checkAd

Rheinmetall (Seite 157)

eröffnet am 02.10.03 23:56:52 von
neuester Beitrag 10.06.21 07:33:04 von

ISIN: DE0007030009 | WKN: 703000 | Symbol: RHM
85,50
15:22:05
Tradegate
-0,42 %
-0,36 EUR

Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


  • 1
  • 157
  • 160

Begriffe und/oder Benutzer

 

Fragen

 Ja Nein
Avatar
30.10.03 15:28:44
Sorry wenn ich blöd frage --aber denkst du daß das einfluss auf RHM hat???:eek:
Ich kenn mich da nicht so aus, einfach weil ich mich zu wenig damit beschäftige --hab mich schon immer gefragt warum berichte der konkurenz firmen oft neben den eigentlichen firmen veröffentlicht werde!!
Ja kannst über soviel naiivität + dummheit lachen :laugh:
Ich bin nun mal kein TRADER sondern nur ein kleinanleger der einfach manchmal glück hat + dann wieder jede menge verluste einstecken musste!!:(
Avatar
30.10.03 14:16:48
Nachricht von der Konkurrenz. Nebst einer sprachlichen Breitseite in der Überschrift.


Northrop Grumman schraubt Ausblick nach oben

Der US-Rüstungskonzern ist in seinem dritten Geschäftsquartal dank eines höheren
Absatzes von Spionageflugzeugen und Kriegsschiffen in die Gewinnzone
zurückgekehrt.

HB NEW YORK. Im dritten Quartal 2003 sei ein Gewinn von 184 Millionen Dollar oder
ein Dollar je Aktie nach einem Verlust von 59 Millionen Dollar vor einem Jahr
entstanden, teilte der in Los Angeles ansässige Hersteller von Kriegsschiffen und
Spionageflugzeugen am Mittwoch mit.

Im vergangenen Jahr hatten Belastungen unter anderem aus einem
Tankschiffprogramm noch zu einem Verlust geführt. Das Ergebnis des dritten
Quartals dieses Jahres sei durch Aufwendungen im Zusammenhang mit der Aufgabe
bestimmter Tätigkeiten geschmälert worden. Ohne Berücksichtigung der Belastungen,
der aufgegebenen Geschäftsbereiche und der Auswirkungen einer geänderten
Rechnungslegung seien in den drei Monaten 224 Millionen Dollar oder 1,21 Dollar je
Aktie verdient worden. Vor einem Jahr sei auf dieser Basis ein Gewinn von 141
Millionen Dollar oder 1,17 Dollar erzielt worden. Northrop-Grumman wies zudem
darauf hin, dass die Zahl der ausgegebenen Aktien auf 184,5 Millionen von 115,2
Millionen Aktien im dritten Quartal 2002 gestiegen sei.

Den Umsatz wies der Konzern mit 6,6 (4,2) Milliarden Dollar um 57 Prozent höher
aus. Analysten hatten im Mittel Erlöse von 6,39 Milliarden Dollar und einen Gewinn je
Aktie aus den laufenden Geschäft von einem Dollar vorausgesagt.

Im Gesamtjahr erwartet der Konzern ein besseres Ergebnis als er zuvor selbst
angenommen hatte. Den Gewinn je Aktie aus dem laufenden Geschäft
prognostizierte das Unternehmen nun mit 4,20 bis 4,30 Dollar bei einem Umsatz
zwischen 25,5 Milliarden und 26 Milliarden Dollar. Zuvor hatte Northrop-Grumman
noch einen Gewinn pro Anteilschein von 4,00 bis 4,25 Dollar und Erlöse von 25 bis 26
Dollar erwartet.

Für 2004 geht der weltgrößte Hersteller von Kriegsschiffen von Erlösen von 28
Milliarden Dollar und einem „zweistelligen Wachstum“ des Gewinns je Aktie aus.
Analysten haben für das kommende Jahr einen Umsatz von 28,29 Milliarden Dollar
vorausgesagt.

Der Kurs der Aktie hat zu Handelsbeginn an der Wall Street am Mittwoch entgegen
dem Markttrend um 3,03 Prozent auf 90,15 Dollar zugelegt.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 29. Oktober 2003
Avatar
26.10.03 21:28:31
"Rüstungsfirmen lieber verkaufen als auflösen"

Interview mit Diehl-Vorstandschef Thomas Diehl - Kritik an Wehretat-Kürzungen - Schwaches Geschäftsjahr

von Wolfgang Ehrensberger

Nürnberg  -  Nur selten äußert sich Thomas Diehl in der Öffentlichkeit. Im
Gespräch mit der "WELT" sagte der Chef des Nürnberger Industrie- und
Rüstungskonzerns Diehl jetzt, er halte es für sinnvoller, deutsche
Rüstungsaktivitäten beispielsweise an US-Konzerne zu verkaufen, als sie
aufzulösen. "Wenn US-Investoren hier verstärkt einsteigen sollten, ist das
immer noch besser, als wenn die wehrtechnische Industrie in Deutschland
sich auf Grund zu geringer nationaler Aufträge so einfach auflöst. Ich sehe
durchaus das Interesse ausländischer Rüstungsfirmen, insgesamt auf dem
deutschen Markt stärker Fuß zu fassen", so Diehl. Noch vor Jahresfrist hatte
der Nürnberger Industrielle, der bereits eng mit US-Rüstungsriesen wie
Lockheed oder Raytheon zusammenarbeitet, vor einem Ausverkauf der
deutschen Rüstungsindustrie insbesondere an US-Investoren gewarnt.
Die Firma Diehl zählt nicht nur zu den größten deutschen Industriekonzernen,
die noch komplett in Familienhand sind. Ungewöhnlich ist auch die Breite der
Geschäftsfelder von Metall über industrielle Steuerungstechnik bis hin zu
Rüstungsprodukten wie Lenkwaffensystemen für den Eurofighter - alles
gebündelt unter dem Dach einer Familienholding. "An der Börse", ahnt Thomas
Diehl, "wäre ein solches Modell schwer zu verkaufen."

