DAX+0,67 % EUR/USD-0,23 % Gold-0,48 % Öl (Brent)+0,83 %

Raiffeisen International > Wette auf Osteuropa



Begriffe und/oder Benutzer

 

RI ist ein reiner Osteuropawert und tummelt sich in verschiedenen interessanten Länderen...

Raiffeisen International: Töchter Mittel- und Osteuropa

Länderpräsenz 2004--------- Bilanzsumme--- Geschäftsstellen
Slowakei------------------------- 4,33 Mrd. € ----------111
Ungarn--------------------------- 4,32 Mrd. € ----------71
Kroatien-------------------------- 3,19 Mrd. € ----------34
Polen------------------------------ 2,69 Mrd. € ---------70
Russland------------------------ 2,10 Mrd. € ----------18
Rumänien----------------------- 2,09 Mrd. €---------- 205
Tschechien--------------------- 2,08 Mrd. €---------- 49
Albanien------------------------- 1,65 Mrd. € ----------84
Bosnien-Herzegowina -------1,05 Mrd. €---------- 62
Bulgarien-------------------------1,03 Mrd. €---------- 52
Serbien / Montenegro --------0,88 Mrd. €---------- 27
Slowenien----------------------- 0,67 Mrd. €---------- 13
Ukraine--------------------------- 0,63 Mrd. €---------- 14
Weißrussland------------------ 0,48 Mrd. €---------- 43
Kosovo--------------------------- 0,15 Mrd. €---------- 22
sonstige------------------------- 0,60 Mrd. €---------- 41
gesamt------------------------------- 28,91----------- 916
Raiffeisen International Bank: Stoßtrupp aus Wien (EurAmS)

Herbert Stepic fährt in Länder, die Kollegen lieber meiden. Der Chef der österreichischen Raiffeisen International Bank hat das größte Filialnetz in Osteuropa geknüpft. Der Börsengang ist die Krönung.

