[B]Milchpreis ist zum Mäusemelken[/B]

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    neuester Beitrag 13.07.17 16:44:56
    eröffnet am 26.03.04 22:19:31
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      #5
      Wir haben mittlerweile auch die Kurse von Milch die an der CME gehandelt werden bei uns abrufbar:

      https://www.wallstreet-online.de/rohstoffe/milchpreis

      Auch die Futures für die nächsten Monaten könnt ihr bei uns abrufen, um dann auch die Entwicklung für die nächsten Jahre einschätzen zu können:

      https://www.wallstreet-online.de/rohstoffe/milchpreis/future…
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      #4
      hmm, das ist ja merkwürdig, die preise für den liter biomilch im laden sind ziemlich konstant geblieben während der letzten zwei jahre (und der preis liegt dabei für biomilch mit sicherheit nicht bei 55 cent wohl eher dem doppelten) - letztlich ist die frage hier wohl nicht eine frage der wertschätzung für best. produkte, sondern wo welche gewinnpanne eingestrichen wird - aber dem handel geht es natürlich auch sehr schlecht, wie man hört ;)
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      #3
      Is irgendwie schon pervers, ein Liter Cola, für deren Herstellung nur Wasser, Zucker und ein paar Geschmacksstoffe benötigt werden, ist teurer als ein Liter Milch. Dabei ist die Milchproduktion sehr Kapital- und arbeitsintensiv, es wird Futter benötigt, die Tiere müssen an 365 Tagen im Jahr versorgt werden usw.
      Aber der Verbraucher schaut bei Grundnahrungsmitteln ehr auf den Preis als bei allen anderen Produkten.

      Die von Künast während der BSE- Krise angekündigte Agrarwende ist wie alles andere was Rot/Grün angefasst hat gescheitert.
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      #2
      25.03.2004 20:11 Uhr




      Der Milch-Preis sinkt - die Bauern ärgert`s.








      KÖLN / BONN. Im Supermarkt-Kühlregal liegen die Schnäppchen. Wer ein bisschen stöbert, findet 250 Gramm Butter schon für 90 Cent und einen Liter frische Vollmilch gibt es schon ab 55 Cent. Was die Verbraucher freut, ärgert die Landwirte. Sie bekommen immer weniger für ihre Milch: 27,7 Cent pro Liter im Bundesdurchschnitt. Das ist der niedrigste Preis seit 1977, sagte Stefan Sallen, Pressesprecher des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes, gestern in Bonn. Bei durchschnittlichen Produktionskosten von 30 Cent je Liter schießen die Bauern Geld zu.
      Und das geht nicht auf Dauer gut, sagt Helmut Joest, der Kreislandwirt des Rheinisch-Bergischen Kreises. „Ein landwirtschaftlicher Betrieb stirbt langsam.“ Zuerst zögern die Bauern Investitionen in einen neuen Traktor hinaus. Doch ein Traktor hält nicht ewig. Und wenn er dann ersetzt werden muss, ist die Investition umso höher, weil der Alte nichts mehr wert ist. Besonders gefährdet sind Betriebe, die ausgebaut haben, um rationeller zu arbeiten und dafür Kredite aufnehmen mussten.

      Joest befürchtet, dass sich das „Höfesterben“ beschleunigt. Beispiel: 65 Kühe geben 500 000 Kilogramm Milch im Jahr. Wenn der Preis nur um einen Cent je Kilo sinkt, fehlen 5000 Euro - bei gleich bleibenden oder sogar steigenden Kosten. Im Durchschnitt sinkt die Zahl der Bauernhöfe jedes Jahr um sieben Prozent. 300 Vollerwerbsbetriebe gibt es noch im Rheinisch-Bergischen Kreis, darunter 200 milcherzeugende. Und darüber hinaus halten sie die Landschaft in Ordnung, so Joest.

      Für die Misere machen die Landwirte den Lebensmittelhandel verantwortlich. Der nutze seine Marktmacht aus. 90 Prozent des Milchumsatzes wird nämlich bei den Branchenriesen wie Aldi, Lidl, Metro, Rewe, Edeka oder Tengelmann erzielt. Ihnen gegenüber sitzen 150 Molkereien. Der Druck des Handels nehme angesichts von Überkapazitäten tendenziell zu, bestätigt die Branche.