Seit nunmehr zehn Jahren steht der 52-Jährige an der Spitze der
verschwiegenen Familienfirma. Kaum als solche zu erkennen ist die Zentrale
in der Stephanstraße nahe dem Nürnberger Hauptbahnhof. Schlicht bis
spartanisch wirken die Büros selbst in der Vorstandsetage - Kippfenster statt
Klimaanlage lautet hier die Devise. "Wir wollen kein kurzfristig orientiertes
Sareholder-value-Denken in unserem Unternehmen", sagt Thomas Diehl,
dessen Großvater 1902 eine Kunstgießerei gründete - die Keimzelle des
Unternehmens. "Mit der dezentralen Teilkonzern-Struktur stellen wir auch in
schwierigen Zeiten sicher, dass wir ein hochgradig diversifiziertes
Unternehmen bleiben können." Der Aufbau mache Sinn, weil er über die Jahre
zu einem Risikoausgleich der Geschäftsfelder untereinander führe.
Das ist derzeit auch nötig. "Der Verlauf des Geschäftsjahres 2003 entspricht
keineswegs unseren Erwartungen", so Diehl. So wird der Umsatz in Höhe
von 1,6 Mrd. Euro nur akquisitionsbedingt das Vorjahresniveau leicht
übersteigen und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit 65 Mio.
Euro noch auf der Höhe des Vorjahres liegen. Während es im Ausland gut
läuft, leidet Diehl vor allem unter dem schwachen Inlandsgeschäft in der Bau-,
Elektro-, Automobil- und Hausgeräteindustrie.

Die Konzern-Umsatzrendite vor Steuern liegt derzeit bei fünf Prozent, weit
unter dem Zielwert von zehn Prozent. "Das ist nicht gerade berauschend", so
Diehl. "Es reicht zum Überleben, aber es ist zu wenig für dynamisches
Wachstum. Vor allem für ein forschungsintensives Unternehmen wie Diehl."
Fast 90 Prozent der rund 10 600 Konzernmitarbeiter sind in Deutschland
beschäftigt. Konkreter Stellenabbau sei derzeit nicht geplant, die Zahl werde
sich aber weiter innerhalb der natürlichen Fluktuation reduzieren. Standorte
seien akut nicht gefährdet. Die Wehrtechnik, die gut ein Drittel zum
Diehl-Geschäftsvolumen beiträgt, werde auch künftig zu den
Kernarbeitsgebieten der Firma gehören, sagt Diehl.

Die Welt, Artikel vom 27. Okt 2003
Avatar
26.10.03 16:43:22
Forschung aktuell • Wissenschaft im Brennpunkt

24.8.2003
Der Krieg im Schafspelz
Nicht-tödliche Waffen im internationalen Einsatz
Mirko Smiljanic

Von Somalia über den Kosovo bis hin zum Irak: Internationale Truppen müssen
Konflikte zwischen ethnischen Gruppen lösen, aber auch zwischen totalitären
Machthabern und der Bevölkerung. Dabei haben die Soldaten zwei Optionen - entweder
schauen sie ohnmächtig zu oder sie schreiten mit Waffengewalt ein. Beide Fälle haben
häufig unschuldige Opfer unter der Zivilbevölkerung zur Folge. Militärs suchen deshalb
nach nicht-letalen Waffen – nach Waffen also, die den Gegner nicht töten, sondern
lediglich kampfunfähig machen. Elektroschock-Pistolen zählen dazu,
Mikrowellen-Gewehre, Luftdruck-Kanonen und Laser-Granaten. Amerikanische,
russische und europäische Forscher arbeiten an solchen Waffensystemen. Prototypen
existieren bereits. Inwieweit sie tatsächlich so harmlos sind, wie ihr Name suggeriert, ist
unter Experten allerdings umstritten.

Moskau, 23. Oktober 2002, 22:05 Uhr. In einem Theater an der
Melnikowa Straße beginnt der zweite Akt des Musicals Nord-Ost. Mascha
Schorschtwowa - eine kleine schmale Frau - spielt eine der beiden
Hauptrollen. Sie will gerade auf die Bühne gehen - wenige Minuten
verspätet, weil ihr Kleid noch nicht fertig gebügelt war - als sie Unruhe
bemerkt: Fremde Männer und Frauen stehen inmitten der Kulissen,
Schauspieler laufen irritiert hin und her, die Musik setzt aus: Die
Fremden gehören nicht zum Ensemble, sie sind tschetschenische
Terroristen.

Der Krieg im Schafspelz - Nicht-tödliche Waffen im internationalen Einsatz. Ein
Feature von Mirko Smiljanic.

Moskau: Musical-Theater, 23. Oktober 2002, 22:20 Uhr. Mascha Schorschtwowa rennt
in Panik zurück zum Schminkraum und flüchtet mit Kolleginnen durch das Fenster auf
den Hof. Nur wenige Minuten später sperrt die Polizei das Theater großräumig ab.
Journalisten registrieren erste Gerüchte: Dass es 40 Terroristen sein sollen - viele Frauen;
dass sie mit Maschinenpistolen und Sprengstoff bewaffnet sind; dass Mowsar Barajew
Chef des Kommandos ist, Neffe des legendären tschetschenischen Terroristen Abi
Barajew, den russische Spezialeinheiten 1998 töteten; dass 700 Theatergäste Geiseln
sind; und dass Vize-Innenminister Wladimir Wassiljew die Anti-Terrorgruppe Alpha in
Alarmbereitschaft versetzt hat.

Zuerst möchte ich folgendes sagen: Die Operation zur Geiselbefreiung war eine
absolut richtige Entscheidung der Leiter der Operation. Das war das erste Beispiel
eines großangelegten Einsatzes von Nicht-letalen Wirkmitteln. Das war eine
einmalige und Achtung verdienende Aktion der Geheimdienste ungeachtet der
aufgetretenen Verluste. Meiner Ansicht nach wären die Folgen nicht nur für
Russland, sondern auch für viele andere Länder in dem Fall katastrophal gewesen,
wenn keine politische und professionelle Entscheidung getroffen worden wäre.

Victor Selivanov ist Professor für Physik an der Moskauer Baumann-Universität und er
ist Mitglied der Europäischen Arbeitsgruppe Nicht-letale Waffen - einer informellen
Expertengruppen aus Wissenschaftlern, Militärs und Mitarbeitern wehrtechnischer
Firmen. Die Grundidee Nicht-tödlicher Waffen - allgemeiner: Nicht-tödlicher Wirkmittel
- ist ebenso einfach wie politisch notwendig. Soldaten müssen zunehmend Konflikte
lösen, für die sie nicht ausgerüstet sind: Konflikte zwischen ethnischen Gruppen,
zwischen totalitären Machthabern und der Bevölkerung, oder sie müssen Geiseln
befreien - wie im Moskauer Musical-Theater. Bisher hatten sie nur zwei Optionen -
entweder ohnmächtig zuschauen oder mit Waffengewalt einschreiten. In beiden Fällen
konnte eine falsche Entscheidung dramatische Konsequenzen nach sich ziehen, vor allem
durch unschuldige Opfer unter der Zivilbevölkerung. Erschwerend kommt der
CNN-Faktor hinzu: Das Image kriegführender Parteien wird in Zeiten totaler
Öffentlichkeit immer wichtiger. Militärs suchen deshalb einen dritten Weg - sie suchen
nach Nicht-tödlichen Waffen.