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag 18/05

Er trägt zwar handgenähte Schuhe. Mit dem Vollbart und seiner etwas rustikalen Art wirkt Herbert Stepic, der Generaldirektor der Raiffeisen International Bank (RI), dennoch nicht ganz so elegant wie viele Kollegen aus Wien, London oder Frankfurt. Wahrscheinlich will das der 59jährige auch gar nicht. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler aus Wien arbeitet "am liebsten in fernen Ländern bei fremden Völkern unter schwierigen Bedingungen". Und er geht dahin, wohin sich die Kollegen im feinem Zwirn nicht trauen. "Wir waren auch dann in Kroatien, als Belgrad mit Raketen beschossen wurde", erzählt Stepic.
Drei bis vier Tage pro Woche ist der Ein-Mann-Stoßtrupp in einem der 15 osteuropäischen Länder unterwegs, in der die Osteuropa-Tochter der österreichischen Raiffeisen Zentralbank (RZB) ein hochprofitables und zugleich das größte Filialnetz Osteuropas aufgebaut hat. Die größte Akquisition der Genossenschaftsbank, deren Expansion in den Osten 1987 mit der Gründung einer Filiale in Budapest begann, war 2004 der Kauf der Sparkasse in Albanien für 120 Millionen Dollar. Damit erwarben die Österreicher auf einen Schlag 50 Prozent des örtlichen Marktes. Die Kapitalrendite liegt bei sensationellen 40 Prozent.
Das Beispiel zeigt: Wer sich als erster in den Osten wagt, sahnt manchmal kräftig ab. Als die Genossenschaftsbanker im September 2001 ihre Niederlassung in Serbien eröffneten, staunten sie nicht schlecht: "Drei Monate später hatten Privatkunden schon 94 Millionen Euro eingezahlt", freut sich Stepic.
Für den Börsengang der RI am vergangenen Montag konnte er Privatanleger und institutionelle Investoren gleichermaßen begeistern. Seine besondere Fähigkeit: Stepic spricht so, daß ihn auch die Leute auf der Straße, seine Kunden, verstehen. "Ich liege nicht jeden Tag hinter dem Busch und versuche einem Mitarbeiter der Bank Austria oder der HVB das Haxl zu stellen", beschreibt er beispielsweise den Wettbewerb mit der Konkurrenz.
Und die RI-Bank liefert das, was Börsianer wollen: starkes Wachstum. In den vergangenen Jahren wurde die Bilanzsumme jedes Jahr im Schnitt um 40 Prozent gesteigert. Auch die Profitabilität ist mit mehr als 20 Prozent Kapitalrendite im internationalen Maßstab Spitze. Kein Wunder, daß der bislang größte Börsengang in Wien ein Triumph wurde.
20 Prozent Plus verzeichnete die RI-Aktie am Tag der Erstnotiz. Das Papier war 22fach überzeichnet, allein Privatanleger mit Konto in Österreich hatten 34 Millionen Stück geordert. Sie erhielten ein Drittel der insgesamt 34,37 Millionen Papiere. Auch institutionelle Anleger waren heiß auf die Aktie: 94 Prozent der 270 Investoren, mit denen Stepic während der Roadshow gesprochen hatte, zeichneten sofort.
Was die RI-Bank so begehrt macht: Als einziges Institut betreibt sie ihr Geschäft ausschließlich im Wachstumsmarkt Osteuropa. Die beiden anderen Bank-Pioniere dort, die Bank Austria und die Erste Bank, verrechnen in ihrer Bilanz die Osteuropa-Erträge mit dem margenschwache Inlandsgeschäft. Das drückt auf die Gesamtrendite.
"Die RI-Aktie ist ein Wachstumswert", tönt deshalb Bank-Vorstand Stepic. "Dennoch werden wir 15 bis 20 Prozent des Gewinns als Dividende ausschütten." Zwar hätten einige institutionelle Investoren schon gefragt, warum RI überhaupt eine Dividende zahlen wolle, "aber wir haben auch Privatanleger".
Als volksnaher Banker sieht sich Stepic an der Spitze des Treks gen Osten – und pflegt die blumenreiche Sprache: "Wir sind die Pioniere, die mit dem Fallschirm irgendwo abspringen und dann mit dem Messer Pfade in den Urwald schlagen – auf diesen Wegen folgen uns dann die anderen und bringen Nachschub." Gemeint ist: Wenn die RI als Berater bei der Privatisierung oder im Auftrag westlicher Firmen als erste westliche Bank den Gang in ein osteuropäisches Land wagt, werden für die Bewertung örtlicher Betriebe international anerkannte Konzepte entwickelt. Das sind die "Pfade im Urwald". Im zweiten Schritt werden dann Mittelstand und Privatleute als Kunden angesprochen, und ein eigenes Filialnetz wird aufgebaut.
Nicht immer läuft alles glatt. Doch bislang haben sich das Stehvermögen des unkonventionellen Stepic und sein Faible für Abenteuer immer bezahlt gemacht. Während der Rubel-Krise 1998, als westliche Banken Rußland verließen, blieben die Genossenschaftsbanker – trotz erheblicher Abschreibungen. Heute betreibt die Bank in Rußland 17 Filialen. Viel gewichtiger sind die Österreicher im Außenhandel: Zwei bis drei Prozent des Gesamtexports aus Rußland läuft über ihre Konten. Von einer Verschlechterung des Klimas für Investoren durch massive Zugriffe der Steuerbehörden während der vergangenen Monate merkt Stepic nichts. "Das beunruhigt keinen ausländischen Investor. Was jetzt läuft, ist eine normale Bereinigung an der Steuerfront." Daß es für die Behörden bei großen Unternehmen Nachholbedarf gebe, ist aus seiner Sicht nachvollziehbar. "Schließlich haben einige in der Phase der politischen Unübersichtlichkeit unter Jelzin aus Staatsbesitz riesige Privatvermögen angehäuft", sagt Stepic.
Die Expansion geht weiter. In diesem Jahr will die RI-Bank als erstes westliches Institut in russische Städte mit mehr als einer Million Einwohner gehen. Zusammen mit Ländern der ehemaligen Sowjetunion ist Rußland für Stepic die Region mit dem stärksten Wachstumspotential.
In der Ukraine, wo die RZB-Tochter seit 1998 präsent ist, führt die Bank exklusive Verhandlungen über den Kauf der Aval-Bank. Die zweitgrößte ukrainische Sparkasse ist derzeit noch in Privatbesitz. "Vor zwei Jahren haben wir zum ersten Mal miteinander gesprochen. Jetzt sind sie bereit zu verkaufen", sagt Stepic.Bezahlen wird er den Kauf jedoch nicht mit neuen RI-Aktien, sondern bar. Der Grund: "Im Osten wird nur Cash akzeptiert."
13.06.2005

