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Meinungen zu Kaffee



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Der Preis für Kaffeebohnen dürfte in diesem Jahr auf ein Sechsjahreshoch steigen, nachdem er 2004 bereits 60 Prozent zugelegt hat. Eine geringere Erntemenge in Brasilien und der zunehmende Durst der Konsumenten auf Kaffeespezialitäten dürfte den Preis für die braunen Bohnen an der Börse in die Höhe treiben.


Auch die Flutkatastrophe in Südasien wird wohl nicht ohne Folgen bleiben: in dem stark von dem Tsunami betroffenen Sumatra werden 71 Prozent der indonesischen Kaffeeproduktion angebaut.

Analysten rechnen mit Preissteigerungen von 30 Prozent


In einer Umfrage von Bloomberg rechnen elf Analysten und Kaffeeröster für dieses Jahr mit einem durchschnittlichen Preis von einem Dollar je Pfund (0,45 Kilo) für Kaffeeterminkontrakte der Sorte Arabica, die am New York Board of Trade gehandelt werden. Das ist 30 Prozent teurer als im letzten Jahr. Den Höchstpreis sehen die Befragten bei 1,275 Dollar je Pfund. Zuletzt 1999 hatte der Kaffeepreis dieses Niveau erreicht. Die Terminkontrakte sind die Benchmark für Konzerne wie Procter & Gamble Co. und Kraft Foods , zu denen die Kaffeemarken Folgers und Maxwell gehören.

Im Jahr 2004 bestimmten die höhere Nachfrage von Einkäufern wie Starbucks, der weltgrößten Coffee-Shop-Kette, sowie schlechtere Ernteaussichten in Brasilien, Vietnam und Indonesien das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Die drei Länder produzieren insgesamt 48 Prozent der weltweiten Kaffee-Exporte. "Bis vor zwei Wochen habe ich nicht an diesen Markt geglaubt", sagt Nicholas Becharas, Präsident der Kaffeehandelsgesellschaft Becharas Brothers Coffee Co. in Highland Park, Michigan. "Jetzt sitzen die Röster ein bißchen in der Klemme und müssen kaufen."

Am 21. Dezember kletterte der Kaffeekontrakt auf 1,087 Dollar pro Pfund, das ist der höchste Stand seit Juli 2000. Im Schnitt lag der Preis im letzten Jahr bei 77,12 Cent, 23 Prozent höher als 2003. Am Donnerstag, dem letzten Handelstag des alten Jahres, notierte Kaffe für Lieferung im März 3,9 Prozent leichter bei 1,0375 Dollar je Pfund. Auf die hochwertigere Sorte Arabica entfallen zwei Drittel der weltweiten Produktion. Der restliche Teil entfällt auf die Kaffeesorte Robusta. Diese Kaffeebohnen wurden 2004 im Durchschnitt zu 33 Cents je Pfund gehandelt, ein Preisanstieg von 7,6 Prozent.

Zunehmender Konsum bei fallender Produktion

Der weltweite Kaffeekonsum ist im letzten Jahr 2,4 Prozent auf rund 118 Millionen Sack gestiegen, berichtete das deutsche Analyseunternehmen F.O. Licht am 23. Dezember. Ein Sack wiegt rund 132 Pfund oder 60 Kilogramm. In Amerika wurden im Jahr 2003, dem letzten Jahr, für das Zahlen vorliegen, 9,2 Prozent mehr Kaffee getrunken, zeigen Zahlen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums. Die Coffee-Shop-Kette Starbucks hat in Amerika im Oktober den Preis für eine Tasse Kaffee um elf Prozent angehoben, das ist die erste Preiserhöhung seit vier Jahren. Im November stieg der flächenbereinigte Umsatz der Coffee-Shops 13 Prozent, so stark wie seit neun Monaten nicht mehr.