      So rutschen die Milchpreise weiter ab, befürchten die Bauern in der Region, denen es noch besser geht als vielen Kollegen. Die Milchunion Hocheifel (MUH) zahlt etwa Spitzenpreise. Davon profitieren 2800 Landwirte im südlichen NRW, in Rheinland-Pfalz, Belgien und Luxemburg. Schlüssel zum Erfolg ist ein hochmoderner Betrieb in Pronsfeld. 2002 zahlte MUH seinen Lieferanten 34,29 Cent je Kilogramm, im vergangenen Jahr waren es etwa 1,5 Cent weniger, so Vertriebsleiter Winfried Meier. Die Bauern, die Campina beliefern, mussten sich 2003 mit weniger als 30 Cent begnügen, norddeutsche Landwirte bekommen noch weniger.
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      #1
      Milchpreis ist zum Mäusemelken

      Die Bauern stehen wegen sinkender Milchpreise mit "dem Rücken zur Wand". BUND-Studie belegt, dass deshalb auch die Agrarwende scheitert. Verbraucher in der Pflicht
      BERLIN taz Klasse statt Masse. Das sollte die von Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) gepriesene Agrarwende bringen. Schön gesagt. Nur offenbar wird Klasse nicht immer erstklassig bezahlt. Die deutschen Milchbauern leiden unter niedrigen Milchpreisen. Die Biobetriebe trifft der Preisverfall besonders hart. Eine Preis- und Qualitätsspirale nach unten, warnte gestern der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) auf der Grünen Woche.

      Im September 2003 zahlten die Molkereien den Bauern im Schnitt nur noch 29 bis 31 Cent pro Liter Biomilch. Schon seit Mitte 2001, als es noch rund 40 Cent gab, fallen die Preise. Laut BUND sank der Aufschlag, den Biobauern auf den konventiellen Milchpreis für ihre höheren Produktionskosten bekommen, um 20 Prozent. Pro Liter gehe es dabei zwar nur um Centbeträge. In der Summe habe das aber erhebliche Auswirkungen.

      Die Erträge der Biobauern sinken, während die Mehrkosten des ökologischen Landbaus gleich bleiben. "So kann es nicht weitergehen. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand", sagt denn auch Biobauer Gyso von Bonin. Der Bauer aus Körtlinghausen im Sauerland hat 2003 rund 5 Cent weniger für den Liter Milch bekommen als noch vor zwei Jahren. Die 10.000 Euro Unterstützung für seinen ökologischen Landbau, die er 2003 vom Land Nordrhein-Westfalen bekommen hat, wurden vom Preisverfall komplett aufgefressen. Von Bonin musste inzwischen sogar Biomilch, für die er keinen Abnehmer mehr fand, als konventionelle verkaufen. Natürlich auch zu den niedrigeren Preisen.

      Gyso von Bonin gehört zu den Ökobauern, die ihrem Ärger im vergangenen Jahr Luft gemacht haben. Zwei Tage lang hat er sich mit anderen Landwirten geweigert, seine Molkerei zu beliefern. Stattdessen wurde die Milch auf dem Hof an Besucher verschenkt. "Die Aktion sollte nicht die Molkerei treffen", sagt von Bonin, "sondern öffentlich machen, dass unsere Arbeit nicht wertgeschätzt wird."

      Der BUND macht vor allem die Marktmacht der Billigsupermärkte wie Aldi und die Milchüberschussproduktion in der Europäischen Union für die gesunkenen Milchpreise verantwortlich. Der Preisverfall auf dem Milchmarkt erhöhe den Zwang für die Landwirte, die Leistungen ihrer Kühe weiter zu steigern. Der Einsatz von Antibiotika und gentechnisch verändertem Futter sowie die Züchtung mit Hilfe von Hormonen seien die Regel. Bäuerlichen Betrieben mit artgerechter und ökologisch sinnvoller Weidehaltung drohe das Aus.

      "Die Milchquote muss zur Stützung der Preise wieder gesenkt werden", forderte deshalb Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND, gestern auf einer Pressekonferenz auf der Grünen Woche in Berlin. Mit Blick auf den Konsumenten sagte Weiger: "Die Verbraucher sollten daran denken, dass glückliche Kühe und abwechslungsreiche Landschaften nicht für 40 Cent pro Liter Milch zu haben sind." " MICHAEL SITTIG


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