"Fairer Wert der Raiffeisen International bei 36 bis 40 Euro"
Fondsmanager Faschang zieht Aktie der ungarischen OTP vor

Die Aktie der Raiffeisen International notiert bei knapp unter 50 Euro. Seit dem IPO Ende April errechnet sich somit eine Performance von mehr als 50 Prozent. Damit hat die Aktie auch bereits jene, von Analysten ausgegebenen Kursziele bereits gesprengt (im Fall von Keefe, Bruyette & Woods 45 Euro) bzw. knapp erreicht (Deutsche Bank 51 Euro). Insofern darf nicht verwundern, wenn es derzeit keine Kaufempfehlung für den Titel gibt.

Anders das Bild bei der ungarischen OTP Bank, deren Aktie heuer mit rund 20 Prozent im Plus liegt und für die Analysten elf Kaufempfehlung ausgegeben haben. Günter Faschang, Manager des Ringturm Osteuropa Aktien Fonds, hat erst jüngst seine Fondsposition in der ungarischen OTP von vier auf 6,6 Prozent aufgestockt. Hingegen hat Faschang, der gleichzeitig Portfolio Manager und Head of Eastern European Equity der Bank Vontobel Österreich ist, seine gesamte Ringturmfonds-Position in Raiffeisen International (RI) verkauft. Dem Börse Express sagte er dazu, er sehe den fairen Wert der RI-Aktie bei 36 bis 40 Euro angesiedelt. Dass der aktuelle RI-Kurs deutlich höher liege, ergebe sich aus der latenten Nachfrage, also den Zukäufen nach der IPO-Zuteilung an die institutionellen Investoren, so der Fondsmanager.

Die ungarische OTP Bank weise mit einem KGV von 10 und einem Return on Equity von 30 Prozent deutlich günstigere Chancen auf, als die Raiffeisen International mit einem KGV von 20 und einem RoE von 15 Prozent, so Faschang zum Börse Express. "Die OTP ist stark in Bulgarien, Slowakei und Ex-Yugoslavien, Raiffeisen International hingegen ist in riskanteren Märkten wie der Ukraine und Russland engagiert." Aktuell notiert die Aktie der OTP Bank bei rund 6650 Forint, die RZB ratet die Aktie neutral mit einem Kursziel von 6790 Forint, die Erste Bank vergibt ein "Akkumulieren" mit Kursziel 7365 Forint.

Zum Anlagethema Russland meint Faschang: "Aufgrund des starken Rubel sind aus Anlagesicht russische Konsumgütertitel, Telekoms und der Banken- und Versicherungssektor interessant, also von der Binnennachfrage profitierende Branchen, hingegen weniger die exportlastigen Titel". Die Konsumgüterhersteller kaufen günstig, sprich "billig", in Dollar und verkaufen günstig, sprich "teuer", in Rubel. Finanzmarktseitig sei Russland noch über zehn Jahre ein Boom-Markt, so Faschang. Dort sei etwa die Marktdurchdringung mit Hypothekarkrediten nur rund ein Vierzigstel des westeuropäischen Wertes. (kama/bs)

Aus dem Börse Express vom 10. Juni 2005
Beste Bank in CEE

Raiffeisen International zur besten Bankengruppe in Zentral- und Osteuropa gekürt

Euromoney, das angesehene britische Finanzmagazin, hat die Raiffeisen International Bank-Holding AG (Raiffeisen International) zusammen mit ihrer Muttergesellschaft Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) zur Besten Bank in Zentral- und Osteuropa (CEE) gewählt. Zusätzlich erhält die Raiffeisen International drei Länderpreise für Albanien, Belarus sowie Serbien und Montenegro und die RZB den Preis für Österreich. Die Entscheidung für die "Euromoney Awards for Excellence" wird von den Redakteuren des Magazins getroffen, ein Festakt ist in London für Mitte Juli geplant.