In den Jahren 1998 bis 2001 war der Kaffeepreis auf Talfahrt, da die immer höheren Erntemengen die Nachfrage der Kaffeeröster überstiegen. Der Tiefpunkt war im Oktober 2001 erreicht worden, als der Kaffeepreis auf ein 30-Jahrestief bei 42,7 Cent je Pfund absackte. Der niedrige Preis hat Investitionen in neue Kaffeepflanzen und die Erhaltung der bestehenden Plantagen gebremst, so daß die Produktion in Mittelamerika und Afrika zurückgegangen ist, berichtet das amerikanische Landwirtschaftsministerium. Von der Pflanzung bis zur ersten Ernte dauert es nach Angaben Michael McDougall, Händler bei Fimat USA in New York, zweieinhalb Jahre. Durch entsprechende Pflege der Kaffeepflanzen kann der Ertrag um bis zu 20 Prozent pro Jahr gesteigert werden, fügt er hinzu.

Das Wetterphänomen El Nino und die mit ihm verbundene Trockenheit dürfte die Ernten in Brasilien und Vietnam beeinträchtigt haben, berichtet McDougall. Vietnam hat im letzten Jahr 12,8 Millionen Säcke Kaffee geerntet, 9,9 Prozent weniger als 2003, so F.O. Licht. Für dieses Jahr erwartet Brasilien, das Hauptanbauland der braunen Bohne, eine Erntemenge zwischen 30,7 Millionen und 33 Millionen Sack Kaffee, nach 38,6 Millionen in diesem Jahr. In Indonesien dürfte die Produktion im vergangenen Jahr 3,3 Prozent auf 5,8 Millionen Sack gesunken sein, erklärte der amerikanische Landwirtschaftsattaché in Jakarta am 22. November.

Vor dem Seebeben am 26. Dezember wurde Sumatra-Kaffee zu 1,84 Dollar je Pfund gehandelt, sagt Peter Longo, Eigentümer der New Yorker Kaffeerösterei Porto Rico Importing Co. "Ich denke, nach dieser Katastrophe dürfte der Preis für Sumatra-Kaffee auf vier bis fünf Dollar steigen." Die höheren Rohstoffkosten haben Procter & Gamble und Kraft bereits veranlaßt, den amerikanischen Einzelhandelspreis im Dezember um 14 Prozent oder 28 Cent je Pfund anzuheben. Der amerikanische Konzern Sara Lee verlangt ab 17. Januar für jedes Pfund Kaffee 35 Cent mehr.

Anleger können auf die Entwicklung spekulieren, indem sie Futures kaufen oder auf Zertifikate setzen. ABN Amro bietet beispielsweise ein währungsgesichertes Produkt unter der Isin NL0000417152 an






FAZ vom 20.02.2005
wie kann ich eigentlich in einen solchen rohstoff direkt investieren? soja wird in nächster zeit auch wieder im trend sein
!
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Kaffee Kontrakte können am New York Board of Trade als Kontrakte (Futures) oder Optionen gehandelt werden. Eine Preisbewegung von 1 Cent (z.B. von 100 auf 101) bewirkt einen Gewinn oder Verlust von 375 US-Dollar.

"Die Deutschen haben einen guten Gaumen"
Kaffee wird teurer - Aber der Illycaffè-Chef vertraut darauf, daß mehr Wert auf Qualität gelegt wird
Berlin - Die Deutschen müssen sich auf steigende Kaffeepreise einrichten. Erstmals seit 1998 sind die Importpreise für Kaffee wieder gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen sie 2004 im Schnitt um neun Prozent über dem Vorjahr. Die Verbraucher zahlten zwar im vergangenen Jahr noch fünf Prozent weniger für den Muntermacher als 2003. Die großen Kaffeeanbieter wie Kraft Foods (Jacobs), Melitta und Tchibo hatten zum Jahreswechsel aber angekündigt, die Preise pro Pfund Kaffee im Schnitt um etwa 70 Cent zu erhöhen. Ein Unternehmen, das sich bereits seit Jahren dem Trend zu niedrigen Preisen widersetzt ist Illycaffè. Der WELT sagt Unternehmenschef Andrea Illy, daß der Preis für ihn nur ein zweitrangiges Kriterium ist.