Die Idealvorstellung einer Nicht-letalen Waffe ist eigentlich, die Situation
momentan einzufrieren, so, als würde ich einen Film anhalten, und ich bin dann in
der Lage, in dieser eingefrorenen Situation, die Guten und die Schlechten
voneinander zu sortieren und die Schlechten erst einmal dingfest zu machen. Wir
haben ja vor allen Dingen solche Situationen als Risikosituationen, wo sich wie in
Mogadischu damals Scharfschützen hinter Müttern mit Kindern auf dem Arm
verschanzen und aus dieser Menge heraus schießen, und man kann wenn man sich
zur Wehr setzen will oder wenn man die Situation unter Kontrolle bringen will in
der Phase nichts unternehmen, denn CNN steht irgendwo dabei und man kann -
und würde es auch nicht - auf die Mütter und Kinder schießen, aber man ist nicht
in der Lage, gegen die eigentlichen Heckenschützen vorzugehen. Und die
Idealvorstellung vieler dieser Nicht-letaler Waffen ist es, dass man hier gemeinsam
so zusagen die unschuldigen Opfer und die Angreifer stilllegt und dann die
Unschuldigen von den Aggressoren auseinander sortiert. Das ist letztlich die
Zielvorstellung oder die Vision für viele dieser Waffenentwicklungen,

erläutert Dr. Karl-Friedrich Ziegahn vom Fraunhofer Institut für Chemische Technologie
in Pfinztal. Die Palette Nicht-letaler Wirkmittel ist breit: Gummiknüppel sind NLW - so
das gängige Kürzel - aber auch Pfefferspray und Tränengas, Blendlaser, infernalisch
stinkende Chemikalien, automatische Sperren, klebrige Netze, Wuchtgeschosse aus
Gummi, Elektroschock-Pistolen, Nebelwerfer, extrem korrosive Säuren,
hochenergetische Mikrowellen, schnellhärtende Schäume, Infrapulse bis hin zur
psychologischen Kriegsführung und dem Information Warfare, bei dem Informationen
des Gegners verfälscht werden. Nur ein kleiner Teil dieser mitunter auch bizarren
Wirkmittel schafft es allerdings jemals bis zum praktischen Einsatz. Gute Aussichten
genießen zur Zeit vier Gruppen: Infrapulse, Laserstrahlen, Elektroschocker und
Mikrowellen.

Unterlüß bei Uelzen, am südlichen Rand der Lüneburger Heide. Ein heißer, schwüler
Tag. Gerd Wollmann - beim Rüstungskonzern Rheinmetall für die Entwicklung
Nicht-letaler Wirkmittel zuständig - lenkt den Wagen durch eine typische
Heidelandschaft: Buschwerk, Birken, Nadelhölzer, aufgelockert von Wiesen voller
Erika. Hochstände signalisieren reichen Tierbestand: Drei Förster beschäftigt die Firma
Rheinmetall. Das ist auch nötig, denn das Areal misst immerhin 50 Quadratkilometer und
ist damit Deutschlands größtes Waffen-Testgelände in Privatbesitz. Gerd Wollmann:

Wir fahren jetzt auf die Anlage zu, wir können hier sehen eine 2.500 Meter
entfernte Kugelfangvorrichtung oder Geschossfangvorrichtung, wir sehen, wie sich
hier der Wald öffnet in eine freie Fläche hinein in die wir jetzt hinein fahren, wir
sehen einige kleine Gebäude und einige Fahrzeuge stehen da, wo der Testaufbau
für unsere Hochleistungs-Mikrowellenanlage gerade aufgebaut wurde, die
Techniker, die wir dort sehen, sind gerade damit beschäftigt, diesen Versuch
vorzubereiten.

Hochenergetische Mikrowellen lassen sich mit zweifachem Ziel als Nicht-letales
Wirkmittel nutzen: Entweder werden sie gegen Menschen eingesetzt oder gegen
elektronische Systeme - Computer etwa, Radaranlagen oder Kommandozentralen.
Mikrowellenwaffen gegen Menschen entwickeln zur Zeit ausschließlich amerikanische
Wissenschaftler, deutsche Forscher beschäftigen sich mit Mikrowellen gegen
elektronische Komponenten. Spezielle Antennen strahlen dabei nur wenige
Nanosekunden dauernde Mikrowellenpulse aus, die mit 300 Millionen bis zwei
Milliarden Watt aber eine sehr hohe Energie transportieren. Grundsätzlich unterscheiden
Fachleute dabei zwei Wirkungen. Wollmann:

Die eine Wirkmöglichkeit ist, dass Sie die elektronischen Komponenten erhitzen
bis es zu Schäden kommt, das ist die eine Möglichkeit, die wir hier allerdings nicht
verfolgen. Wir benutzen hier nicht dauerstrahlende Mikrowellen sondern gepulste
Mikrowellenstrahlung, die nicht so sehr zum Erhitzen der Elektronik führt, sondern
Ströme und Spannungen auf den Leitungen induziert durch gepulste Wirkung, die
dann zur Zerstörung der Integrierten Schaltungen führt.

Möglich ist aber auch ein schlichtes "Umswitchen" digitaler Informationen. Der mit 1-
und 0-Signalen gefütterte digitale Speicher hat dann 0- und 1-Signale: Datenverlust,
wenn nicht totaler Ausfall der Anlage sind die Folge. Die Idee, elektronische Steuerungen
lahm zu legen, ist übrigens nicht neu: Schon in den 70er Jahren diskutierten
Militärexperten den Einsatz so genannter NEMP - Nuclear Electromagnetic Pulse: In der
Stratosphäre gezündete Atombomben senden elektromagnetische Strahlen auf die Erde
und machen großflächig jeder Telefonanlage, jedem Computer und jedem Kraftwerk den
Garaus. Abgesehen von der verheerenden Wirkung einer Atombombe, wirken NEMP
aber zu großflächig. Genau dimensionierte und präzise gerichtete Einsätze sind gefragt.
Wollmann:

Also, momentan im Versuch werden wir erst über einige zehn Meter reden,
angedacht ist eine solche Anlage dann auf Wirkungen von einigen hundert Metern.
Wenn wir in Richtung militärische Anwendung denken, dann ist eine solche Anlage
gedacht für urbanen Einsatz, für einen Kampf in der Stadt, und dort treten eben
typischerweise solche Entfernungen von einigen hundert Metern auf.

