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Diskussion zur Linde Aktie (Seite 101)


ISIN: DE0006483001 | WKN: 648300 | Symbol: LNA
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15.02.19
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El Matador,
Linde habe ich mir gekauft, weil Industriegase wichtig sind. Es hätte auch AirLiquide sein können. Ich mag Frankreich. Wegen der Quellensteuer (Ausländer-Maut) wurde es aber Linde.

„... wenn auch vielleicht erst in ferner Zukunft bei einem Squeeze Out zu einem hoeheren Preis.“
Den warte ich notgedrungen ab, weil ich Steuern erst in ferner Zukunft zahlen will. Bei Verkauf zahle ich sofort Steuern.

„Wenn er nicht klappt, wird eure Aktie kurzfristig stark an Wert verlieren.“
Das vermute ich auch, bin mir aber nicht so sicher, daß ich auf einen Kursverlust spekulieren werde.

„Hoffentlich wird die Transaktion den in Deutschland ansaessigen Aktionaeren steuerlich nicht schaden.“
Da bin ich sehr sicher. WM-Daten wird den Tausch als Verkauf und Neukauf einstufen. Steuern will ich – wie gesagt – lieber später zahlen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.930.583 von faultcode am 11.10.17 17:58:56Auf der SdK-Homepage findet sich inzwischen eine m.E. recht gut durchdachte Stellungnahme zum Umtausch:

http://www.sdk.org/veroeffentlichungen/pressemitteilungen/st…

Ich tausche jetzt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.946.867 von herding am 13.10.17 13:43:44
SdK, 10.10.2017: "Bewertung nicht angemessen" (1)
aus dem PDF:
...
Die Bewertung der Aktien der Linde AG im Rahmen des Zusammenschlusses erscheint
jedoch aus unserer Sicht nicht angemessen.

...
Sämtliche Kennzahlen zeigen deutlich, dass Linde in 2016 deutlich mehr Umsatz und Gewinn erzielte als Praxair und auch die Verschuldung des Unternehmens deutlich geringer ist als die Verschuldung von Praxair.
...
Somit bleibt festzuhalten, dass Linde in Zukunft auch auf eigenständiger Basis ein höheres Potenzial bzgl. Ergebnissteigerungen durch Kosteneinsparungen haben dürfte als Praxair. Auch bezüglich zukünftiger Wachstumschancen sehen wir bei Linde Vorteile gegenüber Praxair. Denn Linde ist in dem aus unserer Sicht wichtigsten Markt der Zukunft, in China, deutlich besser aufgestellt als Praxair. Dort dürften aus unserer Sicht die höchsten Wachstumsraten erzielbar sein und somit dürfte Linde in Zukunft schneller wachsen können als Praxair.

Hinzu kommt, dass Praxair aus unserer Sicht zuletzt stark von dem Hurrikan „Harvey“ getroffen worden sein dürfte. Da weite Teile der US-Golfküste vom Hurrikan verwüstet wurden, dürfte auch Praxair zukünftig wirtschaftliche Einbußen erleiden, da viele Unternehmen der Region, unter diesen sicherlich auch Kunden von Praxair, in Mitleidenschaft gezogen wurden.

...
Aus unserer Sicht profitieren vor allem die Aktionäre von Praxair vom Zusammenschluss unter diesen Bedingungen.


=> jetzt wird's interessant:
...Trotz der aus unserer Sicht nicht angemessenen Umtauschkonditionen dürfte die
(teilweise) Annahme des Übernahmeangebotes dennoch ratsam sein. Sollte der Zusammenschluss eventuell aufgrund des Umstandes, dass weniger als 75 % der Aktien
der Linde AG im Wege des Übernahmeangebotes angedient wurden, scheitern, dürfte der Aktienkurs der Linde AG zunächst deutlich zwischen 20–30 % vom aktuellen Kurs von rund 180 Euro aus gesehen an Wert verlieren.

Operativ käme Linde wohl aufgrund der aktuellen eher schwierigen Marktbedingungen (u. a. niedriger Ölpreis) und der starken Wettbewerbsvorteile des Konkurrenten Air Liquide deutlich unter Druck. Kommt die Übernahme hingegen zustande, würde die neue Unternehmensgruppe aus Praxair und Linde als neuer Marktführer wohl einen Bewertungsaufschlag an der Börse zugesprochen bekommen. Ferner dürften die Aktien der US-amerikanischen/deutschen Linde plc nach angelsächsischen Maßstäben bewertet werden, da die Aktien der Linde plc sowohl an der New Yorker Börse als auch weiterhin in Frankfurt gehandelt werden sollen und Unternehmen in den USA generell eher höher bewertet werden als in Deutschland. Diese Vorteile sollten die
aus unserer Sicht bestehende Unterbewertung im Rahmen des Zusammenschlusses
aufwiegen. Wir gehen sogar davon aus, dass im Falle einer gelungenen Übernahme der Aktienkurs der Linde plc mittelfristig noch einmal deutlich steigen dürfte.