Die Welt: Illycaffè ist laut Stiftung Warentest der beste Espresso in Deutschland. Muß er deshalb mit 6,50 Euro fürs halbe Pfund gleich doppelt so teuer sein wie die Konkurrenzprodukte?


Andrea Illy: Seit mein Vater Francesco Illy 1934 unser Unternehmen gegründet hat, folgen wir zwei Prinzipien: erstens unserer Leidenschaft für ein exzellentes Produkt und zweitens dem ethischen Anspruch, langfristig Werte zu schaffen. Das geschieht durch Nachhaltigkeit, Transparenz und Wertschätzung der einzelnen Person. Der Preis ist für uns nur ein zweitrangiges Kriterium.


Die Welt: Für die Mehrheit der Verbraucher ist er aber das Wichtigste!


Illy: Qualität ist unser Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz, dafür wird Illy geschätzt. Soviel ich weiß, sind wir die einzige Kaffeemarke, die nur ein Produkt, unsere Mischung aus 100-Prozent Arabica-Kaffeebohnen anbietet. Wir investieren viel, um sie ständig zu verbessern.


Die Welt: Und der Kaffeetrinker tut was für sein Gewissen. Sie garantieren faire Bedingungen für Ihre Produzenten in Brasilien, Indien, Kolumbien und Guatemala.


Illy: Wir kennen jedes unserer Kaffeefelder persönlich. Um unsere Forschungsergebnisse an die Kaffeebauern weiterzugeben, haben wir eine Universität eingerichtet. Sie erhalten ständig Feedback und wir vergeben Prämien für herausragende Ergebnisse. Wer die Standards erreicht, erhält von uns eine Abnahmegarantie.


Die Welt: Eine Verpflichtung, die eigentlich dem Prinzip der Globalisierung widerspricht.


Illy: Illycaffè hat in den vergangenen zehn Jahren sowohl Umsatz als auch Gewinn verdreifacht. Der Hauptgrund, warum Menschen Kaffee trinken, ist das Vergnügen am Aroma und der Genuß. Unsere Logik lautet: wer Genuß will, sucht das Produkt mit der höchsten Qualität und folglich wird unsere Marke belohnt.


Die Welt: Kaufen Kunden aus politischen Gründen Kaffee?


Illy: Das Gespür für Verantwortung ist in den vergangenen fünf Jahren in Europa gestiegen. Durch Kampagnen der Nichtregierungsorganisationen nach dem Verfall der Preise 2001 sind wir sensibilisiert für die Produktionsbedingungen in den ärmeren Ländern der Südhalbkugel. Aber diese Kaufargumente sind weniger entscheidend als die Qualität und der Preis. Der Konsument ändert nicht seine Gewohnheiten, nur weil er um die Probleme der Dritten Welt weiß.

Die Welt: Trinkt der Sohn eines Kaffeehändlers Tee?


Illy: Nein, ich trinke Kaffee. Höchsten sechs, mindestens vier Tassen Espresso am Tag.


Die Welt: Bei jungen Deutschen haben Cappuccino und "Latte to Go" den Filterkaffee abgelöst.


Illy: Wir investieren in den deutschen Markt und wachsen stetig. Die Deutschen haben traditionell einen guten Gaumen, in Europa sind sie dafür bekannt, die höchsten Ansprüche an die Qualität von Kaffee zu stellen. Vor zehn Jahren ist mit dem Preisverfall wegen schlechter Produkte auch der Kaffeekonsum zurückgegangen. Doch die Deutschen werden in Zukunft wieder guten Kaffee trinken wollen, das ist die Chance für Illy.


Die Welt: Bedeutet es das Ende des Filterkaffees?


Illy: Das Wachstum wird alle Sorten mit hoher Qualität beflügeln, und sich nicht auf die Espresso-Röstung beschränken. Illys Mischung ist richtig gemahlen auch für deutsche Kaffeemaschinen sehr gut geeignet.