Je nach Einsatzszenario lassen sich unterschiedliche Mikrowellensender nutzen:
Entweder er hat eine Richtcharakteristik, kann also gezielt ein Haus oder Auto bestrahlen;
oder aber er strahlt in alle Richtungen. Der Sender kann auf Fahrzeugen installiert werden
oder aber Soldaten tragen ihn schlicht im Koffer zum Einsatzort. Dr. Christian Klee,
Geschäftsführer "Forschung und Entwicklung" der Diehl Munitionssysteme GmbH in
Röthenbach.

Das ist ein Koffer, und in diesem Koffer sind eine Batterie, ein
Hochspannungsgenerator und ein Resonator, und den kann man irgendwo hinstellen
und dann auch ferngesteuert einschalten und dann kann der dort wo er ist, diese
Strahlung aussenden und wenn er in einem Haus steht und Sie haben dort
Kommunikationssysteme oder Rechnersysteme, dann werden die sich schwer tun
weiterzuarbeiten, dann werden die gestört oder teilweise zerstört.

Der Koffer hat einen Wirkungsradius von etwa 50 Metern, für ungeschützte zivile
Elektronik reichen 20 kV pro Meter, für geschützte militärische Anlagen müssen es schon
100 kV pro Meter sein. Beim Mikrowellenkoffer werden die Soldaten selbstredend
mitbestrahlt, erleiden aber - sagt Christian Klee - keine Schäden, weil die Pulse mit
wenigen Milliardstel Sekunden zu kurz sind; außerdem reiche schon ein Abstand von
wenigen Metern zum Koffer, um die Energie unter eine für Menschen kritische Grenze
zu drücken. Wissenschaftlich in allen Einzelheiten bewiesen sind diese Aussagen aber
noch nicht. Allerdings gibt es unter den Mitgliedern der Europäischen Arbeitsgruppe
Nicht-letale Waffen ohnehin keine einheitliche Meinung, was "Nicht-tödlich" den nun
genau bedeutet. Professor Victor Selivanov von der Moskauer Baumann-Universität
sieht das so.

Wenn man schon in der Bezeichnung des zu erörternden Problems das Wort "Waffe"
belässt, so würde ich den Begriff "weniger letale Waffe" bevorzugen. Lassen Sie
uns der Wahrheit in die Augen sehen. In der langen Liste der in der Welt zu
entwickelnden und bereits vorhandenen Nicht-letalen Waffen gibt es Mittel, die
unter bestimmten Bedingungen der Gesundheit des Menschen einen irreversiblen
Schaden zufügen können. Die Grenze zwischen konventionellen und Nicht-letalen
Waffen ist eine sehr schmale, und ihre Verschiebung in eine günstige oder in eine
ungünstige Richtung, hängt von sehr vielen Faktoren sowohl objektiver als auch
subjektiver Art ab.

Nicht Non-leathal Weapons sondern Less-leathal Weapons - Weniger tödliche Waffen.
Das klingt zynisch, entspricht aber der Realität: Eine Waffe, die garantiert nicht tötet,
wirkt auch nicht.

Moskau, 24. Oktober 2002, 19:45 Uhr. Mittlerweile haben die Terroristen etwa 100
Geiseln frei gelassen: Kinder, Moslems, alte Menschen, einige konnten fliehen. Gegen
18:00 Uhr wurde eine tote Frau aus dem Theater getragen. Noch weiß niemand, ob sie
das erste Opfer des Kommandos ist: Mowsar Barajew verlangt Verhandlungen über die
politische Zukunft Tschetscheniens, wird die Forderung nicht erfüllt, droht er die Geiseln
zu erschießen.

Moskau: Musical-Theater, 24. Oktober 2002, 19:45 Uhr Eine Mutter bangt um ihre
23jährige Tochter, die sich vor kurzem noch mit dem Handy aus dem Theater gemeldet
hat. Dramatische Szenen spielen sich im nasskalten Moskauer Oktober ab.

"Nicht das Theater stürmen", rufen Demonstranten, und auf Plakaten appellieren
Angehörige der Geiseln an Präsident Putin: "Schluss mit dem Krieg in Tschetschenien".
Alle wissen: Wenn die Elitesoldaten das Theater stürmen, sterben viele hundert
Menschen.

Unterlüß bei Celle, Waffen-Erprobungsgelände der Rheinmetall AG. Neben Mikrowellen
testen Ingenieure hier noch andere Nicht-letale Waffen: Eine trägt den Arbeitstitel
Plasma-Taser und ist vereinfacht gesagt eine Elektroschock-Pistole. Grundsätzlich geht
es darum, Angreifer auf kurzen Distanzen mit einem elektrischen Schlag kampfunfähig
zu machen. In den USA wurde eine vergleichbare Waffe schon entwickelt - die M 26
beziehungsweise das digital kontrollierte Folgemodell X 26. Beides sind Druckpistolen,
die über zwei dünne Drähte 50.000 Volt in den Körper eines Angreifers leiten. Diese
Taser haben nach Meinung von Gerd Wollmann aber entscheidende Mängel.

Das Verschießen dieser Drähte hat doch zu einigen Verletzungen geführt - stellen
Sie sich vor, die Drähte verhaken sich in der Halsschlagader zum Beispiel und
nicht in der Kleidung - dann haben Sie durchaus ein Gefährdungspotential. Wir
wollen diese Drähte ersetzen durch den Ausstoß von leitenden Fasern, diese
leitenden Fasern sind ungefährlich gegen das menschliche Auge und können sich
natürlich nicht irgendwie verletzend am Körper fest haken und wir wollen über
diese leitenden Fasern diesen Stromstoß schicken.

Der Plasma-Taser von Rheinmetall sieht aus wie eine großkalibrige Pistole, er hat eine
Energieversorgung und eine Kartusche mit den leitenden Fasern. Welche dies endgültig
sein werden, ist noch nicht entschieden.

Das können Sie über Kohlenstoff machen - Kohlenstoff ist ein sehr guter Leiter -
Sie können aber auch Aluminium nutzen, Aluminium ist auch ein guter Leiter, da
wir uns zur noch im Bereich der Entwicklung befinden, haben wir uns hier noch
nicht fest gelegt.

Die Wolke muss man sich als aufgefächerten Strahl aus vielen kleinen Fäden vorstellen,
der bei einem Kaliber von 40 Millimeter einen Meter mächtige ist. Kurze Distanzen
stehen auch hier im Vorderund: Sieben bis zehn Meter sind angepeilt, weshalb
Plasma-Taser in erster Linie für den polizeilichen Einsatz entwickelt werden. Die
Wirkung unterscheidet sich nicht vom gängigen Drähte verschießenden Elektro-Taser.