=> das Letztere sage ich auch: Übernahme kommt, und Linde AG-Aktien steigen => Frage an den SdK: warum sollte ich als Kleinanleger dann (sofort) andienen? Das ist nicht logisch.


Sollten Sie das Übernahmeangebot nicht annehmen, die Übernahme jedoch dennoch gelingen, bleiben Sie zunächst weiterhin Aktionär der Linde AG. Sie müssen aber damit rechnen, dass relativ kurzfristig ein sogenannter Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen wird. In diesem Falle würden alle Aktionäre der Linde AG ein Barabfindungsangebot erhalten. Wir gehen davon aus, dass die Barabfindung noch einmal über dem derzeitigen Börsenkurs liegen würde.

Sofern Sie dieses nicht annehmen, bleiben Sie weiterhin Aktionär der Linde AG und erhalten zukünftig eine sogenannte Garantiedividende, deren Höhe mit Abschluss des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages festgelegt wird. Sobald die Linde plc (in-)direkt mindestens 90 % der Anteile an der Linde AG besitzt, wird es unserer Einschätzung nach zum sogenannten Squeeze-out, dem zwangsweisen Ausschluss der Minderheitsaktionäre, kommen. In diesem Fall erhalten die noch verbliebenen Aktionäre der Linde AG eine Barabfindung im Gegenzug für ihre Aktien
an der Linde AG. In vergleichbaren Fällen verhielt es sich in der Vergangenheit so, dass in den meisten Fällen die Barabfindung im Rahmen des Squeeze-outs höher war als alle anderen zuvor im Wege von Übernahmen angebotenen Preise.

Auch in diesem Falle ist also aus unserer Sicht damit zu rechnen, dass der dann gezahlte Preis über dem aktuellen Börsenkurs bzw. dem Abfindungsangebot im Rahmen des Abschlusses des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages liegen wird. Ob der dann gezahlte Preis jedoch auch höher sein wird als der rechnerische Gegenwert der Aktien der Linde plc, welche man im Falle der Annahme des Übernahmeangebotes erhält, ist fraglich.


=> die steuerliche Einschätzung kann im Einzelfall, und das sind immer Einzelfälle, noch interessant sein.

=> man hat ja genügend Zeit, vor dem Squeeze Out zu verkaufen. Linde AG-Aktie bleibt als Dickschiff ausreichend liquide für Kleinanleger.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.947.278 von faultcode am 13.10.17 14:26:23
SdK, 10.10.2017: "Bewertung nicht angemessen" (2) --> Fazit nicht logisch mMn
SdK-Fazit:

Trotz eines aus unserer Sicht vom Vorstand der Linde AG schlecht verhandelten Umtauschverhältnisses wäre ein Zustandekommen der Übernahme aus Aktionärssicht begrüßenswert. In diesem Sinne sollten Aktionäre, die nach dem 1.1.2009 Aktien der Linde AG erworben haben, darüber nachdenken, ihre Aktien im Rahmen des Übernahmeangebotes anzudienen.

=> der SdK spielt mittlerweile auch den Vorsichtigen. "Nachdenken" ist Wischi Waschi. Ist doch klar, dass man über seine Position nachdenken sollte. Wie kann man denn ohne ausreichend kluge Entscheidungen treffen?

Ich glaube, viele Marktteilnehmer sind erst in der Warm Up-Phase hier.


WICHTIG: obwohl der SdK oben mehrfach über das erhöhte Potential der Linde-AG-Aktie spricht, nennt er dabei - vorsichtigerweise - kein angemessenes Bewertungsziel.

=> ABER: vielleicht kommt ja das noch vom DWS.


__
Meins ist oben (#997) kaputtgegangen => daher nochmal:

Antwort auf Beitrag Nr.: 55.947.398 von faultcode am 13.10.17 14:36:41Es gibt eine Ambivalenz: 1. Alle Lindeaktionäre haben einen Vorteil, wenn die Fusion klappt, wenn also 75% umtauschen. 2. Der einzelne Opportunist schickt alle anderen vor zum Unterschreiben und bleibt dann selbst zurück und hofft auf einen günstigen Squeeze-Out.