Die Welt: Junge Italiener scheinen lieber löslichen Nescafé zu trinken.


Illy: Das war eine kurzfristige Reaktion bestimmter Jugendlicher auf die massive Werbung eines gewissen Unternehmens. Der Erfolg deutet aber nicht auf eine signifikante Veränderung des Marktes hin. Dieser ist in Italien so gesättigt, das sich nicht viel verändert.


Die Welt: Schon jetzt ist Illycaffè mit 40 000 Bars weltweit vertreten und erwirtschaften nur noch knapp die Hälfte des Umsatzes von 156 Mio. Euro innerhalb Italiens.


Illy: Unsere Zielgruppe sind die Qualitätsbewußten zwischen 24 und 40 Jahren. Weltweit formieren sich Liebhaber der guten Küche und des guten Weins zu einer neuen Zielgruppe. Das sind Menschen, die sich von gastronomischen Führern beraten lassen, in ausgewählte Restaurants gehen oder zu Hause aufwendig kochen. Zu diesem Trend passen wir sehr gut, als wirklich globale Marke, die mit dem gleichen Produkt, der gleichen Kommunikationsplattform und der gleichen Distribution in über 100 Länder exportiert wird.


Die Welt: Italiens Familienunternehmen haben Probleme, international mitzumischen, sagt der Unternehmerverband Ihres Landes.


Illy: Wir sind familiär, aber nicht herrschaftlich, das heißt wir vermeiden den "Padrone", der Entscheidungen nicht abtritt und den Nachwuchs ausbremst. Wir hatten aufgeklärte Eltern, die den Generationensprung 15 Jahre früher ermöglicht haben. Ich als Unternehmenschef habe mich mit Managern umgeben, die fähiger sind als ich. Unser großer Vorteil ist hingegen, daß wir langfristig investieren können. Ich bin nur der Familie Rechenschaft schuldig, die gemäß der Tradition langfristige Investitionen kurzfristigen vorzieht.


Das Gespräch führte Barbara Wörmann


Artikel erschienen am Di, 22. Februar 2005
10.03.2005 - 18:23

Kaffee-Preis erreicht 7-Jahreshoch

(©GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de/)


Die Kaffeefutures ziehen am heutigen Donnerstag deutlich an. Nachdem die Futureskontrakte an den letzten beiden Tagen von ihren Mehrjahreshochs zurückkamen, zeigte sich bereits zum Handelsbeginn eine festere Notierung. Anfangs seien Händlern zufolge Fonds eingestiegen, die jedoch bei Erreichen der Kontrakthochs der letzten Tage wieder Gewinne mitnahmen. Im Anschluss sorgten jedoch Spekulanten und lokale Händler für Anschlusskäufe, die die Kontrakte nun auf ein neues Mehrjahreshoch ausbrechen lassen. Zuletzt steigen die Kontrakte um 4.99% auf $137.75. Damit wird das Intraday-Hoch vom Dienstag bei $133.50 überschritten. Damit notiert Kaffee auf dem höchsten Niveau seit April 1998 und damit auf einem 7-Jahreshoch.

In Kolumbien wird zum Monatsende die Zwischenernte der Sorte Mitaca beginnen. Die Ernte der Arabica- und Robusta-Sorten in Brasilien wird in diesem Jahr Ende Mai starten und bis September andauern. Es wird in Brasilien, dem größten Kaffeeanbauland der Welt, ein relativ geringes Erntevolumen erwartet.

Quelle: BörseGo.de Rohstoffe
ich bin jetzt erst mal raus. 150% waren genug.
aber man kann sicherlich bald wieder einsteigen.


Soja, Baumwolle und Zucker sehen momentan etwas besser aus.
Habe die Hälfte verkauft. Wie weit kann es noch laufen?
Als es die letzten beiden Male (1975,1993) von so niedrigem Niveau aufwärts ging, wurden weit über 200$ erreicht.

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