Die Wirkung setzt die koordinierte Bewegung des Körpers außer Kraft, der
Angreifer wird nicht mehr auf Sie zugehen können, er wird zu Boden gehen, seine
Gliedmaße zucken unkontrolliert. Dabei ist natürlich sicherzustellen, dass es außer
diesen Zuckungen keine weiteren schädigenden Ergebnisse geben wird, dazu sind
natürlich notwendige Untersuchungen durchzuführen, um eben den Grad der
Energieübertragung genau festzulegen.

Die gleiche Wirkung erreicht eine Laser-Taser-Waffe der Diehl Munitionssysteme
GmbH. Ein Laserstrahl bildet einen ionisierten Kanal vom Schützen zum Angreifer.
Durch den Kanal wird ein 50.000 Volt-Spannungsimpuls geschickt, der den Getroffenen
ebenfalls ziemlich schmerzhaft umwirft.

Finanziert werden diese Entwicklungen übrigens in den meisten Fällen von
Militärbehörden - wobei das Budget für NLW noch erstaunlich gering ist: 365 Milliarden
Doller geben die USA jährlich für ihre Armeen aus, Nicht-letale Wirkmittel sind dabei mit
weniger als 100 Millionen Doller vertreten.

Weitgehend staatlich finanziert wird auch die NLW-Forschung beim Fraunhofer-Institut
für Chemische Technologie in Pfinztal, etwa die des Infrapuls-Generators.
Infrapuls-Generatoren sehen aus wie Kanonen, sie haben Verbrennungsräume, ein
großkalibriges Rohr und natürlich eine elektronische Steuerung. In den
Verbrennungsräumen werden nach einem genau festgelegten Muster Druckwellen im
Infraschallbereich - also zwischen einem und 16 Hertz - erzeugt. Diese Druckwellen
gelangen über das Rohr nach außen, wo sie gleich vierfach wirken. Klaus-Dieter Thiel.

Der erste Wirkmechanismus betrifft einen akustischen Mechanismus und zwar im
niederfrequenten Bereich, der zweite Wirkmechanismus erzeugt eine periodisch
anlaufende nicht-letale Druckwelle, der dritte Mechanismus betrifft die Erzeugung
von Wirbelringen, die auch periodisch anlaufen im gleich Frequenzbereich, zirka 15
Hertz, also 15 mal die Erzeugung von Wirbelringen in der Sekunde, und viertens
können wir mit diesen Wirbelringen auch Reizpartikel, Reizstoffe oder Reizgase
transportieren.

Der Infrapuls-Generator ist eine laut wummernde Kanone - ob jemand vor dem tiefen
Ton flieht, sei dahin gestellt. Möglicherweise erreichen die drei anderen Mechanismen
diese Wirkung, da sie den gesamten menschlichen Körper einbeziehen...

...durch Erzeugen von Resonanzschwingen in Hohlräumen und Organen. Der
Infrapuls-Generator soll ein zeitlich begrenztes Unwohlsein im Menschen
hervorrufen, wie zum Beispiel Gleichgewichtsstörungen, Unwohlsein, Übelkeit,
Brechreiz, Symptome, die auch bei der Seekrankheit auftreten können.

Crowd Controle heißt das Stichwort, die Kontrolle großer Menschenmengen ohne scharf
zu schießen. Etwas schärfer schießen amerikanische Soldaten zukünftig mit ihren
Mikrowellen-Gewehren. Nach dem Attentat auf das Kriegsschiff USS Cole im Hafen
von Aden suchten amerikanischen Streitkräfte nach Lösungen, um zukünftig gegen
Situationen wie diese gewappnet zu sein. "Terrorist or Tourist" heißt die Frage oder: Wie
lassen sich Unbekannte auf Distanz halten, ohne sie gleich zu erschießen. Mit einer
Mikrowellen-Waffe schlugen Wissenschaftler vor. Sie verschießt Mikrowellen... Thiel:

...und zwar genau bei 95 GHz, sie wirkt über eine Distanz über knapp einen
Kilometer und wenn sie auf einen Menschen gerichtet wird, erzeugt sie an der
Haut des Menschen eine erhöhte Temperatur von 50 bis 55 Grad für eine Zeitdauer
von zwei Sekunden. Das reicht aus, um beim Menschen ein ganz starkes Gefühl des
Unwohlseins hervorzurufen.

Moskau, 25. Oktober 2002, 17:13 Uhr. Die tschetschenischen Terroristen setzen ein
letztes Ultimatum für den kommenden Tag: Ab sechs Uhr früh werden die Geiseln
erschossen, sollte es keine Verhandlungen mit der russischen Staatsspitze geben. Das
gesamte Areal um das Theater wurde mittlerweile eingezäunt, immer mehr Soldaten der
Elitetruppe Alpha rücken an, immer mehr Krankenwagen stehen mit eingeschaltetem
Blaulicht in den Seitenstraßen. Knapp 600 Geiseln sind noch in der Gewalt der
Terroristen. Wasser und Lebensmittel werden knapp, die hygienische aber auch die
psychologische Situation ist verheerend.

Nicht-tödliche Wirkmittel sollen Gesundheit und Leben schonen - dieser Logik folgend
sprechen manche Experten auch von "schonenden Zwangsmitteln". Wenn schon Gewalt,
dann auf einem extrem niedrigen Level. Das klingt gut, fast schon verführerisch gut, so
dass manche Fragen offen bleiben. Etwa die nach der medizinischen Wirkung von
Mikrowellen, von Lasern, von Elektroschlägen oder von Infrapulsen. Gibt es
unerwünscht Nebenwirkungen?

Glenn Shwaery, Direktor des Non-Lethal Weapons Technology Innovation Center an der
Universität New Hampshire.

Vor meinen jetzigen Job, habe ich in einer Firma gearbeitet, die toxikologische
Tests durchgeführt hat, wie haben die Wirkung neuer Medikamente und die
Sicherheit von Wirkstoffen getestet. Und das ist genau das, was wir mit
Nicht-tödlichen Waffen tun müssen. Die Millimeter-Wellen-Technologie, die wir
derzeit entwickeln, die künftig gegen Menschen eingesetzt werden könnte, da hat
es bereits einen Test gegeben, wie das Krebsrisiko für den Menschen eingeschätzt
werden kann. Und es hat sich herausgestellt, dass dieses Risiko nicht existiert.
Und nun unternehmen wir gerade einen anderen Test, in dem wir
Molekularbiologie einsetzen, es ist also auf der Ebene der DNS, und es belegt, dass
die Millimeterwellenlänge, die wir einsetzen, keine Schäden an der DNS
verursachen, dass sie die DNS nicht brechen lassen, sie stellt sich also als
vollkommen sicher heraus - und als effektiv!

