist Förtsch an der Firma Finance Communications beteiligt, die mehrere Börsen-Hotlines - auch die von Frick - betreibt. Laut einem Bericht des Magazins Capital nutzte Frick die publizistische und finanzielle Macht seines Förderers Förtschs für eigene Geschäfte. So kaufte er angeblich am 18. Mai 2000 für 375 000 Euro Aktien des Bio-Tech-Unternehmens Morphosys. Einen Tag später empfiehlt Förtsch das Papier in der Fernsehsendung 3Sat-Börse und nimmt Morphosys in sein Fernsehmusterdepot auf. Auch Frick preist die Titel am 22. und 23. Mai auf seiner Börsen-Hotline. Auch im Internet verbreitet sich der Tipp schnell.

Das multimediale Trommelfeuer lässt den Kurs steigen. Frick nutzt dies, um am 24. und 25. Mai seine Aktien mit umgerechnet 60 000 Euro Gewinn zu verkaufen. Ähnlich laufen zwei weitere Transaktionen mit den Neue-Markt-Titeln Team Communications und Sparta. Frick verdient insgesamt mehr als 1,3 Millionen Euro.

Scalping nennt man das: Jubelmeldungen treiben den Kurs nach oben, dann steigen die Profis aus, bevor die Kursblase platzt. Anlegern, die den Kauftipps blind folgen, wird das Fell über die Ohren gezogen. Frick selbst betont allerdings, er habe die genannten Aktien schon auf seiner Hotline empfohlen, bevor er selbst zugriff.

"Hören Sie nicht auf Tipps!"

In den USA ist scalping strafbar. Hierzulande beobachtet das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel zwar Fricks Aktivitäten. "Aber mit den Insiderhandelsvorschriften ist das für uns nicht greifbar", sagt Sprecherin Sabine Reimer. Der Stuttgarter Oberstaatsanwalt Hans Richter, Experte für Strafverfolgung im Bank- und Börsenwesen, sagt: "Man müsste beweisen, dass Frick bereits beim Kauf wusste, dass er das Papier später empfehlen und damit den Kurs beeinflussen wird." Richter ermittelt in einem anderen Fall wegen Insiderhandels, Kursmanipulation und anderer Delikte gegen Sascha Opel, einen Zögling von Bernd Förtsch. Opel saß zeitweise in Untersuchungshaft, er muss mit einer Anklage rechnen. Dessen ungeachtet bespricht er derzeit wieder eine Börsen-Hotline, für die im Videotext des Fernsehsenders n-tvgleich neben der Frick-Nummer geworben wird. Frick behauptet, völlig unabhängig von seinem "Freund Bernd" zu arbeiten, von dem er noch "keinen einzigen Insidertipp" bekommen habe.

Doch auf seiner Hotline offenbart er einen engen Draht zu dem umstrittenen Strippenzieher. "Ich kann Ihnen verraten, Bernd Förtsch ist begeistert von einer Pixelnet, und was das heißt, das wissen Sie selbst", raunt Frick vielsagend in den Hörer und wird dann noch deutlicher: "Der Bernd Förtsch, der kauft mit Sicherheit wieder schön für seine Fonds bei einer Pixelnet ein", und deshalb, so schlussfolgert Frick, "werden wir bestimmt wieder höhere Kurse bei einer Pixelnet sehen."

Dass er selbst zuweilen Aktien kauft, die er auf seiner Hotline empfiehlt, sieht Frick nicht negativ, sondern als Zeichen seiner Glaubwürdigkeit. "Da haben wir - und ich sage bewusst wir, damit meine ich Sie und mich - schöne Gewinne gemacht", sagt Frick auf seiner Hotline über den Windparkentwickler P & T Techology. Er verspricht sogleich "weiterhin hier ganz klar weiter steigende Kurse". Eine Woche später ist das Strohfeuer bei P & T Technology allerdings erloschen, die Titel notieren kaum verändert.