Die SdK hat nun herausgearbeitet, dass auch für den einzelnen bei Verbleib bei der alten Linde-Aktie zwar mit einem Kursanstieg zu rechnen ist bei Gelingen der Fusion, dass dies aber ebenso gelte für die Fusionsaktie, die dann ja auch noch einmal Schub bekommt. Und stellt sogar dar, dass die Chancen der Fusionsaktie überwiegen würden.

Gleichwohl sehe ich auch, gerade im "Fazit" am Schluss der Pressemitteilung, dass man als SdK im Sinne aller Aktionäre sich erst einmal in der Pflicht sieht, die Fusion nicht durch Boykottempfehlungen zu behindern.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.948.658 von herding am 13.10.17 16:46:37
Ambivalenz ist ein gutes Stichwort
Die Welt ist meistens ambivalent und die Börse der Verstärker dazu.

Niemand ist gegen die Fusion. Auch ich nicht. Man muss aber seine individuelle Position hier bewerten:
=> warum sollte ich das als Linde AG-Kleinaktionär verwässern mit einer sehr sportlich bewerteten Praxair? Sagte ja schon der DSW: es gibt beim derzeitigen Tausch nichts zu gewinnen für Kleinanleger auf Seite der Linde AG.

Wenn 75% nicht reichen, wird halt gesenkt. Dann klappt das auch sehr, sehr wahrscheinlich.

Und zum Opportunismus: ja klar! Dr. Reitzle nimmt und kriegt opportunistisch seine Milliönchen, muss mir dafür aber etwas angeben - einen winzig kleinen Bruchteil!

=> oder positiv formuliert: meine Position wirkt positiv korrigierend auf die ganzen und mutmasslich haufenweise vergessenen Witwen- und Waisen-Papiere der Linde AG. Tut Herr Dr. Reitzle das wirklich auch?
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.948.934 von faultcode am 13.10.17 17:13:48
..es heisst korrekterweise..
..Arbitrage an der Börse und nicht schnöde Opportunismus. Klingt viel besser.

Der Begriff taucht bereits in Beitrag #329 oben auf.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.948.967 von faultcode am 13.10.17 17:16:57Hallo Faultcode,

Arbitrage, so lese ich bei Wikipedia, beziehe sich ausschließlich auf das völlig risikolose Ausnutzen von Preisdifferenzen bei ein und derselben Ware, z.B. an verschiedenen Orten. Da bringt z.B. jemand ein und dieselbe Aktie von Hamburg nach Berlin, weil sie dort 10 Cents teurer gehandelt wird.

Ich bin Ihnen sehr dankbar für die Mühe und den Durchblick, der hinten Ihren Beiträgen steckt. Letzlich bin ich jetzt der SdK-Linie gefolgt, weil ich auch zu faul bin, jetzt Wochen oder Monate an dieser Linde-Sache dran zu bleiben. Ich wollte das jetzt für mich abschließen. Wahrscheinlich gewinnen Sie ja ein wenig, aber vielleicht verlieren Sie auch sehr viel.

Spekulieren mit viel Einarbeitung und Zuwendung mach ich lieber bei Nebenwerten mit wenig Liquidität, wo nicht die Profis die Kurse machen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.951.484 von herding am 13.10.17 23:05:05
Merger Arbitrage (dt.: "Risikoarbitrage") --> the long view
..ist es; eine Sonderform eben, da nicht so klassisch wie oben bei Diebold (-> Übernehmer Shorten) und Wincor-Nixdorf (-> Übernahme-Objekt Long) und hier über den derzeit noch anzunehmenden, fundamentalen Bewertungsunterschied zwischen den Praxair- und Linde AG-Aktien.

Also keine einfache Preis-(Differenz)-Arbitrage:
https://de.wikipedia.org/wiki/Risikoarbitrage
http://www.investopedia.com/terms/m/mergerarbitrage.asp


__
Hier ein bekannterer US Hedge Fund Manager, der seinen Lebensunterhalt u.a. mit Merger Arbitrage verdient: https://www.forbes.com/sites/antoinegara/2015/01/17/battered…
..und das 2015 zeigt, dass es mitunter zäh ist und dauert (und nicht mehr so einfach ist wie in den 200Y-Jahren...):

When it comes betting on dealmaking, investors are taking the long view with Paulson, instead of running for the hills.
Linde und Praxair erhalten Fusionsgenehmigung in Russland
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/kartellfreigabe-lin…
=> Russland habe die Genehmigung ohne Auflage erteilt.

Russland ist ein wichtiger Markt für Linde PLC wg. dem Oil&Gas-Geschäft dort.
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