Aber selbst im Falle komplett durchgetesteter Nicht-letale Wirkmittel bleiben Restrisiken:
Was passiert, wenn der Träger eines Herzschrittmacher vom 50.000-Volt-Schlag
umgehauen wird? Wenn Laserstrahlen die Augen der Angreifer treffen? Oder wenn
Mikrowellen das periphere Nervensystem bis zur Bewusstlosigkeit reizen? Und noch ein
weiterer Punkt hat Bedeutung: Besteht nicht die Gefahr, dass Soldaten und Polizeikräfte
Opfer zumindest einiger ihrer eigenen Waffensysteme werden? Glenn Shwaery:

Das ist eine sehr gute Frage, das erregt Besorgnis, vor allem, wenn man sich mit
hochenergetischen elektromagnetischen Wellen beschäftigt. Und wir wissen noch
nicht sehr viel darüber. Bislang sind im Feld noch nie Nicht-tödliche
elektromagnetische Waffen eingesetzt worden, sie befinden sich alle noch in der
Testphase. Und das ist wirklich eine der Sorgen, die meine Bosse an der Joint Non
Lethal Weapons Directory im US-Militär haben. In den meisten Fällen ist die
Wirkung) gerichtet, sie weist also von den Soldaten weg. Was fügt es dem eigenen
Flugzeug zu, wenn man es darauf abfeuert, oder auf einen Panzer? Und man muss
die eigene Elektronik schützen, wenn man die Elektronik des Feindes stören will,
dann muss man darauf achten, dass die eigenen Kräfte nicht im Weg sind, sonst
würden auch sie "blind" gemacht und außer Gefecht gesetzt. Es ist also eine sehr
gute Frage und die Antwort ist, dass wir es jetzt noch nicht wissen.

Eines aber wissen Militärstrategen schon jetzt: Der Krieg wird nicht abgeschafft durch
Nicht-letale Wirkmittel. Und die Logik des Wettrüstens auch nicht. Christian Klee:

Das wird zwangsläufig kommen, so wie es bei den letalen Waffen auch war. Wenn
Sie die Bekämpfung von Panzern beispielsweise sich angucken, dann sind die
Panzerabwehrgeschosse immer besser geworden, aber der Panzerschutz ist auch
immer besser geworden, und so wird es sich auf unterschiedliche Nationen
spiegeln, dass die einen bestimmte Waffen entwickeln, gleichzeitig den Schutz
entwickeln und ebenso das andere Land. Es wird auch ein Wettrüsten geben, wenn
die Budgets dazu da sind, denn das kostet viel Geld!

Moskau, 26. Oktober 2002, 6:07 Uhr. Die Terroristen haben ihre Drohung wahr
gemacht: Um kurz nach sechs erschossen sie die ersten zwei Geiseln. Die Einsatzleitung
gibt den Sturmbefehl! Über die Belüftungssystem pumpen Militärärzte das Narkosegas
Fentanyl ins Innere des Theaters. Minuten später stürmen russische Elitesoldaten das
Gebäude.

Die Schießerei dauert wenige Minuten, dann ist es wieder ruhig. Einige Geiseln fliehen in
Panik aus dem Haupteingang, brechen auf der Straße zusammen. Chaotische Szenen
spielen sich ab: Soldaten tragen Verletzte und Tote heraus, wer noch gehen kann, wird
von Sanitätern nach draußen geführt. Das Gas hat ganze Arbeit geleistet.

Die toten Terroristen bleiben im Theater und werden Russlands Fernsehzuschauern von
einem Reporter präsentiert: Frauen, die auf ihren Sesseln sitzen, als ob sie friedlich
schlafen würden; unter der geöffneten Jacke dicke Sprengstoffpakete und Drähte; andere
liegen mit zerschossenen Gesichtern auf dem Rücken, auch sie tragen Sprengstoff an
ihren Körpern. Überall zersplitterte Scheiben, Dreck, Blut, Handys, heruntergerissene
Vorhänge. Mittendrin junge Soldaten mit leerem Gesichtsausdruck. In ersten Reaktionen
sprechen die Behörden von mehr als 30 toten Terroristen und mehreren Dutzend zivilen
Opfern. Das Wort "Desaster" macht die Runde. Victor Selivanov:

Ich bin mit dem Wort "Desaster" absolut nicht einverstanden und akzeptiere es
nicht. Was wäre denn passiert, wenn die Terroristen eine Explosion ausgelöst
hätten? In diesem Falle wären viermal mehr Zivilisten ums Leben gekommen,
ganz zu schweigen von den besten Kämpfern der Spezialeinheiten Russlands, die
an der Operation teilgenommen hatten. Es sei Ihnen gesagt, dass ich bei der
Sitzung der Europäischen Arbeitsgruppe für Nicht-letale Waffen im November
2002 in Rom nur positive Reaktionen der Beratungsteilnehmer über die von den
russischen Geheimdiensten durchgeführte Operation gehört habe.

Beim Sturm auf das Musical-Theater in Moskau am 26. Oktober 2002 starben 128
Zivilisten und 36 Terroristen.
Avatar
26.10.03 16:39:56
Deutschlandfunk - 26. Oktober 2003 • 16:35
URL: http://www.dradio.de:8080/dlf/sendungen/forschak/119450/

26.9.2001

Keine Lizenz zum Töten

Europäisches Symposium über nichttödliche Waffen

Nichtlethale Wirkmittel sind Kampfstoffe, die den Gegner auf Zeit außer Gefecht setzen, ihm aber keinen bleibenden Schaden zufügen. Den Forschern sind nicht wenige Methoden hierfür eingefallen, wie jetzt ein Symposium am Fraunhofer-Institut für chemische Technologie in Pfinztal deutlich machte.

Auch mit Lärm kann man einen Gegner bezwingen: Der so genannte Infra-Puls-Generator erzeugt in einer Brennkammer sehr tiefe, nicht hörbare Geräusche. Wer ihnen zum Opfer fällt, fühlt sich extrem unwohl. Der Ingenieur Doktor Klaus-Dieter Thiel vom Fraunhofer Institut für Chemische Technologie in Pfinztal-Berghausen erklärt den Generator: "Er macht erstmal einen dumpfen Krach. Der nächste Wirkmechanismus betrifft eine periodisch anlaufende nichtlethale Druckwelle. Den dritten Mechanismus zeichnet die Bildung von Wirbelringen aus. Denken Sie an Zigarettenrauchringe, das sieht genauso aus, nur dass diese Wirbelringe über eine enorme Wuchtenergie verfügen im Sinne fliegender Boxhandschuhe." Auseinandertreiben sollen die rhythmischen Schallwellen nicht nur feindliche Truppen. Theoretisch ließe sich auch die Bevölkerung von Dörfern oder Stadtteilen völlig demoralisieren.

