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INDUS - Div. Rendite über 7 % - KGV von 5 - hoch interessant ! (Seite 167)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.613.447 von Kwerdenker am 21.05.19 16:34:17Das sehe ich genauso. Im Bereich Fahrzeugtechnik sollen ja auch nicht alle Gesellschaften betroffen sein sondern " nur" die Serienzulieferer. Die sind aber so groß, dass deren Verluste (davon gehe ich auch aus) die Gewinne der anderen Bereichsunternehmen aufzehren.
Jetzt müsste man wissen, wie hoch die Firmenwerte der betroffenen Unternehmen aktuell noch sind und ob es da möglicherweise weiteren Firmenwertabschreibungsbedarf geben könnte, der das Ergebnis dann ja ähnlich wie im letzten Jahr wieder zusätzlich belasten könnte.

Das ist halt der Nachteil, wenn man einen großen Teil der Anschaffungskosten auf Firmenwertabschreibungsbedarf bucht.

Ich persönlich hätte nix dagegen, wenn man die Problemunternehmen in andere Hände verkauft, auch wenn das möglicherweise zu Buchwertverlusten führen könnte. "Fort mit Schaden" wäre da meine Devise.

Mal schauen, was auf der HV in der nächsten Woche zu dem Themenbereich gesagt wird.

Alles in allem würde ich aber meinen, dass der Kursrückgang derzeit etwas übertrieben ist (wie die Börse auf der anderen Seite ja auch bei positiven News gerne mal überreagiert)!

Ich persönlich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass man die Probleme bei den Serienzulieferern lange mitgeschleppt und sich davon die Bilanz verhageln lässt. Entweder schafft man es, die Unternehmen wieder profitabel zu machen oder man wird eine andere Lösung finden (mMn) und wenn man dann noch das ein oder andere interessante Unternehmen zu einem vertretbaren Preis erwerben kann, liegt der Fokus am Markt auch wieder auf erfreulicheren Dingen...
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.616.297 von Huta am 21.05.19 21:10:54
Was zur HV
Guten Tag !

Bisher wurde hier ja noch nichts zur HV der Indus in der letzten Woche geschrieben. Ein paar Notizen habe ich mir gemacht:

1.) Perspektive für das laufende Jahr:
In der letzten Woche wurde ja nach langer Zeit mal wieder eine Firma übernommen - die Mesutronic aus Bayern. Der Vorstand des Unternehmens war auch auf der HV und hat sich und das Unternehmen kurz vorgestellt.

Herr Dr. Schmidt (CEO der Indus) hat in der HV ausdrücklich darauf verwiesen, dass sich der Markt für Firmenübernahmen wieder deutlich aufgehellt hat (das ist dann die für Indus positive Seite der etwas eingeschränkten Konjunktur) und er zeigte sich sicher, dass man bis Ende des Jahres 2019 noch mindestens eine weitere Firma auf Tochterebene wird übernehmen können. Grundsätzlich will man ja jedes Jahr mindestens 2 Unternehmen auf Tochterebene übernehmen. Dabei liegen die Multiples für die Unternehmen, für die sich Indus interessiert bei zwischen 7 und 8 mal EBIT.

Was die sehr vorsichtige Ergebnisprognose für das laufende Jahr angeht, sieht es wohl so aus, dass alle Bereiche gut laufen - nur eben zwei der drei Serienzulieferer im Bereich Fahrzeugtechnik nicht. Die Automobilindustrie selber (also die Kunden der Serienzulieferer) geht in ihren Quartalsberichten davon aus, dass sich die Krise bis Ende des Jahres wieder etwas beruhigt ("stabile bis leicht steigende Nachfrage") - Indus hat davon aber bisher anhand der Abfragezahlen bei den Serienzulieferern nichts gemerkt - und wenn die Zahlen sich nicht bald bessern, wird es eben sehr schwer, die Ergebnisprognose noch zu halten.


2.) "Problembären":
Der Vorstand hat ausdrücklich darauf verwiesen, dass die allermeisten Unternehmen in den Beteiligungen gut bis sehr gut laufen. Der CFO meinte, dass man insgesamt 42 "Cash Generating Units" für die Bilanzierung gebildet hat (da die Indus insgesamt 45 Beteiligungen hatte (vor dem Erwerb der Mesutronic) hat man also offensichtlich mehrere kleinere Beteiligungen bei den CGUs zusammengefasst.
Von diesen 42 CGUs laufen 38 absolut problemlos. Hier sind die Firmenwete heute nach Einschätzung der Indus AG teilweise sogar deutich höher als im Erwerbszeitpunkt, weil sich die Unternehmen weiterentwickelt hätten (Zuschreibungen dürfen aber nicht gemacht werden).

Probleme macht also tatsächlich nur eine kleine Minderheit der Beteiligungen - und das sind die Firmen Bacher, SMA, Selzer sowie in geringerem Umfang die Firma Köster.
In 2018 wurden ja Firmenwertabschreibungen bei vier Unternehmen vorgenommen - einmal bei der Firma Bacher, dann bei der Firma SMA und bei der Firma Selzer und (in geringerem Umfang bei der Firma Köster).
Die Firmen befinden sich jedoch offensichtlich in verschiedenen Phasen der Krise.

Bei der Firma Bacher geht man davon aus, dass diese im Laufe des Jahres 2019 wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird. Die SMA hat das Schlimmste ebenfalls schon hinter sich. Neue Aufträge sind "im Haus" , zusätzliche Umsätze werden daraus aber eben voraussichtlich erst ab 2021 generiert und die Firma Selzer erscheint mir derzeit das größte Problem darzustellen. DIe Krise ist dort erst im 2. Halbjahr 2018 losgebrochen (Einbruch der Nachfragezahlen) und hier steht man erst am Anfang der Sanierung.

