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Sino hat nen Thread verdient (Seite 349)

eröffnet am 21.09.04 18:25:51 von
neuester Beitrag 17.06.21 18:55:37 von


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30.08.05 11:38:47
Beitrag Nr. 258 ()
[posting]17.724.617 von Qnibert am 30.08.05 11:26:03[/posting]@ QNi

Deine Annahme zu ausländischen Körperschaften entspricht nicht geltendem Recht:

1. Entweder der ausländische Staat besteuert die Gewinne auf Ebene der Körperschaft effektiv mit 25% oder mehr. Dann gibts keine weitere Besteuerung beim dt. Gesellschafter, solange wie die Gesellschaft nichts ausschüttet.

2. Wenn nicht (d.h. bei weniger als 25% Steuern auf die Gewinne der Gesellschaft im Sitzstaat) werden die Gewinne dem inländischen Gesellschafter nach §§ 7ff AStG (Aussensteuergesetz) direkt hinzugerechnet (!) egal ob die Gesellschaft ausschüttet oder nicht.
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30.08.05 11:33:42
Beitrag Nr. 257 ()
[posting]17.724.574 von bonAPART am 30.08.05 11:24:14[/posting]@ bonapart

Du bekommst Dein Geld bei der Einkommensteuerveranlagung wieder. Die Steuer ist nur eine Pauschale auf einen WIDERLEGBAR vermuteten Gewinn. Voraussetzung ist natürlich, dass alle Kapitakeinkünfte und Veräußerungsgewinne in TATSÄCHLICHR Höhe korrekt in der Steuererkläung erscheinen ;)

@ Qni

Richtig. Das Halbeinkünfteverfahren auf Veräußerungsgewinne dürfte nach Kirchof obsolet sein. Insofern dürfte die Steuerbelastung insoweit etwa gleich bleiben. Es gilt aber auch heute schon nur für Gewinne in Aktien, nicht für Gewinne aus Anleihen, Zertifikaten, Otionsscheinen etc.
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30.08.05 11:30:04
Beitrag Nr. 256 ()
@Shortguy:

So optimistisch wie Du wäre ich nicht, Kirchof wird mit hoher Wahrscheinlich der nächste Finanzminister, das sagte er im Handelsblatt zu seinen Plänen:

http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/G…

Wie wollen Sie Veräußerungsgewinne behandeln?

Kirchhof: Prinzipiell werden Veräußerungsgewinne besteuert. Die Spekulationsfrist ist damit hinfällig. Bei Aktien und Immobilien, für die man den Anfangswert oft nach Jahren ja nicht mehr feststellen kann, unterstellen wir pauschal einen zu versteuernden Veräußerungsgewinn von zehn Prozent . Die Steuer muss der Verkäufer nur dann nicht zahlen, wenn er nachweisen kann, dass er weniger Gewinn erzielt hat.

Das wird aber nur mit der Steuererklärung gehen, was einem Trader, der täglich Volumen umsetzt und sein Geld JETZT und nicht erst in 2 Jahren braucht, vor unlösbare Probleme stellen dürfte.
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30.08.05 11:26:03
Beitrag Nr. 255 ()
@Shortguy:

"Danach wird nur der TATSÄCHLICHE Gewinn mit dem reduzierten Steuersatz von 25% oder 26% belastet."

Unter Anwendung des Halbeinkünfteverfahrens ? Soweit ich weiß nicht und damit würde die Steuer gleichzeitig noch erhöht.



Zur ausländischen Körperschaft:

1. gibt es Länder in denen Unternehmensgewinne nicht wirksam besteuert werden.

2. muß man die Gewinne nicht an die Gesellschafter ausschütten, dann hat der steuerdeutsche Gesellschafter auch keine
steuerpflichtigen Gewinne.

Bye, Q
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30.08.05 11:24:14
Beitrag Nr. 254 ()
Habe mich in die Materie noch nicht reingelesen. Plant man nun die Steuer auf Gewinne oder auf den Verkaufserlös? Und wie sieht es mit der Steuerfreiheit nach einem Jahr aus? Soll der Onlinebroker direkt die Steuer einnehmen und diese kann man sich dann wieder zurückholen?

Die Steuer bezieht sich auf den Verkaufserlös, wie ich ja schon geschrieben habe. Wenn man für 10.000 Euro Aktien verkauft unterstellt man Dir einen Gewinn von 10 % (1.000 Euro), der mit 25 % sofort besteuert wird. Du bekommst also nur noch 9.750 Euro gut geschrieben (Spesen unberücksichtigt). So geht das immer weiter, für Trader, die eigentlich nur mit kleinen Gewinnspannen handeln, ist das der Alptraum, da das zur Verfügung stehende Geld mit jedem Trade unter 2,5 % + Spesen weniger wird. Diese 2,5 % führt der Broker direkt ab, man kann es sich wiederholen wenn man mit der Steuererklärung (also erst 1-2 Jahre später !) nachweist, dass der tatsächliche Gewinn eben geringer als die vom Staat behaupteten 10 % war !