In der Langenberger Kirche scheint der inszenierte Wandel vom Zocker-Saulus zum Anlegerschützer-Paulus perfekt. "Ich sage immer zu den Leuten, hören Sie nicht auf Tipps, nicht von Freunden und auch nicht im Fernsehen", sagt Markus Frick, der selbst täglich auf seiner 0190-Hotline Aktientipps verbreitet. "Und denken Sie immer daran: An der Börse will jeder Ihr Geld, wirklich jeder." Da hat er zweifellos Recht.
noch älter, aber auch lesenswert:


31.10.2000
BILD: Schwere Vorwürfe gegen Fondsberater Förtsch und Kollegen - Eine Chronologie der Ereignisse (Stand: 19:10 Uhr)

Hamburg/Stuttgart (fondsweb.de) - In ihrer heutigen Ausgabe erhebt die Bild-Zeitung unter dem Titel "Börsen-Betrug - So werden die Aktien gepuscht" schwere Vorwürfe gegen Bernd Förtsch und seinen Kollegen Sascha Opel sowie einen nicht näher genannten "Stuttgarter Finanzdienstleister". Dem Bild-Bericht zufolge soll Sascha Opel, stellvertretender Chefredakteur der Anleger-Zeitschrift Der Aktionär, festgenommen, der nicht näher genannte Stuttgarter Finanzdienstleister ebenfalls festgenommen worden sein.

Nach Bild soll ein System aufgebaut worden sein, bei dem "gezielt Anleger geworben" und mit "sehr hohen sicheren Gewinnen" gelockt worden seien. "Die Anleger kauften Aktien. Anschließend wollte Opel die Papiere auch durch Einschaltung des Chefredakteurs von Aktionär, Bernd Förtsch, gezielt empfehlen, Fachwort: puschen", schreibt Bild. Weiter heißt es: "Förtsch trat auch in TV-Sendungen auf, in denen er abenteuerliche Kursziele für Aktien nannte (...) Vom Gewinn des Deals (...) sollten die Hälfte der Redakteur und der Finanzdienstleister erhalten (...) Beide Beschuldigten hätten die Tatvorwürfe im Wesentlichen eingeräumt", so Bild.

vwd: "Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen wegen Insidergeschäften"

In einer Meldung, die gegen 14 Uhr über die Ticker lief, berichtet vwd von Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschäft gegen drei Personen "wegen verbotener Insidergeschäfte". vwd beruft sich dabei auf Oberstaatsanwalt Rainer Christ. Dieser habe bestätigt, dass zwei Haftbefehle erlassen worden seien, von denen einer inzwischen außer Vollzug gesetzt worden sei, und in Stuttgart sowie im Oberfränkischen seien Geschäftsräume durchsucht worden.

vwd: "Universal-Investment steht weiterhin zu Förtsch"

Gegen 14:30 Uhr meldet vwd, dass die Fondsgesellschaft Universal-Investment GmbH, Frankfurt, "an ihrem Berater Bernd Förtsch, Geschäftsführer der Gesellschaft für Börsenkommunikation mbH, Kulmbach, und Chefredakteur der Anlegerzeitschrift "Der Aktionär", festhält". "Bislang liegen uns keine Fakten vor, die es notwendig machen würden, die Zusammenarbeit mit Bernd Förtsch zu beenden. Wichtig ist uns, dass die Qualität der Beratungsleistung stimmt, und sauber gearbeitet wird", zitiert vwd den Universal-Geschäftsführer Bernd Vorbeck.

vwd zitiert Fonds-Berater Förtsch: "Habe mir nichts vorzuwerfen"

Um 14:50 meldet sich Bernd Förtsch zu Wort und wird von vwd so zitiert: "Er habe sich nichts vorzuwerfen, kommentierte Bernd Förtsch, Chefredakteur des Anlegermagazins Der Aktionär, einen Bericht der Bild vom Dienstag zum Haftbefehl gegen seinen stellvertretenden Chefredakteur Sascha Opel wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Opel sei bereits seit Donnerstag vergangener Woche suspendiert, bliebe aber in seinen Augen bis zum Beweis des Gegenteils unschuldig." Weiter heißt es, Förtsch werde sich am Dienstag kommender Woche gegenüber dem Landeskriminalamt Stuttgart erklären. Es sei ihm wichtig, die Sache möglichst schnell vom Tisch zu bringen. Denn augenblicklich seien viele Banken dabei, Anlegern telefonisch zum Verkauf der "Förtsch-Fonds" zu raten. Jetzt, da er angeschlagen sei, stünden immerhin rund drei Mrd DEM, die er derzeit unter Beratung habe, zur Disposition. "Wir prüfen derzeit, ob und wie wir rechtlich gegen die Bild-Zeitung vorgehen können", sagte Förtsch weiter gegenüber vwd. Derzeit sei man dabei, die materiellen und immmateriellen Schäden, die der Bild-Bericht verursacht habe, festzustellen, heißt es abschließend.