Ein weiteres nicht-tödliches High-Tech-Kampfmittel ist das so genannte Soft-Knock-Out-Projectile, das sich kurz vor dem Erreichen des Ziels verformt. Durch den Luftwiderstand wird so die Geschwindigkeit gesenkt und das Projektil trifft langsam auf und setzt beim Aufprall bestimmte Mittel frei, die den Gegner kampfunfähig machen.

Auch die Airbag-Technologie soll militärisch weiterentwickelt werden. Riesige, sich plötzlich öffnende Airbags könnten Munitionslager schützen sowie bestimmte militärische und auch politische Einrichtungen. Klaus-Dieter Thiel: "Diese neuartigen Sperrmittel sind von der Bundeswehr gefragt, weil man damit in der Lage ist, sehr schnell und überall wirksame Sperren aufzubauen." Denkbar sind auch modifizierte Airbags, die beispielsweise in der Lage wären, Fahrzeuge umzustoßen.

Für größere Reichweiten gedacht sind die Experimente amerikanischer Forscher mit eng gerichteter Mikrowellen-Strahlung in einem hohen Frequenzbereich. Klaus-Dieter Thiel erläutert: "Dort kommt es zu einer Temperaturerhöhung, und dem Opponenten geht es nicht gut. Er hört auf. Das heißt, der Vorteil dieser Entwicklung ist, dass es über eine große Entfernung geht, ein, zwei Kilometer. Das ist eine amerikanische Zukunftstechnologie. Wir arbeiten nicht auf
diesem Sektor."

[Quelle: Klaus Herbst, Klaus-Dieter Thiel]
Avatar
25.10.03 22:05:38
"Könnte lohnen." Könnte.


24.10.2003
Rheinmetall Call kaufen
Focus Money

Das Anlegermagazin "Focus Money" empfiehlt derzeit dem "bullish"
eingestellten Investor einen Call (ISIN DE0009543736/ WKN
954373) der Deutschen Bank auf die Vorzugsaktien von Rheinmetall
(ISIN DE0007030033/ WKN 703003).

Bei Rheinmetall werde aufgeräumt. Der Vorstand wolle
Randbereiche abgeben und sich auf die umsatz- und ertragsstarken
Sparten Autozulieferung und Verteidigung konzentrieren. Die Börse
habe dies bereits mit einem Kursplus honoriert. Der Anstieg dürfte
sich fortsetzen.

Das Papier sei mit einem 2004er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,55 im
Branchenvergleich rund 20 Prozent unterbewertet. Zudem rechne
Rheinmetall mit einem Großauftrag aus Saudi-Arabien.
Charttechnisch sei der Aufwärtstrend vollkommen intakt. Das
spreche für weitere Gewinne. Der Kauf eines Calls könnte daher
lohnen.

Hinsichtlich der Bewertungskennziffern hält das Anlegermagazin "Focus Money" den
Call-Optionsschein der Deutschen Bank für empfehlenswert. Der Stoppkurs sollte bei 0,40 Euro
platziert werden.

WKN
954373
OS-Typ
Amerikanischer Call
Emittent
Deutsche Bank
Underlying
Rheinmetall VZ
Basispreis
22,00 Euro
Kurs Underlying
24,55 Euro
Bezugsverhältnis
10/1
Laufzeit
13.12.2004
Aufgeld in %
10,98
Omega
3,08
Preis OS
0,50 Euro
Avatar
21.10.03 16:56:00
20.10.2003
Rheinmetall halten
Bankgesellschaft Berlin

Die Analystin der Bankgesellschaft Berlin, Dr. Gertrud R. Traud, stuft die Aktie von Rheinmetall (ISIN
DE0007030033/ WKN 703003) in ihrer Ersteinschätzung mit "halten" ein.

In den vergangenen drei Jahren habe sich Rheinmetall von einem breit aufgestellten Unternehmen
zu einem auf Automobil- und Wehrtechnik fokussierten Technologiekonzern entwickelt. Umfangreiche
Desinvestments als Bestandteil dieser strategischen Neuausrichtung hätten gleichzeitig zu einer
verbesserten Finanzierungsstruktur und der deutlichen Reduzierung der Nettoschulden geführt.

Der Name Rheinmetall stehe traditionell für ein Engagement in der Wehrtechnik. Hier konzentriere
sich das Unternehmen klar auf den Bereich der Heerestechnik. Durch Zukäufe sei die Kompetenz in
diesem Bereich ausgebaut worden. Die Integration der Akquisitionen sei inzwischen abgeschlossen
worden, so dass sich hier weiteres Ergebnispotenzial eröffne.

Im Automobilbereich konzentriere sich Rheinmetall auf Komponenten rund um den Motor. Die
Produktpalette ermögliche es dem Unternehmen, als direkter Zulieferer aufzutreten. Aufgrund der
guten Marktakzeptanz und der Technologie sehen die Analysten der Bankgesellschaft Berlin weitere
Steigerungsmöglichkeiten im operativen Ergebnis.

Die Zukunft des dritten Standbeines, dem Bereich Electronics mit der Führungsgesellschaft Aditron,
sei inzwischen geklärt. Nach dem Verkauf der Firma Heimann im letzten Jahr, den die Analysten als
"lucky sell“ ansehen würden, trenne sich Rheinmetall nun von der Industrieelektroniksparte Preh.
Dieser Verkauf stehe zwar noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung, diese setze
man aber voraus. Damit werde deutlich, dass sich Rheinmetall im Automotivebereich komplett auf den
Motorenbereich konzentriere. Der Rest von Aditron zähle somit nicht mehr zum Kerngeschäft und der
kurzfristige Verkauf sei für die Analysten damit wahrscheinlich.

Auch wenn die Wertpapierexperten der Bankgesellschaft Berlin im laufenden Jahr eine eher
verhaltene Wirtschaftsentwicklung unterstellen würden und erst für 2004 wieder mit einer Belebung
des europäischen Wirtschaftswachstums rechnen, sei der Trend bei der Ergebnisentwicklung
ungebrochen. Ein wirtschaftlicher Aufschwung werde insbesondere im Bereich Automotive positive
Auswirkungen haben. Den Bereich Defence sehe man weniger von wirtschaftlichen als von
politischen Entwicklungen beeinflusst.

Weiterer Restrukturierungsbedarf zeichne sich im Bereich der Munitionsfertigung ab, wo nach
Presseberichten ein Personalabbau von 300 Mitarbeitern geplant sei. Der Aufwand dürfte das
Ergebnis des laufenden Jahres in der Größenordnung von EUR 9 bis10 Mio. belasten.