Wie krank das Ganze ist, zeigt das am Beispiel eines Geldmarktfonds, den man ja nur kurz zum Parken von Geld benötigt. Wenn ich da also 100.000 Euro für einen Monat anlege, würde mir beim Verkauf auch da 2,5 % abgezogen, immerhin mehr Geld als man Zinsen aktuell für ein ganzes Jahr bekommt !

Wie gesagt, ich halte das für eine Katastrophe für alle Daytrader + diejenigen, die von denen leben, die eben viel Handelsvolumen erzeugen.
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30.08.05 11:19:29
Beitrag Nr. 253 ()
@ Croww

Nochmal: Dieser Kirchhof-Vorschlag ist KEIN Vorschlag des CDU-Wahlprogramms. Hier ist das verabschiedete Regierungsprogramm: http://www.regierungsprogramm.cdu.de/download/regierungsprog… (dort Ziffer 1.6)

Darin ist nichts über die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen gesagt. Erwähnt wird nur eine ab 1.1.2007 einzufühende Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte (das sind nur Zinsen, Dividenden etc.).

Möglich natürlich, dass man in einem Zug die Abgeltungssteuer auch auf Wertpapier-Veräußerungsgewinne - unabhängig von der Haltefrist ausdehnt. Aber dazu gibt es eben bislang noch keine offiziellen Vorschläge im Regierungsprogramm.
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30.08.05 11:09:32
Beitrag Nr. 252 ()
Habe mich in die Materie noch nicht reingelesen. Plant man nun die Steuer auf Gewinne oder auf den Verkaufserlös? Und wie sieht es mit der Steuerfreiheit nach einem Jahr aus? Soll der Onlinebroker direkt die Steuer einnehmen und diese kann man sich dann wieder zurückholen? :(
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30.08.05 11:01:17
Beitrag Nr. 251 ()
Klingt recht interessant und auch traurig!
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30.08.05 10:58:46
Beitrag Nr. 250 ()
Ein paar Anmerkungen zu diesen Kommentaren in Sachen Steuerreform:

1. Der Kirchhof-Vorschlag ist, wie wir in den letzten Tagen ja deutlich gehört haben mitnichten ein "Steuerplan der Union".

2. Die "Kostenpauschale" ("widerlegbar"...)ist doch nur eine Steuervorauszahlung auf die bei der Veranlagung festzusetzende Steuer. Danach wird nur der TATSÄCHLICHE Gewinn mit dem reduzierten Steuersatz von 25% oder 26% belastet. Das ist - gerade für Daytrader - in der Regel weniger als bisher, denn der Grenzsteuersatz ist zur Zeit immer noch 42% zuzüglich Soli und ggf. zuzüglich Kirschensteuer.

Nachteilig ist dieser Vorschlag nur für denjenigen, der seine Veräußerungsgewinne (<1 Jahr) bislang nie in einer Einkommensteuererklärung erwähnt hat :rolleyes:

3. Verwaltung des eigenen Vermögens in einer ausländischen Körperschaft höre ich leider auch immer wieder. Liebe Freunde, das ist eine typische Steuerhinterzieherlösung, die nur dazu dient, der EU-erweiterten Zinsbesteuerung zu entgehen. Also kommt mir nicht damit.

Legal sieht es nämlich so aus: Wenn die ausländische Körperschaft im Sitzstaat mindestens mit 25% ihrer Gewinne (dazu zählen alle Zinsen, Veräußerungsgewinne etc.) besteuert wird, fallen beim Eigentümer der ausländischen Kapitalgesellschaft nur noch auf 50% der Dividenden aus dieser Gesellschaft Einkommensteuer an. Die Gesamtbelastung auf Ebene der Gesellschaft und beim Gesellschafter ist daher legal in der Regel immer noch bei ca. 35-40% je nach Grenzsteuersatz des Gesellschafters.

Ist die ausländische Gesellschaft im Sitzstaat niedrigbesteuert (d.h. unter 25%), was bei den meisten "Modellen" der Fall ist, werden die Einkünfte der Gesellschaft dem deutschen Gesellschafter nach dem Außensteuergesetz (AStG) direkt hinzugerechnet. Sie sind dann im Grunde so zu versteuern, wie wenn der Anleger die Gewinne direkt (ohne ausländische Kapitalgesellschaft) bezogen hätte. Wer die hinzuzurechenen Gewinne aus einer Beteiligung an einer niedrig besteuerten (und passiven) Gesellschaft als Steuerinländer nicht erklärt, hinterzieht schlichtweg Steuern.

Gruß
Shortguy
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30.08.05 10:36:54
Beitrag Nr. 249 ()
Ein Konzept nach dem Motto: Wie bringe ich auch den letzen Steuerehrlichen dazu, sein Geld in einer ausländischen Körperschaft
zu verwalten!

Was Kohl und Schröder nicht konsequent genug durchgezogen haben bekommt jetzt noch den letzen Schliff.

Naja, gibt ja immer noch ein paar Mio Arbeitnehmer, die sich nicht gegen eine Steuer- und Abgabenquote von 70% wehren können.

Bye, Q
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