DSW: "Wir begrüßen es, wenn Behörden durchgreifen"

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), Düsseldorf, begrüßt die Ermittlungen wegen des Verdachts auf verbotenen Insiderhandel gegen Sascha Opel, meldet vwd um 17:10. Auch wenn solche Aktionen möglicherweise zu spät kämen, seien sie doch positiv für die Aktienkultur in Deutschland, sagte Jürgen Kurz, Sprecher der Düsseldorfer Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), auf Anfrage gegenüber vwd. Das Verfahren gegen den stellvertretenden Chefredakteur des Anlegermagazins "Der Aktionär" habe jetzt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft eingeleitet. Gleichzeitig sei damit der Fonds-Berater und Chefredakteur von "Der Aktionär", Bernd Förtsch, belastet worden.

Für beide gelte freilich zunächst die Maxime "in dubio pro reo", sagte Kurz weiter zu vwd. Nichtsdestotrotz gäbe es in Deutschland beispielsweise mit der 3sat Börse Plattformen, die Manipulationen zumindest erleichterten. Vor solch einer Kulisse könnten dann prominente "Aktien-Experten" wie seinerzeit etwa Egbert Prior ihr "vorkaufen-anpreisen-verkaufen"-Unwesen treiben, so Kurz zu vwd. Derzeit fehlten der Aufsichtsbehörde in Deutschland noch die Sanktionsmechanismen, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Auch die Staatsanwaltschaften seien bezüglich der Thematik vielfach noch zu unbedarft, sagte Kurz weiter. Letztendlich führe kein Weg daran vorbei, sich bei der Wertpapieraufsicht am amerikanischen Beispiel zu orientierten, heißt es bei vwd abschließend.
Nun ja,
gemessen am angerichteten Schaden
sitzen die wahren Abzocker in den
Banken und Sparkassen.

Die haben doch zur Zeit des
Neuen Marktes reihenweise
Idiotenfonds aufgelegt und sie
den Ommas angedreht.
zu #3

Da kann man kaum widersprechen. Ich erinnere mich noch an die dämliche Aktion der Dresdner Bank, die mitten in der Börsenblase harmlose Sparer aufgefordert hat, ihre Sparbücher gegen Aktienfonds zu tauschen.
:laugh:

Oberstaatsanwalt: "Man müsste beweisen, dass Frick bereits beim Kauf wusste, dass er das Papier später empfehlen und damit den Kurs beeinflussen wird."

:laugh:
@ katjuscha

seh ich genauso



ich denke das sich jeder bewusst sein sollte, wenn er den nutzen von solchen hotlines zieht, dass es nie eine sichere investition in aktien gibt.

by the way: vor kurzem wurde aufgedeckt, das es so genannte "kapitalmarktberatungsverträge" gibt.

vor allem die hvb sollte davon gebrauch gemacht haben, indem sie empfehlungen für zB. JACK & WHITE schrieb und dafür geld erhielt.
das unternehmen erkaufte sich dadurch mehr aufmerksamkeit und einen steigenden aktienkurs.

somit kam wahrscheinlich der anstieg von 3 auf 9€ zustande.
#3 von cyberwilly

Wie wahr, wie wahr. Dagegen sind was Förtsch, Frick @ Co. anrichten noch Peanuts :mad:
" Auch ich habe hohe Verluste gemacht, das gehört an der Börse dazu"

dieser Satz gehört doch verboten. Präsentiert sich vor Publikum als Börsenmillionär. die Gutgläubigen denken doch, wenn sie Verlust machen, gehört das eben dazu, das ist eben der erste Schritt zum Millionär werden:laugh:

scheiß Typ!
Das sich ein Bankhaus wie H&A die Kohle der Anleger
einem Bäckermeister anvertraut, finde ich unglaublich.
Nach welchen Kriterien wird in dieser Bananenrepublik Land eigentlich Personal eingesetzt ????????????
BEstimmt nicht nach Qualitätskriterien.
zu #6

Banken, die im Auftrag von Unternehmen positive Studien über diese schreiben - und dafür ein Wahnsinnsgeld kassieren, findet man im Nebenwertebereich immer wieder. Manch ein Unternehmen (ich werde höflicherweise keine Namen nennen) beauftragt und finanziert auf diesem Weg sogar Analysten mehrerer Institute.