Die Raiffeisen International erhielt den Euromoney-Preis für die Beste Bank in CEE schon im Jahr 1999, im vergangenen Jahr wurde sie zur Innovativsten Bank in CEE gekürt. Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen International und stellvertretender Generaldirektor der RZB, sagte: „Wir sehen diese begehrte Auszeichnung als Bestätigung unserer Strategie und unseres Commitments zur Region. Sie würdigt auch den sehr erfolgreichen Börsegang der Raiffeisen International im heurigen Frühjahr."

Beste Bank in Albanien

Die Raiffeisen Bank Sh.A. erhielt den Titel Beste Bank in Albanien zugesprochen. Sie wurde im vergangenen Jahr von der Raiffeisen International übernommen und in Folge modernisiert und restrukturiert. Zusätzlich zu Privatkunden begann die Bank 2004, auch KMU und große Firmenkunden zu servicieren.

Beste Bank in Belarus

Die Priorbank JSC wurde zur Besten Bank in Belarus erklärt. Die Priorbank ist seit dem Jahr 2003 in den Konzern der Raiffeisen International integriert und ist derzeit die drittgrößte Bank des Landes. Sie ist Marktführer im Geschäftsbereich Kredit- und Debit-Karten und führte in Kooperation mit den supranationalen Organisationen EBRD und IFC Finanzierungsprogramme für KMU ein.

Beste Bank in Serbien und Montenegro

Die Raiffeisenbank a.d. nahm ihre Geschäftstätigkeit erst im Jahr 2001 auf und gewann die Euromoney-Auszeichnung Beste Bank in Serbien und Montenegro schon zum vierten Mal in Folge. Die Raiffeisenbank ist die größte Bank des Landes und Marktführer bei Krediten und Einlagen.

RZB - Beste Bank in Österreich

Die Muttergesellschaft der Raiffeisen International, die RZB, wurde erstmals von Euromoney zur Besten Bank in Österreich gewählt. Die RZB, das Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe, kann auf ein überaus dynamisches Wachstum bei steigender Profitabilität und wachsenden Marktanteilen verweisen.

Die Raiffeisen International ist die Steuerungseinheit für die Beteiligungen der RZB in CEE. Ihre Aktien notieren an der Wiener Börse. Die RZB hält 70 Prozent, der Rest befindet sich im Streubesitz. Die Raiffeisen International steuert das führende Bankennetzwerk in CEE mit 15 Netzwerkbanken und 14 Leasinggesellschaften in 16 Märkten. Mehr als 5,2 Millionen Kunden werden im Wege von rund 950 Geschäftsstellen betreut. In acht Märkten befindet sich die jeweilige Netzwerkbank unter den drei größten Banken.

Wien, 7. Juli 2005
RI ist seit dem Börsengang sehr gut gelaufen...Konsolidierung steht an.

Langfristig wird die Aktie wohl ein Goldesel werden.

Sicher ist sie gut gelaufen. Aber von 54 auf Tiefststand heute über 45 in wenigen Wochen gibt schon zu denken. Noch dazu, wo Osteuropa boomt. Der Boden müßte doch mal gefunden werden. Klar ist, heute abend fliegt sie aus dem Euro am Sonntag Depot. Die haben als SL 48 rein gegeben. Und am Sonntag werden etliche Leser nachdenklich beim Lesen werden und es könnte sein, daß am Montag der Abwärtstrend durch massiven Verkauf noch beschleunigt wird.
Negative Meldungen sind mir nicht bekannt. Zu einfach macht man es sich, wenn man nur von Konsolidierung spricht.
raiffeisen int. ist eine sehr gute aktie. sie ist in kurzer zeit sehr gut gelaufen und eine korrektur sollte man zum zukauf nutzen.

den höchststand für heuer haben wir sicher noch nicht gesehen da geht noch einiges.
Danke ich kannte den Wert gar nicht sondern bisher nur die Osteuropazeritfikate der Raffeisenbank.
Osteuropas Boom verliert an Dynamik
von Christiane Karweil, Berlin
Das Wirtschaftswachstum in wichtigen osteuropäischen Ländern hat seit Anfang 2005 drastisch nachgelassen. Aufwertungen und schwache Exporte belasten jedoch.


