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Solutiance AG (vormals Progeo) (Seite 523)


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Antwort auf Beitrag Nr.: 59.207.090 von matjung am 13.11.18 19:55:16
3D-Wachstum: Erläuterung (gem. HV vom Aug. 2018) vs. Realität
Hallo zusammen,

weil Fragen zur Begrifflichkeit "3D-Wachstum" aufkommen, möchte ich dazu auf die HV aus dem August dieses Jahres verweisen. Dort wurde "3D-Wachstum" wie folgt erklärt:

1. Wachstums-Dimension: Kunde
--> wachsender Kundenstamm pro Jahr

2. Wachstums-Dimension: Gebäude
--> steigende Anzahl an Gebäuden pro Kunde, die von Solutiance betreut werden
---> (Neu-Kunde überlässt Solutiance im ersten Jahr vielleicht nur 1 Gebäude "zum testen"; im zweiten Jahr dann vielleicht schon 5 oder 10 Gebäude...; und wir reden hier von Klienten, die mitunter zwei- oder dreistellige Immbolienebestände aufweisen)

3. Wachstums-Dimension: Gewerke
--> steigende Anzahl an Gewerken pro Gebäude pro Kunde, die von Solutiance betreut werden
---> (erst Dach, dann vielleicht Brandschutz, dann Betreiberverantwortung etc.)

In der Mitteilung vom 13.11.2018 wird das leider nicht nochmal so explizit erklärt. Das ist etwas schade, weil man als Aktionär schon verstehen möchte, wie die AG Ihre potentiellen Wachstumspotentiale definiert, um sich selbst eine Meinung davon machen zu können, wie realistisch etwaige Progonosen sein können.

Um die 1. Dimension (Kunde) weiterzuentwickeln, muss die Servies GmbH in den kommenden Monaten ihr Leistungsspektrum noch etwas genauer zurechtschleifen und dies verständlich nach außen kommunizieren. Aktuell ist den Anlegern und Klienten auf den ersten Blick vielleicht noch nicht richtig klar, was genau Solutiance anders oder besser macht als große FM-Dienstleister.
Wie es aussieht, wird sich die GmbH künftig etwas vom Image einer "Software-Bude" entfernen und mehr Richtung Dienstleister gehen. Das wird meiner Ansicht nach auch notwendig sein, denn kaum ein Klient - vor allem größere Player - sind wirklich daran interessiert, neue Software-Lösungen in ihre Prozess-Kette aufzunehmen. Die wollen lieber Aufgaben outsourcen, sofern das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen stimmt.

Solutiance wird also vielmehr Software für sich selbst bauen, um die bekannten Prozesse ihrer der Kunden effizienter abwickeln zu können. Das hat dann wahrlich nichts mehr mit "Software-Bude" zu tun.
Man darf gespannt sein, ob und wie schnell sie diesen Schritt schaffen. Denn es bedarf schon einer Menge kompetenter Man-Power und Kunden-Vertrauen, um sich als quasi von 0 auf 100 als ernstzunehmender Player in diesem Bereich zu etablieren.


Meine persönliche Einschätzung, was das potentielle Umsatz-Wachstum angeht:

Solutiance muss sich erstmal auf die zweite (Gebäude) und dritte (Gewerke) Wachstums-Dimension beschränken. D.h....

1. gute, skalierbare Arbeit abliefern,
2. dadurch die Bestandskunden als treue Wegbegleiter binden,
3. darüber Zugang zu weiteren Gebäuden und Gewerken erhalten,
4. mit den Wegbegleitern die wichtigen "Use Cases" identifizierien und dadurch neue Produkte entwicklen (wie z.B. Betreiberverantwortung)
5. und sich darüber einen Namen machen...


Das Geld für die Entwicklung ist da (s. Finanzierungsmeldung vom September 2018). Es bleibt nun die Frage, wie wie gut das Modell von Solutiance in der Praxis läuft.
...und wie schnell die Konkurrenz im Bereich Digitalisierung und Prozess-Optimierung nachzieht.

Wenn man sieht, was sich da in den letzten 12 Monaten augenscheinlich Hinter den Kulissen getan hat, darf schon positiv aufgeregt sein.
Aber ein Blick auf den Aktienkurs zeigt auch, dass man hier als Anleger nicht kurzfristig planen sollte. Ob es eine Entwicklung wie von Januar bis September 2018 auch in 2019 geben wird, wage ich nicht einzuschätzen.

Ich werde auf jeden Fall erstmal die Finger ruhig halten und die Entwicklung und die News in den nächsten beiden Quartalen weiter beaobachten...
1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.210.656 von W4LT_5TR33T am 14.11.18 11:49:17sehr gute Antwort.
ja, Solutiance ist keine Softwareunternehmen sondern eine Facility Management Unternehmung die digital tickt.
In der Tat ist die Kommunikation noch etws schleppend. Solange die Umsätze sich aber innerhalb des gesteckten Korridors bewegen, wird Solutiance nicht am Markt abgestraft sondern mit steigenden Kursen belohnt. Wehe aber es kommt zu Verwerfungen, dann muss schon eine Menge an Erklärungen geliefert werden.
Sollte der Umsatzpfad nicht erreicht werden, wird sehr ausschlaggebend sein, wie im selben Atemzug auf der Kostenseite mitgesteuert und die Liquidität gesichert ist.
Hilfreich ist die kontinuierliche Übersicht der Erträge im Bereich Dach, sonstige Gewerke und Track Lean. Hätte nicht gedacht, dass in den USA für Track Lean schon ein Markt von mehreren hundert Millionen Dollar existiert.
Heute gibt es einige aktuelle und trendige Stichworte, die Unternehmensbewertungen teilweise astronomisch steigen lassen. Diese sind z.B. softwarebasierte Schnittstelleinintegration, automatisierte Prozesse, laufend wiederkehrende Erträge durch Jahresgebühren, Facility Management, digitale Signaturen und manch anderes. Vor diesem Hintergrund wird es mir bei der Kursphantasie von Solutiance ganz warm ums Herz.
Am 12. Dezember ist solutiance auf der Münchner Kapitalmarkt Konferenz vertreten. Ist jemand von euch vor Ort?
https://solutiance.com/solutiance-ag-praesentiert-sich-auf-muenchner-kapitalmarkt-konferenz/
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