"Analysten", die sich für solcherlei Auftragsstudien nicht zu schade sind, sind aus meiner Sicht nichts anderes als Prostituierte des Kapitalmarkts.

Leidtragend sind wiederum uninformierte Kleinanleger, die den Inhalt dieser Auftragsstudien für bare Münze nehmen.
Na Joschka, mal ein bisschen Dampf ablassen gegen das Bäckerle und das Schweinsbäckla mit ihren Pusherclubs? Die sind doch nur der Kuh-Fladen auf den sich die Schmeißfliegen stürzen. :laugh:

Die seriösen Auftragsanalysten vermerken allerdings in ihren Studien (wenn auch machmal etwas versteckt)
wer sie beauftragt und bezahlt hat. Z.B. bei Kayenburg
und Midas research (zu Morphosys und anderen Biotechs)
habe ich das gelesen.
Das finde ich völlig in Ordnung, solange Ross udn Reiter bennat werden.

Für manche kleineren Unternehmen ist das auch eine notwendige
Visitenkarte um damit institutionelle Anleger zu zumindest anzulocken.

Gruß Klinger.
@KlingerP

Gut erkannt, der Thread war mal als Ventil gegen den gelegentlichen Börsenirrsinn notwendig.

Hinsichtlich der Studien hast Du insoweit recht, als man schon etwas differenzieren muss. Z.B. ist das Bankhaus Lampe aus meiner Sicht noch halbwegs seriös. Dennoch habe ich noch nie eine wirklich kritische Auftragsstudie gelesen. Zwischen den Zeilen gelegentlich angedeutete Skepsis ("Unternehmen muß erst noch beweisen, dass ..."), letztendlich aber dann doch immer eine klare Kaufempfehlung (um das Mandat nicht zu verlieren).
Dennoch habe ich noch nie eine wirklich kritische Auftragsstudie gelesen.
Natürlich nicht, aber wenn ICH weiß, wer die Studie bezahlt hat, dann lese ich das mit einem (kritischeren) Blick und schaue zwischen die Zeilen.

Wenn der Analyst z.B. schreibt: "Nach *Meinung* des Unternehmens ist die Technologie überlegen gegenüber der Konkurrenz" dann übersezte ich das mit: "Aber ich (der Analyst) habe keinen Beleg dafür gefunden."
usw.

Dennoch geben solche Studien mir als Branchenfremden
(gerade bei Biotech)
oft wertvolle Hinweise und Erläuterungen zu den Firmenaktivitäten, da sie in der Regel recht allgemeinverständlich gehalten sind - und, im Gegensatz zu Firmenhomepages und CEO-Präsentationen auch oft die Konkurrenz zumindest kurz erwähnen. ;)
wenn man durchschaut hat, wie frick und co. ihre tips steigen lassen, dann kann man ne menge geld verdienen.
natürlich ist das maßlos übertrieben werbeanzeigen im ntv text zu machen ,einen gewinn von 400% prognostizieren. aber KURZ in einen push von frick rein und schnell wieder raus ist sehr wertvoll.
beispiele dieses jahr bei mir waren o2diesel: gekauft bei 0.82 euro, verkauft bei 1,18. ( danach immer wieder kurz getradet) dann die primacom pushs von frick, da hab ich auch scön verdient. letztes beispiel was fotune management.gekauft bei 0.7, verkauft eine woche später bei 0.93!! also nur schlecht reden, kann man auch nicht über diese "gurus". man muss halt nur beachten, dass das jediglich recherchen der jeweiligen redaktion sind. die zukunft voraus sagen kann keiner.
Lesenswerter Bericht in der heutigen Welt am Sonntag über die Geschäfte von Förtsch und Genossen mit der Überschrift "Das riecht nach Wahnsinn".


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