Die Sanierung selber wird dabei nicht von der Holdinggesellschaft vorgenommen sondern im Regelfall durch entsprechende neue Geschäftsführer bei den einzelnen Firmen in Eigenregie.

Der CFO bezifferte die Höhe schlimmstenfalls möglicher und nötiger zusätzlicher Firmenwertabschreibungen auf etwa 20 bis 30 Mio Euro (Köster ist inziwschen auf 0 abgeschrieben, SMA steht noch mit 18,1 Mio Euro in der Bilanz, Bacher mit 3,8 Mio Euro Firmenwert und Selzer noch mit 20,7 Mio Euro).

3.) Verkäufe:
Da derzeit für den Vorstand der Indus nicht absehbar ist, ob und wann sich die Nachfragesituation bei den zwei Serienzulieferern, die derzeit in Schwierigkeiten stecken, deutlich verbessert, ist es auch möglich, dass Indus ausnahmsweise einmal Firmen verkauft. Das macht man dann aber eben nicht, um Cash zu generieren sondern um den Firmen unter einem anderen Dach vielleicht bessere Chancen zu geben, sich zu sanieren.

4.) Beurteilung meinerseits (subjektiv!!!) :
Ich denke, und das wurde auch auf der HV von dem ein oder anderen Redner angesprochen, dass die derzeit eher unterdurchschnittliche Performance der Indus tatsächlich auch mit den recht hohen Firmenwerten zu tun hat. Darin stecken bei einem Konjunkturrückgang ja tatsächlich immer noch Abschreibungspotentiale (siehe Firmenwerte oben). Der dritte Serienzulieferer im Portfolio (Wiesauplast) hat derzeit zwar auch mit Nachfragerückgängen zu kämpfen, steckt aber nach Auskunft des Vorstands nicht in einer ausgesprochenen Krise (der Rest-Firmenwert der Wiesauplast beträgt derzeit auch nur noch 0,3 Mio Euro).
Auf der anderen Seite muss man natürlich auch zur Kenntnis nehmen, dass der absolut größte Teil der Beteiligungen gut läuft und nicht im Krisenmodus steckt. Man könnte natürlich argumentieren, dass die Problembereiche bei der Indus das Ergebnis ja auch nur vorübergehend belasten werden, weil man die Unternehmen entweder saniert bekommt oder zur Not auch verkaufen wird - die Grundsubstanz der Beteiligungen ist ja offenbar in Ordnung.
Für mich sind die größten Risiken derzeit einmal die Möglichkeit, dass die Sanierung von SMA und Selzer nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt (bei Bacher scheint man ja durchaus weiter zu sein) und diese beiden Firmen das laufende Ergebnis weiter belasten, so dass auch die eher vorsichtige Ergebnisprognose nicht eingehalten werden kann. Und zusätzlich könnten auch weitere Firmenwertabschreibungen auf die Holding zukommen. Und natürlich könnte auch der dritte Serienzulieferer im Automobilbereich wieder in die Krise geraten, wenn die Absatzschwierigkeiten in der Automobilindustrie weiter anhalten.
Chancen ergeben sich mMn dagegen aus den nun wieder anlaufenden Firmenzukäufen, die der Holding ja zusätzliches Umsatz- und Ergebnispotential bescheren sowie aus einer Abschwächung der Automobilkrise. Darüber hinaus könnte der ja intensiv angedachte Verkauf von Sanierungsfällen zwar zu einer kurzfristigen Belastung der GuV durch Buchwertverluste führen, mittel- und langfristig dürfte ein derartiges Desinvestment mMn aber eher für positive Stimmung für die Aktie sorgen.

Last but not least möchte ich (noch einmal) erwähnen, dass das Unternehmen sich auch eine Langfriststrategie und darauf beruhend auch eine konkrete Langfristprognose zutraut, was ich persönlich sehr positiv finde.
Im Jahr 2025 möchte man zwischen 55 und 60 Beteiligungen im Portfolio haben (derzeit 46) , der Umsatz soll dann bei über 2,5 Mrd Euro liegen (in 2018 waren es noch 1,7 Mrd Euro) und die Marge soll wieder (wie z.B. in 2016) bei mindestens 10% liegen. Das würde bedeuten, dass man in 2025 ein EBIT von etwa 250 Mio Euro mindestens erreichen will. Rein rechnerisch würde das in etwa einem EpS von 5,50 Euro entsprechen (wie gesagt, das ist nur eine rechnerische Spielerei, weil ich ja nicht weiß, wie sich die Zinszahlungen entwickeln, wenn man die noch fehlenden Unternehmen zugekauft hat). Aber es zeigt ein bisschen die Richtung an, auf die es zulaufen soll.

Ziehe ich alles das zusammen, würde ich persönlich sagen, dass man sich die Aktie nach dem doch recht beachtichen Kursverfall zuletzt (2016 lag der Jahresschlusskurs bei knapp 52 Euro, 2017 bei etwa 60 Euro und in 2018 lag der Kurs auch schon einmal bei 66 Euro) schon einmal ins Depot legen könnte, wenn man mittel- bis langfristig orientiert ist. Kurzfristig könnten sich die Risiken (s.o.) in den Vordergrund schieben - aber auf Sicht sollten die Problemunternehmen wieder in die Reihe zu bekommen sein - entweder durch Sanierung oder Verkauf. Kurzfristig wäre mMn der Verkauf von Selzer oder SMA ein positiver Kurstrigger und die Ankündigung weiterer Firmenwertabschreibungen ein negativer!

Natürlich sind diese Ausführungen ohne Gewähr und die persönlichen Einschätzungen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verlauf der Aktie an andere Teilnehmer hier dar.

Einen guten Wochenstart allerseits.
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