Langsameres Wachstum in OsteuropaIn Polen sank die Expansionsrate der Wirtschaft von 5,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,1 Prozent im ersten Quartal. Ähnlich deutlich ließ die Dynamik in Ungarn und Slowenien nach. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Weltbankbericht über die acht osteuropäischen EU-Beitrittsländer hervor. Auch im Gesamtjahr 2005 dürfte das Wirtschaftswachstum in der Region danach spürbar schwächer ausfallen als noch 2004.

Der Ölpreisanstieg zu Jahresbeginn sowie die schwächere Weltnachfrage hatten bereits in den vergangenen Monaten Befürchtungen genährt, dass dies auch die osteuropäischen Länder treffen würde. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der acht Beitrittsländer im Durchschnitt noch um 5,1 Prozent gestiegen.


Baltische Staaten legen unvermindert zu

Nach Schätzungen der Weltbank werden vor allem die baltischen Volkswirtschaften dieses Jahr fast unvermindert zulegen - mit Raten zwischen 5,6 und 7 Prozent. Etwas nachlassen wird dagegen das Wachstum der Slowakei: von 5,5 auf 5,1 Prozent. In Tschechien dürfte das Wirtschaftswachstum von 4,4 auf 3,8 Prozent fallen. Für Polen, Ungarn und Slowenien rechnen die Experten im Jahresschnitt 2005 jetzt ebenfalls mit Raten unter vier Prozent.

Nach Schätzungen des Wiener Instituts für Wirtschaftsforschung (WIIW) hat sich das Wachstum aller Ost-Beitrittsländer im ersten Quartal bereits von 5,8 auf 3,3 Prozent verlangsamt. "Dazu hat vor allem die Verschlechterung in Polen beigetragen", sagte Leon Podkaminer vom WIIW. Da die polnischen Unternehmen weniger investierten, wachse die Industrieproduktion langsamer.

"In Polen, Lettland und der Slowakei stagnierte die Industrieproduktion in den ersten fünf Monaten des Jahres", schreiben die Ökonomen der Weltbank. In Litauen, der Tschechischen Republik und Ungarn wächst die Industrie unterdessen langsamer. Nur in Estland beschleunigte sich der Produktionszuwachs.


Starker Anstieg der Lohnstückkosten

Hinzu kommt, dass die Währungen der meisten Länder stark aufgewertet haben, was zu einem starken Anstieg der Lohnstückkosten führt. Die Tschechische Krone hat im ersten Quartal real um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aufgewertet, der ungarische Forint um 7,1 Prozent. Auch die Währungen Polens und der Slowakei stehen unter Aufwertungsdruck. "Tschechen und Ungarn sind mittlerweile deutlich teurer als Bulgaren oder Rumänen", sagte Dietmar Hornung, Osteuropa-Experte von der Deka-Bank. Folglich verlagere sich die Produktion auch immer mehr ostwärts.

Die gestiegenen Lohnkosten spiegeln sich in den langsamer wachsenden Exporten. Die Ausfuhren werden dabei auch dadurch gebremst, dass die Konjunktur in den alten EU-Staaten zu Jahresbeginn schlechter lief. In Ungarn stürzten das Exportwachstum von 16 Prozent im vergangenen Jahr auf nur noch 6,2 Prozent gegenüber Vorjahr im ersten Quartal ab. In Polen lagen die Exporte zu Jahresbeginn sogar um 3,1 Prozent niedriger als Anfang 2004.

Der Hauptimpuls für das Wirtschaftswachstum komme aus dem Inland, so die Weltbank-Diagnose. "Der Einzelhandel expandierte wegen der steigenden Löhne und des höheren Kreditangebots in den meisten Ländern." Ausnahme ist auch hier Polen, wo die Handelsumsätze seit Ende 2004 sinken.