Auf Grundlage der von den Analysten verwendeten Bewertungsverfahren ergebe sich nur noch
eingeschränktes Kurspotenzial.

Seit Jahresbeginn habe sich der Kurs der Rheinmetall-Vorzugsaktie mehr als verdoppelt, sodass ein
Großteil der positiven Erwartungshaltung, die sich aus dem gelungenen Transformationsprozess
ergebe, in den derzeitigen Kursen eskomptiert worden sei.

Die Analysten der Bankgesellschaft Berlin nehmen die Coverage für die Vorzugsaktien der
Rheinmetall AG daher mit der absoluten Empfehlung "halten“ auf. Das Kursziel auf Basis einer DCF-
und Sum-of-the-Parts-Bewertung laute für den Wert 26,00 Euro.
Avatar
21.10.03 16:54:24
Aktie unter der Lupe

Klare Linie macht Rheinmetall attraktiv

Von Petra Hoffknecht, Handelsblatt

Wenn Anleger verstehen, was ein Unternehmen in Zukunft vor hat, interessieren sie sich auch
für dessen Aktie. Eindrucksvoll belegt das Rheinmetall.

FRANKFURT/M. Unter Vorstandschef Klaus Eberhardt konzentriert sich das
einstige Gemischtwaren-Konglomerat nun auf seine Kerngeschäfte Wehrtechnik
und Automobilzulieferung. Die Elektroniksparte, einst das dritte Standbein des
Unternehmens, soll noch in diesem Jahr komplett verkauft werden, heißt es. Von
Finanzbeteiligungen und Teilen des Elektronikgeschäfts hatte sich Rheinmetall
bereits nach und nach getrennt.

Anleger honorierten den Konzernumbau: Mit dem Kurs der im MDax gelisteten
Rheinmetall-Vorzugsaktie geht es deutlich aufwärts. Seit einem halben Jahr hat
sich ihr Wert sogar verdoppelt. Die Nachricht, das Rüstungsunternehmen befinde
sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über die Lieferung von ABC-Spürpanzern
„Fuchs“ für einen dreistelligen Millionenbetrag nach Saudi-Arabien und in die
Vereinigten Arabischen Emirate, ließ die Aktie Ende vergangener Woche auf ein
Jahreshoch von 25,48 Euro steigen. Derzeit ist das Papier für rund 25 Euro zu
haben.

„Die Meldungen zu den Spürpanzer-Aufträgen passten zur guten Stimmung für die Aktie“, kommentierte Analyst
Richard Schramm von HSBC Trinkaus & Burkhardt die jüngste Kurs-Entwicklung. Auch den Ausstieg aus dem
Elektronikgeschäft bewertet er positiv. „Es ist nur konsequent, wenn sich Rheinmetall auf die beiden
Kerngeschäftsfelder Wehrtechnik und Automobiltechnik zurückzieht, denn hier werden solides Umsatzwachstum und
gute Margen erzielt. Ein relativ kleiner Konzern darf sich nicht verzetteln", sagte er. Da die Elektroniksparte profitabel
arbeite, dürfte sich zudem leicht ein Käufer finden, ergänzte Alfred Kaiser, Analyst bei Fritz Nols Global Equity
Services.

Die meisten Analysten äußern sich positiv zu Rheinmetall. Nach Angaben der Agentur Bloomberg raten von zwölf
Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, neun zum Kauf.

Etwas differenzierter sehen die Marktbeobachter allerdings den Spürpanzer-Auftrag. "In den nächsten zwölf Monaten wird
sich das noch nicht in den Unternehmenszahlen widerspiegeln", meinte Schramm. Mit den Vereinigten Arabischen
Emiraten befinde sich Rheinmetall zudem schon seit Jahren in Verhandlungen, relativierte Fredrik Westin, Analyst bei
der WestLB. An Saudi-Arabien habe das Unternehmen bereits gut 30 Spürpanzer verkauft, ergänzte er. Dennoch traut der
Analyst Rheinmetall eine bessere Entwicklung als dem Gesamtmarkt zu. Sein Kursziel bis Mitte November lautet 27
Euro. Seiner Meinung nach hat der positive Kursverlauf drei Gründe: Erstens sei die Verschuldung gesunken. Zweitens
sei das Unternehmen transparenter geworden. Seitdem das undurchsichtige Konglomerat entwirrt und die
Rheinmetall-Struktur klar sei, habe sich auch die Unternehmens-Bewertung auf dem Aktienmarkt vereinfacht. Und
drittens habe Rheinmetall das Gespräch mit Anlegern und Analysten gesucht. "Damit ist die Aktie aus ihrem
Dornröschenschlaf erwacht", sagte Westin. Allerdings sei die Aktie inzwischen schon ziemlich teuer.

Die Aktie taugt nicht mehr für kurzfristige Spekulationen, glaubt auch Schramm. „Nach dem Strategiewechsel kann so
fundamental neues nicht mehr kommen“, sagte er. Schramm bleibt derzeit bei seiner Kaufempfehlung, die jedoch
spätestens Mitte November bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal zur Überprüfung ansteht.

Insbesondere für langfristig orientierte Anleger, die in Rheinmetall ein Basisinvestment sehen und auf eine
kontinuierliche Dividendenausschüttung Wert legen, sei die Aktie nach wie vor interessant. Nun bleibe abzuwarten, wie
das Unternehmen seine wiedergewonnene finanzielle Stärke nutze. „Wie Rheinmetall seine beiden Kernbereiche
international stärken will dürfte ab dem kommenden Jahr das beherrschende Thema werden“, glaubt Schramm
Avatar
17.10.03 07:28:14
:laugh: Und was fang ich mit einem panzer an??Über Die ganze börse drüberfahren?? Das hilft auch nicht , glaube ich --wenn schon dann müsste ich zur stützung des kurses mindestens 2!! Kaufen Oder 10 aktien , den mein paket hatt gestern den kurs hochgetriebn:D:D:D :p :p
Avatar
16.10.03 19:37:00
Directors´ Dealings

Seit dem 01. Juli 2002 müssen Geschäfte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter
Gesellschaften und ihren Familienangehörigen in Wertpapieren der eigenen Gesellschaft nach § 15 a WpHG
unverzüglich mitgeteilt und veröffentlicht werden, um die Transparenz an den Kapitalmärkten zu erhöhen.

Der Rheinmetall-Konzern bietet Ihnen hier eine zentrale Plattform, um dieser Veröffentlichungspflicht nachzukommen.

Derzeit sind keine eintragungspflichtige Geschäfte vorgenommen worden.
  • 1
  • 157
  • 160
 DurchsuchenBeitrag schreiben


Rheinmetall