Krank - der Kampf um den Milchpreis (Seite 3)
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13.07.17 16:46:34
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23.05.04 21:25:37
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23.05.04 22:23:24
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#3
Pervers ist das richtige Wort. Aber leider ist die Milch
nur exemplarisch. Und es zeigt den Deutschen Weg ....
.... einen von vielen in die falsche Richtung.
2 (zwei) Cent sparen und darüber wundern, das
der Bauernhof verschwindet und allenfalls große
Agrarfabriken übrigbleiben, die zwar nicht schlimmm,
aber nicht gewollt sind. Der Deutsche "Normal"-Bauer
wird zum Almosenempfänger und Landschaftspfleger.
Übrigens ist die Milch nur ein Beispiel für das
was da abgeht. Lidl hat nur noch 30 % Artikel aus
Deutscher Produktion im Sortiment. Tendenz fallend.
Und den Verbraucher interessiert es nicht und merkt
erst wenn auch sein Arbeitsplatz weg ist, das die
Gurken von Lidl auch aus der Türkei waren und die billigen
Socken irgentwo in Asien hergestellt wurden.
Und wenn er es mal kapiert und arbeitslos ist,
geht er nach Aldi oder Lidl, weil er sich die 2 Cent
Mehrpreis für die Milch nicht mehr leisten kann.
Die Spirale hat sich schon zu lange gedreht.
Und Geiz ist geil und das schlimme ist, der Deutsche
Michel ist auch noch stolz darauf, geizig zu sein.
Pisa kommt 30 Jahre zu spät.
23.05.04 21:29:55
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#2
Für gute Milch, von der ich weiß, dass sie ohne Hormone und ähnliche Beigaben von gesunden Kühen produziert wurde, da zahl ich gerne mehr. Und zwar nicht 2 ct. mehr, sondern gern auch 20 ct. pro Liter, das kostet dann im Monat vielleicht 2 Euro - für die Gesundheit.
Aber ein derart ruinöser Wettbewerb bei Lebensmitteln...?? Erscheint völlig abstrus, zumal die Leute mit Sicherheit nicht in einen anderen Laden fahren, weil dort die Milch 2 ct. weniger kostet, das ist allein die Zeit nicht wert, vom Sprit usw. mal abgesehen.

Für mich noch ein Grund, um Aldi und Lidl einen großen Bogen zu machen.
Nicht der Preis zählt, sondern der Wert.
23.05.04 21:25:37
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#1
1.
Kampf um den Milchpreis verschärft sich
Nach Aldi will nun auch Lidl weniger zahlen
Anke Springer
BERLIN, 21. Mai. Der Kampf zwischen Lebensmittel-Discountern und Molkereien um den Milchpreis geht in eine neue Runde. Nachdem Aldi die Einkaufspreise bereits um etwa einen Cent je Kilogramm gesenkt hat, will nun auch der Branchenzweite Lidl den Preis weiter drücken. Gut zwei Cent weniger als Aldi will die Einzelhandelskette nach Angaben der Lebensmittelzeitung zahlen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die Schuld für den Preisrückgang bei Molkereien wie Müller Milch, Campina und der Milch-Union Hocheifel, "die den Landwirten mit ihren Niedrigpreisforderungen in den Rücken fallen", sagte der DBV-Referatsleiter für Milch, Rudolf Schmidt. Anfangs hätten Aldi und Lidl noch öffentlich erklärt, sie seien bereit, bei einheitlichem Milchpreis etwas mehr zu zahlen. Da einige Molkereien jedoch ausgeschert seien, habe sich die Preisspirale weiter nach unten bewegt.
Abhängigkeit von Discountern
"Das Problem ist unlösbar. Der Einzelhandel braucht nur abzuwarten, die Preise fallen von selbst", sagte der Abteilungsleiter für Milch bei der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP), Erhard Richarts. Ziel der Molkereien sei, unbedingt einen Kontrakt mit einem der beiden Lebensmitteldiscounter zu bekommen. Aldi und Lidl teilten sich als Abnehmer fast die Hälfte des Milchmarktes. Darüber hinaus gebe es nur noch etwa zehn weitere Unternehmen im Einzelhandel , die den Landwirten ihre Produkte abnähmen. Außerdem müssten die 100 deutschen Molkereien auch mit der Konkurrenz aus dem Ausland um den Zuschlag kämpfen, sagte Erharts. Je Kilogramm Milch erhalten die Bauern zurzeit im Schnitt 27,7 Cent, 4,3 Cent weniger als 2001.
2.
Aldi, Lidl und mehr
In schlechten Zeiten sind vor allem zwei Dinge gefragt: Effizienz und aggressives Marketing. Aldi, Lidl, Saturn und Media Markt machen dem deutschen Einzelhandel vor, wie das geht.
Von Norbert Sturm
Milchbauern wollen an diesem Montag vor der Aldi-Zentrale in Essen gegen die ihrer Ansicht nach existenzgefährdende Milchpreis-Politik des Discounters protestieren. Aldi versucht angeblich, den Einkaufspreis für Milch und verwandte Produkte um zehn Prozent zu drücken. Eine ruinöse Strategie, sagen die Landwirte.
Der Protest wird aber schon allein wegen der Milch-Überschüsse kaum etwas bewirken. Wo 20 Prozent mehr produziert als nachgefragt wird, sinken eben die Preise. Für Aldi selbst ist der Aufstand Gold wert. Denn die Schlagzeilen darüber weisen den Discounter wieder einmal als Preisbrecher aus und dieses Image lockt mehr Kunden an als das im Handel sonst übliche schaumäßige Gefeilsche um Rabatte.
Aldi ist kein Einzelfall. Auch andere Discounter müssen sich über mangelnde Kundschaft nicht sorgen. Sie wachsen, und das gegen den Markttrend. Die Branche schrumpft, die Großflächenmärkte können dagegen immer wieder zulegen. Seit Wegfall des Rabattgesetzes und Aufhebung enger Ladenschlusszeiten teilt sich der deutsche Einzelhandel immer stärker in prosperierende Discounter und in ums Überleben kämpfende Fachgeschäfte und Warenhäuser.
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