Die Experten rechnen trotz der Verlangsamung allerdings noch nicht damit, dass der Aufholprozess unterbrochen sein könnte. Die Schwierigkeiten seien vor allem konjunkturell bedingt. "Die Volkswirtschaften wachsen immer noch robust", sagte Hornung. "Der Aufholprozess setzt sich trotz Wachstumsverlangsamung fort", so der Wiener Ökonom Podkaminer.


ftd.de, 10:00 Uhr
© 2005 Financial Times Deutschland, © Illustration: ftd.de
Raiffeisen International erhöht Druck - Erste Bank sondiert in der Ukraine

Einigung über Bank Aval soll bis Herbst erfolgen - Erste hat Team in Ukraine geschickt

Während sich die Analysten von Morgan Stanley in einer Erstanalyse zu Raiffeisen International reserviert zeigen ("Zu teuer und Vorbehalt hinsichtlich der Strategie"), dürfte Raiffeisen bei der geplanten Übernahme der ukrainischen Bank Aval nun doch Druck machen.

Raiffeisen bereite aktuell einen Preisvorschlag und einen Vertragsentwurf aus, sagte Ihor Frantskevych, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Ukraine, laut Interfax. "Ursprünglich haben wir sieben bis acht Wochen für die Ausarbeitung des Vorschlags vorgesehen, jetzt bemühen wir uns, dies auf sechs Wochen zu verkürzen", so Frantskevych. "Bis Ende September wird Raiffeisen über den Kauf von Aval entscheiden", so Frantskevych laut der Wirtschaftszeitung "Commercant". Dies sei allerdings seine persönliche Meinung, und nicht die offizielle Stellungnahme der Raiffeisen Gruppe, fügte er hinzu.

Marktbeobachter meinen, dass der Preis der Grund für die Verzögerung der Verhandlungen sei. Die Eigentümer von Aval würden laut Marktkreisen um die 800 Mio. Dollar verlangen, Raiffeisen habe aber nicht mehr als 400 Mio. Dollar geboten, berichten ukrainische Medien. Die Akquisitionspläne der RI beschäftigen auch das Morgan Stanley-Analystenteam, die die Aktie mit "Underweight" und Kursziel 40 Euro einstufen. Raiffeisen International sei noch immer eine auf Unternehmen ausgerichtete Bank, deren Nettogewinn 2004 zu schätzungsweise 43% auf das Treasury entfällt. Der Erfolg der Retail-Strategie hänge von Akquisitionen ab.

"Aber wieviel soll für diese Option auf potenzielle Akquisitionen gezahlt werden?", fragen sich die Analysten. Sie sind der Meinung, dass der Markt seine Einschätzung zum fundamentalen Wert der RI überdenken müsse. Auch sind Analyst Walid Khalfallah und Kollegen der Ansicht, dass es für die Entwicklung eines Retailnetzes in Zentraleuropa bereits zu spät sei. Das Potenzial liege vielmehr in Süd-Ost-Europa bzw. den CIS-Staaten und somit in Zukäufen in der Ukraine oder Rumänien.

Dass die Ukraine ein immer begehrterer Markt für ausländische Banken wird, attestiert nicht nur eine heute vorgelegte Marktstudie der BA-CA-Gruppe; auch die Erste Bank hat vor kurzem Teams in die Ukraine geschickt, berichten Marktteilnehmer. "Es werden uns abseits der Privatisierungen in der Region Zentraleuropa immer wieder Banken zum Kauf angeboten, manche davon schauen wir uns auch näher an. Es wäre zum derzeitigen Zeitpunkt aber verfrüht darüber zu sprechen", bestätigt Erste Bank-Sprecher Michael Mauritz diesbezügliche "Erstgespräche". Auf die Frage, ob es sich um die Bank Aval handle, sagt der Erste Bank-Sprecher, dass man Marktgerüchte nicht kommentieren wolle.

Aktuell finden in der Ukraine nur zwei offizielle Due Diligence-Verfahren statt: Raiffeisen International bei der Bank Aval und die russische Alfa Bank bei der Ukrsotsbank. Zur Privatisierung stehen noch zwei Banken an: Die Sparkasse Oschadbank und die Handelsbank Eximbank. Bei beiden ist allerdings die Privatisierung noch nicht angelaufen. Erste Bank-Chef Andreas Treichl hat jedoch anlässlich des vorwöchigen Besuchs von Staatspräsident Juschtschenko sein generelles Interesse an der Oschadbank - sollte sie einmal zur Privatisierung kommen - signalisiert. (Bettina Schragl)

Aus dem Börse Express vom 22. Juli 2005
 Durchsuchen


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben